Halloween im Nornennetz – #NNHalloween

Halloween bedeutet für viele eine Zeit des Mysteriums, eine Zeit, in der der Schleier zwischen den Welten so dünn ist, dass es den Toten und anderen Wesen möglich ist, in unsere Welt über zu treten. Auch für uns Autorinnen ist Halloween eine spannende Zeit. Dieses Jahr haben wir vom Nornennetz uns wieder etwas überlegt, um euch die gruseligste Nacht des Jahres mit kleinen Geschichten zu versüßen. Manche werfen einen kritischen Blick auf weltliche Dinge, andere sind mystisch-magisch – aber sie alle haben eins gemeinsam: Monster. 

Falls ihr unsere Halloween-Aktion mit Microfiction rund um Monster gestern auf unseren Social Media Kanälen verpasst habt, haben wir für euch eine Sammelstelle bereitgestellt. In diesem Blogbeitrag findet ihr alle Beiträge, die gestern in unseren Social Media Kanälen gepostet wurden. Falls ihr welche verpasst habt, könnt ihr sie also hier nachlesen .

Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen – und gruselt euch nicht zu sehr! 😉 

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Titel des Beitrags: Untitled
Von Norne: Britta Redweik

Kleine Füße trippeln eilig die Treppe hinab, der Atem geht schnell und flach. Schweiß tropft auf den kalten Stein. Dann hört man es in der Ferne. Rumps. Rumps. Große, schwere Füße folgen. Kommen langsam näher. Tiefer, kehliger Atem übertönt den flacheren ersten. “Bleib bitte stehen!” Schnell um die Ecke gelaufen! Plötzlich sind die kleinen Füße von hellem Licht umhüllt. Licht, in dass die großen Füße nicht folgen können, dass ihnen weh tut. Sie ziehen sich wieder zurück, weg vom Elternschlafzimmer und in die Dunkelheit des Kinderschranks. Tränen tropfen. Alle rennen weg, haben Angst. Als Monster Freunde zu finden, ist schwer.

Titel des Beitrags: Jack
Von Norne: Diandra Linnemann

Sie schnitzte genau so, wie Papa es ihr gezeigt hatte. Hatte sogar daran gedacht, Zeitungspapier unterzulegen, wegen der Sauerei. Es war schwierig gewesen, einen gleichmäßigen Deckel zu schneiden. Sie hatte Papas Säge aus dem Schuppen genommen.  Hoffentlich wurde er nicht sauer. Alles klebte. Ihre Finger waren ganz glitschig von dem Zeug, das sie mit dem Löffel herausgeholt hatte. Und es roch seltsam.

Der Boden wurde dunkel.

Mit der Zunge im Mundwinkel und vor Konzentration gefurchter Stirn bemühte sie sich, die Konturen zu verfeinern. Das würde eine tolle Überraschung für ihre Eltern!

Der Kopf sah schon beinahe aus wie ein Kürbis.

Titel des Beitrags: Kinobesuch
Von Norne: Anne Zandt

Nach jedem Kinobesuch steckte sie ihr Ticket zu den anderen in ihrem Portmonee. Bewahrte sie auf, um später in Erinnerungen zu schwelgen. War das Fach voll, leerte sie den Inhalt auf ihr Bett. Ein bunter Zettelhaufen lag auf der Tagesdecke. Viele schöne Nächte mit Freunden, großartige, aber auch schlechte Filme huschten vor ihrem inneren Auge vorbei. Wie sonst versuchte sie, zu erkennen, welche Titel sich hinter dem ausgeblichenen Text verbargen. Diesmal jedoch waren einzelne Buchstaben noch deutlich lesbar. Neugierig legte sie die Zettel in die Reihenfolge, in der sie im Kino gewesen war. Über mehrere Eintrittskarten verteilt las sie: “Hilfe”.

Titel des Beitrags: Todestanz
Von Norne: Anna Kleve

Er ist bei dir mit einem Satz,
die Klauen scharf, die Zähne spitz,
zart dein Schlaf, noch nicht gestört,
schnell und geschickt dreht er sich,
umkreist dem Raubtier gleich das Bett.

Sein Wispern des Schlafes Bann zerbricht,
die Lider gehoben, die Augen erklärt,
leicht erwacht aus zartem Traum,
geschmeidig und weich erhebst du dich,
die Hand dich dreht im Nebelkreis.

Wie eines Traumes Bild ist er für dich,
die Haut ganz weiß, die Hand so stark erscheint,
scharf berühren die Zähne den Hals,
frech und lachend du dich ergibst,
der süße Schmerz durch seinen Mund.

– Ist es des Vampires Todestanz

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Titel des Beitrags: Untitled
Von Norne: Britta Redweik

„Dann kamen Schritte. Von nackten Füßen.”
Die Kinder kreischten. „Ohne Fell?”
„Menschen haben doch kein Fell”, sagte das älteste.
Erneutes Kreischen.
„Schluss jetzt!”, rief die Mutter. „Menschen gibt es nicht. Und jetzt ab ins Bett mit euch.”

Titel des Beitrags: Untitled
Von Norne: Diandra Linnemann

Beitrag: Ein Gespenst zu sein ist gar nicht so schlimm – nur das mit der Kleidung hätte ich mir vorher überlegen sollen. Komfort – so wichtig! Tja, da hat mich wohl meine Eitelkeit erwischt. Jetzt spuke ich also auf ewig in Spandex.

Titel des Beitrags: Untitled
Von Norne: Juliet May

Beitrag: Bunt und lebhaft, grell bemalt,
von Kinderaugen angestrahlt.
Doch im Oktober, wenn sie mich sehen,
laufen sie fort, da hör ich sie flehen:
„Rettet uns, ein Clown!“

Titel des Beitrags: Stille
Von Norne: June Is

Hinter mir schleicht er wieder her, dieser Typ. Denkt, ich bemerke ihn nicht. Er malte mir mein Leben in den schillerndsten Farben aus. Früher. Auf meine Ablehnung hin wurde er rabiater. Benutzte meinen dunklen Körper, wie er wollte. Keiner glaubte mir. Kein Schutz. Der Täter wurde zum Opfer. Was übrig blieb, ist Hass. Gott, wie ich alle hasse! Besonders ihn, der mich seit Jahren verfolgt. Den Mann, der meine Jugend zerstörte, meinen Körper beschmutzte.

Ich biege zum letzten Mal in den Waldweg ein. Mit ihm. Gleich hat er mich eingeholt. Ich ziehe die Waffe,

schieße,
schreie,
schieße,
weine,
schieße.

Stille.

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Titel des Beitrags: Das Monster
Von Norne: Katharina Rauh

32 Zähne
hat das Monster.
Zwei extra scharfe Zähne,
die sich tief ins Fleisch schneiden.
Am liebsten kocht es seine Beute,
zieht ihr die Haut ab und trägt sie zum Schutz.
Isst alles und ist doch wählerisch.
Es jagt am Tag und schläft bei Nacht.
Das Monster ist der Mensch.

Titel des Beitrags: Menschenknochen richtig kochen
Von Norne: Diandra Linnemann

MENSCHENKNOCHEN RICHTIG KOCHEN – das ultimative Kochbuch für Trolle, Ghuls und Drachen mit schlechten Zähnen. Von saftigen Eintöpfen über mürbes Gebäck bis hin zu Knuspersnacks. Einfache Schritt-für-Schritt-Anleitungen, auch für Anfänger geeignet. Jetzt mit noch mehr Bildern und tollen Deko-Ideen. Ein Muss für jede Monsterküche!

Titel des Beitrags: Untitled
Von Norne: Sophie Grossalber

Die Nachtluft war kalt auf ihrer nackten Haut, als sie durch den Wald rannte. Sie waren dicht hinter ihr. Trockenes Laub raschelte unter ihren Füßen. Hinter ihr trommelten Pfoten dumpf auf den Boden. Ihr Herzschlag passte sich ihrem Takt an, bis sie verschwamm und gänzlich in ihnen aufging.

Titel des Beitrags: Boobie
Von Norne: Cel Silen

Ein donnerndes Brüllen. Flügelschlag über den Bergen. Du stockst, siehst dich hektisch um. Weiß und Gold am Himmel. Keine Höhle in Sicht. Du rennst. Schneller. Wirfst dich zur Seite, ins Dornengebüsch. Und entkommst. Dein Begleiter nicht.


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