Fragefreitag: Wie gehst du in schwierigen Zeiten mit dem Schreiben um?

Ob aus privaten Gründen oder durch Umwelteinflüsse, manchmal ist es einfach nicht leicht. Wie geht ihr in diesen Zeiten mit dem Schreiben um? Benutzt ihr es als Ausgleich und Entspannung, schaufelt ihr euch Zeit dafür frei, oder lasst ihr das Schreiben ruhen, bis sich alles wieder beruhigt hat? Erzählt uns davon im #Nornenfragefreitag.

Die Schreibfeder der Nornen

Diandra Linnemann: In Zeiten wie den aktuellen versuche ich, nachsichtig mit mir zu sein, ohne komplett aufzugeben. Den täglich mindestens zu erreichenden Word Count setze ich dann runter und lasse schwierige Aufgaben auch temporär aus.

Anne Zandt: Es kommt auf die Umstände drauf an. Nach dem Tod meiner Mutter hab ich gar nicht geschrieben und wusste, dass wenn ich die eine Geschichte, die ich im Kopf hatte, nicht schrieb, würde ich nie wieder anfangen (Als „Ein neuer Tag“ kam sie in die Anthologie „Endzünde den Funken“ von Siiri Saunders). Ansonsten kommt es auf Deadlines und Interesse/Plotbunnies an, dann wird sich eben doch mal hingesetzt und was verfasst.

Jasmin Engel: Meistens bin ich blockiert in schwierigen Zeiten, aber manchmal kann ich das Schreiben auch nutzen, sie zu verarbeiten oder zumindest, mich abzulenken.

Roxane Bicker: Geschichten kommen und gehen, genau wie Inspiration und Kreativität. Manchmal muss ich mich zwingen, manchmal habe ich keine Lust und dann ein schlechtes Gewissen, aber im Großen und Ganzen versuche ich, die Sache entspannt zu sehen.

Jule Reichert: Es steht auf meiner Prioritätenliste an dritter Stelle. Von daher hat es bisher alle schwierigen Zeiten überstanden, auch wenn ich ein kreatives Tief hatte, zu viel anderes um die Ohren, ich eine Pause btauchte, es läuft so doch immer wieder an.

J. Helmond: Kommt drauf an, wie man „schwierige Zeiten“ definiert. Corona hatte auf mein Autorenleben bisher keinen Einfluss, Trumps Wahl zum Präsidenten auch nicht. Ich kann generell nicht schreiben, wenn ich sehr emotional bin, aber insofern es keine schwerwiegende persönliche Tragödie ist, lassen Emotionen auch wieder nach.

Katrin Biasi: Es ist schwierig. Meistens habe ich in diesen Zeiten, in denen ich keine Kapazitäten fürs Schreiben habe, die besten Ideen, die ich sofort ausleben will. Da hilft dann nur notieren. Für später. Und ich muss mich immer wieder daran erinnern, mir selbst keine Vorwürfe deswegen zu machen. Nicht ich bin schuld daran, sondern die Umstände.

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