Fragefreitag: Welche Geheimtipps habt ihr für ein entspanntes und stressfreies Messeerlebnis?

Nur noch sechsmal schlafen, dann öffnet die Leipziger Buchmesse endlich für uns die Pforten. Obwohl wir uns natürlich freuen, ist so eine Messe auch jedes Mal wieder anstrengend. Daher haben wir herumgefragt, welche Geheimtipps unsere Schwestern auf Lager haben, um die Messezeit entspannter und stressfreier zu genießen. Was sind eure Geheimtipps? Verratet es uns unter #Nornenfragefreitag.

Autoren Urlaub

Katharina Rauh: Bequeme Schuhe mitnehmen. Nicht stressen lassen. Unbedingt den Nornennetzstand besuchen *zwinker*

Blue Siren: Nehmt Stoffbeutel mit, damit interessante Goodies und Prospekte Platz haben. Große Taschen oder Koffer kann man bequem an der Garderobe lassen.

Maelle: Ich finde auch, dass bequeme Schuhe das Wichtigste sind und gute Laune.

Anne Zandt: Nehmt euch Snacks mit! Es gibt zwar jede Menge Futterstände auf der Messe, aber so ein bisschen Obst oder was zum Naschen gibt einem manchmal den nötigen Schub, um noch ein bisschen weiter die Hallen zu erkunden.

Ela Schnittke: Bequemes anziehen – am bestem im Zwiebellook, weil es ungeheuer heiß wird auf der Messe, auch wenn draußen gefühlt noch Winter ist; Creme für die Lippen, ausreichend Trinken, Bonbons, Snacks, unbedingt Pausen einplanen und nicht hetzen lassen. Es gibt zwar viel zu sehen, aber macht euch bewusst, dass man nicht immer alles schaffen kann. Daher ganz entspannt berauschen lassen und zwischen den Terminen genug Zeit einplanen, denn von Halle zu Halle braucht man aufgrund des Andrangs mitunter etwas länger 😉

Katrin Biasi: Gutes Schuhwerk ist unerlässlich. Viel trinken. Sicherstellen, dass der Handyakku voll aufgeladen ist. Und zwischendurch frische Luft schnappen. 🙂

Elenor Avelle: Die besten Tipps, die ich für mich nutzen konnte, waren: Zieh dich sommerlich an, in der Halle schwitzt du schnell. Schicke Schuhe sind mörderisch, auch wenn sie zum Outfit passen. Denk an Getränke, einen Fettstift für die Lippen und Kopfschmerzmittel.

Diandra Linnemann: Mir fallen Menschenmengen schwer, deswegen suche ich mir ganz zu Anfang einen Platz, an dem meistens wenig los ist (letztes Jahr in der Nähe der Tagungsräume), und ziehe mich zwischen Events und Terminen immer wieder dahin zurück. Es hilft mir, direkt zu Anfang einen Plan zu haben, dann kann ich den Messetrubel viel mehr genießen.

Fragefreitag: Welche Bauhausfrau hat Euch inspiriert?

In den letzten Tagen konntet Ihr auf unseren Kanälen ein paar literarische Schnipsel ganz besonderer Künstlerinnen erhaschen: Den Bauhausfrauen. Heute ist der Welt-Frauen-Tag und wir widmen diesen ganz besonderen Tag den vergessenen Bauhausfrauen. Schaut dazu doch mal auf Twitter und Facebook vorbei, denn unsere Nornen Elenor Avelle und Katrin Ils haben sich intensiv über das Thema Bauhausfrauen – 100 Jahre später unterhalten und heraus kam ein spannendes Video.

Und jetzt zu unserer Frage: Welche Bauhausfrau hat Euch inspiriert? Verratet es uns unter #Nornenfragefreitag.

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Feder-sterne-1024x496.jpg

Elenor Avelle: Ich kann mich noch gut an die Bilder aus dem Kunstunterricht erinnern. Damals haben wir nur über die Männer am Bauhaus gesprochen und ich wusste teilweise nicht, dass Entwürfe von Frauen waren. Sie hatten so kaum eine Chance Eindruck zu hinterlassen.

Diandra Linnemann: Vor der Nornenaktion wusste ich kaum was über das Bauhaus und gar nichts über die Bauhausfrauen. Ich bin beeindruckt davon, wie viele der Künstlerinnen sich gegen die Schwierigkeiten durchgesetzt haben – und habe großes Mitgefühl für diejenigen, die unter dem Druck nachgegeben und ihre Kunst nur noch „nebenbei“ verfolgt haben.

Evanesca (Katherina Ushachov): Nicht direkt inspiriert, aber als ich ungefähr 12 Jahre alt war, suchte man in Chemnitz eine Jugendliche für die Rolle der Marianne Brandt für den Film „Farbe, Form, Licht. Marianne Brandt – Eine Chemnitzer Künstlerin“. Meine Eltern haben mich damals in ein wirklich entlegenes Stadtviertel gefahren, am Abend, damit ich dort mitmachen kann. Der Name hat sich dann auf Lebenszeit eingeprägt, sodass ich auch jetzt aufhorche, wenn ich Werke von ihr irgendwo sehe.

Fragefreitag: Worauf freut ihr euch auf der bevorstehenden Leipziger Buchmesse am meisten?

Der März steht, wie sollte es auch anders sein, auch bei uns Nornen ganz im Zeichen der Leipziger Buchmesse. Während viele noch mit Hochdruck an unseren Giveaways für euch basteln und den Stand koordinieren, versuchen andere den Messetrubel einfach zu übersehen. Worauf freust du dich am meisten auf der LBM? Verrate es uns unter #Nornenfragefreitag.

Autoren Urlaub

Jasmin Engel: Leider kann ich zwar nicht dabei sein auf der LBM, aber ich freue mich schon sehr drauf, alles rund um unseren Nornennetz-Stand und den Seraph in den SoMe mitzuverfolgen.

Katharina Rauh: Auf den Nornennetzstand.

Blue Siren: Auf 9lesen am Messe-Freitag und unsere Talkrunde am Donnerstag.

Maelle: Ich freue mich schon darauf, ganz viele Nornen kennenzulernen.

Anne Zandt: Die Nornen-WG, die Nornen wiedersehen, Leute treffen, die ich sonst nur über das Internet sehe … und und und …

Ela Schnittke: befreundete Autoren/Autorinnen wiederzusehen; auf die Nornen-WG; allgemein auf das Messefeeling.

Anne Granert: Ich bleibe zuhause, daher freue ich mich auf die vielen Bilder und Nachrichten der Nornen und anderer Bloggerinnen und Blogger, denen ich folge.

Fragefreitag: Welche Schreibziele hast Du für dieses Jahr?

Wir Nornen arbeiten auf Hochtouren für die LBM 2019. Viele Autor*innen schreiben sich die Finger wund, um ihr Werk noch vor der LBM zu veröffentlichen. Andere wiederum schreiben, um sich bei den zahlreichen Ausschreibungen zu bewerben. Welches Schreibziel hast Du? Verrate es uns unter #Nornenfragefreitag.

Diandra Linnemann:Eigentlich wollte ich mir dieses Jahr keine Ziele setzen, aber … idealerweise bekomme ich zwei Rohfassungen fertig. Wenn alles gut geht. Mit Rückenwind. Das wird spaßig!

Anne Granert: Ich denke knapp 200.000 Wörter. Das bedeutet den dritten Teil meiner Urban-Fantasy Trilogie Die Talentierten und ein weiterer Roman.

Grumpy Moon: Einen neuen, eigenständigen Roman fertigstellen, der nichts mit meiner Reihe zu tun hat, und diesen dann auch rausbringen!

Evanesca Feuerblut aka Katherina Ushachov: Geplant sind mindestens 150.000 geschriebene Wörter. Darunter: Ein Kurzroman, das Beenden eines angefangenen Romans und einer im NaNoWriMo.

Katharina Rauh: 100.000 Wörter.

Anna Kleve: Ein Buch, nach dem gefragt wurde, endlich fertig schreiben und mein „kleines“, schriftstellerisches Experiment fertigstellen.

Barbara Weiß: Ich habe Anfang 2019 meine Bewerbung mit „Save Our Souls 1“ an eine Literaturagentur geschickt. Es wäre natürlich fabelhaft, wenn ich eine positive Antwort bekomme! Außerdem würde ich gerne „Save Our Souls 2“ zumindest zu 70% fertigstellen.

Myna Kaltschnee: Ich möchte mindestens 150.000 Wörter schreiben und meinen Kurzroman überarbeiten.

Fragefreitag: Welche Tipps hast Du zum Schreiben von Liebes- oder Sexszenen?

Gestern konntest Du unter dem Hashtag #BadDating unsere aufregende und abgefahrene Aktion zum Valentinstag verfolgen. Heute gehen wir nochmal ins Eingemachte und wollen von unseren Nornen wissen, welche Tipps sie für das Schreiben von Liebes- oder Sexszenen haben. Du hast noch mehr? Prima, dann verrate sie uns unter #Nornenfragefreitag.

Diandra Linnemann: Wenn sie nicht für die Handlung wichtig sind, lass es.

June Is: Unbedingt nur das schreiben, was man selber gerne liest/lesen möchte. Oder noch krasser – was einen evtl. selbst anturnt. Sonst hat man das Recherecheproblem, was dann zu einer Überbetonung der Technik aber den Wegfall aller anderen sinnlichen Eindrücke führen könnte. Natürlich kann man sich auch ausprobieren, aber dann auf das eben Genannte achten. Soweit meine 5 Cent.

Deborah B. Stone: Überlege dir, was du mit der Szene noch vermitteln möchtest – außer einem erotischen Prickeln 😉 Wie ist das Verhältnis der Charaktere ausserhalb des Bettes? Wer fühlt sich stärker angezogen? Was bleibt an Zweifeln, was steht auf dem Spiel, wenn sie sich auf eine Beziehung einlassen, was verbergen sie (noch) voreinander?

Katrin Biasi: Nenne die „Dinge“ beim Namen. Niemand möchte etwas über einen Aal lesen, der sich Zutritt zur weiblichen Lustgrotte verschafft. Genauso wenig, wie Zungen nicht um Einlass bitten. Es sei denn, es soll eine Parodie sein, dann lass deiner Fantasie freien Lauf. 😉

Britta Redweik: Willst du inklusiv schreiben? Und bist nicht im Genre Erotica? Dann lass Sex einfach gleich raus. Als sex repulsed Asexuelle möchte ich sowas ungern lesen. Das heißt nicht, dass es sie nicht generell darf, aber der Autor oder die Autorin muss sich wenigstens vorher bewusst machen, dass a) dann eine Triggerwarnung ins Buch gehört und b) er/sie damit seine Zielgruppe verringert. Für Liebesszenen wieder: Auch hier, Liebe ist so viel mehr als nur Sex. Nicht nur körperlich. Ich weiß, wie schwer es ist, die anderen Seiten der Liebe in Worte einzufangen. Aber … vielleicht können wir das wenigstens häufiger versuchen, um so endlich medial ein nicht so eingeschränktes Bild von Beziehungen zu transportieren?

Evanesca (Katherina Ushachov): Vielleicht gehörst du wie ich zu den Leuten, deren Charaktere ihren eigenen Kopf haben – und übereinander herfallen, ob du es nun willst oder nicht. Lass dich in der Rohfassung so gut es geht von ihnen leiten – und habe bei der Überarbeitung ganz dringend den Inkognito-Modus deines Browsers angeschaltet. Es kann nicht schaden, Praktiken und anatomische Details zu recherchieren, besonders wenn du über Dinge schreibst, die deine Charaktere tun, du selbst aber nicht erlebt hast / jemals erleben kannst oder willst. Aber wenn du danach keine seltsame Werbung im Social Web haben willst … schadet Inkognito nicht 😉

Holly Miles: Schreib nur die Szene, die du auch bei einer Lesung vorlesen würdest, ohne dabei zu stottern oder in Verlegenheit zu geraten. Wenn du dir das nicht vorstellen kannst, schreib die Szene nicht. Wenn doch, dann kann es sich lohnen, sie doch zu schreiben.

Fragefreitag: Welche Termine sind als Autorin oder Autor im Jahr 2019 besonders wichtig?

Bald geht es für uns Nornen auf die LBM. Bald? Naja, ein paar Wochen müssen wir noch warten, doch Du kannst uns glauben, wir sind schon sehr aufgeregt. Die LBM gehört für uns zu einem der wichtigsten Termine des Jahres. Davon gibt es natürlich noch mehr. Welche, erfährst Du hier. Du hast noch mehr Veranstaltungen für uns? Dann verrate sie uns unter #Nornenfragefreitag.

Diandra Linnemann:Die Buchmessen natürlich. ^^

Siiri Saunders: Definitiv die Buchmessen – und auch den BuCon, da wohne ich nämlich in der Nähe. 😀

Deborah B. Stone: Narrativa, PAN, Buchmessen und vielleicht noch FeenCon? Und natürlich der NaNoWriMo … – diesmal bin ich dabei!

Anna Kleve: Die Buchmessen und ich hoffe, dass dieses Jahr auch wieder eine Lesung zur Nacht der Kultur möglich sein wird.

Barbara Weiß: Die Leipziger Buchmesse mit der Lesungsrunde 9lesen – bei der ich auch wieder dabei sein darf – und das Litcamp in Heidelberg!

Myna Kaltschnee: Ganz klar: Die Camps NaNoWriMo im April und Juli und der reguläre NaNoWriMo im November. Ob ich dieses Jahr auf die FBM kann, steht noch in den Sternen.

Fragefreitag: Welches ungewöhnliche Kompliment haben du oder deine Bücher erhalten?

In nicht ganz zwei Wochen ist Valentinstag, doch wir wollen uns heute schon mit Komplimenten beschäftigen. Welches ungewöhnliche Kompliment haben du oder deine Bücher jemals erhalten? Verrate sie uns unter #Nornenfragefreitag.

Diandra Linnemann: Meine Patentante – eine Dame von beinahe achtzig Jahren – sagte mir letzten Sommer sehr besorgt, der historische Roman sei ja ganz nett, aber die Urban-Fantasy-Reihe fände sie einfach nur abartig. Ich fand es trotzdem sehr lieb, dass sie hineingeschaut hat. Und da ich düstere Geschichten schreibe, war es schon irgendwie ein Kompliment.

Jasmin Engel: Mein Stil wurde von einer Agentur als poetisch und authentisch bezeichnet (angenommen haben sie mich aber trotzdem nicht ;-), mein 2. Roman von den Testleserinnen als inspirierend und mein 1. Roman als zu exotisch (für mich ist das etwas Positives!)

Eva-Maria Obermann: Mir wurde unter anderem gesagt, meine Texte wären wie Seide. eine tolle Formulierung.

Siiri Saunders: Eine Leserin ist einfach drei Haltestellen weitergefahren und hat durch das Lesen meines Buches vergessen auszusteigen. 🙂 Auf Twitter gefunden. 🙂

Britta Redweik: Eine Berufslektorin hat mal angeboten, 2-3 Seiten öffentlich zu lektorieren und daran ihr Handwerk zu erklären. Neben ein paar anderen habe ich auch ich was von mir eingereicht und bei mir schrieb sie privat, dass sie beeindruckt ist, dass ich schon so zu meinem Stil gefunden hätte. Noch junge, unveröffentlichte Autoren hätten da noch Schwierigkeiten. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, ob ich meinen Stil wirklich schon habe. Aber es war doch sehr schön, das zu hören. Dass ich schon offenbar weiter auf dem Weg bin, als ich gedacht hätte.

Anne Granert: Ein begeisterter Leser hat ein Gedicht über das freudige Warten auf den zweiten Band meiner Urban-Fantasy-Reihe auf Twitter veröffentlicht.

Grumpy Moon: Kurioserweise eine Absage von einem Verlag: Es sei ihnen noch nie so schwergefallen, ein Manuskript abzulehnen, denn es habe ihnen sehr gut gefallen, passe aber nicht so recht in ihr Programm. Hat mich gleichzeitig glücklich und traurig gemacht.

Deborah B. Stone: „Ich lese sonst keine Fantasy, aber dein Buch möchte ich unbedingt weiterlesen.“

Fragefreitag: Welches Buch, welche Lektüre, welches Werk hat Dich 2018 am meisten beeindruckt?

Wir sind immer auf der Suche nach Buchempfehlungen und freuen uns, Dir ein paar weitergeben zu können. Mit dabei: Fantastik, Verlag, Selfpublisher, brandneu und Klassiker. Hast Du Empfehlungen für uns? Verrate sie uns unter #Nornenfragefreitag.

Diandra Linnemann: Ich habe Margaret Atwood entdeckt. Vor allem die Maddaddam-Trilogie hat mich beeindruckt.

Jasmin Engel: Am meisten haben mich 2018 „Tyll“ von Daniel Kehlmann und „Orchis“ von Verena Stauffer beeindruckt; letzteres geht in die phantastische Richtung, ich würde es aber nicht als Fantasy einordnen.

Eva-Maria Obermann: Zwar kein fantastisches Werk, aber absolut großartige und prägend: Noah Sow – Deutschland Schwarzweiß.

Elena: Eins meiner Jahreshighlight war „Circe“ von Madeline Miller. Für mich eine gelungene feministische Neuerzählung von Kirke und anderen bekannten Frauenfiguren der griechischen Mythologie, die ganz neue Betrachtungsweisen eröffnet.

Katharina Rauh: Good night Storys for Rebel Girls von Elena Favilli und Francesca Cavallo

Barbara Weiß: Das spannende und fabelhaft geschriebene „Unstern“ von Katrin Ils gehörte mit „Matthew Corbett und die Hexe von Fount Royal 1“ von Robert McCammon, „Lillesang“ von Nina Blazon und „Najaden – Das Siegel des Meeres“ von Heike Knauber zu meinen Jahreshighlights!

Fragefreitag: Gibt es ein schriftstellerisches Erlebnis, das Dein Weltbild nachhaltig geprägt hat?

Manchmal lesen oder hören wir Dinge, die uns nachhaltig prägen. Für manche ist es ein bestimmtes Buch oder Interview. Eine bestimmte Zeile, ein Satz oder Zitat. Welches schriftstellerische Erlebnis hat Dich geprägt? Verrate es uns unter #Nornenfragefreitag.

Britta Redweik: Eher als Leser: Terry Pratchett hat mein Bild von Religion nachhaltig geprägt. Mit dem Gedanken, dass alles (auf eine gewisse Weise, und sei es nur als Einfluss auf uns) existiert, solange genug Leute daran glauben. Seitdem gehe ich viel lockerer an Religionen heran. Auch wenn ich persönlich immer noch Monotheismus ein wenig unlogisch finde. Aber wem’s gefällt?

Diandra Linnemann: Ein konkretes Ereignis könnte ich nicht benennen, aber irgendwann vor ein paar Jahren habe ich verstanden, dass Literatur die Welt nicht nur bereichern, sondern auch beeinflussen kann.

Siiri Saunders: Die Benefiz-Antholgie „Entzünde den Funken“ konnte uns nur durch ein Crowdfunding und ehrenamtlich arbeitende AutorInnen gelingen. Um ehrlich zu sein glaubte ich nicht daran, dass Crowdfundings funktionieren, aber mein Kollege hat mich etwas ganz anderes gelehrt! Dazu kamen auch noch so viele Kurzgeschichten und gewillte AutorInnen. Vor allem aber hat mich die Hilfsbereitschaft und die Überzeugung so vieler fremder Menschen immer wieder zu Tränen gerührt. Das ist ja, was der Band ausdrücken möchte: Zu Helfen ist etwas Gutes, etwas Schönes und wir haben all diese Hilfe erfahren und können diese Botschaft nun in die Welt hinaustragen. Es hat mir gezeigt, dass meine Idee dieser besseren Welt der Hilfsbereitschaft bereits real ist. Falls ihr nun neugierig seid, was draus geworden ist, klickt hier.

Anne Granert: Dass Träume umzusetzen sind hat mich die Lektüre fast aller Bücher von Pam Grout gelehrt. Weniger nach dem Motto: Arbeite hart und Du schaffst es, sondern glaube daran, denke es und Du erschaffst Dir Deine Realität.

Jasmin Engel:  Bücher, die ich als Kind und Teenager gelesen habe, haben mein Weltbild mit geprägt und das passiert auch heute noch; beim Schreiben an meinen Romanen hat unter anderem die Recherche (z.B. in alten Mythen) mein Weltbild erweitert.

Jule Reichert: Ja, als mein Deutschlehrer (ein Fantasyhasser) in der Oberstufe mit uns ein Buch von der Spiegel-Beststellerliste las, zu dem es noch keine Materialien für die Interpretationen gab. Wir lasen, interpretierten und den Höhepunkt des Halbjahres bildete die Einladung des Autors in die Schule. Ich werde nie vergessen, wie der sagte, er habe sich eigentlich keine so tiefgründige Gedanken um die Bedeutungen so vieler Details gemacht, sondern einfach nur geschrieben. Das war der Moment, an dem ich feststellte, dass mein Deutschlehrer auch keine Ahnung hat und mal Fantasy lesen sollte 😉

Deborah B. Stone:  Früh haben mir Marion Zimmer-Bradleys Versionen des trojanischen Krieges und der Arthus-Sage (oder solle ich sagen: der Morgaine-Sage?) bewusst gemacht, dass Geschichte von den Siegern geschrieben wird. Wir als Autorinnen haben die Möglichkeit, Geschichten umzuschreiben und alternative Leseweisen aufzuzeigen.

Fragefreitag – Welche Schreib-Ziele hast du 2019?

Das neue Jahr beginnen auch wir Nornen mit Schreib-Zielen. Gleich vorweg ein paar Tipps: Setze Dir realistische Ziele und definiere verschiedene Arten von Zielvorgaben. Die Ziele in Teilziele zu unterteilen, kann den Druck mindern und führt trotzdem zu (kleineren) Erfolgen. Schreibe regelmäßig, auch wenn es nur 50 Worte sind. Vielleicht kannst Du am Tag 10 Minuten früher aufstehen, um diese Routine aufkommen zu lassen? Helfen können dabei auch kleine Rituale (bestimmte Musik, Getränke (besser kein Alkohol!) oder Settings. Und um kreative Ideen nicht vorbeifliegen zu lassen lohnt es sich, ein Diktiergerät oder Notizbuch dabei zuhaben. Welche Schreib-Ziele wir Nornen für das Jahr 2019 haben, verraten wir Dir hier. Verrate auch Du uns Deine Schreib-Ziele unter #Nornenfragefreitag.

Britta Redweik: Ich möchte – außer sonntags – jeden Tag entweder 400 Wörter schreiben, oder aber ein Kapitel überarbeiten. Es wird Zeit, dass ich neben wöchentlicher Schreibroutine auch eine tägliche finde. Außerdem will ich endlich einen Roman richtig veröffentlichen. Als Ebook und Print-on-Demand, richtig gegen ein kleines Entgelt. Das wär mein Traum.

Diandra Linnemann: Ich möchte mich an meinem ersten futuristischen Roman versuchen – und parallel habe ich noch eine lustige Geschichte im Ärmel, für Notfälle. Vielleicht schaffe ich auch wieder ein paar Kurzgeschichten, der Bereich hat lange brachgelegen. Tausend Pläne, zu wenig Zeit …

Katherina Ushachov aka Evanesca: Geplant sind mindestens 150.000 geschriebene Wörter. Darunter: Ein Kurzroman, das Beenden eines angefangenen Romans und einer im NaNoWriMo.

Siiri Saunders: Ich will dieses Jahr zwei Romane im High Fantasy Genre veröffentlichen, desweiteren wird das Prequel zu diesen Romanen (Filíns Reise) in der Nornenanthologie veröffentlicht – worauf ich mich so mega freue. Allerdings schreibe ich nicht die typische High-Fantasy, sondern eher dunkelfröhlich-elfisch-episch. 🙂

Anne Granert: Ich werde im Frühjahr den zweiten Band meiner Urban-Fantasy-Reihe Die Talentierten veröffentlichen. Ob ich den dritten Band dieses Jahr noch schaffe, weiß ich nicht, denn ich arbeite noch an einem Werk außerhalb der Fantastik, das zu Weihnachten erscheinen soll.

Jasmin Engel: Ich habe vor, meinen 3. Roman fertig zu schreiben und somit meine Dilogie abzuschließen, außerdem meine alte Novelle, die ich mit 16 geschrieben habe, neu zu schreiben.

Grumpy Moon: Zum ersten Mal seit langem bereite ich wieder einen eigenständigen Roman vor, der nichts mit meiner Romanreihe zu tun hat. Diesen hoffe ich 2019 zu schreiben.

Deborah B. Stone: Meinen Roman fertig stellen und veröffentlichen – in einem tollen Verlag oder im Selfpublishing. Meine ersten Lesungen, zunächst mal gemeinsam mit meiner Schreibgruppe, später vielleicht auch schon allein – wer weiß?