Die Künstlerinnen des Nornennetzes

Einige Nornen leben ihre Kreativität nicht nur beim Schreiben aus, sondern auch in den bildenden Künsten. Mit Bleistift, Pinsel oder Grafiktablet erzählen sie Geschichten ohne Worte, aber mit ebenso viel Fantasie.Ihr dürft gerne raten, in welchem fantastischen Genre die Zeichennornen zu Hause sind 🙂

Gesa F. Roberts alias Cupric: Mermay Speedpaint

Janna Ruth: Sophie

Laura Kier: Dreaming

Elenor Avelle: Weihnachtszombie

Ily Romansky: Bob Dylan

Ein Comic aus Nornenfeder (Anne Zandt aka Poisonpainter)

Habt ihr euch gefragt, was es genau mit dem Comic auf sich hat, den wir euch schon am Montag gezeigt haben? Jetzt erfahrt ihr es:

Als Autorinnen versuchen wir** uns gerne mal an neuen Dingen. Schon länger trugen wir die Idee mit uns herum, einen eigenen Nornencomic zu zeichnen. Der Themenmonat Comic bot sich an, damit zu beginnen und welcher Inhalt eignete sich besser, als unsere Messevorbereitungen für die BuchBerlin 2018.

Ein Comic entsteht

Nachdem Katrin Ils die Idee für den Plot des Comics hatte, war recht schnell klar, dass es ein Teamfight um Horst werden sollte.

Wer war noch gleich Horst?

Horst ist das futuristische Wesen, das eine unserer Sammelpostkarten ziert und, neben der Medusa und dem Phönix, auf der Leipziger Buchmesse an unserem Stand gewonnen werden konnte.
Schon bei der Entstehung der Zeichnungen hatten wir netzwerkintern einen riesen Spaß mit der Frage: Welche der drei Kreaturen ist die beste?

Endlich mal ein Horst, den wir mögen (Grafik: Grafikschwestern des Nornennetzes)

Auf der Messe trugen wir dann sogar Teambuttons und viele unserer Standbesucher schlossen sich verschiedenen Teams an und twitterten darüber.

Als das Thema feststand brauchten wir als erstes das Charakterdesign und ein Storyboard. Mit dem Bleistift bewaffnet entwarf Elenor Avelle die ersten Skizzen, während Katrin am Text feilte.

Denn kniffelig an der Erstellung eines Comics sind generell zwei Dinge:

  • Die Bilder müssen für sich selbst sprechen.
  • Die Texte müssen knapp und aussagekräftig sein. Der Vorteil ist natürlich, dass die bildliche Darstellung einen Teil des Textes ersetzt.
Hier könnt ihr schon einen Blick auf die Figuren werfen:

Wer stößt Horst und Medusa vom Thron? Wir sind gespannt!

Team Horst (in der Mitte) besteht in seiner Ursprungsform aus vier realen Nornen, nämlich v.l.n.r. Elenor Avelle, Anne Zandt, Ela Schnittke und Gesa F. Roberts. Auch der Herr in der unteren Mitte ist nicht erfunden. Das ist Christian Milkus, der sich mit Elenor Avelle auch auf dem LitCamp HD noch weiter virtuell duelliert hat, ob Horst oder Medusa das fantastischere Wesen ist.

 

**Autorin des Beitrags ist Anne Zandt

Novizinnen fragen nach: Mareike Oikil interviewt Myna Kaltschnee und Elenor Avelle

Als frisch gebackene Novizin des Nornennetzes haben nicht nur die vielfältigen Aktionen und Themen mein** Herz vor Aufregung schneller schlagen lassen, sondern auch die Anzahl der Mitglieder in dem Netzwerk aus Fantastik-Autorinnen. Während ich einige bereits aus sozialen Netzwerken und Schreibforen zumindest vom Namen her kannte, gab es jede Menge neue Bekanntschaften. Um ein paar von ihnen näher kennenzulernen, durfte ich Interviews mit ihnen zu ihren Erfahrungen im Nornennetz durchführen – und sie damit hier vorzustellen. Geantwortet haben mir Elenor Avelle und Myna Kaltschnee.

Wie lange bist du schon beim Nornennetz dabei und wie bist du auf das Netzwerk aufmerksam geworden?

Elenor: Ich bin von Beginn an dabei, eine der sogenannten „Hohen Schwestern“, wie hier die Gründerinnen mit einem Augenzwinkern genannt werden. Nike Leonhard kam im Mai 2017 bei Twitter auf die Idee, dass ein Netzwerk für Autorinnen aus dem Bereich Fantastik eine Lücke im Literaturbetrieb schließen könnte und wir dachten uns dann, warum lange fackeln.

Myna: Ich bin im Frühjahr 2017, kurz nach der Gründung des Netzwerks, zum Nornennetz gestoßen. Ich hatte auf Twitter davon gelesen und war sofort neugierig.

Was waren deine Erwartungen an das Netzwerk? Und wenn du auf deine Erfahrungen zurückblickst, haben sie sich erfüllt?

Elenor: Ich habe mir eine Gruppe Gleichgesinnter gewünscht, mit denen ich gemeinsam geniale Projekte auf die Beine stellen kann. Der Autorenberuf selbst ist ja schon nicht gerade einfach, was die Anerkennung der Arbeitsleistung angeht, so wie die meisten künstlerischen Berufe, aber als Frau ist es gleich doppelt schwer. Eine Gemeinschaft mit denselben Zielen ist ein Sicherheitsnetz. Besonders schön am Nornennetz finde ich die Möglichkeit meine persönlichen Stärken einbringen zu können. Wir wollen einander stärken, so unterschiedlich wie wir sind, was nicht immer einfach ist. Ich bin sehr zufrieden mit der Entwicklung des Netzwerks.

Myna: Ich wollte neue Kontakte knüpfen und mich mit Gleichgesinnten austauschen können. Tatsächlich konnte ich einige Kontakte festigen und neue Leute kennenlernen.

Füllst du eine bestimmte Rolle im Netzwerk aus? Wie sieht diese aus?

Elenor: Ich habe mehrere Rollen. Das Netzwerk gibt es ja noch kein Jahr, aber strukturell haben wir schon ungemein viel auf die Beine gestellt, dadurch ist es noch wichtig, überall auszuhelfen, wo Lücken sind. Momentan bin ich im Grafikteam, Mediatorin und Discordorganisator. Und LBM-bastelwahnsinnig.

Myna: Nein, ich bin eine ganz normale Schwester und beteilige mich lediglich an manchen Aktionen. Den LBM-Stand habe ich z. B. finanziell unterstützt und auch beim Drabble-Adventskalender war ich mit dabei.

Hat dich das Netzwerk als Autorin bereits weitergebracht? Also, hängen konkrete Fortschritte bei deinen Projekten damit zusammen?

Elenor: Das Netzwerk hilft mir bei meinen Schreibprojekten nicht. Das geht anderen anders, weil sie diese Unterstützung wollen. Ich nutze sie eher, um über den Tellerrand zu schauen und hinter meinem Computer hervorzukommen. Das ist das Schöne am Netzwerk, jeder holt sich an der Stelle Unterstützung, wo sie gebraucht wird, und gibt etwas anderes zurück.

Myna: Ja, ich konnte kürzere Texte (Drabbles, Kurzgeschichte) bereits auf der Homepage des Nornennetzes veröffentlichen. Das hat meine Bekanntheit etwas gesteigert, was ja immer gut ist.

Wie wichtig ist dir der Grundgedanke des Netzwerkes, Frauen in der Fantasy stärker hervorzuheben und sich gegenseitig zu unterstützen? Wie empfindest du den Geschlechteranteil in dem Genre?

Elenor: Nachdem Autorinnen in meinem Genrebereich Postapokalypse / Sci-Fi immer noch empfohlen wird, sich ein männliches Pseudonym zuzulegen, um erfolgreich zu sein, stehen sie als ernstzunehmende Schriftsteller mit Know-how ungerechtfertigter Weise nicht auf der selben Stufe, wie ihre männlichen Kollegen. Denkstrukturen ändern sich leider nur langsam und unsere Gesellschaft hängt immer noch den alten Rollenbildern hinterher. Verstecken und erdulden kann da nicht der Plan sein. Nur wer sich bemerkbar macht, wird gehört. Wir machen das so lange, bis das Geschlecht keine Rolle mehr spielt, weil es das Richtige ist.

Myna: Ich finde das sehr gut. Ich meine, sogar J. K. Rowling musste ihr Geschlecht verstecken, weil der Verlag glaubte, ein Fantasybuch einer Frau würde sich nicht so gut verkaufen. Da wird es doch Zeit, dass Fantasyautorinnen sich zusammentun und sich gegenseitig unterstützen.

Vielen Dank an die beiden für das interessante Interview!

**Dieses Interview führte Mareike Oikil, Novizin des Nornennetzes

Elenor Avelle: Die Zombie-Metamorphose #Fabelwesen

Fabelwesen im Nornennetz 

Der Zombi hat, wie jedes fantastische Wesen, einen Symbolcharakter. Er ist wie der letzte Funke Vernunft, der in der Masse untergeht. Wie unsere Sichtweise auf die Vernunft ist auch der Zombie wandelbar. Schon immer hatten politische Ereignisse Schnittmengen mit der Literatur und das macht den Wandel der Zombifigur im gesellschaftlichen Kontext sehr spannend.

War er zu Beginn noch ein gehorsamer, durch Magie heraufbeschworener Sklave, entwickelte er sich in den 60er Jahren zur verzehrenden, schleichenden Gefahr, die durch Krankheitserreger der menschlichen Kontrolle entzogen ist. Es ist die Zeit von Flower-Power, dem Vietnamkrieg, der Mondlandung, der ersten Großrechner und der Zündung der stärksten jemals gezündeten Wasserstoffbombe.

In wieweit hatte das zunehmende Gefühl des Kontrollverlustes über die technologisch wachsende Macht des Menschen Einfluss auf den Zombie als Symbolfigur? Im 21. Jhdt. wird der Zombie ein schneller und zielgerichteter Vertilger. Er passt sich der Geschwindigkeit der Veränderung in unserem gesellschaftlichen Leben scheinbar an. Er frisst grausamer, tötet effektiver und vernichtet in großem Stil.

Mit dem wachsenden Bewusstsein, was wir tun und wie wir unsere Umwelt gegen uns selbst als Zivilisation richten, bekommt der Zombie plötzlich wieder mehr Verstand in den Geschichten. Die grausame Masse wird wieder zum Individuum, das in die Zivilisation sogar zurückkehren kann.

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Elenor Avelle: Wo kommt der Zombie her? #Fabelwesen

Fabelwesen im Nornennetz 

Eine vielfältig verwendete Figur in postapokalyptischen Geschichten ist der Zombie. Das Wort Zombie leitet sich aus der zentralafrikanischen Sprache Kimbundu vom Wort nzùmbe ab, was erst einmal einfach nur Totengeist heißt. An sogenannte Wiederkehrer glaubten Menschen aller Epochen, was vermutlich auf Scheintoterlebnissen basiert, bei denen Menschen wegen geringer Körperfunktionen für tot gehalten wurden und nach dem Erwachen als wiederauferstanden galten. Wie viele vermeintlich Tote wohl bei der Totenwache niedergekeult wurden, als ihr Metabolismus wieder hochfuhr, weil man sie für Wiederkehrer hielt?

Der eigentliche Begriff Zombie und der Einzug der untoten Romanfigur begann im frühen 20. Jahrhundert, als die U.S.-Streitkräfte von 1915 bis 1934 Haiti besetzten und mit dem Voodoo-Kult und dem kreolischen Wort zonbi in Berührung kamen. Voodoo-Priestern wird die Fähigkeit nachgesagt Menschenkörper wiederbeleben zu können. Den Scheintot suggerieren sie mittels einer Mixtur, die Kugelfischgift in geringen Mengen und Juckpulver enthält. Durch das dadurch erzwungene Kratzen gelangen die Inhaltsstoffe des Pulvers in die Blutbahn. Sobald die Wirkung des Giftes wieder nachlässt, erscheint das Erwachen des Vergifteten wie Magie. Diese Rituale sollen als Sanktion gegen Straftäter eingesetzt worden sein, die durch die weitere Verabreichung von Atropin in Sklaverei gehalten wurden und den Zombie-Mythos so aufrechterhalten haben. 

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https://de.wikipedia.org/wiki/Zombie

http://www.zombies-im-netz.de/der-ursprung-des-zombie-mythos/

http://www.spektrum.de/lexikon/neurowissenschaft/atropin/1038

 

Die Märchenspinner bei den Nornen: Die große Märchenrallye

Wir freuen uns heute über einen besonderen Beitrag. Als stolze Station der großen Märchenrallye der tollen Märchenspinnerei haben wir für euch das Märchen „Allerleirauh“, den Lösungsbuchstaben N und einen fabelhaften Beitrag unserer lieben Elenor Avelle. Märchen sind grundlegende Texte, wenn wir auf die Geschichte der fantastischen Genres blicken. Umso mehr freut es uns, dass wir die Mächenspinnerei, die bekannte Märchen modern adaptiert, heute unterstützen können. Auf der Seite der Spinnerei findet ihr den Startbeitrag und alles wichtige zur Rallye und dem großen Gewinn.

Starke Frau: Allerleirauh ( von Elenor Avelle)

Allerleirauh ist eines der weniger bekannten Märchen, obwohl der Indikator, der die Handlung ins Rollen bringt, viel Aufmerksamkeit auf sich zieht.
Der König möchte seine eigene Tochter heiraten. Der inzestuöse Inhalt des Märchens ist der Teil, der am meisten Reaktionen hervorruft und gleichzeitig dafür sorgt, dass es aus den aktuellen Märchenbüchern ausscheidet.

Tiefer Eindruck

Ich muss zugeben, dass ich diese Information vollkommen vergessen habe. Als Kind habe ich zwar durchaus mitbekommen, dass der Vater die Tochter heiraten will, doch für mich war es nur eine weitere Ungeheuerlichkeit, wie sie am Anfang der meisten Märchen steht. Es erschien mir genauso schlimm, wie das Schicksal der anderen Märchenfiguren, die von ihren Eltern zum Sterben im Wald ausgesetzt werden, Meuchelmörder auf den Hals gehetzt bekommen oder als Sklave im eigenen Haus schuften müssen. Der Grund, warum Allerleirauh auf mich einen bleibenden Eindruck gemacht hat, war ein anderer. Im Gegensatz zu den anderen Prinzessinnen oder Heldinnen von Märchen, erschien mir Allerleirauh so viel selbstbestimmter. Während die anderen armen Mädchen von den Entscheidungen ihrer Mitmenschen umhergebeutelt werden, als wären sie ein Stück Treibholz auf rauer See und der Fortgang der Geschichte von den Nebencharakteren bestimmt wird, trifft Allerleirauh ihre eigenen Entscheidungen.

Sie stellt dem Vater schwierige Aufgaben, um ihn von seinem Vorhaben abzubringen, anstatt einfach zu jammern. Sie entschließt sich wegzulaufen, als ihr Plan scheitert. Es ist ihr eigener Entschluss, die Jäger, die sie im Wald aufstöbern, zu begleiten und es kommt ihr auch keine gute Fee zu Hilfe, die sie mit einem verzauberten Kürbis zum Fest des Prinzen schickt. Egal, ob sie sich nur Magd, zum pelzigen Wesen oder zur Ballkönigin macht, sie ist es selbst, die diese Entschlüsse fast. Selbst in ihrer Hilflosigkeit, wartet sie nicht einfach darauf, dass etwas passiert oder ein magischer Gehilfe daherkommt. Auch ihre Enthüllung als Königstochter leitet sie selbst in Wege, auch wenn sie es dem Prinzen selbst überlässt, ob er ihren Hinweisen nachgehen möchte.

fremde Häute

Neben der Charakterstärke der Protagonistin haben mich auch die Verwandlungen für das Märchen eingenommen. Zuerst ist es der Mantel aus verschiedenen Pelzen, dem Allerleirauh ihren Namen verdankt, der das Mädchen zu einem tierischen Fabelwesen werden lässt. Es kam mir als Kind magisch vor. Man streift sich eine andere Haut über und wird dadurch zu jemand anderem. Die tierische Komponente erinnert mich auch heute noch an Selkies und andere Mischwesen halb Tier halb Mensch. Dieses Rollenspiel erweckte in mir den Eindruck, man könne sein, wer man wolle, solange man nur die passende Haut überstreift und hat meine Vorstellung von der Wandelbarkeit des Menschen und dem Unterschied von Schein und Sein nachhaltig geprägt.

Ich finde es schade, dass Allerleirauh als Märchen so wenig bekannt ist. Allerleirauh zieht alle Register und lässt den Inzest nicht zu, während die restliche Obrigkeit, trotz Kritik, die Straftat scheinbar nicht abzuwenden vermag. Ihre gerechtfertigte Gegenwehr, gegen einen Beschluss der höchsten Instanz ( ihrem Vater, dem König ) halte ich für eine wichtige Botschaft.

Die Selbstbestimmung, mit der die Protagonistin ihre Geschichte selbst beeinflusst, ist für junge Mädchen mit Sicherhit lesenswerter, als das tragische Schicksal von Prinzessinnen, die schlafwandelnd nur darauf warten, dass ein Prinz daher geritten kommt, um sie zu retten.

Märchenrallye – Frage

Eine starke Frau also in der Version des Märchens, die wir heute kennen. Stark ist auch die Frage, die euch zur Märchenrallye hier erwartet. Wenn ihr euch mit der Antwort sicher seid, klickt auf den Link zum nächsten Blog und notiert euch die Buchstaben in der richtigen Reihenfolge. Viel Spaß bei der Rallye.

Was für eine Suppe soll Allerleirauh dem König immer kochen?

Eine Tomatensuppe (Nike Leonhard)
Eine Brotsuppe (Franzis Lesewelt)
Eine Hühnerbrühe (Vivien Lebensfroh)