Crowdfunding: Schick die Nornen zur LBM 2019!

Das Nornennetz möchte dich auch 2019 an einem Stand auf der LBM begrüßen, an dem wir unsere Bücher & beliebten Boxen präsentieren. Dazu brauchen wir Deine Unterstützung!

Noch nicht mal ein Jahr alt, trauten wir uns 2018 auf die große Bühne der Leipziger Buchmesse (LBM). Neben vielen tollen Preisen, die man mit etwas Glück mit einem Los aus unserem Schicksalskelch ziehen konnte, waren vor allem unsere efeuumhangenen Werke und die selbst gebastelten Goodie-Boxen ein Hingucker.

Auf der Fantasy Leseinsel luden wir am Samstag auch zur Diskussion zum Thema „Frauen in der Phantastik“ ein, um uns und unser Vorhaben vorzustellen. Unser Ziel ist es, Frauen, die im Bereich Fantastik (Sci-Fi, Steampunk, Fantasy, Horror und allen anderen Subgenres) schreiben, mehr Stimme und Gehör zu verschaffen. Wir wollen für die persönliche Vernetzung von Autorinnen sorgen, Mitglieder, die bereits veröffentlicht haben, bekannter machen und neuen Autorinnen Starthilfe geben. Langfristig geht es uns aber auch um faire Verlagsverträge und die Beseitigung der Gender Pay Gap.

Kickstarter-Projekt

Nächstes Jahr möchten wir all das wieder machen, doch dafür fehlt uns noch ein Teil der Finanzierung. Und da kommst du ins Spiel: Du kannst uns via Crowdfunding unterstützen!

Hier geht´s zu unserem Kickstarter-Projekt!

Das Ziel sind 1.000 Euro. Damit sind zwar noch nicht alle Kosten abgedeckt, aber zumindest die Finanzierung des Standes ist dadurch gesichert. Ihr unterstützt damit unsere Bestrebungen, Frauen in der Fantastik zu fördern und sichtbar zu machen – mehr Sichtbarkeit als auf einer großen Buchmesse geht kaum. Und ihr könnt euch über viele tolle Belohnungen freuen.

Eine Torte muss her: Das Nornennetz hat Geburtstag

Wo fängt man so eine wichtige, wunderbare Nachricht bloß an? Bei den Urnornen, die über die Schicksalsfäden der Menschheit bestimmen? Oder sollte man das Feld lieber rückwärts aufrollen und zunächst die jüngsten Erfolge feiern? Ich** weiß es nicht. Wie soll ich auch? Schließlich war ich doch gar nicht von Anfang an dabei. Deswegen habe ich die Gelegenheit genutzt, meine neugierige Nase in Dinge zu stecken.

Das Nornennetz wird ein Jahr alt

Das Wichtigste natürlich zuerst: Wie konnte es überhaupt so weit kommen? Ausgerechnet die Mörderischen Schwestern – eine Vereinigung von Krimiautorinnen – war in diesem speziellen Fall nicht mordend, sondern lebensspendend tätig. Nike Leonhards spontane Antwort auf einen Mörderische-Schwestern-Tweet brachte den Stein ins Rollen: Warum, dachte (und tweetete) sie, nicht ein Netzwerk fantastischer Autorinnen knüpfen? Sofort meldeten sich mehrere begeisterte Mitstreiterinnen wie June Is und Holly Miles. Es gab private Nachrichten, noch mehr Enthusiasmus und kurz darauf einen eigenen Nornenserver auf der Plattform Discord, um sich im kleinen Kreis privat auszutauschen. Auch Autorinnen wie Irina Christmann, die sich nur gelegentlich in fantastischen Welten tummeln, waren mit Feuereifer dabei.

Bei der Namensfindung landete die Gruppe schnell bei den Nornen der germanischen Mythologie als Namenspatinnen. Warum? Nike erklärt sehr schön: „Die Nornen bestimmen das Schicksal der Menschen und Götter; tun also genau das Gleiche wie Schriftstellerinnen. Das Netz steht für das Gespinst unserer Geschichten, gleichzeitig aber auch für die Vernetzung untereinander.“ Und gerade, wenn man die meiste Zeit doch recht einsam und unverstanden am Schreibtisch verbringt, ist die Vernetzung mit Gleichgesinnten eine feine Sache.

Bilanz, Ursprung, Ziele

Außerdem beschäftigen die Nornen sich aktiv mit geschlechtsbasierter Diskriminierung im Bereich fantastischer Literatur. Eva-Maria Obermann (aka Variemaa) sagt dazu: „Frauen werden seltener verlegt, bekommen schlechtere Plätze im Buchladen, man traut ihnen keine ernsten Themen, keinen Tiefgang zu, sondern lediglich seichte Literatur. Dagegen wollen wir angehen.“ Um das einmal mit Zahlen zu untermalen: Auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises waren bis 2016 nur 32 Prozent aller Bücher von Frauen verfasst. Ähnliche Zahlen gibt es beim Büchner-Preis, der nur in 26 Prozent aller Fälle an Frauen vergeben wurde. Dieser Preis sticht noch in einer anderen Hinsicht negativ ins Auge, denn nur 14 Prozent der Jurysitze wurde mit Jurorinnen besetzt (Stand: 2016). Insgesamt, schreibt das Bücherfrauen-Blog, gewinnen Autoren fünfmal mehr Preise als Autorinnen.

Um gemeinsam aktiv zu werden, gibt es im Nornennetz unzählige Möglichkeiten, einander unter die Arme zu greifen: Konkrete Ratschläge, mitfühlende Ohren, Meinungen zu Plot- oder Charakterfragen, gemeinsame Werbe-, Buch- und Schreibaktionen oder auch praktische Hilfe beim Umsetzen von Homepages oder Buchcovern. Teilweise entstehen langfristige Kooperationen, von denen alle Beteiligten profitieren. Holly Miles etwa bezeichnet es als eines ihrer persönlichen Highlights, dass sie June Is bei ihrem Roman helfen darf.

So hat jede Norne die Möglichkeit, sich nach ihren eigenen Stärken und Schwächen einzubringen. Einige sind schüchtern, aber gut organisiert. Manche sind Social-Media-Profis oder haben geniale Marketing-Ideen. Und wenn eine Norne über ihren Schatten springen möchte, wie Elenor Avelle, der eigenen Angaben zufolge manchmal der Mut zur Selbstdarstellung fehlt, hat sie auf jeden Fall die volle Unterstützung aller Nornen. Auch Holly Miles weiß davon zu berichten: „Profitiert habe ich von vielen interessanten Gesprächen und von neuen Freundschaften. Aber auch, dass ich ein wenig mehr aus mir selbst herauskomme. Denn ich bin eine Standpriorin. Vor einem Jahr hätte ich mir gewünscht, solch einen Posten zu übernehmen. Jetzt habe ich ihn übernommen.“

So viel erreicht

Inzwischen hat sich ein System etabliert, bei dem „Frischnörnlinge“ eine Patin wie Elenor Avelle oder June Is zur Seite gestellt bekommen, mit deren Hilfe sie entscheiden, ob sie sich im Nornennetz wohlfühlen und sich auch entsprechend einbringen können. Denn, und das kann man gar nicht genug betonen, das Nornennetz lebt vom Mitmachen. Und dank des Engagements aller Nornen hat man ein Netzwerk „engagierter Autorinnen, die sich gegenseitig mit ihren Fähigkeiten unterstützen und an ihren Schwachstellen von den Stärken der anderen profitieren“ (Elenor Avelle).

Inzwischen wurden auch Homepage, Facebookpräsenz, Twitter– und auch Instagramaccount eingerichtet, auf denen die fleißigen Pressenornen Beiträge aus dem Netzwerk sammeln und regelmäßig über das Wachstum des literarischen Weltenbaums berichten. Zum Geburtstag – vielleicht habt ihr es schon gemerkt – ist das Nornennetz auf eine eigene Domain umgezogen und ab jetzt unter Nornennetz.de zu erreichen. Und Holly Miles‘ Vorstellung des Nornennetzes hat es sogar in die Fachzeitschrift „Federwelt“ geschafft. Man kann sich quasi kaum umdrehen, ohne den Nornen zu begegnen.

Aus all diesem Miteinander entstehen einzigartige Momente. Man trifft Autorinnen, mit denen man unter normalen Umständen nie etwas zu tun gehabt hätte. Und plötzlich werden Schnapsideen wie ein eigener Stand auf der Leipziger Buchmesse nicht nur möglich, sondern sogar Realität!

Der Nornenstand auf der LBM (Foto: Diandra Linnemann)

Zusammen stark sein

Als Gruppe konnten wir nicht nur die finanziellen Hürden, sondern auch Organisation und Umsetzung stemmen. Und weil wir sehr viele wirklich kluge Köpfe dabei hatten, gab es sogar einen eigenen „Nornentalk“ vor Publikum zum Thema „Starke Frauen in der Phantastik“. Das Transkript könnt ihr hier  und hier nachlesen. Bei so viel deutlich sichtbarer Aktivität gibt es Rückmeldungen – größtenteils positiv, wie mir die Gründernornen versicherten, aber auch einige kritische Stimmen bis hin zum Vorwurf der Diskriminierung gegen Männer. Glücklicherweise hat sich noch keine Norne durch solche Äußerungen abschrecken lassen. Und sogar, wenn es intern gelegentlich hoch her geht, überwiegen Teamgeist und der Mut zur Kooperation. Da kann man solche Sticheleien von den billigen Plätzen durchaus verkraften, finde ich. Elenor Avelle drückt es diplomatischer aus: „Autorinnen im Focus schafft Verlustängste bei einigen männlichen Kollegen.“

Nach einem Jahr ist die Bilanz durchweg positiv. Gegenwärtig sind knapp achtzig Nornen am Start, und die Nachfrage ist enorm. Angst, dass das Nornennetz wieder einschlafen könne, besteht derzeit eher nicht.

Torte!!!

Ehe ich euch an dieser Stelle weiter langweile, kommen wir zum Höhepunkt einer jeden Geburtstagsfeier: Der Torte! Ich habe einige Nornen gefragt, was ihrer Meinung nach eine angemessene Torte für einen Nornengeburtstag sei, und ich finde, die Antworten können sich sehen lassen:

Nike Leonhard: „Das Rezept ist natürlich geheim. Aber die Zutaten sind erlesen und vielfältig und das Ergebnis unglaublich lecker. Manche Teile sehen etwas seltsam aus, aber wer den Mut hat, sie zu probieren, wird mit einmaligen Geschmackserlebnissen belohnt. Unbedingt kosten!“

Elenor Avelle: „Ein explodierender Elankuchen. Hihi.“

Irina Christmann: „Natürlich eine mit massenweise Glitzer und einem Einhorn. <3“

Holly Miles: „Ein Baumkuchen. :)“

June Is: „Eine Torte, die auf den Etagen winzige Portale hat. Jede Norne kann sich eins aussuchen, das Stück wird mit Portal auf einen Teller gelegt … und daaaaaannn kann man es entweder normal essen, bis nur noch die Rückseite/das Portal übrig ist oder man stellt sich vor die Rückseite an den Tisch. Das Portal zieht die Norne langsam in das Abenteuer ihres Lebens, welches sie dann aufschreibt und steinreich wird – hihihi. Teamwork ist natürlich für die Kalorienbewussten auch möglich. ;)“

Eva-Maria Obermann: „Mehrstöckig mit verschiedenen Geschmacksrichtungen, so dass für jede*n etwas dabei ist. Unser Geburtstagskuchen ist wie wir: vielfältig und kreativ.“

Ob es sowas zu Feier des Tages auch gibt? Grabhügeltorte mit frischen Würmern (Foto: Diandra Linnemann)

** Autorin des Beitrags ist Diandra Linnemann

Blogankündigung: Es tut sich was im #Nornennetz

Nicht mehr lang, dann könnt ihr uns auf ihrem Blog besuchen und noch mehr über das Nornennetzwerk erfahren.

Und ab Samstag, 1. Juli heißt es wieder: Werde Norne! So geht’s:
Verfasse eine kurze Bewerbung, wer du bist und warum du mitmachen möchtest und schreib uns auf Twitter oder Facebook an. Du bist Bloggerin, hast bereits ein Buch geschrieben / veröffentlicht, betreibst einen Youtube-Kanal o.ä.? Wunderbar! Schreib den Link dazu. Wir stellen deine Bewerbung intern vor. Deine Nornen-Patin wird sich mit dir in Verbindung setzen.

Hier geht’s zum Bewerbungsformular:

Norne werden

 

 

Feminin organisiert: Wenn die Verpackung wichtiger als der Inhalt scheint

Erste Reaktionen auf das #nornennetz

Wieso jetzt noch ein Netzwerk?
Um im Bild zu bleiben: Wahrscheinlich bin nicht nur ich zum Nornennetzwerk wie die Jungfrau zum Kinde gekommen, weil es bisher keine Gruppe für den literarischen Fantastikbereich gab, in der sich alles nur um schreibende Frauen in diesem Bereich und ihre Werke dreht. Und wie ich waren wohl auch die anderen Nornen schon Teil so vieler „gemischter“ Gruppen, dass wir ausprobieren wollen, wohin uns eine durchweg weibliche Schreibgruppe bringt. Uns geht es um den Spaß am Netzwerken und die Ideen, die dabei herumkommen. (Und glaubt mir, da kommt bereits eine Menge …)

Keine Männer?
Wir wollen Autorinnen im Bereich Fantastik fördern. Wer sich damit identifizieren kann und das unterstützen möchte, kann sich bewerben. Kooperationen mit anderen Gruppierungen, die ebenfalls eine Aufhebung des Ungleichgewichts aufgrund von Schubladendenken anstreben, sind uns willkommen. Das schließt Männergruppen ein, die sich zum Beispiel für die Gleichberechtigung im Genre Romantik einsetzen wollen. Den Weltfrieden können wir als einzelne Gruppe leider nicht alleine bewerkstelligen.

Und was macht ihr in eurem Netzwerk?
Wir schreiben in erster Linie Texte in allen Formen für und über das fantastische Genre. Wir beraten uns im Hinblick auf die Buchbranche, wir quatschen, wir unterhalten uns mit Leuten aus anderen Netzwerken. Wir treffen uns bestimmt auch mal. Wir starten demnächst eine öffentliche Vorstellungsrunde und diskutieren untereinander und mit euch über Themen wie z.B. allgemeine Benachteiligungen in der Buchbranche. (Wie jetzt, so was gibt’s? Oh ja, meine Lieben, da gibt es Einiges quer durch alle Genres und Geschlechter zu berichten.) Das ist aber nur eine der Aktionen, die uns vorschweben und von denen in den nächsten Wochen bereits die ersten umgesetzt werden.

Wieso habt ihr noch keinen Masterplan?
Wie jetzt? Nachdem das Netzwerk knapp zwei Wochen alt ist? Ich bitte euch! Von der Rettung der Welt war nicht die Rede! – Sollte sich allerdings herausstellen, dass wir mit dem Netzwerk ein bisschen dazu beigetragen haben, dann … dann …! Dann kommt und feiert mit uns!

Pressemeldung No. 1: Wie alles begann!

Es begann auf Twitter mit der Einladung der Mörderischen Schwestern.

Aber was ist mit uns Fantastik-Autorinnen? Auch wir können von so einem Netzwerk profitieren und so war die Idee zum Nornennetz geboren.

Die Nornen, Schicksalsfrauen der Edda, trugen klingende Namen wie Schicksal (Urd), das Werdende (Verdandi) und Schuld (Skuld) und verkörperten Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sie lenkten nach der Vorstellung der nordischen Mythologie die Geschicke der Götter und der Menschen. Wir haben diesen Namen gewählt, weil es unser Ziel ist, Fantastik-Autorinnen zu fördern und bekannter zu machen.

Du bist weiblich, schreibst auch Fantastisches und willst dich vernetzen? Du findest uns bei Facebook und Twitter:
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https://twitter.com/Nornennetzwerk