Fragefreitag: Liest du selbst Comics / Mangas / Graphic Novels? Warum?

Comics, Mangas und Graphic Novels sind eine spannende Alternative zum klassischen Buch, das gänzlich auf gestalterische Elemente verzichtet. Gerade, wenn gar kein Text zum Einsatz kommt, sondern nur Bilder die Funktion des Storytelling übernehmen, lässt man sich als Leser auf eine ganz andere Art, Geschichten zu erleben, ein. Wir stellen diesen Freitag die Frage: Liest du selbst Comics, Mangas oder Graphic Novels? Erzähl uns gerne von deinen Erfahrungen und nutze den Hashtag #NornenFragefreitag.

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Laura Kier: Früher mehr als heute. Angefangen habe ich mit Comics, bin dann zu Mangas übergegangen (etwas günstiger als Comics, weil oft S/W-Druck) und habe auch ein paar Graphic Novels im Regal stehen. Grundsätzlich mag ich alles drei (inkl. Bilderbüchern), aber häufig sind mir einfach die Anschaffungskosten zu teuer. Graphic Novels usw. lese ich wegen den Bildern, um in Ruhe zu stöbern, mich inspirieren zu lassen. Romane sind für mich mehr zum Abtauchen.

Grumpy Moon: Damit konnte ich mich noch nie anfreunden. Bücher ja, Filme/Serien ja, aber diese „Zwischenstation“ in Form des Comics ist für mich nichts.

Jasmin Engel: Ich hatte eine Phase für einige Jahre, in denen ich viele Mangas und Comics gelesen habe; das ist jetzt 15 Jahre her und irgendwie habe ich nicht mehr zurück gefunden.

Katherina Uschachov aka Evanesca: Ich besitze einige Comics und ein paar Mangas. Müsste nur mal Zeit finden, sie auch zu lesen, ich mag sie recht gerne. Eine „Sailor Moon“ aus den 90ern, einen Flix (Faust), einige Graphic Novels und ein Comic zu „Star Wars“ stehen im Regal. Warum? Naja, warum nicht?

Diandra Linnemann: Eine Freundin hat ihre Magisterarbeit über Comicadaptationen von Goethes „Faust“ geschrieben und ist auch sonst ein großer Comicfan, die versorgt mich immer mit Lesestoff (ich habe für sie damals zwei japanische Comicversionen von „Faust“ übersetzt). Eigentlich bin ich ein eher wenig visuell veranlagter Mensch und bekomme deswegen die ganzen kleinen Informationsschnipsel, die sich in Comics in Bildern verstecken, gar nicht mit. Trotzdem lese ich gerne etwa „Asterix“ oder „Hägar“, habe die „Absolute Sandman“-Bände im Regal stehen und vertreibe mir online die Zeit mit Webcomics wie „The Devil’s Panties“ oder „Questionable Content“.

June Is: Seit Poisonpainters Tipps lese ich wieder mehr – auch online. Vorher mochte ich einfach gut gestaltete Bücher mit tollen (Zeichen-)Künstlern, die viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen.

Sarah König: Jap, ich habe Mangas vor ein paar Jahren exzessiv gekauft und gelesen, dann beim vorletzten Umzug bereits aussortiert und jetzt zum Umzug letzten Sommer noch einmal. Von einigen werde ich mich nie trennen. Und wenn mir mal einer besonders fehlt, dann guck ich einfach in den Regalen meiner Schwester, die ist da genauso drauf wie ich, hat aber bisher (Glück für mich) nie aussortiert.

Anna Weydt: Schreiben nein, lesen ja. Warum? Weil mich diese andere Art, Geschichten zu erzählen, fasziniert.

Sienna Morean: Weil die Erzählweise mit Bildern angenehm ist, zu lesen. Ich finde, Manga / Comics o.ä wird viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt, seitdem die Menschen nur noch an ihren Handys kleben.

Gesa F. Roberts: Ich lasse mich generell gerne in fremde Welten entführen, und mit Bildern unterstütze Werke bieten für mich den Vorteil, dass sie mich von Anfang an ein Stück weit an der Hand mitnehmen.

Anne Zandt aka Poisonpainter: Ooooh ja … ich kann nicht genau sagen warum, aber ich mag einfach diese Art der Erzählweise. Es ist so ganz anders als „normale“ Bücher / Geschichten. In meiner Lesezeichenliste sind bestimmt an die zwanzig verschiedene Webcomics, dazu einige Manga Reihen Zuhause und hin und wieder werd ich mit Marvel-Sachen auch mal etwas Mainstream. Wer also mal Empfehlungen braucht, ein paar habe ich auf meinem Blog schon vorgestellt.

Janna Ruth: Immer so phasenweise. Als Jugendliche habe ich fast jeden Manga verschlungen (damals gab es auch noch nicht so ein breites Angebot). Dann hatte ich mal ein paar Monate oder waren es 1-2 Jahre, in denen ich Scanlations gelesen habe und somit den wunderbaren Adachi kennengelernt habe und momentan ist es so hin und wieder, aber ich verfolge aktuell keine Reihe.

Elenor Avelle: Comics sind der Hybrid zwischen Buch und Film. Ich zeichne auch zu meinen Büchern wahnsinnig gerne, weil eine Geschichte dadurch noch einmal anders greifbar wird.

Karin (E.) Novotny alias EmmaN: Ja, ich mag das schon, dass da auch Bilder sind. Es gibt mir mehr Einblick in die Welt, die der Autor / die Autorin geschaffen hat und wie er / sie es sich gedacht hat. Aber ich hab ein Problem damit, wenn ich die Bilder nicht mag. Da kann das dann die tollstes Geschichte sein, wenn die Bilder mich nicht ansprechen, dann werde ich es nicht (fertig) lesen.

Fragefreitag: Was schätzt du an Kurzgeschichten?

In der Kürze liegt die Würze oder so. Jedenfalls können wir nur bestätigen, dass die Anforderungen an eine gelungene Kurzgeschichte ganz andere sind, als bei einem Roman. Für Figurenentwicklung ist viel weniger Platz, das Hinführen zum Höhepunkt der Handlung unterliegt anderen Regeln und Formulierungen müssen auf den Punkt gebracht werden, statt Andeutungen zu bleiben. Ohne Frage, Kurzgeschichten haben ihren besonderen Reiz. Darum wollen wir beim #Nornenfragefreitag heute wissen: Was schätzt du an Kurzgeschichten? Was magst du, wie sollen sie aufgebaut sein, wie kann sie dich fesseln?

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Katherina Uschachov aka Evanesca:: Aus Autor*innensicht: Man hat mit ihnen vergleichsweise flott ein Erfolgserlebnis. Kurzgeschichten sind schneller geschrieben als ein Roman. Schneller überarbeitet. Und man findet eher Testleser*innen für zehn Seiten als für 350. Man kann an ihnen das Handwerk außerdem in geballter Form üben und sie sind wunderbar für Experimente. Auch hier kann ich relativ schnell testen, ob es funktioniert hat. Und sie eignen sich perfekt, um in einem Stück vorgelesen zu werden. Aus Leser*innensicht: Man kann mit Hilfe von Kurzgeschichten wunderbar verschiedene Autor*innen und deren Schreibstile kennen lernen, ohne sofort ein ganzes Buch auf Gedeih und Verderb kaufen zu müssen. Ich habe oft eine KG gelesen und mir dann gedacht: Ja, das war gut. Ich will mehr.

Cazze: Sie sind kurz 😉

Janna Ruth: Janna Ruth Den besonderen Fokus, den sie haben. Kurzgeschichten müssen eine Geschichte erzählen und haben keinen Platz für große Charakterentwicklungen, Nebenstorys und ähnliches. Da etwas Cleveres zusammenzubauen, ist eine Kunst für sich.

Laura Kier: Sie sind besser zu überblicken als ein ganzer Roman und dadurch vor allem schneller zu überarbeiten 😀 Vor allem sind sie aber oft weniger ausschweifend als Romane. Ich mag klare Linien und wenige Schnörkel.

Jasmin Engel: Beim Schreiben natürlich, dass sie nicht so viel Zeit beanspruchen und ich mich auf ein Thema konzentrieren kann; beim Lesen, dass es auch mal etwas für zwischendurch ist.

Diandra Linnemann: Mir liegt das Schnörkellose, Abgekürzte bei Kurzgeschichten. Man wirft den Leser mitten in die Geschichte und dann heißt es „Schwimm oder stirb“.

Anne Danck: Es reichen einige wenige Worte, um eine neue Perspektive zu eröffnen und zum Nachdenken anzuregen.

Maelle: Ich liebe es, wenn mich trotz der Kürze das Ende der Geschichte völlig überrascht.
June Is Wenn der Spannungsbogen eingehalten wird (ja, mein Gehirn ist eher technisch) und dann am Ende noch ein toller Plottwist stattfindet.

Sarah König: Ich mag, dass man direkt in die Geschichte einsteigt. Ohne langes Vorgeplänkel, ohne Infodump. Und ich mag, wenn ich als Autorin merke, dass die Geschichte zwar gut ist, aber durchaus Potential zu mehr hat. So wurde aus der Kurzgeschichte „Flammenmädchen“ der Roman „Flammengarde“.

Anna Weydt: Ich schätze an ihnen, dass man einen kleinen Einblick in die Welt erhält, die der Autor sich ausgedacht hat, dass man aber gleichzeitig noch genug Spielraum hat, um selber Dinge dazu zu dichten.

Siiri Saunders: Bis Autorinnen mich baten, ihre Geschichten gegenzulesen, konnte ich Kurzgeschichten nichts abgewinnen, aber sie sind doch so grandios, dass ich wirklich etwas verpasst habe. Man ist sofort in der Geschichte und spürt die Charaktere und die Umwelt umgehend, wenn sie gut geschrieben ist. Der erhellende, humorvolle, traurige (oder welcher auch immer) Moment, lässt nicht lange auf sich warten und man geht innerhalb weniger Minuten oder Stunden in eine geheime Welt und kommt bestenfalls mit einem tollen Gefühl wieder heraus.

Karin (E.) Novotny alias EmmaN: Mittlerweile mag ich den spontanen Einstieg, und dass man weniger erklären muss als bei längeren Stories. Es ist wie ein Kurzfilm, ein Videoclip. Andere Sichtweise auf die Charaktere und ein anderes Tempo. Platz für Skurrilitäten 😉

Nike Leonard: Die Beschränkung auf das Wesentliche in Stil und Handlung.

Fragefreitag: Welches ist deine liebste Comic-, Manga- oder Graphic Novel Reihe?

Natürlich haben unsere Nornen auch einige Comics in den Regalen stehen. Darum haben wir beim #Nornenfragefreitag nachgefragt, welche denn ihre liebsten Reihen sind. Macht mit und verratet uns eure Favoriten.

Janna Ruth: Oh schwierig! Comic definitiv Asterix. Mangas habe ich mehrere Favoriten. Mitsuru Adachi bringt mich immer zum heulen und das im Sportmanga! Neon Genesis Evangelion ist sicher ein Meisterwerk. Brain Powered und Cantarella sind sehr unterschiedlich und beide schön. Nope, ich kann mich nicht entscheiden.

Barbara Weiß aka BlueSiren: Ich liebe die Katekyo Hitman Reborn! Manga Reihe von Akira Amano und One Piece von Eiichiro Oda. Zwei klassische Vertreter des sog. Shounen Genres. Action, Abenteuer, Fantasy und ungewöhnliche Helden. Während bei Reborn! ein tapsiger Mittelschüler Mafiaboss werden soll und allerlei coolen Haudegen begegnet, macht sich der Strohhutpirat Ruffy in One Piece auf die Weltmeere zu besiegeln und einen legendären Schatz zu finden. Aberwitzig, komisch, bunt und manchmal doch tiefgründig sind das Mangas, die ich einfach immer wieder lesen kann!

Katherina Uschachov aka Evanesca: Ich bevorzuge eigentlich Einzelbände oder wirklich kurze Reihen, die nicht gerade fünfzig Regalmeter wegnehmen, denn davon habe ich zu wenig. Aber aus Nostalgiegründen sind es die Sailor-Moon-Mangas in der bizarren Übersetzung aus den 90ern, als man Animes und Mangas im deutschsprachigen Raum noch nicht aus dem Japanischen, sondern aus dem Englischen übersetzte. Ich habe jetzt erst verstanden, dass „Macht der [Planet]Nebel, macht auf“ eine wörtliche Übersetzung des englischen „Make up!“ ist …

Lilyana Ravenheart: Hm, muss es bei Graphic Novel eine Reihe sein? Wenn nicht, dann sind es definitiv das Phantom der Oper, Dracula und Der Glöckner von Notre Dame. Die Zeichnungen sind einfach super und die Stimmungen sehr gut rübergebracht. Mangamäßig sind meine Lieblingsreihen Gib mir Liebe!, Kaito Kid und Kamikaze Kaito Jeanne. Kaito hat es mir in Detektiv Conan schon sehr angetan und Jeanne als Anime sowieso.

June Is : Sandman – Neil Gaiman

Sarah König: Neon Genesis Evangelion – mein erster Manga, meine erste große Manga und Anime-Liebe. Geht nix drüber.

Anna Weydt: Death Note ist eindeutig meine liebste Manga-Serie.

Sienna Morean: Deadman Wonderland, Dengeki Daisy sowie auch Elfenlied und Sailor Moon. Meine absoluten Lieblings Manga. Ich mags gern Düster, aber auch herrlich romantisch oder amüsant.

Esther Wagner aka Kirana: Es ist kompliziert. Ich würde gerne aus vollem Herzen „Rurouni Kenshin“ schreiben, aber nachdem Mangaka Nobuhiro Watsuki letztes Jahr wegen des Besitzes von Kinderpornografie verhaftet wurde, hat diese alte Mangaliebe schwere Risse bekommen.

Gesa F. Roberts: Bei mir ist es Tokyo Crazy Paradies: Dunkel, humorvoll, futuristisch mit mystischen Elementen und eine Heldin die nicht nur weiß wie man kämpft und wieder aufsteht, sondern auch für das einsteht, woran hier Herz hängt. Die Romance Elemente sind langsam, spannend und bauen sich über die Zeit auf, trotz vieler Hindernisse, und sind nicht das Hauptaugenmerk. Der Stil von 1996 ist natürlich nicht jedermanns Sache, aber der Plot ist es in meinen Augen doppelt wert.

Anne Zandt aka Poisonpainter: Ich lese so viele Webcomics und Comics, da ist es schwer sich zu entscheiden … vor kurzem erst habe ich den Webcomic „Far to the North“ entdeckt, der einfach genial gezeichnet und interessant geschrieben ist. Besonders sind für mich auch die Reihen „Blood Stain“ und „Strong Female Protagonist“, die ich tatsächlich hier in Deutschland als Print bekommen habe – ok, Teil 2 von SFP über dessen Kickstarter, aber psst. Meine erste Manga-Reihe war „Dragonball“, das mag ich auch bis heute noch. Als Graphic Novel habe ich mir gerade erst „Unerschrocken“ geholt, das klingt auch sehr toll. Ach … es gibt einfach so viele tolle Sachen …“

Elenor Avelle: Elfenwelt. Die Comicreihe hat mich durch einen großen Lebensabschnitt begeitet und wenn ich die Hefte in meinem Regal sehe, brint das viele schöne Erinnerungen hoch.

Karin (E.) Novotny alias EmmaN: The Graveyardbook Vol 1 und Vol 2 (zählt das schon als Reihe??) von Neil Gaiman. Tolle Story, super umgesetzt
Eluin RG Veda von CLAMP – überhaupt das Autorenteam. Ich sag nur Mokona 😉 Yoko Tsuno habe ich aber auch verschlungen und viele andere Comics und Mangas. Es gibt auch tolle Graphic Novels.

Fragefreitag: Reisezeit heißt Inspirationszeit. Hast du schon mal neue Anregungen oder ganze Plots aus dem Urlaub mit nach Hause gebracht?

Urlaubszeit ist Entspannungszeit. Urlaubszeit ist aber auch die Zeit, in der man viele neue Ideen und Eindrücke sammeln kann. Denn ein fremdes Land, eine andere Umgebung oder das Kennenlernen von neuen Menschen können ein wahrer Booster für die Kreativität sein. Wir fragen deshalb: Habt ihr schon einmal Anregungen oder Ideen aus dem Urlaub mit nach Hause gebracht? Nutzt den Hashtag #Nornenfragefreitag und erzählt uns von euren Urlaubsideen.

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Katherina Ushachov aka Evanesca: Jepp. Eine englischsprachige (!!!) f/f-Geschichte in einer High-Fantasy-Welt mit Drachenreiter*innen. Irgendwann gehe ich dem Plot mal nach, ich mag meine zwei Heldinnen sehr gerne.

June Is: Sehr viele, sehr oft. Teilweise auch verarbeitet. Manche warten noch drauf.

Sarah König: Ich bin zu selten im Urlaub, als dass ich darauf zurückgreifen könnte.

Anna Weydt: Andauernd. Da ich gerne und viel reise, bringe ich meine Erfahrungen und Stimmungen von speziellen Orten gerne in meine Geschichten ein.

Paula Roose: Ich habe eine Pilgerreise auf dem Jakobsweg gemacht. Große Strecken der Landschaft findet man in „Drachenstaub“ wieder.

Gesa F. Roberts: Schönes Neues inspiriert mich immerzu. Ich überlege gerade eher, ob ich schon mal nicht Anregungen aus dem Urlaub mit nach Hause genommen habe.

Siiri Saunders: Die Hochzeitsreise mit meinem Mann waren zwar wohl eher Flittertage, außerdem waren wir innerhalb Deutschlands unterwegs, trotzdem zählt dieser Urlaub zu meinen entspannendsten und inspirierendsten, denn wir haben Stunden in einem abgelegenen Wald verbracht. Ich konnte nicht aufhören zu fotografieren, denn er wirkte so verzaubert auf mich, dass ich mir sicher war, dass hier die Feen, Elfen, Zwerge und Trolle herkamen. So überzeugte ich mich selbst davon, einen Account auf Instagram zu eröffnen.

Anne Zandt aka Poisonpainter: Jup, Mehrfach. Allein beim letzten Rockharz habe ich eine Idee für eine eigenständige Geschichte und ein paar Szenen für den #WunschderKönigin mitgenommen. Und wenn es keine Geschichten sind, dann sind es Ideen für Blogbeiträge und Aktionen.

Grumpy Moon: Ein Teil meiner Romanreihe spielt größtenteils in London, und wie es der Zufall so wollte, war ich gerade dort, als ich mit dem Konzept angefangen habe. Dadurch konnte ich die Stadt natürlich umso besser in die Geschichte einbinden, und ich glaube, man merkt beim Lesen der Eindrücke meines Hauptcharakters ziemlich gut, dass es in Wahrheit meine eigenen waren.

Elenor Avelle: Als Jugendliche habe ich die ganzen Sommerferien mit nichts anderem verbracht als Schreiben. Wenn am Neusiedler See in der Saison keine anderen Kinder da waren, gab es sonst auch nicht viel anderes zu tun.

EmmaN: Die andere Stimmung im Urlaub, der andere Lebensrhythmus, das hat schon was inspirierendes an sich. Ja, da kamen schon mal neue Anregungen, neue Blickwinkel, neue Personen in die Story.

Diandra Linnemann: Unser Island-Urlaub hat tatsächlich mal eine Plotidee getötet, weil die Landschaft so ganz anders war als in meiner Vorstellung. Gerade komme ich aus Dublin wieder und habe eine hervorragende Idee für einen Science-Fiction-Plot. Ich weiß aber noch nicht, ob ich den in eine andere Geschichte integriere oder lieber separat behandele.

cazze: Ich habe während eines Urlaubs in Venedig eine Romanidee für einen Regionalfantasyroman bekommen. Der spielt allerdings in Nürnberg und nicht in Venedig ^^

Fragefreitag: Integrierst du den Sommer in deine Geschichten?

Wenn eure Geschichten im Sommer spielen, nutzt ihr dann Elemente wie Hitzeschlag, Sonnenstich, Kreislaufprobleme, Schweiß, der im entscheidenden Moment in die Augen läuft? Das wollen wir heute im #Nornenfragefreitag wissen. Macht mit und verratet und, ob und wie ihr den Sommer integriert. Oder auch, wie ihr es gerne in Büchern lest.

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Katherina Ushachov aka Evanesca: Klar. Wenn ich das nicht tue, brauche ich nicht erwähnen, dass es Sommer ist. Dann kann ich es auch in jeder anderen Jahreszeit spielen lassen. Oder auf dem Mond. Oder komplett in durchklimatisierten Indoor-Bereichen. Da ich viel über Vampire schreibe, berücksichtige ich im Sommer, dass sie zu manchen Zeiten gut zwanzig Stunden schlafen. Und dann liebe ich es zu beschreiben, wie eine Sommernacht atmet und der Asphalt langsam die Hitze des Tages abgibt, Gras und Blumen sich mit Tau bedecken … Hach!

June Is: Nope. Bisher hatte ich nur den Klassiker: Schnappatmung.

Sarah König: Probleme bisher nicht, Schweiß oder das Bemerken von hoher Luftfeuchtigkeit oder so aber schon. Gerade Schweiß, der einem von der Stirn perlt, das passt doch sehr häufig gut zum Geschehen.

Anna Weydt: Ja, ich gehe generell gerne auf die Jahreszeiten ein. Das gilt nicht nur für den Sommer. Auch im Winter, Herbst und Frühling lasse ich den Jahreszeiten entsprechende Elemente einfließen.

Sienna Morean: Je nach Szene, setze ich diese Elemente passend ein. Hitzschlag kam bisher noch nicht vor.

Gesa F. Roberts: Jup. In einer Szene wirft Zarvi den kompletten (von oben diktierten) Plan über den Haufen, weil sie keine Lust hat bei der Hitze den – fliehenden – Köder zu spielen ;3

Anne Zandt aka Poisonpainter: Nicht bewusst. Ich habe erst in einer Szene für das #Eishörnchen tatsächlich einen Hitzeschlag eingebaut. Das lag aber weniger an den Temperaturen, als daran, dass der Charakter aus dem hohen Norden stammt, Eiskräfte hat und Hitze an sich nicht so seins ist.

Siiri Saunders: Ja, man sollte und muss – meiner Meinung nach – diese alltäglichen Dinge und die Umwelt in die Geschichten mit einbauen.

Janna Ruth: Je nachdem. Manchmal spielt es eine Rolle, manchmal nicht. Allerdings habe ich auch noch keine konkrete Sommergeschichte geschrieben. Generell ist es sicher gut, die Umgebung in all ihren Facetten mit einzubeziehen.

Grumpy Moon: Momentan nicht, da der Hauptcharakter meiner Romanreihe (grob gesagt) immun gegen Hitze ist, aber ansonsten gerne alles – bis auf Schweiß. Um Schweiß mache ich einen Bogen, so was gibt es bei mir nicht.

Elenor Avelle: In Infiziert gibt es einemal eine Wasserknappheit aufgrund einer lang anhaltenden Hitzewelle. Aber ich bin generell ein Fan von Wetter und den Auswirkungen davon.

Karin (e.) Novotny alias EmmaN: ja, das kommt vor 😉

Diandra Linnemann: Die „Magie hinter den sieben Bergen“-Reihe hangelt sich an naturbasierten Festen entlang, da ist es nur natürlich, dass auch die Jahreszeiten inklusive Wetter und Flora eine größere Rolle spielen. Manchmal weiß ich aber in der Geschichte auch selbst nicht, welche Jahreszeit wir gerade haben.

Eva-Maria Obermann aka Variemaa: Ich integriere das Wetter sehr gerne, das ist für mich authentisch. In Zeitlose – Doras Erwachen ist gerade Hochsommer und das merkt auch meine Protagonistin Dora. Solche Details können sehr schön Atmosphäre vermitteln und den Leser erreichen.

Fragefreitag: Welches ist deine Lieblingseissorte oder andere Erfrischung an heißen Tagen?

Bei sommerlichen Temperaturen kann es vor dem Computer schon mal zu verzweifelt schwitzenden Autor*innen kommen. Während manche Nornen die Hitze lieben freuen sich andere schon wieder auf den Herbst. Eines aber haben alle gemeinsam: jede hat ihre kleine Geheimwaffe gegen die Hitze und ganz vorne mit dabei ist der Klassiker Eis. Darum fragen wir heute: Welches ist deine Lieblingseissorte? Oder hast du noch eine andere kühlende Erfrischung als Tipp für uns? Immer her damit unter dem Hashtag #NornenFrageFreitag.

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Cazze: Eiiiiiiiiiis *.* Ich liebe Eis und könnte es nicht nur im Sommer essen. Meine Lieblingssorte ist Cookies und Himbeer, aber ich probiere auch gerne außergewöhnliche Sachen aus. Letzte Woche habe ich zum Beispiel Banane-Lakritz gegessen. Auf der Geburtstagsfeier meines Onkels gab es Vanilleeis und man konnte sich Kürbiskernöl drauftun. Das hört sich sehr strange an, schmeckt aber richtig gut.

Irinia Christmann: Eis mag ich entweder total opulent, sprich süß mit Keksen und Extrasauce, oder total pur, Joghurt mit Früchten … und hinterher eine Bratwurst oder so.

Katharina Ushachov aka Evanesca: EIS! <3 Ich habe keine liebste Eissorte, aber ich bevorzuge es, drei Kugeln zu kaufen und dann je nach Angebot zu kombinieren. Beispielsweise zwei sahnige Sorten und eine Saure/Fruchtige. Oder umgekehrt. Episch schmeckt z.B. was in Richtung „Kaffee“, „Zitrone“, „Salziges Karamell“ in genau DER Reihenfolge.

Jana Jeworreck aka Moira: Vanille ersoffen in Schokoladensoße!

Sienna Morean: Eindeutig Cola und Karamelleis! Am besten ganz viel, von beidem.

Janna Ruth: Ich mag Sorbets oder Raffaello Eis, mmm.

Laura Kier: Eis? Egal welches. Hauptsache Eis. Gut, am liebsten Stracciatella, Vanille, Mango, … ähm die Liste könnte ich zu lange Fortführen. Ansonsten auch kalter Tee (richtiger Tee, nicht Zuckerersäuftes Wasser). Wassermelone ist auch toll.

Jasmin Engel: Ich mag sowohl Sorbet als auch cremiges Eis, ab und zu mal einen Frozen Cocktail; bei den Sorbets bin ich ein Fan davon, wenn es blumig wird z.B. Rosenwasser-Sorbet wie im persischen Restaurant.

Diandra Linnemann: Wenn wir Japanisch essen gehen, schaue ich immer als erstes, ob es Matcha-Eis gibt. <3

Maelle: Ich liebe ganz cremiges Eis – bloss keine Kekskrümel, Schokosplitter oder Nüsse.

Lilyana Ravenheart: Fruchteis. Am liebsten Yoghurt/Kirsche oder auch Melone. Bei uns in der Eisdiele auch gern „Seepferdcheneis“. Es ist sehr fruchtig und heißt so, weil man beim Kauf den DLRG unterstützt.

Eva-Maria Obermann aka Variemaa: Momentan habe ich große Probleme, Eis zu essen. Nur eine einzige Sorte vertrage ich. Zum Glück ist es eine mit viel Schokolade von Ben and Jerrys. Normalerweise aber mag ich Mischungen aus Frucht und Milch. Erdbeer-Joghurt zum Beispiel. Und im Sommer kommt bei uns auch immer selbstgemachte Zitronen-Ingwer-Limonade auf den Tisch.

Fragefreitag: Hast du Anthologien im Regal (bei denen du nicht mitgeschrieben hast)?

Der Juni startet nicht nur mit Hitze und Gewitter, sondern auch mit einem neuen Monatsthema. Wir werden diesmal Anthologien in den Mittelpunkt stellen. Immerhin ist auch unsere erste Nornenantho in der heißen Phase gelandet und wir hoffen, euch bald mehr verraten zu können. Zum Anfang aber wollen wir erst einmal wissen, welche Anthos ihr so im Regal stehen habt – und ob auch solche dabei sind, in denen ihr selbst nicht drin steht. Wo sind die Buchtipps? Her damit! Macht mit unter #Nornenfragefreitag.

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Cazze: Ja, Es war einmal ganz Anders von der Märchenspinnerei und Die Putze von Asgard. Frisch (oder schon ein bisschen angebissen) von der Leipziger Buchmesse.

Irinia Christmann: Ja, Werwolf, weil da der liebe Freddy Elting mitgeschrieben hat.

Katharina Ushachov aka Evanesca: Ja, mehrere. Die Putze von Asgard und Andersens Märchen Update 1.2.(das ist ein sogenanntes Zigarettenbuch – ein Büchlein, das in eine Zigarettenschachteil reinpasst) aus dem Machandel-Verlag, Furrys in Love aus dem Wölfchen-Verlag, FUNtasy aus dem Leserattenverlag. Und einige Anthologien aus Großverlagen.

Janna Ruth: Ja, die Drachenmondanthologien zum Beispiel oder die dunkelbunten Farben des Steampunk (Art Skript Phantastik). Ach und Winterstern aus dem Sternensandverlag und eine Anthologie von George R.R. Martin. Ich muss aber zugeben, dass ich bisher erst höchstens zwei Geschichten daraus gelesen habe.

Anne Zandt aka Poisonpainter: Diverse, einige noch aus der Zeit, als ich das Wort „Anthologie“ noch gar nicht kannte und einige, die ich mir mittlerweile explizit aus dem Grund gekauft habe. Die allerdings alle aufzuzählen würde den Rahmen hier sprengen …

Laura Kier: Ja. Nicht viele aber ein paar. Ich mag Anthologien durchaus, da sie oft sehr vielfältig sind.

Jule Reichert:  Ja, zwei oder drei Stück. Die ganzen Vorlesegeschichten für meine Kinder zähle ich nicht mit ;). Meine sind allerdings soweit ich weiß alle aus dem Horror-Bereich. Nur eines davon ist Fantasy-Horror, eine Anthologie zu einem Teil des Rollenspiels D&D, von dem ich die Bücher zu meiner Teenie-Zeit sehr geliebt habe.

Jasmin Engel: Zwei habe ich von anderen Autorinnen geschenkt bekommen und dann habe ich noch einige ältere Fantasy-Anthos aus den 90ern, allerdings waren die AutorenInnen damals schon bekannt und erfolgreich, die drin veröffentlicht wurden.

Diandra Linnemann: Eine ganze Reihe – obwohl es bei Anthologien immer Glückssache ist, ob ich sie lese. Einige ScienceFiction-Sammlungen aus den Achtzigern, einige fantastische Sammlungen, in denen Freundinnen veröffentlicht haben, Kurzgeschichtensammlungen von oder mit Autoren, die ich bewundere.

Anne Dank: Ich habe sie nicht gezählt, aber zehn sind es bestimmt.

Eva-Maria Obermann aka Variemaa: Einige. Sehnsuchtsfluchten zum Beispiel, aber auch Sammlungen größerer Verlage, zu bestimmen Themen oder regionaler Autoren.

Fragefreitag: Was ist für dich das schlimmste Liebesklischee in Romanen?

Romantik. Da summen die Bienen, die Schmetterlinge Flattern, der laue Frühlingswind streichelt den Figuren ums Gesicht, ehe der erlösende Kuss kommt. Schmacht, schmelz, schnulz. Nichts driftet so schnell ins Kitschige ab, wie Liebesbeschreibungen. Darum fragen wir beim heutigen #NornenFrageFreitag: Was ist für dich das schlimmste Liebesklischee in Romanen? Wir sind auf eure Antworten gespannt.

Ist das noch Romantik oder ist schon Kitsch? Ein schmaler Grat in der Literatur. (Grafik: Elenor Avelle)

Grumpy Moon: Liebe auf den ersten F…Blick!

Katharina Ushachov aka Evanesca: Wie schnell die immer in Betten landen. Und natürlich, wie unfassbar gut und überragend immer der erste Sex ist. Das Schrägste war in einem Fantasybuch mit einem „Wächter für alles“, der vierhundert Jahre alt ist, nie eine Frau auch nur nackt gesehen hat und dann ein perfekter Liebhaber war.

Tiphaine Somer Elin: Diese ganze „Rape Fiktion“ Sache. Ich kann mir gerade noch vorstellen, dass sich zwei Menschen begegnen, die sich auf den ersten Blick so attraktiv finden, dass sie schnurstracks zwischen den Laken landen und weil sie so verrückt aufeinander sind, sogar richtig guten Sex haben. Was ich wirklich nur als Klischee sehen kann sind diese „Ich kann nicht anders, ich muss dich jetzt haben“- Szenen, bei der SIE erst gegen ihren Willen GENOMMEN wird und während des Gebens zur Nehmerin wird, die das alles genießt. Meines Erachtens ist das die Verherrlichung von Vergewaltigung und sonst gar nichts. Ein ganz anderer Schnack ist das, wenn SIE zuvor ihre Einwilligung gegeben hat, weil sie auf diese Form von Sex steht.

Michelle Janßen: Dieses „Hallo ich bin die Protagonistin und ich bin voll stark und komme alleine klar und OMG DIESER TYP IST SO SCHÖN ICH WERFE MEIN LEBEN WEG FÜR IHN“ – ugh.

Diandra Linnemann: Liebe auf den ersten Blick, einen Partner „retten“ oder „bessern“ können, perfekter Sex beim ersten Anlauf – wenn schon Liebe, dann bitte realistisch.

Sarah König: Die Liebe auf den ersten Blick kann ich hier nur verteidigen, selbst erlebt. Aber: Sich selbst dem anderen gegenüber verlieren (er/sie hat mehr (Geld, Macht, Beziehungen), kann mehr, will mehr).

Karin (e.) Novotny alias EmmaN: Dass zwei die einander lieben immer ein erfülltes Sexleben miteinander haben. Als müsste das zwingend so sein. Und das die Heldin immer treu ist und auf ihren Lover wartet (der nimmt es mit der Treue dann meist nicht immer so genau). Aber SIE spart sich auf für den EINEN! *gähn*

Jasmin Engel: Ein Paar ist zusammen und bald treffen beide oder einer von beiden ständig neue potentielle Partner oder mögliche Seitensprünge, die zu unwiderstehlichen Versuchungen werden.

Jana Jeworreck aka Moira: Alles was mit „Frau trifft auf Millionär“ zu tun hat! Die haben offensichtlich den Arzt im Groschenheftchen ersetzt. Aber bald sind Millionen auch nicht mehr genug. Der Billionär muß her …

June Is: Was EmmaN sagt.

Elenor Avelle: Wenn Charaktere ihrem Wesen untreu werden, um in die Liebesgeschichte zu passen, bin ich von ihr enttäuscht. Ich kann auch keine Geschichten mehr lesen, sehen oder hören, in denen die Frau den BadBoy dem netten Mann vorzieht, weil sie ihn als einzige auf den Pfad der Tugend führen kann.

Janna RuthDie Liebe auf den ersten Blick, obwohl der Gegenüber unausstehlich ist und man sich in einer Scheißsitutation befindet. „Ich finde ihn ja so zum Kotzen, aber bei der Vorstellung seine Haut zu berühren, werden meine Knie ganz weich.“

Fragefreitag: Kommen in deinen Büchern Eltern zentral vor?

Gestern war Christi Himmelfahrt – vielen besser bekannt als Vatertag oder Herrentag – und übermorgen bereits wird Muttertag sein. Der ideale Zeitpunkt, um zu reflektieren, ob auch in unseren Büchern Mamas und Papas vorkommen, oder ob wir sie wenn, dann lediglich als Nebenfiguren zeigen. Macht mit und verratet uns unter #NornenFrageFreitag: Kommen in deinen Büchern Eltern zentral vor oder schreibst du eher kinderlose Figuren?

Schreiben mit Leidenschaft – wer braucht da Freizeit?

Cazze: Bei meinem aktuellen Projekt kommen die Eltern vor und sind so etwas wie Mini-Anthagonisten (Pubertät ist ja schließlich das, wo die Eltern schwierig werden ^^). In einem anderen Projekt sind eher die Großeltern wichtig und in meinen restlichen Projekten sind sie eher unwichtig bis nicht vorhanden.

Tiphaine Somer Elin: In meiner Serie kommt das Thema Eltern/Familie vor, allerdings zeigt sich das noch nicht oder eher unterschwellig.

Katharina Ushachov aka EvanescaIch habe es mit ambivalenten Elternfiguren. In meinen kommenden Verlagsdebüt muss die Mutter ihre Kinder weggeben, weil der Vater ein … (Spoiler). In „Zarin Saltan“ wächst Anna bei der Mutter auf, da der Vater sich direkt nach dem Einwandern in Deutschland aus ihrem Leben verzieht. In „Unparallel“ habe ich einen fragwürdig handelnden Stiefvater, eine am Rad drehende Prota-Mutter und etliche Mütter, die nicht klischeehaften Mutterbild entsprechen, das man oft in der Literatur hat: Entweder ist die Mutter mütterlich oder tot. Keine Ahnung, warum eigentlich. Meine eigenen Eltern sind wundervolle Menschen und ich hatte eine super Kindheit.

Michelle Janßen: Ich habe das Gefühl, dass fast alle Bücher mit Waisen arbeiten – mich eingeschlossen. Keiner meiner Protas hat Eltern, außer in meinen Kinderbüchern. Whoops.

Jana Jeworreck aka Moira: Ein Familienfluch, die Last des Erbes, und Blut sind zentrale Elemente meiner derzeitigen Trilogie. Auch, welche langfristigen Folgen die Fehlentscheidungen der Eltern und Großeltern für die Nachkommen haben können und wie die Figuren damit umgehen. Gewürzt mit Glaubensfragen und Magie ergibt das eine schöne explosive Mischung.

Laura Kier: Meine Protagonistin Adara aus „Perfektion – Die Veränderten“ ist schwanger – zählt das? 😉 Bislang sind die meisten Protagonisten zu jung für Kinder. Aber das ist eher Zufall. Eltern sind für meine Charaktere (und mich) dennoch wichtige, oft zentrale Figuren.

Diandra Linnemann: Das wechselt – in „Magie hinter den sieben Bergen“ spielt die schwierige Beziehung zwischen Helena und ihrer Mutter eine große Rolle. Vor allem unterschiedliche Lebensgeschichten und Erwartungen machen alles kompliziert. Meine nächste Protagonistin wird auf jeden Fall selbst Mutter sein, das ist zentraler Bestandteil der Geschichte.

Alexandra Bauer: Eltern sind immer dabei. Die gehören doch zum Leben auch dazu! Das wäre ja genauso, als würden die Kinder fehlen, dann habe ich auch keinen Prota 😉

Sarah König: Bisher habe ich zwar schon einmal von einem Vater (ein König) und einer Mutter (einer Königin) geschrieben, aber das war mehr, weil die Erben im Mittelpunkt standen. Ich denke bei meinen Büchern oft an „Sidekicks“, die ich im ersten Atemzug dann nutze und toll finde, aber leider im Laufe des Romans verliere, bis sie dann in der Überarbeitung rausfliegen. In meinen bisherigen Projekten wären das Kinder gewesen. Und fliegende Schweinedamen.

Karin (e.) Novotny alias EmmaN: Ich gebe zu ich schreibe über kinderlose Figuren. Die Nebenfiguren sind dafür mit Kindern gesegnet. Eltern kommen auch als Randfiguren vor. Mich interessiert mehr das Jetzt der Figuren, als ihre Familienkonstellation.

Anne Zandt aka Poisonpainter: Meine längeren Geschichten arten irgendwie immer recht schnell zu „Familien“geschichten aus, da will dann jeder noch so popelige Nebencharakter plötzlich ne Hintergrundgeschichte, die bitte auch noch erzählt werden soll und sowieso und überhaupt! Kurios ist auch, dass ich recht häufig tote Mütter habe … da bin ich entweder Märchen-geschädigt oder hab mich schon unterbewusst lange im Vorfeld darauf vorbereitet, meine eigene Mutter verhältnismäßig früh zu verlieren.

Jasmin Engel: Mir fällt bei der Frage gerade auf, dass Eltern in meinen bisherigen Romanen eher nebenbei vorkommen, nicht zentral.

June IsEltern haben bei mir immer sehr coole Rollen, wenn sie mal vorkommen. Tröster, Unterstützer, Seelenheiler.

Jule ReichertDas kommt ganz auf die Geschichte an. Der Protagonist meines All Age-Projektes hat beide Eltern – und ja, für einen Zwölfjährigen bedeutet das großes Konflikprotetial. Die Protagonistin meines Blogromans hingegen ist in einem Waisenhaus aufgewachsen, was auch einen roten Faden in der Geschichte bildert.

Fragefreitag: Liebe und Fantasy – Yay oder Ney?

Der Wonnemonat Mai ist für uns eine Zeit, in der wir uns mit allerlei Romantik beschäftigen. Bevor wir uns da aber in die Materie stürzen, wollten wir erst mal wissen, wie unsere Nornen die Kombination Liebe und Fantasy so sehen. Und was meint ihr? Passen Liebe und Fantasy zusammen oder wird es dann nur ein großer Haufen Kitsch? Macht mit beim ersten #NornenFrageFreitag im Mai.

Braucht Fantasy von und über Frauen wirklich Liebe? (Grafik: Elenor Avelle)

Cazze: Liebe ist eine tolle Grundmotivation. Wenn sie dosiert eingesetzt wird (wie zum Beispiel in Harry Potter) dann ein Yay. Wenn sich die Hauptfigur über mehrere Bände nicht für ein Love-Interest entscheiden will, oder Storys á la „Er ist ein Arschloch, aber er ist sooooooo heiß“ dann ein riesengroßes Ney mit Weihwasser, Salz und Kreuz.

June Is: Eine Prise (!) Romantik schadet nie. Leider schütten die meisten ganze Säcke in die Stories, das finde ich etwas daneben.

Paula Roose: Was ist ein Buch ohne Liebe? Ich bin hoffnungslos romantisch.

Katharina Ushachov aka Evanesca: Ich bin unromantisch und froh über jedes Fantasybuch, das mal OHNE das lästige Liebesgedöns auskommt. Vor allem, weil ich sehr oft merke, dass die Liebesgeschichte nachträglich von der Marketingabteilung eines Verlags reingebracht wurde und sich nicht stringent und natürlich in die Handlung einfügt. Sowas hasse ich. Nichts gegen eine zarte, unterschwellig unter dem Plot pulsierende Liebesgeschichte wie in Der Stern von Erui von Sylvia Rieß, sowas liebe ich sehr. Es gibt so viele andere Dinge … Freundschaft, Loyalität, Verbundenheit … Warum muss es immer die romantische (oft erotische und oft heterosexuelle) Liebe sein? Und auch noch fast immer die auf den ersten Blick? Es gäbe so viele Möglichkeiten, deren Potenzial verschenkt wird.

Jule Reichert: So lange es plotrelevant ist und/oder Konflikt und Dynamik in die Geschickte bringt, gibt es von mir ein „Yay!“. Als Beiwerk zur Fantasy eignet sich Liebe genauso gut, wie andere zwischenmenschliche Aspekte (z.B. Freundschaft, Ängste, etc.). Das Liebesgedöns sollte allerdings nicht den Plot bestimmen, dann gibt es von mir ein klares „Ney!“.

Tiphaine Somer Elin: Liebe kann der Fantasy Flügel verleihen, aber sie sollte nicht den Horizont verdunkeln.

Eva-Maria Obermann aka Variemaa: Ich finde, Liebe gehört zum Leben einfach oft dazu und darf darum auch in jeder Art von Literatur vorkommen. Zum Thema gemacht werden oder gar zentral behandelt muss sie aber nicht permanent. Lieber ist es mir, sie ist sinnvoll eingesponnen.

Janna Ruth: „Every good story has a love story. It doesn’t matter what genre you are writing in. If it doesn’t have some form of love in it, it often falls flat. We would have trouble relating to it. Love is what touches us. It doesn’t have to be a passionate romance. It can come in the form of an old friendship or deep respect. But love and compassion for one another is what makes us human and any story without it, is missing something. That’s why all my plots, no matter how fantastic or adventurous they are, have a love story at its core. Nothing overbearing that smothers the other aspects, but something quiet that shows real strength, will hold it all together and leave you with a good feeling, even if the love is a tragic one. At least, you have felt the most powerful and fulfilling emotion of all.“ (Aus „Far Beyond Reality“ von Janna Ruth)“

Michelle Janßen: Ney. Ich habe langsam genug davon, dass jedes Buch im Regal eine Liebesgeschichte beinhaltet. Fantasy ohne Romantik scheint nicht zu existieren, weswegen ich stark dafür plädiere, dass man mehr unromantische Fantasy schreiben sollte.

Jana Jeworreck aka Moira: Nur, wenn es nicht ausschließlich darum geht! Der Plot und die Fantasywelt sollten auch ohne Lovestory reizvoll sein und funktionieren.

Laura Kier: Romantasy? Bitte nicht! Ich mag keine Liebesromane, da brauch ich dann auch keine versteckten Liebesromane in der Fantasy. Ich habe nichts dagegen, wenn eine Lovestory mit drin ist, komme aber sehr gut ohne klar. Ich gehöre definitiv nicht zur Fraktion „in jedem Buch muss Liebe vorkommen“.

Diandra Linnemann: Solange die Liebe realistisch beschrieben ist, habe ich nichts dagegen, auch wenn mich Geschichten, in denen die Liebe das zentrale Element ist, selten ansprechen.

Alexandra Bauer: Öhm … 😀 Yay oder Ney?

Sarah König: Ein wenig Liebe hat noch niemandem geschadet.

Karin (e.) Novotny alias EmmaN: Liebe ist schon ok, aber bitte keine schwülstige endlose Romanze. Daher ein Yay.

Jasmin Engel: Vielleicht bin ich eine Romantikerin, aber eine Liebesgeschichte gehört für mich in jeden guten Roman, ob am Rande oder als Hauptsache, glücklich oder unglücklich. Für mich sollte es nur nicht das einzige Thema sein und nicht oberflächlich behandelt werden.