Autorinnenleben und Twitter (Holly Miles)

Zu einen der bekanntesten Social Media Netzwerken dürfte wohl Twitter gehören. Für einige gehört es dazu, täglich die Tweets (die Beiträge auf Twitter) abzurufen, während andere Netzwerke eher nebenbei laufen. Daher möchte ich heute einen genaueren Blick auf Twitter werfen.

Was ist Twitter?

Twitter zählt zum Bereich Mikroblogging. Mit zwischenzeitlich 280 Zeichen schickst du eine Nachricht an die Welt. Mehr Platz hast du momentan nicht. Daher twittern viele unter einem Beitrag weitere Tweets, sodass daraus ein sogenannter Thread entsteht.

In einem Tweet kannst du Werbung für dich, deine Internetseite oder dein Buch machen. Natürlich ist es auch möglich, einfach über den Tag zu schreiben, was so passiert ist oder andere lustige Anekdoten. Das kommt auf dein persönliches Anliegen an.

Wichtiger Hinweis: Deinen Tweet kannst du auch als Bild veröffentlichen. Nur bedenke bitte, dass Bilder nicht barrierefrei sind. Personen, die nicht einwandfrei oder gar nicht sehen können, können damit Schwierigkeiten haben. Aber mit der Browseranwendung „Tweetdeck“ kannst du das umgehen. Denn unter dem Bild kannst du dort den Text einfügen. Die Zeichenzahl scheint hier länger zu sein, als bei einem Tweet.

Im folgenden erkläre ich dir die wichtigsten Funktionen von Twitter.

Die Anmeldung – mit irgendeinem Namen

Bezüglich des Anmeldeprozesses werde ich an dieser Stelle nicht ausführlich werden. Ein wichtiger Hinweis jedoch. Zwischenzeitlich verlangt Twitter bei der Anmeldung eine Handynummer, um deinen Account zu bestätigen. Soweit ich aber gesehen habe, kann man eine Nummer für mehrere Twitteraccounts verwenden.

Der Name darf maximal 15 Zeichen lang sein. Wobei ich auch gelesen habe, wenn du deinen richtigen Namen angibst, erhöht sich die Zeichenanzahl auf 20. Das siehst du aber alles in der Anmeldemaske.

Bei der Namenswahl hast du mehrere Möglichkeiten. Entweder dein Autorinnenname, einen Fantasienamen oder deinen richtigen. Das kommt darauf an, wie du dich auf Twitter präsentieren möchtest.

Dabei musst du jedoch einen Unterschied machen. Einmal der Name, der auf deinem Account erscheint (Nornennetz als Beispiel) und dann der @Name (@Nornennetzwerk). Damit kannst du dann den Account anschreiben.

Beide Namen müssen übrigens NICHT übereinstimmen. Da hast du absolut frei Wahl.

Dein Avater und das Headerbild

Das Bildchen, womit du letztendlich auftrittst, sollte auf alle Fälle die Spielregeln des Urheberrechts berücksichtigen. Nimm also Bilder, an denen du das Urheberrecht hast oder die frei zur Verfügung dafür gestellt werden. Leider sind Abmahnungen sehr teuer.

Wenn du mit einem Produkt auftrittst (zum Beispiel als Autorin), kannst du das Cover deiner aktuellen Geschichte als Avater benutzen. Dieses kannst du zusätzlich als Headerbild verwenden. Mit jedem geschriebenen Tweet machst du so automatisch für dein Produkt Werbung, ohne dass du jedes Mal einen Werbetweet schreiben musst.

Deine ersten Schritte

Sehr wahrscheinlich wirst du nicht von Anfang an deine ersten Follower haben. Es wird wohl eher so aussehen, dass du dich umsiehst und nachschaust, wer so alles auf Twitter ist und denen folgen. Natürlich auch Stars und Sternchen. Als Autorin bzw. Autor wirst du wahrscheinlich auch Verlage und/ oder anderen Autorinnen und Autoren folgen wollen. Daher ist die Zahl der Accounts die du folgst, am Anfang höher, als der Zahl, die dir folgen. Fürs Erste ist das absolut normal und natürlich.

Wenn du bereits andere Kanäle im Internet führst, zum Beispiel eine Facebook-Seite, dann kannst du dort Werbung für deinen Twitterchannel machen. Leute, die sich für dich interessieren, werden dir aller Wahrscheinlichkeit nach auch dort folgen.

Aber egal wie vielen du letztendlich folgst, wenn du nicht selbst twitterst, wirst du für andere einfach nicht interessant genug sein.

Worüber könntest du denn so twittern?

Meine Empfehlung: Mach nicht nur Werbung für dich, deine Projekte oder was auch immer dein mögliches Anliegen ist. Natürlich kannst und sollst du deinen Twitterkanal für Werbung verwenden. Das gehört dazu. Aber wenn du NUR Werbung machst, viele werden dir entweder gar nicht folgen oder dir irgendwann wieder entfolgen.

In meiner Liste hatte ich auch eine Person aufgenommen, die wirklich nur Werbung für ihre Bücher getweetet hatte. Zumindest erschien es mir so, wann immer ich ihre Tweets entdeckt hatte. In solchen Fällen schaue ich mir dann den Kanal an und überprüfe mein Gefühl. Wenn es stimmt, dann neige ich auch dazu, der Person zu entfolgen. Nicht, weil ich das nicht unterstütze, sondern einfach, weil ich das nervig finde.

Du kannst also gerne über deine Projekte twittern, aber auch mal über etwas Alltägliches. Wenn du gerade ein Buch liest, dann empfehle es doch einfach. Und wenn die Autorin oder der Autor ebenfalls einen Twitteraccount hat, kannst du sie oder ihn direkt einbeziehen.

Auf diese Art kannst du Respekt für die Arbeit der Person zeigen, aber auch Aufmerksamkeit auf dich ziehen. Und durch solche Aktionen könnte es auch passieren, dass die eine oder der andere auf dich aufmerksam wird und dir danach folgt.

Mir folgt jemand … mir folgt jemand …

Gerade am Anfang kann es schon ein klasse Gefühl sein, wenn dir endlich jemand folgt. Und es ist auch völlig in Ordnung, wenn du sofort zurückfolgst. Du solltest aber irgendwann gezielt den Leuten folgen, mit denen du dich vernetzen möchtest. Ab einer gewissen Anzahl von Gefolgten könntest du die Übersicht verlieren und nicht mehr alle Beiträge sehen. Tatsächlich kenne ich einige Accounts, die mehreren 1.000 Leuten folgen. Außerdem dürften einige Follower für dich auch nicht interessant sein. Warum dann folgen?

Hashtags

Eine gute Idee sind interessante Hashtags. Hashtag bedeutet, dass du das Nummernzeichen, also #, tippst und danach ohne Leerzeichen ein Wort (#NornenFragefreitag). Auf diese Weise können Leute, welche nach bestimmten Hashtags suchen, theoretisch auf deinen Tweet und damit auch auf deinen Account aufmerksam werden. Und eventuell findest du auf diese Weise einen neuen Follower.

Als Autorin bzw. Autor kannst du ebenfalls bestimmte Hashtags benutzen, die zwar aus dem englischen kommen, aber hier auch Verwendung finden. Dazu gehören zum Beispiel #amwriting, #iamwriting, #Author, #Autorenleben #Autorinnenleben #Autor #Autorin und Ähnliches.

Damit zeigst du auch deine Präferenz bei deinen Tweets an. Und bietest damit anderen die Möglichkeit, dich zu finden und dir zu folgen. Oder eben auch nicht.

Twitteraktionen für Autor*innen

Es gibt einige Aktionen, die du als Autor*in die Wege leiten kannst.

Einige Beispiele möchte ich dir kurz vorstellen:

Lesechallenges

Hier wird eine Herausforderung ausgesprochen, an der sich alle beteiligen können. Dabei werden für jeden Tag in einem bestimmten Zeitraum Fragen oder Aufgaben gestellt, die du dann erfüllen darfst. (Zum Beispiel das Teilen der eigenen Erfahrungen zum Thema Selfpublishing: Welche Bücher hat man gelesen, welche hat man geliebt oder auch, welche Charaktere mochte man.)

Damit kann man die Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Thema richten. Und das eventuell auch als Marketingmittel benutzen. Gerade, wenn du diese Challenge startest.

Der #FF

Der #FF steht für „Follow Friday“. Das bedeutet, dass du jeden Freitag Leute empfehlen kannst, denen man, deiner Meinung nach, unbedingt folgen sollte. Dafür schreibst du den Hashtag #ff oder auch #FF und dann die Namen. Du kannst in einem Tweet die Namen aufführen, oder du schreibst zu jeder Person einen eigenen Tweet. Letzteres ist natürlich ein wenig anstrengender. Aber auch persönlicher.

Retweet

Wenn dir ein Tweet gefällt, ist es völlig in Ordnung, wenn du den Retweetest, also auf deiner Timeline teilst. Das werden sicherlich auch andere mit deinen Tweets machen. Das ist der Reiz von Twitter.

Gerade dann, wenn jemand um #Followerpower bittet, kannst du gerne den Tweet teilen. Unter diesem Hashtag wird gebeten, dass so viele wie möglich den Tweet sehen, damit irgendjemand helfen kann. Auch ohne der Person zu folgen.

Manchmal ist es auch gut, wenn du einen Tweet nicht nur teilst, sondern auch einen Kommentar dazu schreibst. Damit erklärst du deinen Followern, warum du diesen geteilt hast. Entweder mit einem direkten Kommentar, was du dazu denkst. Oder mit einer Bitte bzw. Aufforderung, etwas zu tun oder zu lassen. Und das zu jedem Thema.

Eigene Hashtags „erfinden“

Es kann eine gute Idee sein, dass du eigene Hashtags schreibst. Zum Beispiel der Titel deines Buches. Oder du hast ein Anliegen und möchtest das verdeutlichen. Dafür kannst du dann einen eigenen Hashtag verwenden, der dann hoffentlich seine Runde macht.

Kleiner Tipp: Wenn dein Hashtag aus zwei oder mehr Wörtern besteht, kann das unleserlich werden. Daher empfiehlt es sich, einzelne Wörter groß zu schreiben. Selbst dann, wenn es eigentlich klein geschrieben werden sollte. Beispiel: #WirsindToll

Sag auch einfach Mal danke schön

Wenn uns im realen Leben jemand einen Gefallen tut, sagen wir einfach mal danke. Im Internet ist das eher seltener der Fall. Daher habe ich es mir selbst Folgendes angewöhnt: Jedes Mal, wenn jemand einen meiner Beiträge teilt, sage ich danke schön. Das kostet Sekunden und zeigt deine Wertschätzung, dass jemand meinen Beitrag gefallen hat. Oder zumindest Werbung gemacht hat.

Auch beim Folgen danken?

Da bin ich mir, ehrlich gesagt, nicht so sicher, ob ich das auch machen soll. Eigentlich gehört es sich ja. Doch ich weiß nicht, ob sie mir folgen oder nur auf mein Like aus sind. Also, ob sie darauf warten, dass ich deren Accounts zurückverfolge. Daher habe ich das bisher gelassen.

Wichtig ist jedoch, es sollte nicht ein automatischer Tweet sein. Entweder du schreibst es persönlich, oder lässt es. Denn viele finden diese automatischen Tweets oder direkte Nachrichten nicht angenehm.

Abschlussgedanken

Natürlich ist das nicht alles, was man zum Thema Twitter schreiben kann. Meine Empfehlung: Fang einfach an. Registriere dich und probiere dich aus. Du wirst sehen, ob es dir zusagt oder nicht. Wenn nicht, deinen Account kannst du immer noch löschen.

Du hast noch Fragen? Frag in deiner Community nach. Und auch wir vom Nornennetzwerk helfen dir gerne weiter. Wenn du uns live treffen möchtest: Wir sind demnächst auf der Leipziger Buchmesse 2019 zu finden (Hashtag #lbm19 und #NNLBM).

In diesem Sinne: Viel Spaß auf der Leipziger Buchmesse und überhaupt auf allen zukünftigen Buch-Events – und falls ihr mich treffen wollt, schaut doch einfach auf gut Glück beim Nornennetz-Stand (Standnummer K309 in Halle 2) vorbei!

Gemeinsam auf die Messe (Anne Zandt)

Wie ihr wisst, sind wir gerade mittendrin in der Planung für unseren diesjährigen Messeauftritt auf der Leipziger Buchmesse. Warum das ohne eure Unterstützung fast nicht geklappt hätte, das könnt ihr heute hier nachlesen.

Als wir es uns 2017, kurz nach unserer Gründung, gleich zum Ziel setzten, uns auf der LBM zu präsentieren, war es ein riesiges Unterfangen, dessen Umfang uns erst richtig bewusst wurde, als wir 2018 die Besucherwellen an unserem Stand begrüßen durften.

Nun Blut geleckt, wollten wir auch 2019 wieder dabei sein, also hieß es Kostenaufstellung machen und Geld sammeln. Diesmal allerdings stellte sich heraus, dass wir Nornen zwar den Stand an sich finanzieren können würden, aber all die tollen Zusatzsachen, die wir euch wieder anbieten wollten bzw. benötigten, würden hinten runterfallen.

Nun hieß es improvisieren und planen.

Woher sollten wir die fehlenden Tausend Euro nehmen, ohne einen Banküberfall zu planen?

Nachdem wir diverse Möglichkeiten durchsprochen hatten, von komplett Absagen, bis über Plattformen, etc. war die Wahl schließlich gefallen: Wir machen einen Kickstarter.

In einer Nacht und Nebel Aktion, mit (Herz-)Blut und Schweiß bauten unsere Nornen Elenor Avelle, Laura Kier und Anne Zandt in nur wenigen Tagen den Kickstarter zusammen, mit dem ihr uns im vergangenen August auf unserem Weg zur #NNLBM unterstützen konntet.

Es gab viele interessante Preise, die ihr euch holen konntet mit der entsprechenden Spende. Von Magneten und Postkarten der LBM 18 über signierte Exemplare der Nornenanthologie unserer Schwestern Eva-Maria Obermann und Katherina Ushachov bis hin zu einem Meet & Greet mit allen Nornen, die auf der BuchBerlin im vergangenen Jahr waren.

Einige Preise, wie der Social Media Gruß, wurden lieber genommen als andere und einige Unterstützer entschieden sich auch gegen jegliche Belohnungen.
Jasmin Zipperling drehte für uns sogar ein „Warum alle die Crowdfunding-Kampagne des Nornennetzwerks unterstützen sollten“ – Video. Vielen Dank noch mal an dieser Stelle, Jasmin!

Wir waren überwältigt von dem Vertrauen, das ihr in unsere Sache gelegt habt und wollen hier auch nochmal allen unseren Unterstützern, sagen:


Dankeschön, dass ihr es uns ermöglicht habt, wieder auf die LBM zurückzukehren!

Unsere Unterstützer:

Jasmin Zipperling, Elena (Gedankenfunken), Ricarda Howe, Elea Brandt (Norne a.D.) , Dominik Faber, Neophobica , Christian Krüger, Mara Ki, Ahasver Wanderer, Anne Granert, Trimagie , Manuel Bianchi, Michael Nitka, Roxi Kettenbeil, Christian Milkus,Kabra, Buchstabenpfote , Benjamin Spang, Carina Holste, Maike Frie, Annemarie Leitner, Ryek Darkener, Ulrike Baumann, Hadya , Merlin Thomas, Moni , Hannes Niederhausen, Jane & Christian, Franzi (Lovely Mix), Roxane Bicker, Corne & Lu

Wir haben einiges aus diesem Kickstarter gelernt und mitnehmen können und werden das für den Nächsten nutzen.

Wir sehen uns dann im Juli wieder, wenn es heißt:

Schick die Nornen auf die LBM 2020!

Fragefreitag: Welches Buch, welche Lektüre, welches Werk hat Dich 2018 am meisten beeindruckt?

Wir sind immer auf der Suche nach Buchempfehlungen und freuen uns, Dir ein paar weitergeben zu können. Mit dabei: Fantastik, Verlag, Selfpublisher, brandneu und Klassiker. Hast Du Empfehlungen für uns? Verrate sie uns unter #Nornenfragefreitag.

Diandra Linnemann: Ich habe Margaret Atwood entdeckt. Vor allem die Maddaddam-Trilogie hat mich beeindruckt.

Jasmin Engel: Am meisten haben mich 2018 „Tyll“ von Daniel Kehlmann und „Orchis“ von Verena Stauffer beeindruckt; letzteres geht in die phantastische Richtung, ich würde es aber nicht als Fantasy einordnen.

Eva-Maria Obermann: Zwar kein fantastisches Werk, aber absolut großartige und prägend: Noah Sow – Deutschland Schwarzweiß.

Elena: Eins meiner Jahreshighlight war „Circe“ von Madeline Miller. Für mich eine gelungene feministische Neuerzählung von Kirke und anderen bekannten Frauenfiguren der griechischen Mythologie, die ganz neue Betrachtungsweisen eröffnet.

Katharina Rauh: Good night Storys for Rebel Girls von Elena Favilli und Francesca Cavallo

Barbara Weiß: Das spannende und fabelhaft geschriebene „Unstern“ von Katrin Ils gehörte mit „Matthew Corbett und die Hexe von Fount Royal 1“ von Robert McCammon, „Lillesang“ von Nina Blazon und „Najaden – Das Siegel des Meeres“ von Heike Knauber zu meinen Jahreshighlights!

Rückblick LBM18 (Odine Raven)

Mein ganz persönlicher Aufbruch

Es mag euch jetzt ein wenig überraschen, aber ich möchte diesen Rückblick auf mein Jahr 2018 sozusagen mit dem Gegenteil beginnen: Aufbruch.

So lautete nämlich vor ziemlich genau einem Jahr das Thema einer Schreib-Challenge von Books on Demand und Skoobe. Wer mitmachen wollte, musste innerhalb eines Monats eine Geschichte von maximal 15 Seiten dort hochladen, und zwar in einem der drei Genres Krimi, Fantasy oder Liebesroman.

Die Leserschaft von Skoobe war gleichzeitig die Jury, welche die nötigen Sterne zu vergeben hatte. In jedem der drei Genres sollte die Geschichte mit den meisten Fünf-Sterne-Bewertungen gewinnen.

Was hab ich also gemacht? Richtig. Eine Vampirgeschichte geschrieben. Das war nicht schwer, denn ich kenne ganz viele Blutsauger aus meiner eigenen Ascalon Saga, und da gehen mir die Ideen gewissermaßen nie aus (habe ich schon erwähnt, dass ich derzeit am siebten Band sitze?).

„Mit dir bis ans Ende der Welt“ lautete recht bald das Ergebnis. Mein rastloser Vampir Samuli aus Finnland erfüllt sich darin seinen sehnlichsten Wunsch, nach Neuseeland zu fliegen. Er nimmt seine vulnerable (= normalsterbliche) Freundin Saskia mit auf die abenteuerliche Reise. Beim Errichten einer Scheune auf einer Schaffarm findet der gelernte Zimmermann mit uraltem deutschen Meisterbrief seinen langersehnten Seelenfrieden und macht zum Schluss Saskia einen Heiratsantrag.

Und das war so romantisch! Deshalb habe ich die Geschichte auch nicht als Fantasy eingereicht, sondern als Liebesroman!

Und prompt gewonnen! Naja, ehrlich gesagt war es eine Zitterpartie bis … sogar nach der Deadline für die Bewertungen. Eigentlich sah es eher so aus, als würde es nicht reichen. Schade, dachte ich, fahr ich eben nicht nach Leipzig …

Doch dann kam die E-Mail. Herzlichen Glückwunsch

Ihr könnt euch mein Jubelgeschrei sicher vorstellen!

Vampirladies im Schnee

Eine Woche später chauffierte mich mein Mann nach Leipzig. Frau Raven und Gatte waren in einem tollen Hotel untergebracht, war alles Teil des Gewinns, und im Zimmer nebenan residierte die Preisträgerin im Genre Fantasy, Stephanie Wittern!

Wir Vampirladies fanden gleich einen Draht zueinander und zogen gemeinsam durch die immer verschneiteren Straßen dieser wunderschönen Stadt.

Am Abend ging es zur Event Location, dem Tapetenwerk. War gar nicht so leicht, durch den Schnee dorthin zu gelangen! Man stelle sich das vor – eine Großstadt ohne Räumdienst! Aber wer denkt denn auch Mitte März an 30 cm Neuschnee!

Wir durften bei Prosecco und Häppchen ganz vorne sitzen, während Mira Valentin und Monika Pfundmeier höchstselbst aus ihren preisgekrönten Werken vorlasen! Und dann wurden wir Aufbruch-Challenge-Gewinner geehrt!

„Sag mal ein paar Worte zu deiner Heldin“, reichte man mir ein Mikrofon.

Mikros bin ich gewöhnt, wir lieben uns. Aber Heldin? Ist das so bei Liebesromanen? Himmel, wie bringe ich ihnen das bei mit meinem entzückenden Samuli?

Nun, wir konnten es schnell klären, und seither schreibe ich eben Liebesromane, in denen zufällig ein Vampir drin vorkommt. Oder auch mehrere.

Nachdem wir diesen sagenhaften Abend in der Hotelbar hatten ausklingen lassen, ging es samstags endlich auf die Buchmesse. Meine erste Buchmesse! Wow! Das ist … unbeschreiblich! Wer’s erlebt hat, weiß, was ich meine, alle anderen werden es verstehen, sobald sie selbst mal dort waren!

Auf die Details gehe ich jetzt nicht ein. Aber das hier muss ich zum Schluss unbedingt noch sagen: Das Bedeutendste für mich sind die Leute, die ich an jenem verschneiten Wochenende in Leipzig habe treffen und kennenlernen dürfen, allen voran wunderbare AutorInnen und super nette VerlagsmitarbeiterInnen. Habt Dank für eure Ideen und Impulse, eure Unterstützung und ja, auch Freundschaft, die nicht auf die zwei Tage beschränkt geblieben sind.

Auf diesen sehr persönlichen Aufbruch werde ich immer gerne zurückblicken!

Ruhe bewahren im fantastischen Netzwerk-Werbungs-Wunderland (Anne Granert)

Es würde mir schwerfallen, ein schriftstellerisches Highlight des Jahres 2018 herauszupicken. Die erste eigene Veröffentlichung? Der Besuch der FBM, das Literaturcamp Hamburg oder mein Beitritt bei den Nornen? Mir fällt auf, dass alle Punkte zwei Wörter beinhalten: Netzwerk und Werbung. Wobei als Selfpublisher beides fast gleichzusetzen ist.

Werbung in den sozialen Medien als Selfpublisher

Im Sommer 2018 wollte ich den ersten Band meiner Urban Fantasy Reihe veröffentlichen. Meine Lektorin (die ich übrigens auch ‚online‘ durch ihren Blog kennengelernt hatte) thematisierte mit mir mögliche Kanäle, um mich als Autorin im Allgemeinen und meine Werke im Speziellen zu präsentieren und zu bewerben.

Im Januar 2018 gingen meine Homepage sowie meine drei SoMe-Kanäle Instagram, Twitter und Facebook online. Die ersten Schritte waren noch holperig, doch schnell fand ich eine kleine, aber feine Gruppe gleichgesinnter Buchliebhaber, deren Beiträgen ich folgte und die wiederum meine Posts lasen. So wurde ich zum einen auf die Nornen und das Literaturcamp Hamburg aufmerksam, als auch zum Geburtstag von BoD nach Norderstedt eingeladen. Auf dem BoD-Geburtstag wiederum entschied ich mich guten Gewissens für meinen jetzigen Distributor Twentysix, bei dem ich sehr erfolgreich meinen ersten Band veröffentlichte.

Twentysix lud mich zum Coaching für ausgewählte Autorinnen und Autoren auf die Frankfurter Buchmesse ein. Inhaltlich ging es vor allem um die käuferrelevanten Bereiche der Werke wie Klappentext und Cover als auch Werbungsmöglichkeiten. Hier wurden vor allem die Wortwerke-Buchhandlungen, lovelybooks und Facebook genannt. Auch fiel das Gespräch auf verschiedenste Schreibanbieter und -Apps, Rezesions-Plattformen und Autorenzusammenschlüsse.

Mit einem ziemlich vollen Autorinnen-Kopf flog ich wieder heim und stellte fest: Es gibt unzählige Möglichkeiten der Eigenwerbung, kostenfrei als auch zu hohen Preisen. Mit wenig Zeitaufwand und sehr viel Zeitaufwand. Von einigen Möglichkeiten hatte ich noch nie gehört, andere verstand ich einfach nicht. Also tat ich das, was eine Autorin in der Regel tut: Ich setzte mich hin und schrieb die Kanäle auf, die ich gerne nutzte sowie einige weitere, die nebenbeiliefen. Ungeliebtes strich ich weg oder gliederte es aus, wie meine Homepage, für die ich nun einen Webmaster engagiert habe.

Ich merkte, dass mein persönlicher Lieblings-Kanal Instagram war und beschloss, mich im Bereich Instagram und Branding weiterzubilden, was ich mit Hilfe meiner Illustratorin tat. Wir entwickelten ein neues Branding und sie zeigte mir zeitsparende Möglichkeiten der Bilderstellung und des Postens, die ich auch als Mutter zweier Kleinkinder mit Halbtags-Job gut durchführen konnte.

Du bist der Boss und entscheidest über Dein Netzwerk und Deine Werbung

Meine Tipps

Netzwerken macht unglaublich viel Spaß, öffnet Blick und Geist und lässt die Kreativität sprudeln. Und macht auch Druck, denn die ganzen genannten Kanäle müssen oder sollten ja auch bedient werden.

  • Such Dir 1-2 Plattformen/ Kanäle/ Möglichkeiten, die Du wirklich magst und gerne pflegst.
  • Nutze noch wenige weitere Plattformen etc., die gut nebenherlaufen können.
  • Mach Dir einen einfachen und gut umsetzbaren Plan für Dein Marketing: Wann postest du Tweets, Bilder, Newsletter mit welchem Inhalt? Kannst Du einiges schon vorplanen mit Apps wie Preview, Tweetdeck oder Mailchimp?
  • Mach Dir auch einen finanziellen Plan: Kannst Du für Werbung zahlen? Wie viele Bücher kannst du Bloggerinnen und Bloggern schenken?
  • Du bist nicht allein: Schließe Dich einer Schreibgruppe an, wie ich es zum Beispiel mit den Nornen tat.
  • Gehe auch mal außer Haus zu Veranstaltungen von Verlagen oder Camps wie das Literaturcamp in Hamburg.
  • Suche Kontakt zu Bloggerinnen und Bloggern, die Deinem Genre entsprechen und die Du wirklich gerne magst. Tritt in den Austausch mit ihnen und hake beizeiten freundlich und persönlich nach, ob sie Dein Buch rezensieren würden.
  • Projekte (ich sag nur: Homepage), die Dir wirklich quer im Magen liegen, solltest Du outsourcen oder ganz streichen.
  • Schalte mal das Internet aus, schenke Dir einen Kaffee ein und lies ein gutes Buch oder triff Dich mit Freunden. Offline-Zeit kann sehr erholsam sein und siehe da, die Welt dreht sich auch ohne Dich weiter.

Diese und sicherlich noch viele weitere Tipps können helfen, in dem weiten Universum an Möglichkeiten nicht die Ruhe und den Fokus zu verlieren auf das, was Dir am meisten Spaß und Freude bringt: das Schreiben!

 

Nornengestöber back to the roots

Die erste Nornenstöberrunde im neuen Jahr führt uns zum Kern des Nornennetzwerks. Fantastik, Frauen im Literaturbetrieb und allerlei Lesestoff.

Nicht nur in der Literatur, in fast allen Medien sind Frauen unterrepräsentiert. Das verzerrt die Wahrnehmung der Wirklichkeit. Tatsächlich gilt dieser Fakt für viele Gruppen, die nicht weiß, cis oder/und Männlich sind. Zur Situation der Frauen empfehlen wir die Studie Frauen zählen und diesen Beitrag vom Deutschlandfunk.

Dass Frauen im Literaturbetrieb benachteiligt sind, hat der NDR erst wieder festgestellt. Solange das so ist, wird das Nornennetzwerk sich im Bereich der Fantastik für Autorinnen einsetzen.

Warum ist das nochmal so wichtig? Repräsentation macht einen Unterschied. Die Vielfalt unserer Welt muss auch in Literatur und Co. deutlich werden. Lest hier nach oder schaut euch dazu dieses Video an.

Falls ihr nicht nur mehr Frauen auf der Leseliste wollt, sondern auch mehr Women of Color: schaut doch mal hier rein und stöbert.

Viv Albertine schrieb in der Süddeutschen einen tollen Artikel dazu, dass sie es satt hat, als Frau nur als minderwertiger Mensch angesehen zu werden.

Dass Feministin zu sein kein lustiges Spiel ist, schreibt Mareike auf Feminismus oder Schlägerei. Wir können bestätigen, dass auch der Einsatz für Frauen in der Fantastik sich manchmal anfühlt wie der Kampf gegen Windmühlen. Doch es gibt auch großartige Erfolge.

Zum Beispiel die tolle Nachricht, dass vier unserer Nornen beim Indie-Seraph nominiert sind. Herzlichen Glückwunsch ihr Lieben und viel Glück.

Fragefreitag – Welche Schreib-Ziele hast du 2019?

Das neue Jahr beginnen auch wir Nornen mit Schreib-Zielen. Gleich vorweg ein paar Tipps: Setze Dir realistische Ziele und definiere verschiedene Arten von Zielvorgaben. Die Ziele in Teilziele zu unterteilen, kann den Druck mindern und führt trotzdem zu (kleineren) Erfolgen. Schreibe regelmäßig, auch wenn es nur 50 Worte sind. Vielleicht kannst Du am Tag 10 Minuten früher aufstehen, um diese Routine aufkommen zu lassen? Helfen können dabei auch kleine Rituale (bestimmte Musik, Getränke (besser kein Alkohol!) oder Settings. Und um kreative Ideen nicht vorbeifliegen zu lassen lohnt es sich, ein Diktiergerät oder Notizbuch dabei zuhaben. Welche Schreib-Ziele wir Nornen für das Jahr 2019 haben, verraten wir Dir hier. Verrate auch Du uns Deine Schreib-Ziele unter #Nornenfragefreitag.

Britta Redweik: Ich möchte – außer sonntags – jeden Tag entweder 400 Wörter schreiben, oder aber ein Kapitel überarbeiten. Es wird Zeit, dass ich neben wöchentlicher Schreibroutine auch eine tägliche finde. Außerdem will ich endlich einen Roman richtig veröffentlichen. Als Ebook und Print-on-Demand, richtig gegen ein kleines Entgelt. Das wär mein Traum.

Diandra Linnemann: Ich möchte mich an meinem ersten futuristischen Roman versuchen – und parallel habe ich noch eine lustige Geschichte im Ärmel, für Notfälle. Vielleicht schaffe ich auch wieder ein paar Kurzgeschichten, der Bereich hat lange brachgelegen. Tausend Pläne, zu wenig Zeit …

Katherina Ushachov aka Evanesca: Geplant sind mindestens 150.000 geschriebene Wörter. Darunter: Ein Kurzroman, das Beenden eines angefangenen Romans und einer im NaNoWriMo.

Siiri Saunders: Ich will dieses Jahr zwei Romane im High Fantasy Genre veröffentlichen, desweiteren wird das Prequel zu diesen Romanen (Filíns Reise) in der Nornenanthologie veröffentlicht – worauf ich mich so mega freue. Allerdings schreibe ich nicht die typische High-Fantasy, sondern eher dunkelfröhlich-elfisch-episch. 🙂

Anne Granert: Ich werde im Frühjahr den zweiten Band meiner Urban-Fantasy-Reihe Die Talentierten veröffentlichen. Ob ich den dritten Band dieses Jahr noch schaffe, weiß ich nicht, denn ich arbeite noch an einem Werk außerhalb der Fantastik, das zu Weihnachten erscheinen soll.

Jasmin Engel: Ich habe vor, meinen 3. Roman fertig zu schreiben und somit meine Dilogie abzuschließen, außerdem meine alte Novelle, die ich mit 16 geschrieben habe, neu zu schreiben.

Grumpy Moon: Zum ersten Mal seit langem bereite ich wieder einen eigenständigen Roman vor, der nichts mit meiner Romanreihe zu tun hat. Diesen hoffe ich 2019 zu schreiben.

Deborah B. Stone: Meinen Roman fertig stellen und veröffentlichen – in einem tollen Verlag oder im Selfpublishing. Meine ersten Lesungen, zunächst mal gemeinsam mit meiner Schreibgruppe, später vielleicht auch schon allein – wer weiß?

 

Gezeitenwechsel unter der Weltenesche – Der Jahresrückblick (Elenor Avelle)

2018 war ein turbulentes Jahr. Netzwerke aufzubauen ist immerhin eine anspruchsvolle Aufgabe. Dabei gibt es sehr viel zu beachten. Welches Ziel verfolgen wir, wie wollen wir das strukturell aufbauen, wie können wir das organisieren und wie koordinieren wir die teilweise gegensätzlichen Mentalitäten und Vorstellungen? Aber das haben wir hervorragend gemeistert, denn ihr wisst ja:

Spaß beiseite. Es ist eine herausfordernde Tätigkeit in einer Gruppe zu arbeiten. Diese Erfahrung haben die meisten gemacht und nicht selten lässt man es frustriert bleiben, weil es viel Geduld, Feingefühl und Energie kostet. Eben mehr, als wenn man alleine arbeitet. Kompromisse schließen zu können und zu ertragen, dass man nicht immer durchsetzen kann, was man selbst für das Beste hält, gehört da mit dazu. Gerade in neuen Gruppen und Netzwerken, ist das eine Disziplin, die meist im zweiten Jahr gemeistert werden will. Und genau darum drehte sich 2018 viel im Netzwerk. Wir haben die Erfahrungen aus dem Vorjahr bewertet und strukturell umgedacht. Deshalb haben wir einen Rat gewählt, der die Baumpflege an unserer Weltenesche organisiert, damit nicht plötzlich die falschen Äste ab sind, die Wurzeln faulen oder der Schlauchpilz bei uns einfällt. Das ist eine spannende Neuerung und wir sehen der Zukunft mit neu strukturierten Plänen entgegen, die alsbald auch mehr Augenmerk auf unsere Zielsetzung der Gleichberechtigung richten.

Jahrestag

Im Mai haben wir unser Einjähriges gefeiert. Ja, das Netzwerk gibt es noch nicht so lange. Unsere Weltenesche ist noch ein zartes Pflänzchen und braucht noch viel Zuwendung, bevor wir die Früchte ernten können. Für die Schlauberger, die es gerne genau nehmen: Nein, natürlich erwarten wir keine Pfirsiche. Die Früchte der Esche sind paarig angeordnete geflügelte Nüsschen.

Der persönliche Kontakt

Da sich das Netzwerk online organisiert, sind die Treffen auf Veranstaltungen für alle Nornen ein Highlight. Unsere Mitglieder kommen aus ganz Deutschland, der Schweiz, Österreich, sogar aus Schweden.

Buchmesse Leipzig

Im März hatten wir auf der Leipziger Buchmesse unseren ersten Messestand, um unserem Ziel nachzukommen, Autorinnen mehr Raum in der männerdominierten Fantastikszene zu geben. Angerückt sind wir mit fantastischen Werken und einem Schicksalskelch. Der Messeauftritt war ein voller Erfolg und wir hatten sehr viel Spaß. Erfahrungswerte, die wir gesammelt haben, werden wir für kommende Messen nutzen und erweitern. Und ich persönlich hoffe sehr darauf, dass es auch 2019 wieder die wunderbaren Rosmarinkartoffel in Leipzig zu essen gibt.

Treffen

Nornen-Treffen beim LitCampHamburg

Im Sommer haben verschiedene Nornen LitCamps besucht. Zum eine trafen wir uns in Heidelberg, zum anderen in Hamburg. Wer noch nicht weiß, was ein LitCamp ist, das ist eine Veranstaltung, auf der die Teilnehmer Sessions anbieten, in denen sie ihre Kenntnisse und Erfahrungen an interessierte Zuhörer weitergeben. Ich war bislang zwei Mal schon in Heidelberg dabei und kann es nur empfehlen. Es ist zwangloser als Messen und ideal um leichter über die eigene Sphäre hinaus zu kommen und mit anderen Menschen der Literaturbranche in Kontakt zu treten.

Auch im Getümmel der Frankfurter Buchmesse sind die Nornen zusammengekommen und haben sich getroffen.

Eine unserer Nornen hat sich sogar auf den Weg quer durch Deutschland, in die Schweiz und wieder zurück gemacht, um beim #NornenHopping verschiedene Nornen zu besuchen.

BuchBerlin

Unsere zweite Messe in diesem Jahr, war die BuchBerlin. Die Leipziger Messe und die BuchBerlin waren ein interessanter Vergleich. Während wir uns in Leipzig mehr auf die Präsentation konzentriert haben, ist die Berliner Buchmesse hauptsächlich eine Verkaufsmesse. Das war für uns nicht ganz so einfach, denn auch wenn wir natürlich die Werke unserer Nornen präsentieren und jede Norne ihre Werke auch verkauft, hat unser Netzwerk keine gewinnorientierten Ziele. Deshalb haben wir mit unseren Messeevents viel Mühe darauf verwendet, uns mit anderen Ständen zu vernetzen. Zum einen bieten wir seit der BuchBerlin als Außenstelle Zeitreisepässe des Amts für Aetherangelegenheiten an. Das sind Pässe mit denen ihr auf der Messe an verschiedenen Ständen Stempel und Visa einsammeln könnt. Das ist sehr lustig aufgezogen und ich selbst laufe auch mit meinem Pass über die Messen und sammle Einträge.

Unser anderes großes Event war die Rallye. Mitgemacht haben dabei unter Anderem der Machandel Verlag, Stella Delaney und Mika Krüger, der Chaospony Verlag und Die Uferlosen. Mit Hilfe eines Rätselbogens konnten die Besucher an den verschiedenen Ständen Bücher von Autorinnen suchen. Die Resonanz war umwerfend und die Rallye wird es deshalb auch im nächsten Jahr wieder in Berlin geben. Jeder der Interesse hat dabei zu sein, darf sich gerne bei uns melden.

Ohne Moos nix los

Wir würden gerne vollkommen mooslos durch die Welten schweben und unsere Ziele nur mit unserem Elan und unseren ehrlichen Bemühungen um Fairness antreiben. Aber der Motor der Gesellschaft läuft mit Münzen und Scheinen, egal wie idealistisch man auch sein mag. Die erste LBM haben wir im Hype des Neuen sehr schnell finanzieren können, für 2019 haben wir uns dafür Unterstützung geholt. Mittels eines Kickstarters und der grandiosen Mithilfe vieler toller Leute, konnten wir auch die Finanzierung des nächsten Nornenstandes in Leipzig stemmen. Vielen lieben Dank. Wir planen schon fleißig die Events. Es wird wieder großartig!

Jahresabschluss individuell

Ohne ein Schmankerl konnten wir das Jahr nicht vergehen lassen. Deshalb hat unsere Katharina Rauh mit den anderen Nornen einen bunten Adventskalender geplant, der auf all unseren Kanälen erschienen ist. Hinter den Türchen verbargen sich die unterschiedlichsten Dinge, vom Drabble über Kurzgeschichten bis hin zu winterlichen Rezepten. Jede Norne, die eine Idee hatte, konnte etwas fantastisches beisteuern.

Die persönlichen Jahreshighlights einzelner Nonen könnt ihr hier nachlesen.

Der kritische Vergleich

Als das Netzwerk im Mai 2017 den Bifröst öffnete, traten tugendhafte „Torwächter des Ist- Zustands“ auf den Plan. Ihr wollt etwas ändern? Aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier!

Wie sieht es jetzt 2018 aus? Hat sich etwas geändert? Was unsere Ziele betrifft, nein, denn noch immer bekommen Autorinnen nicht die gleichen Chancen, wie Autoren. Die Schale Ausrede ist noch immer, dass sie zu emotional sind und deshalb Fantasy einfach nicht können. Weltenbau, Gesellschaftsstrukturen, technische Authentizität, Zombies, das ist Männersache. „Ich lese keine Science-Fiction von Frauen. Die kann nicht gut sein.“ „Ich lese keine Romance von Männern. Die sind nicht gefühlvoll.“ Solche Sätze wollen wir aus den Köpfen der Menschen bekommen, denn sie sind nicht wahr und hinderlich für Qualität vor Schubladendenken. Wer mehr zum Status quo der Vorurteile lesen will, folgt dem Link.

Es gibt noch viel zu tun, bis es nicht mehr ums Geschlecht geht. Wir bleiben für euch am Ball, damit ihr sein könnt und schreiben könnt, was ihr wollt, ohne durch euer Geschlecht oder euer Genre benachteiligt zu werden.

Nicht zur Nachahmung empfohlen (Diandra Linnemann)

Nicht zur Nachahmung empfohlen – Wie ich drei Romane in einem Jahr schrieb und veröffentlichte, ohne darüber komplett durchzudrehen, oder auch: Auf Nimmerwiedersehen, 2018!

Für viele Hexen sind die zwölf Nächte nach dem 21. Dezember die „Rauhnächte“, sozusagen die „Zeit zwischen den Jahren“. In dieser Zeit setze ich mich immer hin und plane, was ich im kommenden Jahr schaffen möchte. Ende Dezember 2017 saß ich also in meinem stillen Kämmerlein und fasste einen irrwitzigen Plan: Im kommenden Jahr wollte ich drei Romane schreiben und veröffentlichen.

Seit 2013 hatte ich nämlich an meiner „Magie hinter den sieben Bergen“-Reihe geschrieben, welche anhand der heidnischen Jahreskreisfeste durch ein Urban-Fantasy-Jahr führte, und im Ernst: Allmählich wollte ich mich an etwas Neues wagen. Doch drei Romane standen noch aus. Jeder von ihnen sollte ein eigenes Abenteuer erzählen, aber gleichzeitig auch zur übergeordneten Geschichte beitragen. Sie spielten jeweils Anfang August, Mitte September und Ende Oktober. Worum es im Einzelnen gehen sollte, wusste ich schon, hatte aber weder Plot noch Kapitelplan parat.

Also rüttelte ich und schüttelte ich, schob Termine und Arbeitslast hin und her und hatte schließlich einen Plan:

  1. Wenn ich pi mal Daumen 1.000 Wörter pro Tag schreibe, kann ich einen Erstentwurf in üblicher Länge in zwei Monaten fertig haben.
  2. Wenn ich alle drei Rohentwürfe direkt hintereinander weg schreibe, habe ich Ende Juni drei Manuskripte auf Rohkäse-Niveau, schön abgehangen und reif zum Überarbeiten.
  3. Wenn ich dann direkt mit Überarbeiten loslege und reinhaue wie eine Wilde, kann ich jedes Manuskript pünktlich zum Termin, also jeweils innerhalb von gut fünf Wochen, selfpublishingreif haben.

Kalender und Kaffee – meine ständigen Begleiter ©Diandra Linnemann

 

Ihr seht schon, das klingt ziemlich blöde. Aber ich hatte ja einen kleinen Vorteil: Da es das Ende einer Reihe war, kannte ich die Charaktere schon in- und auswendig. Ich wusste also genau, wie sie in den einzelnen Situationen reagieren würden. Und die lange im Voraus ausgelegten Hinweise und losen Fäden aus den vorangehenden Büchern reichten aus, um sich daran bis zum Ende durchzuhangeln.

Mit den ganzen Verzweiflungsmomenten will ich euch nicht aufhalten, das ist an dieser Stelle auch gar nicht spannend. Willkommene Zeitfresser waren die Leipziger Buchmesse oder auch der einwöchige Besuch meines Vaters. Weniger willkommen waren Erkältungen oder Überstunden. Allerdings habe ich ein paar Tipps, die mir durch ein verrücktes Jahr geholfen haben, die ich hier gerne teilen möchte:

  1. Plant Zeitpuffer ein. Für diese Reihe musste ein Rohentwurf etwa 50.000 Wörter haben, und ich hatte mir jeweils 58 Tage à 1.000 Wörter pro Tag vorgenommen (die ersten drei Tages eines jeden Monats waren für das Plotten reserviert). Ihr seht schon, das lässt ein wenig Luft.
  2. Übertrefft euch, wo immer ihr könnt. An manchen Tagen lief es mit dem Schreiben gut – also habe ich nach tausend Wörtern einfach weitergemacht, bis die Luft raus war. Mein Rekord in dieser Zeit – neben einem Vollzeitjob, dem Haushalt, einem Sozialleben und dem Training für einen Strongmanrun – waren knapp dreitausend Wörter an einem Tag. Dafür gab es auch Tage, an denen aus Zeitmangel, Müdigkeit oder auch wegen akuter Bräsigkeit nur fünfhundert Wörter zusammenkamen. Trotzdem war ich üblicherweise kurz vor Monatsende fertig und konnte mir sogar noch einen oder zwei Tage zur Erholung gönnen, ehe es mit dem nächsten Abenteuer weiterging.
  3. In der Schreibphase unter keinen Umständen den Text überarbeiten! Im Nachhinein war einiges ziemlicher Murks, aber für den ersten Entwurf war das nicht relevant. Wenn ich wusste, dass eine Szene schwach war, habe ich mir eine Notiz an den Rand gemacht und weitergeschrieben, solange Schwung da war. Bis ich dann etwa vier Monate später in der Überarbeitungsphase wieder an dieser Stelle war, hatte mein Unterbewusstsein meistens eine Lösung parat.

Das war die Schreibphase. Ende Juni hatte ich also drei Manuskripte und beginnendes Karpaltunnelsyndrom vom Schreiben. Ich war euphorisch. Als nächstes las und verbesserte ich alles kapitelweise und schickte jedes Kapitel danach direkt an meine wundervollen Testleserinnen, die alles noch einmal zerpflücken durften. Deren Anmerkungen wurden eingebaut, sowie sie wieder in meinem Postfach landeten. Zusätzlich musste ich Cover basteln und Klappentexte schreiben, und ein wenig Werbung macht sich leider auch nicht von allein. Überarbeiten fällt mir schwer, das gebe ich unumwunden zu, also hatte ich in dieser Phase mehr Arbeitszeit eingeplant. Meine Tricks in dieser Zeit:

  1. Beste Testleser der Welt! Alle waren in meinen Zeitplan eingeweiht und haben ihn mit mir zusammen bis zum Ende durchgezogen, obwohl sie selbst auch massig zu tun hatten. Ich weiß nicht genau, wie ich das jemals wiedergutmachen kann – wenn ich reich und berühmt werde, können sie alle bei mir wohnen kommen.
  2. Deadlines beachten. Wenn man selbst veröffentlicht, muss alles rechtzeitig fertig sein, und man kann wirklich nicht alles gleich gut. Also muss man Zeit einplanen für die Dinge, die einem schwerer fallen, und sich rechtzeitig Unterstützung und die Meinung von Profis holen.
  3. Vorab einplanen, dass man nach dem Endsprint eine Weile „tot spielen“ darf: Nicht schreiben, nicht überarbeiten, eventuell nicht einmal lesen.
  4. Leute auf später vertrösten! Um meinen Partner für diese Monate zu entschädigen, in denen er eher wenig von mir sah, versprach ich ihm, dass ich im November und Oktober nicht direkt etwas Neues schreiben würde, so dass wir endlich wieder etwas mehr Zeit füreinander hätten. Das habe ich auch eingehalten (plotten ist nicht gleich schreiben!!!), und er hat sich wunderbar geduldet, bis das letzte Buch überall erhältlich war.

 

Das Endprodukt – 166.609 Wörter, eines schöner als das andere ©Diandra Linnemann

 

Wie gesagt: Ich hatte den Vorteil, dass die Charaktere schon seit Jahren etabliert sind. Das hat vor allem beim Überarbeiten eine Menge Mühe gespart, weil ich schon wusste, wie sie in den meisten Situationen reagieren würden. Sorgfältige Schauplatz-Recherche (die Geschichten spielen fast ausschließlich an Orten, die ich selbst schon besucht habe) vorab und währenddessen war ein Muss: Wenn ich Fotos von einem Ort habe, kann ich mich nicht dabei vertun, ob die Tür eines Gebäudes jetzt grün oder braun ist, und statt mir alles auszudenken zu müssen, kann ich einfach beschreiben, was ich fotografiert habe.

Zugegeben, einige soziale Beziehungen haben in dieser Zeit schon gelitten. Allerdings konnte ich mich am 31. Oktober direkt revanchieren, denn nach dem Hochladen der Dateien für das letzte Buch am 27. Oktober hatte ich noch genau drei Tage Zeit, um alles für eine spontane kleine Halloween-Feier im Freundeskreis vorzubereiten – nachdem ich zehn Monate lang de facto nicht geputzt hatte. Ihr seht, ich neige zu blöden Ideen.

Als Schreibjahr war 2018 aufregend, anstrengend und lehrreich – aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich so einen Schreibmarathon unter Zeitdruck nicht so schnell wiederholen werde. Für 2019 gibt es genügend andere Dummheiten, die ich machen kann, und ich habe natürlich schon ein paar Ideen …

Fragefreitag: Was waren eure schriftstellerischen Highlights des Jahres 2018?

In diesem Monat beschäftigen wir Nornen uns mit den Highlights des Jahres 2018. Dazu zählen die vielen persönlichen Highlights unserer Nornen, die ihr jetzt im Januar auf unserem Blog findet, als auch die besonderen literarischen und schriftstellerischen Momente. Neben eigenen Veröffentlichungen sind es vielleicht Begegnungen oder der Genuss besonderer Romane oder Artikel. Solche besonderen Momente hattet ihr auch? Verratet sie uns im #Nornenfragefreitag.

Britta Redweik: Ich habe eine Biografie veröffentlicht und mir damit einigen Frust über die Behandlung Behinderter in Deutschland von der Seele geschrieben. Und erst als ich es wirklich textlich vor der Nase hatte, habe ich gemerkt, dass ich eventuell diesen Frust mit dem verbinden sollte, was ich liebe. Also ab und an mehr diverse Charaktere in meine Phantastikromane einbauen sollte. Mehr in Richtung OwnVoices gehen könnte. (Denn ganz ehrlich, wer liest schon gern eine Biografie und denkt dann noch drüber nach? Nein, Verständnis durch Unterhaltung ist viel schöner.) Ich glaube, dass ich richtig gereift bin, durch diesen Prozess. Einerseits durch eine erste Veröffentlichung abseits von Kurzgeschichten und die Schwierigkeiten, die damit einhergehen, aber vor allem dadurch, dass ich mehr zu meiner Stimme gefunden habe, denke ich.

Diandra Linnemann: Es gab gleich zwei Highlights – ich konnte meine Urban-Fantasy-Reihe beenden und sie dann auch noch in drei Sammelbänden mit wunderschönen neuen Covern herausbringen.

Katharina Rauh: Ich habe meinen ersten Roman fertiggestellt und konnte einen Beitrag für die Benefitz-Anthologie schreiben.

Eva-Maria Obermann: Meine Steampunk-Adaption von Rapunzel, Tropfen der Ewigkeit, ist ein voller Erfolg geworden und das freut mich unglaublich. ich bin völlig neue Wege damit gegangen und habe mich an ein neues Genre und eine PoC Protagonistin gewagt. dass das so gut ankommt, gibt mir Energie, weiter zu machen und kreativ zu bleiben.

Katherina Ushachov aka Evanesca: Einiges davon ist leider noch streng geheim, aber ein großartiges Highlight war für mich, als mein Kurzroman mit Co-Autor beim Wurdack-Verlag veröffentlicht wurde. Ich liebe es, Teil eines Franchises zu sein.

Anne Zandt: Ein Highlight war die Veröffentlichung einer meiner Kurzgeschichten in Mit-Norne Siiri Saunders Anthologie „Entzünde den Funken„, aber auch die Lesung auf der Leipziger Buchmesse zählt definitiv dazu. Und natürlich die von mir und Mit-Norne June Is geschriebene Geschichte „Operation ‚Joker‘“ für den Bücherstadt Kurier. So viele tolle Sachen passiert letztes Jahr …

Siiri Saunders: Die Mitherausgabe der Benefiz-Anthologie „Entzünde den Funken“ war für mich vielleicht sogar das Highlight der nächsten drei Jahre. 🙂 Wir haben so viele Nornen und tolle AutorInnen aus ihren Schreibecken locken können und belohnen sie nun auch noch mit einem Bestseller. Oder sie uns? 🙂 Wie auch immer, es war und ist mir eine Ehre und das Highlight schlechthin.

Anne Granert: Im Sommer habe ich meinen ersten Band einer Urban-Fantasy-Reihe herausgegeben … und bin beim Verlag gleich zum Coaching auf der FBM ausgewählt und der Titel ist zum Top-Titel gekürt worden. Atemberaubend.