SP-Day 2018 (Paula Roose)

Als ich** meinen ersten Roman schrieb, war es genau das Jahr, in dem Amazon seine Pforten für Selfpublisher öffnete, kostenfrei und ohne Risiko. So bin ich quasi von Anfang an in die Selfpublishing-Szene hineingerutscht. Ich bekam Kontakt zu anderen Angehörigen der schreibenden Zunft und mit deren Hilfe und nach über einem Jahr Recherche war mein Roman 2014 so weit, dass ich eine Veröffentlichung wagte. Der Aufwand hatte sich gelohnt. »Drachentau« war drei Wochen in den Top 100 der Amazon-Fantasy-Charts, hat es im Gesamtranking bis auf 280 hoch geschafft und sich fast zwei Jahre am Markt gehalten.

Selfpublishing heute

Wer heute ein Buch ohne Verlag veröffentlichen möchte, muss nicht mehr ein Jahr recherchieren, um an die nötigen Informationen zu kommen. Eine Veranstaltung, die sich meines Erachtens dafür lohnt, ist der SP-Day, der nun schon zum fünften Mal stattgefunden hat. Ich selbst war das zweite Mal dabei, und ich finde, es ist mehr, als nur ein Klassentreffen selbstpublizierender Autoren. Okay, der Preis ist mit 210,- € für Spätentschlossene sportlich, aber man bekommt etwas geboten für das Geld. Die Veranstaltung ist gefüllt mit interessanten und relevanten Vorträgen und ich habe die Möglichkeit, vor Ort mit Vertretern wichtiger Plattformen zu sprechen. Das ist deutlich effektiver und angenehmer, als nur via E-Mails zu korrespondieren.

Übernachtet hat unsere Norne im City Hostel in Düsseldorf (Foto: Paula Roose)

Und last but not least finde ich es einfach schön, mich einmal im Jahr auf den Weg zu machen und ins Getümmel zu stürzen. Ein kleines Kontrastprogramm zu dem doch sonst einsamen Schreiben am PC.

 City Hostel Düsseldorf …

… war der Veranstaltungsort. Die Jugendherberge liegt direkt am Rhein. Wer, wie ich, eine weite Anreise hatte, konnte in der Jugendherberge kostengünstig übernachten, auch ohne DJH-Mitgliedschaft. Mit Blick auf den Rhein begann mein persönlicher SP-Day ganz entspannt beim Frühstück. Ich hatte schon mal Gelegenheit zu schauen, wer noch so angereist war. Leider niemand, den ich kannte. Das war schade, aber für den Moment war es mir auch ganz recht, erstmal ein wenig abseits zu sitzen und die Aussicht zu genießen.

Der Vormittag

Bevor es losging, mussten wir einchecken, bekamen ein Erkennungsband für das Handgelenk und eine herzliche Begrüßung samt Beutel mit Infos und SP-Day-Logo. So ausgerüstet stieg ich in den zweiten Stock zum Konferenzsaal hinauf. Die Stühle waren mit Leseproben eines Autors garniert, zu dessen Zielgruppe ich nicht gehöre. Also war ich so frei, sie zur Seite zu legen, bevor ich Platz nahm. War der Saal fünf Minuten zuvor noch recht verwaist, füllte er sich dann doch zügig. Pünktlich um 9.15 Uhr, darauf kann man sich beim SP-Day verlassen, startete der Tag mit einer Begrüßung durch den Veranstalter Lutz Kreutzer. Er bat um Handzeichen, wie oft die Teilnehmer schon dabei gewesen waren. An allen fünf Veranstaltungen hatte niemand teilgenommen, ungefähr die Hälfte der 145 Teilnehmer waren zum ersten Mal dort.

Und dann ging’s auch schon los.

Ein informativer Tag von Anfang an (Foto: Paula Roose)

 Der Autor als Marke …

war das erste Thema, gestaltet von Carolin Reif von NeoPubli. Sie brachte uns nahe, warum es wichtig sei, eine Marke zu sein, wie man diese sinnvollerweise aufbaut und gab Tipps, wie man für sich einen Wiedererkennungswert schafft. Der Begriff »Marke« behagt mir zugegebenermaßen nicht so sehr, bin ich doch mehr so der Genuss- und nicht der Fließbandschreiber (was ich an dieser Stelle auf keinen Fall abwerten möchte, im besten Fall fällt das ja auch zusammen). Während ich ihre Ausführungen verfolgte, musste ich mir eingestehen, dass es doch etwas für sich hat und ich viele Punkte längst umgesetzt hatte, ohne mir bewusst zu sein, dass ich damit an meiner Marke arbeite, z.B. ein Cover mit Wiedererkennungswert oder ein bestimmtes Romanthema, in dem ich mich zuhause fühle und gut auskenne. Sie begann ihren Vortrag mit einem Zitat von Oscar Wilde: »Sei du selbst, alle anderen gibt es schon«. Um das praktisch werden zu lassen, stellte sie uns drei Fragen: Wer bin ich, wofür stehe ich und wie möchte ich wahrgenommen werden?

 Meine Fanbase …

… schloss nahtlos an die »Marke« an und da hatte Tanja Fischer von LovelyBooks handfeste Tipps für uns. LovelyBooks stellt die größte Lesecommunity im deutschsprachigen Raum dar, allerdings treffen sich dort in der Hauptsache Leser der Genres Fantasy, Krimi und Thriller, Liebesroman und Jugendroman. Autoren, die in diesen Genres schreiben, können hier also gut Leser finden. War es früher den Verlagsautoren vorbehalten, ein Autorenprofil anzulegen, sind die Tore jetzt auch für Selfpublisher (SPler) geöffnet. Es lohnt sich wirklich, dieses einzurichten und zu pflegen, denn die Bücher werden automatisch vom VLB übernommen, wenn sie erscheinen. Und ob eine nackte Seite über mich neben meinen Büchern prangt oder eine schöne einladende, habe ich allein in der Hand. Auch von Tanja Fischer kam der Rat, man selbst zu sein, kreativ, aktuell und informativ – wie auch immer man die Profile dann damit füllen möchte. LovelyBooks ist eng verknüpft mit Leserunden. Man kann sie als Autor mit und ohne persönliche Teilnahme starten. Sie empfahl aber, auf jeden Fall selbst daran teilzunehmen, weil Leser das sehr mögen und man Gelegenheit hat, direktes Feedback zu seiner Geschichte zu bekommen.

Außerdem wies sie auf die Möglichkeit hin, auf LovelyBooks Werbung zu schalten.

 Der für mich interessanteste Vortrag des Morgens …

… kam von Daniel Seebacher von Tolino. Als gelernter Buchhändler gab er uns einen kleinen Einblick, wie Buchhändler ticken, wie man sie optimal anspricht und sein Buch in einem lokalen Buchladen platziert bekommt. Zunächst braucht das Buch neben einem griffigen Klappentext ein Cover, das auch in Thumbnailgröße funktioniert und gut lesbar ist. Mir persönlich war das nicht neu, aber es ist wohl immer noch einer der häufigeren Fehler.

Dann kamen einige Hinweise, die mir als SPlerin sehr wohl neu waren. Denn Buchhändler und Autoren haben etwas Entscheidendes gemeinsam: Sie wollen Leser. Und darauf lässt sich aufbauen. Wir haben den Buchhändlern durchaus etwas zu bieten: Lesernähe, Eigeninitiative und Marketing, Regionalität, Lesungen und Nischenthemen. Außerdem können wir schnell auf Trends und Marktveränderungen reagieren.

Ein schöner Ausblick beim SP-Day 2018 ( Foto: Paula Roose)

Die Buchhändler ihrerseits können uns neue Zielgruppen erschließen, haben ein Empfehlungswesen, das Perlen und Unbekanntes zum Leser bringt, präsentieren Waren und bieten die Chance auf Impuls- und Zusatzkäufe, wenn sich jemand in der Schlange an der Kasse doch noch schnell für unser Buch entscheidet. Außerdem bieten sie ein fast einzigartiges System der »über Nacht Bestellbarkeit«, verfügen über regionale Kontakte und können eBook und Print optimal miteinander verknüpfen. Aber auch Buchhändler brauchen neben den Nischenthemen Bestseller, damit der Laden sich hält, und haben nur eine begrenzte Fläche zur Verfügung.

Um unseren Titel beim Buchhändler unterzubringen, empfahl er es, uns zunächst mit dem Sortiment des Buchladens zu beschäftigen und zu sehen, ob unser Buch dort überhaupt hineinpasst. Wenn das der Fall ist, können wir den Händler auf gleicher Augenhöhe begegnen und ihm zeigen, dass wir ihn verstehen. Ein Buchhändler braucht 40% Rabatt, um schwarze Zahlen schreiben zu können, und er hat ein Remissionsrecht, d.h. er kann gekaufte Bücher zurückgeben, wenn eine Neuauflage erscheint.

Für mich war dieser Einblick in den Buchhandel sehr aufschlussreich, auch aus der Perspektive, dass ich einiges zu bieten habe, was für den Buchhändler interessant ist.

Auf zu den Workshops

Nach den Vorträgen im Plenum und einer Kaffeepause teilten die Besucher sich auf die Workshops auf, je nach persönlicher Interessenlage konnte unter anderem zwischen »Lesungen akquirieren«, »Pitch«, »Projektmanagement«, »Nutzen aus einem Lektorat ziehen«, »Social Media für Autoren« und »Kooperation mit Agenturen« gewählt werden. Ich entschied mich für »Rhetorik für Autoren«, gehalten von Ruprecht Frieling, und erhoffte mir, etwas mehr über professionelle Redekunst zu erfahren.

Mein persönliches Highlight …

… war der Nachmittagsworkshop mit Brigitte Mayer »Perfekte Texte für Lesungen – wie man aus Buchtexten leicht verständliche Hörtexte macht«. Hier ging es richtig zur Sache. Wie muss ein Text aufbereitet werden, damit er sich gut anhört? Wie muss er betont werden, was muss in einem Bogen zusammen gelesen werden und wo gehören unbedingt Pausen hin? Was muss umformuliert werden, weil der Hörer es sonst schlecht erfasst? Immer, wenn der Hörer Zeit braucht, das Gehörte zu verstehen, habe ich seine Aufmerksamkeit für einen Moment verloren. Es muss also jedes Wort ohne Umweg bei ihm ankommen.

Sehr einfühlsam und ermutigend brachte sie uns das Thema näher und ich traute mich zum Ende, meine Textaufbereitung vorzutragen und »Stimme zu geben«. Schon 2017 hatte ich einen ihrer Workshops genossen und war begeistert. Hier eine ganz klare Empfehlung von mir.

Ein letzter Blick auf dem Heimweg (Foto: Paula Roose)

 Zum Schluss …

… ging es noch einmal ins Plenum. Wir bekamen in Kürze das Wichtigste für Autoren zur neuen DSGVO von Medienanwalt Sven Nelke vermittelt, die viele Autoren in den vergangen Wochen stark beschäftigt hatte.

Den Autorengrill, ein Interview mit Catherine Shepherd und Carin Müller, konnte ich nicht mehr verfolgen, denn meine Heimreise war weit und mein Zug wartete schon.

Mein Fazit

Der SP-Day lohnt sich. Die Veranstaltung ist durch und durch professionell, bestens organisiert, liefert viel Input und es macht Spaß, andere Autoren außerhalb des Internets zu treffen und sich auszutauschen. Nächstes Jahr geht es nach Nürnberg. So Gott will, werde ich wieder dabei sein. Ich hoffe, wir sehen uns.

Wenn ich euch auf den Geschmack gebracht habe, schaut einmal hier: https://self-publishing-day.de/

**Autorin des Beitrags ist Paula Roose

Das Nornennetz auf der BuchBerlin

Für manche Ankündigungen ist es nie zu früh. Unsere erste Messeteilnahme als Nornennetz auf der LBM hat uns wahnsinnig viel Spaß gemacht. Wir haben viel Zuspruch bekommen, Fans gefunden (oder sie uns) und das Messefiebert hat uns gepackt. Darum sind wir schon wieder mitten in der Planung und freuen uns ganz besonders, euch heute etwas verraten zu dürfen:

Das Nornennetz wird 2018 auf der BuchBerlin sein!

Am 24/25 November stellen in Berlin rund 280 unabhängige Verlage und Selfpublisher aus ganz Deutschland ihr Programm vor. Auch wir werden da sein und nutzen die Vorlaufzeit, um alles für euch zu planen. Tickets gibt es erst im Spätsommer, aber auch da haben wir eine Überraschung: wir werden zwei Tageskarten verlosen. Haltet unsere SoMes und natürlich auch den Blog dafür im Auge. Wir wollen die Karten wirklich nur an Leute vergeben, die unseren Accounts folgen und uns unterstützen.

Schreiben mit Leidenschaft – wer braucht da Freizeit?

Die BuchBerlin ist nicht die einzige Veranstaltung, auf der wir 2018 sein wollen, so viel sei schon mal gesagt. Bis das aber alles in trockenen Tüchern ist, basteln und planen wir eifrig weiter. Ihr kennt unsere Goodies und Überraschungen von der LMB. Was würde euch denn freuen, in Berlin wiederzusehen, oder habt ihr noch ganz andere Ideen? Hätte jemand Lust auf ein Meet & Greet oder gar einem Interview? Jetzt ist unser Terminplan noch übersichtlich, also schreibt uns einfach an.

Was werden wir machen?

Das verrate ich euch heute natürlich noch nicht alles. Nur so viel: Wir sind mal wieder höchstkreativ. Ein paar Dinge kennt ihr schon, doch auch Neues werden wir mitbringen. Dabei gehen wir über die Grenzen des Fantastischen hinaus. Da wir Nornen nicht nur Nornen sind, sondern oft auf vieles mehr, wird sich dieses Mehrsein auch in unseren Aktionen wiederspiegeln.

Lernt uns und unsere Ideen besser kennen und schaut an unserem Stand vorbei. Wir freuen uns auf euch und die anderen Aussteller.

Transkript unserer Talkrunde auf der LBM – Starke Frauen in der Phantastik / Teil 2

Auf der Leipziger Buchmesse konnten wir mit unserer Talkrunde zum Thema „Starke Frauen in der Phantastik“ ordentlich punkten [hier geht’s zur Tonaufnahme]. Wir freuen uns, dass nicht nur der Stand, sondern auch unsere Aussagen so toll bei euch ankamen. Zum Nachlesen und für alle, die nicht dabei waren, gibt es jetzt auch das Transkript. Gestern erschien der erste Teil bei Nora Bendzko, die sich die Arbeit gemacht hat, die Talkrunde zu verschriftlichen, hier folgt nun der zweite Teil:

Unsere Talkrunde auf der LBM

Stella Delaney

Ich würde dann gerne noch die andere Seite beleuchten. Wir haben jetzt die Autorinnen-Seite angeschaut, genauso unter Rollenklischees leiden aber auch die Figuren in den Geschichten, die wir schreiben in der Phantastik. Da kommt immer wieder der Ruf nach den starken weiblichen Figuren. Sei es im Film oder sei es in Serien … In Jugendbuchserien werden Frauen dann auch sehr gelobt, wenn sie dem starken weiblichen Bild entsprechen. Überraschenderweise für manche kommt dann Kritik von der Gegenseite, die sagt: »Dieses Bild der starken Frau … Ist das überhaupt gut für Frauen? Muss sich eine Frau wie ein Mann verhalten, gewalttätig sein, muss sie Kraft zeigen, Muskeln haben, damit sie als starke Frau gilt? Geht das nicht auch anders?« Man kann hier genauso über die Figuren debattieren und unsere Vorstellungen, wie die Frauen in den Geschichten sind und die Männer in den Geschichten sind. Wäre schön, wenn wir dazu noch etwas sagen könnten?

Nora Bendzko

Ich sag da gerne etwas dazu, denn ich bin eine große Kritikerin von diesem starken Frauenbild. Beziehungsweise: Ich bin Kritikerin, weil ich das Gefühl habe, es wird oft, gerade in der Fantasy, schlecht gemacht. Es ist genau das, was du gesagt hast, dass man versucht, Frauen eine Rolle besetzen zu lassen, die der typische männliche Held einnimmt. Ich finde, das ist letztendlich sehr traurig, denn es gibt schon eigene Seiten, eigene Facetten Frauenseins, die dabei komplett übergangen werden. Ich sehe kaum Protagonistinnen, die mit tatsächlichen Frauenproblematiken zu kämpfen haben, oder die sie prägen, wie zum Beispiel Schwangerschaft. Oder nehmen wir ganz normale weibliche Körperlichkeit. Was total banal ist, aber in vielen Geschichten ausgeschaltet wird, ist das Wachstum des weiblichen Körpers. Was da passiert pubertär ist eben anders als bei Männern, allein durch Menstruation.

Es ist interessant, dass so etwas so gut wie immer übergangen wird. Ich kenne da nur ganz wenige Titel von Männern, »Carrie« von Stephen King würde mir einfallen. Tendenziell ist das etwas, das immer stark ausgeblendet wird. Leute sagen sich: »Na, aber ich möchte jetzt schon für die Quote …« – oder vielleicht will ich tatsächlich fortschrittlicher sein – »Ich möchte eine Frau reinnehmen!« Letztendlich wird sich aber erstaunlich wenig damit beschäftigt. Das schreibe ich jetzt gar nicht nur männlichen Autoren zu, ich sehe das bei Autorinnen genauso, gerade im Romance. Dass viele Frauen geschrieben werden, die typische Mäuse sind, die sehr männerabhängig sind, die den Bechdel-Test nicht schaffen.

Wer den Bechdel-Test nicht kennt – ist ein typisches Filmbeispiel, kommt auch aus der Filmtheorie, glaube ich. Eine Geschichte ist dann vielleicht nicht rückständig, sagt der Bechdel-Test, wenn man mindestens zwei Frauenfiguren in der Story hat, wenn die mindestens miteinander reden und wenn sie nicht über einen Mann reden. Wendet diesen Test mal auf die Bücher an, die ihr in euren Bücherregalen stehen habt, und ihr werdet feststellen, da tut sich noch gar nicht so viel. Ich sage, das können wir besser. Wenn Leute sagen, sie wollen starke Frauenfiguren schreiben: Macht das! Wir wollen das alle haben. Also ich will es haben vor allen Dingen. Ich will Bücher davon lesen und kaufen!

Stella Delaney

Das können wir vom Netzwerk absolut unterschreiben, wie die meisten Autorinnen hier. Ich würde jetzt gerne noch mal an die Katherina weitergeben, die hat ja schon etwas gesagt, gerade im Bereich Märchen. Ich fand es sehr interessant, dass du gesagt hast, du wolltest das Märchen so schreiben, dass die Frau nicht einfach nur den Mann und das Kind bekommt, sondern dass es darüber hinausgeht.

Katherina Ushachov

Genau. Mir war wichtig, der Frau, der im Märchen systematisch die Stimme genommen wurde, die Stimme wieder zu geben. Dazu muss ich sagen, das Märchen vom Zaren Saltan ist ein Kunstmärchen. Bei den meisten Volksmärchen gilt noch die Ausrede, dass Männer und Frauenfiguren eigentlich nicht Männer und Frauen symbolisieren, sondern verschiedene Aspekte ein und derselben Persönlichkeit, die sich dann unterschiedlich auswirken. Und da muss man sagen: Nein, wenn man die feminisieren möchte, kommt Unsinn raus. Aber das Märchen, um das ich mich gekümmert habe, hat diese Ausrede nicht.

Es ist ein Kunstmärchen, verfasst von einem Mann, und so sieht man sein Bild von den Frauen. Die Frau sagt, was sie für den Mann tun will, danach nichts mehr – das ganze Märchen über. Ich wollte die Frau sprechen lassen, aus der Sicht der Frau erzählen, wie sie das Ganze erlebt, sowohl die Verliebtheit als auch die großen Tragödien, die im Rahmen von Zarin Saltan stattfinden, und auch den Mann rehabilitieren. Denn das ist ja das Nächste: Frauenfiguren sind immer Mäuschen, Männerfiguren sind immer Machos. Auch im vorliegenden Kunstmärchen. Da geht der Mann hin und sagt: »Mach mal!« Und ich wollte einen Mann, der sympathisch ist, dem man es gönnt, dass er die Frau bekommt, mit dem man mitfiebern kann und der auch Schwäche zeigen kann.

Denn sowohl das Bild des Mäuschens, das von Männern abhängig ist, als auch das Bild des Mannes, der einen auf Conan macht und alles bekommt, ist schädlich für Menschen beider und anderer Geschlechter, weil sie denken: »Aber ich bin so nicht? Muss ich denn so sein? Stimmt etwas nicht mit mir, wenn ich nicht so bin?« Und das fand ich in beide Richtungen furchtbar.

Nora Bendzko

Du hast Recht. Toll, dass du es geschrieben hast.

Stella Delaney

Es ist wirklich so, dass viele automatisch umschalten, wenn sie hören, ah, die setzen sich für Autorinnen ein, denen geht es um Frauen, und denken: »Die sind gegen Männer, Männer werden ausgeschlossen!« Solche Diskriminierungen laufen immer in beide Richtungen. Auch die Männer haben etwas von dem, was wir machen. Nebenbei: Wir haben sehr viele Männer, die mit uns sympathisieren und die bei uns auch gerne gesehen sind. Also männerfeindlich sind wir überhaupt nicht. So, dann will ich der Nike das Wort geben.

Nike Leonhard

Ich möchte noch mal kurz etwas zu den Figuren sagen, und zwar: Irgendwie reden wir immer über zwei gegensätzliche Typen. Einmal das Mäuschen und die sogenannte starke Frau, die dann ein bisschen vermännlicht wird. Typisch in historischen Romanen, aber auch in der Low Fantasy: Sie soll verheiratet werden, rennt von zuhause weg, schmeißt sich in Männerklamotten, schnallt sich ein Schwert um, erschlägt den Drachen und heiratet den Traumprinzen.

Das ist die typische Karriere der starken Frau in der Fantasy, beziehungsweise im historischen Genre. Dort erschlägt sie keine Drachen, sondern macht etwas anderes Heldenhaftes, rettet mindestens eine Stadt oder den Königssohn und heiratet ihn dann. Also rollenverkehrt, aber mir fehlen da die Zwischentöne. Für mich ist eine Frau nicht deswegen stark, weil sie jetzt, wie gesagt, Männerklamotten anzieht und irgendetwas heldenhaft Männliches tut, sondern für mich ist eine Figur dann stark, wenn sie ein Ziel hat und dieses Ziel verfolgt. Das kann auch sein, das perfekte Gemälde zu schaffen, oder meinetwegen etwas weiblich Merkwürdiges, wie einen wunderschönen Stoff zu weben.

Mir fällt nichts Besseres gerade ein, das hört sich total langweilig an, aber wenn sie ihn jetzt unbedingt weben will und alles dafür besorgen will und sich ihr große Hindernisse in den Weg stellen, dann ist das eine Heldentat, diese Hindernisse zu überwinden. Ob das jetzt besondere Stärke beinhaltet, weiß ich nicht, aber es wäre auf jeden Fall eine interessante Heldin und über solche Heldinnen würde ich gerne mehr lesen. Dazu fällt mir gerade – deswegen hatte ich noch mal um das Mikrofon gebeten – ein Artikel aus dem Guardian ein, den ich letztens gelesen habe. Da ging es um the Male Gaze, also den männlichen Blick auf Geschichten, und dass wir Autorinnen auch immer unter diesem männlichen Blickwinkel erzählen und unsere Figuren danach strukturieren.

Dort wurde das Beispiel gebracht: Eine Frau, die aus dem Fenster auf eine regennasse Landschaft sieht, ist nicht interessant. Interessant sind tausend Menschen, die einem Fußballspiel zujubeln. Das ist der männliche Blick. Das wird nicht als zwei Beschreibungen von Gesellschaft gesehen, sondern die tausend Menschen beim Fußballspiel sind Gesellschaft, das ist toll. Die Frau, die aus dem Fenster guckt – na ja, das ist ein Klischee, das ist langweilig. Da müssen wir mal ein bisschen von weg. Und dafür will ich arbeiten.

Nora Bendzko

Wenn ich das kurz noch zusammenfassen darf, nur dass ich es richtig verstanden habe, und auch für das Publikum: Du sagst, du wünschst dir so etwas wie eine innere Motivation für Frauenfiguren? (Nike nickt) Okay, ja, würde ich auch so sagen.

Stella Delaney

Das finde ich auch, das ist ein sehr, sehr guter Gedanke. Wir sind jetzt leider schon am Ende von unserem Talk angekommen. Ich glaube, fünf Minuten haben wir noch, und die Zeit werden wir auch nutzen. Ich wollte nur schon mal darauf hinweisen, weil wir jetzt sehr viel für euch geredet haben: Es besteht nach wie vor die Möglichkeit, dass ihr nachher auch mit uns reden könnt. Wir sind noch etwa eine halbe Stunde in der Signier-Area für euch zur Verfügung. Ansonsten am Stand vom Nornennetz, J303, hier in der Halle 2, auch morgen noch. Wenn ihr euch mehr informieren wollt über das Nornennetz, oder vielleicht sogar bei uns mitmachen wollt – das wäre natürlich auch schön! –, dann findet ihr uns im Internet.

Wir haben eine Website, und wir sind auf allen [wichtigen] Social Media: Instagram, Twitter, Facebook, unter Nornennetz. Man findet uns eigentlich überall und ungeniert für alle Fragen, für alle Wünsche, Beitrittsangelegenheiten … Ihr könnt euch an uns wenden. So, jetzt würde ich das Ganze gerne beschließen, dass wir von allen Teilnehmerinnen noch mal ein Closing Statement, eine Zusammenfassung hören, das, was ihnen noch am Herzen liegt, was sie gerne ändern möchten, warum sie im Nornennetz sind und was sie sich wünschen, bewegen zu können. Ich würde sagen, ich fange an mit der Katherina.

Katherina Ushachov

Das Nornennetz kann nicht die ganze Welt retten, aber wir können zumindest in unserer Nische, bei Frauen in der Phantastik und dem Ende der strukturellen Benachteiligung, anfangen. Und jeder kleine Schritt, alles, was wir erreichen können, ist bereits ein Fortschritt, ist bereits Gewinn. Darum bin ich beim Nornennetz. Darum bin ich aktiv.

Stella Delaney

Nike?

Nike Leonhard

Ja, Katherina hat mir die Worte eigentlich aus dem Mund genommen. Ich bin natürlich egoistisch, ich mach das auch für mich selber, weil ich eine Frau bin und meine Sachen besser an den Mann, die Frau bringen möchte. Aber es ist mir schon seit Jahren ein Anliegen. Ich komme aus der Frauenbewegung und ich finde Feminismus nichts, was alt, unattraktiv oder hässlich macht, sondern einfach notwendig. Die Hälfte des Himmels, die Hälfte der Erde und die gesamte Zukunft!

Nora Bendzko

Ja, ich möchte auch noch kurz sagen: Warum mache ich hier überhaupt mit? Wieso? Ich hätte das vor langer Zeit nicht gedacht. Ich bin hier eine der Jüngsten, glaube ich, mit 23, und hätte vor einiger Zeit nicht gedacht, dass ich hier mal bin. Bis es die Episode in meinem Leben gab, wo ich mich erstmals mit Geschichten ins Netz gewagt habe. Ich hatte damals ein Pseudonym, war anonym im Netz und durfte feststellen, dass ich als eine Horror-Autorin und Dark-Fantasy-Autorin immer für einen Mann gehalten wurde, immer für wesentlich älter, obwohl ich 17 war und eben ein Mädchen. Als dann mein »Outing« kam, wo ich gesagt habe, ich bin tatsächlich eine Frau – so zwei Jahre später –, durfte ich die Veränderung bemerken.

Ich durfte bemerken, obwohl ich zu dem Zeitpunkt schon Moderatorin war in einem Forum, dass Leute mich auf einmal nicht mehr ernst nehmen wollten, dass auf einmal Kollegen, mit denen ich einen super Austausch hatte, anfingen, mir Kosenamen zu schreiben. Wo man sich vorher normal ausgetauscht hatte in einer Mail über Bücher, begann jetzt eine Mail mit: »Hallo Hasi«, und ich habe danach natürlich abgeschaltet. Ich habe gemerkt: Woah, hier stimmt etwas nicht! Das möchte ich gerne abbauen, dafür bin ich im Nornennetz. Ich möchte euch alle, die hier sitzen und zuhören, dazu einladen, dass ihr das auch macht.

Es fängt schon damit an, einen Blick ins Bücherregal zu werfen, sich selbst zu vergegenwärtigen: Habe ich vielleicht Vorurteile und habe es nie gemerkt? Habe ich nur Autorinnen in meinem Schrank stehen? Habe ich nur Autoren in meinem Schrank stehen? Was kann ich dagegen machen? Und diese Diskussion mit anderen zu suchen, Bewusstsein zu schaffen, und sich selbst zu hinterfragen, wenn man sich schon erwischt hat bei dem Gedanken: Aber Männer können doch gar nicht, und Frauen können doch gar nicht … Dass man vielleicht ein bisschen tiefer in die Szene guckt und merkt: Aber es gibt einen Nicholas Sparks, der super Romance schreiben kann, es gibt Autorinnen wie Catherine Shepherd, bei denen jeder kotzen muss [vor Angst], egal, ob Mann oder Frau, und dass wir das stark machen.

Denn davon lebt die Phantastik. Sie lebt davon, neue Welten zu erschließen, in neue Horizonte zu entführen, in Welten, die wir so nicht kennen. Und das können wir nur schaffen, wenn wir diese Grenze im Kopf überwinden, zusammen.

Stella Delaney

Absolut perfekt! Ich warte auch schon auf den Applaus und möchte gar nicht lange hinausschieben. Wirklich, ich bin ganz stolz, dass ich hier sitzen darf mit den tollen Kolleginnen, die mir eigentlich alle Worte abgenommen haben. Ich möchte ganz kurz sagen: Ich habe auch eine ähnliche Erfahrung gemacht, weil ich oft männliche Hauptfiguren schreibe. Das ist keine bewusste Entscheidung, das war schon bei meinem ersten Roman, den ich mit 12 in der Auflage von einem Exemplar geschrieben hatte, der Fall. Immer wieder, wenn ich erwähne oder nur erzähle, worum es in meiner Geschichte geht, und es kommt heraus, das sind männliche Protagonisten, dann kommt sofort die Frage: »Oh, warum schreibst du Männer?«

So ein bisschen mit der Unterstellung: Möchtest du ein Mann sein? Stört dich irgendwas? Natürlich, das hatte ich noch gar nicht bedacht: Also marketing-mäßig ist das anscheinend eine gute Bewegung! Das hat mir zum ersten Mal wirklich gezeigt, schon sehr früh, dass da wohl Diskussionen sind, dass da wohl Rollenbilder sind, dass Erwartungen da sind, was man schreiben darf als Frau oder als Mann. Viel später bin ich dann aufs Nornennetz gestoßen, und fand: Endlich finde ich mal etwas, was sich genau gegen solche Klischees einsetzt!

So, ich möchte mich abschließend bei allen bedanken, dass ihr uns zugehört habt. Ich hoffe, ihr habt ein paar interessante Inputs bekommen – ich auf jeden Fall. Wie gesagt, wir stehen euch zur Verfügung, jetzt noch eine halbe Stunde, am Nornennetz morgen oder online, wann immer ihr Zeit und Lust habt. Und jetzt der große Applaus für die tollen Talkerinnen!

Gruppenbild (by Elenor Avelle)

Mein erstes Mal: Leipziger Buchmesse.

Ein Erfahrungsbericht.

(Diandra Linnemann)

In der Gruppe sind Menschen bekanntermaßen mutiger als alleine. Das ist die einzige logische Erklärung, die ich dafür habe, dass ich dieses Jahr zum ersten Mal auf der Leipziger Buchmesse war, als winziges Rädchen im Nornengetriebe. Während mein Freundeskreis nämlich seit Jahren jedes Jahr mutig in die heiße Schlacht an den Messeständen zieht, hatte ich mich bislang nie getraut. Zu viele Leute, zu viele Eindrücke. Jetzt allerdings hieß es: Augen zu und durch. Unser Organisatorinnenteam hatte nämlich mächtig vorgelegt, und kneifen wollte ich auch nicht. Zum Glück, kann ich im Nachhinein nur sagen.

Aber alles auf Anfang. In den Tagen vor der Messe geriet der Postbote ganz schön ins Schwitzen. Da wurden Bücher angeliefert, Tische bestellt (solche mit Beinen, nicht die im Restaurant), Last-Minute-Dokumente abgeliefert, und auch sonst war es schlimmer als gewöhnlich. Außerdem wollte der Hariboshop dringend geplündert werden, um die Versorgung mit überlebenswichtiger Energie sicherzustellen. Um Transport und Unterkunft musste ich mir, Auto und Familie sei Dank, keine Sorgen machen – auch so war ich ein neurotisches Wrack (das ist eine meiner liebenswerteren Eigenschaften).

Natürlich hatten wir einen Plan, und der beinhaltete unter anderem den Aufbau ab Donnerstagnachmittag. Von der Messe bekamen wir einen leeren Stand hingesetzt, den wir uns nach eigenen Vorstellungen dekorieren konnten.

Der Stand

Der Stand (by Diandra Linnemann)

Dank der hervorragenden Planung, an der ich komplett unbeteiligt war, und etlicher fleißiger Nornen war der Aufbau auch schnell erledigt:

Fertiger Stand (by Diandra Linnemann)

Fertiger Stand (by Diandra Linnemann)

Am nächsten Morgen ging es direkt zur Sache. In wechselnder Besetzung wurden Nornen zur Standbetreuung und zur Verlosung eingesetzt – also, nicht dass ihr denkt, wir hätten Nornen verlost, aber jeder Besucher durfte (sogar mehrmals!) in den Schicksalskelch greifen und konnte wunderschöne Kleinigkeiten zum Nornennetz und den verschiedenen Büchern gewinnen. Nicht einmal die Nieten waren richtige Nieten, denn statt materieller Gewinne konnte man im quasi schlimmsten Fall mit einem Zitat aus einem der Nornenbücher nach Hause gehen – wie bei literarischen Glückskeksen. Und ich war wirklich überrascht, wie oft die Zitategewinner meinten, das gezogene Zitat passe genau auf ihre Situation. Ob an dieser Sache mit Nornen und Schicksal vielleicht doch etwas dran ist?

Der Schicksalskelch (by Elenor Avelle)

Der Schicksalskelch (by Elenor Avelle)

Großes Aufsehen erregten auch die von Elenor Avelle in liebevoller Handarbeit – die Frau ist wahnsinnig, ich sag’s euch … vor allem wahnsinnig talentiert! – gestalteten Boxen, aus denen man Gewinne ziehen konnte.

Nornenboxen (by Susann Julieva)

Nornenboxen (by Susann Julieva)

Wenn gerade nicht gelost wurde, fanden am Stand unterschiedliche Lesungen statt, die sich großer Beliebtheit erfreuten. Auch wenn einige der Lesenden durch den üblichen Messelärm in der Halle ziemlich herausgefordert wurden, war das Abenteuer Lesung dank Technik und eimerweise moralischer Unterstützung ein voller Erfolg.

Lesung von Anne Zandt (by T. S. Elin)

Lesung von Anne Zandt (by T. S. Elin)

Und natürlich gab es den Nornentalk, den ich leider verpasst hatte und glücklicherweise hier nachhören konnte:  https://voicerepublic.com/talks/das-nornennetz. Das Interesse war auf jeden Fall groß, und nach dem, was ich mitbekommen habe, kommen die Nornen insgesamt gut an.

Nornentalk (by Ela Schnittke)

Nornentalk (by Ela Schnittke)

Alles in allem war ich extrem überrascht, wie reibungslos sich die Zusammenarbeit und Durchführung gestalteten – schließlich waren viele von uns einander vorher höchstens online begegnet, und unter Stress prallen schonmal unterschiedliche Charaktere aufeinander. Entgegen dem, was jedoch über Frauen leichthin gesagt wird, gab es keine „Stutenbissigkeit“, stattdessen konnte sich jede der Anwesenden nach Temperament, Talent und persönlichem Energielevel einbringen. Und ich glaube, diese großartige Zusammenarbeit übertrug sich auch auf das Publikum, das den Stand meistens üppig belegte.

Großer Andrang (by T. S. Elin)

Großer Andrang (by T. S. Elin)

Nicht einmal das Post-Messe-Trauma, vor dem ich persönlich ein wenig Bammel hatte, konnte uns einen Strich durch die Rechnung machen. Mit einer letzten heroischen Anstrengung war der Stand nach Messeende innerhalb kürzester Zeit verpackt und auf die verschiedenen Nornen verteilt.

Abbau (by Elenor Avelle)

Abbau (by Elenor Avelle)

Letztendlich war mein erster Messebesuch folglich ein voller Erfolg – und ich freue mich darauf, mit den Nornen noch viele andere wilde Aktionen durchzuführen. Bis zum nächsten Mal!

Gruppenbild (by Elenor Avelle)

Gruppenbild (by Elenor Avelle)

 

Nornenlesungen auf der LBM 18 (Anne Zandt)

Da wir nicht nur mit euch talken wollen, haben einige Nornen für euch Stellen aus ihren Werken herausgesucht, die sie euch an unserem Stand J303 in Halle 2 vortragen werden. Anschließend stehen sie euch für ein Meet&Greet zur Verfügung.

Hier also ein kleiner Überblick, wer wann was liest – und der dazugehörigen Facebook-Veranstaltung hinter der Uhrzeit.

Freitag, 16. März

Den Anfang macht Diandra Linnemann von 11 – 11:30 Uhr.
Mit ihr zusammen taucht ihr in die Welt von „Andrea, der Lüsternden und der lustigen Tentakel des Todes“ ab. Zumindest auf Twitter haben die dazugehörigen Boxen für einigen Wirbel gesorgt (und Tentakel Bob, soll nun auch ins echte Leben geholt werden: Ein Bob zum Anfassen). Schaut also vorbei, wenn ihr Diandra, Andrea und Bob kennenlernen wollt:

Hergehört: Wie lesen auf der Leipziger Buchmesse

Düster geht es mit Nora Bendzko von 14 – -14:30 Uhr weiter.
Noch wissen wir nicht, ob ihr Werk „Kindsräuber“ den IndieSeraph gewinnen wird, in jedem Fall wird sie daraus vorlesen und euch einen Einblick in ihr neustes Galgenmärchen „Hexensold“ geben. Wer also einen Ausflug in das Prag des 30-jährigen Kriegs in ihrer Adaptation von Rumpelstilzchen nicht verpassen möchte, sollte unbedingt vorbeikommen:

Reinhören auf der LBM

Von 15 – 15:30 Uhr erzählt uns Laura Kier in ihrem Märchen „Die Muse und der Sorgendieb“ wie Autoren zu ihren Ideen kommen.

Außerdem wird sie zum allerersten Mal aus ihrem Debütroman lesen – einer Dystopie, so viel hat sie schon verraten. Für mehr müsst ihr dann wohl einfach vorbeikommen. Auf der LBM könnt ihr auch vor allen anderen einen Blick auf Titel, Cover und Klappentext werfen:

Prämieren im Gepäck

Den Abschluss am Freitag bildet Jana Jeworreck von 16 – 16:30 Uhr.
Mit Dreiland I startete sie ihre Trilogie, Band II steht schon in den Startlöchern und wer weiß, vielleicht gibt sie uns in ihrer Lesung schon einen kleinen Einblick in die Fortsetzung:

Unsere Nornen lesen vor

Samstag, 17. März

Bunt wird es mit Stella Delaney von 11 – 11:30 Uhr.
Noch hat sie sich nicht entschieden, welche Geschichten sie aus ihrer Kurzgeschichtensammlung „Staub & Regenbogensplitter“ vorliest, vielleicht wird sie auch erst vor Ort eine Farbe wählen lassen. Seid also gespannt:

Frauen in der Phantastik

Auch bei Anne Zandt von  14 – 14:30 Uhr gibt es mehr als eine Geschichte zu hören.
In drei ihrer Projekte, den #Neubrandenwolf, den #WunschDerKönigin und das #Eishörnchen, wird sie euch einen kleinen Einblick geben.

Ungeahnte Einblicke

Von 15 – 15:30 Uhr könnt ihr mit Janna Ruth einen kleinen Ausflug machen.
Nämlich in ihre ebenfalls für den Indie-Seraph-, sowie den dpp-nominierte Märchenadaptation „Im Bann der zertanzten Schuhe“.

Preisverdächtig 😉

Kurz nach Jannas Lesung geht es dann 16 Uhr auf der Fantasy Leseinsel mit unserer Talkrunde weiter! Nicht vergessen!

Sonntag, 18. März

Auch heute geht es märchenhaft weiter mit Katherina Ushachov von 10 – 10:30 Uhr.
Mit ihrem Debutroman „Zarin Saltan“ wird es russisch auf der LBM und eichhörnig sowieso.

Sonntagslektüre am Nornenstand

Den Abschluss bildet Nike Leonard von 11 – 11:30 Uhr.
Mit ihrem „Codex Aureus“ hat sie ihren eigenen Epos erschaffen und wird euch aus den Teilen „Der Fluch des Spielmanns“ und „Biss zum letzten Akt“ einen Einblick darauf geben.

Hört uns zu, lernt uns kennen 🙂

Das Alles nochmal zusammengefasst gibt es hier:

Unsere Messeübersicht für euch

Das ist noch lange nicht alles!
Denn auch außerhalb des Nornennetzes haben einige Autorinnen noch Lesungen und Meet&Greets.
Mit Janna Ruth könnte ihr am Tolino Stand ins DeModie hinabsteigen, BlueSiren liest bei #9Lesen, Tina Skupin am Stand des Verlag Torsten Low, und noch viele mehr … schaut doch mal auf deren Seiten vorbei für mehr Informationen!

Wir freuen uns darauf, euch mit unseren Geschichten begeistern zu können!

*Autorin des Beitrags ist Anne Zandt aka Poisonpainter

Das Nornennetz – starke Frauen in der Phantastik

Am 17.3. um 16 Uhr startet die Talkrunde über Frauen in der Phantastik und im Literaturbetrieb auf der Leseinsel Fantasy in Halle 2.

Eine Stimme für die Frauen der modernen Phantastik-Literatur – mit dieser Vision wurde das Nornennetz gegründet. Denn auch wenn es mehr Phantastik-Autorinnen gibt als je zuvor, sind die Stereotype um (schreibende) Frauen größer denn je. Sie seien mehr auf Romantasy und Gefühle beschränkt – stimmt das denn wirklich?

Unsere Talkrunde auf der LBM

Wo stehen Frauen also in der modernen Phantastik, in Geschichten als auch im Literaturbetrieb? Welche Frauenbilder gibt es zwischen Prinzessin und Drachentöterin, Supermama und Revolutionäre, und wo fügen sich die Nornen selbst ein?

Vier Nornenschwestern treffen sich zur Leipziger Buchmesse für eine offene Talkrunde, um das Nornennetz zu repräsentieren und über jene Themen zu sprechen. Dabei soll vor allem im Zentrum stehen, wie Geschlechter-Stereotypie sowohl Frauen als auch Männer auf dem literarischen Markt behindert – sei es wegen unterschiedlicher Bezahlung und Präsenz oder weil gewisse Genres nur einem der beiden Geschlechter „zugetraut“ werden – und wie AutorInnen und LeserInnen jenen Behinderungen entgegenwirken können.

Fühlen Sie sich herzlichst zum Mitreflektieren und -reden eingeladen!

Die Talkerinnen:

Moderatorin Stella Delaney
Galgenmärchen-Autorin Nora Bendzko
Autorin, Bloggerin und Lektorin Katherina Ushachov
Autorin und Selfpublisherin Nike Leonhard

Magische Momente mit den To-Go-Artikeln am Nornenstand (Elenor Avelle)

Wir* Nornen haben uns für die Besucher der Leipziger Buchmesse 2018 richtig ins Zeug gelegt.

Fantastische Werke werden unsere Regale füllen, die Ihr sogar gewinnen könnt. Wie das geht? Lest weiter und Ihr werdet es erfahren.

Neben unseren Büchern haben wir einzigartige Sammelpostkarten für Euch. Die drei Motive aus den Kategorien Übernatürliche Tierwesen, Mythische Humanoide und Futuristische Geschöpfe haben Anne Danck, Gesa F. Roberts und Elenor Avelle kreiert.

Die drei Nornen Urd, Verdandi und Skuld schmücken das einmalige Lesezeichen. Die Figuren wurden eigens von Gesa F. Roberts und Elenor Avelle für das Netzwerk entworfen.

Aber das ist noch nicht alles. Am Nornenstand Halle 2 J303 warten Buttons, Magnete und literarische Zeilen auf Euch.  Außerdem stehen Themenboxen, passend zu den Büchern und Autorinnen bereit.

Unsere Kreationen gibt es allerdings nicht einfach in die Hand gedrückt. Ein mythischer Kelch voller Lose wird den Besuchern verraten, was sie gewonnen haben.

Unseren Kelch hat Elenor Avelle gezaubert (Foto: Elenor Avelle)

Die Regeln sind simpel:

Jeder, der möchte, darf einmal in den Kelch greifen und losen, welchen Artikel er bekommt. Zwei Mal hintereinander bei der gleichen Norne ziehen, ist nicht erlaubt, aber wenn die Standschicht wechselt, dürft Ihr es gerne noch einmal versuchen.

Wir freuen uns Euch auf der Messe zu sehen und wünschen Euch viel Erfolg mit unserem magischen Merchandise-Kelch.

Wenn ihr mehr über unsere Gewinne erfahren wollte, dann schaut doch mal auf unsere Socialmediaplattformen vorbei:
Facebook
Instagram
Twitter

*Autorin des Textes ist Elenor Avelle

Schwimmen mit Haien: Leipziger Buchmesse (textflash aka Michaela Stadelmann)

Schwimmen mit Haien: Leipziger BuchmesseEs ist jedes Jahr wieder spannend, Aussteller, Autoren und Besucher in den Messehallen aufeinanderprallen zu sehen. Im Grunde wollen alle nur das eine: Aufmerksamkeit! Doch es scheint, als ob manches Individuum diese Aufmerksamkeit um jeden Preis erzwingen will. Und so sorgen diese Krönchen der Schöpfung für Erinnerungen, von denen ich wohl noch meinen Ururururenkeln berichten werde.

Ich könnte nun stapelweise Beispiele von Begegnungen dieser Gruppierungen loslassen. Andererseits fördere ich damit nicht unbedingt das Verständnis füreinander, denn einer zieht bei solchen Vergleichen immer den Kürzeren.

Deshalb habe ich auch nur einen Tipp für alle: Seid nett zueinander!

Überlebensstrategie auf der Messe? Seid nett 😉 (Foto: Ela Schnittke)

So geht’s:

Sei bereits am Einlass nett. Drängel nicht und schrei vor allem nicht herum. Die anderen Besucher werden es dir danken.
Sei nett zum Messepersonal, das seinen Aufgaben mit großer Begeisterung nachkommt.
Sei nett, auch wenn der andere behauptet, der einzige gute Autor weit und breit zu sein und dein Buch für Müll hält. Solche Leute darfst du ignorieren, Hauptsache, du bleibst höflich.
Sei nett, wenn ein Aussteller sich gerade nicht alle Zeit der Welt für dein Exzerpt, deine Leseprobe, dein Exposé nehmen kann und dir stattdessen einen zerknitterten Verlagsflyer in die Hand drückt. Multitasking ist während der Messe eine ziemliche Herausforderung.
Sei vor allen Dingen so nett und mach dich nicht über die ausgestellten Bücher lustig, auch wenn du „schon seit Jahren in der Branche unterwegs“ bist und „mehr Ahnung hast als der Stümper da!“. Die Bücher hat der Herausgeber in stundenlanger Arbeit mit mehr oder weniger Geschick zusammengestellt. Diese Leistung ist grundsätzlich anzuerkennen.
Sei auch nett, wenn du Kritik anbringen möchtest.
Sei nett, wenn du in der Schlange vor dem Kaffeeausschank stehst und Cosplayer die umliegenden 5 Quadratmeter in ein knallbuntes, kicherndes, kreischendes, audiovisuelles Inferno verwandeln. Sie genießen die Messe auf ihre Art.
Sei nett und hör bei Vorträgen aufmerksam zu, statt mit deinem Nachbarn zu quatschen. Vorn auf dem Podium schwitzt sich nämlich jemand für Besucher wie dich die Seele aus dem Leib. Und die Stühle in den Vortragsbereichen wurden nicht als Ablagefläche für deine geschwollenen Füße aufgestellt.
Sei nett, indem du das Buch, das du dir gerade angeschaut hast, wieder ordentlich ins Regal stellst.
Bleib nett, wenn ein Anbieter deinem Wunsch nach einem kostenlosen Goodie nicht nachkommt. Vielleicht hat er keins, weil er sich keine Goodies leisten konnte. Vielleicht wollte er aber von vornherein nicht so viel Müll produzieren.
Sei weiterhin nett und nimm nicht einfach etwas mit, ohne dafür zu bezahlen. Die Bücher, die ausgestellt werden, haben eine Stange Geld gekostet. Diebstahl wird übrigens von der Messe-Leitung geahndet.
Den Nettigkeits-Höhepunkt erreichst du, wenn du davon absiehst, deinen Müll an Ständen zurückzulassen und auf die Sauberkeit deiner Schuhe achtest, bevor du den Stand betrittst. Zur absoluten Superspitze gehörst du, wenn du nicht mit Essen herumkleckerst und ein Auge auf jüngere Messebesucher in deiner Begleitung hast.

Und last but not least: Sei doch so nett und wechsel ein paar Worte mit den Standbetreibern. Sie haben sich mehrere Monate auf die Messe vorbereitet und brennen darauf, dich kennenzulernen!

Die Nornen findest du übrigens während der Leipziger Buchmesse in Halle 2 an Stand J303.
Wir freuen uns auf Euch!

Ankündigung: Die Nornen auf der LBM (J.M.H. Reichert)

Jeder Buchmensch weiß, was hinter dem Kürzel „LBM“ steckt. Die Buchmesse in Leipzig ist in jedem Jahr das erste große Branchentreffen des Buchmarktes. Die nächste findet vom 15. bis 18. März 2018 statt – und sie bekommt Besuch vom Nornennetzwerk.

Wir haben uns viel vorgenommen und das hochgesteckte Ziel angestrebt, unser Netzwerk als Teil der Aussteller zu präsentieren. Die Vorbereitungen laufen und wir haben uns viel für Euch einfallen lassen. Nicht nur einen Stand der Nornen wird es geben, sondern auch einige Überraschungen von unseren Autorinnen. Auf unsere Besucher warten Verlosungen und Lesungen, feinste Goodies und noch mehr nornige Hingucker.

Und wir haben noch mehr: Im Rahmen der „Leipzig liest“ planen wir eine Diskussionsrunde zum Thema „Das Nornennetz – starke Frauen in der Phantastik“. Wir wollen darüber sprechen, in wieweit die Geschlechter-Stereotypen sowohl Frauen als auch Männer auf dem literarischen Markt behindern – sei es wegen unterschiedlicher Bezahlung und Präsenz oder weil gewisse Genre nur einem der beiden Geschlechter „zugetraut“ werden. Dieses Thema betrifft sowohl Autorinnen und Autoren, als auch Leserinnen und Leser. Jeder ist zum Mitreflektieren und -diskutieren eingeladen. Denn das macht das Netzwerk aus: Wir wollen Frauen, die im Bereich der Fantastik schreiben, mehr Gehör und Fairness verschaffen.

Das Nornennetzwerk wurde gegründet, um gezielt deutschsprachige Autorinnen in der Fantastik zu fördern und zu vernetzen, sich gegenseitig zu unterstützen, gemeinsam Projekte in Gang zu bringen und vielleicht auch die Welt zu verbessern. Doch das Netzwerk steht vor allem auch für Toleranz. In dem Sinne freuen wir uns über Besuch von Jung und Alt, klein und groß, Mensch, Ork oder Gestaltenwandler. Auf dass wir unsere Netze auch auf der Leipziger Buchmesse spinnen können.

 Über die Nornen-Aktivitäten zur Buchmesse informieren wir euch in den Sozialen Medien über den Hashtag #NNLBM. Mit dem Fortschreiten unserer Organisation, präsentieren wir auch weitere Informationen über unseren Blog, über Twitter, Facebook und Instagram.

 

(Autorin des Beitrags ist J.M.H. Reichert)

Das war die #FBM 2017 – ein Nornenrückblick von Evanesca Feuerblut

Vorneweg gesagt: Ich** habe während der Messe kein einziges Foto gemacht, auf dem Menschen drauf sind. Alle Fotos in diesem Blogpost stammen von anderen Nornen. Zum einen habe ich ein Smartphone, das nach einigen Fotos komische Dinge tut und zum anderen war gar keine Zeit.
Außerdem war ich nur während der drei Fachbesuchertage auf der FBM.

Der Weg ist das Ziel

Zunächst musste ich mich auf die Reise machen. Und das bedeutete: Ich war spätestens als ich das Haus verließ, um zum Bus zu gehen, von der App abgeschnitten, über die das Nornennetz hauptsächlich kommuniziert. Die funktioniert auf meinem Handy nämlich nicht.
Die fünf Stunden Fahrt habe ich hauptsächlich damit verbracht, mir Fakten aus Markus Heitz‘ Vampire! Vampire! herauszuschreiben. Die brauche ich für ein zukünftiges und fest geplantes Projekt, bei dem eine Protagonistin von mir zur falschen Zeit am falschen Ort ist.
Bis ich bei meinen Eltern ankam, war es schon spät. Mehr als was zu essen, etwas reden, auspacken und ins Bett fallen war nicht drin – denn ich musste ja früh aufstehen, um nach Frankfurt zu pendeln.

Mittwoch

Wenn man in einem fast leeren Zug und ohne Gedrängel zur FBM fahren will, empfehle ich auch für die Zukunft von Wiesbaden aus den RB10 in Richtung Frankfurt (auf dem Rückweg: in Richtung Neuwied) um 09:41. Der davor ist sehr voll und auf der Messe gibt es eine Menge Gedränge, die Rennerei lohnt sich nicht.
Ich war im Zug alleine, ich hatte Platz in der S-Bahn zur Messe (aufgrund meiner Orientierungslosigkeit habe ich mir den Fußweg nicht zugetraut) und auf der Messe selbst musste ich kaum anstehen, um meine Jacke an der Garderobe abzugeben und durch die Security zu gelangen.
Funfact: An diesem Tag wurde ich am strengsten kontrolliert – eine Frau schaute in alle Nebentaschen meiner Handtasche und eine andere fuhr mir mit einem Metalldetektor an der Kleidung entlang, ehe ich durchgewunken wurde. Da außer mir fast keine Besucher*innen da waren, hatten sie vielleicht auch einfach Zeit für eine Kontrolle.

Leer war es nach Mittwochmorgen auf der FBM nicht mehr (Foto: Alexandra Bauer)

Da ich das erste Mal auf der Messe war, hat es mich erst einmal überwältigt, dass Laufbänder zur Verfügung standen, damit die teilweise wirklich weiten Wege innerhalb der Messe einigermaßen machbar sind.
Mein Ziel war Halle 3 – von der ich damals noch nicht wusste, dass sie in 3.0 und 3.1 unterteilt ist – und ich stellte mich auf das richtige Laufband, um dort hinzukommen.
Man bekommt bei dieser Gelegenheit eine Menge in die Hand gedrückt: Eine Art Messezeitung, einen Messeguide der „Zeit“ (der sich als für mich eher uninteressant herausstellte) und weitere Beilagen, die von den jeweiligen Printmedien stammen.

Meine Entscheidung, zur FBM zu fahren, war spontan – und reichlich spät, gerade mal so früh, dass ich noch das günstigste Fachbesucherticket abstauben konnte – und somit hatte ich für keinen der drei Tage verbindliche Termine (außer für Freitag, dazu komme ich noch) und nur eine Liste mit Vorträgen, die ich gerne hören würde. Also habe ich zunächst einmal versucht, Menschen zu treffen und überhaupt die Stände zu finden, die ich mir gerne ansehen würde.

Bestimmt bin ich eine Stunde durch Halle 3.1 gelaufen und habe mich über die zahlreichen Kochbuch- und Religionsverlage gewundert, während die Stände für Selfpublisher*innen einfach unauffindbar waren. Bis mir irgendwann aufging, dass ich im falschen Stockwerk gelandet bin und eigentlich nach Halle 3.0 muss.
Dort hatte ich die erste Nornensichtung – Janna Ruth lief an mir vorbei – aber wir waren uns beide nicht sicher, ob das die jeweils andere ist und hasteten unseres Weges aneinander vorbei.
Gefühlt bin ich mehrere Male an Nike Leonhard vorbei gelaufen, ohne dass wir uns gesehen hätte. Wir waren oft bei den selben Vorträgen – sie im Publikum, ich daneben, haben uns aber einfach nicht zu Gesicht bekommen.

Der erste Vortrag, den ich mir am Mittwoch angehört habe, war am Neobooksstand zum Thema „Exposé“ – denn auch wenn ich als SP-Autorin angefangen habe, sehe ich mich als Hybriden und es gibt Projekte bei mir, die ich lieber mit einem Verlag realisieren würde als ohne. Dabei traten einige überraschende Erkenntnisse zutage – so soll man schon im Anschreiben erzählen, was man bisher geleistet hat. Veröffentlichungen, eventuelle Preise, alles ist wichtig und kann dazu beitragen, die Verlagslektor*innen zu überzeugen. Auch soll man, wenn es nicht explizit anders gefordert wird, nicht den Anfang schicken, sondern eine Stelle, auf die man besonders stolz ist. Sozusagen die Schokoladenseite des Romans. Ich habe am Ende die Frage nach den Besonderheiten eines Reihenexposés gestellt und hier zusätzlich den Tipp erhalten, dass im besten Fall Band 1 für sich funktioniert. Und zumindest einige der Folgebände. Leider richtete sich die Antwort vor allem an Anfänger*innen – mir ist auch so klar, dass man als Debütautor*in nicht mit einem neunbändigen Reihenkonzept antanzen soll, sondern erst einmal zu beweisen hat, dass man auch in einem Buch eine Geschichte erzählen kann. Da ich aber keine blutige Anfängerin mehr bin, hätte ich mir hier Tipps für Fortgeschrittene erhofft.

Das Nornennetz und die FBM, mit Stella Delaney (Foto: Nike Leonard)

Dafür habe ich Babsi aka Bluesiren und eine liebe Twitterbekannte – Jana Tomy – endlich live getroffen. Gemeinsam haben wir uns einen Vortrag in der Selfpublishing Area angehört, der das Thema „als SP in die Buchhandlung“ behandelt hat. Ich habe mir einige Notizen machen können und werde das, was ich gelernt habe, demnächst umsetzen. Wir sind dann gemeinsam dort sitzen geblieben, um uns auch einige der weiteren Vorträge anzuhören, denn es gibt im SP-Bereich Themen, an die ich von selbst nie gedacht hätte. Und über die ich mich somit schlicht nie informiert hätte. Wie beispielsweise, wie die Wikipedia zu SP-Autor*innen steht und wie generell die Arbeit im Hintergrund abläuft, wenn Artikel entstehen. Laut dem Referenten ist es auch nicht schlimm, wenn jemand einen Artikel über ein*e SP-Autor*in anlegt und dieser dann wegen „Irrelevanz“ gelöscht wird, denn damit hat man sich schon mal ins Gespräch gebracht.

Danach blieben wir direkt da, um uns die Preisverleihung des ersten „Deutschen Selfpublishing Preises“ anzusehen. Mit Madeleine Puljic hat den Jurypreis eine sehr sympathische und vielseitige Autorin gewonnen. Ich kannte sie und ihre Bücher vorher nicht, aber Noras Welten klingt für mein bibliophiles Herz sehr spannend und ich werde mich auf alle Fälle mit ihrem Wirken beschäftigen. Auch der Publikumsliebling Blutföhre von Monika Pfundmeier gehört zu den Büchern, die mein Interesse geweckt haben.

Insgesamt war ich glücklich, dass zwei recht junge Frauen beide Preise nach Hause holen konnten. Davon eine, die in der Phantastik zu Hause ist. Das ist für mich ein Zeichen, dass es in der Hinsicht in die richtige Richtung geht – die Qualität der Bücher steht über dem Geschlecht der Autor*innen.
Das war übrigens auch der Tag, an dem ich irgendwann vor Hunger und Durst beinahe kollabiert wäre, weil ich in vorauseilendem Gehorsam kein Wasser eingepackt habe. Also habe ich mir für 2,50€ für ein Glas Wasser und 3,50€ für einen Muffin etwas Stärkung besorgt, damit ich noch ein bisschen Messe durchhalte, ehe ich vollgepackt mit Eindrücken und Leseproben nach Hause gehe.

Woran ich mich noch erinnere, ohne es in eine bestimmte Reihenfolge bringen zu können:
– ein wunderbares Gespräch am Stand des Mantokore-Verlags, wo ich nach Mitnorne Elea Brandt Ausschau gehalten habe. Elea habe ich zwar nicht vorgefunden, dafür aber die Ehefrau des Verlegers, eine freundliche und engagierte Frau, mit der wir unter anderem darüber gesprochen haben, dass Frauen auch Fantasy ohne Liebesgeschichten schreiben können und Männer in der Lage sind, über das Schicksal von Mädchen zu schreiben
– ein kurzes Gespräch mit einigen Mitarbeiterinnen des Acabus-Verlags, die aus dem Häuschen waren, als ich mich als Fan der Chroniken von Chaos und Ordnung geoutet habe. Und die außerdem schon mal vom Nornennetz gehört haben und uns viel Erfolg dabei wünschen, die Stellung der über Fantastisches schreibenden Frauen auf dem Buchmarkt zu verbessern.
– das eine oder andere tolle Gespräch mit Christian Milkus am Stand von Neobooks.
– das Treffen mit einigen wundervollen Menschen, die ich hier nicht erwähne, weil ich nicht genau weiß, ob ich euch zuerst am Mittwoch oder doch erst am Donnerstag getroffen habe.
– nach zwei Jahren Marie Graßhoff mal wieder live gesehen, geknuddelt und bequasselt.
Ann-Kathrin Karschnick getroffen und mit ihr ausgiebig gequasselt

Donnerstag

Nachdem ich am Mittwoch schon daran gescheitert bin, die richtige HALLE zu finden, wusste ich am Donnerstag immerhin, wo ich hin muss. Und: Erleuchtung. Der Mann im Zug neben mir hatte Mineralwasser dabei und fuhr ebenfalls zur Messe. Ich musste sofort fragen, ob man denn welches mit reinbringen kann und erfuhr, zu meinem Erstaunen, dass das kein Problem darstellt.
Angesichts dessen, dass ich eigene Getränke weder in ein Flugzeug (oder nur unter sehr strengen Auflagen) noch zu einem Fußballspiel mitnehmen darf und die Messeleitung „verschärfte Sicherheitsmaßnahmen“ angekündigt hat, war ich doch sehr erstaunt.
Die Folge? Ich zog mir am Bahnhofsautomaten in Frankfurt für 2€ eine Flasche Mineralwasser. Immer noch überteuert, aber immerhin mehr als doppelt so günstig wie auf der Messe – 500 ml für 2€ statt 250 ml für 2,50€.

Auf dem Plan stand ein Vortrag zum Thema „Buchtrailer“ bei Neobooks und ein Meet&Greet – mit mir. Ich habe über Facebook ein Treffen mit mir verlost, bei dem ich ein exklusives Goodie übergebe und wir haben uns auf 16 Uhr geeinigt.
Die freie Zeit dazwischen habe ich damit verbracht, in Menschen hineinzulaufen. So lernte ich beim Vorbeigehen an der BoD-Couch endlich die wunderbare Mary Cronos, meine Kollegin bei „Author Wing“ kennen. Außerdem ihren Schützling, die sympathische E. R. Swan, mit der ich mich in der Folge immer wieder bei diversen Vorträgen zusammen eingefunden habe. Wir sind uns einfach laufend über den Weg gelaufen! Auch I. Reen Bow konnte ich hier endlich persönlich begrüßen. Und ich glaube, ich wäre bei den wunderbaren Frauen noch eine Weile versandet, um zu reden – außerdem war die BoD-Lounge im Gegensatz zum Beispiel zur Selfpublishing Area wirklich bequem 😉 -, wenn ich nicht die Absicht gehabt hätte, mir alles zum Thema Buchtrailer anzuhören.

Am Donnerstag wurden Nike Leonard und Eva-Maria Obermann zum Nornennetz interviewt (Foto: Carina Schnell)

Den Vortrag fand ich an sich interessant, mir ging es aber manchmal zu schnell. Ich kam mit dem Notieren kaum hinterher, schon ging es zum nächsten Stichpunkt, zur nächsten Sache. Dadurch kam sehr viel Input, von dem ich sicher einiges verwenden kann, wenn ich mich irgendwann an einen Trailer für meine Romane setze. Denn leidlich mit Windows Movie Maker und einem Zeichenprogramm umgehen? Das kriege ich hin. Es hapert nur an der Zeit – und an Know-How, von dem ich nach dem Vortrag auf alle Fälle mehr habe als davor.
Ich habe mich dann mit einigen anderen in einen Vortrag zum Thema Neuerscheinungen bewerben in der Selfpublishing Area gesetzt und mir angehört, wie das eine frischgebackene Romance-Autorin und ein alteingesessener Science-Fiction-Autor so machen. Und dabei vor allem mitgenommen, dass ich endlich einen Newsletter machen sollte.
Außerdem habe ich mir einen Vortrag zum Thema „SP-Bücher beim Verzeichnis lieferbarer Bücher“ angehört und mir mal einen Katalog mitgenommen. Mal sehen, ob ich was aus dieser Erkenntnis machen kann.

Dann war es auch schon Zeit für mein Meet&Greet. Der Tag war bis dahin so mit Begegnungen und Gesprächen angefüllt gewesen, dass ich erst kurz vor dem Treffen schnell ein Panini gegessen habe, während ich noch parallel mit „Booksfactory“ telefoniert habe, weil ich eigentlich die Prints von Zarin Saltan bis Samstag gebraucht hätte und sie einfach nicht eintrudeln wollten. Chaos pur.
Ich habe als exklusives Goodie für die Gewinnerin eine Zeichnung von Anna aus Zarin Saltan dabeigehabt, deren Vorstufen ich auf Facebook und Twitter schon gezeigt habe. Die ausgedruckte Lineart habe ich dann per Hand mit zahllosen Buntstiften, Glitzerstiften und Finelinern bemalt und es handelt sich um ein Unikat, das ich Ingrid Schrettl und ihrer Mitbloggerin Miriam Schikotanz in die Hand gedrückt habe.
Dabei stellte es sich heraus: Da sind wir doch tatsächlich alle drei aus Österreich und sind bis nach Frankfurt gereist, um uns zu treffen und miteinander zu sprechen!
Wir haben dann bestimmt eine Stunde darüber geredet, woher die Idee für die Zarin kam, wie mich Ideen sonst manchmal überfallen und wenn die zwei Frauen nicht zu einem anderen Termin gemusst hätten, wären wir vermutlich bis Messeschluss damit beschäftigt gewesen, uns auszutauschen. Das war wunderschön.

Nornen sind Hingucker: Jaelaki in Steampunk-Gewandung (Foto: Michaela Stadelmann)

Begegnungen und Gespräche im Laufe des Tages, die ich nicht mehr chronologisch eingeordnet kriege:

Dahlia von Dohlenburg getroffen – die live ein wunderbarer, fröhlicher Mensch ist
Axel Hollmann wiedergetroffen (wir sahen uns vor über einem Jahr auf der Autorenmesse in Frankfurt) und mich über den SP-Verband informieren lassen
Anna Kleve kennengelernt und bestimmt eine Stunde zugequasselt – über SP, die Märchenspinnerei, das Nornennetz und viele andere Dinge
– beim Durchstreifen der Bereiche abseits der großen Stände habe ich den wunderschönen Ariella-Verlag gefunden. „Ariella“ verlegt jüdische Kinder- und Jugendliteratur im deutschsprachigen Raum und das Blättern durch einige der Bücher weckte unzählige Erinnerungen. Ich muss unbedingt was für diesen Verlag schreiben.
Laura Labas nach zwei Jahren wiedergetroffen, geknuddelt und mir eins ihrer Bücher in signierter Form gekauft.
– Sabrina Uhlirsch wiedergetroffen und die Zeit gehabt, länger mit ihr zu sprechen.

Freitag

Für den Freitag habe ich nur das Nornennetztreffen eingeplant und mich ansonsten ein wenig treiben lassen. Mich umgesehen, zwischen den Ständen, damit ich wenigstens in Halle 3.0 alles gesehen habe, wenn ich schon fast keine Zeit hatte, die anderen Hallen überhaupt mal zu sehen.
Dabei habe ich einen Dramaturgen aus Amerika entdeckt und mich endlich getraut, einen Kinderbuchverlag anzusprechen und sie zu fragen, ob eins meiner Bücher in ihr Portfolio passen würde. Tut es, also müsste ich das auch mal in Angriff nehmen.
Außerdem saß ich mit Janna Ruth in einem Panel zum Thema „Historischer Roman“ – auch wenn es mir als Autorin von historischer Fantasy weniger Input gegeben hat als erhofft, fand ich die Anmerkungen der verschiedenen Referent*innen hochinteressant und habe eifrig mitnotiert.

Und dann … habe ich den Tag bis zum Treffen größtenteils damit verbracht, Menschen knapp zu verpassen.
Da stehe ich am Stand von Greenlight Press, rede mit Luzia Pfyl und erfahre von Janna Ruth, dass man mich sucht und zwar am Stand von Drachenmond. Gesucht wurde ich von Bloggerin und Märchenspinnereifee Rebecca Reiss und von Norne Nike Leonhard.
Erstere habe ich verfehlt. Wie in der Fabel von der Schildkröte und Achilles war die eine teilweise Minuten später genau dort, wo die andere gewesen war. Aber wir haben es trotzdem geschafft, uns nicht zu treffen.
Nike hat dafür mich gefunden. Nachdem ich auf die Suche nach dem Nornennetztreffpunkt erstmal in die falsche Richtung gelaufen bin.
Wir haben uns nach dem erfolgreichen Einsammeln aller dann nach draußen gesetzt und einfach nur geredet. Über die Messe, das Schreiben, das Nornennetz, alles Mögliche. Es war wunderschön, die Schwestern zu treffen – besonders meine ehemalige Novizin Christina Diart <3.

Das Nornentreffen am Freitag (Foto: Christiane Diart)

Wir sind dann noch teilweise zusammen in einige Vorträge gegangen. Wie beispielsweise den von „BoD“ (ihr erinnert euch, die mit den bequemen Sofas) zum Thema „eBook-Marketing“. Ein Großteil von dem, was dort erzählt wurde, war mir inzwischen nicht mehr neu. Dass man erstmal ein gutes Buch braucht, beispielsweise. Andere Dinge fand ich für mich neu und überlegenswert, von einem gezielten Suchmaschinenmarketing habe ich vorher noch nie gehört. Leider wurde hier wieder zu sehr Wert auf Gratisaktionen gelegt.

Ich sehe Gratisaktionen inzwischen als skeptisch. Sie können funktionieren, um einen älteren Titel zu pushen oder um treue Leser*innen zu belohnen, wenn Buch Nummer Drölfzig draußen ist. Aber seit Amazon Prime Reading habe ich festgestellt, dass generell die SP-Kampfpreise eine immer kleinere Rolle im Marketing spielen und sehe darum Gratis- oder „Günstiger“-Aktionen nicht mehr als das Nonplusultra in der Vermarktung von eBooks.
Außerdem war auch dieser Vortrag mehr auf Anfänger*innen ausgerichtet. Ich hatte mir Input erhofft, wie ich – nachdem ich all die gängigen, bereits genannten Sachen ausgereizt habe – noch zusätzlich mehr aus meinem eBook herausholen kann.

Und dann wollte ich aufgrund akuter Erschöpfung eigentlich eher gehen, als … ich Sabine Niedermeyer traf, die unweit der SP-Area sowas wie ein Picknick gemacht hat. Auch Janna Ruth saß dort und ich habe mich einfach dazugehockt. So saßen wir später bestimmt zu zehnt auf dem roten Teppich, haben Süßigkeiten gefuttert und gequasselt. Ich habe unter anderem I. Reen Bow endlich erzählt, dass ich in der selben Stadt aufgewachsen bin, in der sie noch immer lebt.

Es war unglaublich lustig und entspannt. Nur leider haben wir keine Bilder gemacht …

Liebe Sabine, falls du das je liest: Dein Einhorn hängt jetzt neben dem Galaxiehasen an meinem Schlüsselbund.

Dann drohte die Erschöpfung endgültig, mich zu übermannen und ich habe mich widerwillig losgeeist, um zum Eingang zu laufen. Wo ich erneut Babsi und Jana Tomy getroffen habe. Am liebsten hätte ich mich zu euch gesetzt und NOCH eine Stunde verquasselt, so schön war es, aber ich hatte das Gefühl, im Stehen einzuschlafen.
Und schließlich wollte ich am nächsten Morgen sehr früh aufstehen und zum BuCon fahren.

Die Eskalation auf der FBM …

… habe ich zum Glück nicht selbst mitbekommen. Ich habe nur aus zweiter und dritter Hand davon erfahren und war entsetzt. Immerhin hatte ich auf der Messe unter anderem mit einem jüdischen Verlag wundervolle Gespräche und der Gedanke daran, dass auf der gleichen Messe Rechte jemanden verprügelt haben … Ich hatte Gänsehaut und aufrichtige Sorgen um das Ariella-Team und andere engagierte Menschen.

Zum Glück fand das Ganze in einer anderen Halle statt.

Es lässt mich traurig zurück, denn ich hatte drei wundervolle Messetage, die ich mir einfach nicht von Hetzer*innen und pöbelnden, prügelnden Menschen vermiesen lassen möchte. Daher hier nur diese Zeilen. Und oben ganz viel über schöne, flauschige Treffen und liebe Menschen. Einhörner gegen Hetze oder so.
Andere haben genug darüber geschrieben, wahre und wichtige Dinge, aber ich möchte nicht. Ich möchte diese Messe als Fest der Bücher, der tollen Gespräche und des puren Glücks angesichts von lange überfälligen Treffen in Erinnerung behalten. Ohne das Böse, das geschehen ist, auszublenden.  Darüber darf in einem anderen Blogpost gesprochen werden.

Samstag und Sonntag

Auch am Samstag gab es ein Nornentreffen auf der FBM (Foto: Michaela Stadelmann)

Es war von vornherein klar, dass ich am Samstag auf dem BuCon sein werde. Geplant war eigentlich, dass ich dort zusammen mit Sylvia Rieß und Cara deWinter verkaufen sollte. Ich habe extra Goodies zu meinen Eltern bestellt. Aber ich habe völlig vergessen, dass kurz vor der FBM die halbe Welt bei Booksfactory druckt. Nicht nur ich. Und dass somit drei-dreieinhalb Wochen zu wenig sind, auch wenn normalerweise die Bestellung innerhalb von zwei Wochen gedruckt wird.

Somit hatte ich Goodies, ein schickes Kleid, aber keine Bücher.

Ich habe das Beste daraus gemacht, indem ich in die Lesung von Elea Brandt gegangen bin und mir Opfermond signiert gesichert habe. Außerdem habe ich viele Menschen wiedergetroffen und neue kennengelernt. Der BuCon ist immer ein bisschen das Familientreffen der fantastischen Szene und ich bin glücklich, inzwischen dazugehören zu dürfen.
Dort hat mich Rebecca Reiss dann endlich angetroffen und wir konnten live reden. Du bist sooo eine liebe und interessierte Person, es war eine Freude, dich zu treffen!
Am Ende war ich müde und meine Füße vom Stöckeln tot, aber glücklich und um einige signierte Bücher reicher.
Den Sonntag hätte ich dann eigentlich wieder auf der FBM verbringen wollen, aber nachdem ich von den vier Tagen am Stück vollkommen ausgelaugt war, habe ich mir einfach einen Tag auf der Couch gegönnt, ehe ich am Montag in den Zug gen Heimat gestiegen bin.

Kurzfazit: I‘ll be back.

**Der Beitrag wurde verfasst von Katharina Ushachov alias Evanesca Feuerblut