Wasser im Nornengestöber – Reinigendes Element und Lebensquell in einem

Ohne Wasser geht es nicht. Für den menschlichen Körper ist H2=  unerlässlich und lebensnotwendig. Es erfrischt und reinigt nicht nur von außen, sondern auch von innen.

Wer an einem heißen Tag schon einmal längere Zeit unterwegs war und die Wasserflasche zuhause vergessen hat, weiß, wie erleichternd der erste Tropfen ist, der schließlich an unsere Lippen kommt. Sofort fühlen wir uns wieder lebendig und gestärkt.

Daher ist es gar nicht so verwunderlich, dass Wasser als lebensspendendes Element schon seit Jahrhunderten auch in Märchen und Mythen ein beliebtes und häufig wiederkehrendes Thema ist. Es findet u.a.  in den unzähligen, weltweit verbreiteten Versionen des Märchen „Das Wasser des Lebens“ wieder.

Wasser taucht in Märchen und Sagen in vielen unterschiedlichen Formen auf. Brunnen sind beliebte Schauplätze, sie haben eine magische Anziehungskraft und lebensverändernde Dinge spielen sich ab, wenn ein Brunnen in der Nähe ist. Nicht zuletzt in dem Mythos vom Jungbrunnen vereinen sich das Prinzip des reinigenden Wassers, das uns von unseren Leiden und der Sterblichkeit befreit, und das Bild des Wassers als Quell des (ewigen) Lebens. Auch fließende Gewässer werden gerne verwendet und haben eine starke Symbolik. Helden und Heldinnen müssen zu (symbolischen oder tatsächlichen) Quellen reisen, um den Ursprung von etwas zu finden, sei es ein spezielles Mittel für Heiltränke (Reinigung) oder tatsächlich den Ursprung ihrer eigenen, ganz besonderen magischen Fähigkeiten (Lebensquell). Flüsse wie der Styx in der griechischen Mythologie haben ebenfalls oft übernatürliche Kräfte.

Nicht überraschend also, dass wir im nassen Element eine Vielzahl an Fabelwesen antreffen: Wir haben die gutartigen Najaden, Wassernymphen, deren Lebenszyklus an das Gewässer geknüpft sind, in dem sie leben und das sie reinigen und erhalten. Nixen und Meerjungfrauen und Sirenen tauchen ebenfalls immer wieder in Geschichten auf, auf unterschiedlichste Art und Weise.

Aber auch in vielen Religionen und Glaubensrichtungen spielt Wasser eine zentrale Rolle. Schauen wir uns nur einmal die christliche Taufe an, aber auch das Konzept des Weihwassers, oder Initiationsriten, die ebenfalls oft das reinigende Wasser beinhalten. Die Geschichte von der Arche Noah ist ebenfalls ein wunderbares, biblisches Beispiel für die reinigende Kraft des Wassers und gleichzeitig seine Eigenschaft als Lebensquell. Denn auf der einen Seite wird die Erde von der Bosheit des Menschen gereinigt, auf der anderen Seite kann auf der auf diese Art und Weise gereinigten Welt wieder neues Leben entstehen.

Zu guter Letzt sind wasserhaltende Gefäße auch ein vielverwendetes Symbol. In der Literatur und anderswo tauchen immer wieder gerne Kelche auf und entscheiden über das Schicksal der Helden und Heldinnen, auf unterschiedlichste Art und Weise. Das Wasser aus einem Kelch hat nicht selten reinigende, heilende, sogar lebensrettende Wirkung, wie z.B. der heilige Gral, und wer davon trinkt, erlangt sogar Unsterblichkeit und wird von allen Leiden erlöst.

Aber Vorsicht: Nicht alle Kelche sind uns wohlgesinnt, und obgleich sie uns ebenfalls von unseren Leiden erlösen können, ist ihre Wirkung eine ganze Ecke tödlicher

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