Literarische Weltreise zum Frauenwahlrecht: Südkorea

Weltkarte mit Schriftzug Südkorea

Von Indien geht es weiter in den Osten Asiens nach Südkorea.

Weltkarte Indien nach Südkorea
©️ Elenor Avelle

Aufgrund seiner Vergangenheit als royale Monarchie und als stark vom Konfuzianismus geprägtes Land, dauerte es in Südkorea lange, bis Frauen zumindest auf dem Papier gleichberechtigt waren. Mit der 1948er Verfassung erlangten Frauen in Südkorea das Wahlrecht und das Recht darauf, Bildung zu erhalten und einen Beruf auszuüben. Hinter den Kulissen allerdings war Diskrimination gegen Frauen immer noch allgegenwärtig – und ist es bis heute noch. Erst 2013 beispielsweise wurden Vergewaltigungen in der Ehe in Südkorea kriminalisiert. Allerdings ist auch bemerkenswert, dass in den Wahlen vom 15. April 2020 57 Frauen gewählt wurden, mehr als jemals zuvor. 

Unsere heutige Autorin ist Han Kang (kor. 한강). Sie wurde am 27. November 1970 in Gwangju in der Provinz Jeollanam-do im Südwesten von Südkorea geboren.

Han Kang
Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/65/HanKang.jpg

Sie wuchs in Suyuri, Seoul, auf, nachdem ihre Familie dorthin zog. Han besuchte die Yonsei Universität in Seoul, wo sie koreanische Literatur studierte. Ihre Schreibkarriere begann mit der Veröffentlichung von fünf Gedichten in der Winter-Ausgabe der koreanischen Zeitschrift “Literatur und Gesellschaft” (kor. 문학과사회, Munhak-gwa sahoe) in 1993. Im Jahr darauf begann ihre Karriere als Romanautorin, als sie den Seoul Shinmun Spring Literary Contest mit “Red Anchor” gewann. In den Jahren darauf folgten weitere Veröffentlichungen und Preise. Darunter “Sonyeoni onda” (Erstveröffentlichung 2014, dt. “Menschenwerk”, 2019), in dem sie das Massaker an Studierenden im Jahr 1980 in der Stadt Gwangju beschreibt. Mit 채식주의자 (Erstveröffentlichung 2007, dt. “Die Vegetarierin”, 2016) gewann sie gemeinsam mit der Übersetzerin Deborah Smith als erste Südkoreanerin 2016 den Man Booker International Prize, der Autor:innen und Übersetzer:innen von Werken die auf Englisch übersetzt und in Irland oder dem Vereinigten Königreich veröffentlicht wurden, auszeichnet. 

Ihr neuestes Werk, das 2020 auf Deutsch erschienen ist, ist “Weiß” (kor. 흰, Erstveröffentlichung 2016), in welchem Han Kang sich mit dem Tod einer älteren Schwester auseinandersetzt. Han Kang wurde 2019 als fünfte Autorin für das norwegische Future Library Project ausgewählt. 

Der nächste Stopp auf unserer literarischen Weltreise führt uns nach Kanada.

Ein Beitrag von Sophie Großalber

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