Fragefreitag: Welches ist der größte Fehler, der bei Anthologien passieren kann?

Anthologien sind ein tolles Mittel, um viele schöne Geschichten in nur einem Buch unterzubringen. Aber was passiert, wenn dabei irgendetwas schief läuft? Was, wenn die Anthologie am Ende weder den Vorstellungen und Erwartungen der Leser noch denen der Autoren gerecht wird? Deshalb fragen wir heute nach den größten Fehlern, die bei einer Anthologie passieren können. Was ist für dich ein absolutes No-Go bei Anthologien? Immer her damit unter dem Hashtag #NornenFrageFreitag.

Autoren Urlaub

Katherina Ushachov: Eine lieblose Gestaltung. Man knallt einfach ein paar Geschichten ohne Sinn und Verstand rein und hofft, dass schon alle Freund*innen und Verwandten der Autor*innen zuschlagen werden. Nope. Ich gebe meine Kurzgeschichte doch nicht zum Verramschen her, die Antho soll gekauft, gelesen und gehypt werden.

Janna Ruth: Wenn die Geschichten wahllos und ohne thematische Verbindung, welche mehr als nur ein Genre sein sollte, zusammengeschmissen werden.

Laura Kier: Sie in einem Team herausgeben zu wollen, ohne das jemand den Hut auf hat. Und aus Leserperspektive: Eine bunte Mischung ist toll, aber wenn in Anthologien Gedichte, Geschichten und alles Queerbeet ohne Zusammenhang zusammengewürfelt wurde, fehlt einfach der Faden. Dann geht ein Teil der Texte völlig an mir vorbei.

Jasmin Engel: Meiner Meinung nach, wenn alle zu starr an einem eng gefassten Thema und Rahmen bleiben müssen, sodass ich das Gefühl habe, 20 Mal die eine fast gleiche Geschichte zu lesen.

Diandra Linnemann: Das Blödeste, das mir bislang passiert ist: überhaupt keine Kommunikation zwischen Verlag und Autorin. Ich habe erst von einer anderen Autorin, lange nachdem die Anthologie, für die ich mich beworben (und dann nie wieder etwas gehört) hatte, erfahren, dass meine Geschichte angenommen worden war. Das war besonders blöd, weil ich sie inzwischen auch in einer anderen Anthologie als unveröffentlichte Geschichte untergebracht hatte. Glücklicherweise gab das keine Probleme, aber ich war unglaublich angesickt.

June Is: Was mir mal passiert ist – ich frage ein halbes Jahr später mal nach, was die Antho macht. Antwort: Hatte ich Sie nicht unterrichtet? Sie stehen sogar drin! Und das natürlich ohne Autorenexemplar oder Tantiemen.

Sarah König: Dass es keine schöne Mischung aus Geschichten ist, sondern alles zu unterschiedlich oder alles zu gleich.

Anna Weydt: Ganz blöd ist, wenn man sich mit einer Geschichte bewirbt und dann einfach gar keine Rückmeldung bekommt und sich sogar auf Nachfrage nach fast einem Jahr einfach totgestellt wird. Ein schlechtes Lektorat ist aus meiner Sicht auch ein schlimmer Fehler, der bei der Veröffentlichung einer Anthologie passieren kann – wobei das natürlich nicht nur für Anthologien gilt.

 

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