Fragefreitag: Seit wann veröffentlicht ihr selber und wie hat sich das Selfpublishing für euch entwickelt?

War das Selfpubishing am Anfang verwirrend oder schwer? Habt ihr alles alleine gestemmt? Wann habt ihr angefangen? Wie hat es sich seitdem entwickelt? Erzählt uns von euren Erfahrungen im #Nornenfragefreitag.

Die Schreibfeder der Nornen

Diandra Linnemann: Ich habe die komplette „Magie hinter den sieben Bergen“-Reihe selbst veröffentlicht, möchte für meine zukünftigen Bücher aber lieber mit Verlagen zusammenarbeiten, falls sich etwas ergibt. Das ganze Drumherum hat mich schon geschlaucht, und ich bin einfach kein Allroundtalent. Aber es ist gut zu wissen, dass man Alternativen hat und nicht jedes Angebot akzeptieren muss.

Britta Redweik: Ich hab erst ein Buch draußen, seit September 2018, und auch das ist in einem kleinen Spartengenre, das keiner liest. Nicht einmal ein Roman. Heute weiß ich, dass es nun einmal der Lauf der Dinge ist, dass man dann halt auch nicht oder zumindest kaum gelesen wird. Und, dass man sich immer wieder ins Gespräch bringen muss, was für einen Introvertierten wirklich der Horror ist. Heute kann ich damit leben, dass das Buch keine Interessenten findet. Aber am Anfang? Ich war so enttäuscht, dass man nur gefunden wird, wenn jemand gezielt nach einem sucht. Dass die Buchhandlungen nicht nur nicht auf einen gewartet haben – das war ja leider klar -, sondern einen selbst in ihren Online-Katalogen so gut es geht verstecken. Dass man sogar thematisch ähnliche Bücher in der Suche noch vor dem eigenen findet, wenn man direkt nach Titel und Name von mir und meinem Buch sucht. Also … Selfpublishing wirkt nach außen hin wie die große Chance, aber dass da vor allem Geduld, harte Arbeit und ewiger Optimismus, damit das System einen nicht niederknüppelt, gefragt sind, das habe ich erst in den letzten Monaten gelernt. Jetzt komm ich damit aber gut klar. Glaube ich. Schauen wir mal, wenn das nächste Buch wieder floppt.

Katherina Ushachov: Oh, das war ein wilder Ritt … September 2017 erschien „Zarin Saltan“, als Teil der Märchenspinnerei, die ursprünglich ja komplett im Selfpublishing veröffentlicht hat, ehe sich einige Kooperationen mit Verlagen ergaben. Gerade damals steckte ich mitten im Umzug nach Österreich und es war eigentlich ein einziges Chaos. Wenn ich die Mitstreiterinnen der Märchenspinnerei nicht gehabt hätte, hätte ich mich da niemals rangetraut, gebe ich zu … Inzwischen habe ich drei Bücher im Selfpublishing draußen und auch wenn es sich jedes Mal episch anfühlt, gibt es zumindest 2020 kein selbstveröffentlichtes Buch von mir. Der Aufwand ist doch recht hoch und schlaucht sehr.

Odine Raven: Mein Startschuss als Selfpublisherin fiel im Sommer 2016 mit meinem Vampirroman „Derius“, der eine lange und mühsame Entstehungszeit hinter sich hatte. Aufgrund dieser dachte ich ja auch, alles richtig gemacht zu haben. Von wegen. Mittlerweile – und zirka 14 Veröffentlichungen später – habe ich verstanden, dass eine gute Geschichte auch richtig gutes Handwerk braucht. Alle klugen Ratgeber, die man im Internet findet, haben Recht: Es geht nicht ohne Lektorat! Und es ist keineswegs unerschwinglich – aber euer Buchbaby ist es doch wert, oder? „Derius“ kommt nächstes Jahr lektoriert neu heraus, die anderen Bände der Ascalon-Saga folgen nach und nach, und meine neuen Romane gehen immer erst an die Lektorin. Unbezahlbarer Nebeneffekt: Man lernt was dazu!

Elenor Avelle: Ich veröffentliche jedes Jahr ein Buch via Selfpublishing. Dazu gekommen bin ich, weil ich mich nicht gut an Konvetionen halten kann. Genrebrüche liebe ich besonders. Der Verwaltungsaufwand und die Kosten sind natürlich ungleich höher, als wenn im Verlag veröffentlicht wird. Ohne meine „wie habe ich das letztes Mal gemacht“ Listen, wäre ich aufgeschmissen.

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