Gezeitenwechsel unter der Weltenesche – Der Jahresrückblick (Elenor Avelle)

2018 war ein turbulentes Jahr. Netzwerke aufzubauen ist immerhin eine anspruchsvolle Aufgabe. Dabei gibt es sehr viel zu beachten. Welches Ziel verfolgen wir, wie wollen wir das strukturell aufbauen, wie können wir das organisieren und wie koordinieren wir die teilweise gegensätzlichen Mentalitäten und Vorstellungen? Aber das haben wir hervorragend gemeistert, denn ihr wisst ja:

Spaß beiseite. Es ist eine herausfordernde Tätigkeit in einer Gruppe zu arbeiten. Diese Erfahrung haben die meisten gemacht und nicht selten lässt man es frustriert bleiben, weil es viel Geduld, Feingefühl und Energie kostet. Eben mehr, als wenn man alleine arbeitet. Kompromisse schließen zu können und zu ertragen, dass man nicht immer durchsetzen kann, was man selbst für das Beste hält, gehört da mit dazu. Gerade in neuen Gruppen und Netzwerken, ist das eine Disziplin, die meist im zweiten Jahr gemeistert werden will. Und genau darum drehte sich 2018 viel im Netzwerk. Wir haben die Erfahrungen aus dem Vorjahr bewertet und strukturell umgedacht. Deshalb haben wir einen Rat gewählt, der die Baumpflege an unserer Weltenesche organisiert, damit nicht plötzlich die falschen Äste ab sind, die Wurzeln faulen oder der Schlauchpilz bei uns einfällt. Das ist eine spannende Neuerung und wir sehen der Zukunft mit neu strukturierten Plänen entgegen, die alsbald auch mehr Augenmerk auf unsere Zielsetzung der Gleichberechtigung richten.

Jahrestag

Im Mai haben wir unser Einjähriges gefeiert. Ja, das Netzwerk gibt es noch nicht so lange. Unsere Weltenesche ist noch ein zartes Pflänzchen und braucht noch viel Zuwendung, bevor wir die Früchte ernten können. Für die Schlauberger, die es gerne genau nehmen: Nein, natürlich erwarten wir keine Pfirsiche. Die Früchte der Esche sind paarig angeordnete geflügelte Nüsschen.

Der persönliche Kontakt

Da sich das Netzwerk online organisiert, sind die Treffen auf Veranstaltungen für alle Nornen ein Highlight. Unsere Mitglieder kommen aus ganz Deutschland, der Schweiz, Österreich, sogar aus Schweden.

Buchmesse Leipzig

Im März hatten wir auf der Leipziger Buchmesse unseren ersten Messestand, um unserem Ziel nachzukommen, Autorinnen mehr Raum in der männerdominierten Fantastikszene zu geben. Angerückt sind wir mit fantastischen Werken und einem Schicksalskelch. Der Messeauftritt war ein voller Erfolg und wir hatten sehr viel Spaß. Erfahrungswerte, die wir gesammelt haben, werden wir für kommende Messen nutzen und erweitern. Und ich persönlich hoffe sehr darauf, dass es auch 2019 wieder die wunderbaren Rosmarinkartoffel in Leipzig zu essen gibt.

Treffen

Nornen-Treffen beim LitCampHamburg

Im Sommer haben verschiedene Nornen LitCamps besucht. Zum eine trafen wir uns in Heidelberg, zum anderen in Hamburg. Wer noch nicht weiß, was ein LitCamp ist, das ist eine Veranstaltung, auf der die Teilnehmer Sessions anbieten, in denen sie ihre Kenntnisse und Erfahrungen an interessierte Zuhörer weitergeben. Ich war bislang zwei Mal schon in Heidelberg dabei und kann es nur empfehlen. Es ist zwangloser als Messen und ideal um leichter über die eigene Sphäre hinaus zu kommen und mit anderen Menschen der Literaturbranche in Kontakt zu treten.

Auch im Getümmel der Frankfurter Buchmesse sind die Nornen zusammengekommen und haben sich getroffen.

Eine unserer Nornen hat sich sogar auf den Weg quer durch Deutschland, in die Schweiz und wieder zurück gemacht, um beim #NornenHopping verschiedene Nornen zu besuchen.

BuchBerlin

Unsere zweite Messe in diesem Jahr, war die BuchBerlin. Die Leipziger Messe und die BuchBerlin waren ein interessanter Vergleich. Während wir uns in Leipzig mehr auf die Präsentation konzentriert haben, ist die Berliner Buchmesse hauptsächlich eine Verkaufsmesse. Das war für uns nicht ganz so einfach, denn auch wenn wir natürlich die Werke unserer Nornen präsentieren und jede Norne ihre Werke auch verkauft, hat unser Netzwerk keine gewinnorientierten Ziele. Deshalb haben wir mit unseren Messeevents viel Mühe darauf verwendet, uns mit anderen Ständen zu vernetzen. Zum einen bieten wir seit der BuchBerlin als Außenstelle Zeitreisepässe des Amts für Aetherangelegenheiten an. Das sind Pässe mit denen ihr auf der Messe an verschiedenen Ständen Stempel und Visa einsammeln könnt. Das ist sehr lustig aufgezogen und ich selbst laufe auch mit meinem Pass über die Messen und sammle Einträge.

Unser anderes großes Event war die Rallye. Mitgemacht haben dabei unter Anderem der Machandel Verlag, Stella Delaney und Mika Krüger, der Chaospony Verlag und Die Uferlosen. Mit Hilfe eines Rätselbogens konnten die Besucher an den verschiedenen Ständen Bücher von Autorinnen suchen. Die Resonanz war umwerfend und die Rallye wird es deshalb auch im nächsten Jahr wieder in Berlin geben. Jeder der Interesse hat dabei zu sein, darf sich gerne bei uns melden.

Ohne Moos nix los

Wir würden gerne vollkommen mooslos durch die Welten schweben und unsere Ziele nur mit unserem Elan und unseren ehrlichen Bemühungen um Fairness antreiben. Aber der Motor der Gesellschaft läuft mit Münzen und Scheinen, egal wie idealistisch man auch sein mag. Die erste LBM haben wir im Hype des Neuen sehr schnell finanzieren können, für 2019 haben wir uns dafür Unterstützung geholt. Mittels eines Kickstarters und der grandiosen Mithilfe vieler toller Leute, konnten wir auch die Finanzierung des nächsten Nornenstandes in Leipzig stemmen. Vielen lieben Dank. Wir planen schon fleißig die Events. Es wird wieder großartig!

Jahresabschluss individuell

Ohne ein Schmankerl konnten wir das Jahr nicht vergehen lassen. Deshalb hat unsere Katharina Rauh mit den anderen Nornen einen bunten Adventskalender geplant, der auf all unseren Kanälen erschienen ist. Hinter den Türchen verbargen sich die unterschiedlichsten Dinge, vom Drabble über Kurzgeschichten bis hin zu winterlichen Rezepten. Jede Norne, die eine Idee hatte, konnte etwas fantastisches beisteuern.

Die persönlichen Jahreshighlights einzelner Nonen könnt ihr hier nachlesen.

Der kritische Vergleich

Als das Netzwerk im Mai 2017 den Bifröst öffnete, traten tugendhafte „Torwächter des Ist- Zustands“ auf den Plan. Ihr wollt etwas ändern? Aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier!

Wie sieht es jetzt 2018 aus? Hat sich etwas geändert? Was unsere Ziele betrifft, nein, denn noch immer bekommen Autorinnen nicht die gleichen Chancen, wie Autoren. Die Schale Ausrede ist noch immer, dass sie zu emotional sind und deshalb Fantasy einfach nicht können. Weltenbau, Gesellschaftsstrukturen, technische Authentizität, Zombies, das ist Männersache. „Ich lese keine Science-Fiction von Frauen. Die kann nicht gut sein.“ „Ich lese keine Romance von Männern. Die sind nicht gefühlvoll.“ Solche Sätze wollen wir aus den Köpfen der Menschen bekommen, denn sie sind nicht wahr und hinderlich für Qualität vor Schubladendenken. Wer mehr zum Status quo der Vorurteile lesen will, folgt dem Link.

Es gibt noch viel zu tun, bis es nicht mehr ums Geschlecht geht. Wir bleiben für euch am Ball, damit ihr sein könnt und schreiben könnt, was ihr wollt, ohne durch euer Geschlecht oder euer Genre benachteiligt zu werden.

Fragefreitag: Welche bereichernden oder skurrilen Dinge habt ihr bislang auf Buchmessen erlebt und hat euch davon vielleicht sogar etwas zum Schreiben inspiriert?

Dieses Wochenende sind wir mit vielen Autorinnen und noch mehr Büchern auf der BuchBerlin vertreten. Buchmessen sind eine fantastische Welt für sich und jede Besucherin, jeder Besucher erlebt ganz eigene magische Momente. Welche waren eure und haben sie euch vielleicht sogar zum Schreiben inspiriert? Heute wollen wir nicht nur, dass ihr es uns unter dem Hashtag #Nornenfragefreitag verratet. Wir würden uns auch sehr über einen persönlichen Austausch mit uns an unserem Stand Nummer 127 freuen. Autoren Urlaub

Maelle: Dass ich andere Autorinnen getroffen habe, die auch schreiben, hat mich darin bestärkt, mit meinem Buchprojekt weiterzumachen. Ich war plötzlich nicht mehr so alleine. Das war ein schönes Gefühl.

Elenor Avelle: Ich war mit 15 Jahren bei einem Praktikum auf den Fachbesuchertagen einer Buchmesse. Manche Dinge vergisst man, diesen Flair habe ich nie vergessen.

Diandra Linnemann: Auf der letzten BuCon bin ich einer lieben Freundin begegnet und habe mir von ihr genau erklären lassen, welche Lesungen ich unbedingt anhören muss. Das war schön – ich habe ihr natürlich gehorcht und dadurch Bücher kennengelernt, die ich gar nicht auf dem Schirm hatte. Und wir hatten so einen Running Gag: Den ganzen Tag über habe ich verkündet: „Und jetzt gehe ich endlich Bücher kaufen!“ … aber es kam immer etwas dazwischen. Schließlich wurde es halb sieben, ehe ich einmal zum Shoppen durch die Halle gehen konnte. Das hat sich dann doch noch gelohnt.

Katharina RauhDer Schneesturm der letzten Leipziger Buchmesse hat das Zeug zum Sci-Fi-Endzeit-Thriller

Ela Schnittke: Bei Buchmessen trifft man so viele tolle Leute, die einen beim Schreiben bestärken und die Ideen von einem toll finden. Buchmessen haben mich sowohl schon mega motiviert, als auch manchmal runtergezogen, da viele meiner Mitautoren einfach schon weiter sind als ich und ich durch zuviel Arbeit und Selbstzweifel mitunter nicht vorankomme.

Deborah B. Stone: Für mich war nach der letzten Buchmesse klar: Ich möchte nicht allein hinter meinem Stand stehen – wie gut, dass ich die Nornen gefunden habe 😉

Anne Zandt: Das skurrilste für mich ist, denke ich, meine Buchmesseerfahrung an sich. Ich war 2017 das erste Mal auf einer richtigen Buchmesse, der BuchBerlin, als Besucherin, die sich ordentlich mit neuem Lesestoff eingedeckt hat und als Autorin, deren erster Anthologiebeitrag an jenem Wochenende erschien. Nicht viel später war ich dann eine derjenigen, die den Messeauftritt der Nornen auf der LBM 18 nicht nur geplant, sondern auch als Standinventar begleitet hat. Außerdem hatte ich da auch noch meine erste große Lesung am Stand … Momentan bin ich eine der Hauptorganisatorinnen unserer Messeauftritte (BuchBerlin 2018 und LBM 2019) und das ist irgendwie ein sehr schräger Wandel …

June Is: Belustigende Dinge: Auf der FBM die Schließzeiten verpassen und statt „Rauswurf“ gab es „Häppchen“ (war damals als unbekannte Privatperson dort).

Anne Granert: Ich war erst einmal auf einer Messe, der LBM. Ich kann mich Deborah anschließen, denn ich fand alles ziemlich überwältigend, aber auch einschüchternd. Jetzt bin ich froh, dass ich in diesem tollen Netzwerk bin und bei Messen nie wieder alleine.

Gruppenbild (by Elenor Avelle)

Mein erstes Mal: Leipziger Buchmesse.

Ein Erfahrungsbericht.

(Diandra Linnemann)

In der Gruppe sind Menschen bekanntermaßen mutiger als alleine. Das ist die einzige logische Erklärung, die ich dafür habe, dass ich dieses Jahr zum ersten Mal auf der Leipziger Buchmesse war, als winziges Rädchen im Nornengetriebe. Während mein Freundeskreis nämlich seit Jahren jedes Jahr mutig in die heiße Schlacht an den Messeständen zieht, hatte ich mich bislang nie getraut. Zu viele Leute, zu viele Eindrücke. Jetzt allerdings hieß es: Augen zu und durch. Unser Organisatorinnenteam hatte nämlich mächtig vorgelegt, und kneifen wollte ich auch nicht. Zum Glück, kann ich im Nachhinein nur sagen.

Aber alles auf Anfang. In den Tagen vor der Messe geriet der Postbote ganz schön ins Schwitzen. Da wurden Bücher angeliefert, Tische bestellt (solche mit Beinen, nicht die im Restaurant), Last-Minute-Dokumente abgeliefert, und auch sonst war es schlimmer als gewöhnlich. Außerdem wollte der Hariboshop dringend geplündert werden, um die Versorgung mit überlebenswichtiger Energie sicherzustellen. Um Transport und Unterkunft musste ich mir, Auto und Familie sei Dank, keine Sorgen machen – auch so war ich ein neurotisches Wrack (das ist eine meiner liebenswerteren Eigenschaften).

Natürlich hatten wir einen Plan, und der beinhaltete unter anderem den Aufbau ab Donnerstagnachmittag. Von der Messe bekamen wir einen leeren Stand hingesetzt, den wir uns nach eigenen Vorstellungen dekorieren konnten.

Der Stand

Der Stand (by Diandra Linnemann)

Dank der hervorragenden Planung, an der ich komplett unbeteiligt war, und etlicher fleißiger Nornen war der Aufbau auch schnell erledigt:

Fertiger Stand (by Diandra Linnemann)

Fertiger Stand (by Diandra Linnemann)

Am nächsten Morgen ging es direkt zur Sache. In wechselnder Besetzung wurden Nornen zur Standbetreuung und zur Verlosung eingesetzt – also, nicht dass ihr denkt, wir hätten Nornen verlost, aber jeder Besucher durfte (sogar mehrmals!) in den Schicksalskelch greifen und konnte wunderschöne Kleinigkeiten zum Nornennetz und den verschiedenen Büchern gewinnen. Nicht einmal die Nieten waren richtige Nieten, denn statt materieller Gewinne konnte man im quasi schlimmsten Fall mit einem Zitat aus einem der Nornenbücher nach Hause gehen – wie bei literarischen Glückskeksen. Und ich war wirklich überrascht, wie oft die Zitategewinner meinten, das gezogene Zitat passe genau auf ihre Situation. Ob an dieser Sache mit Nornen und Schicksal vielleicht doch etwas dran ist?

Der Schicksalskelch (by Elenor Avelle)

Der Schicksalskelch (by Elenor Avelle)

Großes Aufsehen erregten auch die von Elenor Avelle in liebevoller Handarbeit – die Frau ist wahnsinnig, ich sag’s euch … vor allem wahnsinnig talentiert! – gestalteten Boxen, aus denen man Gewinne ziehen konnte.

Nornenboxen (by Susann Julieva)

Nornenboxen (by Susann Julieva)

Wenn gerade nicht gelost wurde, fanden am Stand unterschiedliche Lesungen statt, die sich großer Beliebtheit erfreuten. Auch wenn einige der Lesenden durch den üblichen Messelärm in der Halle ziemlich herausgefordert wurden, war das Abenteuer Lesung dank Technik und eimerweise moralischer Unterstützung ein voller Erfolg.

Lesung von Anne Zandt (by T. S. Elin)

Lesung von Anne Zandt (by T. S. Elin)

Und natürlich gab es den Nornentalk, den ich leider verpasst hatte und glücklicherweise hier nachhören konnte:  https://voicerepublic.com/talks/das-nornennetz. Das Interesse war auf jeden Fall groß, und nach dem, was ich mitbekommen habe, kommen die Nornen insgesamt gut an.

Nornentalk (by Ela Schnittke)

Nornentalk (by Ela Schnittke)

Alles in allem war ich extrem überrascht, wie reibungslos sich die Zusammenarbeit und Durchführung gestalteten – schließlich waren viele von uns einander vorher höchstens online begegnet, und unter Stress prallen schonmal unterschiedliche Charaktere aufeinander. Entgegen dem, was jedoch über Frauen leichthin gesagt wird, gab es keine „Stutenbissigkeit“, stattdessen konnte sich jede der Anwesenden nach Temperament, Talent und persönlichem Energielevel einbringen. Und ich glaube, diese großartige Zusammenarbeit übertrug sich auch auf das Publikum, das den Stand meistens üppig belegte.

Großer Andrang (by T. S. Elin)

Großer Andrang (by T. S. Elin)

Nicht einmal das Post-Messe-Trauma, vor dem ich persönlich ein wenig Bammel hatte, konnte uns einen Strich durch die Rechnung machen. Mit einer letzten heroischen Anstrengung war der Stand nach Messeende innerhalb kürzester Zeit verpackt und auf die verschiedenen Nornen verteilt.

Abbau (by Elenor Avelle)

Abbau (by Elenor Avelle)

Letztendlich war mein erster Messebesuch folglich ein voller Erfolg – und ich freue mich darauf, mit den Nornen noch viele andere wilde Aktionen durchzuführen. Bis zum nächsten Mal!

Gruppenbild (by Elenor Avelle)

Gruppenbild (by Elenor Avelle)

 

Nornengestöber im Messerausch

Auch die Stöberrunde ist wieder aufgetaut und meldet sich aus der Winterpause zurück. Nicht unbeteiligt daran ist das Messefieber, dem auch wir erlegen sind. Leipzig, wir kommen – und wir haben einige tolle Beiträge zur Buchmesse, die wir euch nicht vorenthalten wollten 😉

Unsere Talkrunde auf der LBM (kleiner Hinweis^^)

Unsere Nornen hibbeln bereits wie wild. Anne Zandt aka Poisonpainter wird nicht nur am Nornenstand Halle 2, J303 zu finden sein, sondern freut sich auch auf ihr Meet and Greet mit euch. Was sie alles dabei hat und wo sie sich noch rumtreiben wird, verrät sie auf ihrem Blog.  

Auch Nike Leonhard wird nicht nur als Norne unterwegs sein und gleich bei zwei Talkrunden mitreden. Wo sie lesen, reden und zu treffen sein wird, hat sie auf ihrem Blog geschrieben.

Carina Schnell ist ebenfalls schon richtig aufgeregt, denn sie wird ausgerechnet auf der Messe das erste Mal aus ihrem Debütroman lesen. Wir wünschen euch jetzt schon viel Spaß mit Carina und Die Kurtisane.

Großartig finden wir, dass auch auf der LBM die Aktion „Verlage gegen Rechts“ anwesend sein wird. Wir haben es mehrmals gesagt, wir sagen es gerne wieder: Literatur verbindet, wer sie zum Ausgrenzen nutzt, zerstört sie. Passt auf euch auf, wenn ihr auf der Messe seid und freut euch über das bunte Angebot.

Die Leipziger Buchmesse bietet sich an, um auch mal bei kleinen Verlagen zu stöbern. Vielleicht entdeckt ihr ja die ein oder andere Perle, die TheBlueSiren für euch gesammelt hat 😉

Alle Buchblogger sollten definitiv bei den Buchmessebloggersessions reinschauen. Was euch da dieses Jahr erwartet, lässt alle Daheimgebliebenen neidisch werden.

Einen tollen Beitrag, der gleichzeitig aus Erfahrung spricht und dennoch amüsant bleibt, hat Nicci von Trallafittibooks für euch geschrieben. Tipps und Tricks, Dos and Don’ts für euren perfekten Messeaufenthalt. Bitte lesen 🙂

Schwimmen mit Haien: Leipziger Buchmesse (textflash aka Michaela Stadelmann)

Schwimmen mit Haien: Leipziger BuchmesseEs ist jedes Jahr wieder spannend, Aussteller, Autoren und Besucher in den Messehallen aufeinanderprallen zu sehen. Im Grunde wollen alle nur das eine: Aufmerksamkeit! Doch es scheint, als ob manches Individuum diese Aufmerksamkeit um jeden Preis erzwingen will. Und so sorgen diese Krönchen der Schöpfung für Erinnerungen, von denen ich wohl noch meinen Ururururenkeln berichten werde.

Ich könnte nun stapelweise Beispiele von Begegnungen dieser Gruppierungen loslassen. Andererseits fördere ich damit nicht unbedingt das Verständnis füreinander, denn einer zieht bei solchen Vergleichen immer den Kürzeren.

Deshalb habe ich auch nur einen Tipp für alle: Seid nett zueinander!

Überlebensstrategie auf der Messe? Seid nett 😉 (Foto: Ela Schnittke)

So geht’s:

Sei bereits am Einlass nett. Drängel nicht und schrei vor allem nicht herum. Die anderen Besucher werden es dir danken.
Sei nett zum Messepersonal, das seinen Aufgaben mit großer Begeisterung nachkommt.
Sei nett, auch wenn der andere behauptet, der einzige gute Autor weit und breit zu sein und dein Buch für Müll hält. Solche Leute darfst du ignorieren, Hauptsache, du bleibst höflich.
Sei nett, wenn ein Aussteller sich gerade nicht alle Zeit der Welt für dein Exzerpt, deine Leseprobe, dein Exposé nehmen kann und dir stattdessen einen zerknitterten Verlagsflyer in die Hand drückt. Multitasking ist während der Messe eine ziemliche Herausforderung.
Sei vor allen Dingen so nett und mach dich nicht über die ausgestellten Bücher lustig, auch wenn du „schon seit Jahren in der Branche unterwegs“ bist und „mehr Ahnung hast als der Stümper da!“. Die Bücher hat der Herausgeber in stundenlanger Arbeit mit mehr oder weniger Geschick zusammengestellt. Diese Leistung ist grundsätzlich anzuerkennen.
Sei auch nett, wenn du Kritik anbringen möchtest.
Sei nett, wenn du in der Schlange vor dem Kaffeeausschank stehst und Cosplayer die umliegenden 5 Quadratmeter in ein knallbuntes, kicherndes, kreischendes, audiovisuelles Inferno verwandeln. Sie genießen die Messe auf ihre Art.
Sei nett und hör bei Vorträgen aufmerksam zu, statt mit deinem Nachbarn zu quatschen. Vorn auf dem Podium schwitzt sich nämlich jemand für Besucher wie dich die Seele aus dem Leib. Und die Stühle in den Vortragsbereichen wurden nicht als Ablagefläche für deine geschwollenen Füße aufgestellt.
Sei nett, indem du das Buch, das du dir gerade angeschaut hast, wieder ordentlich ins Regal stellst.
Bleib nett, wenn ein Anbieter deinem Wunsch nach einem kostenlosen Goodie nicht nachkommt. Vielleicht hat er keins, weil er sich keine Goodies leisten konnte. Vielleicht wollte er aber von vornherein nicht so viel Müll produzieren.
Sei weiterhin nett und nimm nicht einfach etwas mit, ohne dafür zu bezahlen. Die Bücher, die ausgestellt werden, haben eine Stange Geld gekostet. Diebstahl wird übrigens von der Messe-Leitung geahndet.
Den Nettigkeits-Höhepunkt erreichst du, wenn du davon absiehst, deinen Müll an Ständen zurückzulassen und auf die Sauberkeit deiner Schuhe achtest, bevor du den Stand betrittst. Zur absoluten Superspitze gehörst du, wenn du nicht mit Essen herumkleckerst und ein Auge auf jüngere Messebesucher in deiner Begleitung hast.

Und last but not least: Sei doch so nett und wechsel ein paar Worte mit den Standbetreibern. Sie haben sich mehrere Monate auf die Messe vorbereitet und brennen darauf, dich kennenzulernen!

Die Nornen findest du übrigens während der Leipziger Buchmesse in Halle 2 an Stand J303.
Wir freuen uns auf Euch!

Nornen auf der #FBM17

Die Frankfurter Buchmesse. Eine der Veranstaltungen, auf denen sich Buchmenschen aller Art tummeln, gegenseitig auf die Füße treten, neu verknüpfen und ihre verrückte Seite ausleben. Stundenlang zum Signieren anstehen, sich verkleiden, Goodies verteilen und sammeln wie sonst nur Bonbons an Karneval (oder Fasching, Fastnacht, sucht euch was aus). Dieses Jahr sind unter den Besuchern zum ersten Mal auch einige unserer Nornen unterwegs. Heute verraten wir, wen ihr wo antreffen könnt und nach wem ihr einfach die Augen aufhalten solltet.

 

 

 

Jeden Tag auf der Messe ist beispielsweise Katherina Ushachov, die dieses Jahr frisch Zarin Saltan veröffentlicht hat. 

Täglich könnt ihr auch Nike Leonard treffen, die ohne festen Termin die Messehallen durchwandert. Sie hat dieses Jahr einen weiteren Teil ihrer Codex Aureus Reihe, Biss zum letzten Akt, veröffentlicht.

Auch Babsi aka BlueSiren ist ab Mittwoch Mittag in Frankfurt und auf der Messe unterwegs. Außer auf unserem Nornentreffen könnt ihr sie am Samstag um 16:00 beim Treffen von Stopfis Bücherwelt erwischen.

Auch Luzia Pfyl wird ab Mittwoch in Frankfurt sein. Am Sonntag findet ihr sie ganz sicher am Stand von Greenlight Press, wo ihre Frost & Payne Reihe publiziert wird.

In Halle 3 wird Janna Ruth von Mittwoch bis Samstag herumstreunen. Die junge Autorin hat dieses Jahr ihre zwei Romane Tanz der Feuerblüten und Im Bann der zertanzten Schuhe veröffentlicht.

Christina Diart wird am Mittwoch die Messe unsicher machen, ebenso Freitag und Samstag. Sie ist nicht nur Autorin, sondern auch Wortsammlerin und in Frankfurt auch Sammeltour.

Ab Donnerstag könnt ihr außerdem auf Carina Schnell treffen. Samstags sie beim Meet&Greet  an der Bar Auberginde von 9:30 bis 10:30 zu erwischen und dann noch einmal von 11 bis 12 bei Forever Halle 3, B120. 2017 hat ihre Magische Leidenschaft Reihe dort ein Zuhause gefunden.

Von Donnerstag bis Samstag ist auch Eva-Maria Obermann auf der Buchmesse. Im März kam der erste Teil ihrer Zeitlose-Reihe in den Handel. Sie hat Goodies dabei, als sprecht sie an.

Freitag und Samstag könnt ihr auf Stella Delaney treffen, die auch bei den Nornentreffen sein wird. Sie plant für nächstes Jahr ihre erste Romanveröffentlichung.

Am Samstag bekommen wir außerdem von Irina Vérène Unterstützung, die gerade an ihrem ersten Roman schreibt. Go, Iri!

An ihrem roten Hut könnt ihr am Samstag Elenor Avelle, die frisch ihre Dystopie Infiziert auf den Markt gebracht hat, erkenne. Ansprechen lohnt sich, ich habe gehört, dass sie ganz tolle Goodies dabei hat.

Samstags wird auch Michaela Stadelmann alias Mikaela Sandberg auf der Messe sein. Um 11 Uhr wird sie Carrie Schnell am Forever Stand besuchen. Außerdem findet ihr sie um 13 Uhr beim Twentysix-Stand, Halle 2.0/J25 und beim Meet & Greet bei Ullstein Midnight um 15 Uhr Halle 3.0/ B120.

Elea Brandt ist am Sonntag ab 14:30 am Mantikore Stand, Halle 3.0/ F44 zu finden. Ihr Debüt-Roman Opfermond ist frisch erschienen, Vorbeischauen lohnt sich.

Natalie Winter wird ebenfalls am Sonntag auf der Messe sein. Ihr findet sie von 13 bis 14 Uhr bei ihren Shifter Cops Büchern am Stand von Dyras, Halle 3.0 / E2.

Wenn ihr neugierig seid und uns persönlich kennenlernen wollt, ist Freitag um 13 Uhr im Atrium vor der Halle 3 und Samstag um 15 Uhr in … eine gute Gelegenheit. Ihr könnt aber jede von uns gerne ansprechen und nach Infos fragen, einige haben Goodies dabei oder andere Überraschungen. Wir freuen uns auf eine buchige Messe.

 

 

 

Geek-Content deluxe: Rollenspiel, Schwertkampf und meine allererste Lesung auf der Manticon 2017

Ein Beitrag von Elea Brandt
(www.eleabrandt.com)

Das erste August-Wochenende durfte ich auf der Manticon verbringen, einer kleinen aber feinen Convention mit über 24 Stunden feinstem Geek-Content. Die Location könnte für eine Fantasy- und Rollenspiel-Convention nicht besser gewählt sein: Die Starkenburg in Heppenheim ist eine liebevoll restaurierte Festungsanlage mit vielen kleinen Räumen, einem schattigen Innenhof und einer bezaubernden Aussicht. Die Atmosphäre ist locker und familiär, das Programm besteht aus einigen festen Punkten und sehr viel freien Möglichkeiten für gemeinsame Spielrunden und flexible Lesungen, je nach persönlichem Geschmack.

Elea Brandt bei ihrer ersten Lesung aus „Opfermond“

Apropos Lesungen: Für mich war die Manticon ein ganz besonderes Event, denn ich durfte dort meine allererste öffentliche Lesung halten, noch vor Erscheinen meines Debüts. Eine Pre-Release-Lesung sozusagen.
Für viele Autoren sind Lesungen ja ein Graus. Völlig schutzlos sitzt man da vor einer Meute mehr oder weniger interessierter Zuhörer und hat nur wenige Minuten Zeit, sie in seinen Bann zu ziehen und von der Begeisterungswürdigkeit des eigenen Werks zu überzeugen. Das ist harte Arbeit. Abgesehen davon werden Lesungen auch immer wieder stark kritisiert und ihre Berechtigung in Frage gestellt, das geht natürlich nicht spurlos an einem vorüber.
Während ich mich im Vorfeld auf meine Lesung vorbereitet habe, habe ich mir also ein paar Fragen gestellt. Welche Lesungen haben mir bisher besonders gut gefallen? Was zeichnet sie aus? Wie sorge ich dafür, dass ich mich beim Lesen selbst wohl fühle?
Auch wenn der Beitrag für meine kleine Lesung nicht zu 100 % zutraf, hat mir Annika Bühnemanns Leitfaden „Eine Lesung vorbereiten“ sehr gut dabei geholfen, mein Vorhaben zu strukturieren. Ich wollte das Ganze locker angehen, nicht zu steif, möglichst frei sprechen können. Trotzdem hab ich mir meinen Text in Stichpunkten aufgeschrieben, kurz notiert, was ich über mich und den Roman erzählen wollte. Ehrlich gesagt hab ich mich damit doch wohler gefühlt.
Schwieriger gestaltete sich die Auswahl der richtigen Szenen. Welche Perspektivträger soll ich nehmen? Welche Szenen enthalten zu viele Spoiler? Welche Szenen sind auch mit vagem Hintergrundwissen spannend? Wie kann ich die Stimmung und Atmosphäre des Romans am besten vermitteln? Am Ende habe ich mich lieber für drei kurze als zwei lange Szenen entschieden, sodass dazwischen Zeit für Fragen, Plaudereien und Erklärungen bleibt. Frühere Erfahrungen lehrten mich zwar, dass diese Möglichkeit nur selten wahrgenommen wird, aber mehr Zeit ist immer besser als weniger.
Natürlich war ich nervös, als es losging, aber kaum waren die ersten Sätze geflossen, wurde es einfacher und ich hatte richtig Spaß beim Lesen. Ich schätze, gerade darauf kommt es bei Lesungen an. Nur, wer selbst Freude daran hat, kann diese auch nach außen transportieren. Ein gewisses Lampenfieber ist dabei keine Einschränkung, sondern ganz normal, aber wem die Vorstellung, vor Publikum zu lesen, Schweißbäche über den Rücken jagt, sollte sich nicht dazu genötigt fühlen. Lesungen sind toll, aber nur dann, wenn beide Seiten – Leser und Zuhörer – davon profitieren können.

Starkenburg

Aber zurück zur Manticon. Das Rahmenprogramm, das von allerlei selbstorganisierten Rollenspielrunden umrahmt wurde, bot Unterhaltung für jeden Geschmack. Im heimeligen Turmzimmer lasen u.a. Torsten Low, Jens Schumacher und Mario Steinmetz aus ihren Werken – eine hervorragende Mischung aus humorvollen, spannenden und horrorlastigen Geschichten –, Professor Tom Shippey – international anerkannter Tolkien-Experte – sprach über die Verbindung zwischen Tolkien, Jacksons Filmen und wissenschaftlichen Grundlagen und Marion und Frank, die „German Superfans of Game of Thrones“ gaben exklusive Einblicke in die Konzeption und Umsetzung der „Nachtwache“ in der beliebten Serie.

Ausblick von der Starkenburg

Wer lieber etwas aktiver werden wollte, konnte Samstagnachmittag an einem kleinen, aber feinen Schwertkampfseminar teilnehmen, angeboten von der Gruppe „Funkenflug“ aus Konstanz. Viel mehr als Grundlagen konnten selbstverständlich in 90 min nicht vermittelt werden, trotzdem würde ich jeder/m Fantasy-Autor/in raten, sich wenigstens einmal einem solchen Training zu widmen. Nicht nur, weil es wirklich Spaß macht, sondern weil sich die gröbsten Fehler schon mit ein paar Grundlagen vermeiden lassen.

Schwert- und Messerkampftraining mit der Gruppe Funkenflug

Trotz des tollen Rahmenprogramms blieb rund herum noch genug Zeit, sich zu Rollenspielrunden zu treffen, gemeinsam ein Brett- oder Kartenspiel zu zocken oder bei der großen Rollenspiel-Auktion begehrtes (Sammler-)Material zu ergattern

Nostalgie-Spielrunde zu „Das schwarze Auge 1“ aus den frühen 80ern

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Alles in allem hat sich die Manticon für mich wirklich gelohnt, es war ein tolles Wochenende mit vielen netten Menschen und einer sehr familiären Atmosphäre, ganz anders als auf den großen Buchmessen und Conventions. Wer also gerne mal ein tolles, geekiges Wochenende mit Gleichgesinnten verbringen, Neues ausprobieren oder hautnah mit Autoren bzw. Verlegern plaudern will, der ist auf der Manticon goldrichtig.

Eure Elea Brandt