BuchBerlin – von Schicksalskelchen, zickigen Prinzessinnen und betrübten Biestern (Deborah B. Stone)

Zwei Reisen der besonderen Art: Messe-Rallye und Zeitreise

„Der Kelch ist ja leer!“ Diesen enttäuschten Ausruf von Standbesucherinnen konnten wir** natürlich nicht ertragen und Michelle Janßen eilte gleich los, den wunderbaren Schicksalskelch, der seit der LBM wohl schon fast ein Markenzeichen der Nornen geworden ist, zu füllen. Nicht mit Losen dieses Mal, sondern mit Naschzeug. Zieht immer gut und für Glücksspieler*innen und Abenteuersuchende hatten wir uns für Berlin ja gleich zwei Angebote erdacht: Eine Rallye durch die wichtigsten Messestände (nein, überhaupt nicht subjektiv!) und eine Reise durch die Zeit. Denn schließlich gibt es neben contemporary fantasy so viele fantastische Werke, die in einer Vergangenheit oder einer möglichen oder unmöglichen Zukunft spielen. Und, wer dorthin reisen möchte, benötigt einen Pass. Einen Zeitreise-Pass, klar. Deutsche Bürokratie eben …

Der Schicksalskelch am Nornenstand

Verkäufe und unbezahlbare Gespräche

„Und was unterscheidet nun eure Bücher von konventioneller Fantasy?“
Natürlich drängten sich nicht nur Reisende an unserem Stand, auch gekauft und interessiert mitgenommen wurde einiges. Bücher natürlich (vor allem von Nora Bendzko, Jana Jeworreck, Anna Kleve und Tina Skulpin), aber auch die Unikat-Genreboxen (Drachen, Steampunk, Dark Fantasy …) unserer wunderbaren Bastelfee Elenor Avelle verkauften sich gut (nicht nur an Alex!) Die Zauberstäbe waren nicht nur als Rallye-Preise heiß begehrt. Zudem wurden ordentlich Lesezeichen eingesammelt und ich (Deborah B. Stone) durfte als Vorgeschmack auf den baldigen Ruhm sogar meine Leseproben signieren.

Auch Aufklärungsarbeit konnten wir leisten: Über die Genres der Phantastik von Utopie bis Dystopie, über Geschlechterklischees und unsere Alternativ-Entwürfe. Und, wenn eine von uns nicht weiter wusste, gab es immer mindestens eine Nornen-Schwester, die gerne in die Diskussion sprang. Denn Nornen halten zusammen. Ob es nun um das Vermarkten ihrer Kolleginnen geht oder die gemeinsame Lesung: „Alle für eine und eine für alle!“

Jede Mende Nornenwerke

Lesungen: von Regenbogensplittern, Perfektion, Hexen, Prinzessinnen und Biestern

In diesem Fall hieß es dann spontan: Zwei für alle. Denn unerwartet tauchten Ordner der Messe am Stand auf, um uns zur Nornen-Lesung abzuholen. Die war doch zu unserer Enttäuschung vor Wochen abgelehnt worden! Nun jedenfalls sollten wir lesen und Nora Bendzko und Laura Kier fanden sich bereit, unvorbereitet die Bühne zu besetzen. Die Nornen-Anthologie, aus der ursprünglich gelesen werden sollte, lag nicht bereit und so lasen die beiden aus ihren eigenen Werken. Leider vor kleinem Publikum, denn eine Ankündigung und entsprechende Werbung hatte es ja nicht gegeben.

Die wunderbare Lesung unserer Stella Delany erfreute dagegen ein größeres Publikum und gab uns bunte Regenbogen-Splitter mit in den grauen November: „Was ist das Gegenteil von weiß? – Rosa! Und was liegt dazwischen? – Grün.“

Zur Lesung von Anne Danck, deren Kurzgeschichte für die Prinzen-Anthologie des Chaospony-Verlags ausgewählt wurde, traten die Nornen dann gleich als Gruppe an. Zickige Prinzessinnen, verwirrte Prinzen und betrübte Biester – wer hätte da schon widerstehen können? Zum Glück hatten wir im Hotel-Zimmer einen Probedurchlauf, sonst wäre unter unserem lauter Gelächter wohl kaum etwas zu verstehen gewesen. So aber hatte bei der szenischen Gruppenlesung auch das Publikum Spaß und nicht nur wir.

Das fleißige Nornenteam auf der BuchBerlin

Verpasste Chancen und Highlights

Eine schuldlos verpasste Chance für Aufmerksamkeit und eigenen Spaß war sicher die Nornen-Lesung. Sie konnte nicht vorbereitet und beworben werden. Trotzdem machten wir das Beste daraus.
Insgesamt wäre es sicher eine Möglichkeit die Medien stärker einzubeziehen und beispielsweise Interviews am Stand zu vereinbaren. Faszinierend genug sind wir allemal.
Der Erfolg der verkauften (Fan-)Artikel sollte uns in jedem Fall dazu ermutigen, mehr davon herzustellen und anzubieten. Und wir benötigen definitiv einen besseren Ständer für Give-Aways wie Leseproben, Lesezeichen und dergleichen. Und vielleicht sogar Schlüsselanhänger oder Stifte mit unserem tollen Nornen-Logo?

Absolute Highlights bei der Messe waren für mich ohne Frage die Nornen als biestige Prinzessinnen und prinzliche Biester.

Die Kommunikation hinter und vor dem Nornenstand war unübertroffen und sehr professionell: Offensive Nornen wie Anne Zandt und Holly Miles waren unermüdlich dabei, interessierte Passanten anzulocken und für unser Netzwerk und die Reise-Angebote zu begeistern und hinter dem Stand informierten Paula, Ela und June Is die Kaufwilligen. Und bis zum Schluss gab es ausreichend Hände, die den Stand betreuten und abbauten.
Wer wie Stella, Sabine, Kathrin und Laura einen eigenen Stand zu betreuen hatte, konnte sich mindestens beim Nornen-Essen mit den anderen austauschen. Bei aller Intensität der online-Kontakte sind doch offline-Treffen durch nichts zu ersetzen.

In diesem Sinne freue ich mich schon sehr, wenn ich die Schwestern bei der LBM, dem PAN-Branchentreff, der Feen-Con und anderen Veranstaltungen wieder treffe!

 

** Autorin des Beitrags ist Deborah B. Stone

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Danke für den Bericht – jetzt fühle ich mich fast, als sei ich doch dabeigewesen!