Autoren Urlaub

Warum Urlaub auch für Autoren wichtig ist

Urlaub. Hier lässt man im Idealfall die Seele baumeln, entspannt sich einmal richtig. Ob das nun in weiter Ferne oder im heimischen Garten oder Balkon stattfindet, ist eigentlich egal. Wichtig ist nur, dass man die Gedanken schweifen lässt, sich vom Alltag mit all seinen Problemen und Nichtigkeiten löst und ganz einfach abschaltet. Urlaub ist für jeden wichtig. Warum er auch für uns Autoren sehr wertvoll sein kann, darüber möchte ich heute schreiben.

(Grafik: Elenor Avelle)

Die Frage nach der Motivation

Im Urlaub hat man endlich Zeit. Zeit, sich mit all den Dingen zu befassen, die liegengeblieben sind, die man neben Haushalt, Arbeit und Kindern nicht geschafft hat. Die Liste ist gigantisch und um sie abzuarbeiten müsste die freie Zeit eigentlich doppelt so lang sein, wie angedacht. Eigentlich ist die Motivation da, der Druck etwas zu schaffen wegen der Liste sowieso. Aber irgendwie fehlt es doch an etwas. Woran? An der Motivation.
Leider taucht im Urlaub meiner Erfahrung nach häufig das Phänomen auf, dass ich mir Unmengen von Dingen vornehme, darunter auch viele kreative Sachen, und am Ende nur einen Bruchteil davon überhaupt angehe. Den Rest der Zeit liege ich faul auf der Couch oder fahre zum Strand. Die Motivation hat mich in solchen Momenten einfach im Stich gelassen und das, obwohl ich voller guter Absichten gestartet bin. Woran liegt das?

Zu viel ist zu viel

Nachdem ich einige freie Zeit auf genau diese Weise verbracht hatte und mich zunehmend darüber geärgert habe, dass ich im Urlaub einfach nichts schaffe, habe ich mir Gedanken darüber gemacht, woran das liegen könnte. Relativ schnell bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich mir einfach zu viel vornehme. Nämlich so viel, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll und es deshalb lieber gleich lasse. Gerade für kreative Tätigkeiten brauche ich im Urlaub Raum – um mich darauf einlassen zu können, weil ich ja gerade nicht im Arbeitsmodus bin und Punkt für Punkt meine To-Do-Liste abarbeite. Das ist zwar effektiv und ich arbeite damit in der nicht freien Zeit auch sehr gut, aber irgendwann braucht man davon eine Pause. Weil ich mich innerlich weigere in meiner freien Zeit in diesen Modus zu verfallen, schiebe ich die Arbeit daher von mir weg. Es ist also ein anderes Arbeiten als sonst. Ein Arbeiten, bei dem ich mir mehr Raum gebe und im Zweifelsfall auch einfach weniger schaffe, dafür aber kreativer bin und weniger fest definierten Strukturen folge.

Inspiration

Genau diese Art zu arbeiten ist es dann auch, die mir die beste Inspiration bringt. Meine Gedanken auf die Reise zu schicken und eben nicht das nächste Kapitel, die optimale Charakterentwicklung oder die Deadline vom Verlag im Nacken zu haben, bringt neue Ideen und spannende zukünftige Projekte zu mir. Jetzt stellt sich bestimmt der ein oder andere die Frage: Wieso arbeitest du nicht immer so wie im Urlaub? Das kann ich ganz einfach damit beantworten, dass diese Art des Arbeitens zwar funktioniert, aber nur für eine Weile. Ich brauche die Mischung aus Druck, strukturiertem und geplantem Arbeiten und der Freiheit, meine Gedanken schweifen zu lassen. Beides bringt mich voran und wenn dann noch eine aufregende neue Umgebung dazukommt, kann ich fast sicher sein, dass mir die nächste neue Geschichte schon bald auf der Schulter sitzt.

**Autorin des Beitrags ist Anna Weydt

Ein Comic aus Nornenfeder (Anne Zandt aka Poisonpainter)

Habt ihr euch gefragt, was es genau mit dem Comic auf sich hat, den wir euch schon am Montag gezeigt haben? Jetzt erfahrt ihr es:

Als Autorinnen versuchen wir** uns gerne mal an neuen Dingen. Schon länger trugen wir die Idee mit uns herum, einen eigenen Nornencomic zu zeichnen. Der Themenmonat Comic bot sich an, damit zu beginnen und welcher Inhalt eignete sich besser, als unsere Messevorbereitungen für die BuchBerlin 2018.

Ein Comic entsteht

Nachdem Katrin Ils die Idee für den Plot des Comics hatte, war recht schnell klar, dass es ein Teamfight um Horst werden sollte.

Wer war noch gleich Horst?

Horst ist das futuristische Wesen, das eine unserer Sammelpostkarten ziert und, neben der Medusa und dem Phönix, auf der Leipziger Buchmesse an unserem Stand gewonnen werden konnte.
Schon bei der Entstehung der Zeichnungen hatten wir netzwerkintern einen riesen Spaß mit der Frage: Welche der drei Kreaturen ist die beste?

Endlich mal ein Horst, den wir mögen (Grafik: Grafikschwestern des Nornennetzes)

Auf der Messe trugen wir dann sogar Teambuttons und viele unserer Standbesucher schlossen sich verschiedenen Teams an und twitterten darüber.

Als das Thema feststand brauchten wir als erstes das Charakterdesign und ein Storyboard. Mit dem Bleistift bewaffnet entwarf Elenor Avelle die ersten Skizzen, während Katrin am Text feilte.

Denn kniffelig an der Erstellung eines Comics sind generell zwei Dinge:

  • Die Bilder müssen für sich selbst sprechen.
  • Die Texte müssen knapp und aussagekräftig sein. Der Vorteil ist natürlich, dass die bildliche Darstellung einen Teil des Textes ersetzt.
Hier könnt ihr schon einen Blick auf die Figuren werfen:

Wer stößt Horst und Medusa vom Thron? Wir sind gespannt!

Team Horst (in der Mitte) besteht in seiner Ursprungsform aus vier realen Nornen, nämlich v.l.n.r. Elenor Avelle, Anne Zandt, Ela Schnittke und Gesa F. Roberts. Auch der Herr in der unteren Mitte ist nicht erfunden. Das ist Christian Milkus, der sich mit Elenor Avelle auch auf dem LitCamp HD noch weiter virtuell duelliert hat, ob Horst oder Medusa das fantastischere Wesen ist.

 

**Autorin des Beitrags ist Anne Zandt

Da sind viel zu wenig Bilder in dem Buch! (Anne Zandt aka Poisonpainter)

Als Meisterin der Prokrastination kann ich meinen nornigen Schwestern – und willigen Leser*innen – nicht nur diverse Bücher, Filme oder Fernsehserien empfehlen, sondern auch einige Comics und Webcomics. Was ihr diesen Monat vor allem in den Stöberrunden mitbekommen werdet, denn dafür habe ich mal meine Leseliste ausgepackt und zur Verfügung gestellt.

Doch wie kam es eigentlich dazu?

Schon im letzten Jahr stellte Sandra von booknapping diese Frage in einer Blogparade und ich beantwortete sie damals etwas ausführlicher auf Englisch. Hier möchte ich an dieser Stelle eine Kurzfassung aus diesem und anderen Beiträgen, die ich dazu auf meinem eigenen Blog verfasst habe, geben:

Schon immer mochte ich die kleinen Comics in der Tageszeitung und Magazinen, gefolgt bin ich aber keiner Serie bis ich schließlich bei Animes und Manga gelandet bin. Meine erste Reihe war Dragonball von Akira Toriyama.

Irgendwann entdeckte ich dann den ersten Nichtlustig Band von Joscha Sauer – ich konnte einfach nicht an einem Buch vorbeigehen, auf dem ein Clown mit abgehakten Bein unter eben jenem Titel stand.

Das war mein Einstieg in die Welt der Comics und ich habe noch nicht angefangen, nach dem Ausgang zu suchen. Ganz im Gegenteil. Über ein Forum stieß ich schließlich auf Looking for Group von Ryan Sohmer und Lar Desouza und seitdem habe ich noch viele weitere Webcomics entdeckt und vor ein paar Jahren auch angefangen, mir Sammelbände oder Graphic Novels zuzulegen. Bei meiner Vorliebe für Fledermäuse ist sicherlich jedem klar, dass diese neben den Buffy-Bänden, meist zu Marvel-Reihen zählen – und ja, der Twist ist Absicht, denn Batman mag ich so gar nicht.

Daher nutze ich auch jede Chance, die ich bekomme in Comicläden meine Reihen aufzufüllen oder Neues zu entdecken. Besonders der Gratis Comic Tag steht bei mir fest im Terminkalender und war dieses Jahr auch auf meinem Blog von einer Nerdwoche zum Thema Superheldinnen umrahmt.

Auch wir Nornen üben uns im Comic-Zeichnen. Hier z.B. Elenor Avelle

Aber zurück zum Thema:

Was fasziniert mich an Comics?

Ich mag einfach die Erzählweise von Comics, Graphic Novels und Manga. In einem Buch wird die Szenerie kaum bis sehr detailreich beschrieben, man stellt sich alles vor dem inneren Auge vor. Comiczeichner*innen geben diese Bilder vor und sparen sich dadurch die Beschreibungen. Nicht umsonst gibt es das alte Sprichwort „Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“.
Doch das heißt nicht, dass sie weniger ernsthaft oder tiefgründig sind. Ganz im Gegenteil. So manch ein Webcomic hat mir Dinge eher näher gebracht, als es ein Buch je hätte tun können.

Sich immer wieder darauf einzulassen, nicht nur den Sprechblasen zu folgen, sondern auch die Hintergründe zu betrachten, ist nicht einfach, aber in so mancher Arbeit entdeckt man Easter Eggs, Hinweise auf zukünftige Handlungen oder einfach eine wunderbare Detailverliebtheit.
Natürlich hängt vieles vom Zeichentalent der jeweiligen Künstler*innen ab. In einigen von ihnen kann man daher deren Werdegang verfolgen, wenn der Comic schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat.

Dazukommt, dass die Charaktere, vor allen in den klassischen Reihen von Marvel und DC, herrlich überzeichnet und exzentrisch sind. In Büchern würden diese Charaktere als nervig und gewollt-und-nicht-gekonnt abgetan werden, in Comics gehören sie irgendwie dazu. Doch es gibt auch Charaktere, die sind so realistisch dargestellt, als ob sie dem echten Leben entsprungen sind.

Inhaltlich ist bei (Web-)Comics von karikierendem oder ernsteren Slice of Life oder realen Begebenheiten über humorvollen (Urban) Fantasy- oder Science Fiction- Welten bis hin zu epischen Abenteuern ist alles dabei. Jede*r findet etwas das gefällt und fesselt. Selbst wenn manchmal ein paar Versuche notwendig sind.

Und diese Mischung aus all dem ist es, die mich immer wieder zu den in Bildern festgehaltenen Büchern greifen lässt.

Und was ist mit euch?

Nornengestöber im Comicfieber

Heute startet der Juli mit mächtig viel Sonne. In der Hitze bleibt manche*r lieber im Haus, andere zieht es an den Baggersee oder zumindest in die nächste Eisdiele. Schweres Gepäck ist da fehl am Platz. Aber wir können euch beruhigen, geeigneter Lesestoff muss nicht immer die schwere Lektüre sein. Wie wäre es zur Abwechslung mal mit Comics, Mangas und Graphic Novels? Um die dreht es sich in unserem neuen Monatsthema. Und dank einiger comicbegeisterter Nornen haben wir heute eine richtig tolle Stöberliste, um euch ein bei der #Nornenstöberrunde in die Welt der Comics zu entführen.

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Hier findet ihr den neuen Webcomic einer wundervollen Zeichnerin, die mit „Always human“ bereits in einer Science-Fiction-Welt ganz selbstverständlich verschiedene Genderidentitäten und Orientierungen zeigt, eingebettet in eine herzerwärmende Story. Im neuen Webcomic geht es … um eine Hexe.

Eine Liste mit märchenhaften Comics findet ihr bei Anne Zandt aka Poisonpainter, die noch viel mehr Beiträge um das Genre auf ihrem Blog versteckt hat.

Wer auch mal gern die Augen schließt und einfach nur zuhört, sollte bei 3 Frauen Comics reinschauen, einem Podcast von drei Comicliebhaberinnen.

Das Leben ist kein Ponyhof“ – das wissen wir längst. Im Comic aufgegriffen hat Sarah Burrini den Spruch. Außerdem gibt es von ihr „Nerdgirl„, einen Webcomic, den wir sehr empfehlen.

Manga online gibt es dagegen bei Genji Otori auf Tapas, die Künstlerin kommt aus Deutschland, der Manga ist allerdings auf Englisch zu genießen. Wer bei Tapas weiter stöbern will, sollte sich auch Sigeel nicht entgehen lassen.

Grandios finden wir es auch, wenn Fantastik Einzug hält. Beispielsweise bei „How to be a Werewolf„, „Monsterkind“ oder „Awkward Zombie„.

Natürlich gibt es auch tolle Seiten, wo regelmäßig Comics auf dem Plan stehen. So auch bei Woman write About Comics.

Juliane von I am Jane hat sich von Ms. Marvel begeistern lassen, Mareike von CrowandKraken schreibt immer wieder auch über Graphic Novels, zuletzt über Kristina Gehrmanns „Der Dschungel“ und auch Babsi von Bluesiren schreibt immer wieder über Comics und Mangas. Schaut also bei den Lieben rein und lasst euch zu neuem Lesestoff inspirieren.

Sommerferien und #mamaschreibt: 10 Tipps zu Produktivität und Time-Management (Felicity Green)

Bekanntlich fällt man ja als Autor entweder in die Kategorie der „Plotter“ oder „Pantser“ . Entweder man plottet seine Geschichte und hat eine detaillierte Outline und Szenenbeschreibungen, an die man sich bei Schreiben hält. Oder man lässt sich völlig von Inspiration treiben und schreibt quasi spontan und aus dem Bauch heraus (nach dem Englischen „fly by the seat of one’s pants“).

Als schreibende Mama gestaltet man seinen Alltag wahrscheinlich nach dem gleichen Prinzip. Enweder man hat einen Plan, eine Routine, an die man sich hält, damit der prekäre organisatorische Balanceakt, Haushalt, Job, Kinder, Ehe, Schreiben und Freizeit alles gleichzeitig zu schmeißen, auch gelingt, oder man lässt alles entspannt auf sich zukommen und hofft, dass sich dann doch irgendwie alles zum Guten entwickelt, frei nach dem Motto: „Wenn das Kind Hunger hat, wird es sich schon melden.“

Egal, wie man es anpackt, ob Plotter oder Pantser, im Schreiben und im Leben kommt es meist sowieso ganz anders als man sich gedacht hat.

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Und das ist auch gut so.

Aber egal, wie pantsig man unterweg ist, die Sommerferien werfen einen dann doch irgendwie aus der Bahn, stimmt‘s? Die Kinder sind den ganzen Tag zu Hause und wollen dauernd etwas von einem. Meistens Eis. Oder ein Pflaster. Und bei 30 Grad das Klo zu schrubben hat man ja auch keine Lust. Abend findet man sich dann eher mit einem Glas Wein in der Hand auf der Terrasse wieder, statt mit der Tastatur unter den Fingern im Büro. Bevor man sich versieht sind sechs Wochen vorbei und man hat außer Postkarten im Urlaub kein Wort geschrieben. Das Manuskript liegt irgendwo in einer Scrivener-Datei brach und im Herbst braucht man dann ewig, bis man sich wieder reinfindet.

Ich** persönlich bin ja der totale Plotter, weil es mir wenigstens erstmal das Gefühl gibt, alles unter Kontrolle zu haben. Ein ganzes Buch zu schreiben – oder ein ganzes Kind zu erziehen – ist nicht mehr so überwältigend, wenn man einen Plan hat und jeden Tag kleine Teilziele erreichen kann. Das klappt bei Büchern ziemlich gut. Wie das mit dem Kind aussieht, kann ich noch nicht berichten, denn ich habe noch keins fertig.

Deswegen ist es vielleicht eine gute Idee, gerade für die Sommerferien ein wenig zu plotten. Wenigstens was das Time-Management für die Schreiberei angeht. Die Kinder könnt ihr dann ja machen lassen, was sie wollen, und euch dann im Herbst wieder in die Erziehung reinfinden.

Schreiben in den Sommerferien – geht das mit Kindern überhaupt (Foto: Eva-Maria Obermann)

Hier sind ein 10 Tipps für maximale Schreibproduktivität und gutes Time-Management von mir und anderen schreibenden Mama-Nornen:
  1. Früh aufstehen

    Versucht es wenigstens drei Tage die Woche. Ich weiß, lässt so das Ferienfeeling gar nicht aufkommen, aber glaubt mir, das ist sehr produktiv gleich morgens, bevor die Kinder aufgestanden sind, wenn es noch kühl ist zu schreiben. Selbst wenn es nur eine halbe Stunde ist. Ihr bleibt damit sozusagen im „Schreibmodus“ und am Ende der Ferien kommt bestimmt eine ansehnliche Wortzahl dabei raus! (Tipp von mir, Felicity)

  2. Nachts schreiben

    Ihr seid aber die totalen Nachteulen? Dann macht es doch umgekehrt, so wie Janna Ruth: „Ich arbeite hauptsächlich nachts, wenn die Kinder im Bett sind. Manchmal ist das effizient, manchmal weniger, irgendwie klappt es aber.“

  3. Hilfe annehmen

    Ein Tipp von mir selber, den ich mir aber auch immer vorhalten muss. Viele müssen sich vielleicht auf Großeltern verlassen, wie u.a. Janna Ruth, Sienna Morean und Rabea Blue. Macht euch kein schlechtes Gewissen, die großzügigen Angebote voll auszunutzen, freut euch für die Kinder, die bestimmt gerne bei Oma und Opa sind, lasst mal Fünfe gerade sein, wenn es um die laxeren Erziehungsmaßnahmen der Großeltern geht … und schreibt einfach.

  4. Prioritäten setzen

    Wenn ihr es hinbekommt, Betreuung für die Kids zu organisieren, nutzt die Zeit nur zum Schreiben und versucht nicht, vorher noch schnell die To-Do-Liste abzuarbeiten. Im Sommer verbringt man die meiste Zeit doch eh im Garten, da kann man den Fernseher vielleicht auch mal ein bisschen Staub ansammeln lassen. (Tipp von mir, Felicity)

  5. Spontan sein und jeden Moment nutzen

    Diesen Tipp gaben fast alle Nornen, als ich sie fragte, wie sie Mamasein und Schreiben (und alles andere) unter einen Hut bekommen. „Mit Familie muss man flexibel sein“, sagt Elenor Avelle. Sienna Morean empfielt „immer dann zu schreiben, wenn das Kind gerade mit sich selbst beschäftigt ist oder es schläft“. Sie wird mit ihrem dreijährigen Sohn öfter bei den Eltern zu Besuch sein. „1-2 Stunden nehme ich mir dann die Zeit zum Schreiben, während mein Sohn fröhlich mit Oma und Opa im Garten spielt oder die Welt erkundet.“

  6. Tagsüber das Schreiben „vergessen“ und die Kinder voll beschäftigen

    Rabea Blue, die gerade zum dritten Mal Mutter geworden ist, meint: „Ansonsten werde ich versuchen viel spazieren zu gehen oder die Kids anderweitig auszupowern, sodass sie abends früh schlafen gehen (also so um 20h) und ich dann wie gewohnt schreiben kann.“

  1. Ideen notieren oder diktieren

    Rabea hat noch einen tollen Tipp, den ich nur unterschreiben kann: „Teilweise mache ich mir Notizen, teilweise nehme ich Sprachnachrichten auf“. Wenn man sich nicht wirklich konzentrieren kann, während die Kids um einen herum sind, um „richtig zu schreiben“ ist das eine gute Idee, um Inspiration wenigstens festzuhalten.

  2. Tagebuch führen oder Free Writing

    Und wer auch einfach mal nur Urlaub machen und sich gar nicht mit einem Schreibprojekt beschäftigen will, der kann es Anne Colwey nachtun: Führt einfach Tagebuch. Hin und wieder Gedanken darin festhalten, vielleicht mal 10 Minuten zum „Free Writing“ nutzen und alles niederschreiben, was euch in den Kopf kommt, kann erstens therapeutisch sein, zweitens schreibt ihr dann wenigstens etwas und drittens kommt da vielleicht sogar die eine oder andere Idee für das nächste Schreibprojekt zustande.

  3. Computer- und Fernsehzeiten für ältere Kinder genau planen und dann ausnutzen

    Wer etwas ältere Kinder hat, wie Moechtegernautorin, der kann natürlich auch wie sie „die Computer- und Fernsehzeiten der Kinder ausnutzen.“ Sie meint: „Sobald ich Musik auf den Ohren habe, kann ich auch wunderbar abschalten und mich konzentrieren.“

  4. Auf individuelle Stärken und Erfahrungen bauen

    Moechtegernautorin findet ohnehin, Mama sein bedeut, „Zeit effizient nutzen zu müssen“. „Dennoch war das mit dem Schreiben immer ein großer Kampf, denn im bisherigen „Familienkonzept“ war ich in Ermangelung an Unterstützung die alleinige Geldverdienerin, wollte natürlich auch für meine Kinder da sein und hatte im Grunde die ganze Verantwortung; für Kinder, Mann, Haustiere, Geld und Haushalt. Ich musste mir meine Zeit also immer schon gut einteilen. So organisierte und erkämpfte ich mir seit der Schwangerschaft mit Sohnemann mal mehr mal weniger Schreibzeit.“ Auch Elenor Avelle hat nicht viel Zeit zum schreiben und keine Familie für die Betreuung ihrer beiden Söhne im Schulalter in der Nähe. „Mein Zeitslot, um zu arbeiten ist dementsprechend klein. Aber ich mache das Beste daraus.“ Vielleicht müssen andere schreibende Mamas um Schreibzeit nicht ganz so sehr kämpfen, aber alle haben sicher ähnliche Erfahrungen, auf die sie in den Sommerferien zurückgreifen können. Also, Mamas, keine Panik schieben, sich auf Erfahrungen berufen und einen machbaren Plan für die Sommerferien erstellen, der zu den jeweiligen Umständen passt. Es lohnt sich vielleicht, sich vorher ein bisschen Zeit zu nehmen, und sich das richtig bewusst zu machen. „Für Effektivität kann ich nur empfehlen, dass jeder seine individuellen Stärken herausfindet und damit arbeitet.“ (Tipp von Elenor Avelle)

**Autorin des Beitrags ist Felicity Green

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Unsere erste Nornenanthologie kommt (Eva-Maria Obermann)

Den Juni widmeten wir den Anthologien und dabei darf diese Ankündigung nicht fehlen: Es wird noch dieses Jahr die erste Nornenanthologie geben. Wir arbeiten bereits seit 2017 daran, die Geschichten zu schreiben, zu lektorieren, zu überarbeiten und nun auch daran, sie zu setzten. Alles aus Nornenhand.

Eine gemeinsame Anthologie stand schnell auf unserer Agenda. Die ersten Punkte, die wir klären mussten, waren, wer die Herausgeberschaft übernimmt und welches übergeordnete Thema unsere Geschichten tragen sollen. Viele eifrige Nornen waren von Anfang an dabei, aber natürlich gab es immer mal wieder kleine Wechsel, Zugänge wie Austretende, Geschichten, die aus Zeitgründen auf spätere Projekte verschoben werden mussten und solche, die innerhalb von wenigen Wochen fix und fertig vorlagen. Im letzten Moment wurde ein Beitrag zurückgezogen, musste am Titel nochmal gefeilt werden. Jeden Schritt haben wir gemeinsam entschieden, die Herausgeberinnen waren vor allem diejenigen, die auf Termine geachtet und das Organisatorische bewältigt haben.

 

Was ich** euch schon verraten kann

Am einfachsten haben wir uns auf ein Thema geeinigt: die Nornen. Sie tauchen in alle unseren Geschichten auf, mal als heimliche Fädenzieher am Rande, mal als Protagnisten, als Heldinnen, verlorene Seelen oder teuflische Manipulatoren. Urd, Skuld und Verdandi in all ihren Möglichkeiten. Die ganze Bandbreite haben wir abgedeckt. Auch unsere Genres laufen einmal quer durch alles, was Fantastik zu bieten hat. Dystopische Zukunftsvisionen, historische Romantasy, urban mit phantastischer Gegenwelt und die ein oder andere Überraschung. Natürlich, wo kämen wir ohne hin.

Herausgegeben wird unsere erste Nornenanthologie von Katherina Uschachov und Eva-Maria Obermann. Insgesamt wird es um die zehn Geschichten geben. Der letzte Abgabetermin steht kurz bevor, das Cover wird bereits ausgearbeitet, höchste Zeit, euch Bescheid zu geben. Sie kommt, steht quasi schon in den Startlöchern und in den nächsten Wochen werden sich die Infos häufen. Titel, Cover, wer alles mitgeschrieben hat. Lasst uns schon mal einen Platz auf eurer Wunschliste frei.

**Autorin des Beitrags ist Eva-Maria Obermann

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Ein Plädoyer für Kurzgeschichten

Kurzgeschichten: Das ist das, was niemand liest. Diese Aussage ist mir schon häufig begegnet, sie lauert sozusagen an jeder Ecke. Kurzgeschichten mussten wir in der Schule oder Uni analysieren – aber niemals von unbekannten Autoren. Sie werden in Anthologien gesammelt, die niemand kauft – schon gar nicht, wenn kein großer Name auf dem Cover zu finden ist. Und wenn wir mal ehrlich sind: Wer von uns liest eigentlich Kurzgeschichten?

 (Grafik: Elenor Avelle)

 

Die Geschichte hinter der Kurzgeschichte

Aber woher kommen diese komprimierten Geschichten eigentlich? Ursprünglich lassen sich die Kurzgeschichte und das Zeitschriftenwesen im 19. Jahrhundert gut miteinander verbinden. Die Kurzgeschichte war zunächst vor allem ein amerikanisches Phänomen, denn Zeitschriften, in denen die kurzen Geschichten häufig veröffentlicht wurden, boten vor allem amerikanischen Autoren einen besseren Absatzmarkt. Im deutschsprachigen Raum etablierte sich die Kurzgeschichte um 1900 und hatte einen schwierigeren Start. Das lag vor allem daran, dass andere Kurzformen schon Fuß auf dem Markt gefasst hatten. Darunter fiel zum Beispiel die Novelle. Der Versuch einen literarischen Neubeginn nach 1945 im sogenannten Kahlschlag zu machen, bot der Kurzgeschichte in Deutschland dann eine einmalige Chance sich gegen die anderen Kurzformen durchzusetzen. Rund um die Gruppe 47 entstanden schließlich kurze Texte in sachlicher Sprache, die sich bewusst von der bisherigen Literatur absetzen wollten.

Warum Kurzgeschichten auch heute noch gelesen werden sollten

Danach verlor die Kurzgeschichte zu Gunsten anderer Gattungen, beispielsweise des Romans, an Bedeutung. Dennoch ist sie eine wunderbare Möglichkeit, die gerade in Zeiten von Wattpad und Co. wieder an Aufmerksamkeit gewinnt. Meiner Meinung nach hat sie gerade im Vergleich zum Roman auch einen entscheidenden Vorteil: Sie spart Zeit. Das mag vielleicht ein wenig zu pragmatisch klingen, dennoch ist es in einer Welt, in der Zeit zum Lesen immer weniger wird, ein Plus, das nicht einfach vom Tisch gewischt werden kann. Kurzgeschichten bedienen den kleinen Lesehunger, den Wunsch danach, kurz in eine andere Welt abzutauchen. Das nimmt den Romanen natürlich nicht ihre Daseinsberechtigung, dennoch sollte den Kurzgeschichten deshalb mehr als nur ein kurzer Blick geschenkt werden.

Die Form macht die Musik

Kurzgeschichten haftet dabei leider meiner Erfahrung nach nicht nur die Tatsache an, dass sie kaum gelesen werden, nein, sie gelten auch als altmodisch. Das mag vielleicht daran liegen, dass viele Anthologien in gedruckter Form nie an die breite Leserschaft herangetragen werden (können), vielleicht aber auch daran, dass der Wert der Kurzgeschichte verloren gegangen ist. Insgesamt scheint die Form der Kurzgeschichte inzwischen leider nicht mehr ansatzweise so viel Aufmerksamkeit zu bekommen, wie sie verdient hätte. Denn: Eine kurze Geschichte zu schreiben ist häufig so viel schwieriger, als einen Roman zu verfassen. Die Kürze diktiert den Spannungsbogen, die Entwicklung, die Auflösung. Hat der Autor / die Autorin bei einem Roman mehrere hundert Seiten, um den Leser zu fesseln, muss er / sie das bei einer Kurzgeschichte innerhalb weniger Seiten schaffen. Trotzdem schaffen es Kurzgeschichten gerade durch ihre Kürze zum Nachdenken anzuregen – weil sie bewusst Spielraum offenlassen, der mit der Phantasie des Lesers gefüllt werden kann. Dies findet sich aus meiner Sicht in guten Romanen zwar auch, aber seltener. Daher mein Plädoyer an euch Leseratten und Bücherwürmer: Anthologien sind nicht nur eine zusammengewürfelte Ansammlung unbekannter Autoren, Anthologien sind Sprungbretter in viele Welten und viele Abenteuer. Gebt ihnen eine Chance!

**Autorin des Beitrags ist Anna Weydt

Fragefreitag: Welches ist der größte Fehler, der bei Anthologien passieren kann?

Anthologien sind ein tolles Mittel, um viele schöne Geschichten in nur einem Buch unterzubringen. Aber was passiert, wenn dabei irgendetwas schief läuft? Was, wenn die Anthologie am Ende weder den Vorstellungen und Erwartungen der Leser noch denen der Autoren gerecht wird? Deshalb fragen wir heute nach den größten Fehlern, die bei einer Anthologie passieren können. Was ist für dich ein absolutes No-Go bei Anthologien? Immer her damit unter dem Hashtag #NornenFrageFreitag.

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Katherina Ushachov: Eine lieblose Gestaltung. Man knallt einfach ein paar Geschichten ohne Sinn und Verstand rein und hofft, dass schon alle Freund*innen und Verwandten der Autor*innen zuschlagen werden. Nope. Ich gebe meine Kurzgeschichte doch nicht zum Verramschen her, die Antho soll gekauft, gelesen und gehypt werden.

Janna Ruth: Wenn die Geschichten wahllos und ohne thematische Verbindung, welche mehr als nur ein Genre sein sollte, zusammengeschmissen werden.

Laura Kier: Sie in einem Team herausgeben zu wollen, ohne das jemand den Hut auf hat. Und aus Leserperspektive: Eine bunte Mischung ist toll, aber wenn in Anthologien Gedichte, Geschichten und alles Queerbeet ohne Zusammenhang zusammengewürfelt wurde, fehlt einfach der Faden. Dann geht ein Teil der Texte völlig an mir vorbei.

Jasmin Engel: Meiner Meinung nach, wenn alle zu starr an einem eng gefassten Thema und Rahmen bleiben müssen, sodass ich das Gefühl habe, 20 Mal die eine fast gleiche Geschichte zu lesen.

Diandra Linnemann: Das Blödeste, das mir bislang passiert ist: überhaupt keine Kommunikation zwischen Verlag und Autorin. Ich habe erst von einer anderen Autorin, lange nachdem die Anthologie, für die ich mich beworben (und dann nie wieder etwas gehört) hatte, erfahren, dass meine Geschichte angenommen worden war. Das war besonders blöd, weil ich sie inzwischen auch in einer anderen Anthologie als unveröffentlichte Geschichte untergebracht hatte. Glücklicherweise gab das keine Probleme, aber ich war unglaublich angesickt.

June Is: Was mir mal passiert ist – ich frage ein halbes Jahr später mal nach, was die Antho macht. Antwort: Hatte ich Sie nicht unterrichtet? Sie stehen sogar drin! Und das natürlich ohne Autorenexemplar oder Tantiemen.

Sarah König: Dass es keine schöne Mischung aus Geschichten ist, sondern alles zu unterschiedlich oder alles zu gleich.

Anna Weydt: Ganz blöd ist, wenn man sich mit einer Geschichte bewirbt und dann einfach gar keine Rückmeldung bekommt und sich sogar auf Nachfrage nach fast einem Jahr einfach totgestellt wird. Ein schlechtes Lektorat ist aus meiner Sicht auch ein schlimmer Fehler, der bei der Veröffentlichung einer Anthologie passieren kann – wobei das natürlich nicht nur für Anthologien gilt.

 

Herausgeber einer Anthologie – Was tun die eigentlich? (Janna Ruth)

Anlässlich unseres Anthologiemonats möchte ich** euch heute hinter die Kulissen der Anthologie nehmen und zeigen, welche Aufgaben und Herausforderungen einen Herausgeber erwarten. Ich habe letztes Jahr die Märchenspinnerei-Anthologie Es war einmal … ganz anders herausgebracht und damit einiges gelernt. Spoiler: Es ist verdammt viel Arbeit!

Die Anthologie der Märchenspinnerei – mit herausgegeben von Janna Ruth

Ein kleiner Disclaimer vorab: Ich rede hier von meinen Erfahrungen beim Herausgeben einer Selfpublishing-Anthologie. Ein vom Verlag bestimmter Herausgeber, sollte dieser nicht gleichzeitig der Verleger sein, hat womöglich nicht ganz so viele Aufgaben.

Der rote Faden

Als erstes muss man sich darüber Gedanken machen, was für eine Anthologie man zusammenstellen möchte. Dabei reicht das Genre allein nicht aus. Nichts ist frustrierender als eine vollkommen zusammenhanglose Ansammlung von Kurzgeschichten. Man braucht einen roten Faden. Das kann ein übergeordnetes Thema sein, eine bestimmte Art zu erzählen oder auch ein wiederkehrendes Symbol.

Dieser rote Faden wird besonders wichtig, wenn es an die Auswahl der Geschichten geht. Oft ist es nicht allein die Qualität der Geschichte, die zählt, sondern, ob sich mit den ausgewählten Geschichten ein rundes Gesamtpaket erstellen lässt. Besonders knifflig wird es, wenn man zwei ähnliche, gute Geschichten hat und sich für eine entscheiden muss.

Anders sieht es aus, wenn Autoren speziell für eine Anthologie angefragt wurden. Als Herausgeber muss man Vertrauen in die Autoren haben, dass diese eine hochwertige Geschichte abliefern und vorab ein wenig koordinieren, dass nicht zu viele gleiche Geschichten entstehen. Auf der anderen Seite muss man am Ende entscheiden, wie man die Geschichten sortiert, damit trotz größerer Bandbreite ein gemeinsames Thema deutlich wird.

Am Anfang steht die Ausschreibung

Für eine Anthologie braucht man Geschichten und die schreiben sich gewöhnlich nicht über Nacht. Es sollte also ausreichend Zeit zwischen der Ausschreibung, dem Ausschreibungsende und der geplanten Veröffentlichung liegen. In erster Linie muss der Text die technischen Details kommunizieren: Deadline, Textumfang, Format, Vergütung, Kontaktadresse zum Einsenden der Texte. Der weitaus schwierigere Teil ist die Themenvorgabe.

Ähnlich wie bei Klappentexten muss man die Autoren interessieren. Wichtig ist hier, dass klar kommuniziert wird, was man sich wünscht. Nichts ist schlimmer, als im Nachhinein ein Dutzend Fragen beantworten zu müssen, ob das und das auch geht. Oder noch schlimmer nach Ausschreibungsende zu erfahren, dass Autoren nichts eingereicht haben, weil sie das Thema falsch verstanden haben. Gerade, wenn man einen sehr gut ausgearbeiteten Rahmen vorgibt, muss man darauf achten, dass der Entfaltungsspielraum aus dem Text hervorgeht. Gerade, wenn man im Teaser Beispiele nennt und die Atmosphäre des Buches aufbaut, nehmen viele Autoren an, dass genau diese Beispiele gesucht werden und KEINE anderen. Eine klare Kommunikation ist hier also vom Vorteil.

Ebenfalls eine Anthologie, in der Nornen vertreten sind: Fiction x Science

Germany’s next top story

Sobald der Einsendeschluss vorbei ist, geht es an die Auswahl der Texte. Hat man vorab Autoren speziell angefragt, ist dieser Teil einfach: Man arbeitet mit dem, was man hat. Für alle anderen Herausgeber kommt nun je nach Menge ein ganzer Batzen Arbeit auf einen zu. Da muss jeder Herausgeber seine eigenen Methoden finden. Es gibt welche, die schnell jede Geschichte anlesen und quasi sofort aussortieren, was den grundsätzlichen Qualitätsmerkmalen nicht entspricht. Die meisten arbeiten danach mit einem Ampelmodell und teilen die Geschichten ein in „auf jeden Fall drin“, „vielleicht“ und „auf keinen Fall“, in der Hoffnung, dass nicht zu viele grün sind und auch nicht zu wenige grün und gelb.

Schwierig wird es dann, wenn man sich entscheiden muss. Wie viele Geschichten nimmt man rein? Welche Geschichten, die grün sind, müssen draußen bleiben. Welche gelben Geschichten schaffen es hinein? Müssen vielleicht doch ein paar rote Geschichten rein? Die Auswahl ist auf jeden Fall nie leicht.

Das fertige Buch

Sind alle Geschichten eingetroffen, wird es Zeit daraus ein Buch zu machen. Durch die vorherige Auswahl fällt das Lektorat meist sehr spärlich aus. Für die Herausgeber, die stattdessen ihre Autoren zusammengestellt haben, heißt es nun aber für ein vernünftiges Lektorat und Korrektorat zu sorgen. Während das läuft kann man sich um die anderen Aspekte des Projektes kümmern: Woher kommt das Cover? Wie wird das Innere gestaltet? In welcher Form werden die Autoren innerhalb der Anthologie vorgestellt? Wenn die Geschichten alle fertig sind, steht der Buchsatz an.

Manche dieser Aufgaben kann man outsourcen, viele Herausgeber übernehmen aber auch Aufgaben höchstpersönlich.

Auch Gruselmeer ist eine Anthologie

Schließlich steht aber die größte Hürde von allen an: Das Marketing! Anthologien sind leider immer noch die Stiefkinder der Buchbranche und werden oft verschrien als ein Format, das eher den Autoren fördert, als Leser anspricht. Als Herausgeber bin ich auch verantwortlich dafür, die Anthologie zu vermarkten. Das heißt oft diverse Ankündigungslevel, eine Vorstellung der Autoren und Geschichten und generell Präsenz auf den eigenen Seiten und offline auf Messen und im Buchhandel. Es lohnt sich hier die Autoren einzubinden, denn schließlich haben ein Dutzend Menschen mehr Reichweite als ein einzelner.

Das Licht am Ende des Tunnels

Als Herausgeberin der Märchenspinnerei-Anthologie lagen viele Aufgaben in meinen Händen. Was noch dazu kam, war, dass den Einsendeschluss nur 50% der Autoren eingehalten haben. Das führte natürlich zu Stress hinten raus, als die Anthologie in den Druck musste, man aber über Nacht noch ein Lektorat anstand, damit auch die letzte Geschichte ins Buch kam.

Schließlich ist es aber so weit, das Buch geht in den Druck und man erhält die ersten Belegexemplare. Ein wunderschönes Gefühl, für das man sich ruhig auch mal auf die Schulter klopfen darf. Eine Anthologie ist für den Herausgeber viel Arbeit, aber am Ende das eigene Werk in Händen zu halten entschädigt.

** Autorin des Beitrags ist Janna Ruth

Nornengestöber out of Space

Als erster deutscher Kommandant im Weltraum wurde Alexander Gersts Start zur Raumstation ISS überall thematisiert. Ein kleiner, feiner Weltraum-Hype zieht sich durch Deutschland. Das freut uns sehr, denn unsere fantastischen Nornen schreiben natürlich auch Science Fiction. Grund Genug mal einen Blick auf das Thema zu werfen in unserer #Nornenstöberrunde.

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Wenn ihr bis jetzt noch keine Ahnung habt, wer Alexander Gerst überhaupt ist und was er so macht, schaut doch mal beim ZDF vorbei. Hier berichtet der Raumfahrer nicht nur von seinen Kindheitstraum, sondern auch, wie dieser wahr geworden ist.

Noch mehr Infos über die Mission und alles rund um Raumfahrt findet ihr beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Nicht nur ein super Tipp für die Recherche zum nächsten SciFi-Roman^^

Eine ganz tolle Buchbloggerin, die auch immer wieder Bücher zu Weltraumthemen verbloggt ist Paloma Pixel. Leider ist ihr Blog wegen der DSGVO noch im Wartungsmodus. Wir drücken die Daumen, dass es bald wieder läuft. Bis dahin könnt ihr schon mal auf ihren Twitter-Account schauen und euch faszinieren lassen.

Wenn es euch reizt, das Genre mal auszuprobieren, schaut doch mal bei der Autorenwelt vorbei. Dort gibt es einen tollen Artikel, wie Science Fiction geschrieben werden kann.

In dem Zusammenhang freut es uns auch sehr darauf Aufmerksam zu machen, dass unsere Norne Anke Höhl-Kayser mit ihrem Science Fiction Roman Das Geheimnis der Sternentränen für den Deutschen Phantastik Preis nominiert ist. Wenn ihr noch eine Stimme übrig habt, unterstützt sie doch. Hier findet ihr noch eine tolle Rezension zum Buch 😉
Im Bereich Science Fiction haben es Autorinnen besonders schwer. Auf Listen der berühmtesten Romane tauchen sie selten auf. (Hier zum Beispiel sind ganze zwei Frauen vertreten, auch die Liste der Phantastik-Couch strotzt eher vor Testosteron). Untereinander beeinflussen sie sich aber durchaus. Tor online stellt fünf Autorinnen vor, die von Ursula K. Le Guin, der Autorin von Planet der Habenichtse, inspiriert wurden. Außerdem gibt es dort diesen Artikel, der nicht nur den Mangel an weiblichen Autoren im Genre SciFi aufgreift, sondern auch etwas dagegen unternimmt. Weiter so!

Dass Autorinnen sich schnell mal ein männliches Pseudonym zulegen, wenn sie Science Fiction schreiben und die Gedanken dahinter haben Katharina Jach zu diesem Beitrag gebracht.

Ein aktueller Science Fiction Roman, der sich das Thema Geschlechter-Diskriminierung zum Thema gemacht hat, ist Naomi Aldermanns Die Gabe. Hochgelobt hat das Buch den Einzug in so manches Bücherregal gefunden. Wir haben bei ein paar Buchblogs nachgeschaut, wie es denn letztlich angekommen ist. Bei Kill Monotony haben wir eine durchwachsene Rezension entdeckt, die zeigt, dass vielleicht nicht alles so super an dem Roman ist, wie überall behauptet wird. Auch Leseratz war nur mäßig begeistert. Eine tolle Idee, die nicht überall greifen kann.