Fragefreitag: Gibt es ein schriftstellerisches Erlebnis, das Dein Weltbild nachhaltig geprägt hat?

Manchmal lesen oder hören wir Dinge, die uns nachhaltig prägen. Für manche ist es ein bestimmtes Buch oder Interview. Eine bestimmte Zeile, ein Satz oder Zitat. Welches schriftstellerische Erlebnis hat Dich geprägt? Verrate es uns unter #Nornenfragefreitag.

Britta Redweik: Eher als Leser: Terry Pratchett hat mein Bild von Religion nachhaltig geprägt. Mit dem Gedanken, dass alles (auf eine gewisse Weise, und sei es nur als Einfluss auf uns) existiert, solange genug Leute daran glauben. Seitdem gehe ich viel lockerer an Religionen heran. Auch wenn ich persönlich immer noch Monotheismus ein wenig unlogisch finde. Aber wem’s gefällt?

Diandra Linnemann: Ein konkretes Ereignis könnte ich nicht benennen, aber irgendwann vor ein paar Jahren habe ich verstanden, dass Literatur die Welt nicht nur bereichern, sondern auch beeinflussen kann.

Siiri Saunders: Die Benefiz-Antholgie „Entzünde den Funken“ konnte uns nur durch ein Crowdfunding und ehrenamtlich arbeitende AutorInnen gelingen. Um ehrlich zu sein glaubte ich nicht daran, dass Crowdfundings funktionieren, aber mein Kollege hat mich etwas ganz anderes gelehrt! Dazu kamen auch noch so viele Kurzgeschichten und gewillte AutorInnen. Vor allem aber hat mich die Hilfsbereitschaft und die Überzeugung so vieler fremder Menschen immer wieder zu Tränen gerührt. Das ist ja, was der Band ausdrücken möchte: Zu Helfen ist etwas Gutes, etwas Schönes und wir haben all diese Hilfe erfahren und können diese Botschaft nun in die Welt hinaustragen. Es hat mir gezeigt, dass meine Idee dieser besseren Welt der Hilfsbereitschaft bereits real ist. Falls ihr nun neugierig seid, was draus geworden ist, klickt hier.

Anne Granert: Dass Träume umzusetzen sind hat mich die Lektüre fast aller Bücher von Pam Grout gelehrt. Weniger nach dem Motto: Arbeite hart und Du schaffst es, sondern glaube daran, denke es und Du erschaffst Dir Deine Realität.

Jasmin Engel:  Bücher, die ich als Kind und Teenager gelesen habe, haben mein Weltbild mit geprägt und das passiert auch heute noch; beim Schreiben an meinen Romanen hat unter anderem die Recherche (z.B. in alten Mythen) mein Weltbild erweitert.

Jule Reichert: Ja, als mein Deutschlehrer (ein Fantasyhasser) in der Oberstufe mit uns ein Buch von der Spiegel-Beststellerliste las, zu dem es noch keine Materialien für die Interpretationen gab. Wir lasen, interpretierten und den Höhepunkt des Halbjahres bildete die Einladung des Autors in die Schule. Ich werde nie vergessen, wie der sagte, er habe sich eigentlich keine so tiefgründige Gedanken um die Bedeutungen so vieler Details gemacht, sondern einfach nur geschrieben. Das war der Moment, an dem ich feststellte, dass mein Deutschlehrer auch keine Ahnung hat und mal Fantasy lesen sollte 😉

Deborah B. Stone:  Früh haben mir Marion Zimmer-Bradleys Versionen des trojanischen Krieges und der Arthus-Sage (oder solle ich sagen: der Morgaine-Sage?) bewusst gemacht, dass Geschichte von den Siegern geschrieben wird. Wir als Autorinnen haben die Möglichkeit, Geschichten umzuschreiben und alternative Leseweisen aufzuzeigen.

Gezeitenwechsel unter der Weltenesche – Der Jahresrückblick (Elenor Avelle)

2018 war ein turbulentes Jahr. Netzwerke aufzubauen ist immerhin eine anspruchsvolle Aufgabe. Dabei gibt es sehr viel zu beachten. Welches Ziel verfolgen wir, wie wollen wir das strukturell aufbauen, wie können wir das organisieren und wie koordinieren wir die teilweise gegensätzlichen Mentalitäten und Vorstellungen? Aber das haben wir hervorragend gemeistert, denn ihr wisst ja:

Spaß beiseite. Es ist eine herausfordernde Tätigkeit in einer Gruppe zu arbeiten. Diese Erfahrung haben die meisten gemacht und nicht selten lässt man es frustriert bleiben, weil es viel Geduld, Feingefühl und Energie kostet. Eben mehr, als wenn man alleine arbeitet. Kompromisse schließen zu können und zu ertragen, dass man nicht immer durchsetzen kann, was man selbst für das Beste hält, gehört da mit dazu. Gerade in neuen Gruppen und Netzwerken, ist das eine Disziplin, die meist im zweiten Jahr gemeistert werden will. Und genau darum drehte sich 2018 viel im Netzwerk. Wir haben die Erfahrungen aus dem Vorjahr bewertet und strukturell umgedacht. Deshalb haben wir einen Rat gewählt, der die Baumpflege an unserer Weltenesche organisiert, damit nicht plötzlich die falschen Äste ab sind, die Wurzeln faulen oder der Schlauchpilz bei uns einfällt. Das ist eine spannende Neuerung und wir sehen der Zukunft mit neu strukturierten Plänen entgegen, die alsbald auch mehr Augenmerk auf unsere Zielsetzung der Gleichberechtigung richten.

Jahrestag

Im Mai haben wir unser Einjähriges gefeiert. Ja, das Netzwerk gibt es noch nicht so lange. Unsere Weltenesche ist noch ein zartes Pflänzchen und braucht noch viel Zuwendung, bevor wir die Früchte ernten können. Für die Schlauberger, die es gerne genau nehmen: Nein, natürlich erwarten wir keine Pfirsiche. Die Früchte der Esche sind paarig angeordnete geflügelte Nüsschen.

Der persönliche Kontakt

Da sich das Netzwerk online organisiert, sind die Treffen auf Veranstaltungen für alle Nornen ein Highlight. Unsere Mitglieder kommen aus ganz Deutschland, der Schweiz, Österreich, sogar aus Schweden.

Buchmesse Leipzig

Im März hatten wir auf der Leipziger Buchmesse unseren ersten Messestand, um unserem Ziel nachzukommen, Autorinnen mehr Raum in der männerdominierten Fantastikszene zu geben. Angerückt sind wir mit fantastischen Werken und einem Schicksalskelch. Der Messeauftritt war ein voller Erfolg und wir hatten sehr viel Spaß. Erfahrungswerte, die wir gesammelt haben, werden wir für kommende Messen nutzen und erweitern. Und ich persönlich hoffe sehr darauf, dass es auch 2019 wieder die wunderbaren Rosmarinkartoffel in Leipzig zu essen gibt.

Treffen

Nornen-Treffen beim LitCampHamburg

Im Sommer haben verschiedene Nornen LitCamps besucht. Zum eine trafen wir uns in Heidelberg, zum anderen in Hamburg. Wer noch nicht weiß, was ein LitCamp ist, das ist eine Veranstaltung, auf der die Teilnehmer Sessions anbieten, in denen sie ihre Kenntnisse und Erfahrungen an interessierte Zuhörer weitergeben. Ich war bislang zwei Mal schon in Heidelberg dabei und kann es nur empfehlen. Es ist zwangloser als Messen und ideal um leichter über die eigene Sphäre hinaus zu kommen und mit anderen Menschen der Literaturbranche in Kontakt zu treten.

Auch im Getümmel der Frankfurter Buchmesse sind die Nornen zusammengekommen und haben sich getroffen.

Eine unserer Nornen hat sich sogar auf den Weg quer durch Deutschland, in die Schweiz und wieder zurück gemacht, um beim #NornenHopping verschiedene Nornen zu besuchen.

BuchBerlin

Unsere zweite Messe in diesem Jahr, war die BuchBerlin. Die Leipziger Messe und die BuchBerlin waren ein interessanter Vergleich. Während wir uns in Leipzig mehr auf die Präsentation konzentriert haben, ist die Berliner Buchmesse hauptsächlich eine Verkaufsmesse. Das war für uns nicht ganz so einfach, denn auch wenn wir natürlich die Werke unserer Nornen präsentieren und jede Norne ihre Werke auch verkauft, hat unser Netzwerk keine gewinnorientierten Ziele. Deshalb haben wir mit unseren Messeevents viel Mühe darauf verwendet, uns mit anderen Ständen zu vernetzen. Zum einen bieten wir seit der BuchBerlin als Außenstelle Zeitreisepässe des Amts für Aetherangelegenheiten an. Das sind Pässe mit denen ihr auf der Messe an verschiedenen Ständen Stempel und Visa einsammeln könnt. Das ist sehr lustig aufgezogen und ich selbst laufe auch mit meinem Pass über die Messen und sammle Einträge.

Unser anderes großes Event war die Rallye. Mitgemacht haben dabei unter Anderem der Machandel Verlag, Stella Delaney und Mika Krüger, der Chaospony Verlag und Die Uferlosen. Mit Hilfe eines Rätselbogens konnten die Besucher an den verschiedenen Ständen Bücher von Autorinnen suchen. Die Resonanz war umwerfend und die Rallye wird es deshalb auch im nächsten Jahr wieder in Berlin geben. Jeder der Interesse hat dabei zu sein, darf sich gerne bei uns melden.

Ohne Moos nix los

Wir würden gerne vollkommen mooslos durch die Welten schweben und unsere Ziele nur mit unserem Elan und unseren ehrlichen Bemühungen um Fairness antreiben. Aber der Motor der Gesellschaft läuft mit Münzen und Scheinen, egal wie idealistisch man auch sein mag. Die erste LBM haben wir im Hype des Neuen sehr schnell finanzieren können, für 2019 haben wir uns dafür Unterstützung geholt. Mittels eines Kickstarters und der grandiosen Mithilfe vieler toller Leute, konnten wir auch die Finanzierung des nächsten Nornenstandes in Leipzig stemmen. Vielen lieben Dank. Wir planen schon fleißig die Events. Es wird wieder großartig!

Jahresabschluss individuell

Ohne ein Schmankerl konnten wir das Jahr nicht vergehen lassen. Deshalb hat unsere Katharina Rauh mit den anderen Nornen einen bunten Adventskalender geplant, der auf all unseren Kanälen erschienen ist. Hinter den Türchen verbargen sich die unterschiedlichsten Dinge, vom Drabble über Kurzgeschichten bis hin zu winterlichen Rezepten. Jede Norne, die eine Idee hatte, konnte etwas fantastisches beisteuern.

Die persönlichen Jahreshighlights einzelner Nonen könnt ihr hier nachlesen.

Der kritische Vergleich

Als das Netzwerk im Mai 2017 den Bifröst öffnete, traten tugendhafte „Torwächter des Ist- Zustands“ auf den Plan. Ihr wollt etwas ändern? Aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier!

Wie sieht es jetzt 2018 aus? Hat sich etwas geändert? Was unsere Ziele betrifft, nein, denn noch immer bekommen Autorinnen nicht die gleichen Chancen, wie Autoren. Die Schale Ausrede ist noch immer, dass sie zu emotional sind und deshalb Fantasy einfach nicht können. Weltenbau, Gesellschaftsstrukturen, technische Authentizität, Zombies, das ist Männersache. „Ich lese keine Science-Fiction von Frauen. Die kann nicht gut sein.“ „Ich lese keine Romance von Männern. Die sind nicht gefühlvoll.“ Solche Sätze wollen wir aus den Köpfen der Menschen bekommen, denn sie sind nicht wahr und hinderlich für Qualität vor Schubladendenken. Wer mehr zum Status quo der Vorurteile lesen will, folgt dem Link.

Es gibt noch viel zu tun, bis es nicht mehr ums Geschlecht geht. Wir bleiben für euch am Ball, damit ihr sein könnt und schreiben könnt, was ihr wollt, ohne durch euer Geschlecht oder euer Genre benachteiligt zu werden.

Nicht zur Nachahmung empfohlen (Diandra Linnemann)

Nicht zur Nachahmung empfohlen – Wie ich drei Romane in einem Jahr schrieb und veröffentlichte, ohne darüber komplett durchzudrehen, oder auch: Auf Nimmerwiedersehen, 2018!

Für viele Hexen sind die zwölf Nächte nach dem 21. Dezember die „Rauhnächte“, sozusagen die „Zeit zwischen den Jahren“. In dieser Zeit setze ich mich immer hin und plane, was ich im kommenden Jahr schaffen möchte. Ende Dezember 2017 saß ich also in meinem stillen Kämmerlein und fasste einen irrwitzigen Plan: Im kommenden Jahr wollte ich drei Romane schreiben und veröffentlichen.

Seit 2013 hatte ich nämlich an meiner „Magie hinter den sieben Bergen“-Reihe geschrieben, welche anhand der heidnischen Jahreskreisfeste durch ein Urban-Fantasy-Jahr führte, und im Ernst: Allmählich wollte ich mich an etwas Neues wagen. Doch drei Romane standen noch aus. Jeder von ihnen sollte ein eigenes Abenteuer erzählen, aber gleichzeitig auch zur übergeordneten Geschichte beitragen. Sie spielten jeweils Anfang August, Mitte September und Ende Oktober. Worum es im Einzelnen gehen sollte, wusste ich schon, hatte aber weder Plot noch Kapitelplan parat.

Also rüttelte ich und schüttelte ich, schob Termine und Arbeitslast hin und her und hatte schließlich einen Plan:

  1. Wenn ich pi mal Daumen 1.000 Wörter pro Tag schreibe, kann ich einen Erstentwurf in üblicher Länge in zwei Monaten fertig haben.
  2. Wenn ich alle drei Rohentwürfe direkt hintereinander weg schreibe, habe ich Ende Juni drei Manuskripte auf Rohkäse-Niveau, schön abgehangen und reif zum Überarbeiten.
  3. Wenn ich dann direkt mit Überarbeiten loslege und reinhaue wie eine Wilde, kann ich jedes Manuskript pünktlich zum Termin, also jeweils innerhalb von gut fünf Wochen, selfpublishingreif haben.

Kalender und Kaffee – meine ständigen Begleiter ©Diandra Linnemann

 

Ihr seht schon, das klingt ziemlich blöde. Aber ich hatte ja einen kleinen Vorteil: Da es das Ende einer Reihe war, kannte ich die Charaktere schon in- und auswendig. Ich wusste also genau, wie sie in den einzelnen Situationen reagieren würden. Und die lange im Voraus ausgelegten Hinweise und losen Fäden aus den vorangehenden Büchern reichten aus, um sich daran bis zum Ende durchzuhangeln.

Mit den ganzen Verzweiflungsmomenten will ich euch nicht aufhalten, das ist an dieser Stelle auch gar nicht spannend. Willkommene Zeitfresser waren die Leipziger Buchmesse oder auch der einwöchige Besuch meines Vaters. Weniger willkommen waren Erkältungen oder Überstunden. Allerdings habe ich ein paar Tipps, die mir durch ein verrücktes Jahr geholfen haben, die ich hier gerne teilen möchte:

  1. Plant Zeitpuffer ein. Für diese Reihe musste ein Rohentwurf etwa 50.000 Wörter haben, und ich hatte mir jeweils 58 Tage à 1.000 Wörter pro Tag vorgenommen (die ersten drei Tages eines jeden Monats waren für das Plotten reserviert). Ihr seht schon, das lässt ein wenig Luft.
  2. Übertrefft euch, wo immer ihr könnt. An manchen Tagen lief es mit dem Schreiben gut – also habe ich nach tausend Wörtern einfach weitergemacht, bis die Luft raus war. Mein Rekord in dieser Zeit – neben einem Vollzeitjob, dem Haushalt, einem Sozialleben und dem Training für einen Strongmanrun – waren knapp dreitausend Wörter an einem Tag. Dafür gab es auch Tage, an denen aus Zeitmangel, Müdigkeit oder auch wegen akuter Bräsigkeit nur fünfhundert Wörter zusammenkamen. Trotzdem war ich üblicherweise kurz vor Monatsende fertig und konnte mir sogar noch einen oder zwei Tage zur Erholung gönnen, ehe es mit dem nächsten Abenteuer weiterging.
  3. In der Schreibphase unter keinen Umständen den Text überarbeiten! Im Nachhinein war einiges ziemlicher Murks, aber für den ersten Entwurf war das nicht relevant. Wenn ich wusste, dass eine Szene schwach war, habe ich mir eine Notiz an den Rand gemacht und weitergeschrieben, solange Schwung da war. Bis ich dann etwa vier Monate später in der Überarbeitungsphase wieder an dieser Stelle war, hatte mein Unterbewusstsein meistens eine Lösung parat.

Das war die Schreibphase. Ende Juni hatte ich also drei Manuskripte und beginnendes Karpaltunnelsyndrom vom Schreiben. Ich war euphorisch. Als nächstes las und verbesserte ich alles kapitelweise und schickte jedes Kapitel danach direkt an meine wundervollen Testleserinnen, die alles noch einmal zerpflücken durften. Deren Anmerkungen wurden eingebaut, sowie sie wieder in meinem Postfach landeten. Zusätzlich musste ich Cover basteln und Klappentexte schreiben, und ein wenig Werbung macht sich leider auch nicht von allein. Überarbeiten fällt mir schwer, das gebe ich unumwunden zu, also hatte ich in dieser Phase mehr Arbeitszeit eingeplant. Meine Tricks in dieser Zeit:

  1. Beste Testleser der Welt! Alle waren in meinen Zeitplan eingeweiht und haben ihn mit mir zusammen bis zum Ende durchgezogen, obwohl sie selbst auch massig zu tun hatten. Ich weiß nicht genau, wie ich das jemals wiedergutmachen kann – wenn ich reich und berühmt werde, können sie alle bei mir wohnen kommen.
  2. Deadlines beachten. Wenn man selbst veröffentlicht, muss alles rechtzeitig fertig sein, und man kann wirklich nicht alles gleich gut. Also muss man Zeit einplanen für die Dinge, die einem schwerer fallen, und sich rechtzeitig Unterstützung und die Meinung von Profis holen.
  3. Vorab einplanen, dass man nach dem Endsprint eine Weile „tot spielen“ darf: Nicht schreiben, nicht überarbeiten, eventuell nicht einmal lesen.
  4. Leute auf später vertrösten! Um meinen Partner für diese Monate zu entschädigen, in denen er eher wenig von mir sah, versprach ich ihm, dass ich im November und Oktober nicht direkt etwas Neues schreiben würde, so dass wir endlich wieder etwas mehr Zeit füreinander hätten. Das habe ich auch eingehalten (plotten ist nicht gleich schreiben!!!), und er hat sich wunderbar geduldet, bis das letzte Buch überall erhältlich war.

 

Das Endprodukt – 166.609 Wörter, eines schöner als das andere ©Diandra Linnemann

 

Wie gesagt: Ich hatte den Vorteil, dass die Charaktere schon seit Jahren etabliert sind. Das hat vor allem beim Überarbeiten eine Menge Mühe gespart, weil ich schon wusste, wie sie in den meisten Situationen reagieren würden. Sorgfältige Schauplatz-Recherche (die Geschichten spielen fast ausschließlich an Orten, die ich selbst schon besucht habe) vorab und währenddessen war ein Muss: Wenn ich Fotos von einem Ort habe, kann ich mich nicht dabei vertun, ob die Tür eines Gebäudes jetzt grün oder braun ist, und statt mir alles auszudenken zu müssen, kann ich einfach beschreiben, was ich fotografiert habe.

Zugegeben, einige soziale Beziehungen haben in dieser Zeit schon gelitten. Allerdings konnte ich mich am 31. Oktober direkt revanchieren, denn nach dem Hochladen der Dateien für das letzte Buch am 27. Oktober hatte ich noch genau drei Tage Zeit, um alles für eine spontane kleine Halloween-Feier im Freundeskreis vorzubereiten – nachdem ich zehn Monate lang de facto nicht geputzt hatte. Ihr seht, ich neige zu blöden Ideen.

Als Schreibjahr war 2018 aufregend, anstrengend und lehrreich – aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich so einen Schreibmarathon unter Zeitdruck nicht so schnell wiederholen werde. Für 2019 gibt es genügend andere Dummheiten, die ich machen kann, und ich habe natürlich schon ein paar Ideen …

Fragefreitag: Was waren eure schriftstellerischen Highlights des Jahres 2018?

In diesem Monat beschäftigen wir Nornen uns mit den Highlights des Jahres 2018. Dazu zählen die vielen persönlichen Highlights unserer Nornen, die ihr jetzt im Januar auf unserem Blog findet, als auch die besonderen literarischen und schriftstellerischen Momente. Neben eigenen Veröffentlichungen sind es vielleicht Begegnungen oder der Genuss besonderer Romane oder Artikel. Solche besonderen Momente hattet ihr auch? Verratet sie uns im #Nornenfragefreitag.

Britta Redweik: Ich habe eine Biografie veröffentlicht und mir damit einigen Frust über die Behandlung Behinderter in Deutschland von der Seele geschrieben. Und erst als ich es wirklich textlich vor der Nase hatte, habe ich gemerkt, dass ich eventuell diesen Frust mit dem verbinden sollte, was ich liebe. Also ab und an mehr diverse Charaktere in meine Phantastikromane einbauen sollte. Mehr in Richtung OwnVoices gehen könnte. (Denn ganz ehrlich, wer liest schon gern eine Biografie und denkt dann noch drüber nach? Nein, Verständnis durch Unterhaltung ist viel schöner.) Ich glaube, dass ich richtig gereift bin, durch diesen Prozess. Einerseits durch eine erste Veröffentlichung abseits von Kurzgeschichten und die Schwierigkeiten, die damit einhergehen, aber vor allem dadurch, dass ich mehr zu meiner Stimme gefunden habe, denke ich.

Diandra Linnemann: Es gab gleich zwei Highlights – ich konnte meine Urban-Fantasy-Reihe beenden und sie dann auch noch in drei Sammelbänden mit wunderschönen neuen Covern herausbringen.

Katharina Rauh: Ich habe meinen ersten Roman fertiggestellt und konnte einen Beitrag für die Benefitz-Anthologie schreiben.

Eva-Maria Obermann: Meine Steampunk-Adaption von Rapunzel, Tropfen der Ewigkeit, ist ein voller Erfolg geworden und das freut mich unglaublich. ich bin völlig neue Wege damit gegangen und habe mich an ein neues Genre und eine PoC Protagonistin gewagt. dass das so gut ankommt, gibt mir Energie, weiter zu machen und kreativ zu bleiben.

Katherina Ushachov aka Evanesca: Einiges davon ist leider noch streng geheim, aber ein großartiges Highlight war für mich, als mein Kurzroman mit Co-Autor beim Wurdack-Verlag veröffentlicht wurde. Ich liebe es, Teil eines Franchises zu sein.

Anne Zandt: Ein Highlight war die Veröffentlichung einer meiner Kurzgeschichten in Mit-Norne Siiri Saunders Anthologie „Entzünde den Funken„, aber auch die Lesung auf der Leipziger Buchmesse zählt definitiv dazu. Und natürlich die von mir und Mit-Norne June Is geschriebene Geschichte „Operation ‚Joker‘“ für den Bücherstadt Kurier. So viele tolle Sachen passiert letztes Jahr …

Siiri Saunders: Die Mitherausgabe der Benefiz-Anthologie „Entzünde den Funken“ war für mich vielleicht sogar das Highlight der nächsten drei Jahre. 🙂 Wir haben so viele Nornen und tolle AutorInnen aus ihren Schreibecken locken können und belohnen sie nun auch noch mit einem Bestseller. Oder sie uns? 🙂 Wie auch immer, es war und ist mir eine Ehre und das Highlight schlechthin.

Anne Granert: Im Sommer habe ich meinen ersten Band einer Urban-Fantasy-Reihe herausgegeben … und bin beim Verlag gleich zum Coaching auf der FBM ausgewählt und der Titel ist zum Top-Titel gekürt worden. Atemberaubend.

Es war einmal im Märchensommer … (Anne Granert)

Das Jahr 2019 hat gerade angefangen und wir schauen zurück auf literarische Leckerbissen aus dem Jahr 2018. Heute möchten wir euch den Märchensommer von Anne Zandt alias PoiSonPaiNter vorstellen, der im Jahr 2018 zum zweiten Mal stattfand und somit diesen Sommer in die dritte Runde geht.

Die Anfänge 2017

Was der Märchensommer ist und wie es dazu kam, erzählt euch unsere Norne besser selbst:

„Im Februar 2017 erschien der erste Band der Märchenspinnerei und zusammen mit den Märchenbüchern  stapelte sich zuhause der Lesestoff. Spontan beschloss ich dann – in Absprache mit den Spinnerinnen – daraus eine kleine Aktion zu machen. Wobei es in der ersten Runde nur darum ging, dass ich meinen Lesestatus (u.a. als Rezensionen) festhalten wollte. Dazu gesellten sich dann noch Mitmachfragen & Buchvorstellungen, kleine Rätsel, Interviews mit den Autorinnen [zum Beispiel mit unserer Norne Nora Bendzko] und Gastbeiträge [Eva-Maria Obermann und Katherina Ushachov] und eine von der Spinnerei organisierten Rallye.“

Und es wurde noch größer….

In diesem Jahr 2018 streckte Anne ihre kreativen Fühler aus und vergrößerte den Umfang des Märchensommers. Es gab mehr Rätsel [z.Bsp. drei Bilderrätsel von unserer Norne Anne Danck], eine neu gestaltete Rallye und mehr Mitwirkende Autorinnen, mit dabei auch viele unserer Nornen. Die Leserinnen und Leser konnten sieben Wochen lang Beiträge rund um das Thema Märchen lesen und an vielfältigen Aktionen teilnehmen.

Besonders empfehlenswert sind die vielen Rezensionen fantastischer Nornenwerke wie Zarin Saltan von Katherina Ushachov, Kindsräuber von Nora Bendzko, Bärenbrut & Wolfssucht von Nora Bendzko und Magisches Erbe von Anna Kleve.

In spannenden Interviews erfährst du etwas über unsere Nornen und ihre Märchenleidenschaften: Katherina Ushachov,  Laura Kier, Diandra Linnemann, Anna Kleve.

Darüber hinaus gab es in diesem Jahr ein einzigartiges Crossover-Märchen (#CroMär) in sieben Teilen, an dem die Nornen Anne Danck und Anne selbst beteiligt waren.

Im Jahr 2019 wird der Märchensommer in die dritte Runde gehen, denn Poison fasziniert besonders die abwechslungsreichen Beiträge der Gastautorinnen und Gastautoren, wie der Beitrag von Katherina Ushachov aka Evanesca Feuerblut. Hier stellt sie in zwei Teilen den Bezug zwischen den Grimmschen Hexen und Baba Jaga her.

Mehr Infos zur SP-Gruppe Märchenspinnerei, die im Tintenzirkel ihre Wurzeln hat, findet ihr in unserem Nornengestöber und auf Märchenspinnerei.

 

 

Nornengestöber zum Jahresende

2018 endet und egal, ob es euch Glück und Erfolg gebracht hat oder ihr es am liebsten mit dem Glockenschlag zum neuen Jahr vergessen wollt, jetzt ist noch einmal die Gelegenheit zu resümieren. Auch in vielen Tiefen unseren Lebens liegen Erfahrungen, die uns weiterbringen. Und mancher Jubeltag verblasst im Rückblick zu schnell. Wir schauen darum heute nochmal genau nach.

Autoren Urlaub

Zu ihren „Power Women“ veranstaltete arsedition 2018 eine Blogparade zu starken Frauen, bei der Juli von Juli liest dabei war.  Die Teilnehmerinnen wurden nach ihren persönlichen Heldinnen gefragt. Schön, sich einmal auf starke Frauen in unserem Leben zu besinnen. Auch unsere Norne Eva-Maria Obermann hat mit ihrem Buchblog mitgemacht.

Große Wellen schlug in diesem Jahr #metoo. Jedenfalls bei uns. Der Deutschlandfunk hat einen interessanten Beitrag veröffentlicht, warum die Debatte in Japan so gar keine Rolle gespielt hat.

Die Frankfurter Buchmesse hat auch dieses Jahr wieder tausende Menschen in die Hallen gelockt. Bei Tor online gibt es einen Rückblick der besonderen Art. Dort steht ein Nachwort zur Veranstaltung „Think Ursula“. Was das war? Lest nach!

2018 war das Jahr des ersten Literaturcamps Hamburg. Unsere Norne Barbara Weiß war dort und hat auf thebluesiren dazu gebloggt. Ein toller Rückblick.

Immer wieder kam auch die Frage auf, was denn alles Werbung im Internet sei und wie das zu kennzeichnen ist. So ganz wollte da keiner Durchsteigen, auch weil überall etwas anderes steht. Hier ein Tipp zum Nachlesen.

nostalgisches Nornengestöber zur BuchBerlin

Ja, schon wieder die BuchBerlin. Wir fanden es so großartig dort und haben mit euch so gerne an unserem Nornenstand geredet, die Rallye veranstaltet und unseren Kelch gefüllt, dass wir noch einmal mit etwas Wehmut gen Berlin blicken. Da helfen uns die vielen tollen Artikel und Beiträge, die es mittlerweile gibt und die wir euch nicht vorenthalten wollen. Also auf in eine Runde Buch-Berlin-#Nornengestöber.

Auf diesem Vlog zur BuchBerlin könnt ihr richtig eintauchen in die Atmosphäre. Taucht aber bitte wieder auf;-)

Interviewt wurden auf in Berlin für das Nornennetz Elenor Avelle und Nora Bendzko. Ihr wollt wissen, um was es da ging? Schaltet dieses Video an und lasst euch überraschen.

Auch das Hallenspektrum berichtet über die Buchausstellung und hat uns dabei nicht vergessen. Aber natürlich findet ihr dort noch viel mehr Infos.

Auch unsere Norne Deborah B. Stone hat schon aus Berlin berichtet.

Der Blog Bücher aus dem Feenbrunnen gibt euch einen ganz eigenen Einblick auf die Messe.