Fragefreitag: Welche bereichernden oder skurrilen Dinge habt ihr bislang auf Buchmessen erlebt und hat euch davon vielleicht sogar etwas zum Schreiben inspiriert?

Dieses Wochenende sind wir mit vielen Autorinnen und noch mehr Büchern auf der BuchBerlin vertreten. Buchmessen sind eine fantastische Welt für sich und jede Besucherin, jeder Besucher erlebt ganz eigene magische Momente. Welche waren eure und haben sie euch vielleicht sogar zum Schreiben inspiriert? Heute wollen wir nicht nur, dass ihr es uns unter dem Hashtag #Nornenfragefreitag verratet. Wir würden uns auch sehr über einen persönlichen Austausch mit uns an unserem Stand Nummer 127 freuen. Autoren Urlaub

Maelle: Dass ich andere Autorinnen getroffen habe, die auch schreiben, hat mich darin bestärkt, mit meinem Buchprojekt weiterzumachen. Ich war plötzlich nicht mehr so alleine. Das war ein schönes Gefühl.

Elenor Avelle: Ich war mit 15 Jahren bei einem Praktikum auf den Fachbesuchertagen einer Buchmesse. Manche Dinge vergisst man, diesen Flair habe ich nie vergessen.

Diandra Linnemann: Auf der letzten BuCon bin ich einer lieben Freundin begegnet und habe mir von ihr genau erklären lassen, welche Lesungen ich unbedingt anhören muss. Das war schön – ich habe ihr natürlich gehorcht und dadurch Bücher kennengelernt, die ich gar nicht auf dem Schirm hatte. Und wir hatten so einen Running Gag: Den ganzen Tag über habe ich verkündet: „Und jetzt gehe ich endlich Bücher kaufen!“ … aber es kam immer etwas dazwischen. Schließlich wurde es halb sieben, ehe ich einmal zum Shoppen durch die Halle gehen konnte. Das hat sich dann doch noch gelohnt.

Katharina RauhDer Schneesturm der letzten Leipziger Buchmesse hat das Zeug zum Sci-Fi-Endzeit-Thriller

Ela Schnittke: Bei Buchmessen trifft man so viele tolle Leute, die einen beim Schreiben bestärken und die Ideen von einem toll finden. Buchmessen haben mich sowohl schon mega motiviert, als auch manchmal runtergezogen, da viele meiner Mitautoren einfach schon weiter sind als ich und ich durch zuviel Arbeit und Selbstzweifel mitunter nicht vorankomme.

Deborah B. Stone: Für mich war nach der letzten Buchmesse klar: Ich möchte nicht allein hinter meinem Stand stehen – wie gut, dass ich die Nornen gefunden habe 😉

Anne Zandt: Das skurrilste für mich ist, denke ich, meine Buchmesseerfahrung an sich. Ich war 2017 das erste Mal auf einer richtigen Buchmesse, der BuchBerlin, als Besucherin, die sich ordentlich mit neuem Lesestoff eingedeckt hat und als Autorin, deren erster Anthologiebeitrag an jenem Wochenende erschien. Nicht viel später war ich dann eine derjenigen, die den Messeauftritt der Nornen auf der LBM 18 nicht nur geplant, sondern auch als Standinventar begleitet hat. Außerdem hatte ich da auch noch meine erste große Lesung am Stand … Momentan bin ich eine der Hauptorganisatorinnen unserer Messeauftritte (BuchBerlin 2018 und LBM 2019) und das ist irgendwie ein sehr schräger Wandel …

June Is: Belustigende Dinge: Auf der FBM die Schließzeiten verpassen und statt „Rauswurf“ gab es „Häppchen“ (war damals als unbekannte Privatperson dort).

Anne Granert: Ich war erst einmal auf einer Messe, der LBM. Ich kann mich Deborah anschließen, denn ich fand alles ziemlich überwältigend, aber auch einschüchternd. Jetzt bin ich froh, dass ich in diesem tollen Netzwerk bin und bei Messen nie wieder alleine.

Fragefreitag: Glitzervampire versus From Dusk till Dawn – welche sind euch lieber und weshalb?

In unserem Nornengestöber haben wir schon Informationen rund um unser Novemberthema Vampire gesammelt. Nun wollen wir in die Tiefe gehen, oder besser ins Herz? Schlägt eures beim Anblick eines melancholischen Glitzervampirs höher? Oder inspiriert euch doch eher der kräftige Biss eines Vampirs aus dem Bereich Horror oder Grusel? Lasst es uns unter dem Hashtag #Nornenfragefreitag wissen.Autoren Urlaub

Diandra LinnemannGlitzer ist ja auf vielen Dingen toll, aber auf Vampiren doch bitte lieber unbedingt nicht. Vampire bedienen diverse unserer Urängste – es ist fast schon eine Beleidigung, die zu verniedlichen, indem man sie glitzern lässt und zu schwermütigen Menschenfreunden macht. Ich fand schon Louis in „Interview mit einem Vampir“ so unerträglich selbstmitleidig und weinerlich … gut, stellen wir fest: Im Fall des Falles mutiere ich definitiv zur mordenden Bestie. Für irgendwas muss es ja gut sein.

Katherina Uschachov aka Evannesca Feuerblut: Ach, meinetwegen können sie glitzern, so viel sie wollen. Solange sie keine heteronormativen Konservativen mit einer Moral aus den 50er Jahren statt aus den 1900er Jahren haben, ist alles gut ;-). Das fand ich nämlich sehr … unauthentisch und sinnlos. Wie sie dann aussehen, ist zweitrangig. Wobei einige meiner Vampirdamen lieber Glitzer am Leib tragen, als einen glitzernden Leib zu haben.

June Is: Lieber was Eigenes (er)schaffen. 😉

Luna aka Grumpy Moon: Ich bin kein großer Fan von Vampiren, daher ist mir das relativ egal, aber auf jeden Fall unterstütze ich künstlerische Freiheit. Die Vorwürfe an S. Meyer, ihre Vampire seien wegen des Glitzers und der anderen Änderungen keine „richtigen“ Vampire, kann ich nicht nachvollziehen, da ich persönlich es sehr langweilig fände, wenn alle Vampire in jedem Werk immer gleich wären. Hexen sind schließlich auch überall anders, und das stört keinen.

Jasmin Engel:  Mir geht es ähnlich, seit vielen Jahren sind Vampire für meinen Geschmack zu häufig vorgekommen, haben für mich ihren Reiz verloren, den sie in den 90ern noch hatten. Ich bin immer für einen Mittelweg, also Vampire zwischen Glitzer und From Dusk till Dawn vielleicht.

Katharina RauhBeides gleichzeitig. Das wäre doch mal was 😉

Laura Kier: Vampire? Es gibt doch noch so viele andere tolle Wesen! Aber mir reicht es definitiv, wenn Feen glitzern 😉

Jule Reichert: Ich warte auf den Moment, in dem eine Jägerin, nennen wir sie Buffy, einem Glitzervampir, nennen wir ihn Edward, einen Pflock ins Herz rammt. Nein, ich kann mit Romantasy nicht allzu viel anfangen. Neue Konzepte für alte Kreaturen finde ich grundsätzlich gut, ich mag auch Vampire mit Herz und Gewissen. Aber ein Vampir hat Schwächen zu haben. Glitzern ist meines Erachtens keine ernstzunehmende Schwäche und produziert auch keine ernstzunehmenden Konflikte.

Anne Zandt: Alles, bloß nicht glitzern … und wenn dann nur, wenn jemand den drüber verschüttet hat … das wäre doch mal ne Geschichte … Ansonsten bevorzuge ich tatsächlich die Vampire, die mehr „Menschlichkeit“ haben, also Fähigkeiten der Manipulation oder eine Gewisse Finesse haben – Ulknudeln sind aber auch erlaubt – und nicht nur sinnlos drauflos fressen. Dann sind sie einfach nur langweilige, Blut trinkende Zombies.

Britta Redweik: Früher hab ich die Glitzerviecher gehasst. Heute finde ich die Koexistenz verschiedener Subspezies sehr interessant. Darauf hat mich aber auch nur die Lektüre von Jim Hines gebracht.

Barbara Weiß: Ich mag meine Monster lieber düster und blutrünstig – was nicht heißt, dass sie nicht freundlich und lieb sein dürfen. Aber ich halte gerne an dem Konzept fest, dass sie tagsüber das Haus nicht auf einfache Weise verlassen können. Ihre Existenz braucht für mich neben all den Fähigkeiten auch ein wenig Tragik und Handicap.

Anne Granert: Ich bin ein kleiner Angsthase und bevorzuge definitiv die glitzernde Variante. Als Teenager habe ich From Dusk till Dawn geguckt und konnte wochenlang schlecht schlafen. Von Edward und Bella träume ich gerne. Das Leben hat eindeutig zu wenig Glitzer!

Fragefreitag: Welche Vampirfigur hat euch inspiriert?

Halloween ist gerade vorbei, die Nächte werden länger. Dabei sind Vampire vermutlich die am meisten von Mythen und Legenden umgebenen Wesen der Nacht. Kaum ein anderes Geschöpf diente auf so viele Arten und in so vielen Ländern als Inspiration. Bram Stoker war dabei nur der Anfang. Habt ihr euch schon einmal von einer Vampirfigur inspirieren lassen? Vielleicht gar zum Schreiben einer Geschichte oder zur Darstellung eines Charakters? Verratet es uns im #Nornenfragefreitag.

June Is: Also mich haben E.A. Poe – Storys zu Vampirstorys beeinflusst. Aber Vampirfiguren direkt … eher nicht.

Katherina Uschachov aka Evannesca Feuerblut: Lestat de Lioncourt. Er hatte einfach dieses … ich weiß auch nicht, ich mochte das Grenzüberschreitende, das Freche sehr gerne.

Deborah B. Stone: Lissa und Rose aus „Vampire Academy“ – eine sehr intime Mädchenbeziehung (jedenfalls zu Beginn …).

Diandra LinnemannMit Vampiren habe ich eigentlich wenig am Hut … aber ich fand Bram Stokers „Dracula“ sehr inspirierend wegen der Mischung aus Horror, Geschichte und Romantik.

Jule Reichert: Mein Fable für Dark Fantasy schleppe ich seit meiner Jugendzeit herum – und damit auch Vampire. An Dark Fantsy-Romanen gab es damals noch nicht so viel. Klar habe ich die gängigen gelesen. Allerdings hat mich z.B der Dracula-Film damals mehr beeindruckt, als das Buch. Trotzdem gibt es noch zwei Buch-Vampire, die mir bis heute nachhängen. Jander Sunstar und Graf Strahd von Zarovich stammen aus dem Rollenspieluniversum Ravenloft (D&D) und haben mich dazu animiert, mit ähnlichen Charakteren in meinen eigenen ersten Roman einzusteigen.

Anne Zandt: Spike aus Buffy. 😀 Ich habe zwar auch Dracula gelesen und bewundere noch heute das Format des Buches, aber Spike ist und bleibt einer meiner Lieblingsvampire, die mich auf verschiedene Arten beeinflusst und geprägt haben.

Katharina RauhVlarad aus „Ghostsitter“ von Tommy Krappweiss.

Britta Redweik: Schließe mich cazze an. Ich liebe Vlarad. Und dann noch … kennt noch jemand die Kurzserie mit dem gezeichneten Vampir, dem immer alles misslingt?

Barbara Weiß: Ich mochte die „Der Kuss des Dämons“ Reihe von Lynn Raven sehr. Die war etwas düsterer als Twilight, aber noch teenie-klischeehaft-romantisch genug für das vierzehnjährige Ich. Allgemein habe ich eine Zeit lang aber alles verschlungen, wo Vampir drauf stand. Anne Rice, Bram Stoker, Lara Adrian und auch Stephenie Meyer. Ich denke, das alles hat mein Vampirbild geprägt.

Fragefreitag: Spielen Jahrenzeiten für euch beim Schreiben eine Rolle?

Der Herbst hat endgültig Einzug gehalten. Die Temperaturen sinken, die Sonne versteckt sich immer öfter hinter Wolken. Hat das Auswirkungen auf euer Schreiben? Habt ihr vielleicht sogar eine Lieblingsjahreszeit oder spielen die Jahreszeiten selbst in euren Geschichten eine Rolle? Verratet es uns im #Nornenfragefreitag.

Anna Kleve: Tja, eigentlich habe ich keine bevorzugte Jahreszeit zum Schreiben, aber in meinen Geschichten spielt gelegentlich eine Jahreszeit eine wichtige Rolle, wenn auch nicht bei allen.

Siiri Saunders: Ich liebe den Herbst und den Winter zum Schreiben. Dann kuschle ich mich in eine Decke, schlürfe Kakao mit Marshmallows oder Chai Tee und höre Musik. Im Frühjahr und Sommer genieße ich die Schreibzeit in Cafés. Die Jahreszeiten haben für mich eine sehr wichtige Rolle, auch sie können Emotionen transportieren und sie subtil im Leser wecken.

Maelle: Der Winter ist schön zum Schreiben, wenn es draußen früh dunkel wird, und man nicht das Gefühl hat, etwas zu verpassen! Andererseits habe ich im Sommer einige schöne Szenen am Strand auf meinem Liegestuhl geschrieben – dazwischen zur Abkühlung ab in die Wellen. Das erfrischt manchmal auch den Text!

Cazze: Als typische Kellerkind habe ich keine Lieblingsjahreszeit beim Schreiben. Beim Schreiben habe ich jedoch gemerkt, dass ich vermehrt auf Jahreszeiten achten muss. Im Winter ist es beispielsweise kalt (Was? Neeeeein! Das hätte ich jetzt nicht gedacht!) und im März gibt es auf einem Maisfeld keine mannshohen Maispflanzen, zwischen denen man sich verstecken kann.

Felicity Green: Ich schreibe ungern im Sommer, weil ich die Hitze am Laptop nicht mag! Außerdem liebe ich Herbst und Winter, auch in meinen Büchern. Bei meinen Highland-Hexen-Krimis achte ich darauf, dass die Handlung ungefähr zu der Jahreszeit spielt, in der das Buch erscheint!

June Is:  Lieblingsjahresschreibzeit habe ich nicht, aber es zeigt sich, dass man im Sommer vermehrt anderes zu tun hat 😉

Katherina Uschachov aka Evanesca: Jahreszeiten spielen bei mir beim Schreiben in der Regel keine Rolle.

Grumpy Moon: Eine Lieblingsjahreszeit zum Schreiben habe ich nicht, aber ich mache es ungern im Sommer, weil die Hitze meine Konzentration stört. In meinen Romanen spielen Jahreszeiten an sich eher selten eine Rolle, dafür aber umso mehr das Wetter.

Diandra Linnemann: Merkwürdigerweise fällt mir das Schreiben im Spätsommer immer schwer – wenn im Herbst Inspiration und Energie zurückkehren, fühlt sich das großartig an. Darum ist der Herbst wohl meine liebste (Schreib-)Zeit.

Deborah B. Stone: Obwohl es mich im Winter weniger von Schreibtisch und raus in die Natur lockt, bin ich in der dunklen Jahreszeit allgemein träger und uninspirierter. Seufz!

Laura Kier: Jahreszeiten tragen sehr zur Atmosphäre bei und dadurch auch zur Stimmung vom Roman. Ob es nun draußen stürmt oder die Sonne scheint ist je nach Szene durchaus wichtig und damit ist auch die Jahreszeit bei mir oft wesentlich. Oft spiegeln sich auch die Stimmungen meiner Charaktere im Wetter wieder.

Jule Reichert: Jahreszeiten beeinflussen mein Schreiben eigentlich wenig. Meine Inspiration ist nicht wetterabhängig. Einzig bei allzugroßer Hitze streikt mein Hirn, dann geht nichts. Als indirekte Beeinflussung kann ich das Wetter und die Bahn noch vorbringen. Vor allem Herbst und Winter verschaffen mir als passionierte Zugschreiberin gerne mal mehr Zeit, wenn Äste auf den Gleisen liegen oder es gar anfängt zu schneien.

Jasmin Engel: Der Herbst und Winter sind für mich die perfekten Jahreszeiten zum Schreiben. In der Hitze des Sommers, der ja dieses Jahr besonders lange ging, fiel es mir oft schwer zu schreiben oben in meinem Arbeitszimmer.

Eva-Maria Obermann aka Variemaa: Ich liebe es, Jahreszeiten in meine Geschichten einfließen zulassen. Tatsächlich schreibe ich am besten, wenn es draußen kühler ist. Der Herbst bringt mich immer in eine kreative Stimmung, die ich gerne nutze.

Fragefreitag: Ist Halloween für euch in euren Texten ein Thema oder ist es schon zu ausgelutscht?

Bestimmte Dinge wiederholen sich jedes Jahr, dazu gehört auch Halloween. Wir wollen diese Woche von unseren Nornen wissen, ob sie solche Gelegenheiten in ihr Schreiben miteinbeziehen oder komplett außen vor lassen. Habt ihr schon einmal einen Text über Halloween geschrieben? Lasst es uns unter dem Hashtag #Nornenfragefreitag wissen.

Autoren Urlaub

Katherina Uschachov aka Evanesca: Bisher kam Halloween nur in einem meiner (noch unveröffentlichten) Romane vor: Und zwar in Zusammenhang mit dem NaNoWriMo. Da habe ich meine Mainzer NaNo-Truppe verewigt, indem ich meinen „Rahmenhandlungs-Prota“ mit ihnen Horrorfilme schauen ließ, bevor es ans Reinschreiben in den NaNoWriMo ging. Ansonsten spielt Halloween keine Rolle. Allerdings nicht, weil es ausgelutscht wäre. Es hat sich bisher einfach nie ergeben. Meine historische Fantasy ist aktuell noch im alten Rom, da ist Halloween noch irrelevant. „Zarin Saltan“ ist nicht an Jahreszeiten gebunden und die Handlung meiner Dystopie spielt im Sommer.

Anna Weydt: Über Halloween habe ich noch nie geschrieben. Herbststimmung kommt in meinen Romanen aber immer wieder gerne auf.

Laura Kier:  Selten. Ich habe zwar zwei Kurzgeschichten in einer Anthologie um Halloween platziert, aber beides eher mit dem Hintergrund von Sammhain u.ä. Festtagen, sprich offene Toren zwischen den Welten.

Anne Zandt: Halloween bzw. Samhain ist ein faszinierender Brauch. Mindestens zweimal habe ich das ganze schon mal in einer Kurzgeschichte verarbeitet und es werden bestimmt noch weitere folgen.

June Is: Habe einige gute Ideen dazu aufgeschrieben, aber noch keine in eine Story umgesetzt.

Jasmin Engel: Halloween ist bisher nur am Rande in meinen Romanen und Kurzgeschichten vorgekommen, Hauptthema war es noch nicht.

Fragefreitag: Was wünscht ihr euch bei einer Zusammenarbeit mit einem (Klein)verlag?

Die Zusammenarbeit mit Verlagen ist für viele Autoren ein Dreh- und Angelpunkt bei der Veröffentlichung ihrer Werke. Deshalb stellen wir heute die Frage danach, was sich unsere Nornen bei der Zusammenarbeit mit (Klein)verlagen wünschen, was ihnen besonders wichtig ist. Was wünscht ihr euch von einem Verlag? Lasst es uns unter dem Hashtag #Nornenfragefreitag wissen!

Autoren Urlaub

Diandra Linnemann: Einen guten persönlichen Kontakt, Engagement und absolute Ehrlichkeit darüber, was geht und was nicht. Natürlich sagt einem der gesunde Menschenverstand schon, dass ein Klein(st)verlag nicht direkt zum Bestseller führt, aber ich möchte ein Gespür dafür haben, was an Werbung, Veranstaltungen, langfristigem Einsatz möglich ist – und auch, wo die Limits liegen. Schließlich wollen wir ja zusammenarbeiten.

Katherina Uschachov aka Evanesca: Einen menschlichen Umgang und zeitnahe Kommunikation. Ich möchte nicht das Gefühl haben, um Updates betteln zu müssen oder Angst zu haben, meinen Vertrag zu verlieren, wenn ich auch nur eine Frage stelle.

Grumpy Moon: Mich aufs Schreiben konzentrieren zu können und die anderen Dinge, von denen ich keine Ahnung habe, anderen Menschen zu überlassen, die dafür besser qualifiziert sind.

Maelle: Eine Zusammenarbeit, die Spass macht, in der Erwartungen klar formuliert und Entscheidungen gemeinsam gefällt werden.

Jasmin Engel: Am Besten, mich mit ihnen auf einer Wellenlänge zu fühlen und einen offenen, respektvollen Umgang miteinander.

Laura Kier: Die Frage stelle ich mir auch schon länger. Vor allem Unterstützung bei meinen Projekten und damit eine Begegnung auf Augenhöhe. Buchsatz, Covergestaltung usw. mach ich auch im Selfpublishing und das gerne, von daher wünsche ich mir vor allem auch weitere Leser, die durch eine Veröffentlichung in einem Verlag auf mich aufmerksam werden.

Fragefreitag: Selbstverlag oder Kleinverlag?

Selbstverlag oder Kleinverlag? Diese Frage stellt sich vielen Autoren, für die ein großer Publikumsverlag aus verschiedenen Gründen nicht in Frage kommt. Welche Variante unsere Nornen bevorzugen, haben wir in unserem heutigen #Nornenfragefreitag gefragt. Was denkt ihr zu dem Thema? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

Autoren Urlaub

Katherina Uschachov aka Evanesca: Ich mag beides recht gerne, wenn ich ehrlich bin. Sowohl mit engagierten Kleinverlagen zu arbeiten, als auch, Dinge selbst herauszubringen. Es ist projektabhängig, wofür ich mich entscheide.

Laura Kier: Selbstverlag. Ich mag es die Bücher genau so zu machen, wie ich es möchte, ohne das mir jemand anderes reinredet. Natürlich ist mir Qualität extrem wichtig und daher auch die Meinung von anderen, aber ich möchte einfach die letzte Entscheidung haben.

Diandra Linnemann: Ich mag den Kleinverlag allein deshalb schon lieber, weil man – wenn man an den richtigen gerät – mit Profis zusammenarbeitet, die mit unglaublich viel Herzblut bei der Sache sind und einem Aufgaben abnehmen, für die man als Autor eventuell gar nicht qualifiziert ist. Selfpublishing macht viel Spaß, aber ich kann einfach nicht alles gleich gut.

Anna Kleve: Ich habe bisher nur Selbstverlag gemacht und mit Kleinverlagen keine Erfahrungen. Nach dem, was ich von anderen Autorinnen gehört habe, ist meine Meinung da etwas zwiespältig, aber ich möchte es trotzdem mit dem nächsten Projekt mal versuchen, auch wenn ich im Selbstverlag natürlich mehr Freiheiten habe.

Siiri Saunders: Bisher bin ich „nur“ Selbstverlegerin, weil mir was anderes noch nicht in den Sinn gekommen ist. Auch bei meinem Gemeinschaftsprojekt fühle ich mich als Herausgeberin mit den 22 anderen Autor*innen sehr wohl. Trotzdem reizt mich ein Kleinverlag und ich kann mir vorstellen, mich mal zu bewerben.

Grumpy Moon: So ziemlich alles ist mir lieber als Selbstverlag, da ich nun mal nur eine Autorin bin, keine Grafikdesignerin, PR-Frau oder Rechtsexpertin. Ich konzentriere mich lieber auf das, was ich kann (Schreiben), und überlasse das Drumherum Leuten, die wiederum das besser können.

Fragefreitag: Psychische Gewalt ist manchmal viel extremer als körperliche. Wie achtet ihr darauf, beim Schreiben nicht „zu viel“ einzusetzen?

Psychische Gewalt ist ein sensibles Thema, auch beim Schreiben. Heute fragen wir unsere Nornen danach, wie sie beim Schreiben darauf achten nicht zu viel davon einzusetzen. Teilt eure Meinung zu diesem Thema gerne auch unter dem Hashtag #Nornenfragefreitag mit uns.

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Nike Leonard: Bei mir dient dich Schilderung von Gewalt immer einem Zweck.

Karin (E.) Novotny alias EmmaN: Gar nicht. Oft habe ich das Gefühl, wenn ich dann lese, was im realen Leben getan wird, dass meine Geschichten im Vergleich immer noch sehr harmlos sind.

Siiri Saunders: Bisher hatte ich noch nicht das Bedürfnis psychische Gewalt aus meinen Texten zu nehmen. So extrem kommt sie nicht vor oder sie musste eben so sein, wie ich sie geschildert habe. Trotzdem eine schöne Frage, über die ich erstmal nachdenken musste.

Diandra Linnemann: Ich habe erst einmal eine Konfliktszene aus einer Geschichte entfernt – nachdem mir Testleser, Lektorin UND Verlegerin glaubhaft erklärten, sie würden mit dem angegriffenen Charakter zu sehr mitleiden und die Protagonistin stehe durch die Szene schlecht da. Dabei war ich gerade auf die Szene handwerklich sehr stolz … aber ich wollte die Geduld der Leser auch nicht überstrapazieren.

Elenor Avelle: „Zu viel“ liegt im Auge des Betrachters. Bei der Erstfassung von „Infiziert“ haben sich meine Alphaleser darüber beschwert, dass ich die Folter von Charlie nicht zeige. Die Betaleser hingegen haben sich dann über die Folterszenen beschwert. Die Balance zu finden, war nicht so einfach.

Anna Kleve: Das kommt eigentlich immer auf die Geschichte an und hängt meiner Meinung nach auch stark vom Charakter des Antagonisten ab. Klar festlegen kann ich es nicht. Das mache ich eher nach Gefühl.

Laura Kier: Was ist zu viel? Vielleicht schreibe ich zu wenig über psychische oder körperliche Gewalt – wobei das stimmt nicht. Gerade in „Perfektion – Die Veränderten“ (Dystopie) habe ich durchaus ein entsprechendes Setting. Da ich keine negativen Stimmen zu dem Thema gehört habe, nehme ich an, das mein Bauchgefühl da stimmig war. Von daher höre ich auf mein Bauchgefühl und natürlich auch auf meine Testleser.

Grumpy Moon: Indem ich auf mein eigenes Gefühl höre. Es muss in die Geschichte passen und sollte mir als Autorin nicht zuwider sein, es zu schreiben. Bisher bin ich in dieser Hinsicht aber noch nie an meine Grenzen gestoßen, und da ich nicht für Kinder schreibe, muss ich auch nicht allzu sehr aufpassen.

Karin (E.) Novotny alias EmmaN: Jeder, der schon mal in Marquis de Sade reingeschnuppert hat, wird festgestellt haben, dass es abstumpft und damit auch langweilt. Es sollte zur Geschichte passen, und es sollte immer noch etwas Luft nach oben lassen, also eine Steigerung zulassen. Schließlich will man sich innerhalb seiner Geschichte ja nicht gleich alle Wege verbauen. Generell gilt in der Ausformulierung von Gewaltszenen: weniger ist mehr! Lasst die Fantasie des Lesers anspringen! Erzählt nicht jedes grausliche Detail.

June Is: Manchmal hilft es, die Perspektive zu wechseln. (natürlich nur in Gedanken)

Fragefreitag: Welches ist das schönste Thema, für das ihr einmal einen Anthologiebeitrag geschrieben habt?

Anthologien sind ein schönes Mittel, um seine Kreativität zu einem bestimmten Thema in kurzen Texten zu bündeln und den Beitrag dann gesammelt mit anderen Autoren zu veröffentlichen. Wir fragen unsere Nornen heute danach, welches Anthologiethema ihnen besonders gut gefallen hat. Lasst uns auch gerne euer schönstes Anthologiethema, über das ihr schon einmal geschrieben habt, unter dem Hashtag #NornenFragefreitag da.

Autoren Urlaub

Anna Weydt: Mir persönlich gefallen offen gestellte Fragen bei Anthologien sehr, weil man dann nicht zu eingeschränkt beim Schreiben ist. Deshalb hat mir die Anthologie vom Literaturhaus Schleswig-Holstein gut gefallen.

Siiri Saunders: Zwar kann ich nicht mit unendlich vielen Anthologien trumpfen, allerdings gefällt mir das Thema Nächsten/- und Selbsthilfe in einer noch erscheinenden Benefizanthologie sehr gut. Aber auch die Fantasyanthologie mit dem Thema Nornen aus dem Nornennetz hat mich sehr inspiriert und zur Geschichte der Erschaffung der Elementewelt geführt. Die wäre zurzeit sonst nicht entstanden.

Janna Ruth: Mir hat die Geister der Vergangenheit-Anthologie von Torsten Low sehr gefallen, weil sie mich dazu gebracht hat, mich mit den Geistergeschichten in meiner Gegend auseinanderzusetzen und ich dabei auf viele tolle Plotbunnys gestoßen bin.

Diandra Linnemann: Ich freue mich immer, wenn ich Geschichten „für den guten Zweck“ oder für Themen, die mir persönlich am Herzen liegen, schreiben darf – eine schöne Herausforderung war eine englischsprachige Anthologie zum heidnischen Fest Beltane (auch, weil Erotik für mich nicht leicht zu schreiben ist, da habe ich kein Händchen für).

Katherina Uschachov aka Evanesca: Gute Frage … Ich mag eigentlich alle Themen, über die ich geschrieben habe. Sonst hätte ich es nicht getan. „Das Geräusch der fliegenden Zeit“ (noch nicht erschienen) war wundervoll. Ebenso eine Ausschreibung zum Thema „Draculas Erben“, da fiebere ich noch, ob ich angenommen wurde oder nicht. Das neulich angenommene „Haus am grünen See“ war aber auch gut … Wobei, das Highlight war vermutlich folgendes: Ein auf Horror spezialisierter Verlag suchte nach Texten, die „skurill“ und/oder gruselig und/oder erotisch waren und mit Meerjungfrauen zu tun hatten. Ich schrieb meinen Beitrag, um mir zu beweisen, dass ich auch sowas hinkriege. Und dann … wurde er angenommen. Davon habe ich mich immer noch nicht erholt, freue mich aber sehr.

June Is: Kann nichts Konkretes benennen, aber ich mag Ausschreibungen, die kritische Themen wählen; Themen, über die man nicht gleich schreiben würde, die über Grenzen gehen…

Laura Kier: Ich sag es mal so, grundsätzlich suche ich mir nur die Themen raus, die mich ansprechen, zu denen ich Ideen habe. Manchmal suche ich aber auch die Herausforderung, Neues auszuprobieren. Das Schönste Thema habe ich von daher nicht, aber viele interessante. Zuletzt habe ich mich für eine Anthologie z.B. mit dem Thema Einsamkeit auseinander gesetzt – das war ziemlich spannend.

Ela Schnittke: Ich schließe mich Eluin an, ich schreibe nur für Themen, die mich ansprechen. Manche catchen mich da natürlich mehr als andere. Die Bienen-Ausschreibung des Art-script Verlags hat mir bis jetzt am besten Gefallen, da sie ein wichtiges Thema behandelt. Die Vorstellung, dass eine Anthologie oder ein Text die Menschen zum besseren Umgang/kritischeres Bewusstsein mit der Natur bewegt, wäre ein Traum.

Fragefreitag: Mögt ihr die Art des Erzählens in Filmen oder Büchern lieber?

Die Art des Erzählens in Buch und Film unterscheidet sich häufig stark voneinander. Welche Art des Erzählens unsere Nornen bevorzugen oder ob sie vielleicht sogar beide auf ihre Weise mögen, erfragen wir heute in unserem #NornenFragefreitag. Lasst uns auch eure Meinung gerne in den Kommentaren da.

Autoren Urlaub

Anna Weydt: Ich finde, dass beide Arten ihre ganz eigene Berechtigung haben. Filmen lässt sich in der Regel leichter folgen, wohingegen man sich auf Bücher vollkommen einlassen muss.

Karin (E.) Novotny alias EmmaN: Ich mag beides. Der Film kann manchmal Dinge einfach zeigen, visuell oder sogar auditiv, im Buch muss dafür mehr angedeutet und/oder erklärt werden. Das Buch lässt der Fantasie mehr Freiraum (auch, wie zB die Figuren aussehen), dafür kann im Film das Momentum und die Gleichzeitigkeit besser dargestellt werden.

Nike Leonard: Beides hat seine Vor- und Nachteile: Der Film ist ein gutes Medium für alles Äußere, aber weniger für die Darstellung von Gefühlen, Motiven und anderen inneren Vorgängen. Das Buch lässt einen auch in die Köpfe und Seelen der Charaktere schauen, ist aber bei der Schilderung äußerer Vorgänge der geballten Information unterlegen, die durch Bilder vermittelt wird. Wenn die jeweils zur Verfügung stehenden Techniken gut eingesetzt sind, mag ich beides.

Diandra Linnemann: Bücher bieten einem mehr Möglichkeiten – man kann beliebig viele Nebenstränge und Wendungen einbauen, hat meistens auch mehr Möglichkeiten für Charaktere. Die Erzählweise in modernen (z.B. Netflix-)Serien ist da dem Buch ähnlicher. Bei einem Film kann man sich allerdings manchmal auch einfach berieseln lassen, das ist ja auch ganz schön. 🙂

Laura Kier: Mir gefällt beides. Bücher lassen mehr Raum für die eigene Phantasie und Filme können dafür mit Musik und Bild verzaubern.

Katherina Uschachov aka Evanesca: Ich finde, dass man das nicht vergleichen kann. Sowohl Filme als auch Bücher können sehr unterschiedlich erzählt sein. Ich liebe es, wenn in einem der beiden Medien aber die Besonderheiten voll ausgeschöpft werden. Wenn also ein Fim Dinge tut, die nur ein Film tun kann und ein Buch Dinge tut, die in einem visuellen Medium nicht möglich wären.

Maelle: Beides kann toll sein. In Büchern liebe ich es, tieferen Gedankengängen zu folgen und mich in den Kopf der Figuren begeben zu können, in Filmen ist manchmal die Wucht der Bilder nicht zu toppen.

Siiri Saunders: Da beides völlig unterschiedlich ist, kann ich persönlich es schwer miteinander vergleichen. Ich gehe sehr gerne ins Kino, die Bildgewalt, die heutzutage vor allem in Filmen mit Natur (Black Panther, Avatar etc.) vorkommt, haut mich jedes Mal aufs Neue um. Ich liebe es. Doch ein Buch zieht mich auf eine andere Weise in seine Welt. Es lässt mich interpretieren, nachdenken, erleben. Es schreibt weniger vor. Ich liebe beides.

Ela Schnittke: Da kann ich mich nicht entscheiden. Es gibt sowohl Filme als auch Bücher, die sehr gut gemacht sind. Filme können ebensogut Emotionen transportieren, sie haben den Vorteil der Musik und auch Filme können auf subtile Art Motivationen, Unsicherheiten und derartiges transportieren. In Büchern mag ich endlosen Beschreibungen von Umgebungen nicht, in Filmen ist das natürlich einfach zu zeigen. Okay ihr merkt schon, ich bin ein absoluter Filmfan, aber Bücher können einen meist besser mit sich reißen. Man taucht tiefer in die Welt ein. Die Emotionen, Gedanken, Sehnsüchte sind präsenter und ich liebe es, mir die Dinge vorzustellen. Manchmal würde ich sie auch gerne umgesetz wissen („als Film wäre das cool“), aber die Fanatasy arbeiten zu lassen, macht mehr Spaß.