Fragefreitag: Was schätzt du an Kurzgeschichten?

In der Kürze liegt die Würze oder so. Jedenfalls können wir nur bestätigen, dass die Anforderungen an eine gelungene Kurzgeschichte ganz andere sind, als bei einem Roman. Für Figurenentwicklung ist viel weniger Platz, das Hinführen zum Höhepunkt der Handlung unterliegt anderen Regeln und Formulierungen müssen auf den Punkt gebracht werden, statt Andeutungen zu bleiben. Ohne Frage, Kurzgeschichten haben ihren besonderen Reiz. Darum wollen wir beim #Nornenfragefreitag heute wissen: Was schätzt du an Kurzgeschichten? Was magst du, wie sollen sie aufgebaut sein, wie kann sie dich fesseln?

Autoren Urlaub

Katherina Uschachov aka Evanesca:: Aus Autor*innensicht: Man hat mit ihnen vergleichsweise flott ein Erfolgserlebnis. Kurzgeschichten sind schneller geschrieben als ein Roman. Schneller überarbeitet. Und man findet eher Testleser*innen für zehn Seiten als für 350. Man kann an ihnen das Handwerk außerdem in geballter Form üben und sie sind wunderbar für Experimente. Auch hier kann ich relativ schnell testen, ob es funktioniert hat. Und sie eignen sich perfekt, um in einem Stück vorgelesen zu werden. Aus Leser*innensicht: Man kann mit Hilfe von Kurzgeschichten wunderbar verschiedene Autor*innen und deren Schreibstile kennen lernen, ohne sofort ein ganzes Buch auf Gedeih und Verderb kaufen zu müssen. Ich habe oft eine KG gelesen und mir dann gedacht: Ja, das war gut. Ich will mehr.

Cazze: Sie sind kurz 😉

Janna Ruth: Janna Ruth Den besonderen Fokus, den sie haben. Kurzgeschichten müssen eine Geschichte erzählen und haben keinen Platz für große Charakterentwicklungen, Nebenstorys und ähnliches. Da etwas Cleveres zusammenzubauen, ist eine Kunst für sich.

Laura Kier: Sie sind besser zu überblicken als ein ganzer Roman und dadurch vor allem schneller zu überarbeiten 😀 Vor allem sind sie aber oft weniger ausschweifend als Romane. Ich mag klare Linien und wenige Schnörkel.

Jasmin Engel: Beim Schreiben natürlich, dass sie nicht so viel Zeit beanspruchen und ich mich auf ein Thema konzentrieren kann; beim Lesen, dass es auch mal etwas für zwischendurch ist.

Diandra Linnemann: Mir liegt das Schnörkellose, Abgekürzte bei Kurzgeschichten. Man wirft den Leser mitten in die Geschichte und dann heißt es „Schwimm oder stirb“.

Anne Danck: Es reichen einige wenige Worte, um eine neue Perspektive zu eröffnen und zum Nachdenken anzuregen.

Maelle: Ich liebe es, wenn mich trotz der Kürze das Ende der Geschichte völlig überrascht.
June Is Wenn der Spannungsbogen eingehalten wird (ja, mein Gehirn ist eher technisch) und dann am Ende noch ein toller Plottwist stattfindet.

Sarah König: Ich mag, dass man direkt in die Geschichte einsteigt. Ohne langes Vorgeplänkel, ohne Infodump. Und ich mag, wenn ich als Autorin merke, dass die Geschichte zwar gut ist, aber durchaus Potential zu mehr hat. So wurde aus der Kurzgeschichte „Flammenmädchen“ der Roman „Flammengarde“.

Anna Weydt: Ich schätze an ihnen, dass man einen kleinen Einblick in die Welt erhält, die der Autor sich ausgedacht hat, dass man aber gleichzeitig noch genug Spielraum hat, um selber Dinge dazu zu dichten.

Siiri Saunders: Bis Autorinnen mich baten, ihre Geschichten gegenzulesen, konnte ich Kurzgeschichten nichts abgewinnen, aber sie sind doch so grandios, dass ich wirklich etwas verpasst habe. Man ist sofort in der Geschichte und spürt die Charaktere und die Umwelt umgehend, wenn sie gut geschrieben ist. Der erhellende, humorvolle, traurige (oder welcher auch immer) Moment, lässt nicht lange auf sich warten und man geht innerhalb weniger Minuten oder Stunden in eine geheime Welt und kommt bestenfalls mit einem tollen Gefühl wieder heraus.

Karin (E.) Novotny alias EmmaN: Mittlerweile mag ich den spontanen Einstieg, und dass man weniger erklären muss als bei längeren Stories. Es ist wie ein Kurzfilm, ein Videoclip. Andere Sichtweise auf die Charaktere und ein anderes Tempo. Platz für Skurrilitäten 😉

Nike Leonard: Die Beschränkung auf das Wesentliche in Stil und Handlung.

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