Autorinnenleben und Twitter (Holly Miles)

Zu einen der bekanntesten Social Media Netzwerken dürfte wohl Twitter gehören. Für einige gehört es dazu, täglich die Tweets (die Beiträge auf Twitter) abzurufen, während andere Netzwerke eher nebenbei laufen. Daher möchte ich heute einen genaueren Blick auf Twitter werfen.

Was ist Twitter?

Twitter zählt zum Bereich Mikroblogging. Mit zwischenzeitlich 280 Zeichen schickst du eine Nachricht an die Welt. Mehr Platz hast du momentan nicht. Daher twittern viele unter einem Beitrag weitere Tweets, sodass daraus ein sogenannter Thread entsteht.

In einem Tweet kannst du Werbung für dich, deine Internetseite oder dein Buch machen. Natürlich ist es auch möglich, einfach über den Tag zu schreiben, was so passiert ist oder andere lustige Anekdoten. Das kommt auf dein persönliches Anliegen an.

Wichtiger Hinweis: Deinen Tweet kannst du auch als Bild veröffentlichen. Nur bedenke bitte, dass Bilder nicht barrierefrei sind. Personen, die nicht einwandfrei oder gar nicht sehen können, können damit Schwierigkeiten haben. Aber mit der Browseranwendung „Tweetdeck“ kannst du das umgehen. Denn unter dem Bild kannst du dort den Text einfügen. Die Zeichenzahl scheint hier länger zu sein, als bei einem Tweet.

Im folgenden erkläre ich dir die wichtigsten Funktionen von Twitter.

Die Anmeldung – mit irgendeinem Namen

Bezüglich des Anmeldeprozesses werde ich an dieser Stelle nicht ausführlich werden. Ein wichtiger Hinweis jedoch. Zwischenzeitlich verlangt Twitter bei der Anmeldung eine Handynummer, um deinen Account zu bestätigen. Soweit ich aber gesehen habe, kann man eine Nummer für mehrere Twitteraccounts verwenden.

Der Name darf maximal 15 Zeichen lang sein. Wobei ich auch gelesen habe, wenn du deinen richtigen Namen angibst, erhöht sich die Zeichenanzahl auf 20. Das siehst du aber alles in der Anmeldemaske.

Bei der Namenswahl hast du mehrere Möglichkeiten. Entweder dein Autorinnenname, einen Fantasienamen oder deinen richtigen. Das kommt darauf an, wie du dich auf Twitter präsentieren möchtest.

Dabei musst du jedoch einen Unterschied machen. Einmal der Name, der auf deinem Account erscheint (Nornennetz als Beispiel) und dann der @Name (@Nornennetzwerk). Damit kannst du dann den Account anschreiben.

Beide Namen müssen übrigens NICHT übereinstimmen. Da hast du absolut frei Wahl.

Dein Avater und das Headerbild

Das Bildchen, womit du letztendlich auftrittst, sollte auf alle Fälle die Spielregeln des Urheberrechts berücksichtigen. Nimm also Bilder, an denen du das Urheberrecht hast oder die frei zur Verfügung dafür gestellt werden. Leider sind Abmahnungen sehr teuer.

Wenn du mit einem Produkt auftrittst (zum Beispiel als Autorin), kannst du das Cover deiner aktuellen Geschichte als Avater benutzen. Dieses kannst du zusätzlich als Headerbild verwenden. Mit jedem geschriebenen Tweet machst du so automatisch für dein Produkt Werbung, ohne dass du jedes Mal einen Werbetweet schreiben musst.

Deine ersten Schritte

Sehr wahrscheinlich wirst du nicht von Anfang an deine ersten Follower haben. Es wird wohl eher so aussehen, dass du dich umsiehst und nachschaust, wer so alles auf Twitter ist und denen folgen. Natürlich auch Stars und Sternchen. Als Autorin bzw. Autor wirst du wahrscheinlich auch Verlage und/ oder anderen Autorinnen und Autoren folgen wollen. Daher ist die Zahl der Accounts die du folgst, am Anfang höher, als der Zahl, die dir folgen. Fürs Erste ist das absolut normal und natürlich.

Wenn du bereits andere Kanäle im Internet führst, zum Beispiel eine Facebook-Seite, dann kannst du dort Werbung für deinen Twitterchannel machen. Leute, die sich für dich interessieren, werden dir aller Wahrscheinlichkeit nach auch dort folgen.

Aber egal wie vielen du letztendlich folgst, wenn du nicht selbst twitterst, wirst du für andere einfach nicht interessant genug sein.

Worüber könntest du denn so twittern?

Meine Empfehlung: Mach nicht nur Werbung für dich, deine Projekte oder was auch immer dein mögliches Anliegen ist. Natürlich kannst und sollst du deinen Twitterkanal für Werbung verwenden. Das gehört dazu. Aber wenn du NUR Werbung machst, viele werden dir entweder gar nicht folgen oder dir irgendwann wieder entfolgen.

In meiner Liste hatte ich auch eine Person aufgenommen, die wirklich nur Werbung für ihre Bücher getweetet hatte. Zumindest erschien es mir so, wann immer ich ihre Tweets entdeckt hatte. In solchen Fällen schaue ich mir dann den Kanal an und überprüfe mein Gefühl. Wenn es stimmt, dann neige ich auch dazu, der Person zu entfolgen. Nicht, weil ich das nicht unterstütze, sondern einfach, weil ich das nervig finde.

Du kannst also gerne über deine Projekte twittern, aber auch mal über etwas Alltägliches. Wenn du gerade ein Buch liest, dann empfehle es doch einfach. Und wenn die Autorin oder der Autor ebenfalls einen Twitteraccount hat, kannst du sie oder ihn direkt einbeziehen.

Auf diese Art kannst du Respekt für die Arbeit der Person zeigen, aber auch Aufmerksamkeit auf dich ziehen. Und durch solche Aktionen könnte es auch passieren, dass die eine oder der andere auf dich aufmerksam wird und dir danach folgt.

Mir folgt jemand … mir folgt jemand …

Gerade am Anfang kann es schon ein klasse Gefühl sein, wenn dir endlich jemand folgt. Und es ist auch völlig in Ordnung, wenn du sofort zurückfolgst. Du solltest aber irgendwann gezielt den Leuten folgen, mit denen du dich vernetzen möchtest. Ab einer gewissen Anzahl von Gefolgten könntest du die Übersicht verlieren und nicht mehr alle Beiträge sehen. Tatsächlich kenne ich einige Accounts, die mehreren 1.000 Leuten folgen. Außerdem dürften einige Follower für dich auch nicht interessant sein. Warum dann folgen?

Hashtags

Eine gute Idee sind interessante Hashtags. Hashtag bedeutet, dass du das Nummernzeichen, also #, tippst und danach ohne Leerzeichen ein Wort (#NornenFragefreitag). Auf diese Weise können Leute, welche nach bestimmten Hashtags suchen, theoretisch auf deinen Tweet und damit auch auf deinen Account aufmerksam werden. Und eventuell findest du auf diese Weise einen neuen Follower.

Als Autorin bzw. Autor kannst du ebenfalls bestimmte Hashtags benutzen, die zwar aus dem englischen kommen, aber hier auch Verwendung finden. Dazu gehören zum Beispiel #amwriting, #iamwriting, #Author, #Autorenleben #Autorinnenleben #Autor #Autorin und Ähnliches.

Damit zeigst du auch deine Präferenz bei deinen Tweets an. Und bietest damit anderen die Möglichkeit, dich zu finden und dir zu folgen. Oder eben auch nicht.

Twitteraktionen für Autor*innen

Es gibt einige Aktionen, die du als Autor*in die Wege leiten kannst.

Einige Beispiele möchte ich dir kurz vorstellen:

Lesechallenges

Hier wird eine Herausforderung ausgesprochen, an der sich alle beteiligen können. Dabei werden für jeden Tag in einem bestimmten Zeitraum Fragen oder Aufgaben gestellt, die du dann erfüllen darfst. (Zum Beispiel das Teilen der eigenen Erfahrungen zum Thema Selfpublishing: Welche Bücher hat man gelesen, welche hat man geliebt oder auch, welche Charaktere mochte man.)

Damit kann man die Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Thema richten. Und das eventuell auch als Marketingmittel benutzen. Gerade, wenn du diese Challenge startest.

Der #FF

Der #FF steht für „Follow Friday“. Das bedeutet, dass du jeden Freitag Leute empfehlen kannst, denen man, deiner Meinung nach, unbedingt folgen sollte. Dafür schreibst du den Hashtag #ff oder auch #FF und dann die Namen. Du kannst in einem Tweet die Namen aufführen, oder du schreibst zu jeder Person einen eigenen Tweet. Letzteres ist natürlich ein wenig anstrengender. Aber auch persönlicher.

Retweet

Wenn dir ein Tweet gefällt, ist es völlig in Ordnung, wenn du den Retweetest, also auf deiner Timeline teilst. Das werden sicherlich auch andere mit deinen Tweets machen. Das ist der Reiz von Twitter.

Gerade dann, wenn jemand um #Followerpower bittet, kannst du gerne den Tweet teilen. Unter diesem Hashtag wird gebeten, dass so viele wie möglich den Tweet sehen, damit irgendjemand helfen kann. Auch ohne der Person zu folgen.

Manchmal ist es auch gut, wenn du einen Tweet nicht nur teilst, sondern auch einen Kommentar dazu schreibst. Damit erklärst du deinen Followern, warum du diesen geteilt hast. Entweder mit einem direkten Kommentar, was du dazu denkst. Oder mit einer Bitte bzw. Aufforderung, etwas zu tun oder zu lassen. Und das zu jedem Thema.

Eigene Hashtags „erfinden“

Es kann eine gute Idee sein, dass du eigene Hashtags schreibst. Zum Beispiel der Titel deines Buches. Oder du hast ein Anliegen und möchtest das verdeutlichen. Dafür kannst du dann einen eigenen Hashtag verwenden, der dann hoffentlich seine Runde macht.

Kleiner Tipp: Wenn dein Hashtag aus zwei oder mehr Wörtern besteht, kann das unleserlich werden. Daher empfiehlt es sich, einzelne Wörter groß zu schreiben. Selbst dann, wenn es eigentlich klein geschrieben werden sollte. Beispiel: #WirsindToll

Sag auch einfach Mal danke schön

Wenn uns im realen Leben jemand einen Gefallen tut, sagen wir einfach mal danke. Im Internet ist das eher seltener der Fall. Daher habe ich es mir selbst Folgendes angewöhnt: Jedes Mal, wenn jemand einen meiner Beiträge teilt, sage ich danke schön. Das kostet Sekunden und zeigt deine Wertschätzung, dass jemand meinen Beitrag gefallen hat. Oder zumindest Werbung gemacht hat.

Auch beim Folgen danken?

Da bin ich mir, ehrlich gesagt, nicht so sicher, ob ich das auch machen soll. Eigentlich gehört es sich ja. Doch ich weiß nicht, ob sie mir folgen oder nur auf mein Like aus sind. Also, ob sie darauf warten, dass ich deren Accounts zurückverfolge. Daher habe ich das bisher gelassen.

Wichtig ist jedoch, es sollte nicht ein automatischer Tweet sein. Entweder du schreibst es persönlich, oder lässt es. Denn viele finden diese automatischen Tweets oder direkte Nachrichten nicht angenehm.

Abschlussgedanken

Natürlich ist das nicht alles, was man zum Thema Twitter schreiben kann. Meine Empfehlung: Fang einfach an. Registriere dich und probiere dich aus. Du wirst sehen, ob es dir zusagt oder nicht. Wenn nicht, deinen Account kannst du immer noch löschen.

Du hast noch Fragen? Frag in deiner Community nach. Und auch wir vom Nornennetzwerk helfen dir gerne weiter. Wenn du uns live treffen möchtest: Wir sind demnächst auf der Leipziger Buchmesse 2019 zu finden (Hashtag #lbm19 und #NNLBM).

In diesem Sinne: Viel Spaß auf der Leipziger Buchmesse und überhaupt auf allen zukünftigen Buch-Events – und falls ihr mich treffen wollt, schaut doch einfach auf gut Glück beim Nornennetz-Stand (Standnummer K309 in Halle 2) vorbei!

Ist denn schon wieder Weihnachten? (Diandra Linnemann)

Wie ihr es schafft, euren Leserinnen mit Goodies eine Freude zu machen, ohne euch in den finanziellen Ruin zu stürzen. Ein Messeratgeber.

… mit tatkräftiger Unterstützung anderer, viel klügerer Nornen.

Keine zwei Monate mehr, dann ist wieder Leipziger Buchmesse. Eine der schönsten (und nur eine von vielen!) Möglichkeiten, als Autorin Leserinnen zu begegnen. Doch wie bleibt man den Besucherinnen in der Masse an neuen Eindruck im Gedächtnis? Und wie kann man Fans bei einem Treffen eine kleine Freude machen, die auch wirklich im Gedächtnis bleibt?

Bei der Vorbereitung von Goodies gibt es so viele Dinge zu bedenken! Sie sollten professionell aussehen. Halbwegs stabil sein (und leicht!), denn ihr schleppt sie oft und lange mit euch herum. Zu teuer dürfen sie natürlich auch nicht sein. Und natürlich möchte keine Goodies mitbringen, die nach einem höflichen „Äh, danke“ im nächsten Papierkorb landen.


Serviervorschlag: Einige Goodies aus dem Chaospony Verlag, © Diandra Linnemann

Leseproben sind praktisch, um Leserinnen im Gedächtnis zu bleiben – meiner Erfahrung nach allerdings nicht als Geschenk oder Gewinn, sondern eher als Auslegware oder, mit Autogramm, als spontane Überraschung.

Ebenfalls beliebt sind Postkarten – entweder schlicht mit dem Buchcover, oder etwas aufwändiger gestaltet, so dass sie einen entsprechenden Mehrwert zum Buch haben. Es ist vielleicht eine Überlegung wert, Sets und Sammeleditionen herauszubringen, das kann man bei der Gestaltung direkt bedenken. Special Effects wie Glitzer und Sonderdrucke sind vielleicht etwas teurer, aber bei besonderen Gelegenheiten doch lohnend.

Lesezeichen sind ein Klassiker. Sie sind klein, leicht, günstig in der Anschaffung und bieten neben Werbefläche sogar Platz für eine persönliche Widmung. Wer gestaltungstechnisch einigermaßen versiert ist, kann eigene Sammeleditionen herausbringen oder gedruckte Lesezeichen noch in liebevoller Handarbeit ein wenig verzieren.

Überhaupt, Handarbeit. Einige Autorinnen und Verlegerinnen, die ich kenne, geben sich große Mühe und kreieren kleine Goodies wie Buttons, Mini-Notizbücher oder sorgfältig gebastelte Lesezeichen, die beispielsweise nur bei Nennung eines (vorher in den SoMe bekanntgegebenen) Passwortes herausgerückt werden. Solche Aktionen sind bei Leserinnen sehr beliebt und gehen aufgrund der geringeren Stückzahl auch nicht schlimm ins Geld. Möglicherweise bietet es sich sogar an, mit derartigen Aktionen eine begrenzte Zahl exklusiver Goodie-Umschläge anzukündigen – die sollten dann aber auch etwas Besonderes enthalten und nicht nur Werbematerial.

Ebenfalls bei Leserinnen beliebt, aber aufgrund des höheren Stückpreises für Autorinnen wohl nicht ganz so attraktiv sind praktische Goodies wie Magnete, Kugelschreiber, Stofftaschen oder Notizblöcke mit eigenem Aufdruck.

Bei aller Liebe zu unseren etablierten und zukünftigen Leserinnen lohnt es sich auf jeden Fall, eine Kalkulation aufzumachen. Wenn ihr mit Leuten ins Gespräch kommt, die in erster Linie neugierig sind, sind Lesezeichen und -proben oder signierte Postkarten eine gute Möglichkeit, im Gedächtnis zu bleiben. Die sollten also in ausreichender Menge vorhanden sein – und da sie kein Heu fressen, kann man sie von einem Event zum nächsten auch gut lagern. Etwas größere Goodies wie Magnete oder Nicht-Papier-Lesezeichen bieten sollten nicht ausliegen, aber schon unter die Fans gebracht werden.

Und vergesst natürlich nicht das beste Goodie für jede begeisterte Leserin – ein Treffen mit einer fantastischen Autorin, bei dem man nicht das Gefühl hat, nur eine Kundin von vielen zu sein. Nehmt euch Zeit, geht auf die Leute zu, macht Selfies mit den Leserinnen, wenn sie wollen. (Fragt um Erlaubnis, falls ihr sie online stellen wollt!) Verabredet euch zu Kaffee oder Eis. Stellt den Leuten Fragen zu ihren Lieblingsautorinnen oder zu Lesungen und Talks, die sie auf der Messe unbedingt sehen wollen. Und verratet vor allem vorher ausgiebig auf allen Kanälen, wann und wo ihr zu finden seid. Schließlich wollt ihr von euren Leserinnen auch gefunden werden!

In diesem Sinne: Viel Spaß auf der Leipziger Buchmesse und überhaupt auf allen zukünftigen Buch-Events – und falls ihr mich treffen wollt, schaut doch einfach auf gut Glück beim Nornennetz-Stand (Standnummer K309 in Halle 2) vorbei!