Wir Nornen beim Litcamp HD 2019

Wir Nornen nutzen jede Gelegenheit, um uns auf Literaturveranstaltungen zu vernetzen, sowohl durch persönlichen Kontakt untereinander, als auch mit allen anderen Buchliebhabern. Schon im letzten Jahr haben sich alle anwesenden Nornen auf dem LitcampHD getroffen. In diesem Jahr waren Eva-Maria Obermann (@Variemaa), Anne Zandt (@poisonpainter), Rabea Blue (@RabeaBlue), Babsi (@blues1ren) und Elenor Avelle (@ElenorAvelle) vor Ort.

Neben Babsi und Eva-Maria, die alte Session-Hasen sind und mit Themen wie Kritikfähigkeit, Psychologie und #WirLesenFrauen hvorstellten, boten unsere beiden Eventspezialistinnen, Elenor und Anne, zum ersten Mal eine Session an, von der wir hier ein bisschen mehr erzählen wollen.

Das Thema war „Wie mache ich meinen Messestand geil?“ Nicht nur, dass wir Nornen gleich bei unserem ersten Messeauftritt auf der Leipziger Buchmesse 2018 erfolgreich angetreten sind, die beiden Vortragenden haben auch außerhalb unseres Netzwerkes Erfahrung im Veranstaltungsmanagement.

Die Session war in zwei Themenbereiche gegliedert:

  1. Verhalten am Stand.
  2. Handgriffe, die unterstützen und Problemen vorbeugen.

Verhalten am Stand

Es gibt ein paar Grundregeln, die beachtet werden sollten, um die bestmögliche Außenwirkung zu erzielen. Nicht alle davon sind bequem und allzu gerne suchen wir Ausreden, aber wer das Optimum erreichen will, sollte sie beachten.

Die Laune

Kaum etwas wird so unterschätzt wie die Stimmung, dabei ist es die eigene Stimmlage und der lockere Umgang mit Fehlern, die den Unterschied machen. Egal was passiert, es ist immer ein Extra und kein Fehler.

Wer in der Session war, hat das schöne Beispiel der frischmahlenden Kaffeemaschine zu hören bekommen. Wer sich verzweifelt dafür entschuldigt, dass es so lange dauert, hat schon einen Samen des Bedauerns gepflanzt, auch wenn der Kunde meint, es wäre nicht so schlimm. Wer gut gelaunt hervorhebt, dass es sich zu warten lohnt, weil es frisch gemahlenen Kaffee gibt, verbreitet Freude. Dieses Verhalten lässt sich auf so gut wie jedes Event übertragen.

Das Stehen

Messetage sind lang und anstrengend. Es tut so gut sich zwischendurch hinzusetzen. Und überhaupt, das machen die Leute in ihren Weihnachtsmarktbuden ja auch und ich bin so erschöpft. NEIN! Ihr wisst es doch genau, die Buden, in denen die Leute gelangweilt hinter ihrem Tresen sitzen, sind nicht so ansprechend, wie die, bei denen jemand steht. Das hat mehrere Gründe. Man hat nicht das Gefühl jemanden bei seiner Pause zu stören, es ist Bewegung im Spiel, es ist einladender. Wenn ihr sitzen wollt, dann macht das nicht am Stand, geht Pause machen.

Zur Verfügung stehen ohne zu stalken

Es ist nicht so einfach jemanden an die Bücher heranzuführen. Wann ist man zu nervig? Wann hätte man sich kümmern sollen? Es kommen ganz unterschiedliche Typen an den Stand, die unterschiedlichen Input brauchen. Macht es euch deshalb einfach und entwerft vorab eine Einstiegsfrage, die beiden Bedürfnissen (Lass mich in Ruhe vs. Ich bin hier so verloren, wieso hilft mir keiner) gerecht wird.

Beispiel: „Darf ich dir etwas zu den Büchern erzählen?

Das ist eine unverfängliche Frage, auf die der Empfänger individuell reagieren kann. Die meisten Leute werden mit Ja antworten. Auch darauf solltet ihr vorbereitet sein. Ideal ist ein Leitfaden, an dem ihr euch entlanghangeln könnt und zeitgleich suggeriert, dass ihr dem Kunden genau das finden könnt, was er haben will. Dazu müsst ihr eingrenzen, was genau er sucht.

Beispiele: „Mit Romanze oder ohne.“ „Reihentitel oder Einzelband.“

Über diese Einsteiger kommt ihr wunderbar in ein ausführlicheres Gespräch.

Unterstützen und vorbeugen durch Eventplanung

Wer kennt sie nicht, die Ansagen „Ach, das reicht doch auch so.“ Aber nichts ist so wertvoll für den Erfolg, wie Details. Wenn ihr mit „Das reicht so“ beginnt, könnt ihr auch gleich wieder aufhören. „Es reicht so“, geht im Gewühl der Messe unter. Ihr müsst authentisch, individuell und ausgefallen sein.

Was euch dabei helfen kann sind Messeevents. Die müssen nicht einmal extrem ausgefallen sein. Auch hier kommt es auf coole Details an. Denn Details unterscheiden euch von anderen.

Um euch klar zu machen, was damit gemeint ist, stellen wir euch drei Eventtypen vor, die wir für unseren Messeauftritt nutzen. Wenn ihr die Vorteile herausfiltert, könnt ihr ganz leicht eigene Events zu den Benefits entwerfen.

1. Der Loskelch oder das Glücksrad

Auf der LBM gibt es unseren Loskelch , andere Stände nutzen eher Glücksräder, um die Leute anzulocken.

Bei einem Loskelchprinzip geht es darum die Standbetreuung mit einer klaren Aufgabe zu betreuen und die Menschen zu euch zu holen. Das hat ein wenig etwas von einem Animator in Ferienanlagen. „Hier gibt’s Spiel und Spaß.“

  • Sie bringen Bewegung in euren Stand. Nichts ist auf der Messe ignorierfreundlicher als ein Stillleben.
  • Die Standschicht hat eine klare Aufgabe und kann Leute mit einem Angebot ansprechen.
  • Ihr erregt Aufmerksamkeit und lockt die Kunden zu euch.

Stolpersteine umschifft: 

  • Die Standschicht hat keinen Plan.
  • Bei euch tut sich nichts.
  • Die Leute driften vorbei.

2. Die Rallye oder der Zeitreisepass

Für die BuchBerlin haben wir letztes Jahr – und auch für dieses Jahr ist es wieder geplant, wer noch mitmachen will bitte hier entlang – eine Rallye entwickelt, bei der man an verschiedenen Ständen Bücher suchen muss. Ein ähnliches Prinzip ist der Zeitreisepass des Amts für Ætherangelegenheiten. 

Die Rallye erfüllt zum Teil ähnliche Aufgaben wie ein Kelchprinzip. Es ist ein Handout, mit dem die Standschicht Leute gezielt ansprechen kann. Das Hauptaugenmerk bei diesem Eventprinzip liegt aber auf der Vernetzung. Auf Messen ist es ein großes Plus, wenn ihr gemeinsam mit anderen Ständen und Veranstaltern interagiert.

  • Aufmerksamkeit erweitern durch Kooperation
  • Über die Messe hinaus gute Kontakte knüpfen
  • Angebote zurückbekommen zur Beteiligung an anderen Projekten

Stolperstein umschifft: Man brodelt nur in seiner eigenen Suppe und wirkt schlimmstenfalls unnahbar.

3.  Messe für Daheim

Veranstaltungen sind des einen Glück, des anderen Fluch. Wer nicht zur Messe kann mutet unter Umständen das ganze Ding. Trotzdem wollt ihr über SoMe Kanäle eure Veranstaltung pushen und es gibt Möglichkeiten auch diejenigen mit an Bord zu holen, die sich zurückgelassen fühlen.

  • Effektive Nutzung der SoMe Kanäle.
  • Reichweitenverstärkung
  • Aufgabe außerhalb des eigenen Standes

Stolperstein umschifft: Reichweitenverlust

Dies ist jetzt nur ein kleiner Umriss von dem, was wir auf dem Litcamp erzählt haben. Im direkten Gespräch gab es noch ein paar mehr Anekdoten und Gedanken. Ein paar Tipps und Tricks, wenn auch in schriftlicher Form, schaden nie. Vielleicht planen wir im nächsten Jahr noch einmal eine Session zur Eventunterstützung. Wärt ihr dabei?

Eure Elenor Avelle und Anne Zandt

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