Fragefreitag: Ist Halloween für euch in euren Texten ein Thema oder ist es schon zu ausgelutscht?

Bestimmte Dinge wiederholen sich jedes Jahr, dazu gehört auch Halloween. Wir wollen diese Woche von unseren Nornen wissen, ob sie solche Gelegenheiten in ihr Schreiben miteinbeziehen oder komplett außen vor lassen. Habt ihr schon einmal einen Text über Halloween geschrieben? Lasst es uns unter dem Hashtag #Nornenfragefreitag wissen.

Autoren Urlaub

Katherina Uschachov aka Evanesca: Bisher kam Halloween nur in einem meiner (noch unveröffentlichten) Romane vor: Und zwar in Zusammenhang mit dem NaNoWriMo. Da habe ich meine Mainzer NaNo-Truppe verewigt, indem ich meinen „Rahmenhandlungs-Prota“ mit ihnen Horrorfilme schauen ließ, bevor es ans Reinschreiben in den NaNoWriMo ging. Ansonsten spielt Halloween keine Rolle. Allerdings nicht, weil es ausgelutscht wäre. Es hat sich bisher einfach nie ergeben. Meine historische Fantasy ist aktuell noch im alten Rom, da ist Halloween noch irrelevant. „Zarin Saltan“ ist nicht an Jahreszeiten gebunden und die Handlung meiner Dystopie spielt im Sommer.

Anna Weydt: Über Halloween habe ich noch nie geschrieben. Herbststimmung kommt in meinen Romanen aber immer wieder gerne auf.

Laura Kier:  Selten. Ich habe zwar zwei Kurzgeschichten in einer Anthologie um Halloween platziert, aber beides eher mit dem Hintergrund von Sammhain u.ä. Festtagen, sprich offene Toren zwischen den Welten.

Anne Zandt: Halloween bzw. Samhain ist ein faszinierender Brauch. Mindestens zweimal habe ich das ganze schon mal in einer Kurzgeschichte verarbeitet und es werden bestimmt noch weitere folgen.

June Is: Habe einige gute Ideen dazu aufgeschrieben, aber noch keine in eine Story umgesetzt.

Jasmin Engel: Halloween ist bisher nur am Rande in meinen Romanen und Kurzgeschichten vorgekommen, Hauptthema war es noch nicht.

Fragefreitag: Was wünscht ihr euch bei einer Zusammenarbeit mit einem (Klein)verlag?

Die Zusammenarbeit mit Verlagen ist für viele Autoren ein Dreh- und Angelpunkt bei der Veröffentlichung ihrer Werke. Deshalb stellen wir heute die Frage danach, was sich unsere Nornen bei der Zusammenarbeit mit (Klein)verlagen wünschen, was ihnen besonders wichtig ist. Was wünscht ihr euch von einem Verlag? Lasst es uns unter dem Hashtag #Nornenfragefreitag wissen!

Autoren Urlaub

Diandra Linnemann: Einen guten persönlichen Kontakt, Engagement und absolute Ehrlichkeit darüber, was geht und was nicht. Natürlich sagt einem der gesunde Menschenverstand schon, dass ein Klein(st)verlag nicht direkt zum Bestseller führt, aber ich möchte ein Gespür dafür haben, was an Werbung, Veranstaltungen, langfristigem Einsatz möglich ist – und auch, wo die Limits liegen. Schließlich wollen wir ja zusammenarbeiten.

Katherina Uschachov aka Evanesca: Einen menschlichen Umgang und zeitnahe Kommunikation. Ich möchte nicht das Gefühl haben, um Updates betteln zu müssen oder Angst zu haben, meinen Vertrag zu verlieren, wenn ich auch nur eine Frage stelle.

Grumpy Moon: Mich aufs Schreiben konzentrieren zu können und die anderen Dinge, von denen ich keine Ahnung habe, anderen Menschen zu überlassen, die dafür besser qualifiziert sind.

Maelle: Eine Zusammenarbeit, die Spass macht, in der Erwartungen klar formuliert und Entscheidungen gemeinsam gefällt werden.

Jasmin Engel: Am Besten, mich mit ihnen auf einer Wellenlänge zu fühlen und einen offenen, respektvollen Umgang miteinander.

Laura Kier: Die Frage stelle ich mir auch schon länger. Vor allem Unterstützung bei meinen Projekten und damit eine Begegnung auf Augenhöhe. Buchsatz, Covergestaltung usw. mach ich auch im Selfpublishing und das gerne, von daher wünsche ich mir vor allem auch weitere Leser, die durch eine Veröffentlichung in einem Verlag auf mich aufmerksam werden.

Mach nicht Geschlechter, mach Charaktere! (Nora Bendzko)

[Neuauflage fürs Nornennetz]

(Grafik: Wikimedialimages von pixabay.com)

Ursprünglich ist dieser Artikel am 26.08.2016 auf dem ehemaligen Blog »schreibkasten« von Norne Holly Miles erschienen. Inzwischen ist sie über blog.frau-schreibseele.de aktiv. Bis auf ein paar kosmetische Änderungen, wie Rechtschreibfehler, Löschung von Wiederholungen und ähnlichem ist dieser Artikel genauso auf ihrem Blog veröffentlicht worden.

Gestatten, Nora Bendzko – ich habe die Ehre, heute für das Nornennetz zu philosophieren. Ich zähle zur fraulichen Seite des Universums, wie man an meinem Namen vielleicht erahnt. Da ich eine Autorin bin, die nie Abwechslung genug bekommen kann, habe ich nicht nur Protagonistinnen, sondern erzähle auch aus Männersicht. Ganz so, wie es viele andere Schreiberlinge tun.
Tatsächlich bin ich aber auch der Riege begegnet, für die der Sprung in den Kopf des „anderen“ Geschlechts ein großes Thema ist. Stichwort:

Gender-Marketing.

Wie schreibe ich Mann und Frau in einem Männer- bzw. Frauenbuch und umgekehrt? Solche und ähnliche Fragen sind in der Literaturwelt nicht selten, insbesondere bei romantischen und erotischen Titeln. Erotik aus Frauensicht, aber vom Autor geschrieben? Gay Romance von der Autorin? Und vergessen wir nicht geschlechterexklusiven Kategorien wie den Begriff der „Frauenliteratur“.
Ist das schon für manche ein Streitfeld, so ist ein noch größeres: Wie mache ich Geschlecht?

Diesbezüglich hat sich mir eine Diskussion in einem Schreibforum eingeprägt. Dort wollte ein Autor erstmals ein Buch für Frauen schreiben und fragte, inwiefern sich Frauen- von Männersprache unterscheidet. Was zeigte, wie sehr Lesern und Autoren eine binäre Vorstellung der Geschlechter einprogrammiert ist. Nicht theoriebasierte Annahmen wie „Frauen reden mehr“ und „Männer sind einfacher gestrickt“ wurden schnell während der Diskussion in den Raum geworfen.
Entsprechend einfach scheint die Frage zu beantworten: Wie mache ich Geschlecht? Ganz klar, ich orientiere mich am klassischen Rollenbild … oder?
Meine Antwort dazu ist: Jein. So simpel ist das nicht.

Im Folgenden werde ich erläutern, warum diese Rollenbilder eine fiese Schreibfalle sein können, und inwiefern die Geschlechterfrage von dem ablenken kann, was zur Standardarbeit von Profiautoren gehören sollte: Charaktere schaffen!

Kurze Einführung: Zu Gender, Sex und Gender-Marketing

Ich werde mich in diesem Artikel, wann immer ich „Geschlecht“ schreibe, auf die literaturwissenschaftliche Bedeutung von „Gender“ nach Judith Butler beziehen. Diese teilt „Geschlecht“ wie folgt ein:

Gender = Geschlechtsidentität (mental & sozial)
Sex = angeborene Geschlechterorgane (körperlich)

Trotz einem großen Zuwachs an LGBTQ+-Literatur und dessen steigender Nachfrage herrscht in der deutschen Literaturlandschaft das Bild des „klassischen“ Frauenkörpers mit „klassischer“ Frauenidentität vor (auf Männer übertragbar). „Klassisch“ beziehe ich auf die mentalen und körperlichen Geschlechtszuschreibungen, wie sie im 18. Jahrhundert mit dem Vater-Mutter-Kind-Modell eingeführt wurden.
Zuschreibungen, die für das sogenannte Gender-Marketing von großer Relevanz sind. Denn dieses geht von eklatanten Bedürfnisunterschieden zwischen den Geschlechtern aus, wie sie von den Erwartungen der Gesellschaft geschaffen werden. Produkte dieses Marketings sehen wir täglich ums uns: Die Trennung von Jungen- und Mädchenspielzeug in Blau und Rosa, Bikini-Models in der Axe-Werbung, oder das neue Grillbuch für „echte Männer“. So viele dieser Produkte erfolgreich verkauft werden, so viele erhalten auch Kritik.

Zwei Beispiele aus dem künstlerischen Betrieb, die beide Extreme darstellen: Gender-Marketing, das funktioniert hat, und Gender-Marketing, das in die Hose ging.

Beispiel 1: Revolutionary Girl Utena

Revolutionary Girl Utena
(Quelle: Offizielles Preview-Bild von Hanabe-Entertainment)

Unschwer zu erraten, an wen sich dieses DVD-Cover richtet, oder? Die Akzente sind mit den pinken Farben, den schönen Mädchen, dem Ballkleid und dem Schloss eindeutig gesetzt. Wer sich mit Animés auskennt, wird die langgliedrigen Figuren dem „Shoujo“-Genre zuordnen können, den Animés für Mädchen und junge Frauen.
Gerne hätte ich ein Buch vorgestellt, aber „Revolutionary Girl Utena“ (jap. „Shoujo Kakumei Utena“) ist so ein exzeptionelles Beispiel, dass ich es einfach nicht vorenthalten kann. Tatsächlich handelt es sich um einen Animé für heranwachsende Frauen.
Mit den pinken Haaren der Protagonistin, den Rosen, gut aussehenden Prinzen und unzähligen Märchenmetaphern ist „Revolutionary Girl Utena“ fast beleidigend klischeebeladen. Und doch ist die Serie nicht als Trash-Titel berühmt geworden. Tatsächlich ist diese Märchenwelt, wie sie pinker und heiler nicht sein könnte, eine Fassade, unter der Themen wie Missbrauch, Inzest, Vergewaltigung, Homosexualität, patriarchalische Gewalt und Todessehnsucht brodeln. So subtil und surreal verarbeitet, dass jüngere Zuschauerinnen nicht davon geschockt werden, sondern sich nur an den mädchenhaften Elementen erfreuen. Und rückblickend, als Erwachsene, eine tiefe Botschaft für sich entdecken können. Die Serie zeigt insbesondere Empathie für japanische Frauen, die durch ihre Geschlechterrolle unterdrückt werden, und wie man aus dieser Rolle ausbrechen kann, ohne die eigene Weiblichkeit einzubüßen.
Regisseur Kunihiko Ikuhara – ja, ein Mann – hat sein Zielpublikum eindeutig verstanden. Entsprechend erfolgreich war „Revolutionary Girl Utena“.

Beispiel 2: Die inneren Werte von Tanjas BH

Die inneren Werte von Tanjas BH
(Quelle: Offizielle Facebook-Seite vom Oetinger Verlag)

Das Bild zeigt ein Werbeplakat des Jugendromans „Die inneren Werte von Tanjas BH“, das auch als Poster dem Buch beilag. Die Autorin Jutta Wilke veröffentlichte es unter dem Pseudonym „Alex Haas“ im renommierten Oetinger Verlag. Wie bei „Revolutionary Girl Utena“ wurden hier Teenager und junge Erwachsene als Zielgruppe angepeilt, diesmal Jungen.
Kaum wurde das Werbeplakat online und in Schulen ausgestellt, wurde Oetinger mit einem gewaltigen Shitstorm konfrontiert. Der Grund? Das Plakat wurde von Mädchen und Eltern als sexistisch empfunden. Die Kontraste auf dem Plakat sind eindeutig: Wo der Junge ein „Superhirn“ besitzt, hat das Mädchen einen „Hohlraum“, und so weiter.
Laut Oetinger hat man versucht, auf ironische Art eine „authentische“ Weltsicht des pubertären Hauptcharakters wiederzugeben, für den Mädchen noch eine fremde Welt sind. Nur wurde eine Sache nicht beachtet: Das Plakat ist nicht nur geschlechter-exkludierend, sondern auch geschlechter-bewertend. Eine solche Werbung ohne Kontext in einem geschlechterübergreifenden Raum aufzuhängen – der Schule – kann nur auf Empörung stoßen. Der Verlag verteidigte die Werbeaktion mit Argumenten wie „so denken junge Männer eben“. Darüber kann man streiten. Worüber man nicht streiten kann, ist die Tatsache, dass die Werbeaktion nach hinten losging.

Was bedeutet das für mich als Autor*in?

Wie man an diesen Beispielen sieht, kann Gender-Marketing sehr unterschiedlich ankommen. Nehmen wir an, du als Autor*in begibst dich auf dieses Gebiet. Ich denke, du wünschst dir, dass dein Buch gut ankommt und nicht wegen einer politischen Unkorrektheit verrissen wird, die du nicht angestrebt hast? In diesem Fall hätte ich ein paar Tipps für dich!

Bewerte das Geschlecht nicht über

Wenn wir Schreibende etwas Neues ausprobieren, tendieren wir in der Regel dazu, zu übertreiben. Ich erinnere mich an meine Babyschritte in Sachen Erotik – grauenvoll ist noch untertrieben! Entsprechend ist es nicht verwunderlich, dass wir blockiert sind, wenn wir zum ersten Mal in einer ungewohnten Geschlechterperspektive schreiben.
Das absolute No-Go: die reine Klischee-Reproduktion. Insbesondere, wenn es nicht nur einzige Figur, sondern die ganze Geschlechtergruppe im gesamten Buch betrifft. Wir würden ja auch nicht haarklein jedes Klischee in eine Liebesgeschichte, einen Krimi oder Science-Fiction packen. Sicher, es sind genug nostalgische Akzente für den Vielleser gesetzt, aber dann braucht der doch ein bisschen mehr, damit die Geschichte nicht platt auf ihn wirkt.
Und da mischen Charaktere besonders mit, fern vom reinen Klischee – Geschlecht eingeschlossen.
Einige werden sich hier denken: „Aber es ist doch witzig, wenn mit Klischees gespielt wird.“ Ja, und ob! Um mit Klischees spielen zu können, muss man aber enormes Wissen über sie verfügen, sowie die Fähigkeit, sie humorvoll gegeneinander auszuspielen. Humor kann auch nur durch Kontraste stattfinden. Wo Klischee normalisiert wird, um eine ganze Gruppe zu definieren, wird ein lustiger Aha-Effekt beim Publikum ausbleiben. Ist dieses gelangweilt oder empört, nützt es nichts zu wettern, dass der eigene Witz nicht verstanden wurde – dann war man vielleicht einfach nicht witzig.

Ein Geschlecht ist nicht alle Geschlechter

Möchte man jenseits des Klischees schlau werden, kommt man um eines nicht herum: Recherche. Was bedeutet, nicht nur eine/n einzige/n Repräsentant/in einer Geschlechtergruppe zu fragen und zu glauben, so ticken alle Geschlechtsgenoss*innen.
Ich erinnere mich an eine Diskussion in einem Schreibforum, wo eine erotische Szene besprochen wurde. Dort verwöhnte die Frau die Brustwarzen des Mannes, worauf einige Autorinnen meinten: „Das solltest du streichen, mein Mann sagt immer, Männer mögen das überhaupt nicht!“ Und gleichzeitig tat sich ein anderes Lager auf: „Was, Blödsinn, mein Mann liebt das!“
An solchen und anderen Erfahrungen sieht man, dass allein schon Details der Sexualität sehr individuell sind. Entsprechend individuell sollte die Geschlechterdarstellung deiner Charaktere im Gesamten ausfallen. So machst du sie wesentlich realistischer.

Show, don’t tell!

Die Binsenweisheit aller Autor*innen gilt auch für Geschlecht. Schon Judith Butler stellte in „Gender Trouble“ fest, dass Geschlecht vornehmlich performativ ist. Soll heißen: Wir zeigen unsere Geschlechteridentität mit unserem Verhalten. So kann ein Mann „weiblich“ die Hüften schwingen oder ein Tomboy „männlich“ auf uns wirken, obwohl biologisch als Frau geboren. Das lässt sich eins zu eins auf Geschichten übertragen.
Mehr als einmal sind mir im Lektorat Phrasen untergekommen wie: „Er war die Definition von Männlichkeit.“ Was ein erstaunlich nichtssagender Satz ist. Wie gesagt, ist Geschlecht individuell, entsprechend auch die Vorstellung von Geschlechteridealen. Für den einen mag die „Definition von Männlichkeit“ ein braungebrannter, leidenschaftlicher Bodybuilder sein, für jemand anderen ein distanzierter Gothic mit langen Haaren und feinem Gesicht. Manche machen gar ihr Ideal nur an inneren Werten fest und finden keine Antwort auf die Frage, was äußerlich ihr Typ sei.
Also: definiere! Aus den individuellen Augen deiner Protagonist*innen, nicht mit der allgemeingültigen Stimme der Erzählinstanz. Und noch viel wichtiger als das Aussehen: Wie zeigt sich das Geschlecht deiner Charaktere in ihrem Verhalten? Damit meine ich nicht, dass gewisse Handlungen von der Erzählerstimme als „weiblich“ oder „männlich“ bewertet werden sollen. Schreib wertfrei. Dein Publikum kann das Verhalten deiner Charaktere sehr gut mit eigenen Vorstellungen abgleichen.

Gender-Marketing heißt nicht „Kampf der Geschlechter“

Das betrifft nicht nur die Binarität von Männern und Frauen, sondern auch Binaritäten wie Queer und Hetero, Gay versus Frauen, et cetera. Öfter kommen mir als Lektorin Texte unter, in denen verschiedene Geschlechter auftreten und sich ein Geschlecht als das „stärkere“ auftut (was längst nicht immer Männer sind), während andere Geschlechtertypen dem untergeordnet und denunziert werden. Es gibt auch Bücher, die explizit vom „Kampf der Geschlechter“ leben, wie humoristische Belletristik, in deren Zentrum die Gegensätze von Männern und Frauen stehen. Problematisch ist hier nicht, dass Differenz und Klischee Lacher hervorrufen, sondern wenn zwischen den Zeilen pauschalisierende Bewertungen stattfinden. Ein Beispiel dafür wäre frauenexkludierende Gay Romance, die Frauen nur als „die Anderen“ und Antagonistinnen auftreten lässt, aber nicht als „normale“ Charaktere.
Hier ist das Stichwort: Respekt. Für alle Seiten.
Das bedeutet nicht, dass alle Charaktere in einem Buch absolut korrekt geschrieben sein müssen. Im Gegenteil, ein sexistisches Aas kann ganz schön Wind in einen Plot bringen. Es sollte nur berücksichtigt werden, dass von Erzählerstimme oder Botschaft eine bestimmte Geschlechtergruppe nicht pauschal niedergemacht wird. Zumal diese Geschlechtergruppe Teil der eigenen Leserschaft sein kann.

Nicht an Schemata festhalten – Geschlecht ist veränderlich!

So, wie sich die Ideale der jeweiligen Geschlechterkörper durch die Jahrhunderte immer gewandelt haben, haben sich auch die Vorstellungen davon geändert, wie Mann und Frau sich zu verhalten haben – und tun es immer noch!
Früher waren Drachenkämpferinnen holde Maiden, die Babydrachen mit ihrer Lieblichkeit bezähmten. Heute köpft die erwachsene Alice den Drachen im Wunderland. Einst becircten sanftmütige Gentlemen mit adeligem Gemüt die Damenwelt. Nun sind die Bad Boys, bösen Rocker und Männer mit gebrochenen Herzen auf dem Vormarsch. Im 21. Jahrhundert gibt es von den traditionellsten bis zu den liberalsten Darstellungen hin alles an Extremen und Zwischenstationen. Entsprechend ist Gender-Marketing schwerer denn je, kritisierter als je zuvor.
Wirst du also mit beleidigten Leser*innen konfrontiert, haue ihre Kritik nicht mit dem Hammer nieder – rede mit ihnen! Denn sie sind deine beste Informationsquelle. Wenn du verschiedene Geschlechter und insbesondere Gender-Marketing machen willst, musst du wie bei allem anderen auf dem Buchmarkt immer up to date sein. Und manchmal musst du auch ins kalte Wasser springen und dich fragen: Was könnte morgen sein?
Vielleicht verlässt die Erotik ihre Schmuddelkiste und wird zur etablierten Literatur? Vielleicht wird Queer Romance das große neue Ding? Vielleicht haben alle die Schnauze voll von Dreiecksbeziehungen und warten auf den ersten großen Bestseller, in dem die Protagonistin sich für beide Männer entscheidet?

Probiere es aus!

Was immer du an neuer Perspektive oder Zielpublikum ausprobierst: Am Ende gibt es nur Try and Error mit deinen Charakteren. Lass dich gar nicht erst zu dem Gedanken verleiten, nicht eine „andere“ Darstellung auszuprobieren, weil sie nicht vorgekauten Geschlechterbildern entspricht. Lieber Kritik für interessante Charaktere als für uninteressante Geschlechterplakate bekommen – und daran wachsen!

Fragefreitag: Selbstverlag oder Kleinverlag?

Selbstverlag oder Kleinverlag? Diese Frage stellt sich vielen Autoren, für die ein großer Publikumsverlag aus verschiedenen Gründen nicht in Frage kommt. Welche Variante unsere Nornen bevorzugen, haben wir in unserem heutigen #Nornenfragefreitag gefragt. Was denkt ihr zu dem Thema? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

Autoren Urlaub

Katherina Uschachov aka Evanesca: Ich mag beides recht gerne, wenn ich ehrlich bin. Sowohl mit engagierten Kleinverlagen zu arbeiten, als auch, Dinge selbst herauszubringen. Es ist projektabhängig, wofür ich mich entscheide.

Laura Kier: Selbstverlag. Ich mag es die Bücher genau so zu machen, wie ich es möchte, ohne das mir jemand anderes reinredet. Natürlich ist mir Qualität extrem wichtig und daher auch die Meinung von anderen, aber ich möchte einfach die letzte Entscheidung haben.

Diandra Linnemann: Ich mag den Kleinverlag allein deshalb schon lieber, weil man – wenn man an den richtigen gerät – mit Profis zusammenarbeitet, die mit unglaublich viel Herzblut bei der Sache sind und einem Aufgaben abnehmen, für die man als Autor eventuell gar nicht qualifiziert ist. Selfpublishing macht viel Spaß, aber ich kann einfach nicht alles gleich gut.

Anna Kleve: Ich habe bisher nur Selbstverlag gemacht und mit Kleinverlagen keine Erfahrungen. Nach dem, was ich von anderen Autorinnen gehört habe, ist meine Meinung da etwas zwiespältig, aber ich möchte es trotzdem mit dem nächsten Projekt mal versuchen, auch wenn ich im Selbstverlag natürlich mehr Freiheiten habe.

Siiri Saunders: Bisher bin ich „nur“ Selbstverlegerin, weil mir was anderes noch nicht in den Sinn gekommen ist. Auch bei meinem Gemeinschaftsprojekt fühle ich mich als Herausgeberin mit den 22 anderen Autor*innen sehr wohl. Trotzdem reizt mich ein Kleinverlag und ich kann mir vorstellen, mich mal zu bewerben.

Grumpy Moon: So ziemlich alles ist mir lieber als Selbstverlag, da ich nun mal nur eine Autorin bin, keine Grafikdesignerin, PR-Frau oder Rechtsexpertin. Ich konzentriere mich lieber auf das, was ich kann (Schreiben), und überlasse das Drumherum Leuten, die wiederum das besser können.

SP oder Kleinverlag? (Diandra Linnemann)

Verstreute Überlegungen einer Autorin, die beides ausprobiert hat

Als Autorin hatte man es viele Jahre lang sehr, sehr schwer. Während es nämlich in Deutschland unzählige begeisterte und größtenteils auch talentierte Autoren und Autorinnen gibt, ist die Zahl der Programmplätze in den Verlagshäusern begrenzt. Wenn man sich die Angaben bekannter Verlage anschaut, landen auf deren Tischen pro Jahr mehrere tausend Manuskripte. Ein Beispiel: Der Oetinger Verlag veröffentlicht eigenen Angaben zufolge jährlich ungefähr 300 Kinderbücher, erhält allerdings im gleichen Zeitraum etwa 3.000 eingesandte Manuskripte. Und das sind, wenn ich richtig gelesen habe, schon recht gute Zahlen für Autoren.

Um als Autor veröffentlicht zu werden, brauchte man also bis vor wenigen Jahren sehr viel Talent, Durchhaltevermögen und vor allem: Glück. Man musste den richtigen Verlagsmenschen im richtigen Moment erwischen, um das eigene Manuskript wenigstens in die engere Auswahl für eine Veröffentlichung zu bringen.

Und plötzlich war Selfpublishing da.

Gut, genaugenommen hatte es das schon vorher gegeben: Niemand hätte einen Autor im zwanzigsten Jahrhundert daran hindern, einige hundert Bücher auf eigene Kosten drucken zu lassen und unter die Leute zu bringen. Aber diese Art von Kapital und Connections haben die wenigsten unter uns … ganz zu schweigen vom Lagerplatz für all die Bücher. Also war da zuerst das E-Book. Und dann das Self-Publishing. Plötzlich konnte jeder mit ein wenig Computererfahrung sein Buch ganz einfach der Öffentlichkeit präsentieren. Der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte.

Na gut, nicht ganz. Konnte man am Anfang noch mit selbstgemaltem Cover sein Manuskript irgendwie den Leuten schmackhaft machen, wuchsen auch beim digitalen Selfpublishing die Hürden innerhalb kurzer Zeit – nicht in den Himmel, aber schon wenigstens auf Brusthöhe. Wer heute ein E-Book herunterlädt, erwartet ein professionelles Produkt. Die Leserin interessiert sich nicht dafür, ob ein Verlag dahintersteckt oder ob die Autorin alles selbstgemacht hat. Rechtschreibung, Stil, Cover, Leseerlebnis – alles soll möglichst hochwertig sein. Und da man als Autorin nicht notwendigerweise talentiert ist für Design, Buchsatz und Marketing, muss man wieder einige Dinge auslagern. Das kostet. Und man ist selbst dafür verantwortlich, dass alles rechtzeitig und gut erledigt wird. Die im Eigenverlag veröffentlichende Autorin ist nicht die Künstlerin im stillen Kämmerlein mit Internetzugang, sondern betreibt ein Business. Dafür hat nicht jeder die Nerven.

Was ist denn jetzt besser?

Weiter auf Glück beim Verlag zu hoffen – sich zunächst auf Kleinverlage zu konzentrieren? Oder doch lieber alles selbst machen, inklusive sämtlicher Risiken? Ich habe beides ausprobiert und möchte an dieser Stelle meine Erfahrungen teilen.

Seit 2013 verlege ich meine Magie hinter den sieben Bergen-Reihe. Ihr habt noch nie davon gehört? Dann teile ich damit das Los der meisten Autoren und verschwinde irgendwo in der breiten Masse. Ich mache alles selbst und verpflichte höchstens mal Freunde und Bekannte zum Testlesen. Ja, auch die Cover. Und grafisches Talent habe ich nicht gerade, ist mir selbst klar.

Cover Allerseelenkinder, © Diandra Linnemann, 2013

Als ich anfing, war das noch nicht so wild, und später wollte ich, dass die neun Cover der Reihe einheitlich bleiben. Anfang November erscheint der letzte Band, und danach werde ich mich wahrscheinlich von der Covergestaltung bis auf Weiteres verabschieden. Parallel dazu erscheint die Reihe, sobald sie komplett ist, auch in drei Sammelbänden. Für die habe ich mir die Unterstützung einer befreundeten Coverdesignerin gesichert. Man sieht den Unterschied, nicht wahr?

Cover „Magie hinter den sieben Bergen: Winter“, © Giusy Ame / Magicalcover.de, 2018

Außerdem konnte ich, nach einigen Kurzgeschichten, im Jahr 2017 endlich einen kompletten Roman in einem noch sehr frischen Kleinverlag veröffentlichen. Der Chaospony Verlag, gerade eben erst gegründet, verliebte sich in meine erste Fassung von Andrea die Lüsterne und die lustigen Tentakel des Todes und zog das Abenteuer mit mir gemeinsam durch. Einschließlich professionell gestaltetem Cover, Lektorat, Korrektorat, Werbemaßnahmen, Messepräsenz etc.

Gut, und was war denn jetzt besser?

Um ehrlich zu sein … ich kann das gar nicht so genau sagen. Ich liebe die Arbeit mit dem Verlag. Lauter professionelle, begabte Leute, die – gerade, weil es ein Kleinverlag ist – mit Herzblut bei der Sache sind und ständig mit verrückten Ideen und Plänen um die Ecke kommen. Meine Lektorin war unglaublich engagiert und hat mich etliche Male zum Schimpfen und Fluchen gebracht – ehe ich ihre Anregungen umgesetzt hatte, denn sie sie hatte Recht.

Ich konnte während des kompletten Prozesses Ideen einbringen und erhielt Rückmeldung, und auch der Kontakt zu den anderen Autoren – da wir ja noch eine überschaubare Gruppe sind – ist nach wie vor vorhanden und gut. Die Chefin hat sogar als Goodie zu meinem Buch kleine Tentakel zum Anheften genäht, sind die nicht herzallerliebst?

Tentakel an der Tasche, © Diandra Linnemann, 2018

Allerdings muss man sich, wenn man bei einem Kleinverlag veröffentlicht, auch darüber im Klaren sein, dass es kein gigantisches Marketingbudget gibt, und Bestseller sind eher unwahrscheinlich. Viele Ideen scheitern aus Geld- und Zeitmangel, und es ist definitiv von Vorteil, wenn man selbst aktiv wirbt und sich um Dinge wie Lesungen etc. bemüht. (Ich vermute, das wäre für Anfängerautoren auch bei etablierten Verlagen nicht groß anders.)

Bei meinen Kurzgeschichten hatte ich über die Jahre auch die eine oder andere negative Erfahrung mit Kleinverlagen. In einem Fall erfuhr ich erst durch eine andere betroffene Autorin, dass eine Geschichte, die ich eingereicht und für die ich nie Rückmeldung erhalten hatte, tatsächlich in einer Anthologie veröffentlicht worden war. Ohne Vertrag, ohne Benachrichtigung, ohne irgendwas. Inzwischen hatte ich genau diese Geschichte als unveröffentlicht woanders angeboten und sie war auch genommen worden – glücklicherweise hatte dieser zweite Kleinverlag keine Probleme damit, so dass mir eine Menge Scherereien erspart blieben. Auf meine Rückfrage per E-Mail an den ersten Verlag, wie so etwas passieren konnte, erhielt ich nur eine patzige Antwort: Wenn man seine Geschichte einsende, erteile man automatisch die Einwilligung zur Veröffentlichung. Wahrscheinlich hätte ich dagegen vorgehen können, aber: Verschüttete Milch und so. Ich habe es als Erfahrung abgehakt und werde mit diesem Verlag einfach nicht mehr zusammenarbeiten. Professionalität ist eben nicht automatisch vorhanden, nur weil jemand gerne Bücher machen möchte. Das gilt für Verleger genauso wie für Autoren.

Apropos Professionalität

– in einem Kleinverlag hat man natürlich nur begrenztes Mitspracherecht bei der Auswahl von Lektorin, Korrektorin oder Coverdesignerin. Man muss darauf vertrauen, dass der Verlag trotz begrenztem Budget mit professionellen Leuten zusammenarbeitet. Bislang war meine Erfahrung dabei allerdings durchaus positiv.

Im Selfpublishing reizt mich vor allem die Möglichkeit, sehr spontan zu sein und alles allein entscheiden zu können. Wenn ich Lust habe, drei Bücher in einem Jahr zu veröffentlichen, hindert niemand mich daran – kein Verlagsprogramm mit begrenzten Plätzen, kein Stau bei der Lektorin, nicht einmal der gesunde Menschenverstand. Ich bestimmt die Titel selbst, suche die Cover aus und kann sämtliche Termine so legen, wie ich will.

Andererseits hält mich auch niemand davon ab, etwas Dummes zu tun.

Vor einigen Jahren hatte ich im November plötzlich eine Idee für eine Fantasygeschichte, die perfekt in die Weihnachtszeit passte. Ich schrieb sie wie im Fieber, polierte ein wenig und veröffentlichte sie nur wenige Wochen später. Und genau so sieht sie auch aus. Seit einer Ewigkeit dümpelt die Überarbeitung und Professionalisierung von Lilienschwester auf meiner To-do-Liste herum, denn die Geschichte ist nach wie vor gut … nur die Ausführung war stümperhaft. Wenigstens kann ich im Selfpublishing jederzeit hingehen und Verbesserungen vornehmen, wenn mir etwas auffällt. Der Schaden, den eine vorschnelle Veröffentlichung für meinen Ruf anrichtet, den kriege ich so leicht auch nicht wieder weg.

Und was mache ich mit zukünftigen Büchern? Tja, gute Frage … eine weitere Zusammenarbeit mit dem Chaospony kann ich mir gut vorstellen, falls sie weitere Bücher von mir haben wollen. Auch andere Klein- (und hoffentlich irgendwann Groß-) Verlage sind Möglichkeiten. Aber das Selfpublishing stärkt mir den Rücken – wenn mir die Konditionen nicht zusagen oder niemand mein Manuskript will, obwohl ich davon überzeugt bin, kann niemand mich davon abhalten, die Zügel wieder selbst in die Hand zu nehmen.

**Autorin des Beitrags ist Diandra Linnemann

Nornengestöber zum Oktober

Morgen beginnt der Oktober und damit für einige Autoren und Autorinnen ein ganz besonderer Monat. Der Monat des Grusels und Horrors, der Fantastik und Spannung. All Hallows Eve rückt näher, plötzlich hängen Hexen in den Fenstern, Kürbisfratzen stehen vor der Tür und Gespenster huschen durch die Straßen. Zeit also auch für eine gruselige #Nornenstöberrunde.

Die Vorstellung von Geistern gibt es schon seit Ewigkeiten. Geister wurden angerufen, gefürchtet und verehrt. Wer nachlesen will, wie diese körperlosen Seelen im Mittelalter betrachtet wurden, sollte hier klicken.

Nicht minder gruselig wird es, wenn eigentlich positiv gezeichneten Wesen blutrünstiges nachgesagt wird. Oder kennt ihr die Geschichte von den fleischfressenden Pferden? Nein? Plotbunny benötigt? Einfach hier nachlesen.

Spezialistin für Horror ist Nora Bendzko. Eine Rezension zu ihrem Roman Kindsräuber könnt ihr bei Poisonpainter lesen. Vielleicht genau das richtige für eure Oktober-Leseliste.

Leider stark verbreitet und dabei ein ganz besonderer Horror ist sexuelle Gewalt in Fantasyromanen. Wir stolpern immer wieder darüber und hatten in unserer Blogparade Fantasy und Gewalt einige Beiträge zusammengetragen. Sehenswert ist auch dieses Video.

Manchmal ist es eine Kleinigkeit, die sich zum Alptraum entwickelt. Janna hat auf KeJas Buchblog Eva-Maria Obermanns Zeitlose – Doras Erwachen rezensiert und verrät, was ihr am „fremden“ Genre doch gefallen hat.

Ihr wollt nicht nur lesen, sondern mitmachen? Dann seid ihr bei Elenor Avelle richtig. Zu ihrem neuen Buch Gefesselt – der Anfang hat sie auf ihrer Website ein interaktives Spiel generiert. Viel Spaß dabei.

Fragefreitag: Psychische Gewalt ist manchmal viel extremer als körperliche. Wie achtet ihr darauf, beim Schreiben nicht „zu viel“ einzusetzen?

Psychische Gewalt ist ein sensibles Thema, auch beim Schreiben. Heute fragen wir unsere Nornen danach, wie sie beim Schreiben darauf achten nicht zu viel davon einzusetzen. Teilt eure Meinung zu diesem Thema gerne auch unter dem Hashtag #Nornenfragefreitag mit uns.

Autoren Urlaub

Nike Leonard: Bei mir dient dich Schilderung von Gewalt immer einem Zweck.

Karin (E.) Novotny alias EmmaN: Gar nicht. Oft habe ich das Gefühl, wenn ich dann lese, was im realen Leben getan wird, dass meine Geschichten im Vergleich immer noch sehr harmlos sind.

Siiri Saunders: Bisher hatte ich noch nicht das Bedürfnis psychische Gewalt aus meinen Texten zu nehmen. So extrem kommt sie nicht vor oder sie musste eben so sein, wie ich sie geschildert habe. Trotzdem eine schöne Frage, über die ich erstmal nachdenken musste.

Diandra Linnemann: Ich habe erst einmal eine Konfliktszene aus einer Geschichte entfernt – nachdem mir Testleser, Lektorin UND Verlegerin glaubhaft erklärten, sie würden mit dem angegriffenen Charakter zu sehr mitleiden und die Protagonistin stehe durch die Szene schlecht da. Dabei war ich gerade auf die Szene handwerklich sehr stolz … aber ich wollte die Geduld der Leser auch nicht überstrapazieren.

Elenor Avelle: „Zu viel“ liegt im Auge des Betrachters. Bei der Erstfassung von „Infiziert“ haben sich meine Alphaleser darüber beschwert, dass ich die Folter von Charlie nicht zeige. Die Betaleser hingegen haben sich dann über die Folterszenen beschwert. Die Balance zu finden, war nicht so einfach.

Anna Kleve: Das kommt eigentlich immer auf die Geschichte an und hängt meiner Meinung nach auch stark vom Charakter des Antagonisten ab. Klar festlegen kann ich es nicht. Das mache ich eher nach Gefühl.

Laura Kier: Was ist zu viel? Vielleicht schreibe ich zu wenig über psychische oder körperliche Gewalt – wobei das stimmt nicht. Gerade in „Perfektion – Die Veränderten“ (Dystopie) habe ich durchaus ein entsprechendes Setting. Da ich keine negativen Stimmen zu dem Thema gehört habe, nehme ich an, das mein Bauchgefühl da stimmig war. Von daher höre ich auf mein Bauchgefühl und natürlich auch auf meine Testleser.

Grumpy Moon: Indem ich auf mein eigenes Gefühl höre. Es muss in die Geschichte passen und sollte mir als Autorin nicht zuwider sein, es zu schreiben. Bisher bin ich in dieser Hinsicht aber noch nie an meine Grenzen gestoßen, und da ich nicht für Kinder schreibe, muss ich auch nicht allzu sehr aufpassen.

Karin (E.) Novotny alias EmmaN: Jeder, der schon mal in Marquis de Sade reingeschnuppert hat, wird festgestellt haben, dass es abstumpft und damit auch langweilt. Es sollte zur Geschichte passen, und es sollte immer noch etwas Luft nach oben lassen, also eine Steigerung zulassen. Schließlich will man sich innerhalb seiner Geschichte ja nicht gleich alle Wege verbauen. Generell gilt in der Ausformulierung von Gewaltszenen: weniger ist mehr! Lasst die Fantasie des Lesers anspringen! Erzählt nicht jedes grausliche Detail.

June Is: Manchmal hilft es, die Perspektive zu wechseln. (natürlich nur in Gedanken)

Ready Player One oder Das war doch im Buch ganz anders (Cazze)

Achtung! Dieser Beitrag enthält Spoiler zu »Ready Player One«.
Buch und Film.
Solltest du eines von beiden noch nicht gelesen/gesehen haben, bitte Artikel nicht lesen. Außer du hast nichts gegen Spoiler. Dann viel Spaß!

Ich** gehe gerne ins Kino. Ich liebe es, wenn das Licht ausgeht und nach der dritten Dolby-Atmos Werbung endlich der Film losgeht.
Besonders haben mir es Buchverfilmungen angetan. Einer der letzten Buchverfilmungen, die ich im Kino gesehen habe, war Ready Player One. Ich hatte das Buch schon ewig auf meiner Wunschliste rumfliegen, als ich den Trailer zum Film sah. Nach dem epischen Trailer dachte ich.
»Okay. Ich muss diesen Film sehen. Aber vorher lese ich noch das Buch.«
Das Buch habe ich dann innerhalb weniger Tage durchgesuchtet.

Ready Player One

Das Buch. Vorlage und doch ganz anders (Cover: S. Fischer Verlage)

In Ready Player One gibt es die OASIS. Die OASIS ist eine von James Donovan Halliday erfundene Virtuelle Welt, in der sich so ziemlich alle Menschen im Jahr 2045 flüchten und dort alles tun können, was sie wollen. Arbeiten, spielen, Freunde treffen. Sogar zur Schule gehen kann man dort.
Im Jahr 2040 verstarb Halliday und hinterließ ein riesiges Easter Egg in der OASIS. Wer dieses fand, erbte die OASIS und sein Vermögen. Doch dieses Easter Egg ist schwer zu finden und zu Beginn der Story hatte noch niemand auch nur einen Hinweis auf das Easter Egg gefunden.

Der Protagonist Wade Owen Watts ist ein Waisenjunge, der bei seiner Tante und deren Lover und den slumähnlichen Stacks aufwächst. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht Hallidays Easter Egg zu finden und hat sich über die Jahre ein beachtliches Wissen über die Popkultur der 80er und 90er des 20. Jahrhunderts angeeignet, da Halliday ein riesiger Fan davon war.
Wade ist mit einem Typen namens Aech befreundet, der auch nach Hallidays Easter Egg sucht und total verknallt in eine Spielerin namens Art3mis.
Gegenspieler ist die Konkurrenzfirma IOI mit Konzernvorstand Nolan Sorrento, der die OASIS in eine Pay-to-win oder gar Pay-to-play Welt verwandeln will.

Soweit die Geschichte.
Ich habe mir im Kino den Film angesehen und festgestellt.

Moment. Das war im Buch das ganz anders.

Und nicht nur ein bisschen anders. Sondern ganz schön anders.
Das fing schon bei den Aufgaben an, die unser Held zu bestreiten hatte.
Im Buch befindet sich der erst Schlüssel von insgesamt dreien, die zum Easter Egg führten, auf Ludus. Das ist der Planet, auf dem sich die Schulen befinden und es somit wade jeden Tag dorthin verschlägt.

Im Film dagegen war es ein Rennen und der Schulplanet wurde gar nicht erwähnt. Ganz im Gegenteil. Es gab sogar einen Flashback mit der Verkündigung der Jagd nach dem Easter Egg und es wurden Reaktion Shots gezeigt. Unter anderem auch eine Schulklasse. Die hatten zwar alle hochmoderne Tablets, hatten den Unterricht aber in einem ganz normalen Klassenzimmer. Sie waren nicht Zuhause und haben über die OASIS den Unterricht besucht, was ein Punkt war, weshalb Wade die OASIS so toll fand. Und so zog sich das über alle Aufgaben. Aus War Games wurde Shining und auch die letzte Aufgabe wurde angepasst, dass das Publikum auch die Anspielung dahinter verstand. Was ich gar nicht so schlecht fand, denn ich kannte War Games nicht, aber Shining (auch wenn ich den Film nie gesehen habe, shame on me).

Genuss oder Frustration? Wenn der Film vom Buch abweicht (Photo by Charles Deluvio 🇵🇭🇨🇦 on Unsplash)

Des Weiteren wurden die wahren Identitäten von Wades Verbündeten auch viel früher aufgedeckt als im Buch. Gerade Art3mis, in die er sich verliebt, sieht er im Buch erst nach dem Endkampf gegen Nolan Sorento und seine Sechser. Im Film dagegen kurz nachdem er den ersten Schlüssel erreicht hatte. Für den Zuschauer ist das aber ok, denn er hat eine ganz andere Ausgangsposition. Während man sich beim Lesen immer wieder fragt, was es denn mit Art3mis auf sich hat, sieht man sie beim Film schon vorab. Nämlich auf dem Filmplakat. Und in den Trailern. Und dann wäre es natürlich sinnlos eine Spannung zu etwas aufzubauen, was der Zuschauer schon längst weiß.

Es gäbe noch viele Beispiele, die ich aufzählen könnte. Doch ich habe  festgestellt, dass die meisten Unterschiede Sinn ergeben. Man erzählt in einem Buch die Dinge ganz anders wie in einem Film und hat da auch ganz andere Mittel.
Solltest du dich also bei der nächsten Buchverfilmung fragen, warum dieses oder jenes nicht im Film vorgekommen ist: Dramaturgisch gesehen hat es bestimmt irgendeinen Sinn, auch wenn es nur ums Filmplakat geht.

Und mal ehrlich: Wenn alles genauso wäre wie im Buch, dann wäre der Film doch langweilig. Oder?

**Autorin des Beitrags ist Cazze

Vom Buch zur Buchverfilmung (Felicity Green)

Wer hat es noch nicht erlebt?

Man ist ganz in ein Buch versunken und die Handlung läuft im Kopf ab wie ein Film. Man kann sich alles so richtig bildlich vorstellen, hat eine komplette 3-D-Version der Protagonistin erfunden, fantasiert Orte und Geschehnisse bis ins kleinste Detail herbei. Man hat schwarze Tinte auf Papier (oder e-ink auf dem Bildschirm), Buchstaben, Wörter, Sätze … Kraft seiner Gedanken in Bilder umgewandelt. Kopfkino, eben.

Da liegt doch nichts näher, dass man das Buch tatsächlich zu einem Film adaptiert. Es wäre doch ein Traum, das Ganze gemütlich in einem Kinosessel fläzend auf der riesigen Leinwand zu sehen, während man leckeres Popcorn in sich hineinschaufelt, oder?

Vom Kopfkino-Traum zur bitteren Enttäuschung

Welches Buch eignet sich überhaupt zum Film? (Photo by Chris Bair on Unsplash)

Tja, für die meisten Kopfkino-ler wird der Traum aber oft zum Alptraum. Das liegt nicht allein daran, dass der Regisseur leider nicht in unseren Kopf gucken konnte, um die Geschichte genauso bildlich umzusetzen wie wir uns das vorgestellt haben. Selbst wenn wir selber die Regie bei der Verfilmung geführt hätten, wären wir an der perfekten Umsetzung wahrscheinlich größtenteils gescheitert (ja, auch wenn wir ein so großes Budget wie Peter Jackson gehabt hätten).

Es liegt unter anderem daran, dass Buch und Film unterschiedliche Medien sind, die mit anderen dramaturgischen Voraussetzungen arbeiten. Im Film ist das Tempo ganz anders (das Buch können wir so lange lesen wie wir wollen und entsprechend lang dauert auch unser Kopfkino-Film) und im Buch gibt es ganz andere Möglichkeiten, das innere Leben der Figuren darzustellen als im Film.

Das sind nur ein paar Beispiele. Zusammengefasst kann man sagen, dass der Film eine Art Übersetzung des Buches in ein anderes Medium ist und das gelingt mal mehr, mal weniger gut, selbst wenn das Buch perfekt dafür erscheint. Ich** kann zum Beispiel daran erinnern, dass ich beim Lesen von Sakrileg – Der DaVinci Code von Dan Brown gedacht habe: „Ein literarisches Meisterwerk ist das nicht, aber, Mann, wäre das ein guter Film. Die Cliffhanger. Die Action, diese Quest-Erzählung. Und dazu noch Mythologie! Ich will das sehen.“

Als der Film endlich ins Kino kam, bin ich nach 10 Minuten entrüstet aufgestanden und bin gegangen. Der Ton, die Atmosphäre, die Darsteller, das Tempo … nichts hat für mich gepasst. Den Rest des Films habe ich bis heute noch nicht gesehen.

Ein Film ist ein Gemeinschaftsprojekt

Folgendes sollte man sich ins Bewusstsein rufen, wenn man Bücher mit Filmen vergleicht: Das Buch ist eine Eigenleistung des Autors. Klar, es gibt den Verlag, Lektoren, Beta-Leser und andere Leute, die zu dem Werk etwas zu sagen haben und die Entstehung beeinflussen. Aber im Großen und Ganzen ist es meist die kreative Schöpfung einer Person. Der Film aber ist eine Gemeinschaftsleistung. Viele, viele Menschen arbeiten daran. Natürlich wird dabei die Vision des Regisseurs umgesetzt – und der hat oft auch am Ende das letzte Sagen.

Doch das muss nicht heißen, dass das Endresultat komplett dieser Vision entspricht. Nicht umsonst gibt es den Director’s Cut. Der unterscheidet sich von der kommerziellen Version des Filmes dadurch, dass darin auch Szenen enthalten sind, gegen die sich der Geldgeber (Filmstudio, Produktionsfirma) entschieden hat, um dem Geschmack der Kinogänger (oder erst mal dem Testpublikum) gerecht zu werden. Der Regisseur ist im Grunde genommen so etwas wie der künstlerische Leiter eines riesigen kreativen Teams.

Ausnahmen bestätigen natürlich wie immer die Regel. Richard Kelly, zum Beispiel, lag sein Donnie Darko-Script so sehr am Herzen, dass er sich auf keine Kompromisse einlassen wollte. Der bis dato unbekannte Kelly shoppte so lange bei Produzenten herum, bis ihm zugesagt wurde, selber Regie führen zu können. Schließlich setze er den Film mit einem sehr geringen Budget um, wobei er selber lediglich eine Gage von 9000 USD erhielt. Beinahe fand sich kein Verleih für den Film. (Quelle: IMDB)

Was muss eigentlich passieren, damit aus einem Buch eine Buchverfilmung wird? Und wer ist daran alles beteiligt?

Kein Alleingang: Ein Film ist ein Gemeinschaftsprojekt (Photo by lan deng on Unsplash)

Produzent und Filmstudio: Wenn am Anfang eines Buches ein kreativer Einfall steht, dann steht am Anfang der Buchverfilmung neben der Umsetzungsvision noch eins: Geld! Klar, denn ein Film ist nun einmal unheimlich teuer. Es muss erst einmal jemanden geben, der sich um die Investition kümmert. Besonders in Europa sind sogenannte Koproduktionen weit verbreitet, d.h. mehrere Filmproduktionsgesellschaften arbeiten zusammen. Der Produzent mit der größten Mehrheit darf natürlich dann am meisten entscheiden!

Traditionellerweise ist der Weg für Verlagsautoren wie folgt: Dein Literaturagent versucht das Buch bei einem Verlag unter Dach und Fach zu bringen, aber er kümmert sich auch noch um etwas anderes: Er fragt bei einer Agentur, die sich auf Film- und Fernsehrechte spezialisiert an, ob Interesse besteht. Genauso gut kann es sein, dass der Verlag versucht, die Filmrechte für ein Buch zu verkaufen. In jedem Fall ist dabei meist eine Rechteagentur involviert, die den richtigen Produzenten für den Filmstoff sucht. Gewünscht sind natürlich auch gute Verbindungen zu einem bestimmten Filmstudio oder Sender. Schließlich kauft der Produzent erst einmal eine Option auf das Buch. Damit kann er sich die Film-Verwertungsrechte für einen bestimmten Zeitraum sichern.

Für Selfpublisher ist das alles nicht ganz so einfach. Aber auch da gibt es Möglichkeiten. Der englischsprachige Verband ALLI (Alliance of Independent Authors) hat ein Buch für Indie-Autoren herausgegeben, die ihre Buchrechte verkaufen möchten. Dann gibt es noch PubMatch – eine Art Partnerbörse für internationale Rechte, auf der sich angeblich auch Filmproduzenten tummeln.

Wenn ein Produzent gefunden wurde, dann kümmert der sich erst einmal um die Finanzierung und  Organisatorisches. Ein Regisseur und alle weiteren Beteiligten müssen gefunden werden. Zum Beispiel:

Drehbuchautor:

Wird ein Buch adaptiert, ist der Drehbuchautor meist nicht der Buchautor! Ein Script ist schließlich etwas Anderes als ein Roman. Da setzen Produktionsfirmen auf erfahrene Profis. Manchmal dürfen die Romanautoren mitsprechen oder gar mitwerkeln, was aber noch zu mehr Unzufriedenheit führen kann. Wie im Fall von Roald Dahl, der am Drehbuch von Charlie und die Schokoladenfabrik mitwirkte, aber trotzdem nicht glücklich mit dem Film war. Ganz selten darf der Autor das Drehbuch schreiben, wie im Falle von Gillian Flynn (Gone Girl).

Locationscouts:

Die Drehorte werden von Locationscouts gefunden. Selbst wenn der Regisseur dann am Ende noch Entscheidungsgewalt hat – die Scouts treffen eine Vorauswahl. Ein gutes Beispiel dafür, wie beim Film mehrere Visionen zusammentreffen. Eine andere ist:

Casting:

Oft hat unsere Enttäuschung über eine Buchverfilmung damit zu tun, dass die Protagonistin oder der Protagonist mal so gar nicht unserer Vorstellung entsprechen. Beim Lesen des Buches haben wir mitgelitten, uns mitgefreut. Wir sahen die Figur von außen und von innen. Wir haben uns in sie hineinversetzt, ja, wir waren die Person! Kein Wunder, dass die Castingdirektoren meist nicht die Schauspieler finden, die wir uns vorgestellt haben. Oft ist sogar der Autor der Filmvorlage enttäuscht. Auf Pinterest kann man nachschauen, wie sich Lieblingsautoren ihre Protagonisten vorstellen, wie hier Sarah J. Maas, und manche pinnen dabei auch ihr „Dream-Cast“. Stephenie Meyers hatte sich laut IMDB konkret gewünscht, dass Henry Cavell die Rolle von Edward in Twilight übernimmt, und Emily Browning Bella spielt.

Nach jahrelangem Warten und Bangen endlich grünes Licht für den Film

Vor allem eines ist nöitg: viel Geduld (Photo by Charles Deluvio 🇵🇭🇨🇦 on Unsplash)

Und das sind alles lediglich Aspekte der Vorproduktion. Wenn all das unter Dach und Fach ist, alle Verträge ausgearbeitet sind und die Finanzierung steht, dann wird grünes Licht für die Dreharbeiten gegeben. Bis dahin hängt die tatsächliche Umsetzung noch in der Schwebe, weshalb gut 3 bis 5 Jahre vergehen können, bis eine Buchadaption umgesetzt wird – und weshalb man sich als Autor nicht zu früh freuen soll, nur weil ein Produzent eine Option erwirbt.

Während der Dreharbeiten gibt es natürlich noch viele weitere Visionen, die in die Umsetzung hineinspielen, angefangen von den Szenebildern bis zu den Kostümen. Einen entscheidenden Einfluss hat auch noch der Schnitt in der Postproduktion.

Ich bewundere Autoren, die es schaffen, sich an einer Adaption ihres Romans zu beteiligen und dann ein Film entsteht, der ihrer Vision und damit ihrem Buch sehr nahe kommt. Das ist doch ein Traum aller Autoren, oder nicht? Wenn ich die Chance bekäme, würde ich nicht zögern. (Liebe Filmproduzenten, ihr könnt mich unter felicitygreenauthor@hotmail.com erreichen).

Noch mehr bewundere ich die Autoren, die völlig zufrieden damit sind, wenn ihr „Buchstoff“ in einen etwas anderen „Filmstoff“ übersetzt wird. Ich bin ein großer Fan der Sookie Stackhouse-Reihe von Charlaine Harris. Ich schaue auch gerne die Serie True Blood, die auf der Buchreihe beruht. Buch und Serie unterscheiden sich sehr, haben fast schon eine unterschiedliche Tonalität, aber beide sind auf ihre eigene Weise sehr gut. Charlaine Harris findet das anscheinend auch 🙂 „Ja, ich bin sehr glücklich mit Alan Balls Inszenierung von True Blood.“

 

**Autorin des Beitrags ist Felicity Green

Nornengestöber zum Herbstanfang

Auch wenn wir manchmal die warmen Tage vermissen, wir Autorinnen freuen uns eigentlich immer über den Herbstanfang. Endlich sind keine Ausreden mehr nötig, um zu erklären, warum wir lieber in der muffigen Bude hocken und tippen. Der Computer lädt viel mehr ein, wenn keine Temperaturen um den persönlichen Schmelzpunkt auf dem Thermometer festgebacken scheinen. Mit einem heißen Getränk und unseren warmen Ideen sind wir bestens gewappnet für Regentage und Sturmböen. Darum gibt es heute eine inspirierende #Nornenstöberrunde zum Herbstanfang.

Längst gibt es auch zwischen Buchdeckeln mehr als nur heterosexuelle Romanzen. Was aber wirklich noch eine Seltenheit ist, sind lesbische Charaktere. Frau Scheibseele hat sich diesem Missstand angenommen und schreibt auf ihrem Blog über Lesbian Fiction.

Katherina Ushachov adaptierte für ihre Zarin Saltan ein russisches Märchen. Wie die Umsetzung aussieht und welche Feinheiten es zu entdecken gibt, könnt ihr bei Poisonpainter nachlesen. Immer wieder interessant ist es auch, zu lesen, was Autorinnen auf ihre Ideen gebracht hat. Katherina stand Büchertraum Rede und Antwort.

Auch für uns gilt es oft, abzuwägen, ob Selfpublishing oder der Kleinverlag das richtige für unser Buchprojekt sind. Solche Erfahrungsberichte zeigen, dass es nicht heißt „Verlag um jeden Preis“.

Ja, durch Fehler wird man klug. Trotzdem müssen wir ja nicht alle die gleichen machen. Sich gegenseitig zu untersützen heißt auch, dass andere von unseren Fehlern profitieren, weil wir sie davor warnen. So wie dieser Artikel bei BoD.

Für mich gibt es ja beim Schreiben nur zwei wirklich wichtige Regeln. 1. viel Lesen und 2. viel Schreiben. Warum viel schreiben so wichtig ist, erklärt euch auch Paperfury unter diesem Link.

Einfache Sprache kann für Wortakrobaten eine echte Herausforderung sein. Gleichzeitig ist es extrem wichtig, dass es Texte gibt, die nur mit einfachen Worten und Formulierungen bestückt sind. Wer sich daran wagen möchte, kann bei der Ausschreibung der Lebenshilfe Berlin mitmachen.