22.12 – Das Mädchen mit den Streichhölzern (Felicity Green)

Am Himmel zerplatzten immer wieder laut Sterne und fielen wie ein bunter Lichterregen herab. Nein, keine Sterne. Feuerwerk hatte Papa es genannt. Ich hielt den Blick nach oben gerichtet, obwohl mir schon der Nacken wehtat. Aber so musste ich nicht das Mädchen anschauen.
Mein Vater hatte mich fest in den Arm genommen, obwohl er dabei in die Hocke gehen musste, weil Papa so groß war und ich klein. Sonst sagte Papa dann immer, das Knie tat ihm weh. Er hielt mich, wegen der Kälte, und weil er mich trösten wollte. Wegen dem Mädchen.
„Wo bleiben die bloß?“, murmelte er in die Stille hinein. Die waren wohl die, mit denen er vorhin am Handy geredet hatte. Er hatte sich von mir weggedreht und leise geredet, aber ich hatte es trotzdem gehört.
„Kommen Sie schnell! Nein, das Mädchen ist nicht mehr zu retten. Schon ein paar Stunden tot, glaube ich … Sie ist, äh … ganz steif. Aber ich bin hier mit meiner kleinen Tochter. Ich weiß, wir müssen hier auf Sie warten, aber ich würde sie gerne so bald wie möglich hier wieder weg bringen … so ein Anblick … Nein, es gibt niemanden. Meine Mutter, bei der waren wir gerade Sylvester feiern, aber die ist nicht mehr gut zu Fuß … Keiner hier. Nur Geschäfte. Wir wollten durch die Gasse abkürzen, um schnell nach Hause … Ja, wir bleiben hier. Beeilen Sie sich, bitte.“
Jetzt mussten wir eben auf die warten.
„Holen sie das Mädchen ab, Papi?“
„Ja.“
„Bringen sie es heim, zu ihrer Familie?“
Ich schaute jetzt nicht mehr den Himmel, sondern Papa an und er sah traurig aus. „Ich weiß nicht, ob das Mädchen ein Zuhause hat, Maus. Aus irgendeinem Grund musste sie jedenfalls auf der Straße leben.“
Ich wagte einen schnellen Blick auf die nackten, ganz schmutzigen Füße, die unter der dünnen Decke hervorschauten. Wenn sie einen Papa gehabt hätte, dann hätte der geschimpft, dass sie die Füße waschen soll. „Aber wo bringen sie denn dann hin?“
Papa verzog das Gesicht. „Vergiss, was ich gesagt habe, Maus. Ich kann nicht klar denken. Natürlich hat sie eine Familie. Sie finden ihre Eltern und bringen sie zu ihr, ganz bestimmt.“
Obwohl Papa mich immer noch umarmte, wurde mir auf einmal eiskalt, als ich daran dachte, wie das Mädchen ganz allein hier gesessen hatte und vor lauter Frieren gestorben war. Ich zog die Nase hoch und als das nichts half, wischte ich mir mit dem Ärmel über das Gesicht. Papa schimpfte nicht, sondern streichelte meinen Rücken. Dann ließ er mich los, um mir ein Taschentuch zu geben.
„Papa, ihr war soooo kalt.“ Meine Stimme kam ganz heiser aus meinem Hals.
Mein Vater blickte zum Mädchen hinüber.
„Guck mal“, sagte er und zeigte auf etwas neben dem Mädchen. „Ich glaube, es war gar nicht so schlimm für sie. Ich glaube, sie hat die Kälte nicht gespürt. Sie hatte nämlich magische Streichhölzer.“
Ich schaute zu Papi hoch, dann zur Stelle, auf die er zeigte. Vorsichtig machte ich einen Schritt in die Richtung. Jetzt konnte ich sie erkennen. Drei Streichhölzer.
Papa nahm mich wieder in den Arm. „Siehst du, dass sie oben schwarz sind, und nicht rot, wie neue Streichhölzer? Das heißt, das Mädchen hat sie angezündet. Eins nach dem anderen. Und da es magische Streichhölzer waren, konnte sie in dem Licht der Flamme etwas sehen, was sie sich wünschte. Und es war für sie so real, als wäre es da. Bestimmt hat sie sich als erstes einen Kaminofen gewünscht. Da hat es sich angefühlt, als ob der Ofen direkt vor ihr stünde und sie hatte es schön warm.“
Ich runzelte die Stirn. „Das geht?“
Mein Vater nickte heftig. „Mit magischen Streichhölzern schon.“
„Und dann hat sie die Kälte nicht gespürt und es war nicht so schlimm“, sagte ich erleichtert. „Was sie sich wohl mit den anderen Streichhölzern gewünscht hat?“
„Hmmm. Sicher was zu essen. Wenn sie auf der Straße gelebt hat, dann hatte sie nicht viel und war vielleicht hungrig. Da hat sie das zweite Streichholz angezündet und hat einen Tisch voller Speisen gesehen. Und es hat sich so angefühlt, als ob sie sich den Magen mit den leckersten Sachen vollgeschlagen hat.“
„Bestimmt Gänsebraten mit Kartoffelknödeln.“ Die hatte es vorhin bei Oma gegeben und es hatte so lecker geschmeckt. „Und Kakao. Und Schokopudding!“, fiel mir ein.
Ein Tat-Tü-Ta-Ta kam immer näher und es wurde so laut, dass ich gar nicht mehr das Pfeifen und Knallen des Feuerwerks hörte, das jetzt am Himmel zerplatzte. Ganz viele rote und orange Lichter breiteten sich am Himmel aus. Für einen Moment war auch die Gasse, in der wir standen, rot erleuchtet. Und ich sah das Gesicht des Mädchens, das vorher im dunklen Schatten gelegen hatte. In dem Licht leuchtete das Mädchen rot und orange.
Sie sah aus, als ob sie schlief. Sie sah glücklich aus.
„Ich weiß, was das Mädchen mit dem letzten Streichholz gesehen hat, Papi.“
„Ja?“
„Sie hat sich gewünscht, dass ihre Mami vom Himmel kommt und sie abholt. Weißt du, von da oben, im Himmel, wo auch meine Mami ist? Ihre Mami kam auf einem Stern vom Himmel geflogen. Der hatte einen rot-orangenem Feuerstreifen, so schnell war der Stern. Und dann hat die Mami das Mädchen mitgenommen, mit zu sich in den Himmel.“
Mein Vater ging vor mir in die Hocke und nahm mein Gesicht in seine kalten Hände. Er lächelte, aber ein paar Tränen kamen aus seinen Augen. „Genau so war es.“
Ein paar Leute kamen in die Gasse und mein Vater richtete sich auf. „Ah, da sind sie endlich.“ Er wischte sich mit dem Ärmel über das Gesicht. Ich hielt ihm mein Taschentuch hin, aber er sah es nicht, sondern drehte sich den Leuten zu.
Ich glättete das zusammengeknüllte Taschentuch und ging schnell zu dem Mädchen. Ich versuchte ganz arg nicht die dreckigen Füße anzuschauen, als ich mich niederkniete. Vorsichtig hob ich die drei Streichhölzer auf und wickelte sie in das Taschentuch ein.
Dann steckte ich die magischen Streichhölzer in meine Jackentasche.

**Autorin des Beitrags ist Felicity Green

20.12 – Staub (Paula Roose)

109, 110 … 111? Nekrosus schüttelte die Phiole und setzte noch einmal an. Gebannt starrte er auf die Öffnung und ließ sie über seinem Gläschen schweben.
Nichts.
Das konnte nicht sein! Er brauchte 111 Tropfen. »Wenn du einen weniger nimmst, bist du Asche. Also verzähl dich nicht«, hatte Proelia gesagt.
Er hatte sich nicht verzählt. Wütend schmetterte er die Phiole gegen das Gemäuer der Hexenküche. Verdammte Elfenkacke! Um Mitternacht musste er das Akrenkraut aus der Drachenhöhle holen. Kein anderer Bewohner der Burg war klein genug, um sich hineinzuschleichen, und nur darum war er noch am Leben. Aber ohne das Elixier kam er nicht wieder heraus. Alles Kleinsein half nichts gegen den abscheulichen Gestank des Krautes. Da konnte er gleich an der Haustür läuten. Um nicht vom Drachen in eine Fackel verwandelt zu werden, brauchte er das Elixier. Es schützte mit einer Blase vor dem ersten Feuerstoß. Zeit genug, um zu entkommen.
Ohne Elixier kein Akrenkraut. Ohne Akrenkraut war er nutzlos. Nutzlose Wesen verwandelte die Hexe in Staub. Mit Leichtigkeit konnte sie sich einen neuen kleinen Elfen fangen.
Hektisch schwirrte er hin und her, versuchte, in seinem Hirn den einen rettenden Gedanken zu finden, trommelte mit den Händen gegen seine Stirn und fand und fand nichts. So sehr steigerte er sich hinein, dass er zu kreiseln begann, durch die Küche schoss und sich gerade noch fing, bevor er um Haaresbreite ins Herdfeuer stürzte.
Auf dem Küchentisch saßen Dukolius und Laktosus mit verschränkten Armen und schauten ihn entgeistert an.
»Du flatterst herum wie eine besoffene Schmeißfliege«, sagte Dukolius kopfschüttelnd. »Was ist los?«
»Proelia hat mir einen Tropfen zu wenig gegeben.« Hastig wischte er sich eine Träne aus dem Auge. »Heute Nacht ist es mit mir vorbei. Dann werde ich Asche sein – oder Staub.«
»Na, na, na.« Laktosus erhob sich und kam zu ihm herübergeflattert. »Geh zu ihr und bitte sie um einen Tropfen.«
»Ihr sagen, dass sie einen Fehler gemacht hat?«
Laktosus runzelte die Stirn »Na gut. Dann müssen wir dir einen besorgen.«
»Aus ihrem Ratszimmer?«
»Woher sonst?«
»Und wie, bitteschön, willst du das anstellen?« Wie oft hatte Nekrosus versucht, zu fliehen. Doch an Proelia vorbei gab es keinen Weg. Sie sah und hörte alles und der Bann, den sie um die Burg gelegt hatte, war stark – zu stark für einen kleinen Elfen.
»Warten, bis sie rauskommt.«
»Glupschauge ist bei ihr«, warf Dukolius ein.
»Siehst du!« Nekrosus verdrehte die Augen. »Wenn der bei ihr ist, wird sie die halbe Nacht nicht herauskommen.«
Niemand wusste, wer dieses Wesen, das sie Glupschauge nannten, war. Sie vermuteten in ihm eines der bedauernswerten Geschöpfe, die Proelia aus Lust und Laune in ein Irgendwas verwandelte. Sein Kopf war so dünn, dass nur ein Auge in seinem Gesicht Platz hatte. Nach unten wurde sein Körper immer breiter und endete in plateauartigen Füßen, als wäre er ein Turm.
»Umso besser«, fuhr Laktosus fort und rieb sich die Nase. »Wir schleichen uns nacheinander ins Ratszimmer und verstecken uns hinter ihm. Auf Kommando lenken Dukolius und ich sie ab. Sie wird wütend sein, aber wir sind nützlich. In der Zeit kannst du dich zum Regal schleichen und den Tropfen holen.«
Nekrosus schaute seine Freunde hoffnungsvoll an. Die beiden hatten eine äußerst nützliche Eigenschaft. Sie konnten bei Vollmond für genau sieben Sekunden in die Zukunft schauen. Proelia würde sie bestrafen, aber niemals hellsichtige Elfen töten.
»Das würdet ihr für mich tun?«, fragte er mit einem letzten Rest Zweifel.
Die Freunde nickten.

Gemeinsam flatterten sie durch die dunklen Gänge der Burg. Wie immer stand die Tür zum Ratszimmer einen Spalt auf. Ein flackernder Lichtschein fiel auf den Flur. Es hätte einladend sein können, dränge nicht Proelias krächzende Stimme heraus. Die Freunde warfen sich einen Blick zu.
»Und wenn es schief geht?«, flüsterte Nekrosus.
Dukolius antworte nicht und schlüpfte durch den Spalt, dicht gefolgt von Laktosus, der Nekrosus keine Wahl ließ und ihn mit festem Griff hinter sich herzog.
Also gut.
Hinter Glupschauges Rücken fanden sie sich ein. Dieser lauschte Proelias Worten und nickte dabei so eifrig, dass man fürchten musste, sein Auge fiele jeden Augenblick aus dem Kopf und platschte auf den Boden.
Nekrosus hörte sein Herz pochen.
»Ihr wagt es!«
Die Hexenstimme hieb auf ihn ein. Ein Blitz schoss an ihm vorbei, abgefeuert aus Proelias Zauberstab. Er fuhr herum. Geschickt wichen seine Freunde aus. Dafür wurde Glupschauges Pinselhaarschopf versengt. Das Turmwesen fiel erschrocken auf den Rücken und begann wild zu zucken.
»Los!«, zischte Dukolius und flatterte gemeinsam mit Laktosus um Glupschauges Kopf herum, im wilden Tanz Proelias Blitzen ausweichend.
Nekrosus hatte sich zwischen die Füße des Turmwesens geduckt. Oben rechts im Regal sah er die rettende Flasche stehen.
Jetzt!
Todesmutig flog er über den Boden, stieg an Büchern auf, höher und höher, bewegte nur seicht seine Flügel. Er konnte schleichen, verdammt, er konnte schleichen. Und er war klein, nützlich klein.
Nur noch wenige Buchrücken nach rechts, fünf, vier, … Er warf einen Blick zu seinen Freunden. Im Zickzack schossen sie durch den Raum. Drei, zwei …
Ein Schlag traf ihn wie Hammer auf Amboss. Der Blitz schleuderte ihn gegen das Gemäuer. Er spürte den Aufprall kaum, glitt zu Boden, konnte nicht mehr atmen, nicht denken, versank in Schwarz.

Proelias Stimme drang von Ferne an sein Ohr, kam langsam näher, wurde lauter. Sie gab Glupschauge Anweisungen, als wäre nichts geschehen.
Blinzelnd öffnete er die Augen. Oben im Regal, neben der Elixierflasche, erblickte er seine eingefrorenen Freunde. Das war nicht das erste Mal. Spätestens bei Vollmond würde Proelia sie wieder auftauen. Aber sein eigenes Schicksal war nun Staub.
An der Burgmauer suchte er nach Halt, um sich aufzurichten. Doch statt des Gemäuers spürte er …
Nichts?
Sein Herz pochte. Konnte es sein? War dort ein Spalt? Hatte er den einzigen winzigen Riss im Bann gefunden? Jetzt und hier? Zitternd tastete er über die Wand. Kein Zweifel. Da war eine Lücke. Und er war klein genug, um hineinzuschlüpfen. Nützlich klein. Er warf seinen Freunden einen Blick zu und ihm war, als würden sie zwinkern.
Er zwinkerte zurück, drehte sich um und verschwand.

**Autorin des Beitrags ist Paula Roose

18.12 – Apfelkuchen mit Streuseln (Rabea Blue)

Ein schöner roter Apfel, wunderbar saftig. Da hätte sicherlich nicht nur Schneewittchen Lust gehabt, hineinzubeißen. Wie wir alle wissen stellte sich das bei der jungen Prinzessin als äußerst schlechte Idee heraus.
Eine sehr wichtige Frage aus meiner** Sicht ist: Wie hätte Schneewittchen verhindern können, dass ihr ein Stück im Hals steckenbleibt? Und gäbe es eine Möglichkeit, das magische Gift in dem Apfel zu eliminieren?

Folgende Idee möchte ich euch heute vorstellen:

Meine Theorie ist, dass man den Apfel nur klein schneiden und backen müsste, und schon würde keine Gefahr mehr von ihm ausgehen. Da wir heutzutage von klein auf von unseren Eltern gepredigt bekommen, dass wir nichts von Fremden annehmen sollen, würde ich persönlich einen Apfelkuchen backen, sollte eines Tages eine alte Frau vor meiner Tür stehen und mir einen roten Apfel schenken.

Hier ein passendes
Rezept dazu:

Zutaten Teig:
500 g Mehl
250 ml Milch, lauwarm
75 g Butter
75 g Zucker
1 Pck. Hefe
2 Eier

Zutaten für den Apfelkuchen

Zutaten Streusel:
275 g Mehl
175 g Butter
150 g Zucker
1 Pck. Vanillinzucker
1 Prise Salz
1 Eigelb

Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Der Teig ist bereit

Mit dem Knethaken des Mixers die oberen Zutaten für den Hefeteig zirka 15 bis 20 Minuten gut durchkneten. Danach ungefähr 40 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen, zum Beispiel vor der Heizung.
Während der Teig geht, etwa sieben große Äpfel schälen und in Scheiben schneiden.
Nach dem Gehen mit bemehlten Händen den Teig noch einmal gut durcharbeiten. Wieder 10 Minuten gehen lassen.
In dieser Zeit kann man gut die Streusel vorbereiten. Dazu nimmt man die entsprechenden Zutaten und mengt sie gut mit den Händen durch.
Nach dem Gehen den Teig auf einem mit Backpapier ausgelegtem Blech mit einer Rolle ausrollen. Die Apfelstücke in den Teig stecken und gut andrücken. Nun die Streusel mit den Händen auf dem Kuchen verteilen.

Fehlen nur noch die Streusel

Etwa 30 bis 45 Minuten backen beziehungsweise bis die Streusel einen hellen Braunton angenommen haben. Immer mal nachsehen, dass er nicht verbrennt. Bei Bedarf Temperatur senken.
Wer nach der Lektüre von ‚Schneewittchen‘ Äpfeln ganz und gar nicht mehr traut oder sie schlicht und einfach nicht mag, kann nur Streusel auf dem Kuchen verteilen oder einen anderen Belag wählen, wie etwa Pflaumen, Aprikosen, Rhabarber mit Marzipan oder Kirschen.

Gut gebacken?

Viel Spaß beim Ausprobieren – gemeinsam werden wir den vergifteten Äpfeln den Garaus machen. Und lasst euch nicht von Zwergen die Streusel klauen!!

Vorsicht vor den Zwergen!

**Autorin des Beitrags ist Rabea Blue

11.12 Vergiftete Apfelplätzchen (Cazze)

Zutaten:

Für den Boden:

150 g Honig
80 g brauner Zucker
50 g Butter
250g Mehl
0,5 Packung Backpulver
1 Ei
1 kleines Fläschchen Zitronenaroma oder 1 ungespritzte Zitrone
150 g gemahlene Haselnüsse oder Walnüsse
1 Packung (80g) Lebkuchengewürz
1 Prise Salz

Für das Topping

Nutella (Mindestens ein Glas. Großzügiger »Schwund« miteingerechnet 😉 )
200 g Äpfel (das sind ungefähr zwei mittlere)
1 Esslöffel Butter
100 g Zucker
Zimt

  1. Äpfel schälen, Kernhaus ausstechen und in kleine Würfel schneiden. In einem Topf die Butter schmelzen und den Zucker hinzugeben. Immer fleißig rühren und warten. Und wie durch Zauberei entsteht nach einiger Zeit Karamell. Jetzt die Äpfel reinschütten und 5 Minuten einkochen. Dabei immer rühren, denn sonst entstehen Karamellbonbonklümpchen. Zum Schluss mit etwas Zimt würzen und erst einmal zum Abkühlen beiseite stellen.
  2. Jetzt braucht ihr nochmal einen Topf (ihr dachtet, das wäre ein Backrezept? Hahahaha.) Diesmal erwärmt ihr die Butter, den braunen Zucker und den Honig, bis sich der Zucker aufgelöst hat.
    Oder ihr macht es wie ich und lasst die Butter weg. Dann müsst ihr aber »Verdammt, ich hab schon wieder die Butter vergessen« durch die Küche schreien, den Topf wieder hastig auf den Herd stellen, und die Butter einrühren.
  3. Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, um den Ofen einzuschalten. (Verplante bitte vor Schritt 1. Hexen mit Holzofen gleich am Morgen und nicht vergessen, die Kinder rauszunehmen)
    Wir brauchen 180° Ober- Unterhitze oder 160° Umluft.
  4. Mehl und Backpulver mischen. Dann Ei, Zitrone, Nüsse, Zimt, Lebkuchengewürz, Salz und die vorbereitete Zucker-Honigmasse dazugeben und rühren.
    Danach unbedingt daran riechen. Wenn das nicht nach Weihnachten riecht, dann habt ihr definitiv was falsch gemacht.
  5. Feststellen, dass die Küche aussieht wie Sau und erstmal aufräumen.
  6. Arbeitsfläche mit Mehl bestreuen. Hände mit Mehl bestreuen. Das Nudelholz mit Mehl bestreuen. Einfach alles mit Mehl bestreuen. Mehl ist euer Freund. Den Teig nochmal mit den Händen durchkneten. Sollte er noch klebrig sein – mehr Mehl. Etwa 0,5 bis 1 cm dick ausrollen (auf jeden Fall nicht so dünn wie Butterplätzchen). Dann mit einem Plätzchenausstecher eurer Wahl ausstechen. Wer hier im Thema bleiben will, nimmt einen in Form eines Apfels. Alternativ könnt ihr mit einem Glas Kreise ausstechen und dann mit einem Messer ein kleines Dreieck reinschneiden. Die Ecken ein bisschen zurechtdrücken, dass es wie ein Apfel aussieht (böse Zungen behaupten auch, das sieht wie ein Hintern aus … aber das stimmt GAR NICHT)
  7. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech auslegen und ca. 12 Minuten im Ofen backen. Danach auskühlen lassen.
  8. Die Kekse mit Nutella bestreichen. Danach den Apfelmix drauf und das Ganze fest werden lassen. Das Ganze sollte danach zeitnah in den Kühlschrank (oder gegessen werden).
Autoren Urlaub

Wo findet ihr was bei unserem Adventskalender (Cazze)

Der Adventkalender ist bereit in vollem Gange und wir haben euch schon einige literarische Leckerbissen serviert. Da man im Weihnachtstrubel gerne ein wenig die Orientierung verliert, möchten wir euch die Suche nach den Türchen ein bisschen einfacher gestalten und kleine Hinweise geben, wo ihr das nächste findet.

Gleich am ersten Tag geht es auf unserem Blog unter das Meer

Am zweiten Tag gibt es auf Facebook ein zauberhaftes Gedicht.

Die böse Stiefmutter hat am dritten Tag ihr Schuhproblem satt und postet es auf Instagram.

Am vierten Tag bekommen wir auf unserem Blog Besuch vom Rheinschiffer

Den Tag darauf wird es blumig auf Instagram.

Nikolaus feiern wir auf dem Blog, zusammen mit John.

An Tag sieben besucht König Drosselbart Mark Zuckerberg.

Ausgekräht hat es sich an Tag acht auf unserem Blog.

Am neunten Tag wird eine Prinzessin in den Bann sozialer Medien gezogen. Besonders Facebook hat es ihr angetan.

Füllt eure Kessel mit Popcorn. An Tag zehn geht es wieder heiß auf Instagram zu.

Da ihr danach sicher hungrig seid, gibt es danach etwas Leckeres zu Essen auf unserem Blog.

Vollgefuttert geht es wieder auf Instagram. Passt jedoch auf, dass die vielen bunten Bilder euch nicht blind machen.

Der dreizehnte ist eigentlich als Unglückstag verschrien. Jedoch nicht bei uns, den ihr könnt auf unserm Blog eine ganz besondere Rezension lesen.

Am vierzehnten packen wir die kurzen Hosen ein und springen mitten in den blauen Facebookpool 

Danach jagen wir auf dem Blog Legenden.

Um am Tag darauf wieder bei Facebook auf Safari zu gehen.

Der Instagrambeitrag am siebzehnten ist garantiert nicht hässlich.

Denn ihr erfahrt am achtzehnten auf unserem Blog, wie ihr euch gegen das Gift der bösen Königin schützen könnt. Und lecker ist es auch noch!

Am neunzehnten werdet ihr Instagram verfluchen, warum es euch das Türchen nicht schneller öffnet.

Ihr habt es fast geschafft! Passt vier Tage vor Weihnachten auf, dass ihr nicht zu Staub zerfallt. Sucht Schutz auf unserem Blog.

Habt ihr das überstanden, reist zum Mount Facebook und werdet verzaubert.

Danach braucht ihr Schwefelhölzer, um wieder zurück zum Blog zu finden.

Am vorletzten Tag statten wir Herr Zuckerberg noch einen Besuch ab.

Und ob wir an Heiligabend noch ein Türchen für euch haben? Keine Ahnung! Schaut doch mal auf Instagram!

*Autorin des Beitrags ist Cazze

8.12 Ausgekräht (Elena)

Es war einmal eine Patchwork-Familie mit zwei Töchtern, davon war die eine schön und fleißig, die andere hässlich und faul. Da aber letztere das Kind der Frau war, hatte die Frau diese Tochter viel lieber. Weil der Vater der anderen Tochter nie Zuhause war, musste diese all die von der Stiefmutter aufgetragene Arbeit tun.
Das arme Mädchen musste sich täglich raus zum Brunnen des alten Bauernhofes setzen und spinnen, dass ihm das Blut aus den Fingern sprang, damit seine Stiefmutter genug Garn zum Häkeln von exklusiven Bio-Designern-Klamotten für Kleinkinder hatte. Gesellschaft leistete dem Mädchen dabei nur ein Hahn, der von seinem Vater gerettet worden war, bevor dem Gockel wegen Lärmbelästigung in der Stadt der Hals umgedreht werden konnte.

Nun trug es sich zu, dass die Spule einmal ganz blutig war, da bückte sich das Mädchen damit in den Brunnen und wollte diese abwaschen. Jedoch fiel ihm die Spule hinein. Unglücklich weinend lief es zu seiner Stiefmutter, doch diese schalt es unbarmherzig: „Hast du die Spule hinunterfallen lassen, so hol sie auch wieder herauf.“ Das Mädchen ging zum Brunnen zurück und wusste sich keinen Rat, so dass es in seiner Verzweiflung in den Brunnen sprang, um die Spule zu holen.
Als es aus seiner Besinnungslosigkeit erwachte, fand das Mädchen sich auf einer schönen Wiese voller Blumen beschienen von der Sonne wieder. Als es die Wiese verließ, kam es an einem Backofen voller Brot vorbei, welches rief: „Ach, zieh mich raus, zieh mich raus, sonst verbrenn ich: ich bin schon längst ausgebacken.“ Da trat es heran und holte mit einem Brotschieber nacheinander alle Laibe heraus und sprach dabei: „Selbstgemachtes Brot, das ist heute echt selten. Wie herrlich es duftet!“

Danach ging es weiter und kam zu einem Baum voller Äpfel, der ihr zurief: „Ach, schüttel mich, schüttel mich, wir Äpfel sind alle miteinander reif.“ Das Mädchen schüttelte den Baum, bis alle Äpfel abgefallen war, legte diese zu einem Haufen zusammen und dachte, dass solche regionale Bio-Qualität sonst schwer zu bekommen sei.
Schließlich erreichte das Mädchen ein kleines Haus, aus dem eine alte Frau schaute. Da die alte Frau so große Zähne hatte, wollte das Mädchen schon davonlaufen, doch die Alte rief ihm nach: „Was fürchtest du dich, liebes Kind? Bleib bei mir, wenn du alle Arbeit im Hause ordentlich tun willst, so soll dir’s gut gehn. Du musst nur achtgeben, dass du mein Bett gut machst und es fleißig aufschüttelst, dass die Federn fliegen, dann schneit es in der Welt; ich bin die Frau Holle.“
Nach gutem Zureden der alten Frau willigte das Mädchen ein, bei ihr zu bleiben. Es tat wie ihm aufgetragen und schüttelte das Bett immer gewaltig, so dass die Federn wie Schneeflocken umherflogen. Im Gegenzug hatte es ein gutes Leben bei Frau Holle, nie wurde es gescholten und es gab immer gutes Essen.

Doch nach einer Zeit wurde das Mädchen traurig und erkannte schließlich, dass es Heimweh hatte, obwohl es hier viel besser als Zuhause ging. So wandte es sich an Frau Holle und diese zeigte Verständnis: „Es gefällt mir, dass du wieder nach Haus verlangst, und weil du mir so treu gedient hast, so will ich dich selbst wieder hinaufbringen.“
Die alte Frau nahm es an die Hand und führte es vor ein großes Tor. Dies wurde aufgemacht und als das Mädchen gerade darunter stand, fiel ein gewaltiger Goldregen. Das Gold blieb an ihm hängen, so dass es über und über davon bedeckt war. „Das sollst du haben, weil du so fleißig gewesen bist,“ sagte Frau Holle und gab ihm auch die Spule wieder, die dem Mädchen in den Brunnen gefallen war.

Im nächsten Moment war das Tor verschlossen und das Mädchen befand sich wieder oben auf der Welt, nicht weit entfernt vom Bauernhof. Als es in den Hof kam, saß der Hahn auf dem Brunnen und rief:
„Kikeriki, unsere goldene Jungfrau ist wieder hie.“

Angesichts des vielen Goldes wurde das Mädchen gut von seiner Mutter und Schwester aufgenommen. Das Mädchen erzählte, wie ihm geschehen war, und als die Stiefmutter hörte, wie es an den Reichtum gelangt war, wollte sie dies auch für ihre eigene Tochter.
So musste sich die hässliche und faule Tochter an den Brunnen setzen und spinnen. Um den Ablauf zu beschleunigen, stach sie sich selbst in die Finger und fasste auch einmal in eine Dornenhecke. Danach warf sie die Spule in den Brunnen und sprang hinterher. Auch sie erwachte auf einer schönen Wiese und schlug denselben Pfad ein.

Als sie zum Backofen gelangte, rief das Brot erneut: „Ach, zieh mich raus, zieh mich raus, sonst verbrenn ich: ich bin schon längst ausgebacken.“ Die Faule aber zog nicht das Brot heraus, sondern antwortete: „Etwa aus Weizen? Ich habe eine Glutenunverträglichkeit, was soll ich mit Brot?“
Danach kam sie zum Apfelbaum, der rief: „Ach, schüttel mich, schüttel mich, wir Äpfel sind alle miteinander reif.“ Doch die Faule dachte nicht dran und sprach: „Die Äpfel sind alle klein und hässlich, die will doch sowieso niemand essen! Und außerdem ist der Fruchtzucker schlecht für die Leber!“
Beim Haus von Frau Holle angekommen fürchtete sie sich nicht vor der alten Frau, denn von den großen Zähnen hatte sie bereits gehört, sondern verdingte sich direkt bei ihr. Zuerst gab sie sich Mühe, doch dann sagte sie sich: „Wer will schon Schnee und das ständig? Warmes Wetter ist doch viel angenehmer!“ Fortan strengte sie sich gar nicht mehr an und genoss die Freizeit.

Frau Holle war deshalb die Faule bald leid und entließ sie aus ihrem Dienst. Als die alte Frau das Mädchen zum Tor geführt hatte, erwartete es einen Goldregen wie bei seiner Stiefschwester, doch stattdessen regnete es Pech auf das Mädchen. „Das ist zur Belohnung deiner Dienste“, sagte die Frau Holle und schloss das Tor zu.
So kam das Mädchen heim, aber es war mit Pech bedeckt, und dieses Mal rief der Hahn auf dem Brunnen: „Kikeriki, unsere schmutzige Jungfrau ist wieder hie.“
Daraufhin drehte die Hässliche dem Hahn den Hals um. Das Pech aber blieb fest an ihr hängen und wollte, solange sie lebte, nicht abgehen.

6.12 Heimgesucht (June Is)

Beständig schlug er mit seiner Finne auf den massiven Stein. Ein Zischen begleitete jeden seiner Hiebe. Wieder und wieder. Winzige Splitter flogen in alle Richtungen.
John bearbeitete ihn immer schneller und stärker, bis der Stein die richtige Form bekam. Der letzte Schall des Setzhammers verklang und John betrachtete sein Werk mit Stolz. Schweiß benetzte seine Stirn. Sein T-Shirt klebte ihm am Rücken. Er spürte den winzigen, kühlen Hauch daher umso deutlicher.
Tief atmete er ein und schaute sich in der Werkstatt um, betrachtete seine Werkzeuge und Materialien – augenblicklich stellte sich wieder ein Gefühl der Geborgenheit ein. So hatte er es sich immer in den Armen einer Mutter vorgestellt, einer gütigen Mutter, nicht einer, die ihn in den Krieg geschickt hatte. Die Werkstatt war seit langer Zeit sein winziges Paradies. An diesem Ort wurden seine Gedanken von allem frei. Hier war er zuhause.

Zusammen mit ihr.

Oh nein! Nicht sie schon wieder! Besonders von ihr wollte er sich lösen. Johns größter Wunsch war es, ihr endlich zu entkommen. Aber dies gelang einfach nicht. Er wurde sie nicht los, sie war immer da.

Oh ja, das ist sie. Sie ist überall, wie ein Fluch.

Wieso hatte John der unbekannten uralten Frau diesen Schubs verpasst? Er war damals niedergeschlagen von der Front zurückgekommen. Woher hätte er wissen sollen, was passierte, wenn er ihren Wunsch nicht erfüllte? Die Alte wollte unbedingt dieses dämliche Feuerzeug aus dem Steinbrunnen gefischt haben. Aber wer wirft schon so ein Ding in einen Brunnen. Das wäre doch eh dahin und nicht mehr benutzbar … es war ihm äußerst merkwürdig vorgekommen. Vielleicht hatte er ein bisschen überreagiert. Das konnte doch mal passieren! Herrgottnochmal.
Sie hätte nicht gleich in den Brunnenschacht fallen dürfen. Er schluckte.
Wieder der kühle Luftzug.

Sie ist da, sag hallo!

Zum ersten Mal fühlte sich John in seiner Werkstatt bedroht. Er hatte keine andere Wahl, musste es endgültig beenden, sie besiegen.
Entschlossen griff er sich sein Steinbeil und eilte nach draußen, in den angrenzenden Wald. Es roch nach Bärlauch – grässlich – und der Vogelgesang schmerzte in seinen Ohren.

Es gibt kein Entkommen!

Für immer mit ihr leben? Der Gedanke machte John wahnsinnig. Sie trieb ihm Tränen in die Augen. Er stolperte von Baum zu Baum, über dicke Wurzeln, und er spürte, wie sie mit schweren Schritten näher kam.
„Wo bist du? Ich werde dir zeigen, wer der Stärkere ist!“

Stampf! Stampf!

Das monotone Erschüttern des Waldbodens ließ John taumeln, verursachte ihm Schwindel. Alles drehte sich. Die Welt wurde schief. Bäume brachen über ihm zusammen. John stolperte weiter, durch Sträucher, strauchelte, fiel hin, schmeckte das Moos und die torfige Erde, strampelte wie ein Kind. Seine Finger fortwährend um das Beil verkrampft. Zu viel Bärlauch, überall Bärlauch!

Stampf! Stampf!
Wie ein Korkenzieher bohrte sich der Gedanke an sie in sein Hirn.
S T A M P F!

Du kannst nicht vor ihr weglaufen!

Sie beugte sich über John und blickte ihn an. Mühelos verdrehte sie Johns Körper. Wieder dieser kalte, leise Hauch, der ihn umhüllte. Schwarz.

Lass sie herein! Ja, lass sie in dein Innerstes.

Plötzlich Stille. Nicht mal mehr Vogelgezwitscher. Nur diese laute, schauderhafte Ruhe.
Und dann wurde er gezwungen, ihr ins Gesicht zu sehen, dem alten Weib von damals. Ihr Gesicht war weiß wie Papier. Die Augen in den dunklen Höhlen funkelten. Ihre Wangen, die Falten mit schwarzen, wirren Linien bemalt, verzerrten sich, als sie John angrinste wie eine Wahnsinnige.
Sie hob die blaue Hand zum Gruß.

Und, fangen wir nun an, John? Oder wie lange willst du dich vor mir verstecken?

Das durfte nicht geschehen! Er kannte die abscheulichen Dinge, die das Geist-Weib mit ihm trieb … Es fühlte sich an, als würden hungrige Ratten in einer Zelle ohne Ausgang auf ihn losgelassen. Bereits jetzt hörte er das wütende Scharren ihrer Krallen.
Benommen kroch er auf dem Moos Millimeter für Millimeter voran. Er war nicht mehr fähig, einen klaren Gedanken zu fassen. Gefangen in seiner Spirale aus nackter Angst wollte er es nur beenden. Die Stimme der Alten bohrte sich in Johns Gehirn. Sie drang mit jedem Atemzug tiefer und tiefer in ihn ein. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als ihr endgültig zu entkommen!

Hier ist sie, John! Lauf’ doch nicht weg!

Er lauerte, stand mühevoll auf, schwang die Axt, hielt inne – die Welt brach erneut über ihm zusammen. Sein Magen verkrampfte sich und er übergab sich. Salziger, metallischer Geschmack! Der Geruch von Galle stach ihm in die Nase. Tränen strömten. Blut! Sein Herz pochte, als er auf das Beil in seiner Hand blickte.
Die Alte durfte nicht mehr gewinnen, nie mehr! Er rappelte sich erneut hoch und schritt auf sie zu.
John holte aus. Ein kräftiger Hieb – ein irres Lachen – noch ein Schlag – schwarzes Blut an seiner Axt. Gesprenkelter Bärlauch. Hahaha!
Diesmal würde er nicht verlieren! Hahaha! Diesmal nicht!
Niemand hörte seine Schreie. Und dann war es vorbei.

Aber nicht doch. Bloß kein Applaus. Es war ihr eine Freude!

04.12 Das Märchen vom Rheinschiffer und dem finsteren Gesellen (Diandra Linnemann)

Es war einmal ein Rheinschiffer, der liebte seine Frau und seine Tochter sehr. Jeden Tag, bevor er das Haus verließ, um mit seinem Boot die Strömung zu bezwingen, küsste er beide auf die Stirn. Dann fuhr er hin und her, hin und her, bis es Abend wurde, und manchmal auch in der Nacht. Die Fähre verschaffte ihm ein gutes Auskommen, Hilde erwartete ihn jeden Abend mit einer warmen Mahlzeit und die kleine Tochter war ein Ausbund an Schönheit und Liebreiz. Seine einzige Sorge bestand darin, dass Gott ihm keinen Sohn schenken wollte. Jeden Sonntag in der Kirche flehte er auf Knien um einen Stammhalter. Aber die Jahre gingen ins Land, und der Leib seiner Frau rundete sich nicht.

Eines finsteren Abends klopfte es an die Tür. Der Regen prasselte auf das Dach der kleinen Hütte am Fluss. Als der Rheinschiffer die Tür öffnete, sah er einen unheimlichen Fremden. Er wirkte groß und hager. Ein langer Mantel schützte ihn vor dem Unwetter. Sein Gesicht wurde von einem breitkrempigen Hut verdeckt. Mit tiefer Stimme verlangte er die Überfahrt ans andere Ufer. Im Austausch bot er einen Beutel, der war schwer mit Münzen.

»Geh nicht«, bat Hilde, die Tochter auf dem Arm, »das Wasser ist gar zu garstig, und mir graut vor dem Fremden!«

Aber der Schiffer dachte an das Geld, das diese Fahrt ihm bringen würde. Das Boot kam in die Jahre und musste dringend ersetzt werden. Außerdem gab es auf dieser Seite des Flusses keine Wirtschaft, in der der Fremde unterkommen konnte, und ihre karge Mahlzeit reichte kaum für die drei Mäuler, die es ohnehin zu stopfen galt. Also nahm er seine Regenhaut vom Nagel, strich der kleinen Annalies noch einmal durch das schwarze Haar und ging hinaus in die Nacht.

Der Fluss war wild und unbändig, aber mit großem Geschick gelang es dem Fährmann, das Boot durch die schäumenden Wogen zu manövrieren. Er murmelte die Sprüche, die er von seinem Vater gelernt hatte. In seinem Inneren spürte er den Fluss aufbegehren, aber letztendlich beugten die Wasser sich einmal mehr seinem Willen.

Über ihren Köpfen zuckten die Blitze, als sie das andere Ufer erreichten. Der Donner grollte zwischen den Bergen. »Ich habe dir diese Münzen versprochen«, sagte der Fremde, »und du sollst sie haben. Oder verrate mir deinen geheimsten Wunsch, und ich will ihn dir übers Jahr erfüllen.« Seine Augen glühten in der Dunkelheit.

Der Rheinschiffer war wie verzaubert. »Einen Erben«, kam es über seine Lippen, »ich wünsche mir so dringend einen Erben, der die Familientradition in Ehren hält.«

Der Fremde lachte und entblößte scharfe Zähne. »Den kannst du haben, Schiffer, und die Münzen dazu. Ich habe wohl gemerkt, wie du dein Brot verdienst, und es wäre eine Schande, wenn ein derartiges Talent ausstürbe. Aber im dreizehnten Jahr werde ich wiederkommen und deinen Sohn mit auf die Wanderschaft nehmen. Nach einem Jahr und einem Tag mag er entscheiden, wie er sein Leben verbringen will.«

Der Rheinschiffer nickte betäubt. Ein harter Donnerschlag ließ ihn zusammenzucken, und als er die Augen wieder öffnete, war der Fremde wie vom Erdboden verschluckt. Allein der schwere Beutel in seiner Hand zeigte, dass die Begegnung kein finsterer Traum gewesen war. Die Münzen klimperten unheilvoll.

Der Schiffer beeilte sich, ans andere Ufer zurückzufahren, und erzählte weder Frau noch Tochter ein Sterbenswort von der unheimlichen Unterhaltung. Schon bald hatte er sich selbst davon überzeugt, dass er sich alles nur eingebildet hatte.

Die Tage gingen ins Land, und als der Frühling sich näherte, rundete sich der Leib der Schiffersfrau zusehends. Wie groß war die Freude, als ihnen schließlich der ersehnte Sohn geboren ward! Das Glück des Rheinschiffers schien perfekt. Frederik war flink und klug. Er lernte schnell und brachte seinem Vater nicht einen einzigen Tag Kummer. Er half im Haus, lernte alles über den Fluss und war stets gut zu seiner Schwester. Annalies liebte ihr Brüderchen und schleppte es immerfort mit sich, als sei es nur eine Puppe.

Allmählich aber näherte sich das dreizehnte Jahr, und der Rheinschiffer wurde immer unruhiger. Es graute ihm davor, sein Versprechen dem Fremden gegenüber einlösen zu müssen. Eines Tages also ging er in die Kirche und verlangte, den Pfarrer zu sprechen.

Dieser hörte sich die Geschichte ernst an und nickte bedächtig. »Du bist dem Leibhaftigen begegnet, guter Mann«, erklärte er schließlich, »und dieser hat dir das Versprechen über die Seele deines Sohnes abgenommen. Das ist der Lohn für deine frevelhafte Arbeit.« Denn der Pfarrer wusste sehr wohl, dass der Fährmann Wasserzauber wirken konnte.

Der Rheinschiffer war verzweifelt. »So sollen all die schönen Jahre umsonst gewesen sein?«, schrie er und raufte sich das Haar. »Am liebsten möchte ich uns alle ersäufen, um dass wir dieses Elend nicht erleben müssen.«

»Beruhige dich«, sprach der Pfarrer, »es ist noch nicht alles verloren.« Und er gab ihm einen großen, rostigen Nagel und hieß ihn, diesen ins Boot zu schlagen. »Dieser Nagel stammt aus dem Heiligen Land, vom Kreuze des Herren daselbst, und er besitzt große Macht. Wenn der Fremde kommt, sollst du ihn täuschen, dass er meint, deinen Sohn bei sich zu haben, und dann setzt du ihn über und bannst ihn mit einem Gebet, damit er sich dir und den deinen nicht wieder nähern kann. Dann wird dein Sohn auf ewig sicher sein.«

Der Rheinschiffer bedankte sich viele Male und eilte nach Hause, springend und pfeifend vor Glück. Den Nagel schlug er in den Bug seines Bootes, ohne seiner Frau etwas von der Sache zu erzählen.

So lebten sie in Fleiß und Glück weiter, bis der Junge das dreizehnte Lebensjahr vollendet hatte. Es gab Rosinenkuchen und Wein für alle, bis die Kinder schläfrig wurden. Den ganzen Abend über lauschte der Rheinschiffer auf Geräusche von Fremden, und als es abends donnerte und blitzte, klopfte es an die Tür.

Die Schiffersfrau erschrak. »Mir ist«, flüsterte sie, »als schliche eine große Katze ums Haus. Mach nicht auf!«

»Sei nicht bang, gute Frau«, beruhigte sie der Schiffer und öffnete die Tür.

Tatsächlich, draußen stand ein hochgewachsener Fremder mit Mantel und Hut. »Guten Abend, Rheinschiffer«, grüßte er. »Ich hoffe, es ist euch wohl ergangen?«

»Wir können nicht klagen«, antwortete der Schiffer.

»So gib mir, was wir vereinbart haben«, verlangte der Fremde, »und setze mich über, noch heute Nacht. Es soll dein Schaden nicht sein.«

Der Schiffer ging hinein, verabschiedete sich bei seiner Frau und schlug ein junges Schwein in einen dichten Mantel. Diesen drückte er dem Fremden in die Arme. »Der Bub schläft, seid leise!«

Die Überfahrt war so gefährlich wie die erste, aber der Rheinschiffer wusste Herrn und Kreuz an seiner Seite und verzagte nicht. Im Geist wiederholte er noch einmal die Lieder seiner Familie. Der Fremde stand still im Bug, das Bündel auf den Armen, und spähte über das Wasser hinaus, das um das Boot herum kochte und brodelte.

Schließlich erreichten sie wohlbehalten das andere Ufer. Der Rheinschiffer wartete, bis der Leibhaftige festen Boden betreten hatte, stieß sogleich das Boot wieder vom Ufer und erhob die Stimme. »Bei der Macht des Herren, der alles Leben geschaffen hat, halte dich fortan von meiner Familie fern!«

Das Boot knirschte. Wie vom Blitz getroffen schoss der Nagel des Kreuzes aus dem Bug und bohrte sich vor den Füßen des Fremden in den schlammigen Boden. Dieser brüllte vor Wut.

Von dem Lärm erwachte das Ferkel, grunzte und wühlte sich aus dem alten Mantel hervor. Es quiekte gar bitterlich. Der Fremde betrachtete es voller Abscheu. Seine Stimme trug über das schäumende Wasser: »Du hast mich nicht umsonst genarrt! Verflucht seien du und deine Nachkommen! Blut soll fließen, in jeder Generation, und kein erstgeborener Sohn soll die Weisheit Methusalems erreichen!« Er hob die Faust drohend gen Himmel, aber gegen die Macht des Kreuzes war er hilflos.

So schnell es ging, fuhr der Rheinschiffer zurück an sein Ufer, sprang vom Boot und hackte es in Stücke. Dann lief er hinein zu Frau und Kind, schloss beide in die Arme und schwor sich, nie wieder einen Fuß an das andere Ufer zu setzen. Er und seine Frau eröffneten ein Gasthaus an der Straße, auf der die müden Reisenden sich nach Colonia quälten, und so lebten sie glücklich und zufrieden bis ans Ende ihrer Tage.

Autoren Urlaub

Von drauss‘ aus Asgard komm‘ wir her – Ankündigung (Cazze)

Von drauss‘ aus Asgard komm‘ wir her;
Müssen euch sagen, es weihnachtet sehr!
Allüberall auf des Weltenbaum Spitzen
sah’n wir goldene Lichtlein sitzen;
Drum stoben wir aus des Bifrösts Munde,
Um zu berichten von froher Kunde:
Der Nornenkalender ist nun soweit
Um euch zu erhellen die Weihnachtszeit
Mit Lied und Text und frohem Gesang,
Mit Spaß und Freud‘ und munterem Klang
Und so wünscht euch die Nornenschar
Merry Christmas, Froh‘ Weihnacht, und ein schönes neues Jahr!

(Frei nach Rilke von Eleonore Laubenstein)

Unser Adventskalender kommt

Es ist wieder soweit! In den Städten wird die Weihnachtsdeko aufgehängt, auf Spotify werden Weihnachtsplaylisten angezeigt und Lebkuchen und Plätzchen gibt es sowieso schon seit September.

Die Nornen haben sich in den letzten Wochen mächtig ins Zeug gelegt, um euch die Adventszeit märchenhaft zu verzaubern. Doch im Gegensatz zum letzten Jahr ist uns Facebook nicht genug.

Euch erwarten drollige Drabbles auf Instagram, kuschelige Kurzgeschichten auf unserem Blog und feinstes Fabuliertes auf Facebook. Jeden Tag auf einer anderen Plattform. Das ist ein wenig wie Ostereier suchen, nur im Winter.

Viel Spaß wünschen die Nornen

Nornenadvent: Die Drabbles der Woche (3)

Heute kommt ihr zum letzten Mal in den Genuss der Drabbles aus unserem Adventskalender auf Facebook. Die Grafiken stammen aus der Feder von Elenor Avelle.

Lautloser Angriff (Eva-Maria Obermann aka Variemaa)

Sie kamen in der Nacht, zu Tausenden. Stillschweigend setzten sie zur Landung an, sprangen ab, segelten geräuschlos über den Dächern der Ahnungslosen. Lange genug hatten sie oben verharrt, gewartet auf das Zeichen, bereit zum Angriff.
Der Befehl kam von ganz oben, niemand bezweifelte ihn. Das war ihr Auftrag. Nichts konnte sie aufhalten. Ihr Vorteil lag in der Überraschung. Niemand erwartete sie, niemand war bereit. Sie landeten, wo sie gerade hinkamen: auf Dächern, in Vorgärten, mitten auf der Straße, auf Spielplätzen, neben Bahngleisen. Dies war ihr Bestimmungsort.
Erst am Morgen erkannten es die Überfallenen. Die ganze Welt lag unter einer Schneedecke.

Die Blätter des Lebens (Laura Kier)

Viele Blätter an einem Baum – jedes steht für sich doch keines ist allein. Tiere huschen den Stamm empor, suchen ein zu Hause zwischen dem hellen Grün. Raupen krabbeln umher und hoch oben im Geäst ziehen Drosseln ihre Jungen auf.
Es wird gezwitschert, geknabbert und gewachsen, bis sich Schmetterlinge und Vögel aus ihrer Kinderstube erheben und in unbekannte Weiten aufbrechen. Doch die Blätter bleiben zurück mit Erinnerungen an einen Sommer, in dem sie Schatten und Futter geboten haben.
Sie waren ein Teil des Lebens und leuchten zum Abschied in farbenfroher Pracht bis der Winter sie auffordert am Boden Schutz zu bieten.

Driving home for Chrismas (Nike Leonhard)

Das Radio dudelt Weihnachtslieder. In der Wirklichkeit ist nichts mit „Dashing“. Trotz 220 PS unter der Haube.
Kupplung, Gas, Bremse – Stillstand. Regen malt Schlieren in die Lichterkette der Bremsleuchten. Die Wischerblätter zerhacken den Takt von White Chrismas. Kupplung, Gas, Bremse – Hupe, weil so ein Idiot …
Nur nicht die Nerven verlieren. Lieber mit Barry White träumen. Kupplung, Gas, Bremse. Wusch-wusch machen die Wischerblätter. Nicht einschlafen. Es geht weiter; tatsächlich es rollt! Ihm wird warm vor Sehnsucht.
Die Wohnung ist dunkel und leer. Aber auf dem AB wartet Steffs Stimme: „Schatz, es wird leider später. Ich steh noch im Stau.“

Alle für eine, oder? (June Is)

Die erste Schildkröte in Knecht Ruprechts Fabrik kramte nach einem Taschentuch. „Hatschi!“
„Gesundheit“, sagte die zweite Schildkröte am Fließband. „Meinst du, du schaffst es, deine Geschenke zu verpacken?“
„He, schon wieder ein Geschenk von Kröte 1, so schaffe ich meine eigenen nicht!“, rief Kröte fünf von hinten.
„Entschuldigung, aber … Hatschi!“
Die zweite Schildkröte seufzte und sagte zur ersten. „Ich sortiere deine vom Band und wir verpacken sie später gemeinsam.“
„Danke.“
Als ein beträchtlicher Berg Geschenke angewachsen war, kamen auch Kröte drei und vier, um der ersten zu helfen.
Nur die fünfte fehlte, sie hatte sich übernommen und war umgekippt.

Wahre Liebe (Jana Jeworreck aka Moira)

Er trägt sie ehrenvoll schwebend hoch über seinem Kopf. Sie ist die Schönste, die er jemals trug und doch wird sie vergehen, wie alle anderen vor ihr.
Ihre Tränen laufen wie Schauer über seinen Körper, bevor ihr Geist erlischt. Er kann es nicht aufhalten. Er muss es ertragen und erleiden, obwohl sein Herz mit ihr zerfließt.
Und dann, jedes Jahr, wenn die Blätter fallen und auch vergehen, kommt eine Neue. Eine Zauberhafte, die leuchtet und glüht, wie die davor und ihr doch nicht gleicht, denn jedes Jahr ist es die Schönste, die Einzige, die wahre Liebe, die der Kerzenständer trägt.

In der Nacht (Eva-Maria Obermann aka Variemaa)

Die tiefschwarze Nacht war die perfekte Tarnung.
Während die Menschen in ihren Betten nichtsahnend vor sich hin träumten, schlich eine kleine Gestalt durch die Straßen und Gassen, einen Sack auf dem Rücken, und huschte unbemerkt in jedes Haus.
Lautlos öffnete sie jede Tür und kein Wachhund wagte es den Eindringling zu melden. Zielsicher fand er in jedem Heim das, was er suchte, kam ohne Umschweife zum Ziel und machte sich an seine geheime Arbeit.
Plötzlich ein Tippeln, eine Tür wurde jäh geöffnet und Flurlicht fiel herein, auf jenes Wesen. Ein paar kleine Augen weiteten sich in großem Erstaunen.
„Das Christkind!“

Deutschland, ein Wintermärchen … (Tiphaine Somer Elin)

Gestern die Nacht vor dem großen Tag. Heute der Tag vor dem Abend aller Abende. Draußen frohlocken die Glocken, innen brummt es vor Aufregung. Es wurde gebacken, geschmückt und gebraten. Schüsseln türmen sich, von den Öfen her dampft es, Tische biegen sich unter köstlicher Last.
In den Schaufenstern prangen die Sterne und leuchten den Weg, von überall wispert und raunt es. Schnee knirscht unter den dicken Sohlen der heimlich Tuenden. Dann folgen Zerlumpte ängstlich dem unglaublichen Ruf. Unzählige sind es, so traurig und einsam. Plötzlich öffnen sich Türen, Fenster, Grenzen und Herzen. Frohe Weihnachten wünscht Deutschland und teilt sein Glück.

Natürlich darf am Heiligen Abend ein besonderes Extra-Schmankerl nicht fehlen;-)

Santa Space (Elenor Avelle)

„Bringen sie uns unter Lichtgeschwindigkeit Nummer Eins. Bereiten sie alles zum Andockmanöver vor“, sagte Santa und kontrollierte, ob sein roter Anzug auch richtig saß.
„Ist die Tarnvorrichtung aktiviert?“ Der kleine schrumpelige Kerl neben ihm nickte. „Sehr gut. Das Raumschiff wird von der einheimischen Spezies als Rentierschlitten wahrgenommen. Die perfekte Tarnung für den 24.“
„Wollen sie sich jetzt abseilen?“, fragte Nummer Eins.
„So genau wollen wir es mit der Tarnung nicht nehmen. Beamen sie mich runter.“ Santa verließ das Fahrzeug. Nummer Eins seufzte sprang aus dem Schlitten und tätschelte Rudolph.
„Ich wünschte wirklich, er würde nicht so viel Star Trek gucken.“