Autoren Urlaub

Ein Plädoyer für Kurzgeschichten

Kurzgeschichten: Das ist das, was niemand liest. Diese Aussage ist mir schon häufig begegnet, sie lauert sozusagen an jeder Ecke. Kurzgeschichten mussten wir in der Schule oder Uni analysieren – aber niemals von unbekannten Autoren. Sie werden in Anthologien gesammelt, die niemand kauft – schon gar nicht, wenn kein großer Name auf dem Cover zu finden ist. Und wenn wir mal ehrlich sind: Wer von uns liest eigentlich Kurzgeschichten?

 (Grafik: Elenor Avelle)

 

Die Geschichte hinter der Kurzgeschichte

Aber woher kommen diese komprimierten Geschichten eigentlich? Ursprünglich lassen sich die Kurzgeschichte und das Zeitschriftenwesen im 19. Jahrhundert gut miteinander verbinden. Die Kurzgeschichte war zunächst vor allem ein amerikanisches Phänomen, denn Zeitschriften, in denen die kurzen Geschichten häufig veröffentlicht wurden, boten vor allem amerikanischen Autoren einen besseren Absatzmarkt. Im deutschsprachigen Raum etablierte sich die Kurzgeschichte um 1900 und hatte einen schwierigeren Start. Das lag vor allem daran, dass andere Kurzformen schon Fuß auf dem Markt gefasst hatten. Darunter fiel zum Beispiel die Novelle. Der Versuch einen literarischen Neubeginn nach 1945 im sogenannten Kahlschlag zu machen, bot der Kurzgeschichte in Deutschland dann eine einmalige Chance sich gegen die anderen Kurzformen durchzusetzen. Rund um die Gruppe 47 entstanden schließlich kurze Texte in sachlicher Sprache, die sich bewusst von der bisherigen Literatur absetzen wollten.

Warum Kurzgeschichten auch heute noch gelesen werden sollten

Danach verlor die Kurzgeschichte zu Gunsten anderer Gattungen, beispielsweise des Romans, an Bedeutung. Dennoch ist sie eine wunderbare Möglichkeit, die gerade in Zeiten von Wattpad und Co. wieder an Aufmerksamkeit gewinnt. Meiner Meinung nach hat sie gerade im Vergleich zum Roman auch einen entscheidenden Vorteil: Sie spart Zeit. Das mag vielleicht ein wenig zu pragmatisch klingen, dennoch ist es in einer Welt, in der Zeit zum Lesen immer weniger wird, ein Plus, das nicht einfach vom Tisch gewischt werden kann. Kurzgeschichten bedienen den kleinen Lesehunger, den Wunsch danach, kurz in eine andere Welt abzutauchen. Das nimmt den Romanen natürlich nicht ihre Daseinsberechtigung, dennoch sollte den Kurzgeschichten deshalb mehr als nur ein kurzer Blick geschenkt werden.

Die Form macht die Musik

Kurzgeschichten haftet dabei leider meiner Erfahrung nach nicht nur die Tatsache an, dass sie kaum gelesen werden, nein, sie gelten auch als altmodisch. Das mag vielleicht daran liegen, dass viele Anthologien in gedruckter Form nie an die breite Leserschaft herangetragen werden (können), vielleicht aber auch daran, dass der Wert der Kurzgeschichte verloren gegangen ist. Insgesamt scheint die Form der Kurzgeschichte inzwischen leider nicht mehr ansatzweise so viel Aufmerksamkeit zu bekommen, wie sie verdient hätte. Denn: Eine kurze Geschichte zu schreiben ist häufig so viel schwieriger, als einen Roman zu verfassen. Die Kürze diktiert den Spannungsbogen, die Entwicklung, die Auflösung. Hat der Autor / die Autorin bei einem Roman mehrere hundert Seiten, um den Leser zu fesseln, muss er / sie das bei einer Kurzgeschichte innerhalb weniger Seiten schaffen. Trotzdem schaffen es Kurzgeschichten gerade durch ihre Kürze zum Nachdenken anzuregen – weil sie bewusst Spielraum offenlassen, der mit der Phantasie des Lesers gefüllt werden kann. Dies findet sich aus meiner Sicht in guten Romanen zwar auch, aber seltener. Daher mein Plädoyer an euch Leseratten und Bücherwürmer: Anthologien sind nicht nur eine zusammengewürfelte Ansammlung unbekannter Autoren, Anthologien sind Sprungbretter in viele Welten und viele Abenteuer. Gebt ihnen eine Chance!

**Autorin des Beitrags ist Anna Weydt

Nornengestöber und Regelungen

So gern wir uns in fantastische Welten begeben, so sehr müssen wir doch auf Normen und Regelungen achten. Seien es nun juristische Vorgaben oder eher gesellschaftliche Entwicklungen, Prioritäten, die wir uns selbst setzen oder solche, die unser Leser stellen. Auch Nornen sind von Regelungen nicht ausgenommen. Darum werfen wir bei der heutigen #Nornenstöberrunde einen Blick in bestehende Normen, Entwicklungen, Möglichkeiten und Umsetzungen.

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Kaum hatten wir uns alle an die DSGVO angepasst, hatte die EU den nächsten Aufreger schon parat. Facebookseiten und ihren Anspruch an bestehende Datenschutzrichtlinien. Dutzende haben ihre Seiten geschlossen, viele Blogger, die um der DSGVO zu entgehen auf Facebook ausgewichen sind, wussten nicht weiter. Was eigentlich im Urteil des EuGH steht, wird bei SKOUTZ erklärt.

Und jetzt? Alles dicht machen, endlich der driftige Grund, Facebook den Rücken zu zu kehren? Dr. Thomas Schwenke, der auch den Datenschutzgenerator anbietet, klärt hier auf und sagt: keine Panik, aber Aufpassen.

Eine andere Frage, die auch uns Autoren immer wieder beschäftigt, ist die, wie lange eigentlich das Urheberrecht gilt. Einmal, weil wir wissen wollen, wie unsere Texte geschützt sind, aber auch, weil es uns manchmal in den Fingern juckt, aus Fanfiction einen Roman zu machen und auch da das Urheberrecht des Original-Romans berücksichtigt werden muss. Wie lange das Urheberrecht gilt erfahrt ihr hier.

Frisch entbrannt ist auch mal wieder die Diskussion um die Buchpreisbindung. In Deutschland fest vorgeschrieben und mittlerweile auch für elektronische Bücher gültig, wünschen sich manche (vor allem Verkaufter) die Möglichkeit Rabatte oder individuelle Preise auszuschreiben. Der Spiegel hat dazu einen interessanten Artikel veröffentlicht, der den Hintergrund der Debatte aufzeigt.

Manchmal sind Regeln auch nur Vorschreibungen, die wir uns selbst machen. Mauern, in unserem Kopf, die uns nicht weiter gehen lassen und nicht nur einschränken, sondern wirklich bedrücken. Babsi aka Bluesiren hat sich dazu Gedanken gemacht und geht das Problem psychologisch an: Es muss sich was ändern, aber wie?

Auch unsere Sprache schafft Normen. Als Autorinnen müssen wir mit reellen Veränderungen umgehen und uns immer wieder entscheiden, welche Welt wir in unseren Büchern schaffen wollen. Dabei helfen kann vielleicht dieser Artikel über genderneutrale Pronomen auf Weltenschmiede.

Gerade die Fantastik unterliegt einer besonderen Verantwortung, denn oft sind unsere Geschichten voller Metaphern und Anspielungen auf die Realität, die noch viel deutlicher sind, als es ein realistischer Roman sein könnte. Fried Poenix schreibt darüber, wo diese Verantwortung zum Tragen kommt und wie wir damit umgehen können.

Wer selbst mit seinen Geschichten neue Wege öffnen will, sollte sich das Fest der Vielfalt beim Bücherstadt Kurier anschauen 😉 Viel Spaß beim Schreiben.

Am Ende wollen wir euch noch schnell auf den Coverrelease zu Tropfen der Ewigkeit unsere Norne Eva-Maria Obermann aka Variemaa aufmerksam machen. In der Reihe der Märchenspinner wird alle zwei Monate eine Märchen-Adaption veröffentlicht, die sich immer mit besonderen kritischen Themen auseinandersetzt. Auch das Buch Die zertanzten Schuhe unserer Norne Janna Ruth ist in dieser Reihe erschienen und konnte dieses Jahr den Seraph gewinnen.

Fragefreitag: Welches ist der größte Fehler, der bei Anthologien passieren kann?

Anthologien sind ein tolles Mittel, um viele schöne Geschichten in nur einem Buch unterzubringen. Aber was passiert, wenn dabei irgendetwas schief läuft? Was, wenn die Anthologie am Ende weder den Vorstellungen und Erwartungen der Leser noch denen der Autoren gerecht wird? Deshalb fragen wir heute nach den größten Fehlern, die bei einer Anthologie passieren können. Was ist für dich ein absolutes No-Go bei Anthologien? Immer her damit unter dem Hashtag #NornenFrageFreitag.

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Katherina Ushachov: Eine lieblose Gestaltung. Man knallt einfach ein paar Geschichten ohne Sinn und Verstand rein und hofft, dass schon alle Freund*innen und Verwandten der Autor*innen zuschlagen werden. Nope. Ich gebe meine Kurzgeschichte doch nicht zum Verramschen her, die Antho soll gekauft, gelesen und gehypt werden.

Janna Ruth: Wenn die Geschichten wahllos und ohne thematische Verbindung, welche mehr als nur ein Genre sein sollte, zusammengeschmissen werden.

Laura Kier: Sie in einem Team herausgeben zu wollen, ohne das jemand den Hut auf hat. Und aus Leserperspektive: Eine bunte Mischung ist toll, aber wenn in Anthologien Gedichte, Geschichten und alles Queerbeet ohne Zusammenhang zusammengewürfelt wurde, fehlt einfach der Faden. Dann geht ein Teil der Texte völlig an mir vorbei.

Jasmin Engel: Meiner Meinung nach, wenn alle zu starr an einem eng gefassten Thema und Rahmen bleiben müssen, sodass ich das Gefühl habe, 20 Mal die eine fast gleiche Geschichte zu lesen.

Diandra Linnemann: Das Blödeste, das mir bislang passiert ist: überhaupt keine Kommunikation zwischen Verlag und Autorin. Ich habe erst von einer anderen Autorin, lange nachdem die Anthologie, für die ich mich beworben (und dann nie wieder etwas gehört) hatte, erfahren, dass meine Geschichte angenommen worden war. Das war besonders blöd, weil ich sie inzwischen auch in einer anderen Anthologie als unveröffentlichte Geschichte untergebracht hatte. Glücklicherweise gab das keine Probleme, aber ich war unglaublich angesickt.

June Is: Was mir mal passiert ist – ich frage ein halbes Jahr später mal nach, was die Antho macht. Antwort: Hatte ich Sie nicht unterrichtet? Sie stehen sogar drin! Und das natürlich ohne Autorenexemplar oder Tantiemen.

Sarah König: Dass es keine schöne Mischung aus Geschichten ist, sondern alles zu unterschiedlich oder alles zu gleich.

Anna Weydt: Ganz blöd ist, wenn man sich mit einer Geschichte bewirbt und dann einfach gar keine Rückmeldung bekommt und sich sogar auf Nachfrage nach fast einem Jahr einfach totgestellt wird. Ein schlechtes Lektorat ist aus meiner Sicht auch ein schlimmer Fehler, der bei der Veröffentlichung einer Anthologie passieren kann – wobei das natürlich nicht nur für Anthologien gilt.

 

Herausgeber einer Anthologie – Was tun die eigentlich? (Janna Ruth)

Anlässlich unseres Anthologiemonats möchte ich** euch heute hinter die Kulissen der Anthologie nehmen und zeigen, welche Aufgaben und Herausforderungen einen Herausgeber erwarten. Ich habe letztes Jahr die Märchenspinnerei-Anthologie Es war einmal … ganz anders herausgebracht und damit einiges gelernt. Spoiler: Es ist verdammt viel Arbeit!

Die Anthologie der Märchenspinnerei – mit herausgegeben von Janna Ruth

Ein kleiner Disclaimer vorab: Ich rede hier von meinen Erfahrungen beim Herausgeben einer Selfpublishing-Anthologie. Ein vom Verlag bestimmter Herausgeber, sollte dieser nicht gleichzeitig der Verleger sein, hat womöglich nicht ganz so viele Aufgaben.

Der rote Faden

Als erstes muss man sich darüber Gedanken machen, was für eine Anthologie man zusammenstellen möchte. Dabei reicht das Genre allein nicht aus. Nichts ist frustrierender als eine vollkommen zusammenhanglose Ansammlung von Kurzgeschichten. Man braucht einen roten Faden. Das kann ein übergeordnetes Thema sein, eine bestimmte Art zu erzählen oder auch ein wiederkehrendes Symbol.

Dieser rote Faden wird besonders wichtig, wenn es an die Auswahl der Geschichten geht. Oft ist es nicht allein die Qualität der Geschichte, die zählt, sondern, ob sich mit den ausgewählten Geschichten ein rundes Gesamtpaket erstellen lässt. Besonders knifflig wird es, wenn man zwei ähnliche, gute Geschichten hat und sich für eine entscheiden muss.

Anders sieht es aus, wenn Autoren speziell für eine Anthologie angefragt wurden. Als Herausgeber muss man Vertrauen in die Autoren haben, dass diese eine hochwertige Geschichte abliefern und vorab ein wenig koordinieren, dass nicht zu viele gleiche Geschichten entstehen. Auf der anderen Seite muss man am Ende entscheiden, wie man die Geschichten sortiert, damit trotz größerer Bandbreite ein gemeinsames Thema deutlich wird.

Am Anfang steht die Ausschreibung

Für eine Anthologie braucht man Geschichten und die schreiben sich gewöhnlich nicht über Nacht. Es sollte also ausreichend Zeit zwischen der Ausschreibung, dem Ausschreibungsende und der geplanten Veröffentlichung liegen. In erster Linie muss der Text die technischen Details kommunizieren: Deadline, Textumfang, Format, Vergütung, Kontaktadresse zum Einsenden der Texte. Der weitaus schwierigere Teil ist die Themenvorgabe.

Ähnlich wie bei Klappentexten muss man die Autoren interessieren. Wichtig ist hier, dass klar kommuniziert wird, was man sich wünscht. Nichts ist schlimmer, als im Nachhinein ein Dutzend Fragen beantworten zu müssen, ob das und das auch geht. Oder noch schlimmer nach Ausschreibungsende zu erfahren, dass Autoren nichts eingereicht haben, weil sie das Thema falsch verstanden haben. Gerade, wenn man einen sehr gut ausgearbeiteten Rahmen vorgibt, muss man darauf achten, dass der Entfaltungsspielraum aus dem Text hervorgeht. Gerade, wenn man im Teaser Beispiele nennt und die Atmosphäre des Buches aufbaut, nehmen viele Autoren an, dass genau diese Beispiele gesucht werden und KEINE anderen. Eine klare Kommunikation ist hier also vom Vorteil.

Ebenfalls eine Anthologie, in der Nornen vertreten sind: Fiction x Science

Germany’s next top story

Sobald der Einsendeschluss vorbei ist, geht es an die Auswahl der Texte. Hat man vorab Autoren speziell angefragt, ist dieser Teil einfach: Man arbeitet mit dem, was man hat. Für alle anderen Herausgeber kommt nun je nach Menge ein ganzer Batzen Arbeit auf einen zu. Da muss jeder Herausgeber seine eigenen Methoden finden. Es gibt welche, die schnell jede Geschichte anlesen und quasi sofort aussortieren, was den grundsätzlichen Qualitätsmerkmalen nicht entspricht. Die meisten arbeiten danach mit einem Ampelmodell und teilen die Geschichten ein in „auf jeden Fall drin“, „vielleicht“ und „auf keinen Fall“, in der Hoffnung, dass nicht zu viele grün sind und auch nicht zu wenige grün und gelb.

Schwierig wird es dann, wenn man sich entscheiden muss. Wie viele Geschichten nimmt man rein? Welche Geschichten, die grün sind, müssen draußen bleiben. Welche gelben Geschichten schaffen es hinein? Müssen vielleicht doch ein paar rote Geschichten rein? Die Auswahl ist auf jeden Fall nie leicht.

Das fertige Buch

Sind alle Geschichten eingetroffen, wird es Zeit daraus ein Buch zu machen. Durch die vorherige Auswahl fällt das Lektorat meist sehr spärlich aus. Für die Herausgeber, die stattdessen ihre Autoren zusammengestellt haben, heißt es nun aber für ein vernünftiges Lektorat und Korrektorat zu sorgen. Während das läuft kann man sich um die anderen Aspekte des Projektes kümmern: Woher kommt das Cover? Wie wird das Innere gestaltet? In welcher Form werden die Autoren innerhalb der Anthologie vorgestellt? Wenn die Geschichten alle fertig sind, steht der Buchsatz an.

Manche dieser Aufgaben kann man outsourcen, viele Herausgeber übernehmen aber auch Aufgaben höchstpersönlich.

Auch Gruselmeer ist eine Anthologie

Schließlich steht aber die größte Hürde von allen an: Das Marketing! Anthologien sind leider immer noch die Stiefkinder der Buchbranche und werden oft verschrien als ein Format, das eher den Autoren fördert, als Leser anspricht. Als Herausgeber bin ich auch verantwortlich dafür, die Anthologie zu vermarkten. Das heißt oft diverse Ankündigungslevel, eine Vorstellung der Autoren und Geschichten und generell Präsenz auf den eigenen Seiten und offline auf Messen und im Buchhandel. Es lohnt sich hier die Autoren einzubinden, denn schließlich haben ein Dutzend Menschen mehr Reichweite als ein einzelner.

Das Licht am Ende des Tunnels

Als Herausgeberin der Märchenspinnerei-Anthologie lagen viele Aufgaben in meinen Händen. Was noch dazu kam, war, dass den Einsendeschluss nur 50% der Autoren eingehalten haben. Das führte natürlich zu Stress hinten raus, als die Anthologie in den Druck musste, man aber über Nacht noch ein Lektorat anstand, damit auch die letzte Geschichte ins Buch kam.

Schließlich ist es aber so weit, das Buch geht in den Druck und man erhält die ersten Belegexemplare. Ein wunderschönes Gefühl, für das man sich ruhig auch mal auf die Schulter klopfen darf. Eine Anthologie ist für den Herausgeber viel Arbeit, aber am Ende das eigene Werk in Händen zu halten entschädigt.

** Autorin des Beitrags ist Janna Ruth

Nornengestöber out of Space

Als erster deutscher Kommandant im Weltraum wurde Alexander Gersts Start zur Raumstation ISS überall thematisiert. Ein kleiner, feiner Weltraum-Hype zieht sich durch Deutschland. Das freut uns sehr, denn unsere fantastischen Nornen schreiben natürlich auch Science Fiction. Grund Genug mal einen Blick auf das Thema zu werfen in unserer #Nornenstöberrunde.

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Wenn ihr bis jetzt noch keine Ahnung habt, wer Alexander Gerst überhaupt ist und was er so macht, schaut doch mal beim ZDF vorbei. Hier berichtet der Raumfahrer nicht nur von seinen Kindheitstraum, sondern auch, wie dieser wahr geworden ist.

Noch mehr Infos über die Mission und alles rund um Raumfahrt findet ihr beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Nicht nur ein super Tipp für die Recherche zum nächsten SciFi-Roman^^

Eine ganz tolle Buchbloggerin, die auch immer wieder Bücher zu Weltraumthemen verbloggt ist Paloma Pixel. Leider ist ihr Blog wegen der DSGVO noch im Wartungsmodus. Wir drücken die Daumen, dass es bald wieder läuft. Bis dahin könnt ihr schon mal auf ihren Twitter-Account schauen und euch faszinieren lassen.

Wenn es euch reizt, das Genre mal auszuprobieren, schaut doch mal bei der Autorenwelt vorbei. Dort gibt es einen tollen Artikel, wie Science Fiction geschrieben werden kann.

In dem Zusammenhang freut es uns auch sehr darauf Aufmerksam zu machen, dass unsere Norne Anke Höhl-Kayser mit ihrem Science Fiction Roman Das Geheimnis der Sternentränen für den Deutschen Phantastik Preis nominiert ist. Wenn ihr noch eine Stimme übrig habt, unterstützt sie doch. Hier findet ihr noch eine tolle Rezension zum Buch 😉
Im Bereich Science Fiction haben es Autorinnen besonders schwer. Auf Listen der berühmtesten Romane tauchen sie selten auf. (Hier zum Beispiel sind ganze zwei Frauen vertreten, auch die Liste der Phantastik-Couch strotzt eher vor Testosteron). Untereinander beeinflussen sie sich aber durchaus. Tor online stellt fünf Autorinnen vor, die von Ursula K. Le Guin, der Autorin von Planet der Habenichtse, inspiriert wurden. Außerdem gibt es dort diesen Artikel, der nicht nur den Mangel an weiblichen Autoren im Genre SciFi aufgreift, sondern auch etwas dagegen unternimmt. Weiter so!

Dass Autorinnen sich schnell mal ein männliches Pseudonym zulegen, wenn sie Science Fiction schreiben und die Gedanken dahinter haben Katharina Jach zu diesem Beitrag gebracht.

Ein aktueller Science Fiction Roman, der sich das Thema Geschlechter-Diskriminierung zum Thema gemacht hat, ist Naomi Aldermanns Die Gabe. Hochgelobt hat das Buch den Einzug in so manches Bücherregal gefunden. Wir haben bei ein paar Buchblogs nachgeschaut, wie es denn letztlich angekommen ist. Bei Kill Monotony haben wir eine durchwachsene Rezension entdeckt, die zeigt, dass vielleicht nicht alles so super an dem Roman ist, wie überall behauptet wird. Auch Leseratz war nur mäßig begeistert. Eine tolle Idee, die nicht überall greifen kann.

Fragefreitag: Welches ist deine Lieblingseissorte oder andere Erfrischung an heißen Tagen?

Bei sommerlichen Temperaturen kann es vor dem Computer schon mal zu verzweifelt schwitzenden Autor*innen kommen. Während manche Nornen die Hitze lieben freuen sich andere schon wieder auf den Herbst. Eines aber haben alle gemeinsam: jede hat ihre kleine Geheimwaffe gegen die Hitze und ganz vorne mit dabei ist der Klassiker Eis. Darum fragen wir heute: Welches ist deine Lieblingseissorte? Oder hast du noch eine andere kühlende Erfrischung als Tipp für uns? Immer her damit unter dem Hashtag #NornenFrageFreitag.

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Cazze: Eiiiiiiiiiis *.* Ich liebe Eis und könnte es nicht nur im Sommer essen. Meine Lieblingssorte ist Cookies und Himbeer, aber ich probiere auch gerne außergewöhnliche Sachen aus. Letzte Woche habe ich zum Beispiel Banane-Lakritz gegessen. Auf der Geburtstagsfeier meines Onkels gab es Vanilleeis und man konnte sich Kürbiskernöl drauftun. Das hört sich sehr strange an, schmeckt aber richtig gut.

Irinia Christmann: Eis mag ich entweder total opulent, sprich süß mit Keksen und Extrasauce, oder total pur, Joghurt mit Früchten … und hinterher eine Bratwurst oder so.

Katharina Ushachov aka Evanesca: EIS! <3 Ich habe keine liebste Eissorte, aber ich bevorzuge es, drei Kugeln zu kaufen und dann je nach Angebot zu kombinieren. Beispielsweise zwei sahnige Sorten und eine Saure/Fruchtige. Oder umgekehrt. Episch schmeckt z.B. was in Richtung „Kaffee“, „Zitrone“, „Salziges Karamell“ in genau DER Reihenfolge.

Jana Jeworreck aka Moira: Vanille ersoffen in Schokoladensoße!

Sienna Morean: Eindeutig Cola und Karamelleis! Am besten ganz viel, von beidem.

Janna Ruth: Ich mag Sorbets oder Raffaello Eis, mmm.

Laura Kier: Eis? Egal welches. Hauptsache Eis. Gut, am liebsten Stracciatella, Vanille, Mango, … ähm die Liste könnte ich zu lange Fortführen. Ansonsten auch kalter Tee (richtiger Tee, nicht Zuckerersäuftes Wasser). Wassermelone ist auch toll.

Jasmin Engel: Ich mag sowohl Sorbet als auch cremiges Eis, ab und zu mal einen Frozen Cocktail; bei den Sorbets bin ich ein Fan davon, wenn es blumig wird z.B. Rosenwasser-Sorbet wie im persischen Restaurant.

Diandra Linnemann: Wenn wir Japanisch essen gehen, schaue ich immer als erstes, ob es Matcha-Eis gibt. <3

Maelle: Ich liebe ganz cremiges Eis – bloss keine Kekskrümel, Schokosplitter oder Nüsse.

Lilyana Ravenheart: Fruchteis. Am liebsten Yoghurt/Kirsche oder auch Melone. Bei uns in der Eisdiele auch gern „Seepferdcheneis“. Es ist sehr fruchtig und heißt so, weil man beim Kauf den DLRG unterstützt.

Eva-Maria Obermann aka Variemaa: Momentan habe ich große Probleme, Eis zu essen. Nur eine einzige Sorte vertrage ich. Zum Glück ist es eine mit viel Schokolade von Ben and Jerrys. Normalerweise aber mag ich Mischungen aus Frucht und Milch. Erdbeer-Joghurt zum Beispiel. Und im Sommer kommt bei uns auch immer selbstgemachte Zitronen-Ingwer-Limonade auf den Tisch.

SP-Day 2018 (Paula Roose)

Als ich** meinen ersten Roman schrieb, war es genau das Jahr, in dem Amazon seine Pforten für Selfpublisher öffnete, kostenfrei und ohne Risiko. So bin ich quasi von Anfang an in die Selfpublishing-Szene hineingerutscht. Ich bekam Kontakt zu anderen Angehörigen der schreibenden Zunft und mit deren Hilfe und nach über einem Jahr Recherche war mein Roman 2014 so weit, dass ich eine Veröffentlichung wagte. Der Aufwand hatte sich gelohnt. »Drachentau« war drei Wochen in den Top 100 der Amazon-Fantasy-Charts, hat es im Gesamtranking bis auf 280 hoch geschafft und sich fast zwei Jahre am Markt gehalten.

Selfpublishing heute

Wer heute ein Buch ohne Verlag veröffentlichen möchte, muss nicht mehr ein Jahr recherchieren, um an die nötigen Informationen zu kommen. Eine Veranstaltung, die sich meines Erachtens dafür lohnt, ist der SP-Day, der nun schon zum fünften Mal stattgefunden hat. Ich selbst war das zweite Mal dabei, und ich finde, es ist mehr, als nur ein Klassentreffen selbstpublizierender Autoren. Okay, der Preis ist mit 210,- € für Spätentschlossene sportlich, aber man bekommt etwas geboten für das Geld. Die Veranstaltung ist gefüllt mit interessanten und relevanten Vorträgen und ich habe die Möglichkeit, vor Ort mit Vertretern wichtiger Plattformen zu sprechen. Das ist deutlich effektiver und angenehmer, als nur via E-Mails zu korrespondieren.

Übernachtet hat unsere Norne im City Hostel in Düsseldorf (Foto: Paula Roose)

Und last but not least finde ich es einfach schön, mich einmal im Jahr auf den Weg zu machen und ins Getümmel zu stürzen. Ein kleines Kontrastprogramm zu dem doch sonst einsamen Schreiben am PC.

 City Hostel Düsseldorf …

… war der Veranstaltungsort. Die Jugendherberge liegt direkt am Rhein. Wer, wie ich, eine weite Anreise hatte, konnte in der Jugendherberge kostengünstig übernachten, auch ohne DJH-Mitgliedschaft. Mit Blick auf den Rhein begann mein persönlicher SP-Day ganz entspannt beim Frühstück. Ich hatte schon mal Gelegenheit zu schauen, wer noch so angereist war. Leider niemand, den ich kannte. Das war schade, aber für den Moment war es mir auch ganz recht, erstmal ein wenig abseits zu sitzen und die Aussicht zu genießen.

Der Vormittag

Bevor es losging, mussten wir einchecken, bekamen ein Erkennungsband für das Handgelenk und eine herzliche Begrüßung samt Beutel mit Infos und SP-Day-Logo. So ausgerüstet stieg ich in den zweiten Stock zum Konferenzsaal hinauf. Die Stühle waren mit Leseproben eines Autors garniert, zu dessen Zielgruppe ich nicht gehöre. Also war ich so frei, sie zur Seite zu legen, bevor ich Platz nahm. War der Saal fünf Minuten zuvor noch recht verwaist, füllte er sich dann doch zügig. Pünktlich um 9.15 Uhr, darauf kann man sich beim SP-Day verlassen, startete der Tag mit einer Begrüßung durch den Veranstalter Lutz Kreutzer. Er bat um Handzeichen, wie oft die Teilnehmer schon dabei gewesen waren. An allen fünf Veranstaltungen hatte niemand teilgenommen, ungefähr die Hälfte der 145 Teilnehmer waren zum ersten Mal dort.

Und dann ging’s auch schon los.

Ein informativer Tag von Anfang an (Foto: Paula Roose)

 Der Autor als Marke …

war das erste Thema, gestaltet von Carolin Reif von NeoPubli. Sie brachte uns nahe, warum es wichtig sei, eine Marke zu sein, wie man diese sinnvollerweise aufbaut und gab Tipps, wie man für sich einen Wiedererkennungswert schafft. Der Begriff »Marke« behagt mir zugegebenermaßen nicht so sehr, bin ich doch mehr so der Genuss- und nicht der Fließbandschreiber (was ich an dieser Stelle auf keinen Fall abwerten möchte, im besten Fall fällt das ja auch zusammen). Während ich ihre Ausführungen verfolgte, musste ich mir eingestehen, dass es doch etwas für sich hat und ich viele Punkte längst umgesetzt hatte, ohne mir bewusst zu sein, dass ich damit an meiner Marke arbeite, z.B. ein Cover mit Wiedererkennungswert oder ein bestimmtes Romanthema, in dem ich mich zuhause fühle und gut auskenne. Sie begann ihren Vortrag mit einem Zitat von Oscar Wilde: »Sei du selbst, alle anderen gibt es schon«. Um das praktisch werden zu lassen, stellte sie uns drei Fragen: Wer bin ich, wofür stehe ich und wie möchte ich wahrgenommen werden?

 Meine Fanbase …

… schloss nahtlos an die »Marke« an und da hatte Tanja Fischer von LovelyBooks handfeste Tipps für uns. LovelyBooks stellt die größte Lesecommunity im deutschsprachigen Raum dar, allerdings treffen sich dort in der Hauptsache Leser der Genres Fantasy, Krimi und Thriller, Liebesroman und Jugendroman. Autoren, die in diesen Genres schreiben, können hier also gut Leser finden. War es früher den Verlagsautoren vorbehalten, ein Autorenprofil anzulegen, sind die Tore jetzt auch für Selfpublisher (SPler) geöffnet. Es lohnt sich wirklich, dieses einzurichten und zu pflegen, denn die Bücher werden automatisch vom VLB übernommen, wenn sie erscheinen. Und ob eine nackte Seite über mich neben meinen Büchern prangt oder eine schöne einladende, habe ich allein in der Hand. Auch von Tanja Fischer kam der Rat, man selbst zu sein, kreativ, aktuell und informativ – wie auch immer man die Profile dann damit füllen möchte. LovelyBooks ist eng verknüpft mit Leserunden. Man kann sie als Autor mit und ohne persönliche Teilnahme starten. Sie empfahl aber, auf jeden Fall selbst daran teilzunehmen, weil Leser das sehr mögen und man Gelegenheit hat, direktes Feedback zu seiner Geschichte zu bekommen.

Außerdem wies sie auf die Möglichkeit hin, auf LovelyBooks Werbung zu schalten.

 Der für mich interessanteste Vortrag des Morgens …

… kam von Daniel Seebacher von Tolino. Als gelernter Buchhändler gab er uns einen kleinen Einblick, wie Buchhändler ticken, wie man sie optimal anspricht und sein Buch in einem lokalen Buchladen platziert bekommt. Zunächst braucht das Buch neben einem griffigen Klappentext ein Cover, das auch in Thumbnailgröße funktioniert und gut lesbar ist. Mir persönlich war das nicht neu, aber es ist wohl immer noch einer der häufigeren Fehler.

Dann kamen einige Hinweise, die mir als SPlerin sehr wohl neu waren. Denn Buchhändler und Autoren haben etwas Entscheidendes gemeinsam: Sie wollen Leser. Und darauf lässt sich aufbauen. Wir haben den Buchhändlern durchaus etwas zu bieten: Lesernähe, Eigeninitiative und Marketing, Regionalität, Lesungen und Nischenthemen. Außerdem können wir schnell auf Trends und Marktveränderungen reagieren.

Ein schöner Ausblick beim SP-Day 2018 ( Foto: Paula Roose)

Die Buchhändler ihrerseits können uns neue Zielgruppen erschließen, haben ein Empfehlungswesen, das Perlen und Unbekanntes zum Leser bringt, präsentieren Waren und bieten die Chance auf Impuls- und Zusatzkäufe, wenn sich jemand in der Schlange an der Kasse doch noch schnell für unser Buch entscheidet. Außerdem bieten sie ein fast einzigartiges System der »über Nacht Bestellbarkeit«, verfügen über regionale Kontakte und können eBook und Print optimal miteinander verknüpfen. Aber auch Buchhändler brauchen neben den Nischenthemen Bestseller, damit der Laden sich hält, und haben nur eine begrenzte Fläche zur Verfügung.

Um unseren Titel beim Buchhändler unterzubringen, empfahl er es, uns zunächst mit dem Sortiment des Buchladens zu beschäftigen und zu sehen, ob unser Buch dort überhaupt hineinpasst. Wenn das der Fall ist, können wir den Händler auf gleicher Augenhöhe begegnen und ihm zeigen, dass wir ihn verstehen. Ein Buchhändler braucht 40% Rabatt, um schwarze Zahlen schreiben zu können, und er hat ein Remissionsrecht, d.h. er kann gekaufte Bücher zurückgeben, wenn eine Neuauflage erscheint.

Für mich war dieser Einblick in den Buchhandel sehr aufschlussreich, auch aus der Perspektive, dass ich einiges zu bieten habe, was für den Buchhändler interessant ist.

Auf zu den Workshops

Nach den Vorträgen im Plenum und einer Kaffeepause teilten die Besucher sich auf die Workshops auf, je nach persönlicher Interessenlage konnte unter anderem zwischen »Lesungen akquirieren«, »Pitch«, »Projektmanagement«, »Nutzen aus einem Lektorat ziehen«, »Social Media für Autoren« und »Kooperation mit Agenturen« gewählt werden. Ich entschied mich für »Rhetorik für Autoren«, gehalten von Ruprecht Frieling, und erhoffte mir, etwas mehr über professionelle Redekunst zu erfahren.

Mein persönliches Highlight …

… war der Nachmittagsworkshop mit Brigitte Mayer »Perfekte Texte für Lesungen – wie man aus Buchtexten leicht verständliche Hörtexte macht«. Hier ging es richtig zur Sache. Wie muss ein Text aufbereitet werden, damit er sich gut anhört? Wie muss er betont werden, was muss in einem Bogen zusammen gelesen werden und wo gehören unbedingt Pausen hin? Was muss umformuliert werden, weil der Hörer es sonst schlecht erfasst? Immer, wenn der Hörer Zeit braucht, das Gehörte zu verstehen, habe ich seine Aufmerksamkeit für einen Moment verloren. Es muss also jedes Wort ohne Umweg bei ihm ankommen.

Sehr einfühlsam und ermutigend brachte sie uns das Thema näher und ich traute mich zum Ende, meine Textaufbereitung vorzutragen und »Stimme zu geben«. Schon 2017 hatte ich einen ihrer Workshops genossen und war begeistert. Hier eine ganz klare Empfehlung von mir.

Ein letzter Blick auf dem Heimweg (Foto: Paula Roose)

 Zum Schluss …

… ging es noch einmal ins Plenum. Wir bekamen in Kürze das Wichtigste für Autoren zur neuen DSGVO von Medienanwalt Sven Nelke vermittelt, die viele Autoren in den vergangen Wochen stark beschäftigt hatte.

Den Autorengrill, ein Interview mit Catherine Shepherd und Carin Müller, konnte ich nicht mehr verfolgen, denn meine Heimreise war weit und mein Zug wartete schon.

Mein Fazit

Der SP-Day lohnt sich. Die Veranstaltung ist durch und durch professionell, bestens organisiert, liefert viel Input und es macht Spaß, andere Autoren außerhalb des Internets zu treffen und sich auszutauschen. Nächstes Jahr geht es nach Nürnberg. So Gott will, werde ich wieder dabei sein. Ich hoffe, wir sehen uns.

Wenn ich euch auf den Geschmack gebracht habe, schaut einmal hier: https://self-publishing-day.de/

**Autorin des Beitrags ist Paula Roose

Sommerliches Nornengestöber

Es ist wieder einmal eine Woche vorbei, was bedeutet, dass wir euch im Nornengestöber wieder mit passenden Artikeln und spannenden Beiträgen versorgen. Heute geht es um den Märchensommer, Bodyshaming und mehr!

Der Sommer ist in Deutschland angekommen. Gehört ihr zu denen, die die kletternden Temperaturen genießen oder sitzt ihr die Hitzewelle vor dem Ventilator aus? Egal zu welcher Fraktion ihr gehört, der Märchensommer ist für alle interessant. Unsere Nornenschwester Anne aka. Poisonpainter hat auch dieses Jahr wieder eine tolle Aktion für euch vorbereitet! Alle Infos findet ihr hier.

Auch wenn jetzt häufiger die Sonne scheint und die Zeit der ‚Winterdepression‘ endlich ein Ende hat, muss man doch auf sich achten. Pausen machen und Zeit für sich zu nehmen ist wichtig, klappt oftmals jedoch nicht:

Wenn ihr mit leerer Batterie arbeitet, scheitert ihr. Das Scheitern führt euch in eine gefährliche Spirale „Warum schaffe ich diese Kleinigkeit nicht?“ „Warum wirft mich das so aus der Bahn?“ – oftmals kommen von außerhalb Vorwürfe und Unverständnis.

Babsi aka. BlueSiren hat auf ihrem Blog darüber geschrieben, wie man sich gesunde Verhaltensmuster antrainiert und wie Veränderung in der menschlichen Psyche überhaupt funktioniert.

Sommer, Sonne, Sixpack? Wie jedes Jahr kommen auch diesen Sommer wieder die bekannten Diskussionen zum Thema „Kleidung“ und „Körpergröße“ zum Vorschein. Vor einigen Tagen gab es auf Twitter eine Auseinandersetzung, da dort der Spruch „bauchfreie Kleidung geht nur, wenn man auch bauchfrei ist“ gepostet wurde. Body Positivity und Body Shaming (der Link führt euch zu einer Erklärung der Begriffe) sind ein dauerhaftes Thema, kommen aber besonders im Sommer häufiger auf den Tisch, da Leggins, kurzärmelige T-Shirts und luftige, kurze Kleidung viel eines Körpers zeigen.

Auf Body Shaming und die furchtbaren Folgen, die es auf unsere Gesellschaft und die Psyche der Opfer hat, wurde schon im März von einer Bloggerin (Chaoskingdom) aufmerksam gemacht. Sie rief eine Blog-Reihe ins Leben, bei der auch die Norne Eva-Maria Obermann mitgemacht hat. Sie hat bereits letztes Jahr für das Onlinemagazin Face2Face einen Artikel zum Thema geschrieben. Ihren Blogartikel findet ihr hier, den für das Magazin hier.

Fragefreitag: Hast du Anthologien im Regal (bei denen du nicht mitgeschrieben hast)?

Der Juni startet nicht nur mit Hitze und Gewitter, sondern auch mit einem neuen Monatsthema. Wir werden diesmal Anthologien in den Mittelpunkt stellen. Immerhin ist auch unsere erste Nornenantho in der heißen Phase gelandet und wir hoffen, euch bald mehr verraten zu können. Zum Anfang aber wollen wir erst einmal wissen, welche Anthos ihr so im Regal stehen habt – und ob auch solche dabei sind, in denen ihr selbst nicht drin steht. Wo sind die Buchtipps? Her damit! Macht mit unter #Nornenfragefreitag.

Autoren Urlaub

Cazze: Ja, Es war einmal ganz Anders von der Märchenspinnerei und Die Putze von Asgard. Frisch (oder schon ein bisschen angebissen) von der Leipziger Buchmesse.

Irinia Christmann: Ja, Werwolf, weil da der liebe Freddy Elting mitgeschrieben hat.

Katharina Ushachov aka Evanesca: Ja, mehrere. Die Putze von Asgard und Andersens Märchen Update 1.2.(das ist ein sogenanntes Zigarettenbuch – ein Büchlein, das in eine Zigarettenschachteil reinpasst) aus dem Machandel-Verlag, Furrys in Love aus dem Wölfchen-Verlag, FUNtasy aus dem Leserattenverlag. Und einige Anthologien aus Großverlagen.

Janna Ruth: Ja, die Drachenmondanthologien zum Beispiel oder die dunkelbunten Farben des Steampunk (Art Skript Phantastik). Ach und Winterstern aus dem Sternensandverlag und eine Anthologie von George R.R. Martin. Ich muss aber zugeben, dass ich bisher erst höchstens zwei Geschichten daraus gelesen habe.

Anne Zandt aka Poisonpainter: Diverse, einige noch aus der Zeit, als ich das Wort „Anthologie“ noch gar nicht kannte und einige, die ich mir mittlerweile explizit aus dem Grund gekauft habe. Die allerdings alle aufzuzählen würde den Rahmen hier sprengen …

Laura Kier: Ja. Nicht viele aber ein paar. Ich mag Anthologien durchaus, da sie oft sehr vielfältig sind.

Jule Reichert:  Ja, zwei oder drei Stück. Die ganzen Vorlesegeschichten für meine Kinder zähle ich nicht mit ;). Meine sind allerdings soweit ich weiß alle aus dem Horror-Bereich. Nur eines davon ist Fantasy-Horror, eine Anthologie zu einem Teil des Rollenspiels D&D, von dem ich die Bücher zu meiner Teenie-Zeit sehr geliebt habe.

Jasmin Engel: Zwei habe ich von anderen Autorinnen geschenkt bekommen und dann habe ich noch einige ältere Fantasy-Anthos aus den 90ern, allerdings waren die AutorenInnen damals schon bekannt und erfolgreich, die drin veröffentlicht wurden.

Diandra Linnemann: Eine ganze Reihe – obwohl es bei Anthologien immer Glückssache ist, ob ich sie lese. Einige ScienceFiction-Sammlungen aus den Achtzigern, einige fantastische Sammlungen, in denen Freundinnen veröffentlicht haben, Kurzgeschichtensammlungen von oder mit Autoren, die ich bewundere.

Anne Dank: Ich habe sie nicht gezählt, aber zehn sind es bestimmt.

Eva-Maria Obermann aka Variemaa: Einige. Sehnsuchtsfluchten zum Beispiel, aber auch Sammlungen größerer Verlage, zu bestimmen Themen oder regionaler Autoren.

Eine Torte muss her: Das Nornennetz hat Geburtstag

Wo fängt man so eine wichtige, wunderbare Nachricht bloß an? Bei den Urnornen, die über die Schicksalsfäden der Menschheit bestimmen? Oder sollte man das Feld lieber rückwärts aufrollen und zunächst die jüngsten Erfolge feiern? Ich** weiß es nicht. Wie soll ich auch? Schließlich war ich doch gar nicht von Anfang an dabei. Deswegen habe ich die Gelegenheit genutzt, meine neugierige Nase in Dinge zu stecken.

Das Nornennetz wird ein Jahr alt

Das Wichtigste natürlich zuerst: Wie konnte es überhaupt so weit kommen? Ausgerechnet die Mörderischen Schwestern – eine Vereinigung von Krimiautorinnen – war in diesem speziellen Fall nicht mordend, sondern lebensspendend tätig. Nike Leonhards spontane Antwort auf einen Mörderische-Schwestern-Tweet brachte den Stein ins Rollen: Warum, dachte (und tweetete) sie, nicht ein Netzwerk fantastischer Autorinnen knüpfen? Sofort meldeten sich mehrere begeisterte Mitstreiterinnen wie June Is und Holly Miles. Es gab private Nachrichten, noch mehr Enthusiasmus und kurz darauf einen eigenen Nornenserver auf der Plattform Discord, um sich im kleinen Kreis privat auszutauschen. Auch Autorinnen wie Irina Christmann, die sich nur gelegentlich in fantastischen Welten tummeln, waren mit Feuereifer dabei.

Bei der Namensfindung landete die Gruppe schnell bei den Nornen der germanischen Mythologie als Namenspatinnen. Warum? Nike erklärt sehr schön: „Die Nornen bestimmen das Schicksal der Menschen und Götter; tun also genau das Gleiche wie Schriftstellerinnen. Das Netz steht für das Gespinst unserer Geschichten, gleichzeitig aber auch für die Vernetzung untereinander.“ Und gerade, wenn man die meiste Zeit doch recht einsam und unverstanden am Schreibtisch verbringt, ist die Vernetzung mit Gleichgesinnten eine feine Sache.

Bilanz, Ursprung, Ziele

Außerdem beschäftigen die Nornen sich aktiv mit geschlechtsbasierter Diskriminierung im Bereich fantastischer Literatur. Eva-Maria Obermann (aka Variemaa) sagt dazu: „Frauen werden seltener verlegt, bekommen schlechtere Plätze im Buchladen, man traut ihnen keine ernsten Themen, keinen Tiefgang zu, sondern lediglich seichte Literatur. Dagegen wollen wir angehen.“ Um das einmal mit Zahlen zu untermalen: Auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises waren bis 2016 nur 32 Prozent aller Bücher von Frauen verfasst. Ähnliche Zahlen gibt es beim Büchner-Preis, der nur in 26 Prozent aller Fälle an Frauen vergeben wurde. Dieser Preis sticht noch in einer anderen Hinsicht negativ ins Auge, denn nur 14 Prozent der Jurysitze wurde mit Jurorinnen besetzt (Stand: 2016). Insgesamt, schreibt das Bücherfrauen-Blog, gewinnen Autoren fünfmal mehr Preise als Autorinnen.

Um gemeinsam aktiv zu werden, gibt es im Nornennetz unzählige Möglichkeiten, einander unter die Arme zu greifen: Konkrete Ratschläge, mitfühlende Ohren, Meinungen zu Plot- oder Charakterfragen, gemeinsame Werbe-, Buch- und Schreibaktionen oder auch praktische Hilfe beim Umsetzen von Homepages oder Buchcovern. Teilweise entstehen langfristige Kooperationen, von denen alle Beteiligten profitieren. Holly Miles etwa bezeichnet es als eines ihrer persönlichen Highlights, dass sie June Is bei ihrem Roman helfen darf.

So hat jede Norne die Möglichkeit, sich nach ihren eigenen Stärken und Schwächen einzubringen. Einige sind schüchtern, aber gut organisiert. Manche sind Social-Media-Profis oder haben geniale Marketing-Ideen. Und wenn eine Norne über ihren Schatten springen möchte, wie Elenor Avelle, der eigenen Angaben zufolge manchmal der Mut zur Selbstdarstellung fehlt, hat sie auf jeden Fall die volle Unterstützung aller Nornen. Auch Holly Miles weiß davon zu berichten: „Profitiert habe ich von vielen interessanten Gesprächen und von neuen Freundschaften. Aber auch, dass ich ein wenig mehr aus mir selbst herauskomme. Denn ich bin eine Standpriorin. Vor einem Jahr hätte ich mir gewünscht, solch einen Posten zu übernehmen. Jetzt habe ich ihn übernommen.“

So viel erreicht

Inzwischen hat sich ein System etabliert, bei dem „Frischnörnlinge“ eine Patin wie Elenor Avelle oder June Is zur Seite gestellt bekommen, mit deren Hilfe sie entscheiden, ob sie sich im Nornennetz wohlfühlen und sich auch entsprechend einbringen können. Denn, und das kann man gar nicht genug betonen, das Nornennetz lebt vom Mitmachen. Und dank des Engagements aller Nornen hat man ein Netzwerk „engagierter Autorinnen, die sich gegenseitig mit ihren Fähigkeiten unterstützen und an ihren Schwachstellen von den Stärken der anderen profitieren“ (Elenor Avelle).

Inzwischen wurden auch Homepage, Facebookpräsenz, Twitter– und auch Instagramaccount eingerichtet, auf denen die fleißigen Pressenornen Beiträge aus dem Netzwerk sammeln und regelmäßig über das Wachstum des literarischen Weltenbaums berichten. Zum Geburtstag – vielleicht habt ihr es schon gemerkt – ist das Nornennetz auf eine eigene Domain umgezogen und ab jetzt unter Nornennetz.de zu erreichen. Und Holly Miles‘ Vorstellung des Nornennetzes hat es sogar in die Fachzeitschrift „Federwelt“ geschafft. Man kann sich quasi kaum umdrehen, ohne den Nornen zu begegnen.

Aus all diesem Miteinander entstehen einzigartige Momente. Man trifft Autorinnen, mit denen man unter normalen Umständen nie etwas zu tun gehabt hätte. Und plötzlich werden Schnapsideen wie ein eigener Stand auf der Leipziger Buchmesse nicht nur möglich, sondern sogar Realität!

Der Nornenstand auf der LBM (Foto: Diandra Linnemann)

Zusammen stark sein

Als Gruppe konnten wir nicht nur die finanziellen Hürden, sondern auch Organisation und Umsetzung stemmen. Und weil wir sehr viele wirklich kluge Köpfe dabei hatten, gab es sogar einen eigenen „Nornentalk“ vor Publikum zum Thema „Starke Frauen in der Phantastik“. Das Transkript könnt ihr hier  und hier nachlesen. Bei so viel deutlich sichtbarer Aktivität gibt es Rückmeldungen – größtenteils positiv, wie mir die Gründernornen versicherten, aber auch einige kritische Stimmen bis hin zum Vorwurf der Diskriminierung gegen Männer. Glücklicherweise hat sich noch keine Norne durch solche Äußerungen abschrecken lassen. Und sogar, wenn es intern gelegentlich hoch her geht, überwiegen Teamgeist und der Mut zur Kooperation. Da kann man solche Sticheleien von den billigen Plätzen durchaus verkraften, finde ich. Elenor Avelle drückt es diplomatischer aus: „Autorinnen im Focus schafft Verlustängste bei einigen männlichen Kollegen.“

Nach einem Jahr ist die Bilanz durchweg positiv. Gegenwärtig sind knapp achtzig Nornen am Start, und die Nachfrage ist enorm. Angst, dass das Nornennetz wieder einschlafen könne, besteht derzeit eher nicht.

Torte!!!

Ehe ich euch an dieser Stelle weiter langweile, kommen wir zum Höhepunkt einer jeden Geburtstagsfeier: Der Torte! Ich habe einige Nornen gefragt, was ihrer Meinung nach eine angemessene Torte für einen Nornengeburtstag sei, und ich finde, die Antworten können sich sehen lassen:

Nike Leonhard: „Das Rezept ist natürlich geheim. Aber die Zutaten sind erlesen und vielfältig und das Ergebnis unglaublich lecker. Manche Teile sehen etwas seltsam aus, aber wer den Mut hat, sie zu probieren, wird mit einmaligen Geschmackserlebnissen belohnt. Unbedingt kosten!“

Elenor Avelle: „Ein explodierender Elankuchen. Hihi.“

Irina Christmann: „Natürlich eine mit massenweise Glitzer und einem Einhorn. <3“

Holly Miles: „Ein Baumkuchen. :)“

June Is: „Eine Torte, die auf den Etagen winzige Portale hat. Jede Norne kann sich eins aussuchen, das Stück wird mit Portal auf einen Teller gelegt … und daaaaaannn kann man es entweder normal essen, bis nur noch die Rückseite/das Portal übrig ist oder man stellt sich vor die Rückseite an den Tisch. Das Portal zieht die Norne langsam in das Abenteuer ihres Lebens, welches sie dann aufschreibt und steinreich wird – hihihi. Teamwork ist natürlich für die Kalorienbewussten auch möglich. ;)“

Eva-Maria Obermann: „Mehrstöckig mit verschiedenen Geschmacksrichtungen, so dass für jede*n etwas dabei ist. Unser Geburtstagskuchen ist wie wir: vielfältig und kreativ.“

Ob es sowas zu Feier des Tages auch gibt? Grabhügeltorte mit frischen Würmern (Foto: Diandra Linnemann)

** Autorin des Beitrags ist Diandra Linnemann