Fragefreiag: Liest du lieber junge Autor:innen oder ältere? Glaubst du, das Lebensalter/die Lebenserfahrung macht einen Unterschied?

Erzähl uns davon im #Nornenfragefreitag.

Die Schreibfeder der Nornen

Babsi Schwarz: Auf das Alter von Autor*innen habe ich beim Buchkauf tatsächlich noch nie geachtet. Das ist mir ziemlich egal, ich denke, die Weisheit oder Lebenserfahrung kommt nicht aufs Alter an. Manche Perspektiven gibt es vielleicht nur in jungen Jahren?

Katharina Rauh: Abgesehen vom „Orakel von Oonagh“ von Flavia Bujor habe ich noch nie auf das Alter von Autor*innen geachtet.

Jasmin Engel: Ich achte meistens nicht darauf, wie alt bei dem jeweiligen Roman die Autorin, der Autor ist. Wenn mich das Thema interessiert und ich den Stil gut fand beim Reinlesen, bin ich da ganz offen.

Diandra Linnemann: Ich finde schon, dass man einen Unterschied bemerkt, wenn man Romane von Autor*innen unterschiedlicher Altersgruppen vergleicht (oder Romane, die Autor*innen in unterschiedlichen Lebensabschnitten geschrieben haben. Es gibt eben Bereiche, in denen Lebenserfahrung auch für Schreibende eine Reihe spielt – andererseits schleift sich die Kühnheit der Jugend mit der Zeit doch ein wenig ab. Allerdings hat beides seine Vor- und Nachteile. Ich könnte nicht sagen, dass ich eine bestimmte Altersgruppe bevorzuge.

Katrin Biasi: Darüber habe ich noch nie nachgedacht. Aber wenn ich jetzt so drüber nachdenke, macht es für mich keinen Unterschied. Bei bestimmten Genres spielt das Alter aber durchaus eine Rolle – bei New Adult sehe ich etwa nur junge Autorinnen und ich glaube, das ist auch gewünscht. Bei der Fantasy glaube ich hingegen, dass das Alter unerheblich ist.

Britta Redweik: Eigentlich habe ich keine großen Präferenzen, es kommt aber etwas auf die Art des Buches an. Ich habe das Gefühl, dass jüngere Autor*innen noch mehr überschwemmende Phantasie haben und die noch nicht ganz so dosiert einsetzen, wie welche, die älter oder länger im Geschäft sind. Das ist toll für Kinderbücher oder kurze Fantasy. Lange Fantasy lässt sich aber dadurch noch schwerer lesen, als von älteren Autor*innen (bei denen ich oft das Gefühl habe, dass sie eh nur auf die Länge kommen, weil sie die Bücher künstlich mit Unnützem wie Aussehen und zu vielen Umgebungsbeschreibungen aufblähen). Da kann man weniger überspringen, verliert aber leicht den Faden. Aber ich würd hier auch nicht so sehr nach Alter, sondern nach Erfahrung gehen. Wenn jemand mit 60 zum ersten Mal überhaupt was schreibt, sind da genauso viele aufgestaute Ideen und Geschichten, wie bei jemandem, der mit 15 anfängt. Und wenn man die dann alle in ein Buch einarbeiten will, dann wird’s halt etwas kompliziert zu lesen.

Helene Persak: Beim Kauf habe ich noch nie danach geschaut. Ich hatte aber einmal eine Romanserie gelesen die pausiert hat. Die Autorin hat in der Pause studiert und sich weiterentwickelt. Irgendwann – ich glaube dazwischen lagen 15-20 Jahre – schrieb sie weiter. Ich fand die alten geschichten besser. Junger und frischer. Auch, wenn ich die in meiner jetzigen schreibphase wohl vom Schrieibstiel nicht mehr als gut empfinden würde, damals fand ich die original Bücher besser als die Forsetzung.

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