Literarische Weltreise zum Frauenwahlrecht – Mary Price (Bermuda)

Von den USA geht es auf die Bermudas.

Eine weiße Weltkarte mit zwei goldenen Flecken in der Position der USA und den Bermudas. Ein roter Pfeil führt vom ersten zum zweiten.

Unser heutiger Stopp auf der Weltreise zum Frauenwahlrecht kann gleich mit zwei erstaunlichen Frauen aufwarten: Mary Prince, unsere heutige Autorin, und Gladys Misick Morell, die sich für das Frauenwahlrecht auf den Bermudas eingesetzt hat. 

Als 1919 Großbritannien das Wahlrecht für bestimmte Frauen (ü-30, vermögend, studiert etc.) eingeführt wurde, erreichte diese Neuerung leider noch nicht die Bermudainseln. Auch von der Erweiterung des Wahlrechts für alle englischen Frauen im Jahr 1928 blieb diese britische Kolonie unberührt. Auf der Inselkolonie galt das Wahlrecht für Männer, bzw. für reiche Landbesitzer. Allerdings konnten auch Männer of colour das Wahlrecht erhalten, sofern sie genug Land besaßen. Gladys Misick Morell änderte dies als sie 1923 die Bermuda Women’s Suffrage Society gründete und 1943 die Regierung das Gesetz verabschiedete, das Frauen das Wahlrecht erlaubte als auch sich für einen Platz im Parlament aufstellen zu lassen. 

Unsere heutige Autorin, Mary Prince, wurde am 01. Oktober 1788 in Bermuda als Tochter einer Sklavenfamilie geboren. 1828 reiste sie nach England mit ihrem Herrn und dessen Familie, konnte erfolgreich flüchten und kam bei Thomas Pringle unter, einem Mitbegründer der Anti-Slavery Society. Während ihrer Zeit bei Thomas Pringle schrieb ihre Autobiografie nieder, die 1831 unter dem Titel „The History of Mary Prince“ (dt. „Die Geschichte von Mary Prince“) veröffentlicht wurde. 

Marys slave narrative kam zu einer Zeit als Sklaverei in Bermuda und den Britischen Karibik Kolonien noch legal war. Der Bericht schlug so heftig ein in der Gesellschaft, dass er nicht nur der Anti Sklaverei Bewegung Auftrieb verschaffte, sondern auch zwei Mal neu aufgelegt wurde im ersten Jahr seiner Veröffentlichung. Viel über ihr Leben nach 1833 ist nicht bekannt. 1833 war das Jahr in dem sie bei zwei Gerichtsprozessen aussagte, weil ihr Buch zwei Verleumdungsklagen nach sich zog – eine davon von ihrem ehemaligen Herrn, Adams Wood. Des weiteren wurde 1833 im britischen House of Parliament der „Slavery Abolition Act“ verabschiedet, der sicherstellen sollte, dass Sklaverei in der Karibik phasenweise bis 1840 abgeschafft werden sollte. Vermutlich kehrte Prince nach 1833 als freie Frau nach Bermuda und zu ihrer Familie zurück und starb dort. 

Autorin: Sophie Grossalber

Der nächste und letzte Beitrag führt uns ab dem 08.03.2020 nach Island.

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