Fragefreitag: Gibt es ein schriftstellerisches Erlebnis, das Dein Weltbild nachhaltig geprägt hat?

Manchmal lesen oder hören wir Dinge, die uns nachhaltig prägen. Für manche ist es ein bestimmtes Buch oder Interview. Eine bestimmte Zeile, ein Satz oder Zitat. Welches schriftstellerische Erlebnis hat Dich geprägt? Verrate es uns unter #Nornenfragefreitag.

Britta Redweik: Eher als Leser: Terry Pratchett hat mein Bild von Religion nachhaltig geprägt. Mit dem Gedanken, dass alles (auf eine gewisse Weise, und sei es nur als Einfluss auf uns) existiert, solange genug Leute daran glauben. Seitdem gehe ich viel lockerer an Religionen heran. Auch wenn ich persönlich immer noch Monotheismus ein wenig unlogisch finde. Aber wem’s gefällt?

Diandra Linnemann: Ein konkretes Ereignis könnte ich nicht benennen, aber irgendwann vor ein paar Jahren habe ich verstanden, dass Literatur die Welt nicht nur bereichern, sondern auch beeinflussen kann.

Siiri Saunders: Die Benefiz-Antholgie „Entzünde den Funken“ konnte uns nur durch ein Crowdfunding und ehrenamtlich arbeitende AutorInnen gelingen. Um ehrlich zu sein glaubte ich nicht daran, dass Crowdfundings funktionieren, aber mein Kollege hat mich etwas ganz anderes gelehrt! Dazu kamen auch noch so viele Kurzgeschichten und gewillte AutorInnen. Vor allem aber hat mich die Hilfsbereitschaft und die Überzeugung so vieler fremder Menschen immer wieder zu Tränen gerührt. Das ist ja, was der Band ausdrücken möchte: Zu Helfen ist etwas Gutes, etwas Schönes und wir haben all diese Hilfe erfahren und können diese Botschaft nun in die Welt hinaustragen. Es hat mir gezeigt, dass meine Idee dieser besseren Welt der Hilfsbereitschaft bereits real ist. Falls ihr nun neugierig seid, was draus geworden ist, klickt hier.

Anne Granert: Dass Träume umzusetzen sind hat mich die Lektüre fast aller Bücher von Pam Grout gelehrt. Weniger nach dem Motto: Arbeite hart und Du schaffst es, sondern glaube daran, denke es und Du erschaffst Dir Deine Realität.

Jasmin Engel:  Bücher, die ich als Kind und Teenager gelesen habe, haben mein Weltbild mit geprägt und das passiert auch heute noch; beim Schreiben an meinen Romanen hat unter anderem die Recherche (z.B. in alten Mythen) mein Weltbild erweitert.

Jule Reichert: Ja, als mein Deutschlehrer (ein Fantasyhasser) in der Oberstufe mit uns ein Buch von der Spiegel-Beststellerliste las, zu dem es noch keine Materialien für die Interpretationen gab. Wir lasen, interpretierten und den Höhepunkt des Halbjahres bildete die Einladung des Autors in die Schule. Ich werde nie vergessen, wie der sagte, er habe sich eigentlich keine so tiefgründige Gedanken um die Bedeutungen so vieler Details gemacht, sondern einfach nur geschrieben. Das war der Moment, an dem ich feststellte, dass mein Deutschlehrer auch keine Ahnung hat und mal Fantasy lesen sollte 😉

Deborah B. Stone:  Früh haben mir Marion Zimmer-Bradleys Versionen des trojanischen Krieges und der Arthus-Sage (oder solle ich sagen: der Morgaine-Sage?) bewusst gemacht, dass Geschichte von den Siegern geschrieben wird. Wir als Autorinnen haben die Möglichkeit, Geschichten umzuschreiben und alternative Leseweisen aufzuzeigen.

Fragefreitag – Welche Schreib-Ziele hast du 2019?

Das neue Jahr beginnen auch wir Nornen mit Schreib-Zielen. Gleich vorweg ein paar Tipps: Setze Dir realistische Ziele und definiere verschiedene Arten von Zielvorgaben. Die Ziele in Teilziele zu unterteilen, kann den Druck mindern und führt trotzdem zu (kleineren) Erfolgen. Schreibe regelmäßig, auch wenn es nur 50 Worte sind. Vielleicht kannst Du am Tag 10 Minuten früher aufstehen, um diese Routine aufkommen zu lassen? Helfen können dabei auch kleine Rituale (bestimmte Musik, Getränke (besser kein Alkohol!) oder Settings. Und um kreative Ideen nicht vorbeifliegen zu lassen lohnt es sich, ein Diktiergerät oder Notizbuch dabei zuhaben. Welche Schreib-Ziele wir Nornen für das Jahr 2019 haben, verraten wir Dir hier. Verrate auch Du uns Deine Schreib-Ziele unter #Nornenfragefreitag.

Britta Redweik: Ich möchte – außer sonntags – jeden Tag entweder 400 Wörter schreiben, oder aber ein Kapitel überarbeiten. Es wird Zeit, dass ich neben wöchentlicher Schreibroutine auch eine tägliche finde. Außerdem will ich endlich einen Roman richtig veröffentlichen. Als Ebook und Print-on-Demand, richtig gegen ein kleines Entgelt. Das wär mein Traum.

Diandra Linnemann: Ich möchte mich an meinem ersten futuristischen Roman versuchen – und parallel habe ich noch eine lustige Geschichte im Ärmel, für Notfälle. Vielleicht schaffe ich auch wieder ein paar Kurzgeschichten, der Bereich hat lange brachgelegen. Tausend Pläne, zu wenig Zeit …

Katherina Ushachov aka Evanesca: Geplant sind mindestens 150.000 geschriebene Wörter. Darunter: Ein Kurzroman, das Beenden eines angefangenen Romans und einer im NaNoWriMo.

Siiri Saunders: Ich will dieses Jahr zwei Romane im High Fantasy Genre veröffentlichen, desweiteren wird das Prequel zu diesen Romanen (Filíns Reise) in der Nornenanthologie veröffentlicht – worauf ich mich so mega freue. Allerdings schreibe ich nicht die typische High-Fantasy, sondern eher dunkelfröhlich-elfisch-episch. 🙂

Anne Granert: Ich werde im Frühjahr den zweiten Band meiner Urban-Fantasy-Reihe Die Talentierten veröffentlichen. Ob ich den dritten Band dieses Jahr noch schaffe, weiß ich nicht, denn ich arbeite noch an einem Werk außerhalb der Fantastik, das zu Weihnachten erscheinen soll.

Jasmin Engel: Ich habe vor, meinen 3. Roman fertig zu schreiben und somit meine Dilogie abzuschließen, außerdem meine alte Novelle, die ich mit 16 geschrieben habe, neu zu schreiben.

Grumpy Moon: Zum ersten Mal seit langem bereite ich wieder einen eigenständigen Roman vor, der nichts mit meiner Romanreihe zu tun hat. Diesen hoffe ich 2019 zu schreiben.

Deborah B. Stone: Meinen Roman fertig stellen und veröffentlichen – in einem tollen Verlag oder im Selfpublishing. Meine ersten Lesungen, zunächst mal gemeinsam mit meiner Schreibgruppe, später vielleicht auch schon allein – wer weiß?

 

Fragefreitag: Was waren eure schriftstellerischen Highlights des Jahres 2018?

In diesem Monat beschäftigen wir Nornen uns mit den Highlights des Jahres 2018. Dazu zählen die vielen persönlichen Highlights unserer Nornen, die ihr jetzt im Januar auf unserem Blog findet, als auch die besonderen literarischen und schriftstellerischen Momente. Neben eigenen Veröffentlichungen sind es vielleicht Begegnungen oder der Genuss besonderer Romane oder Artikel. Solche besonderen Momente hattet ihr auch? Verratet sie uns im #Nornenfragefreitag.

Britta Redweik: Ich habe eine Biografie veröffentlicht und mir damit einigen Frust über die Behandlung Behinderter in Deutschland von der Seele geschrieben. Und erst als ich es wirklich textlich vor der Nase hatte, habe ich gemerkt, dass ich eventuell diesen Frust mit dem verbinden sollte, was ich liebe. Also ab und an mehr diverse Charaktere in meine Phantastikromane einbauen sollte. Mehr in Richtung OwnVoices gehen könnte. (Denn ganz ehrlich, wer liest schon gern eine Biografie und denkt dann noch drüber nach? Nein, Verständnis durch Unterhaltung ist viel schöner.) Ich glaube, dass ich richtig gereift bin, durch diesen Prozess. Einerseits durch eine erste Veröffentlichung abseits von Kurzgeschichten und die Schwierigkeiten, die damit einhergehen, aber vor allem dadurch, dass ich mehr zu meiner Stimme gefunden habe, denke ich.

Diandra Linnemann: Es gab gleich zwei Highlights – ich konnte meine Urban-Fantasy-Reihe beenden und sie dann auch noch in drei Sammelbänden mit wunderschönen neuen Covern herausbringen.

Katharina Rauh: Ich habe meinen ersten Roman fertiggestellt und konnte einen Beitrag für die Benefitz-Anthologie schreiben.

Eva-Maria Obermann: Meine Steampunk-Adaption von Rapunzel, Tropfen der Ewigkeit, ist ein voller Erfolg geworden und das freut mich unglaublich. ich bin völlig neue Wege damit gegangen und habe mich an ein neues Genre und eine PoC Protagonistin gewagt. dass das so gut ankommt, gibt mir Energie, weiter zu machen und kreativ zu bleiben.

Katherina Ushachov aka Evanesca: Einiges davon ist leider noch streng geheim, aber ein großartiges Highlight war für mich, als mein Kurzroman mit Co-Autor beim Wurdack-Verlag veröffentlicht wurde. Ich liebe es, Teil eines Franchises zu sein.

Anne Zandt: Ein Highlight war die Veröffentlichung einer meiner Kurzgeschichten in Mit-Norne Siiri Saunders Anthologie „Entzünde den Funken„, aber auch die Lesung auf der Leipziger Buchmesse zählt definitiv dazu. Und natürlich die von mir und Mit-Norne June Is geschriebene Geschichte „Operation ‚Joker‘“ für den Bücherstadt Kurier. So viele tolle Sachen passiert letztes Jahr …

Siiri Saunders: Die Mitherausgabe der Benefiz-Anthologie „Entzünde den Funken“ war für mich vielleicht sogar das Highlight der nächsten drei Jahre. 🙂 Wir haben so viele Nornen und tolle AutorInnen aus ihren Schreibecken locken können und belohnen sie nun auch noch mit einem Bestseller. Oder sie uns? 🙂 Wie auch immer, es war und ist mir eine Ehre und das Highlight schlechthin.

Anne Granert: Im Sommer habe ich meinen ersten Band einer Urban-Fantasy-Reihe herausgegeben … und bin beim Verlag gleich zum Coaching auf der FBM ausgewählt und der Titel ist zum Top-Titel gekürt worden. Atemberaubend.

Fragefreitag: Wenn du einen Tag in einem Märchen verbringen könntest, welches wäre es und warum?

In ein paar Tagen ist das Jahr 2018 vorbei. Wir Nornen und die meisten Leserinnen und Leser verbringen diese Zeit mit Rückblenden und Vorsätzen. Da kommt dieses kleine Gedankenspiel zur rechten Zeit: In welchem Märchen würdest du gerne einen Tag verbringen und warum? Verratet es uns im #Nornenfragefreitag.

Britta Redweik: Wie hieß das mit dem Goldesel? Da wär ich gern. Einfach etwas Startkapital sammeln. Ansonsten Dornröschen und den M-Kerl von Prinz in der originalen Version von der Vergewaltigung abhalten. Ich würd allerdings gern eine Bratpfanne dahin mitnehmen, geht das?

Diandra Linnemann: „Frau Holle“. Dort würde ich auch glatt einziehen, für immer. Hauptsache, ich darf mein Manuskript mitbringen.

Katharina Rauh: „Hänsel und Gretel“ Ich würde die Hexe überreden, keine Kinder zu grillen und stattdessen immer leckere Sachen zu backen und an die arme Bevölkerung zu verschenken.

EmmaN: Mein Lieblingsmärchen ist aus einem älteren, zerfledderten Buch (1921) mit dem Titel „Kalmückische Märchen“ und lautet: „Wie der Chansohn zwölfmal den Siddhi-Kür holte“. Siddhi-Kür ist ein Toter, den der Prinz/Chansohn aus dem Totenreich entführen soll. Doch der Prinz darf nicht sprechen, sonst entfleucht ihm der Siddhi-Kür wieder und er muss ihn erneut holen. Siddhi-Kür erzählt dem Prinzen immer aufs neue eine anrührende Geschichte, und der Prinz kann nicht anders, als mit den Protas dieser Geschichten mitzufühlen. Und immer, nachdem er doch was zu der gehörten Geschichte gesagt hat, spricht Siddhi-Kür die Worte „In der Welt nicht zu bleiben ist gut“, und entschwindet wieder ins Totenreich. Ich würde gern mit dem Prinzen am Lagerfeuer sitzen und mit von Siddhi-Kür eine Geschichte erzählen lassen (auch, wenn ich danach helfen muss, den Siddhi-Kür wieder im Totenreich aufzusammeln)

Holly Miles: Als Kind liebte ich die Geschichten mit der Baba Yaga. Besonders, wo sie als helfende Hexe auftrat (die aber auch ihre Schattenseiten hatte). In ihren Geschichten würde ich gerne eintauchen.

Fragefreitag: Was lest ihr in der kalten Jahreszeit besonders gern?

Wir Nornen beschäftigen uns im Dezember mit Märchen, die für uns irgendwie in diese kalte Jahreszeit gehören. Vor allem um und an Weihnachten haben für viele Leserinnen und Leser Märchen einen besonderen Platz. Aber ist das für alle so? Oder gibt es noch andere Bücher oder Genres, die ihr mit der kalten Jahreszeit verbindet? Verratet es uns im #Nornenfragefreitag.

June Is:  Im Dunkeln ist Grusel natürlich viel grusliger. Daher tendiere ich im Winter eher zu Crime/Mystery/Horror.

Britta Redweik: Gern romantischeres, sanfteres. Bücher, die keine epischen Schlachten haben oder nachdenklich machen, sondern was, bei dem man sich einkuscheln und einfach nur eingelullt wohlfühlen kann.

Katherina Ushachov aka Evanesca: Ich selektiere meine Lektüre nicht nach Jahreszeiten :). Aber wenn sich die Gelegenheit ergibt, genieße ich es, online ein paar frische Gruselgeschichten vorzufinden.

Diandra Linnemann: Im Winter dürfen die Geschichten „epischer“ und fantastischer sein, ruhig mit mehr Drama … Es gibt ein paar Bücher, die ich im Winter gerne noch einmal lese, und die meisten von ihnen sind weiter von der „echten“ Welt entfernt als meine übliche Lektüre. Also eher klassische Fantasy und Märchen(adaptionen).

Barbara WeißLeichte Lektüre, wenn der Unistress winkt und ansonsten gerne düstere Geschichten mit Geheimnissen z.B. klassische Spukhäuser-Geschichten oder historische Romane um Familiengeheimnisse auf alten Herrenhäusern.

Deborah B. Stone: Herzerwärmendes!

Katharina Rauh: Dasselbe wie in der warmen Jahreszeit.

Jasmin Engel: Der Herbst und vor allem rund um Halloween ist meine Lieblings-Zeit im Jahr. Ich würde jetzt keinen Roman lesen, der explizit im Frühling oder Sommer spielt, aber spezifischer wähle ich nicht aus.

Laura Kier: Nichts anderes als sonst auch. Das, was mich gerade anspricht. Und da ist es mir egal, welche Jahreszeit wir haben.

Felicity Green: Ich liebe Halloween und schreibe jedes Jahr eine Kurzgeschichte 🙂 Dieses Jahr habe ich drei meiner Geschichten als „Felicity Greens Halloween-Storys“ herausgebracht. Wer gute Gruselkurzgeschichten kennt – mir weiterleiten, die würde ich gerne lesen 🙂

Eleonore Laubenstein: Tatsächlich bevorzuge ich Sachen, die keine Schnee- und Eisszenarien beinhalten, weil mich’s dann immer sofort friert … lieber schöne Sachen mit warmen Strandtagen, dazu eine heiße Tasse Tee, und die Illusion vom Sommerurlaub ist hergestellt ..

Ela Schnittke: Da mache ich eigentlich keinen Unterschied. Ich lese vielleicht etwas mehr, weil sich zu Hause mit einem Buch einkuscheln, wunderbar ist, aber thematisch gibt es da keine großen Unterschiede … vll etwas weniger Horror …

EmmaN: Lieber Märchenhaftes im Winter. Mit Schnee und kaltem Wetter in der Story.

Fragefreitag: Welche Märchenelemente habt oder wollt ihr mal in euren Geschichten verwenden?

Als eine alte Textgattung erzählen uns Märchen schon seit Jahrhunderten von wundersamen Begebenheiten. Auch Feen als Märchengestalten sollen ihren Ursprung in den Nornen haben. Habt ihr schon einmal Märchenelemente in euren Geschichten verwendet? Wollt ihr das tun? Welche sind es? Verratet es uns im #Nornenfragefreitag.

Maelle: Die Weise Frau ist ein Topos, der mir immer wieder begegnet ist und mich jedesmal aufs Neue fesselt – und in meinem Debutroman haben sich die Weisen Frauen doch glatt als erstes hineingedrängt.

June Is:  Verzauberungen, Verwünschungen, Prophezeiungen und deren Sprengung 😉

Britta Redweik: Mir haben es in Mittelalterliedern die bleichen Frauen oder Männer im Wald angetan, die junge Menschen vom Weg locken, auf dass sie nie wieder gesehen waren. Ich habe mal einen eigenen Liedtext dazu geschrieben und würde den gern eines Tages in ein Märchen umwandeln.

Katherina Ushachov aka Evanesca: Ich habe bereits das sprechende Tier und die Erlösung durch Warten und Einhalten des richtigen Zeitpunkts. Auch schon mit Verwandlungen und Gegenständen in viel zu kleinen Behältern. Was ich in Zukunft mache? Wer weiß!

Diandra Linnemann: Mein jüngstes Projekt ist voller Märchenelemente – kein Wunder, es spielt in der Märchenwelt hinter den sieben Bergen. Das einzige, was ich nicht so recht unterbringen konnte, war „Der eiserne Heinrich“, und das tut mir leid. Vielleicht kriegt der eine eigene Geschichte, wenn es zeitlich passt.

Barbara Weiß: Banshees – bzw. Geister, die den Tod ankündigen. Die gibt es in Mythologie und Märchen haufenweise und ich habe viele Gespenster in meinen Geschichten, aber meistens treten sie direkt auf und nicht symbolisch.

Deborah B. Stone: sprechende Tiere!

Katharina Rauh:: Den besonderen Sprachstil.

Jasmin Engel: Seltsame Wesen, die halb verborgen genauso in dieser Welt leben wie die Menschen, fand ich schon als Kind faszinierend und baue sie gerne in meine Kurzgeschichten ein; überhaupt das Wundersame, dem nüchternen Menschen nicht so leicht Zugängliche.

Fragefreitag: Welches Wintermärchen ist euer liebstes?

Die Tage werden kürzer und Nebel wallt über die Felder, Schneeflocken gleiten leise herab und hüllen die Welt in Stille. Zu dieser Jahreszeit sind uns die meisten Märchen präsenter, als im Sommer. Liegt es daran, dass wir uns eher in der kalten Jahreszeit – eingekuschelt in eine dicke Decke – den Märchen zuwenden? Und welche Märchen sind das dann? Verratet uns eurer liebstes Wintermärchen im #Nornenfragefreitag.

Ela Schnittke: „Die Schneekönigin“ ist mein absoluter Favorit unter den eisigen Märchen. Ich liebe die Eiswelt und die „böse“ Königin, obwohl wenn ich Anne Zandts Antwort lese, muss ich ihr Recht geben: „Abenteuer im Zauberwald“ ist auch wirklich witzig oder „Der Hirsch mit dem goldenen Geweih“ – ich liebe die Hexe Baba Jaga 😀

June Is:  Fjodor M. Dostojewski: Weiße Nächte.

Britta Redweik: Frau Holle. Ist kein traditionelles Wintermärchen wie die Schneekönigin, aber … sie lässt es schneien. Den Gedanken, nur das Bett auszuschütteln, und schon kann man Schneemänner bauen, gefiel mir schon als Kind gut.

Katherina Ushachov aka Evanesca: Als Kind liebte ich „Ein Sack mit Äpfeln“ – allerdings war ich felsenfest überzeugt, es gäbe von dem Märchen eine Winterversion, bei der Väterchen Frost dem Hasen hilft. Die existiert allerdings offenbar nur in der Fantasie meiner Eltern, die es mir manchmal so erzählt haben … 😀

Diandra Linnemann: Mein liebstes Wintermärchen … ich glaube, das Sterntaler-Märchen. Weiß gar nicht, ob das wirklich im Winter spielt, oder ob mir nur immer kalt ist, wenn ich das lese.

Jule Reichert: Das ist eindeutig die Schneekönigin. Schon als Kind fand ich es beeindruckend, denn es hatte nichts mit Prinzessinnen zu tun, nichts mit Liebe oder einer wunderschönen Frau, die gerettet werden muss. Nein, es geht um ein Mädchen, dass sich auf macht, ihren besten Freund zu retten.

Barbara Weiß: Das Mädchen mit den Schwefelhölzern – das ist eine wunderbar traurige Geschichte, bei der man direkt fröstelt.

Felicity Green: Ich habe schon immer die Schneekönigin geliebt, weil ich als kleines Kind mal eine Aufführung gesehen habe.

Anne Zandt: Hmm … ich schwanke zwischen die Schneekönigin und dem russischen Märchenfilm „Abenteuer im Zauberwald“, Väterchen Frost ist darin einfach so herrlich schräg …

Deborah B. Stone: „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ – die Szenen im Schnee sind einfach toll und stimmungsvoll! Und seit neuerem „Frozen“ – Schwesternliebe erlöst – und für manches lohnt es sich zu schmelzen. Und nicht vergessen: „Gelber Schnee – nee!“

Anne Granert: „Drei Haselnüsse…“ – unnachahmlich, ich liebe es.

Fragefreitag: Wenn du mit einem Vampir/ einer Vampirin frühstücken gehen würdest, was würdest du ihn oder sie fragen?

Zugegeben, terminieren wir das Frühstück zum Zeitpunkt gleißend aufgehender Sonne, würde sich wohl schwerlich ein Vampir oder eine Vampirin zu uns gesellen. Aber einen Kaffee kann er oder sie sicherlich gebrauchen. Oder doch nur Blut? Wie sieht es überhaupt aus mit einer deftigen Mahlzeit? Ist das was für die Vampir-Verdauung? Mit solchen Grübeleien haben wir uns herumgeschlagen. Fallen euch auch noch Fragen ein, die ihr dem Vampir oder der Vampirin stellen würdet? Oder gar Antworten? (Woher auch immer ihr die dann wisst, bleibt offen). Verratet es uns im #Nornenfragefreitag.

Maelle: Schmeckt Blut eigentlich gut gekühlt besser oder körperwarm?

Ela Schnittke: Ich würde wissen wollen, was er alles schon erlebt hat, wen er in seinem Leben getroffen hat, ob Vampire noch jagen oder sich mittels Blutbanken ernährt und ob sie vorhaben, sich jemals zeigen zu wollen, da ich denke, die Menschen würden ihnen nicht mehr mit Angst begegnen, allgemein warum sie sich verstecken.

June Is:  Vampire und Frühstück? Frühstücken die MICH?

Britta Redweik: Moment, mein Frühstück, also sein Abendessen? Oder umgekehrt? Puh, bin ich froh, dass ich anämisch bin, ich stehe so wohl nicht auf dem Speiseplan. … Ich würde ihn fragen, ob es nachts so alleine einsam ist. Wer weiß, vielleicht wäre das Leben auf seine Art für meine Sonnenallergie ja eine gute Alternative?

Katherina Ushachov aka Evanesca: Meine Vampire frühstücken nicht… 😀 Aber ihnen sollte ich sowieso lieber nicht unter die Augen treten, die bringen mich um, weil ich ihnen böse Dinge antue.

Diandra Linnemann: „Warum bist du noch auf?“ ^^ Hmm, überlegen … wahrscheinlich würde mich am ehesten interessieren, ob Vampire überhaupt noch Kaffee trinken können. Das würde meine Karrierewahl nämlich signifikant beeinflussen.

Jule Reichert: Das kommt auf den Vampir an. Mir fallen da ein paar ein, mit denen würde ich lieber nicht frühstücken gehen wollen. Und eine Smalltalkniete bin ich auch noch. Das würde wahrscheinlich in betretenem Schweigen enden, während ich Kaffee und Obst in mich reinstopfe und der arme Vampir dabei zuschauen muss, weil der nichts „normales“ essen kann, ohne es wieder auszukotzen.

Eleonore Laubenstein: Generell gehe ich an so etwas mit wissenschaftlicher Neugier heran. Erstmal beobachten, und dann offene Fragen zu Essgewohnheiten stellen, die vermitteln, dass ich ehrlich interessiert bin und keine Wertung seinem Lifestyle gegenüber habe 😀 und ich würde mir wahrscheinlich eine ganze Menge Notizen machen – das ist 1A-Recherchematerial, an das ich sonst nie wieder drankomme.

Jasmin Engel: Wenn der Vampir selbst nichts frühstückt, außer einem Kaffee vielleicht, würde ich mir wahrscheinlich ständig nervös am Hals herumfingern und keine Frage heraus bekommen.

Anne Granert: Ich denke, aus Recherchegründen würde ich tatsächlich nach seinem ganz alltäglichen Tagesablauf fragen. Duscht er oder sie? Kaffee oder Blut? Kälteempfinden? Gesichtscreme? Staubsauger oder Wischmopp? Vitamin-D Supplemente? Wann trifft man sich mit Freunden? Und es scheinen ja auch viele Aktivitäten wie Theater, Museum oder Jahrmarkt wegzufallen. Oder hat sowas nachts geöffnet? Gibt es eine nächtliche Vampir-Kultur?

Fragefreitag: Machst du beim NaNoWriMo mit? Hast du Tipps, wie man den Endspurt erfolgreich schafft?

Der November neigt sich dem Ende zu und fast 4000 Autorinnen und Autoren haben bislang mehr als 60.000.000 Wörter geschrieben (laut NaNoWriMo.org). Habt ihr schon einmal teilgenommen? Was hat euch dazu bewegt? Nun ist der Monat schon fast rum und wir brauchen dringend Tipps, wie man bis zum Ende durchhält. Verratet es uns unter dem Hashtag #Nornenfragefreitag. Oder erzählt es uns persönlich an unserem Stand 127 auf der BuchBerlin.Autoren Urlaub

Maelle: Ich bin zum zweiten Mal dabei und sehr motiviert. Ich habe zwei Wochen im Oktober nur einzelne Kapitel oder Szenen vorgeplottet, damit damit ich weiß, was ich schreiben soll. Das hilft ungemein.

Diandra Linnemann: Der November ist traditionell so voller Termine, Geburtstage und Vor- und Nachbereitungen, dass ich ausgerechnet jetzt keine Zeit dafür habe. Und in diesem Jahr habe ich am 01.11. das dritte Buch für 2018 veröffentlicht, da habe ich mir einen ruhigen Monat ehrlich verdient. Den Beweis, dass ich ein Manuskript von dieser Länge innerhalb von drei Monaten schreiben und überarbeiten kann, habe ich zur Genüge erbracht. ^^

Katharina RauhJa, aber ich bin sehr, sehr weit zurück mit meinem Wordcount.

Ela Schnittke: Ja, weil es mir leichter fällt, mir einen Schreibmonat frei zu räumen, als jeden Tag Zeit zum Schreiben zu finden. Allerdings gehe ich die Sache dennoch entspannt an. Ich schreibe – das ist die Hauptsache, wenn nicht 50000 Wörter dabei rumkommen, ist das auch okay. Am meisten hilft mir eigentlich die kleinen Helfer der monstermotivation. Es ist vielleicht albern, aber wenn meine Monster hungern, treibt mich das viel mehr an, zu schreiben, als wenn ich mir alleine in den Arsch treten müsste.

Deborah B. Stone: Nicht direkt – ich hatte noch ein anderes Projekt. Aber ich schreibe jeden Tag mind. 2x 500 Wörter, also auch ein Wordcount.

Anne Zandt: Nein, weil ich weiß, dass ich nicht diszipliniert genug dafür bin. Außerdem ist November immer der Monat, in dem ich meinen Adventskalender vorbereiten muss …

June Is: Ja, aber ich bin kein Wettbewerbstyp. Nachdem es einmal klappte und einmal ein Buch ohne Ende herauskam, lasse ich mich beim dritten Mal einfach überraschen 😉

Katherina Ushachov aka Evanesca: Ich mache mit, er motiviert mich unheimlich, meine langen Romane anzugehen. In den Monaten dazwischen schreibe ich meine Kurzromane, aber im NaNo mache ich die längeren Formen. Tipps … Sucht euch eine Truppe. Der NaNo im Tintenzirkel ist großartig, beispielsweise. Alleine vor sich hinwurschteln könnt ihr das ganze restliche Jahr hindurch!

Britta Redweik: Mach ich. Aber um ehrlich zu sein habe ich keine Tipps. Denn ich weiß bis heute nicht, wie ich zwei geschafft habe. Dass ich je einen einzigen Roman auch nur im Draft fertig bekam, erscheint mir bis heute wie ein Traum. Ich mache es einfach so: Morgens hinsetzen und jede klare Sekunde zum Schreiben nehmen. Mit Glück kommt dabei dann genug raus.

Jasmin Engel: Ich habe es ein Mal probiert mit dem NaNoWriMo und gemerkt, dass es nichts für mich ist. Mich setzt so etwas eher unter Druck als mich zum mehr Schreiben zu motivieren.

Fragefreitag: Welche bereichernden oder skurrilen Dinge habt ihr bislang auf Buchmessen erlebt und hat euch davon vielleicht sogar etwas zum Schreiben inspiriert?

Dieses Wochenende sind wir mit vielen Autorinnen und noch mehr Büchern auf der BuchBerlin vertreten. Buchmessen sind eine fantastische Welt für sich und jede Besucherin, jeder Besucher erlebt ganz eigene magische Momente. Welche waren eure und haben sie euch vielleicht sogar zum Schreiben inspiriert? Heute wollen wir nicht nur, dass ihr es uns unter dem Hashtag #Nornenfragefreitag verratet. Wir würden uns auch sehr über einen persönlichen Austausch mit uns an unserem Stand Nummer 127 freuen. Autoren Urlaub

Maelle: Dass ich andere Autorinnen getroffen habe, die auch schreiben, hat mich darin bestärkt, mit meinem Buchprojekt weiterzumachen. Ich war plötzlich nicht mehr so alleine. Das war ein schönes Gefühl.

Elenor Avelle: Ich war mit 15 Jahren bei einem Praktikum auf den Fachbesuchertagen einer Buchmesse. Manche Dinge vergisst man, diesen Flair habe ich nie vergessen.

Diandra Linnemann: Auf der letzten BuCon bin ich einer lieben Freundin begegnet und habe mir von ihr genau erklären lassen, welche Lesungen ich unbedingt anhören muss. Das war schön – ich habe ihr natürlich gehorcht und dadurch Bücher kennengelernt, die ich gar nicht auf dem Schirm hatte. Und wir hatten so einen Running Gag: Den ganzen Tag über habe ich verkündet: „Und jetzt gehe ich endlich Bücher kaufen!“ … aber es kam immer etwas dazwischen. Schließlich wurde es halb sieben, ehe ich einmal zum Shoppen durch die Halle gehen konnte. Das hat sich dann doch noch gelohnt.

Katharina RauhDer Schneesturm der letzten Leipziger Buchmesse hat das Zeug zum Sci-Fi-Endzeit-Thriller

Ela Schnittke: Bei Buchmessen trifft man so viele tolle Leute, die einen beim Schreiben bestärken und die Ideen von einem toll finden. Buchmessen haben mich sowohl schon mega motiviert, als auch manchmal runtergezogen, da viele meiner Mitautoren einfach schon weiter sind als ich und ich durch zuviel Arbeit und Selbstzweifel mitunter nicht vorankomme.

Deborah B. Stone: Für mich war nach der letzten Buchmesse klar: Ich möchte nicht allein hinter meinem Stand stehen – wie gut, dass ich die Nornen gefunden habe 😉

Anne Zandt: Das skurrilste für mich ist, denke ich, meine Buchmesseerfahrung an sich. Ich war 2017 das erste Mal auf einer richtigen Buchmesse, der BuchBerlin, als Besucherin, die sich ordentlich mit neuem Lesestoff eingedeckt hat und als Autorin, deren erster Anthologiebeitrag an jenem Wochenende erschien. Nicht viel später war ich dann eine derjenigen, die den Messeauftritt der Nornen auf der LBM 18 nicht nur geplant, sondern auch als Standinventar begleitet hat. Außerdem hatte ich da auch noch meine erste große Lesung am Stand … Momentan bin ich eine der Hauptorganisatorinnen unserer Messeauftritte (BuchBerlin 2018 und LBM 2019) und das ist irgendwie ein sehr schräger Wandel …

June Is: Belustigende Dinge: Auf der FBM die Schließzeiten verpassen und statt „Rauswurf“ gab es „Häppchen“ (war damals als unbekannte Privatperson dort).

Anne Granert: Ich war erst einmal auf einer Messe, der LBM. Ich kann mich Deborah anschließen, denn ich fand alles ziemlich überwältigend, aber auch einschüchternd. Jetzt bin ich froh, dass ich in diesem tollen Netzwerk bin und bei Messen nie wieder alleine.