Literarische Weltreise zum Frauenwahlrecht – Isabelle Allende (Peru)

Nach Argentinien bereisen wir Peru.

Eine weiße Weltkarte mit zwei goldenen Flecken in der Position Argentiniens und Perus. Ein roter Pfeil führt vom ersten zum zweiten.

Isabelle Allende – Aktivistin und Autorin

Als in Peru am 7. September 1955 das passive Frauenwahlrecht eingeführt wurde, lebte Isabelle Allende schon lange nicht mehr in ihrem Geburtsland. Geboren am 2. August 1942 in Lima, zog sie im Alter von drei Jahren nach der Scheidung ihrer Eltern mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern nach Santiago de Chile zu ihren Großeltern. Man möchte fast sagen, zum Glück, denn in der Tat entpuppt sich Allende als großer Segen für die Frauen in Chile.

Isabelle Allende reist schon in Jugendjahren viel und gerne, kehrt aber immer wieder nach Chile zurück. Hier heiratet sie 1962 ihren ersten Ehemann Miguel Frías, hier bekommt sie 1963 ihre Tochter Paula und 1966 ihren Sohn Nicolás. Als Journalistin und Fernsehmoderatorin nutzt sie ihre Reichweite, um sich leidenschaftlich für die Frauen in Chile einzusetzen und gründet 1967 die Paula, die erste feministische Zeitschrift in Chile.

Allende ist laut, sie positioniert sich, sie ist in Chile sehr bekannt. Sie ist bei Menschen jeden Alters beliebt, für Kinder schreibt sie Geschichten und bringt die Zeitschrift Mampoto heraus, sie ist verantwortlich für eine Kolumne und schreibt für eine Filmzeitschrift. Außerdem trägt sie die Verantwortung für Kanal 7 und 13 des chilenischen Fernsehens, wo sie zudem über eine eigene Talkshow verfügt und weitere sehr beliebte Sendungen moderiert.

Man könnte meinen, Allende habe alles, aber dem ist nicht so. 1973 wird der chilenische Präsident Salvador Allende, ein naher Verwandter Isabelles, durch einen blutigen Militärputsch gestürzt und getötet. Ihre Kinder sind zehn und sieben Jahre alt und die politische Lage im Land ändert sich grundlegend. Und mit ihr auch Isabelles Leben. Noch immer ist sie Aktivistin und blickt über den Tellerrand, doch nun hilft sie politisch Verfolgten, unterzutauchen. Zwei Jahre später wird die Situation für Isabelle zu prekär und sie kehrt Chile den Rücken. Die gefeierte Fernsehjournalistin fängt in Caracas, Venezuela, ein neues Leben an und muss sich ihren beruflichen Erfolg als kleine Journalistin und einfache Lehrerin neu erarbeiten. Ihre Familie kommt später nach.

1981 liegt ihr Großvater im Sterben. Allende kann sich nicht persönlich von ihm verabschieden, da sie auf der schwarzen Liste des nun in Chile herrschenden Pinochet-Regimes steht, und so schreibt sie ihm einen langen Brief. In diesem verwebt sie die Geschichte ihrer Familie mit den Geschehnissen in Chile – schlussendlich entsteht dabei das 500 Seiten starke Manuskript zu ihrem Debütroman „Das Geisterhaus“. Der Roman hält sich monatelang auf Platz eins der Spiegel Bestsellerliste und wird 1993 verfilmt. Seitdem veröffentlichte Isabelle Allende unzählige preisgekrönte Werke.

Bei aller Liebe zu ihrer Tätigkeit als Autorin vergisst Allende jedoch nicht, sich weiterhin politisch zu engagieren. So gründet sie 1996 die „Isabel Allende Foundation“. Diese Stiftung unterstützt lateinamerikanische Zugewanderte (vor allem Frauen und Kinder) in Kalifornien finanziell. Im Jahre 2015 unterstützte die Stiftung beispielsweise Anwält*innen, die den fast 70.000 minderjährigen Kindern, welche ohne Eltern über die mexikanische Grenze ins Land kamen, ehrenamtlich Rechtsbeistand leisteten. Das erklärte Ziel der Stiftung ist es, die Eingewanderte – ob legal oder illegal – in Amerika zu integrieren.

Autorin: Melanie Henning

Der nächste Beitrag führt uns ab dem 03.03.2020 in die USA.

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