Fragefreitag: Wie viel Zeit verwendest du auf den Weltenbau? Landen alle Details später in deiner Geschichte?

Fragefreitag_winter

Eine eigene Welt zu erfinden ist aufwändig und kann eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen. Wie viel Zeit verwendet ihr auf den Weltenbau? Ist eure Welt vor dem ersten Wort der Geschichte schon ausgereift oder erkundet ihr sie mit euren Charakteren beim Schreiben? Erzählt uns davon im #Nornenfragefreitag!

Und wo wir gerade bei Welten sind: Dieses Jahr gibt es wieder eine literarische Weltreise zum Frauenwahlrecht. Bis zum 8.3 erscheinen jeden Montag und Donnerstag Artikel über Schriftstellerinnen, die sich in ihrem Land für die Rechte von Frauen eingesetzt haben. Den ersten Artikel (Finnland) findet ihr hier und den neusten Artikel (Indien) gibt es hier.

Katharina Rauh: Bei meinem ersten Roman habe ich nach der ersten Fassung festgestellt, dass ich noch nicht genug Weltenbau betrieben hatte. Also habe ich danach einen Recherche und Weltenbaumonat eingelegt und daraus haben sich sogar neue Storystänge entwickelt.

Deborah B. Stone: Viel! Ich muss die Gesellschaft mit ihren Essgewohnheiten, Ritualen, Paarbeziehungen etc. genau vor mir sehen. Außerdem liebe ich es, alternative Normen und Werte zu schaffen. Wie viel davon dann einfließt, wird sich zeigen. Wichtig ist, dass ich ein komplettes System habe. Meine Karten sind dafür weit weniger detailliert… da staune ich, was andere so entwerfen :))

Jasmin Engel: Für mein Debüt musste ich intensiv über die historischen Maya recherchieren und in meiner Traumreisen-Reihe lehne ich einiges an die altindischen Veden an – also ja, auch bei mir steckt viel Zeit im Weltenbau. Aber nicht alle Details landen oder bleiben später drin.

Juliane Schiesel: Das kommt tatsächlich auf die Geschichte an. Ist es nur eine Kurzgeschichte, kann es schnell gehen. Für mein aktuelles Endzeit-Projekt hat es allerdings Wochen gedauert und ich befürchte, ich bin noch nicht fertig.

Britta Redweik: Ich mach das tatsächlich beim Schreiben und nur so weit, wie in dem Moment nötig. Allerdings habe ich bisher auch nur Urban Fantasy und SciFi auf einem eigentlich rein menschlichen Schiff geschrieben. Bei einer High Fantasy-Idee, die noch im Hinterkopf brodelt, werde ich wohl mehr machen müssen. Das ist aber der Grund, warum ich es seit Jahren nicht in Angriff nehme – ich finde Weltenbau so dermaßen schwierig und hab noch nie einen gesehen, der wirklich perfekt ist, ohne Widersprüche oder schlicht fehlende Infos. Ich weiß nicht, ob ich an meine eigenen Erwartungen heranreichen kann.

Jol Rosenberg: Schwer zu sagen, aber auf jeden Fall viel. Die Welt entwickelt sich mit dem Schreiben, aber auch darüber hinaus. Ich muss sehr viel mehr wissen, als später niedergeschrieben wird, damit eine Welt für mich konsistent dargestellt werden kann.

J. Helmond: Da meine Zeitgenössischen Fantasy-Romane fast ausschließlich im Hier und Jetzt spielen, hält sich die Notwendigkeit eines ausführlichen Weltenbaus im wörtlichen Sinne eher in Grenzen. Was ich allerdings habe, sind gut durchdachte übernatürliche Wesen, die ich, wenn möglich, halbwegs wissenschaftlich zu erklären versuche. Da steckt schon allein deswegen viel Zeit und Aufwand dahinter, weil ich leider nicht die große Wissenschaftlerin bin, die ich gerne wäre, und entsprechend recherchieren muss.

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