Writers on Writers – Folge 4 – Katrin Ils und Katharina Rauh

Logo der Aktion Writers on Writers. Schriftzug in der Mitte darüber das Nornennetz Logo, darüber "Autorinnen im Gespräch" umrandet von zwei goldenen Federn und deren Tintenlinien.

Die Aktion „Writers on Writers“ orientiert sich an dem YouTube-Format „actors on actors“ des Variety Magazins, USA.

Es geht um ein Gespräch auf Augenhöhe. Zwei Autoren unterhalten sich über ihr Handwerk, über Schwierigkeiten in den Projekten, über Zweifel oder Unsicherheiten. Anders als bei einem fragenden Reporter wirkt das Gespräch durch die Gegenseitigkeit intimer und natürlicher. Man erhält Einblicke in die Entstehungsgeschichte der Bücher und Tipps und Tricks.

Kurz gesagt, es geht um:

Zwei Nornen im Gespräch, ihre Projekte, ihr Werdegang und die immer wiederkehrende Frage „Wie machst du das eigentlich?“

In Folge 3 unterhalten sich Katrin Ils, Autorin düsterer Fantasyromane (Eigenverlag) und Katharina Rauh, die bisher die melancholische Superheldenkurzgeschichte “Aperture” in der Anthologie “Entzünde den Funken” von den Herausgebenden Siiri Saunders und  Adrian R. Stiller, erschienen bei Twentysix, veröffentlicht hat, jedoch gerade dabei ist, ihren ersten Roman im Selbstverlag herauszubringen. 

Weitere Infos zu den beiden Autorinnen erhaltet ihr hier: https://www.nornennetz.de/nornennetz/nornen

Oder auf den Seiten der Autorinnen: https://katrinils.at und https://cazzeschreibt.de/

Transkript Katrin Ils & Katharina Rauh:

Intro:

Writers on Writers. Eine Aktion vom Nornennetz. Diesen Monat im Gespräch: Katrin Ils und Katharina Rauh.

KI: Hallo und herzlich willkommen bei Writers on Writers. Mein Name ist Katrin Ils. Ich freue mich sehr, dass ich heute mit der Katharina Rauh bin und ja, ihr viele, viele Fragen stellen kann.

KR: Hallo. Ich freue mich, dass ich hier sein kann. 

KI: Ja, dann beginne ich doch gleich mit der ersten Frage, mit der Gretchenfrage, was Autorinnen betrifft, wie geht’s dir mit deinem aktuellen Schreibprojekt? 

KR: Also mit meinem aktuellen Schreibprojekt geht es mir ganz gut. Ich bin gerade dabei meinen ersten Roman zu selfpublishen und ich bin gerade, ich war die letzten Wochen im Lektorat, habe die erste Lektoratsrunde hinter mich gebracht und habe das dann gestern nochmal – vorgestern noch einmal an meine Lektorin geschickt und habe dann auch die zweite Lektoratsrunde bekommen, wo gar nicht mehr so viel aufzubessern ist und ich denke, so vom Inhalt her, würde ich sagen, es passt jetzt so und ich würde sagen, das muss jetzt nur noch ins Korrektorat und dann, ja, muss ich mich halt nur noch um den ganzen anderen – die ganzen anderen Sachen kümmern und dann kann ich das veröffentlichen.

KI: Ja, wow. Ja, da bist du ja schon irrsinnig weit. Wenn man das mit dem Lektorat einmal hinter sich hat, dann ist irgendwie der größte Brocken weg. Kannst du uns schon was zum Titel verraten?

KR: Zum Titel kann ich noch nichts verraten, da wollte ich erst noch Titelschutz beantragen, weil es ein sehr kreatives Wort ist.

KI: Das verstehe ich natürlich. Aber das heißt, wir können bald mit dem ersten Roman von dir rechnen? 

KR: Ja. Also, ich denke, ich denke noch dieses, also ich hoffe noch dieses Jahr. 

KI: Ja, also, meine Daumen sind gedrückt, ich meine, dieses Jahr ist ja, sagen wir mal so, überraschend.

KR: Ja.

KI: Hoffentlich auch jetzt bei dir im positiven Sinn, dass es dieses Jahr noch ausgeht.

KR: Da wollte ich dich auch fragen. Wie steht es bei dir, du hast ja jetzt, soweit ich das mitbekommen hab über Youtube, jetzt dein drittes Jahr oder so und bist bei – schreibst ja an deinem Roman Das Rot der Nacht

KI: Ja, genau. Ich bin, ich glaube, in meinem vierten Jahr als Selfpublisherin. Also ich habe drei schon hinter mich gebracht und habe Anfang des Jahres angefangen, ein bisschen intensiver an einer Kurzgeschichtenidee zu arbeiten, eben Das Rot Der Nacht und das wird ein ausgewachsener Roman. Aber der war jetzt eben auch schon bei der Alphaleserin. Ich überarbeite ihn gerade und ich hoffe, er kann bald ins Lektorat und wenn alles klappt, wie ich es mir das vorstelle, dann kommt er auch schon diesen Winter hinaus. Ich weiß nicht, wie das bei deinem Buch ist, bei mir ist es so, Das Rot Der Nacht ist sozusagen eine Wintergeschichte, also das sollte auch diesen Winter hinauskommen, sonst muss ich quasi ein Jahr warten. Ich weiß nicht, ob du da irgendwie jahreszeitentechnisch gebunden bist.

KR: Ich habe da, also das geht so ein bisschen übers Jahr hinaus. Also es beginnt im Sommer, in den Sommerferien, wo dann die Eisdielen gleich zu machen und geht dann quasi über das, hat dann auch Szene, die im Winter spielt und dann in den Osterferien, weil es eigentlich ein – es ist ein Jugendbuch und da sind halt auch – ist dann auch immer sehr Schulferien drin und so weiter.

KI: Also, du kannst es eigentlich, wenn es fertig ist, ist es fertig

KR: Ja, wenn es fertig ist, ist es fertig, genau.

KI: Das ist natürlich praktisch. Und was für Genre ist es?

KR: Es ist ein Jugendthriller mit Sci-Fi Elementen. Das war auch ganz lustig, weil ich die ganzen Jahre lang dachte, es wäre Urban Fantasy, aber – und dann hat mir meine Lektorin gesagt, ja, es ist ein Jugendthriller mit Sci-Fi Elementen. Und ich dachte da zuerst so, ‚nein, ich habe jetzt mein ganzes Marketing auf Urban Fantasy aufgebaut und jetzt ist es ein anderes, das ist doof‘. Aber allerdings, ja, ich hätte es wissen müssen, ich habe diese fantastischen Elemente werden halt eher durch ein neues Element anstatt durch Zauberei erklärt, ich hätte es eigentlich wissen müssen.

KI: Ja, aber man braucht oft den Blick von außen, weil man so in seiner Geschichte drinnen ist. Aber du hast es eigentlich gut erwischt, weil Science Fiction ist gerade irrsinnig im Kommen. Also von dem her. Und, ja, was ich mich gefragt habe, spielen eigentlich auch Eulen in deinem Buch eine Rolle, weil ich weiß, du magst Eulen sehr gerne und ich bau gerne alles Mögliche an Getier und vor allem an Vögeln in meine Bücher ein. Und jetzt würde mich natürlich interessieren, ob da die ein oder andere Eule in dem Buch auch herumschwirrt. 

KR: Ne, nur ganz, ganz gering als Nebendings. Ich habe mal ein paar Referenzen eingebaut, wie z. B. eine Glückwunschkarte, die Partyhut-tragende Eulen. Das habe ich eingebaut. Aber es geht überraschenderweise eher um Katzen. 

KI: Aha.

KR: Ja. 

KI: Ja, warum auch nicht? Da kannst du dann mit deinen Leser_innen einen Wettbewerb starten, wie viele Eulen sind in dem Buch? 

KR: Vielleicht ist das nächste Buch, vielleicht sind dann da Eulen drin. 

KI: Genau, mit Eulenschwerpunkt. Aber weil du jetzt gerade die Glückwunschkarte angesprochen hast, vielleicht, ich weiß nicht, ob du da auch ein bisschen was zu erzählen magst, warum Postkarten und … 

KR: Das hat eigentlich ganz harmlos angefangen vor drei Jahren. Da habe ich nämlich einen Postkartenkalender mit Eulen geschenkt bekommen. 

KI: Wir sind wieder bei Eulen.

KR: Und ich dachte, ja, das wäre doch total schade, wenn die Woche dann vorbei ist und ich das dann irgendwie die Eulen dann, die irgendwo rumliegen, also habe ich mich bei Postcrossing angemeldet und verschicke seitdem ganz fleißig Postkarten und bekomme auch ganz fleißig Postkarten aus aller Welt wieder zurück. Nicht nur Eulen, aber Eulen sind auch sehr beliebt, deswegen kann ich auch sehr, sehr viele Eulen verschicken.

KI: Eulen sind super Tiere. Ich glaube, gerade in der Fantasy, es gibt so eine Hand voll Tiere, die man immer wieder trifft. So Eulen, Krähen, Wölfe, Katzen. Das sind so die. Und ich meine, Postkarten schreiben ist ja eine andere Art von Schreiben. Merkst du irgendwie, dass dir das auch guttut? Also, dass es eine Art Ausgleich ist oder ist das einfach ein Hobby ohne gröbere Ausgleichshintergedanken sozusagen? 

KR: Also man muss ja nicht so viel schreiben, wie in einem Roman. Man kann sich dann jedes Mal auf die Person einstellen auf ihr Profil, was sie halt mag usw. und dann schreibt man halt darüber. Ja, und ich schreibe auch jedem, wenn die auch Bücher mögen, schreibe ich auch jedes Mal, ja, ich schreibe hier einen Roman und bin da und da, und ja, dann mache ich auch irgendwie Werbung dafür, was immer sehr komisch ist, aber ich finde es auch irgendwie lustig. 

KI: Also, ich finde das auf jeden Fall nicht nur schön, also ich schreibe auch irrsinnig gerne Postkarten. Aber immer nur aus dem Urlaub, weil alles, was so Brieffreundschaften angeht oder so, da bin ich unglaublich schlecht. Das mache ich so eineinhalb Mal und dann hören die armen Menschen nie wieder was von mir.

KR: Ja, das ist aber auch der Vorteil von Postcrossing. Man schreibt der einen Person und dann bekommt man von einer anderen eine Postkarte und dann schreibt man wieder einer anderen Person. Man schreibt eigentlich nicht ständig mit derselben Person. Man hat immer eine andere.

KI: Das ist doch schön, weil dann verschiedene Orte zusammenkommen.

KR: Ja, genau. Und das ist meistens auf der ganzen Welt, also schon überwiegend Deutschland und Amerika und Russland und China, aber es kommen auch ganz viele andere Länder dazu. 

KI: Ja, das ist eine sehr schöne und verbindende Sache auf jeden Fall. Und außerdem, die Welt kann immer mehr Eulenpost gebrauchen. 

KR: Ja, genau. Mehr Eulen für die Welt. 

KI: Genau.

KR: Mir ist beim Recherchieren eine sehr schöne Frage eingefallen. Und zwar, wo ich dich das allererste Mal getroffen habe, das war auf der LBM 2018, und da hatten wir dann das Nornenessen und dann hast du mir die Frage gestellt, ‚Und Cazze, wie stehst du zu Tequila?‘ Das ist mir halt noch im Gedächtnis geblieben, weil mich das so überrascht hat diese Frage so aus dem Nichts und deswegen meine Frage, was trinkst du am liebsten beim Schreiben?

KI: Ja, ich weiß tatsächlich auch nicht, was sich mein Vergangenheits-Ich da im Vorfeld überlegt hat. Ich muss sagen, ich bin beim Schreiben eine sehr langweilige Trinkerin. Ich trinke tatsächlich hauptsächlich Wasser und kalten Kaffee, weil ich meinen Kaffee grundsätzlich irgendwie den ganzen Tag mit mir in der Wohnung herumtrage und ihn ständig wo vergesse und im Winter, ich habe da immer so Phasen, wo ich fast nur Tee trinke und der ist dann meistens auch noch warm, aber ich muss tatsächlich sagen, meistens ist es Wasser und irgendein Getränk, das eigentlich heiß sein sollte und es irgendwann einmal war. Aber nicht mit Absicht. Kein Tequila, da muss ich enttäuschen.

KR: Ja, das ist ja auch so das Autorenklischee, dass Autoren irgendwie die ganze Zeit Alkohol trinken. Irgendwie so Wein oder Wodka.

KI: Das stimmt. Auch wenn ich sagen muss, so wenn, ich trinke schon gerne Whiskey, aber nicht beim Schreiben. Ich glaube, das wäre nicht so förderlich.

KR: Wenn man dann so schreibt, dann weiß man beim Überarbeiten nicht mehr okay, was wollte ich da jetzt schreiben? Nach so ein paar Flaschen Whiskey

KI: Beim Überarbeiten weiß ich zum Teil nicht mehr, was ich da eigentlich wollte. Das kann mir gar nicht ausmalen, wie das ist, wenn ich dann getrunken habe. Wie ist das bei dir? Bist du eine Wodkatrinkerin beim Schreiben?

KR: Ne, ich bin eigentlich genauso wie du. Ich trinke nur Wasser und manchmal auch Kaffee. Also ich schaff’s tatsächlich, dass mein Kaffee warm bleibt, wobei ich ihn ja auch gar nicht so warm mag. Also ich finde es nicht schlimm, wenn er kalt ist. Ja, vor allem im Sommer, ja. Alkohol und ich, ich trinke eigentlich keinen Alkohol.

KI: So, wir sind also die Harmlosen unter den Autor_innen.

KR: Genau.

KI: Du bist ja auch beim Märchensommer immer recht aktiv. Liegt dir das besonders am Herzen oder hast du eine besondere Verbindung zu Märchen, also baust du das auch in deine Geschichten ein oder ist der Märchensommer für dich sowas wie eine eigene Schreibjahreszeit, sozusagen? Ich weiß jetzt nicht, ob diese Frage klar formuliert war. Frag ruhig nach.

KR: Ich finde das eigentlich eine schöne Aktion von Anne Zandt und Poisonpainter usw. Märchen mag ich eigentlich ganz, ganz gerne. Ich habe da jetzt aber nicht einen besonderen Bezug dazu. Aber ich finde halt die Aktion immer voll cool und auch diese Schnitzeljagd, dass man da von einem Blog zum anderen Blog hüpft und dann zum Schluss ein Lösungswort hat. Das finde ich cool und vor allem habe ich da auch immer die – bis jetzt immer ein Märchen in die Welt von Euli, also meiner Eule, umgedichtet. Das fand ich eigentlich auch immer ganz, ganz gut, hier mal die Eule immer in andere Märchen schlüpfen zu lassen. Das fand ich immer ganz lustig. Eigentlich sind ja Märchen eher in den Winter zu – die passen ja eher zum Winter. Deswegen ist Märchensommer eigentlich ganz kurios, aber ich finde die Aktion halt voll cool.

KI: Ja, ich finde die Aktion auch super und ich glaube, seit ich davon gehört habe, nehme ich mir immer vor, irgendwie mal mitzumachen, aber ich schaffe es einfach nicht. Ja, aber immer so Das Rot Der Nacht, das Projekt, an dem ich jetzt schreibe, das eben lustigerweise eben eine Wintergeschichte ist, also da verarbeite ich ja einiges an Märchenelementen. Ich habe mir das mit den Jahreszeiten gar nicht so überlegt, weil ich mir denke, die meisten Märchen spielen ja ironischerweise auch nicht unbedingt im Winter. Also obwohl, oder doch?

KR: Eigentlich spielen sie immer im Sommer, außer dieses – da gibt es doch so eins mit den Mädchen mit den Streichhölzern, das spielt im Winter, aber die meisten spielen im Sommer oder Frühling oder meistens irgendeine Jahreszeit, wo es halt, wo kein Schnee liegt.  

KI: Ja, und wo man sich im Wald verlaufen kann. Vielleicht müssen wir Anne mal fragen, warum der Sommer. Ob das damit zusammenhängt oder wir offenbaren einfach nur, dass wir nicht so viel von Märchen wissen und zu welchen Jahreszeiten sie spielen. Ich weiß nicht, ob du über Fanfiction reden willst, weil du hast ja glaube ich da angefangen in dem Bereich.

KR: Ja, genau. Ich habe im Bereich Fanfiction angefangen. Ja, genau. Im Grunde genommen bin ich über Fanfictions zum Schreiben gekommen. Ich habe im Grunde genommen meine allererste Geschichte, die ich geschrieben habe, war eine Wickie-Fanfiction. Wickie und die Starken Männer und danach bin ich aber relativ schnell zu Harry Potter gewechselt und hab dann auch immer so als Kind und Jugendliche immer in mein Heft so Szenen geschrieben, über verschiedene Fanfictions. Bin aber meistens nie über ein Kapitel rausgekommen. Hatte dann aber irgendwann mal die Idee, hier eine Wurmschwanz-Fanfiction zu schreiben und das war dann ausgerechnet die Geschichte, die sich länger gehalten hat und die ich dann tatsächlich auch fertig gestellt habe. Ich bin über Wurmschwanz zum Schreiben gekommen, dass ist auch kurios. Vor allem, weil es Romance ist und ich mag eigentlich gar keine – also ich mag Romance gar nicht so. Aber ich habe mit Romance angefangen. Mit Romance-Wurmschwanz-Fanfictions.

KI: Ja, du. Es ist ein ausgezeichneter, erster Satz in einer Biographie, würde ich auch mal sagen. Ich kriege, wenn man denn selber zurückschauen kann, womit man angefangen hat, mit dem Schreiben, weil ich glaube, bei mir war das, also damals gab es traurigerweise gab es noch kein Internet. Das heißt, also es gab zwar Fanfictions, aber ich hatte natürlich keinen Zugriff darauf, weil damals hat man das ja irgendwie in irgendwelchen Fanclubs untereinander ausgetauscht, wie ich nachträglich erfahren hatte. Aber da war ich, als ich 11 war oder 12 war, habe ich meine erste, ich will nicht mal unbedingt sagen, Karl May-Fanfiction geschrieben, sondern, dass war einfach nur ein Plagiat. Ich habe im Endeffekt angefangen, einen Wildwest-Roman zu schreiben, in dem ich die ganze Gruppe um Old Shatterhand einfach nur umgetauft habe. Fanfiction wäre zu nett, das war ein ziemliches Plagiat. Nicht, dass ich mit 11 auch nur das Wort gekannt hätte. Das ist wahrscheinlich, hoffentlich auf irgendeinen Dachboden verschollen. Aber ich persönlich, ich habe relativ früh angefangen, Fanfictions zu lesen. Sehr, sehr intensiv, also quasi sobald ich Zugriff zum Internet hatte und gecheckt habe, dass es das gibt. Ich muss sagen, ich selber, ich habe quasi nur eine einzige Fanfiction geschrieben, die aber auch nie veröffentlicht. Das war eine zu Angel Sanctuary, damals noch, war glaub ich ein Point of View von dieser Mad Hatter Figur, nicht dass mir der Name einfallen würde. Aber, was ich beim Fanfiction lesen beobachtet habe und da würde es mich jetzt interessieren, ob du es auch so siehst. Wie gesagt, ich habe es nur geschrieben, aber eben – hab’s nur gelesen, aber bis auf die eine nichts geschrieben, ist, dass die Leute, die das schreiben, erst einmal unwahrscheinlich viel lernen, weil es einen auch dazu bringt, regelmäßig zu schreiben, weil man Feedback bekommt, ob man will oder nicht. Mal netter und mal weniger, weil man eigentlich relativ alle Themen aufgreifen kann, weil ich sagen muss, als Leser, wenn ich in Fanfictions gehe, also ich meine, es gibt ja dieses Tag-System, man sucht sich raus, was man möchte und was man nicht möchte, mir fällt schon auf, dass Fanfiction einfach jedes Thema aufgreift und behandelt, so wie es dem Autor, der Autorin halt liegt oder einfällt und im Vergleich zu, sage ich mal, zur Jugendliteratur, die gerade heikle Themen aufgreifen sollte, ist das, was man im Buchhandel bekommt, sehr weich gespült. Also, ich bin durch die Fanfiction gewohnt, dass Charaktere verschiedene Sexualitäten haben, nicht alle abled bodied sind, sich durch diverse Probleme kämpfen und das viel härter und direkter, aber eben auch viel, viel vielfältiger, als das, was man am Markt findet. Ich merke schon, es beeinflusst mich auch dann beim Schreiben, also eben dadurch, dass ich gewohnt bin, dass ich beim Lesen halt eine sehr diverse Figurengruppe habe. Ich weiß nicht, wie es dir da geht.

KR: Ja, also vielleicht liegt es ja auch daran, dass da halt kein Verlag irgendwie dahinter ist oder kein großartiges Lektorat oder so, die halt dann auch dann natürlich halt irgendwie wirtschaftliche Interessen haben und schauen müssen, das verkauft sich jetzt und wir können, vielleicht auch noch so ein bisschen, noch nicht so offen sind oder so. Das kommt halt auch immer auf die Leute drauf an, die dahinterstehen und hier als Fanfiction-Autor, da kann man das halt direkt schreiben ohne irgendwie sich an irgendwelche Vorgaben, wie sich das jetzt verkauft oder so, das dann einfach so ins Internet stellen.

KI: Ja, das stimmt. Es ist auch, ich glaube, es ist auch das perfekte Umfeld, um sich auszuprobieren, in alle Richtungen zu gehen und Feedback zu bekommen. Ich finde halt Feedback ist ein ganz essentieller Teil, um sich beim Schreiben weiterentwickeln zu können.

KR: Genau. Deswegen sind auch Testleser so gut. Sollte man haben.

KI: Ja, unbedingt. Also ohne meine Alphaleserin und dann auch meine Testleserinnen und dann auch logischerweise meine Lektorin wäre ich ziemlich aufgeschmissen.

KR: Ja. Also für mein erstes Buch hatte ich eigentlich nur einen Testleser und deswegen war ich dann beim Lektorat so ein bisschen überrascht, dass es überhaupt, also dass es gut ankommt. Wirklich so ein bisschen überrascht, so ‚okay, offenbar ist das dann doch nicht so kacke, wie ich dachte‘.

KI: Also ich glaube, es ist nie so schlimm, wie man denkt. Also zumindest kommt es mir so vor. Ich gebe ja auch teilweise Sachen meiner Alphaleserin, wo ich mir denke, ‚oh je, schauen wir mal, was da zurückkommt‘ und ich meine, es kommt tiefrot, aber das Feedback ist positiv.

KR: Ja.

KI: Eben. Und deine Testleserin hat ja offenbar gereicht. Ich glaube gar nicht, dass man unbedingt, weiß ich nicht, zwanzig bis fünfzig Verschiedene braucht, man braucht nur eine oder eine Handvoll, aber dafür Gute.

KR: Genau. Halt welche, die nicht nur irgendwie sagen, hier, da ist ein E zuviel, sondern halt sagen, ja, der Charakter, er verhält sich jetzt ein bisschen Out of Character, das solltest du vielleicht anders machen.

KI: Genau.

KR: Ja, von der Zeit her würde ich sagen, könnten wir eventuell zum Ende kommen oder so.

KI: Ja.

KR: Okay. Dann bedanke ich mich dafür, dass wir zusammen Writers On Writers machen durften, konnten. Ich bedanke mich für das Gespräch. Ich wünsche dir noch viel Erfolg bei deinen Projekten.

KI: Ausgesprochen nett. Ich drücke dir ganz fest die Daumen für den ersten Roman.

KR: Dankeschön.

KI: Und ich bin schon sehr gespannt auf ihn.

KR: Dankeschön.

KI: Danke dir.

KR: Tschüss.

KI: Tschüss.

Writers On Writers. Eine Aktion vom Nornennetz. Es sprachen miteinander: Katrin Ils und Katharina Rauh.

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