Fragefreitag: Welches ungewöhnliche Kompliment haben du oder deine Bücher erhalten?

In nicht ganz zwei Wochen ist Valentinstag, doch wir wollen uns heute schon mit Komplimenten beschäftigen. Welches ungewöhnliche Kompliment haben du oder deine Bücher jemals erhalten? Verrate sie uns unter #Nornenfragefreitag.

Diandra Linnemann: Meine Patentante – eine Dame von beinahe achtzig Jahren – sagte mir letzten Sommer sehr besorgt, der historische Roman sei ja ganz nett, aber die Urban-Fantasy-Reihe fände sie einfach nur abartig. Ich fand es trotzdem sehr lieb, dass sie hineingeschaut hat. Und da ich düstere Geschichten schreibe, war es schon irgendwie ein Kompliment.

Jasmin Engel: Mein Stil wurde von einer Agentur als poetisch und authentisch bezeichnet (angenommen haben sie mich aber trotzdem nicht ;-), mein 2. Roman von den Testleserinnen als inspirierend und mein 1. Roman als zu exotisch (für mich ist das etwas Positives!)

Eva-Maria Obermann: Mir wurde unter anderem gesagt, meine Texte wären wie Seide. eine tolle Formulierung.

Siiri Saunders: Eine Leserin ist einfach drei Haltestellen weitergefahren und hat durch das Lesen meines Buches vergessen auszusteigen. 🙂 Auf Twitter gefunden. 🙂

Britta Redweik: Eine Berufslektorin hat mal angeboten, 2-3 Seiten öffentlich zu lektorieren und daran ihr Handwerk zu erklären. Neben ein paar anderen habe ich auch ich was von mir eingereicht und bei mir schrieb sie privat, dass sie beeindruckt ist, dass ich schon so zu meinem Stil gefunden hätte. Noch junge, unveröffentlichte Autoren hätten da noch Schwierigkeiten. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, ob ich meinen Stil wirklich schon habe. Aber es war doch sehr schön, das zu hören. Dass ich schon offenbar weiter auf dem Weg bin, als ich gedacht hätte.

Anne Granert: Ein begeisterter Leser hat ein Gedicht über das freudige Warten auf den zweiten Band meiner Urban-Fantasy-Reihe auf Twitter veröffentlicht.

Grumpy Moon: Kurioserweise eine Absage von einem Verlag: Es sei ihnen noch nie so schwergefallen, ein Manuskript abzulehnen, denn es habe ihnen sehr gut gefallen, passe aber nicht so recht in ihr Programm. Hat mich gleichzeitig glücklich und traurig gemacht.

Deborah B. Stone: „Ich lese sonst keine Fantasy, aber dein Buch möchte ich unbedingt weiterlesen.“

Fragefreitag: Welches Buch, welche Lektüre, welches Werk hat Dich 2018 am meisten beeindruckt?

Wir sind immer auf der Suche nach Buchempfehlungen und freuen uns, Dir ein paar weitergeben zu können. Mit dabei: Fantastik, Verlag, Selfpublisher, brandneu und Klassiker. Hast Du Empfehlungen für uns? Verrate sie uns unter #Nornenfragefreitag.

Diandra Linnemann: Ich habe Margaret Atwood entdeckt. Vor allem die Maddaddam-Trilogie hat mich beeindruckt.

Jasmin Engel: Am meisten haben mich 2018 „Tyll“ von Daniel Kehlmann und „Orchis“ von Verena Stauffer beeindruckt; letzteres geht in die phantastische Richtung, ich würde es aber nicht als Fantasy einordnen.

Eva-Maria Obermann: Zwar kein fantastisches Werk, aber absolut großartige und prägend: Noah Sow – Deutschland Schwarzweiß.

Elena: Eins meiner Jahreshighlight war „Circe“ von Madeline Miller. Für mich eine gelungene feministische Neuerzählung von Kirke und anderen bekannten Frauenfiguren der griechischen Mythologie, die ganz neue Betrachtungsweisen eröffnet.

Katharina Rauh: Good night Storys for Rebel Girls von Elena Favilli und Francesca Cavallo

Barbara Weiß: Das spannende und fabelhaft geschriebene „Unstern“ von Katrin Ils gehörte mit „Matthew Corbett und die Hexe von Fount Royal 1“ von Robert McCammon, „Lillesang“ von Nina Blazon und „Najaden – Das Siegel des Meeres“ von Heike Knauber zu meinen Jahreshighlights!

Fragefreitag: Gibt es ein schriftstellerisches Erlebnis, das Dein Weltbild nachhaltig geprägt hat?

Manchmal lesen oder hören wir Dinge, die uns nachhaltig prägen. Für manche ist es ein bestimmtes Buch oder Interview. Eine bestimmte Zeile, ein Satz oder Zitat. Welches schriftstellerische Erlebnis hat Dich geprägt? Verrate es uns unter #Nornenfragefreitag.

Britta Redweik: Eher als Leser: Terry Pratchett hat mein Bild von Religion nachhaltig geprägt. Mit dem Gedanken, dass alles (auf eine gewisse Weise, und sei es nur als Einfluss auf uns) existiert, solange genug Leute daran glauben. Seitdem gehe ich viel lockerer an Religionen heran. Auch wenn ich persönlich immer noch Monotheismus ein wenig unlogisch finde. Aber wem’s gefällt?

Diandra Linnemann: Ein konkretes Ereignis könnte ich nicht benennen, aber irgendwann vor ein paar Jahren habe ich verstanden, dass Literatur die Welt nicht nur bereichern, sondern auch beeinflussen kann.

Siiri Saunders: Die Benefiz-Antholgie „Entzünde den Funken“ konnte uns nur durch ein Crowdfunding und ehrenamtlich arbeitende AutorInnen gelingen. Um ehrlich zu sein glaubte ich nicht daran, dass Crowdfundings funktionieren, aber mein Kollege hat mich etwas ganz anderes gelehrt! Dazu kamen auch noch so viele Kurzgeschichten und gewillte AutorInnen. Vor allem aber hat mich die Hilfsbereitschaft und die Überzeugung so vieler fremder Menschen immer wieder zu Tränen gerührt. Das ist ja, was der Band ausdrücken möchte: Zu Helfen ist etwas Gutes, etwas Schönes und wir haben all diese Hilfe erfahren und können diese Botschaft nun in die Welt hinaustragen. Es hat mir gezeigt, dass meine Idee dieser besseren Welt der Hilfsbereitschaft bereits real ist. Falls ihr nun neugierig seid, was draus geworden ist, klickt hier.

Anne Granert: Dass Träume umzusetzen sind hat mich die Lektüre fast aller Bücher von Pam Grout gelehrt. Weniger nach dem Motto: Arbeite hart und Du schaffst es, sondern glaube daran, denke es und Du erschaffst Dir Deine Realität.

Jasmin Engel:  Bücher, die ich als Kind und Teenager gelesen habe, haben mein Weltbild mit geprägt und das passiert auch heute noch; beim Schreiben an meinen Romanen hat unter anderem die Recherche (z.B. in alten Mythen) mein Weltbild erweitert.

Jule Reichert: Ja, als mein Deutschlehrer (ein Fantasyhasser) in der Oberstufe mit uns ein Buch von der Spiegel-Beststellerliste las, zu dem es noch keine Materialien für die Interpretationen gab. Wir lasen, interpretierten und den Höhepunkt des Halbjahres bildete die Einladung des Autors in die Schule. Ich werde nie vergessen, wie der sagte, er habe sich eigentlich keine so tiefgründige Gedanken um die Bedeutungen so vieler Details gemacht, sondern einfach nur geschrieben. Das war der Moment, an dem ich feststellte, dass mein Deutschlehrer auch keine Ahnung hat und mal Fantasy lesen sollte 😉

Deborah B. Stone:  Früh haben mir Marion Zimmer-Bradleys Versionen des trojanischen Krieges und der Arthus-Sage (oder solle ich sagen: der Morgaine-Sage?) bewusst gemacht, dass Geschichte von den Siegern geschrieben wird. Wir als Autorinnen haben die Möglichkeit, Geschichten umzuschreiben und alternative Leseweisen aufzuzeigen.

Fragefreitag: Was waren eure schriftstellerischen Highlights des Jahres 2018?

In diesem Monat beschäftigen wir Nornen uns mit den Highlights des Jahres 2018. Dazu zählen die vielen persönlichen Highlights unserer Nornen, die ihr jetzt im Januar auf unserem Blog findet, als auch die besonderen literarischen und schriftstellerischen Momente. Neben eigenen Veröffentlichungen sind es vielleicht Begegnungen oder der Genuss besonderer Romane oder Artikel. Solche besonderen Momente hattet ihr auch? Verratet sie uns im #Nornenfragefreitag.

Britta Redweik: Ich habe eine Biografie veröffentlicht und mir damit einigen Frust über die Behandlung Behinderter in Deutschland von der Seele geschrieben. Und erst als ich es wirklich textlich vor der Nase hatte, habe ich gemerkt, dass ich eventuell diesen Frust mit dem verbinden sollte, was ich liebe. Also ab und an mehr diverse Charaktere in meine Phantastikromane einbauen sollte. Mehr in Richtung OwnVoices gehen könnte. (Denn ganz ehrlich, wer liest schon gern eine Biografie und denkt dann noch drüber nach? Nein, Verständnis durch Unterhaltung ist viel schöner.) Ich glaube, dass ich richtig gereift bin, durch diesen Prozess. Einerseits durch eine erste Veröffentlichung abseits von Kurzgeschichten und die Schwierigkeiten, die damit einhergehen, aber vor allem dadurch, dass ich mehr zu meiner Stimme gefunden habe, denke ich.

Diandra Linnemann: Es gab gleich zwei Highlights – ich konnte meine Urban-Fantasy-Reihe beenden und sie dann auch noch in drei Sammelbänden mit wunderschönen neuen Covern herausbringen.

Katharina Rauh: Ich habe meinen ersten Roman fertiggestellt und konnte einen Beitrag für die Benefitz-Anthologie schreiben.

Eva-Maria Obermann: Meine Steampunk-Adaption von Rapunzel, Tropfen der Ewigkeit, ist ein voller Erfolg geworden und das freut mich unglaublich. ich bin völlig neue Wege damit gegangen und habe mich an ein neues Genre und eine PoC Protagonistin gewagt. dass das so gut ankommt, gibt mir Energie, weiter zu machen und kreativ zu bleiben.

Katherina Ushachov aka Evanesca: Einiges davon ist leider noch streng geheim, aber ein großartiges Highlight war für mich, als mein Kurzroman mit Co-Autor beim Wurdack-Verlag veröffentlicht wurde. Ich liebe es, Teil eines Franchises zu sein.

Anne Zandt: Ein Highlight war die Veröffentlichung einer meiner Kurzgeschichten in Mit-Norne Siiri Saunders Anthologie „Entzünde den Funken„, aber auch die Lesung auf der Leipziger Buchmesse zählt definitiv dazu. Und natürlich die von mir und Mit-Norne June Is geschriebene Geschichte „Operation ‚Joker‘“ für den Bücherstadt Kurier. So viele tolle Sachen passiert letztes Jahr …

Siiri Saunders: Die Mitherausgabe der Benefiz-Anthologie „Entzünde den Funken“ war für mich vielleicht sogar das Highlight der nächsten drei Jahre. 🙂 Wir haben so viele Nornen und tolle AutorInnen aus ihren Schreibecken locken können und belohnen sie nun auch noch mit einem Bestseller. Oder sie uns? 🙂 Wie auch immer, es war und ist mir eine Ehre und das Highlight schlechthin.

Anne Granert: Im Sommer habe ich meinen ersten Band einer Urban-Fantasy-Reihe herausgegeben … und bin beim Verlag gleich zum Coaching auf der FBM ausgewählt und der Titel ist zum Top-Titel gekürt worden. Atemberaubend.

Fragefreitag: Was lest ihr in der kalten Jahreszeit besonders gern?

Wir Nornen beschäftigen uns im Dezember mit Märchen, die für uns irgendwie in diese kalte Jahreszeit gehören. Vor allem um und an Weihnachten haben für viele Leserinnen und Leser Märchen einen besonderen Platz. Aber ist das für alle so? Oder gibt es noch andere Bücher oder Genres, die ihr mit der kalten Jahreszeit verbindet? Verratet es uns im #Nornenfragefreitag.

June Is:  Im Dunkeln ist Grusel natürlich viel grusliger. Daher tendiere ich im Winter eher zu Crime/Mystery/Horror.

Britta Redweik: Gern romantischeres, sanfteres. Bücher, die keine epischen Schlachten haben oder nachdenklich machen, sondern was, bei dem man sich einkuscheln und einfach nur eingelullt wohlfühlen kann.

Katherina Ushachov aka Evanesca: Ich selektiere meine Lektüre nicht nach Jahreszeiten :). Aber wenn sich die Gelegenheit ergibt, genieße ich es, online ein paar frische Gruselgeschichten vorzufinden.

Diandra Linnemann: Im Winter dürfen die Geschichten „epischer“ und fantastischer sein, ruhig mit mehr Drama … Es gibt ein paar Bücher, die ich im Winter gerne noch einmal lese, und die meisten von ihnen sind weiter von der „echten“ Welt entfernt als meine übliche Lektüre. Also eher klassische Fantasy und Märchen(adaptionen).

Barbara WeißLeichte Lektüre, wenn der Unistress winkt und ansonsten gerne düstere Geschichten mit Geheimnissen z.B. klassische Spukhäuser-Geschichten oder historische Romane um Familiengeheimnisse auf alten Herrenhäusern.

Deborah B. Stone: Herzerwärmendes!

Katharina Rauh: Dasselbe wie in der warmen Jahreszeit.

Jasmin Engel: Der Herbst und vor allem rund um Halloween ist meine Lieblings-Zeit im Jahr. Ich würde jetzt keinen Roman lesen, der explizit im Frühling oder Sommer spielt, aber spezifischer wähle ich nicht aus.

Laura Kier: Nichts anderes als sonst auch. Das, was mich gerade anspricht. Und da ist es mir egal, welche Jahreszeit wir haben.

Felicity Green: Ich liebe Halloween und schreibe jedes Jahr eine Kurzgeschichte 🙂 Dieses Jahr habe ich drei meiner Geschichten als „Felicity Greens Halloween-Storys“ herausgebracht. Wer gute Gruselkurzgeschichten kennt – mir weiterleiten, die würde ich gerne lesen 🙂

Eleonore Laubenstein: Tatsächlich bevorzuge ich Sachen, die keine Schnee- und Eisszenarien beinhalten, weil mich’s dann immer sofort friert … lieber schöne Sachen mit warmen Strandtagen, dazu eine heiße Tasse Tee, und die Illusion vom Sommerurlaub ist hergestellt ..

Ela Schnittke: Da mache ich eigentlich keinen Unterschied. Ich lese vielleicht etwas mehr, weil sich zu Hause mit einem Buch einkuscheln, wunderbar ist, aber thematisch gibt es da keine großen Unterschiede … vll etwas weniger Horror …

EmmaN: Lieber Märchenhaftes im Winter. Mit Schnee und kaltem Wetter in der Story.

Fragefreitag: Welches Wintermärchen ist euer liebstes?

Die Tage werden kürzer und Nebel wallt über die Felder, Schneeflocken gleiten leise herab und hüllen die Welt in Stille. Zu dieser Jahreszeit sind uns die meisten Märchen präsenter, als im Sommer. Liegt es daran, dass wir uns eher in der kalten Jahreszeit – eingekuschelt in eine dicke Decke – den Märchen zuwenden? Und welche Märchen sind das dann? Verratet uns eurer liebstes Wintermärchen im #Nornenfragefreitag.

Ela Schnittke: „Die Schneekönigin“ ist mein absoluter Favorit unter den eisigen Märchen. Ich liebe die Eiswelt und die „böse“ Königin, obwohl wenn ich Anne Zandts Antwort lese, muss ich ihr Recht geben: „Abenteuer im Zauberwald“ ist auch wirklich witzig oder „Der Hirsch mit dem goldenen Geweih“ – ich liebe die Hexe Baba Jaga 😀

June Is:  Fjodor M. Dostojewski: Weiße Nächte.

Britta Redweik: Frau Holle. Ist kein traditionelles Wintermärchen wie die Schneekönigin, aber … sie lässt es schneien. Den Gedanken, nur das Bett auszuschütteln, und schon kann man Schneemänner bauen, gefiel mir schon als Kind gut.

Katherina Ushachov aka Evanesca: Als Kind liebte ich „Ein Sack mit Äpfeln“ – allerdings war ich felsenfest überzeugt, es gäbe von dem Märchen eine Winterversion, bei der Väterchen Frost dem Hasen hilft. Die existiert allerdings offenbar nur in der Fantasie meiner Eltern, die es mir manchmal so erzählt haben … 😀

Diandra Linnemann: Mein liebstes Wintermärchen … ich glaube, das Sterntaler-Märchen. Weiß gar nicht, ob das wirklich im Winter spielt, oder ob mir nur immer kalt ist, wenn ich das lese.

Jule Reichert: Das ist eindeutig die Schneekönigin. Schon als Kind fand ich es beeindruckend, denn es hatte nichts mit Prinzessinnen zu tun, nichts mit Liebe oder einer wunderschönen Frau, die gerettet werden muss. Nein, es geht um ein Mädchen, dass sich auf macht, ihren besten Freund zu retten.

Barbara Weiß: Das Mädchen mit den Schwefelhölzern – das ist eine wunderbar traurige Geschichte, bei der man direkt fröstelt.

Felicity Green: Ich habe schon immer die Schneekönigin geliebt, weil ich als kleines Kind mal eine Aufführung gesehen habe.

Anne Zandt: Hmm … ich schwanke zwischen die Schneekönigin und dem russischen Märchenfilm „Abenteuer im Zauberwald“, Väterchen Frost ist darin einfach so herrlich schräg …

Deborah B. Stone: „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ – die Szenen im Schnee sind einfach toll und stimmungsvoll! Und seit neuerem „Frozen“ – Schwesternliebe erlöst – und für manches lohnt es sich zu schmelzen. Und nicht vergessen: „Gelber Schnee – nee!“

Anne Granert: „Drei Haselnüsse…“ – unnachahmlich, ich liebe es.

Fragefreitag: Wenn du mit einem Vampir/ einer Vampirin frühstücken gehen würdest, was würdest du ihn oder sie fragen?

Zugegeben, terminieren wir das Frühstück zum Zeitpunkt gleißend aufgehender Sonne, würde sich wohl schwerlich ein Vampir oder eine Vampirin zu uns gesellen. Aber einen Kaffee kann er oder sie sicherlich gebrauchen. Oder doch nur Blut? Wie sieht es überhaupt aus mit einer deftigen Mahlzeit? Ist das was für die Vampir-Verdauung? Mit solchen Grübeleien haben wir uns herumgeschlagen. Fallen euch auch noch Fragen ein, die ihr dem Vampir oder der Vampirin stellen würdet? Oder gar Antworten? (Woher auch immer ihr die dann wisst, bleibt offen). Verratet es uns im #Nornenfragefreitag.

Maelle: Schmeckt Blut eigentlich gut gekühlt besser oder körperwarm?

Ela Schnittke: Ich würde wissen wollen, was er alles schon erlebt hat, wen er in seinem Leben getroffen hat, ob Vampire noch jagen oder sich mittels Blutbanken ernährt und ob sie vorhaben, sich jemals zeigen zu wollen, da ich denke, die Menschen würden ihnen nicht mehr mit Angst begegnen, allgemein warum sie sich verstecken.

June Is:  Vampire und Frühstück? Frühstücken die MICH?

Britta Redweik: Moment, mein Frühstück, also sein Abendessen? Oder umgekehrt? Puh, bin ich froh, dass ich anämisch bin, ich stehe so wohl nicht auf dem Speiseplan. … Ich würde ihn fragen, ob es nachts so alleine einsam ist. Wer weiß, vielleicht wäre das Leben auf seine Art für meine Sonnenallergie ja eine gute Alternative?

Katherina Ushachov aka Evanesca: Meine Vampire frühstücken nicht… 😀 Aber ihnen sollte ich sowieso lieber nicht unter die Augen treten, die bringen mich um, weil ich ihnen böse Dinge antue.

Diandra Linnemann: „Warum bist du noch auf?“ ^^ Hmm, überlegen … wahrscheinlich würde mich am ehesten interessieren, ob Vampire überhaupt noch Kaffee trinken können. Das würde meine Karrierewahl nämlich signifikant beeinflussen.

Jule Reichert: Das kommt auf den Vampir an. Mir fallen da ein paar ein, mit denen würde ich lieber nicht frühstücken gehen wollen. Und eine Smalltalkniete bin ich auch noch. Das würde wahrscheinlich in betretenem Schweigen enden, während ich Kaffee und Obst in mich reinstopfe und der arme Vampir dabei zuschauen muss, weil der nichts „normales“ essen kann, ohne es wieder auszukotzen.

Eleonore Laubenstein: Generell gehe ich an so etwas mit wissenschaftlicher Neugier heran. Erstmal beobachten, und dann offene Fragen zu Essgewohnheiten stellen, die vermitteln, dass ich ehrlich interessiert bin und keine Wertung seinem Lifestyle gegenüber habe 😀 und ich würde mir wahrscheinlich eine ganze Menge Notizen machen – das ist 1A-Recherchematerial, an das ich sonst nie wieder drankomme.

Jasmin Engel: Wenn der Vampir selbst nichts frühstückt, außer einem Kaffee vielleicht, würde ich mir wahrscheinlich ständig nervös am Hals herumfingern und keine Frage heraus bekommen.

Anne Granert: Ich denke, aus Recherchegründen würde ich tatsächlich nach seinem ganz alltäglichen Tagesablauf fragen. Duscht er oder sie? Kaffee oder Blut? Kälteempfinden? Gesichtscreme? Staubsauger oder Wischmopp? Vitamin-D Supplemente? Wann trifft man sich mit Freunden? Und es scheinen ja auch viele Aktivitäten wie Theater, Museum oder Jahrmarkt wegzufallen. Oder hat sowas nachts geöffnet? Gibt es eine nächtliche Vampir-Kultur?

Fragefreitag: Machst du beim NaNoWriMo mit? Hast du Tipps, wie man den Endspurt erfolgreich schafft?

Der November neigt sich dem Ende zu und fast 4000 Autorinnen und Autoren haben bislang mehr als 60.000.000 Wörter geschrieben (laut NaNoWriMo.org). Habt ihr schon einmal teilgenommen? Was hat euch dazu bewegt? Nun ist der Monat schon fast rum und wir brauchen dringend Tipps, wie man bis zum Ende durchhält. Verratet es uns unter dem Hashtag #Nornenfragefreitag. Oder erzählt es uns persönlich an unserem Stand 127 auf der BuchBerlin.Autoren Urlaub

Maelle: Ich bin zum zweiten Mal dabei und sehr motiviert. Ich habe zwei Wochen im Oktober nur einzelne Kapitel oder Szenen vorgeplottet, damit damit ich weiß, was ich schreiben soll. Das hilft ungemein.

Diandra Linnemann: Der November ist traditionell so voller Termine, Geburtstage und Vor- und Nachbereitungen, dass ich ausgerechnet jetzt keine Zeit dafür habe. Und in diesem Jahr habe ich am 01.11. das dritte Buch für 2018 veröffentlicht, da habe ich mir einen ruhigen Monat ehrlich verdient. Den Beweis, dass ich ein Manuskript von dieser Länge innerhalb von drei Monaten schreiben und überarbeiten kann, habe ich zur Genüge erbracht. ^^

Katharina RauhJa, aber ich bin sehr, sehr weit zurück mit meinem Wordcount.

Ela Schnittke: Ja, weil es mir leichter fällt, mir einen Schreibmonat frei zu räumen, als jeden Tag Zeit zum Schreiben zu finden. Allerdings gehe ich die Sache dennoch entspannt an. Ich schreibe – das ist die Hauptsache, wenn nicht 50000 Wörter dabei rumkommen, ist das auch okay. Am meisten hilft mir eigentlich die kleinen Helfer der monstermotivation. Es ist vielleicht albern, aber wenn meine Monster hungern, treibt mich das viel mehr an, zu schreiben, als wenn ich mir alleine in den Arsch treten müsste.

Deborah B. Stone: Nicht direkt – ich hatte noch ein anderes Projekt. Aber ich schreibe jeden Tag mind. 2x 500 Wörter, also auch ein Wordcount.

Anne Zandt: Nein, weil ich weiß, dass ich nicht diszipliniert genug dafür bin. Außerdem ist November immer der Monat, in dem ich meinen Adventskalender vorbereiten muss …

June Is: Ja, aber ich bin kein Wettbewerbstyp. Nachdem es einmal klappte und einmal ein Buch ohne Ende herauskam, lasse ich mich beim dritten Mal einfach überraschen 😉

Katherina Ushachov aka Evanesca: Ich mache mit, er motiviert mich unheimlich, meine langen Romane anzugehen. In den Monaten dazwischen schreibe ich meine Kurzromane, aber im NaNo mache ich die längeren Formen. Tipps … Sucht euch eine Truppe. Der NaNo im Tintenzirkel ist großartig, beispielsweise. Alleine vor sich hinwurschteln könnt ihr das ganze restliche Jahr hindurch!

Britta Redweik: Mach ich. Aber um ehrlich zu sein habe ich keine Tipps. Denn ich weiß bis heute nicht, wie ich zwei geschafft habe. Dass ich je einen einzigen Roman auch nur im Draft fertig bekam, erscheint mir bis heute wie ein Traum. Ich mache es einfach so: Morgens hinsetzen und jede klare Sekunde zum Schreiben nehmen. Mit Glück kommt dabei dann genug raus.

Jasmin Engel: Ich habe es ein Mal probiert mit dem NaNoWriMo und gemerkt, dass es nichts für mich ist. Mich setzt so etwas eher unter Druck als mich zum mehr Schreiben zu motivieren.

Fragefreitag: Welche bereichernden oder skurrilen Dinge habt ihr bislang auf Buchmessen erlebt und hat euch davon vielleicht sogar etwas zum Schreiben inspiriert?

Dieses Wochenende sind wir mit vielen Autorinnen und noch mehr Büchern auf der BuchBerlin vertreten. Buchmessen sind eine fantastische Welt für sich und jede Besucherin, jeder Besucher erlebt ganz eigene magische Momente. Welche waren eure und haben sie euch vielleicht sogar zum Schreiben inspiriert? Heute wollen wir nicht nur, dass ihr es uns unter dem Hashtag #Nornenfragefreitag verratet. Wir würden uns auch sehr über einen persönlichen Austausch mit uns an unserem Stand Nummer 127 freuen. Autoren Urlaub

Maelle: Dass ich andere Autorinnen getroffen habe, die auch schreiben, hat mich darin bestärkt, mit meinem Buchprojekt weiterzumachen. Ich war plötzlich nicht mehr so alleine. Das war ein schönes Gefühl.

Elenor Avelle: Ich war mit 15 Jahren bei einem Praktikum auf den Fachbesuchertagen einer Buchmesse. Manche Dinge vergisst man, diesen Flair habe ich nie vergessen.

Diandra Linnemann: Auf der letzten BuCon bin ich einer lieben Freundin begegnet und habe mir von ihr genau erklären lassen, welche Lesungen ich unbedingt anhören muss. Das war schön – ich habe ihr natürlich gehorcht und dadurch Bücher kennengelernt, die ich gar nicht auf dem Schirm hatte. Und wir hatten so einen Running Gag: Den ganzen Tag über habe ich verkündet: „Und jetzt gehe ich endlich Bücher kaufen!“ … aber es kam immer etwas dazwischen. Schließlich wurde es halb sieben, ehe ich einmal zum Shoppen durch die Halle gehen konnte. Das hat sich dann doch noch gelohnt.

Katharina RauhDer Schneesturm der letzten Leipziger Buchmesse hat das Zeug zum Sci-Fi-Endzeit-Thriller

Ela Schnittke: Bei Buchmessen trifft man so viele tolle Leute, die einen beim Schreiben bestärken und die Ideen von einem toll finden. Buchmessen haben mich sowohl schon mega motiviert, als auch manchmal runtergezogen, da viele meiner Mitautoren einfach schon weiter sind als ich und ich durch zuviel Arbeit und Selbstzweifel mitunter nicht vorankomme.

Deborah B. Stone: Für mich war nach der letzten Buchmesse klar: Ich möchte nicht allein hinter meinem Stand stehen – wie gut, dass ich die Nornen gefunden habe 😉

Anne Zandt: Das skurrilste für mich ist, denke ich, meine Buchmesseerfahrung an sich. Ich war 2017 das erste Mal auf einer richtigen Buchmesse, der BuchBerlin, als Besucherin, die sich ordentlich mit neuem Lesestoff eingedeckt hat und als Autorin, deren erster Anthologiebeitrag an jenem Wochenende erschien. Nicht viel später war ich dann eine derjenigen, die den Messeauftritt der Nornen auf der LBM 18 nicht nur geplant, sondern auch als Standinventar begleitet hat. Außerdem hatte ich da auch noch meine erste große Lesung am Stand … Momentan bin ich eine der Hauptorganisatorinnen unserer Messeauftritte (BuchBerlin 2018 und LBM 2019) und das ist irgendwie ein sehr schräger Wandel …

June Is: Belustigende Dinge: Auf der FBM die Schließzeiten verpassen und statt „Rauswurf“ gab es „Häppchen“ (war damals als unbekannte Privatperson dort).

Anne Granert: Ich war erst einmal auf einer Messe, der LBM. Ich kann mich Deborah anschließen, denn ich fand alles ziemlich überwältigend, aber auch einschüchternd. Jetzt bin ich froh, dass ich in diesem tollen Netzwerk bin und bei Messen nie wieder alleine.

Fragefreitag: Glitzervampire versus From Dusk till Dawn – welche sind euch lieber und weshalb?

In unserem Nornengestöber haben wir schon Informationen rund um unser Novemberthema Vampire gesammelt. Nun wollen wir in die Tiefe gehen, oder besser ins Herz? Schlägt eures beim Anblick eines melancholischen Glitzervampirs höher? Oder inspiriert euch doch eher der kräftige Biss eines Vampirs aus dem Bereich Horror oder Grusel? Lasst es uns unter dem Hashtag #Nornenfragefreitag wissen.Autoren Urlaub

Diandra LinnemannGlitzer ist ja auf vielen Dingen toll, aber auf Vampiren doch bitte lieber unbedingt nicht. Vampire bedienen diverse unserer Urängste – es ist fast schon eine Beleidigung, die zu verniedlichen, indem man sie glitzern lässt und zu schwermütigen Menschenfreunden macht. Ich fand schon Louis in „Interview mit einem Vampir“ so unerträglich selbstmitleidig und weinerlich … gut, stellen wir fest: Im Fall des Falles mutiere ich definitiv zur mordenden Bestie. Für irgendwas muss es ja gut sein.

Katherina Uschachov aka Evannesca Feuerblut: Ach, meinetwegen können sie glitzern, so viel sie wollen. Solange sie keine heteronormativen Konservativen mit einer Moral aus den 50er Jahren statt aus den 1900er Jahren haben, ist alles gut ;-). Das fand ich nämlich sehr … unauthentisch und sinnlos. Wie sie dann aussehen, ist zweitrangig. Wobei einige meiner Vampirdamen lieber Glitzer am Leib tragen, als einen glitzernden Leib zu haben.

June Is: Lieber was Eigenes (er)schaffen. 😉

Luna aka Grumpy Moon: Ich bin kein großer Fan von Vampiren, daher ist mir das relativ egal, aber auf jeden Fall unterstütze ich künstlerische Freiheit. Die Vorwürfe an S. Meyer, ihre Vampire seien wegen des Glitzers und der anderen Änderungen keine „richtigen“ Vampire, kann ich nicht nachvollziehen, da ich persönlich es sehr langweilig fände, wenn alle Vampire in jedem Werk immer gleich wären. Hexen sind schließlich auch überall anders, und das stört keinen.

Jasmin Engel:  Mir geht es ähnlich, seit vielen Jahren sind Vampire für meinen Geschmack zu häufig vorgekommen, haben für mich ihren Reiz verloren, den sie in den 90ern noch hatten. Ich bin immer für einen Mittelweg, also Vampire zwischen Glitzer und From Dusk till Dawn vielleicht.

Katharina RauhBeides gleichzeitig. Das wäre doch mal was 😉

Laura Kier: Vampire? Es gibt doch noch so viele andere tolle Wesen! Aber mir reicht es definitiv, wenn Feen glitzern 😉

Jule Reichert: Ich warte auf den Moment, in dem eine Jägerin, nennen wir sie Buffy, einem Glitzervampir, nennen wir ihn Edward, einen Pflock ins Herz rammt. Nein, ich kann mit Romantasy nicht allzu viel anfangen. Neue Konzepte für alte Kreaturen finde ich grundsätzlich gut, ich mag auch Vampire mit Herz und Gewissen. Aber ein Vampir hat Schwächen zu haben. Glitzern ist meines Erachtens keine ernstzunehmende Schwäche und produziert auch keine ernstzunehmenden Konflikte.

Anne Zandt: Alles, bloß nicht glitzern … und wenn dann nur, wenn jemand den drüber verschüttet hat … das wäre doch mal ne Geschichte … Ansonsten bevorzuge ich tatsächlich die Vampire, die mehr „Menschlichkeit“ haben, also Fähigkeiten der Manipulation oder eine Gewisse Finesse haben – Ulknudeln sind aber auch erlaubt – und nicht nur sinnlos drauflos fressen. Dann sind sie einfach nur langweilige, Blut trinkende Zombies.

Britta Redweik: Früher hab ich die Glitzerviecher gehasst. Heute finde ich die Koexistenz verschiedener Subspezies sehr interessant. Darauf hat mich aber auch nur die Lektüre von Jim Hines gebracht.

Barbara Weiß: Ich mag meine Monster lieber düster und blutrünstig – was nicht heißt, dass sie nicht freundlich und lieb sein dürfen. Aber ich halte gerne an dem Konzept fest, dass sie tagsüber das Haus nicht auf einfache Weise verlassen können. Ihre Existenz braucht für mich neben all den Fähigkeiten auch ein wenig Tragik und Handicap.

Anne Granert: Ich bin ein kleiner Angsthase und bevorzuge definitiv die glitzernde Variante. Als Teenager habe ich From Dusk till Dawn geguckt und konnte wochenlang schlecht schlafen. Von Edward und Bella träume ich gerne. Das Leben hat eindeutig zu wenig Glitzer!