So wird aus vielen Herzen eines – Die Meilensteine der Benefiz-Anthologie (Siiri Saunders)

‚Entzünde den Funken‘

Seitdem ich schreibe, war es mein Traum, etwas für andere tun zu dürfen. Und zwar nicht irgendwie, sondern durch ein Buch. Diesen Traum erfüllte ich mir im November 2018 durch die Herausgabe der Benefiz-Anthologie!

Als die Suche nach Autor*innen begonnen hatte, war mir, nach all der Freude über die Umsetzung, mulmig. Was wäre, wenn wir zu wenige oder gar keine Beiträge finden würden? Wie sollten wir innerhalb von nur fünf Monaten ein solches Projekt stemmen?

Natürlich schreiben die Leute gerne, doch was, wenn die Ausfertigungen nicht qualitativ genug wären? Langsam wurde mir klar, welcher Größenordnung wir uns da stellten und ich fühlte mich für den Moment ganz klein.

Jeder Schritt während des gesamten Prozesses war eine Herausforderung für mich. Meine Anforderungen an mich selbst waren hoch. Ich empfand eine große Last auf meinen Schultern, denn ich wollte den Autor*innen etwas bieten, für das es sich zu Schreiben lohnte – schließlich arbeiteten sie ehrenamtlich.

– Wir sind Hilfsbereitschaft –

Tag x war gekommen und wir hatten eine gute Auswahl an herzerwärmenden Geschichten. Die erste große Hürde war geschafft, die Anthologie würde also stattfinden können. Die meisten Beiträge passten bereits super zu unserer Idee: Wir wollten Benefiz und Anthologien, sowie das Thema Hilfsbereitschaft wieder salonfähig machen.

Dieses Buch sollte dazu beitragen, die Welt ein klein wenig zu verbessern, und zwar auf verschiedenen Ebenen.

Die Geschichten drehen sich allesamt um das Hauptthema Hilfsbereitschaft – das Buch sollte das Thema praktisch atmen. Die Leser*innen können sich mit den Protagonist*innen identifizieren und eine Moral daraus ziehen, diese soll sich ihnen aber nicht aufdrängen, sondern natürlich ergeben.

Die Erlöse spenden wir quartalsmäßig an zwei verschiedene soziale Projekte – ein Kinderhospiz namens Pusteblume und eine Organisation, die sich für die Ausbildung, Qualitätsstandards uvm. für Assistenzhunde einsetzt. ‚Die Pfotenpiloten‘ . Für unsere Leser*innen heißt das, sie kaufen sich ein Buch und tun damit bereits Gutes – sich selbst und anderen.

– Mensch, sei hilfsbereiter! –

Um dieses engagierte Projekt umsetzen zu können, brauchten wir nicht nur freiwillig ehrenamtlich schreibende Autor*innen, sondern auch finanzielle Mittel, um das Buch rundum professionell zu gestalten.

Wir starteten ein Crowdfunding auf Startnext.de. Innerhalb kürzester Zeit kamen so viele Unterstützer*innen zusammen, dass es mir für einen Moment die Sprache verschlug.

Hier wurde mir zum ersten Mal richtig bewusst, dass unsere Idee lebte – auf verschiedenen Ebenen. Sie nahm nicht nur Buchform an, sondern die Idee der Hilfsbereitschaft existierte bereits in der Welt. Die Menschen brauchten nur etwas, womit sie diesen Wunsch auch ausleben konnten. Wir mussten sie gar nicht daran erinnern, sondern ihnen lediglich eine gute Möglichkeit bieten.

Wir sind bereits hilfsbereite und soziale Wesen! Wir sind und wir wollen miteinander vernetzt sein. Wir wollen helfen, wir wollen auch Gutes tun.

– Grandiose Unterstützung für Unterstützer –

Wir hatten das erste Crowdfundingziel noch lange vor Ablauf der gesamten Zeit erreicht. Ich hätte Purzelbäume schlagen können, so fasziniert, erleichtert und von Freude erfüllt war ich.

Darauf folgte auch schon das Erreichen des zweiten Crowdfundingziels. Als ich sah, wie groß die Resonanz auf das Thema Benefiz und Hilfsbereitschaft ist, musste ich weinen. Ja, ehrlich. Ich war und bin sehr tief berührt. Ich danke euch von Herzen dafür!

– Ein Haufen Arbeit … –

… der viel Freude mit sich brachte und einige tolle Begegnungen. In und nach dieser Zeit durfte ich etliche unserer Autor*innen und die Gründerin der Pfotenpiloten persönlich kennenlernen. Ich habe jede Minute genossen und viel Energie aus diesen Treffen gezogen. Es war ein besonderes Gefühl der Zusammenarbeit, von der ich nicht weiß, ob ich diesen Zauber noch einmal erleben werde. Mit den meisten Autorinnen und Autoren bin ich immer noch im Kontakt, es bilden sich Bekanntschaften und Freundschaften.

Wie man in diesen beiden Zitaten lesen kann, ist unsere Arbeit manchmal unkonventionell und manchmal überraschend gewesen, aber stets voller Herzblut.

„Als es in die letzte Phase des Lektorats ging, begab ich mich auf das #NornenHopping. Natürlich konnte ich es mir da nicht nehmen lassen, wenn ich Siiri schon besuche, mit ihr vor Ort gemeinsam die letzten Anmerkungen einzuarbeiten. So ein Lektorat macht doch gleich nochmal mehr Spaß, wenn man gemütlich zusammensitzen und die Ideen live hin- und herwerfen kann.“


Anne Zandt – ‚Poisonpainter‘:
Siiri und Anne genießen kleine Pausen in der Sonne

„Mein Highlight bei der Benefiz-Anthologie war so gesehen alles. Angefangen von der Erkenntnis, dass ich wirklich eine passende Geschichte parat hatte, über den Feinschliff, der ihr im Lektorat verpasst wurde, bis hin zu dem Moment, als mir aus heiterem Himmel mitgeteilt wurde, dass sie veröffentlicht ist. Und natürlich, das fertige Buch in den Händen zu halten. Das alles zählt als wunderbares Gesamterlebnis.“


Jule Reichert – ‚Moechtegernautorin‘:

– Wir waren fertig –

Wir alle hatten schnell und präzise gearbeitet. Nun war es soweit – wir hatten ein wunderschönes Cover, die Korrektur war durch und der Buchsatz perfekt. Die Veröffentlichung stand vor der Tür. Auch hier fiel mir eine riesige Last von den Schultern.

Der Moment jedoch, an dem ich auf Veröffentlichen drückte, war grauenvoll.

Ich musste das Buchbaby nun loslassen. Das war ein wehmütiger, freudiger, aufregender, aber vor allem intimer Augenblick. Er ließ mich in Furcht zurück. Für ein paar Tage fiel ich in ein dunkles Loch irrsinniger Fragen: Was, wenn das keiner lesen will? Habe ich Fehler im Buchsatz übersehen? Ist der Klappentext wirklich gut genug? Ist das alles massentauglich?

Das sind die alltäglichen Autorenprobleme, die jede*r einmal hat. Ich glaubte jede Sekunde fest an unsere Geschichten und liebte jedes einzelne Wort. Aber in dem Moment, in dem ich die Kontrolle komplett abgeben musste, also nichts mehr tun konnte, schnellten sämtliche Ängste, die ja leider auch der Realität entsprechen konnten, in meinen Fokus.

– Der Erfolg –

Da der Erfolg wirklich nicht lange auf sich warten ließ, konnte ich mich sehr bald wieder entspannt zurücklehnen und einfach nur genießen. Frei nach dem Motto einer Freundin: ‚In vino caritas‘. Mittlerweile stehen wir seit kurz nach der Herausgabe auf der Bestseller-Liste der TwentySix Charts – doch ohne ein glasklares Ziel und geschlossenes Engagement aller Beteiligten, wäre das nicht möglich gewesen.

Ich freue mich so sehr, dass die Themen Benefiz, Anthologien und Hilfsbereitschaft wieder vermehrt im Fokus unserer Gesellschaft stehen. Es war mir eine Freude, dieses Buch mitherausgeben zu dürfen – letztendlich gilt mein Dank den großartigen Autorinnen und Autoren, ohne die das Buch niemals das Licht der Welt erblickt hätte.

Auch danke ich den Crowdfunding-Unterstützern und jedem Einzelnen, der auch nur auf die winzigste Weise mitgewirkt hat. Ihr seid großartig – jede und jeder Einzelne von euch!

„Spüren zu dürfen, was ein gemeinsames Ziel aus einer Gruppe fremder Menschen machen kann, war ein unglaublich berührendes Erlebnis. Gehen wir gemeinsam weiter, in eine großherzige Welt der Hilfsbereitschaft. In diesem Sinne – Entzünde den Funken.“


Siiri Saunders

Deine Siiri Saunders vom Team Entzünde den Funken

P.s.

Noch ein Wort zum Thema ‚In vino caritas‘: Natürlich ist das erstmal lustig, wenn eine Herausgeberin ihre Arbeit der Hilfsbereitschaft völlig poetisch mit einem Glas Wein begießt, aber es gibt ein viel wichtigeres Thema, das ich hier auch nochmal mit an die Hand geben möchte.

Die Stiftung IN-VINO-CARITAS unterstützt seit 1999 Ausbildungsprojekte für Kinder, die auf und an der Müllkippe von Manila leben.

Ich habe mich für ein Projekt in Deutschland entschieden, um dieses besuchen und betreuen zu können – aber vergessen wir nicht das Leid anderer Teile unserer Welt, denn wir sind alle eins.

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