Nornengestöber auf der Suche nach den Bauhaus-Frauen

Dieses Jahr feiert das Bauhaus 100-jähriges Jubiläum. Nein, nicht der Baumarkt, sondern das als Ideenzentrum bekannt gewordene Institut, an dem Architektur und Kunst gelehrt wurde. Sein Weg führte das Bauhaus von Weimar über Dachau nach Berlin. Viele große Namen werden damit verbunden. Fast vergessen sind die Frauen, die vor hundert Jahren bereit waren, ihrem Traum von Kunst und Kultur nachzugehen. Darum begeben wir uns ab heute auf die Suche nach den Bauhaus-Frauen.

Seien wir ehrlich, nicht jede*r weiß sofort, was das Bauhaus ist und was darunter zu verstehen ist. Zum Jubiläum gibt es zum Glück allerlei gebündelte Informationen. Zum Beispiel bei Bauhaus100.

Manche der Frauen, die im Bauhaus ihr Handwerk gelernt haben, führte ihr Weg über die ganze Welt. Die Fotografin Grete Stern zum Beispiel wurde in Buerno Aires mit ihren Bildern berühmt.

Andere sind unter die Autor*innen gegangen. Ré Soupaults Buch über ihr bewegtes Leben ist erst im vergangenen Jahr erschienen.

Eine der Frauen des Bauhaus war auch Friedl Dicker-Brandeis, die ihr Leben lang versucht hat, mit ihrem Zugang zur Kunst das Leben anderer zu beeinflussen. Auch noch im KZ.

Manche Erfindungen der Bauhaus-Frauen sind auch heute noch beliebt. Zum Beispiel das Spielzeug, das Alma Siedhoff-Buscher entworfen hat.

Hausverbot wegen ihrer kommunistischen Ambitionen erhielt Ricarda Schwerin, die nach einem Exil in Jerusalem wieder zur Fotografie zurückfand.

Einzige Meisterin am Bauhaus war Gunta Stölzl. Im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen hatte sie nur kurze Verträge und keine Pensionsansprüche.

Das sind nur einige wenige kurze Einblicke in die Bauhaus-Frauen. In den nächsten Tagen werden wir euch einige der Künstlerinnen genauer vorstellen. Dass die Leistung von Frauen verdrängt und vergessen wird, ist leider nur allzu alltäglich. Grund genug zu zeigen, wie großartig diese Frauen waren.

Fragefreitag: Worauf freut ihr euch auf der bevorstehenden Leipziger Buchmesse am meisten?

Der März steht, wie sollte es auch anders sein, auch bei uns Nornen ganz im Zeichen der Leipziger Buchmesse. Während viele noch mit Hochdruck an unseren Giveaways für euch basteln und den Stand koordinieren, versuchen andere den Messetrubel einfach zu übersehen. Worauf freust du dich am meisten auf der LBM? Verrate es uns unter #Nornenfragefreitag.

Autoren Urlaub

Jasmin Engel: Leider kann ich zwar nicht dabei sein auf der LBM, aber ich freue mich schon sehr drauf, alles rund um unseren Nornennetz-Stand und den Seraph in den SoMe mitzuverfolgen.

Katharina Rauh: Auf den Nornennetzstand.

Blue Siren: Auf 9lesen am Messe-Freitag und unsere Talkrunde am Donnerstag.

Maelle: Ich freue mich schon darauf, ganz viele Nornen kennenzulernen.

Anne Zandt: Die Nornen-WG, die Nornen wiedersehen, Leute treffen, die ich sonst nur über das Internet sehe … und und und …

Ela Schnittke: befreundete Autoren/Autorinnen wiederzusehen; auf die Nornen-WG; allgemein auf das Messefeeling.

Anne Granert: Ich bleibe zuhause, daher freue ich mich auf die vielen Bilder und Nachrichten der Nornen und anderer Bloggerinnen und Blogger, denen ich folge.

Tipps für Lesungen

Auf der Leipziger Buchmesse lesen für Euch an unserem Stand K309 in Halle 2 Eleonore Laubenstein, Katharina Rauh, Stella Delaney, Anne Zandt, Anna Kleve und Diandra Linnemann.

Auch unsere Nornen standen mal vor ihrer ersten Lesung und waren sicherlich ziemlich aufgeregt. Hier ein paar ihrer wertvollen Tipps:

  • Das eigene Buch nebst Titel, eigenem Autorennamen, Handlung und Genre anreißen und immer mal wieder zeigen, das erhöht den Wiedererkennungswert.
  • Manche Autor*innen lassen sich lieber vorstellen, als sich selbst vorzustellen. Probiert aus, was Euch gefällt.
  • Textausschnitte bewusst wählen: Eine Mischung aus Spannung und einer guten Einführung in Handlung und Charakteren macht Sinn.
  • Man muss nicht Kapitel nacheinander lesen. Überleitungen zu anderen Abschnitten schriftlich vorformuliert ins Buch kleben erleichter die Überleitung.
  • Nicht spoilern.
  • Wenn möglich Blickkontakt zum Publikum. Achtung: Es kann sein, dass Zuhörer die Augen geschlossen haben. Dann stellen sie sich Eure Welt vor, das ist also ein Kompliment!
  • Ein Glas Wasser parat und bitte laut und deutlich sprechen.
  • Gegebenenfalls stehend vorlesen, das erleichtert die Atmung.
  • Zeit für Fragen einplanen und genügend Bücher für den Verkauf bereithalten.

Nornige Resümees:

Anne Granert: Ich war schrecklich aufgeregt vor meiner ersten Lesung. Geholfen hat mir, dass ich zwei Freundinnen dabei hatte, die meine ausgewählten Ausschnitte musikalisch untermalt haben. Dadurch war das Lesen selbst etwas aufgelockert. Ich würde immer wieder Musik oder eine weitere Autorin, einen weiteren Autor mit ins Boot holen.

Anne Zandt: Vor der Lesung bin ich so dermaßen hibbelig und das Herz rast. Die ersten Sätze – und vor allem die Einleitung – werden entsprechend abgehakt und seltsam. Wenn ich dann aber erstmal im Lesen drin bin, dann kann ich in die Geschichte eintauchen, erinnere mich daran, auch mal das Publikum anzugucken, und bin dann umso stolzer, wenn ich fertig bin.

Anna Kleve: Ich habe das Publikum mit einbezogen, indem ich zum Beispiel eine Textstellen bezogene Frage gestellt und dann eine Verbindung zur Textstelle gezogen habe. In dem Fall waren es spielende Katzen, weil mein Nekomata (Katzendämon) in der Szene seinem Instinkt nachgibt und mit herumfliegendem Bettzeug spielt (wie Katzen mit Wollknäuel).

Ihr habt noch mehr Fragen zu Lesungen oder möchtet uns bei einer unserer Lesungen auf der LBM kennen lernen? Dann kommt doch zu unserem Stand K309 in Halle 2 auf der Leipziger Buchmesse 2019. Wir freuen uns!

Fragefreitag: Welche Schreibziele hast Du für dieses Jahr?

Wir Nornen arbeiten auf Hochtouren für die LBM 2019. Viele Autor*innen schreiben sich die Finger wund, um ihr Werk noch vor der LBM zu veröffentlichen. Andere wiederum schreiben, um sich bei den zahlreichen Ausschreibungen zu bewerben. Welches Schreibziel hast Du? Verrate es uns unter #Nornenfragefreitag.

Diandra Linnemann:Eigentlich wollte ich mir dieses Jahr keine Ziele setzen, aber … idealerweise bekomme ich zwei Rohfassungen fertig. Wenn alles gut geht. Mit Rückenwind. Das wird spaßig!

Anne Granert: Ich denke knapp 200.000 Wörter. Das bedeutet den dritten Teil meiner Urban-Fantasy Trilogie Die Talentierten und ein weiterer Roman.

Grumpy Moon: Einen neuen, eigenständigen Roman fertigstellen, der nichts mit meiner Reihe zu tun hat, und diesen dann auch rausbringen!

Evanesca Feuerblut aka Katherina Ushachov: Geplant sind mindestens 150.000 geschriebene Wörter. Darunter: Ein Kurzroman, das Beenden eines angefangenen Romans und einer im NaNoWriMo.

Katharina Rauh: 100.000 Wörter.

Anna Kleve: Ein Buch, nach dem gefragt wurde, endlich fertig schreiben und mein „kleines“, schriftstellerisches Experiment fertigstellen.

Barbara Weiß: Ich habe Anfang 2019 meine Bewerbung mit „Save Our Souls 1“ an eine Literaturagentur geschickt. Es wäre natürlich fabelhaft, wenn ich eine positive Antwort bekomme! Außerdem würde ich gerne „Save Our Souls 2“ zumindest zu 70% fertigstellen.

Myna Kaltschnee: Ich möchte mindestens 150.000 Wörter schreiben und meinen Kurzroman überarbeiten.

Instagram – Tipps für Autorinnen und Autoren

Du nutzt Instagram als Autorin oder Autor? Du möchtest mit Deinem Account auf Dich aufmerksam machen und Deine Werke präsentieren? Dann haben wir hier ein paar Tipps:

Überlege Dir eine Zielsetzung

Wen möchtest Du erreichen? Blogger? Leser? Suchst Du Kontakt zu anderen Autor*innen? Richte danach Deine Posts aus.

Der Feed

Achte auf einen einheitlichen Feed

  • Wer bist Du? Wie willst Du Dich darstellen?
  • Mehrwert der Posts schaffen durch z.B. Rezensionen, Schreibtipps.
  • Hintergrundinfos über Dein #Autorenleben.
  • bring Dich mit Deiner Persönlichkeit ein.

Die Bilder

Die Bilder sind meist schöner als die Realität & dennoch authentisch:

  • scharfe Fotos; ansprechendes Setting.
  • Trendfarben: weiß und Jahreszeiten-aktuell.

Tipp 1 : Schau Dir IKEA + H&M – Bilder an (Trend-führend).

Tipp 2: Nimm Dir 2-3 Dinge, die Dich ausmachen und wiederhole sie in Deinen Bildern. Z.Bsp. Dein Buch, Kaffee und eine bestimmte Farbe. Achte jedoch darauf, dass Du als Autor*inn nicht nur Werbung für Deine Werke machst, sondern auch an Deinem Leben teilhaben lässt.

Hastags

Bei Insta läuft alles über # – darüber kann man gut gefunden werden und gemeinsame Interessen aufbauen. Passendes Hashtaggen schafft höhere Followerzahlen, jedoch sind max. 30 Hashtags pro Post erlaubt, sonst ist der Text gelöscht.

Tipp: Einen Kommentar mit den zusätzlichen Hashtags posten.

Challenges

Es gibt auf Instagram jeden Monat verschiedene “Wettbewerbe” – meist geht es darum, zu einem best. Thema ein passendes Bild zu posten; mach mit, um Gleichgesinnte zu finden, Dein Netzwerk zu erweitern, in Kontakt zu treten. Z.Bsp. #Autorenwahnsinn,  #Nornennetzchallenge .

Tipps zum Posten

  • 2-3 mal pro Woche reicht.
  • Insta mit FB verbinden und dort teilen.
  • aktiv sein durch kommentieren und liken.
  • In Deiner Bio ist ein Link möglich, sonst jedoch nicht. Also in der Bio schreiben, wer Du bist und was Follower erwarten können.
  • Optimale Uhrzeiten: 18/19h oder 16-20 Uhr.
  • Tagge bei Buch- und Messepost die Verlage, Autor*innen und Künstler.
  • Folge auch Du, wenn bei Dir und Deinen Followern das gleiche Interesse besteht. Vorsicht vor Like-sammlern, die entfolgen auch schnell wieder. Nimm Dir Zeit und interagiere mit ausgesuchten Accounts öfter. Lieber vorher liken und kommentieren und dann folgen.
  • Vermeintlich schlechte Posts mit wenig Likes entsorgen.
  • Instagram kannst Du auch mit Snapchat, Snapwidget und Gadget verbinden.
  • Apps wie Preview ermöglichen die Vorplanung von Posts.

Hashtags, und immer wieder Hashtags

Hier ein paar Beispiele für nützliche Hastags als Autor*in:

#autor #autorin #autorenleben #autorenalltag #authorsofinstagram #autorenaufinstagram #schreibzeit #schreibtisch #schreiben #work  #plotten #schreibmotivation #writing #writerslife #writer #writeometer #instawriter #justwrite #girlswhowrite #amwriting #iamwriting  #writersofig #Fantasy #fantastik #phantastik #horror #fantasynovel #selfpub #selfpublisher #roman #kurzgeschichte #shortstory #wordcounts

… für Buch-Motive:

#bookstagram #bookstagrammer  #bookphotographie #bookstagramfeature #book #books  #buch #bücher #bookish #bookaddict #bookaholic #booknerd  #bookworm #bücherwurm #bookish #bookworld #bookshoot #booksofinstagram #bookporn #bookblog #bookblogger #instablogger  #instabook #instabooks #instabooker #bibliophile #buchverrückt #bücherliebe #booklove #booklover #booklovers #abooktolove #buchverliebt #lovebooks #büchersüchtig  #buchtipp #libraryofgems #literatur #literatura #literature #literaturelove #literaturelover #lesenmachtglücklich #leseratte #lesetipp #readmorebooks #amreading #reading #machtlesenwiedercool #cr #currentlyreading #currentlhearing #bookcover  #cover #coverlove #ebook #kindle  

Und uns findest Du mit folgenden Hashtags:

#Nornen #Nornennetz #autorinnennetzwerk #netzwerk  #fantasynetzwerk #feder #norne #nornenbuch #Nornenkollegin  #Nornenpower #Nornennano

Noch einen bedeutenden Hashtag und uns selber findest Du dieses Jahr live auf der LBM (Stand K309 in Halle 2), #NNLBM

Wir freuen uns auf Dich!

Lovelybooks und Leserunden

Leserunde? Was ist das? Bei einer Leserunde lesen zehn, zwanzig oder mehr Leser gleichzeitig ein Buch, tauschen ihre Eindrücke aus und formulieren schließlich meist auch eine Rezension. Die bekannteste Plattform für Leserunden ist Lovelybooks.

Seit Neuestem scheint Lovelybooks eine Sperre für die Zahl der Leserunden pro Monat gesetzt zu haben. Das ist vor allem für Verlage unpraktisch, für Autor*innen jedoch kein Hindernis, da sie selten mehr als eine Leserunde pro Monat abhalten werden können.

Gibt es Alternativen zu Lovelybooks?

Durchaus, aber sie tun sich aus diversen Gründen schwer damit, sich dauerhaft zu etablieren. So führte Literaturschock.de mehrere Jahre ein eigenes Forum, das mittlerweile aufgelöst wurde. Leserunden finden sich inzwischen hier. Allerdings sind sie für Autor*innen und Verlage höherschwelliger als Leserunden bei Lovelybooks. Das liegt nicht zuletzt daran, dass eine Anmeldung verbindlich ist – wenn ich also bei Literaturschock das Buch nicht gewinne, bin ich trotzdem verpflichtet, das Buch selbst zu kaufen und zu lesen. Ansonsten erfolgt ein Ausschluss von folgenden Verlosungen. Gerade wenn man finanziell etwas schwach auf der Brust ist und gewonnene Bücher in Leserunden die einzige Möglichkeit darstellen, überhaupt regelmäßig und kostengünstig (als Vielleser*in) an neue Literatur zu gelangen, schreckt das natürlich ab und man bewirbt sich nicht auf Gut Glück auch bei Büchern, bei denen man denkt “Könnte mir so ungefähr gefallen, aber wenn ich nicht gewinne, ist es auch nicht so wild”.

Literaturschock gehört eigentlich zu den etablierteren Foren im Leserundenbereich, dennoch wird auch dort regelmäßig über zu kleine Teilnehmerzahlen geklagt.

Es gibt immer wieder Bestrebungen, das Monopol von Lovelybooks im deutschsprachigen Raum zu brechen. So bietet beispielsweise der Entwickler des Programms “Patchwork” auf seiner Seite ebenfalls die Möglichkeit an, Leserunden auszurichten. Bisher wurden allerdings erst zwei auf der Seite durchgeführt.

Manche Verlage und Autor*innen führen Leserunden in eigens dafür eingerichteten Facebookgruppen durch. Gegenüber Lovelybooks und Foren hat dies allerdings den Nachteil, dass man durch die Timelinesortierung auf Facebook leicht für einen Leseabschnitt gespoilert werden kann, den man noch nicht erreicht hat.

Tipps/ Erfahrungen zu Lovelybooks

Eva-Maria Obermann: Schau dir die Profile an und wie viele Rezensionen die Leser haben, ob die Rezensionen/Genre passen und wie sie so schreiben. Und dann per privater Nachricht anfragen ob sie Ebooks oder Prints wollen: „Es ist abzusehen, dass nicht alle Print-Wünsche berücksichtigt werden können. Welches ebook-Format könntest du denn lesen“ oder so.

Katherina Ushachov : Ein Erfahrungs-Guide:

Nach Ablauf der Bewerbungsfrist zeigt euch Lovelybooks zusammen mit den Nicknamen aller Bewerbungen eine kleine Statistik:
– hat so und so viele Bücher allgemein gewonnen
– hat so und so oft bei Leserunden gewonnen
– hat xy viele Rezensionen geschrieben

Natürlich können die Teilnehmer ausgelost werden. Allerdings zeigt die Statistik auch, wer bei gewonnenen Büchern überhaupt Fragen beantwortet. Auch lohnt es sich, die Qualität der Rezensionen zu prüfen, denn einfach nur den Klappentext abzuschreiben und einen Smiley drunter zu setzen, ist für Autor*innen wenig hilfreich. Vielleicht gibt es auch Leser*innen, deren Profile, Rezensionen und kommunikative Fähigkeiten Dich so überzeugt haben, dass Du sie auf alle Fälle dabeihaben möchtest.
Falls man Prints verlost, lohnt es sich hier, einen Zwischenschritt zu machen. Ich habe ALLE in der Leserunde begrüßt und gerade die, die angegeben haben, dass sie gerne ein Print hätten, zusätzlich gefragt, ob zur Not auch ein eBook ginge. Manche Leser sind auf Print angewiesen, da sie keinen elektronischen Reader besitzen oder aus gesundheitlichen Gründen nicht nutzen (dürfen).

Wie lange nach Bewerbungsschluss sollte die Gewinnbenachrichtigung raus?

Eine Woche geht ohne Probleme, aber mehr als zwei ist unschön.

Du hast noch mehr Fragen zu Leserunden? Oder möchtest uns mal persönlich treffen? Dann triff uns doch an unserem Stand K309 in Halle 2 auf der Leipziger Buchmesse 2019. Wir freuen uns!

Phantastikgenres im Nornengestöber

Wusstet ihr, dass es so etwas wie „New Weird Fantasy“ gibt?
Nein?
Damit seid ihr nicht allein.

Denn die Phantastik ist ein unüberschaubares Meer an Subgenres, die nicht nur herrlich verwirrende Namen wie „Media-tie-in-Fantasy“ oder „Fantasy of Manners“ haben (nein, wir wussten vorher auch nicht, dass es so etwas gibt!), sondern auch oft nicht eindeutig definierbar sind.
Deshalb kommt es auch hin und wieder vor, dass wir eines unserer eigenen Werke in der Hand halten und uns fragen: Was für ein Genre ist das jetzt genau …?

Wozu so etwas wichtig ist? Nun ja, einige Literaturwettbewerbe oder auch Verlage nehmen oft nicht jedes alles Phantastische an, sondern haben sich auf einzelne Subgenres spezialisiert. Und da hilft es doch schon, wenn zumindest einige Grundbegriffe bekannt sind.

Daher wollen wir euch heute (und in den zukünftigen Stöberrunden) nicht nur einen groben Überblick über die einzelnen Subgenres der Phantastik verschaffen, sondern euch auch einzelne Subgenres tiefergehend vorstellen.

Aber fangen wir ganz oben an.
Was ist eigentlich „Phantastik“ und worin besteht eigentlich der Unterschied zu „Fantasy“? Gab es da überhaupt einen? In ihrem Beitrag dröselt die Schreibtrainerin genau diese Definitionsfrage auf. Außerdem findet ihr auf ihrem Blog eine Reihe an informativer Schreibtipps! Reinschauen lohnt sich also.

So weit, so gut. Aber jetzt ehrlich: Was ist jetzt eigentlich was? Und wie schaffe ich es, mein High vom Low zu unterscheiden? Was darf ich mir unter Steampunk vorstellen? Buchstudent hat sich genau diese Frage auch gestellt und in einem aufschlussreichen Beitrag unter dem so treffenden Titel „Urban Fantasy, Steampunk, High Fantasy … Hä?“ zusammengefasst (sogar mit Buchbeispielen!).

Das klingt doch schon mal ein wenig übersichtlicher. Wenn ihr jetzt also irgendwann einmal in Zukunft an einem Schreibwettbewerb teilnehmen wollt und die in der Ausschreibung spezifizieren, dass sie gerne nur „Dark, aber nicht Low Fantasy“ haben wollen, dann seid ihr jetzt richtige Experten und wisst Bescheid! 😉

Und wer von euch jetzt neugierig geworden ist und gerne mehr von Büchern des ein oder anderen dort beschriebenen Subgenres lesen würde, dem können wir zum Abschluss noch empfehlen, sich bei den Verlagsinterviews umzusehen:
Buchstudent hat auf der LBM einige deutschsprachige und unterstützenswerte, phantastische Kleinverlage interviewt und vorgestellt. Wer gerne also einmal etwas außerhalb der gängigen Buchbranche stöbern möchte, sollte nicht versäumen, sich die Verlagsprogramme einmal anzuschauen:
„Phantastik ist nicht gleich Phantastik“ (Kleinverlage LBM 2017)
„Rollenspielbücher, Wölfe und bloß kein Mainstream“ (Kleinverlage LBM 2018)

Das war es von uns für heute! Beim nächsten Nornengestöber tauchen wir noch tiefer in die tiefsten (Un-)Tiefen der Phantastik ein.
Nornige Grüße und bis zum nächsten Gestöber!



Fragefreitag: Welche Tipps hast Du zum Schreiben von Liebes- oder Sexszenen?

Gestern konntest Du unter dem Hashtag #BadDating unsere aufregende und abgefahrene Aktion zum Valentinstag verfolgen. Heute gehen wir nochmal ins Eingemachte und wollen von unseren Nornen wissen, welche Tipps sie für das Schreiben von Liebes- oder Sexszenen haben. Du hast noch mehr? Prima, dann verrate sie uns unter #Nornenfragefreitag.

Diandra Linnemann: Wenn sie nicht für die Handlung wichtig sind, lass es.

June Is: Unbedingt nur das schreiben, was man selber gerne liest/lesen möchte. Oder noch krasser – was einen evtl. selbst anturnt. Sonst hat man das Recherecheproblem, was dann zu einer Überbetonung der Technik aber den Wegfall aller anderen sinnlichen Eindrücke führen könnte. Natürlich kann man sich auch ausprobieren, aber dann auf das eben Genannte achten. Soweit meine 5 Cent.

Deborah B. Stone: Überlege dir, was du mit der Szene noch vermitteln möchtest – außer einem erotischen Prickeln 😉 Wie ist das Verhältnis der Charaktere ausserhalb des Bettes? Wer fühlt sich stärker angezogen? Was bleibt an Zweifeln, was steht auf dem Spiel, wenn sie sich auf eine Beziehung einlassen, was verbergen sie (noch) voreinander?

Katrin Biasi: Nenne die „Dinge“ beim Namen. Niemand möchte etwas über einen Aal lesen, der sich Zutritt zur weiblichen Lustgrotte verschafft. Genauso wenig, wie Zungen nicht um Einlass bitten. Es sei denn, es soll eine Parodie sein, dann lass deiner Fantasie freien Lauf. 😉

Britta Redweik: Willst du inklusiv schreiben? Und bist nicht im Genre Erotica? Dann lass Sex einfach gleich raus. Als sex repulsed Asexuelle möchte ich sowas ungern lesen. Das heißt nicht, dass es sie nicht generell darf, aber der Autor oder die Autorin muss sich wenigstens vorher bewusst machen, dass a) dann eine Triggerwarnung ins Buch gehört und b) er/sie damit seine Zielgruppe verringert. Für Liebesszenen wieder: Auch hier, Liebe ist so viel mehr als nur Sex. Nicht nur körperlich. Ich weiß, wie schwer es ist, die anderen Seiten der Liebe in Worte einzufangen. Aber … vielleicht können wir das wenigstens häufiger versuchen, um so endlich medial ein nicht so eingeschränktes Bild von Beziehungen zu transportieren?

Evanesca (Katherina Ushachov): Vielleicht gehörst du wie ich zu den Leuten, deren Charaktere ihren eigenen Kopf haben – und übereinander herfallen, ob du es nun willst oder nicht. Lass dich in der Rohfassung so gut es geht von ihnen leiten – und habe bei der Überarbeitung ganz dringend den Inkognito-Modus deines Browsers angeschaltet. Es kann nicht schaden, Praktiken und anatomische Details zu recherchieren, besonders wenn du über Dinge schreibst, die deine Charaktere tun, du selbst aber nicht erlebt hast / jemals erleben kannst oder willst. Aber wenn du danach keine seltsame Werbung im Social Web haben willst … schadet Inkognito nicht 😉

Holly Miles: Schreib nur die Szene, die du auch bei einer Lesung vorlesen würdest, ohne dabei zu stottern oder in Verlegenheit zu geraten. Wenn du dir das nicht vorstellen kannst, schreib die Szene nicht. Wenn doch, dann kann es sich lohnen, sie doch zu schreiben.

BadDating

In einer beliebigen Stadt in den USA, an einem beliebigen College. Eine Geschichte, die einem beliebigen Mädchen passieren kann. ER ist reich und gutaussehend. SIE ist jung – und neu. Der Beginn einer Liebesgeschichte?

Facebook als Autorin oder Autor nutzen

Lange Zeit war Facebook eine der beliebtesten Plattformen für Eigenwerbung. Durch die verschiedensten Änderungen an den Algorithmen (z.B. bevorzugt private Profile in der Timeline) wird die Nutzbarkeit allerdings immer mehr eingeschränkt.

Facebook mag ein breites Spektrum bieten und die Möglichkeit mit vielen zu kommunizieren, das Schwierigste an der Arbeit mit einer Facebook-Seite ist jedoch die Reichweite. Sobald man ein paar Tage nichts veröffentlicht hat, wird die Anzeigewahrscheinlichkeit der eigenen Beiträge bei den Followern drastisch reduziert.

Möglichkeiten auf Facebook zu interagieren

Seiten:

Neben dem Privatprofil hat jede*r FB-Nutzer die Möglichkeit sich eine Seite anzulegen. Sei es für die Autorentätigkeit oder das eigene Unternehmen. Hier kann man gezielt für sich und seine Arbeit werben, Beiträge, Bilder und Links teilen, Veranstaltungen anlegen oder Gruppen erstellen und darüber mit den Followern interagieren.

Hier kommt die oben genannte Reichweite am ehesten zu tragen, denn mittlerweile gibt es das Problem, dass der Timeline-Algorithmus, also das, was einem im Privatprofil angezeigt wird, gegen Seiten spielt. Viel häufiger als Beiträge von Seiten, die man geliked hat, erscheinen Beiträge von Privatprofilen, mit denen man befreundet ist.
Außerdem ist es schwer als Seite zu interagieren. Man kann zwar als Seite kommentieren, muss dies allerdings explizit einstellen und bekommt oft auch keine Benachrichtigung, wenn jemand auf das Kommentierte reagiert hat.
Zudem wird beim Teilen von Links oder Beiträgen anderer Nutzer, die Reichweite geringer berechnet, als wenn man selbst etwas schreibt und den Link zu externen Sachen in die Kommentare steckt.

Gruppen:

Gruppen auf Facebook dienen dazu sich mit gleichgesinnten direkt über ein Thema auszutauschen. Hier wird ein Beitrag erstellt und kann dann von allen Gruppenteilnehmern kommentiert werden.

Gruppen eignen sich auch gut bis semi-gut für die Planung von Aktionen mit anderen Autor*innen oder Blogger*innen. Denn hier kann man in Dokumenten und Beiträgen festhalten, wer was wann beisteuern soll.

Dies funktioniert meist auch nur über das Privatprofil. Es gibt zwar Gruppen, die auch Kommentare von Seiten zulassen, aber das ist eher selten, wenn man nicht explizit mit der Seite als Admin oder Redakteur der Gruppe (z.B. bei selbst angelegten) freigeschaltet ist.

Veranstaltungen:

Will man seinen Followern die Möglichkeit geben, sich in ihren FB-Kalender einzutragen, wann man das nächste mal eine Lesung hat – oder sonst eine tolle Aktion – dann kann man dafür eine Veranstaltung anlegen (z.B. unser Talk auf der LBM), in der auch Seiten als Veranstalter mit eingetragen werden können. Ist eine Seite Mitveranstalter, dann kann man unter diesem Namen Beiträge einstellen und kommentieren. Zusätzlich wird die Veranstaltung auf der Seite angezeigt.

Einige Autor*innen nutzen FB-Veranstaltungen für Release Parties, z.B. Norne Nora Bendzko und ihre #HexensoldProzesse, oder auch für Lesungen, wie u.a. unsere Seraph-nominierten Nornen bei #WeAreTheDark am 24. Februar.

Allerdings heißt das leider nicht, dass man selbst automatisch als “Teilnehmer” der Veranstaltung angezeigt wird. Um es in den eigenen Kalender zu bekommen muss man mit dem Privatprofil nochmal zusätzlich “Zusagen”.

Und natürlich sollte man darauf achten, dass die Teilnehmer auch ein bisschen für die Veranstaltung angeheizt werden, d.h. man muss zusätzlich Beiträge planen und vorbereiten, die im Vorfeld in die Veranstaltung geteilt werden können.

Hinzu kommen noch ein paar andere Problemchen, über die einige unserer Nornen berichten.

Anne Zandt: Für meinen Märchensommer (der diesen Juni in die dritte Runde geht) hatte ich im vergangenen Jahr eine Aktion geplant, die nur auf Facebook stattfand. Es sollten auf verschiedenen Seiten Beiträge zur gleichen Uhrzeit veröffentlicht und dann über ein darin enthaltenes Hashtag gesucht werden.

Problem: Es funktionierte nicht.

Der Algorithmus von FB ließ es einfach nicht zu, dass alle Beiträge in der Suche angezeigt wurden, wenn man auf den Hashtag klickte. Es wurden immer nur ein bis drei von dreizehn Stationen angezeigt, wenn überhaupt.

Dementsprechend war die Aktion – trotz späterer Hilfestellung – ein ziemlicher Flopp, dabei hätte es so gut werden können.

Was ich persönlich auch anstrengend finde ist die Verlinkung. Als Autorin, die unter ihrem Realnamen veröffentlicht und unter diesem auch bei FB angemeldet ist, kommt es sehr häufig vor, dass in Beiträgen, in denen ich erwähnt werde, nicht meine Seite, sondern mein Privatprofil verlinkt wird. Unpraktisch für die Leser, denn da schreibe ich nichts Öffentliches. Von anderen Nornen weiß ich, dass es ihnen ähnlich geht. Technisch ist das leider nicht immer zu vermeiden, aber bitte liebe Facebook Menschen:

Wenn euch angezeigt wird:

Name mit Untertitel Wohnort und Name mit Untertitel XXX gefällt das, dann nehmt bitte das mit den Gefällt-Mir-Angaben! Denn das ist das Profil in das wir Autor*innen unsere ganze Mühe und Arbeit stecken!

Katherina Ushachov: Dass oft das Privatprofil statt der Seite verlinkt wird, hat zusätzliche Nachteile. Ich veranstalte sehr selten Gewinnspiele – aber wenn ich es tue, werde ich grundsätzlich mehrmals falsch verlinkt. Das führt dazu, dass Leute, die beim Gewinnspiel teilnehmen wollen, mir Freundschaftsanfragen schicken. Verständlich – denn wenn in den Bedingungen steht, dass man als Voraussetzung für die Teilnahme die Seite der Autorin liken soll, aber stattdessen ein Profil angegeben wird, interagiert man eben mit dem, was da ist. Dadurch habe ich gerne mal an einem Tag fünf bis zehn Anfragen von Leuten, denen ich dann mühsam den Weg zu meiner Seite zeigen muss. (Dass ich bei Facebook regelmäßig Freundschaftsanfragen von anderen Autor*innen erhalte, mit denen ich nie ein Wort gesprochen habe und bei denen ich nicht weiß, was die von mir wollen, ist eine andere Geschichte …)
Interessanterweise ist das ein Fehler, der auch anderen Autor*innen oft und gerne unterläuft. Bestimmt kennt ihr alle Aktionen wie #7lines, bei denen ihr die (ersten) sieben Zeilen oder Sätze eures Buches vorzeigen sollt. Ich mag Tags. Ich mag es wirklich, von Kolleg*innen getaggt zu werden und bei solchen Sachen mitzumachen. Mühsam wird es, wenn mein Privatprofil markiert wird statt meiner Seite. Denn dann verfehlt die Aktion ihren Sinn – schließlich geht es darum, durch das Taggen die eigenen Leser*innen zu coolen Kolleg*innen zu lotsen und somit einander ein bisschen bekannter zu machen. Wenn aber die Kette bei mir abbricht, weil statt meiner gut bespielten Seite (nun ja, meist *hust*) mein vollkommen unbenutztes Privatprofil markiert wird, finden Leser*innen dort nichts Interessantes vor. Ich kann den Tag trotzdem auf meiner Seite machen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass er gefunden, gelesen und als Schnuppereinstieg in meinen Schreibstil angenommen wird, sinkt.

Britta Redweik: Ich bin noch über ein weiteres Problem gestolpert bei Facebook. Ich schreibe unter Pseudonym, was heißt, dass ich zwei ‘private’ Profile habe. Über das eine verwalte ich auch die Seite meines Buchblogs, über das andere meine Autorinnenseite. Dadurch, dass ich mit dem Buchblog aber nun schon so lange im Netz unterwegs bin, und man dadurch eben auch die Privatperson dahinter kennt, fragen mich selbst die, die mich jetzt erst über Twitter und andere Stellen kennen lernen, immer als Privatperson an und liken höchstens den Buchblog. Teile ich mit dem Privatprofil meines Klarnamens die Posts meiner Autorinnenseite, kriegt sie nicht etwa mehr Follower, sondern die Leute interagieren mit meinem Privatprofil mit Klarnamen. In über einem Jahr habe ich so gerade zwei Follower meiner Autorenseite gefunden. Und das, obwohl meine Beiträge durchaus nicht so sehr versanden. Familie und Freunde interagieren damit. Aber eben immer nur, wenn der Klarname sie teilt.

Ich weiß, DASS ich irgendetwas falsch mache. Aber ich weiß noch nicht genau, was. Ich muss mich damit vielleicht noch einmal eindringlicher beschäftigen, merke aber, dass Twitter bisher einfach besser funktioniert. Dort werde ich sogar gefunden, während ich bei Facebook selbst die Interessierten nicht dorthin umgeleitet kriege, wo ich sie gern hätte. (Und Facebook hat, wenn man mit zwei Profilen arbeitet, noch ein Problem: Man braucht zwei Browser. Wenn es auf die Idee kommt, dass man die gleiche Person ist, löscht es einem das neuere Profil. Schon ziemlich suboptimal.)

Fazit

Facebook ist anstrengend. Es lohnt sich nach wie vor, weil dort die meisten Buchmenschen zu finden sind und weil sehr viele Dinge über Facebookgruppen und Veranstaltungen organisiert werden. Ohne Facebook ist man nicht dabei. Aber durch die technischen Einschränkungen wird es immer schwieriger, dort aktiv mit der eigenen Seite etwas zu reißen.

Aber als Gemeinschaft kann man da weitaus mehr bewegen, als alleine – nicht wahr? Und auch wir vom Nornennetzwerk bewegen als Gemeinschaft. Wenn du uns live treffen möchtest: Wir sind demnächst auf der Leipziger Buchmesse 2019 zu finden (Standnummer K309 in Halle 2/ #lbm19 und #NNLBM).