#Nornenschuber – Das Geisterhaus im November

Unsere Lesechallenge unter dem Motto #HiddenPowers geht weiter!

Bisher haben wir gemeinsam gelesen:

Der Roman im November war „Das Geisterhaus“ von Isabel Allende

Eva-Maria Obermann

Isabel Allende verknüpft die Geschichte Chiles mit der Familiengeschichte dreier Frauen. Clara, Blanca und Alba, Großmutter, Mutter und Tochter. Alle drei erleben unterschiedliche Arten von Gewalt und Unterdrückung, und finden dabei doch immer wieder ihren eigenen Weg. Ich habe das Buch bereits als Jugendliche gelesen und es gehört zu meinen Lieblingsbüchern. Allende schafft es mit ihren Beschreibungen Welten auferstehen zu lassen. Sie erzählt von Frauenschicksalen, ohne zu romantisieren und lässt bei all den Schrecklichkeiten, die ihren Figuren widerfahren, doch immer einen Funken Hoffnung und eine gewaltige Stärke in ihnen zurück.

Elenor Avelle

Das Geisterhaus ist eine schwere Lektüre. Von Anfang bis Ende werden die Charaktere nicht nur von grauenvollen Ereignissen gebeutelt, sie sind ganz Häufig die Ursache dafür. Teilweise wird aus der Ich-Perspektive des Familienpatrons geschrieben, der Zeit seines Lebens ein patriarchaler Unmensch ist. Doch die Geschichte der Töchter über drei Generationen hinweg, ihr Engagement und auch die kleinen fantastischen Elemente berühren. Schade nur, dass alle drei Frauen letztendlich unglücklich und gebrochen sind. Das macht es hart, die spannende geschichtliche Entwicklung Chiles aus der sehr persönlichen Perspektive bis zum Ende durchzuhalten.

Diandra Linnemann

“Das Geisterhaus” ist auf den ersten Blick ziemlich verworren. All die Figuren und Namen, die absurden Abenteuer, die sie erleben, die merkwürdigen Zufälle – all das zieht einen mitten hinein in eine denkwürdige Familie. Im Zentrum stehen die Lebensgeschichten von Großmutter Clara, Tochter Blanca und Enkelin Alba, eng verflochten mit der Stadt, dem Land und den politischen Entwicklungen. Es geht um Geheimnisse, unerklärliche Geschehen und um Gefühle … auch wenn die “große Liebe” sich mitunter anders äußert, als man erwartet. Beim Lesen begegnet man Stolz, Hass, Armut, Gewalt genau wie Großzügigkeit, Mitgefühl und Freundschaft. Ob es darum geht, mit Geistern zu kommunizieren, um revolutionäre Lieder oder darum, seine Überzeugungen zu verteidigen – “Das Geisterhaus” steht in der Mitte des Lebens und verschont die Lesenden nicht.

Jasmin Engel

Zunächst muss ich sagen, dass ich den Roman in der Zeit leider nicht fertig zu lesen geschafft habe. Meine Kurzmeinung zu “Das Geisterhaus” basiert also auf dem ersten Drittel davon. Der Einstieg in die Geschichte ist mir nicht leicht gefallen. Es geht gleich mit einer großen Fülle an Infos, Personen, Settings, Anekdoten, der Hauptgeschichte und Nebengeschichten los. Ich habe mich davon ein bisschen überrumpelt gefühlt. Dazu kommt, dass ich die auktoriale Erzählperspektive nicht gerne mag. Sicher, mit Clara kann man sich als LeserIn identifizieren, womöglich auch mit anderen, aber richtig eintauchen und mitfühlen lässt diese Perspektive in meinen Augen nicht. Ich finde, man merkt dem “Geisterhaus” an, dass es kein heutiger (erfolgreicher) Roman ist. Die Kapitel sind viel zu lang, die Perspektiven wechseln oft und plötzlich, die Sätze sind häufig sehr lang, manchmal verschachtelt. Was mich zugleich gestört und ein wenig amüsiert hat ist, dass viele der Geschehnisse so erzählt werden, als würde sie jemand bewusst ausschmücken und überspitzen, teils eine Urban Legend daraus machen wollen. Trotz allem werde ich weiterlesen nach diesem ersten Drittel. Irgendwie schafft es die Geschichte, dass ich dran bleibe. Vielleicht auch, da ich Romane mag, in denen über mehrere Generationen und Epochen hinweg erzählt wird.

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