Fragefreitag: Ein gutes Buch braucht Spannung, braucht es auch eine Form der Gewalt?

Das Erzeugen von Spannung ist ein interessantes Thema, denn es gibt so viele unterschiedliche Arten, diese zu erzeugen. In unserem heutigen Beitrag stellen wir die Frage danach, ob ein gutes Buch neben Spannung auch eine Form der Gewalt braucht. Was ist eure Meinung dazu? Nutzt den Hashtag #NornenFragefreitag und lasst uns eure Meinung da.

Autoren Urlaub

Grumpy Moon: Es braucht in der Regel einen guten Konflikt, aber nicht unbedingt einen gewalttätigen. Ich habe schon einige gute Bücher gelesen, die ohne einen einzigen zertrümmerten Schädel auskommen und trotzdem gut sind – obwohl man „Gewalt“ natürlich nicht unbedingt nur körperlich definieren kann / muss.

Nike Leonard: Ich bin nicht sicher. Gewalt ist kein Synonym für Spannung, sondern eine Möglichkeit, wie sich Spannung entladen kann, aber bei weitem nicht die einzige. Trotzdem ist Gewalt (nicht unbedingt körperliche) allgegenwärtig. Vielleicht ist es deshalb so schwer, einen Plot zu finden, der vollkommen ohne Gewalt auskommt.

Laura Kier: Für mich nicht. Konflikte sind für Spannung wichtig, aber sie müssen nicht auf Gewalt aufgebaut sein. Die Frage ist aber auch, wie Gewalt definiert wird. Körperlich? Geistig? Selbst in Märchen, die ich gerne lese und schreibe, ist Gewalt allgegenwärtig. Von daher finde ich die Frage sehr schwer zu beantworten.

Jana Jeworreck: Braucht die Welt Gewalt? Nein. Existiert sie trotzdem? Ja. Es kommt natürlich immer darauf an, welche Art von Buch man schreibt. Und wie man Gewalt definiert. Denn selbst in einem Buch ohne physische Verletzungen gibt es meist psychische. Es ist nahezu unwahrscheinlich, dass ein Roman ohne „Gewalt“ auskommt. Es gibt Gewalt gegen andere, aber auch gegen sich selbst. Von beispielsweise Selbstzweifeln einer Figur bis zur Selbstzerstörung. Selbst Unfälle mit reinem Blechschaden in einer Liebesschmuzette sind gegebenfalls abrupte und damit gewaltsame Unterbrechungen. Und wenn man als Autor ehrlich ist, sucht man alleine des Drama wegen der höchstmöglichen Fallhöhe für seine Figuren aus. Ich halte Gewalt, ob absichtliche, unabsichtliche, physische, psychische oder höhere, worunter im Grunde auch Magie fällt, für nahezu unverzichtbar und glaube kaum, dass es einen Roman ohne gibt.

Irina Christmann: Gewalt hat so viele Formen. Was für mich harmlos ist, kann einen anderen schlimm triggern. Aber grundsätzlich gibt es bei mir keine Schlägereien usw. Wobei Ausnahmen natürlich auch hier die Regel bestätigen.

Katherina Uschachov aka Evanesca: Selbst die harmloseste Geschichte kommt nicht ohne Gewalt aus. Nehmen wir sowas Harmloses wie das Bilderbuch, in dem jemand dem Maulwurf auf den Kopf macht. Auch das ist eine Form von Gewalt. Ich denke nicht, dass ein Buch es braucht, aber ich halte es schlicht für unmöglich, eins ohne zu schreiben.

Siiri Saunders: Gewalt ist natürlich Definitionssache. Geht man von „allen Formen der Gewalt“ aus, so wird hier womöglich der Konflikt beschrieben. Ein Buch ohne Konflikt? Undenkbar. Aber was ist, wenn der Konflikt von außen herbeigeführt wurde und beide Charaktere, die im Konflikt miteinander stehen, eben ihre Meinung vertreten? Dann ist es nicht gewalttätig, sondern konfliktbehaftet. Aber wenn da dann nicht auch mal die Fetzen fliegen? Natürlich kann man auch gewaltfrei kommunizieren. Also mein Fazit: Ja, ein Buch kommt sicher auch ohne jede Form der Gewalt aus.

Diandra Linnemann: Seit die Gewaltorgien Überhand nehmen, lese ich nicht mehr gerne Thriller. Es ist leicht, möglichst viele Leute möglichst dramatisch abzuschlachten – wenigstens auf Papier – aber das sind nur billige Effekte. Manchmal ist Gewalt Bestandteil der Geschichte, aber ich halte sie nicht für zwingend nötig.

Elenor Avelle: Gute Geschichten brauchen Konflikte, aber keine Gewalt.

June Is: Das kommt auf die Zielgruppe an. 🙂

Anna Kleve: Nein. Es gibt Beispiele von sehr guten Büchern, in denen kaum Kämpfe oder Gewalt vorkommen. Die „Pelinor-Saga“, fällt mir da spontan ein.

Karin (E.) Novotny alias EmmaN: Hmmm. Wenn es keine Verletzung von (persönlichen) Grenzen gibt, dann wirds auch schwierig mit dem Konflikt. Liegt also wohl an der Definition von Gewalt.

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