Fragefreitag: Welches Buch, welche Lektüre, welches Werk hat Dich 2018 am meisten beeindruckt?

Wir sind immer auf der Suche nach Buchempfehlungen und freuen uns, Dir ein paar weitergeben zu können. Mit dabei: Fantastik, Verlag, Selfpublisher, brandneu und Klassiker. Hast Du Empfehlungen für uns? Verrate sie uns unter #Nornenfragefreitag.

Diandra Linnemann: Ich habe Margaret Atwood entdeckt. Vor allem die Maddaddam-Trilogie hat mich beeindruckt.

Jasmin Engel: Am meisten haben mich 2018 „Tyll“ von Daniel Kehlmann und „Orchis“ von Verena Stauffer beeindruckt; letzteres geht in die phantastische Richtung, ich würde es aber nicht als Fantasy einordnen.

Eva-Maria Obermann: Zwar kein fantastisches Werk, aber absolut großartige und prägend: Noah Sow – Deutschland Schwarzweiß.

Elena: Eins meiner Jahreshighlight war „Circe“ von Madeline Miller. Für mich eine gelungene feministische Neuerzählung von Kirke und anderen bekannten Frauenfiguren der griechischen Mythologie, die ganz neue Betrachtungsweisen eröffnet.

Katharina Rauh: Good night Storys for Rebel Girls von Elena Favilli und Francesca Cavallo

Barbara Weiß: Das spannende und fabelhaft geschriebene „Unstern“ von Katrin Ils gehörte mit „Matthew Corbett und die Hexe von Fount Royal 1“ von Robert McCammon, „Lillesang“ von Nina Blazon und „Najaden – Das Siegel des Meeres“ von Heike Knauber zu meinen Jahreshighlights!

Gezeitenwechsel unter der Weltenesche – Der Jahresrückblick (Elenor Avelle)

2018 war ein turbulentes Jahr. Netzwerke aufzubauen ist immerhin eine anspruchsvolle Aufgabe. Dabei gibt es sehr viel zu beachten. Welches Ziel verfolgen wir, wie wollen wir das strukturell aufbauen, wie können wir das organisieren und wie koordinieren wir die teilweise gegensätzlichen Mentalitäten und Vorstellungen? Aber das haben wir hervorragend gemeistert, denn ihr wisst ja:

Spaß beiseite. Es ist eine herausfordernde Tätigkeit in einer Gruppe zu arbeiten. Diese Erfahrung haben die meisten gemacht und nicht selten lässt man es frustriert bleiben, weil es viel Geduld, Feingefühl und Energie kostet. Eben mehr, als wenn man alleine arbeitet. Kompromisse schließen zu können und zu ertragen, dass man nicht immer durchsetzen kann, was man selbst für das Beste hält, gehört da mit dazu. Gerade in neuen Gruppen und Netzwerken, ist das eine Disziplin, die meist im zweiten Jahr gemeistert werden will. Und genau darum drehte sich 2018 viel im Netzwerk. Wir haben die Erfahrungen aus dem Vorjahr bewertet und strukturell umgedacht. Deshalb haben wir einen Rat gewählt, der die Baumpflege an unserer Weltenesche organisiert, damit nicht plötzlich die falschen Äste ab sind, die Wurzeln faulen oder der Schlauchpilz bei uns einfällt. Das ist eine spannende Neuerung und wir sehen der Zukunft mit neu strukturierten Plänen entgegen, die alsbald auch mehr Augenmerk auf unsere Zielsetzung der Gleichberechtigung richten.

Jahrestag

Im Mai haben wir unser Einjähriges gefeiert. Ja, das Netzwerk gibt es noch nicht so lange. Unsere Weltenesche ist noch ein zartes Pflänzchen und braucht noch viel Zuwendung, bevor wir die Früchte ernten können. Für die Schlauberger, die es gerne genau nehmen: Nein, natürlich erwarten wir keine Pfirsiche. Die Früchte der Esche sind paarig angeordnete geflügelte Nüsschen.

Der persönliche Kontakt

Da sich das Netzwerk online organisiert, sind die Treffen auf Veranstaltungen für alle Nornen ein Highlight. Unsere Mitglieder kommen aus ganz Deutschland, der Schweiz, Österreich, sogar aus Schweden.

Buchmesse Leipzig

Im März hatten wir auf der Leipziger Buchmesse unseren ersten Messestand, um unserem Ziel nachzukommen, Autorinnen mehr Raum in der männerdominierten Fantastikszene zu geben. Angerückt sind wir mit fantastischen Werken und einem Schicksalskelch. Der Messeauftritt war ein voller Erfolg und wir hatten sehr viel Spaß. Erfahrungswerte, die wir gesammelt haben, werden wir für kommende Messen nutzen und erweitern. Und ich persönlich hoffe sehr darauf, dass es auch 2019 wieder die wunderbaren Rosmarinkartoffel in Leipzig zu essen gibt.

Treffen

Nornen-Treffen beim LitCampHamburg

Im Sommer haben verschiedene Nornen LitCamps besucht. Zum eine trafen wir uns in Heidelberg, zum anderen in Hamburg. Wer noch nicht weiß, was ein LitCamp ist, das ist eine Veranstaltung, auf der die Teilnehmer Sessions anbieten, in denen sie ihre Kenntnisse und Erfahrungen an interessierte Zuhörer weitergeben. Ich war bislang zwei Mal schon in Heidelberg dabei und kann es nur empfehlen. Es ist zwangloser als Messen und ideal um leichter über die eigene Sphäre hinaus zu kommen und mit anderen Menschen der Literaturbranche in Kontakt zu treten.

Auch im Getümmel der Frankfurter Buchmesse sind die Nornen zusammengekommen und haben sich getroffen.

Eine unserer Nornen hat sich sogar auf den Weg quer durch Deutschland, in die Schweiz und wieder zurück gemacht, um beim #NornenHopping verschiedene Nornen zu besuchen.

BuchBerlin

Unsere zweite Messe in diesem Jahr, war die BuchBerlin. Die Leipziger Messe und die BuchBerlin waren ein interessanter Vergleich. Während wir uns in Leipzig mehr auf die Präsentation konzentriert haben, ist die Berliner Buchmesse hauptsächlich eine Verkaufsmesse. Das war für uns nicht ganz so einfach, denn auch wenn wir natürlich die Werke unserer Nornen präsentieren und jede Norne ihre Werke auch verkauft, hat unser Netzwerk keine gewinnorientierten Ziele. Deshalb haben wir mit unseren Messeevents viel Mühe darauf verwendet, uns mit anderen Ständen zu vernetzen. Zum einen bieten wir seit der BuchBerlin als Außenstelle Zeitreisepässe des Amts für Aetherangelegenheiten an. Das sind Pässe mit denen ihr auf der Messe an verschiedenen Ständen Stempel und Visa einsammeln könnt. Das ist sehr lustig aufgezogen und ich selbst laufe auch mit meinem Pass über die Messen und sammle Einträge.

Unser anderes großes Event war die Rallye. Mitgemacht haben dabei unter Anderem der Machandel Verlag, Stella Delaney und Mika Krüger, der Chaospony Verlag und Die Uferlosen. Mit Hilfe eines Rätselbogens konnten die Besucher an den verschiedenen Ständen Bücher von Autorinnen suchen. Die Resonanz war umwerfend und die Rallye wird es deshalb auch im nächsten Jahr wieder in Berlin geben. Jeder der Interesse hat dabei zu sein, darf sich gerne bei uns melden.

Ohne Moos nix los

Wir würden gerne vollkommen mooslos durch die Welten schweben und unsere Ziele nur mit unserem Elan und unseren ehrlichen Bemühungen um Fairness antreiben. Aber der Motor der Gesellschaft läuft mit Münzen und Scheinen, egal wie idealistisch man auch sein mag. Die erste LBM haben wir im Hype des Neuen sehr schnell finanzieren können, für 2019 haben wir uns dafür Unterstützung geholt. Mittels eines Kickstarters und der grandiosen Mithilfe vieler toller Leute, konnten wir auch die Finanzierung des nächsten Nornenstandes in Leipzig stemmen. Vielen lieben Dank. Wir planen schon fleißig die Events. Es wird wieder großartig!

Jahresabschluss individuell

Ohne ein Schmankerl konnten wir das Jahr nicht vergehen lassen. Deshalb hat unsere Katharina Rauh mit den anderen Nornen einen bunten Adventskalender geplant, der auf all unseren Kanälen erschienen ist. Hinter den Türchen verbargen sich die unterschiedlichsten Dinge, vom Drabble über Kurzgeschichten bis hin zu winterlichen Rezepten. Jede Norne, die eine Idee hatte, konnte etwas fantastisches beisteuern.

Die persönlichen Jahreshighlights einzelner Nonen könnt ihr hier nachlesen.

Der kritische Vergleich

Als das Netzwerk im Mai 2017 den Bifröst öffnete, traten tugendhafte „Torwächter des Ist- Zustands“ auf den Plan. Ihr wollt etwas ändern? Aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier!

Wie sieht es jetzt 2018 aus? Hat sich etwas geändert? Was unsere Ziele betrifft, nein, denn noch immer bekommen Autorinnen nicht die gleichen Chancen, wie Autoren. Die Schale Ausrede ist noch immer, dass sie zu emotional sind und deshalb Fantasy einfach nicht können. Weltenbau, Gesellschaftsstrukturen, technische Authentizität, Zombies, das ist Männersache. „Ich lese keine Science-Fiction von Frauen. Die kann nicht gut sein.“ „Ich lese keine Romance von Männern. Die sind nicht gefühlvoll.“ Solche Sätze wollen wir aus den Köpfen der Menschen bekommen, denn sie sind nicht wahr und hinderlich für Qualität vor Schubladendenken. Wer mehr zum Status quo der Vorurteile lesen will, folgt dem Link.

Es gibt noch viel zu tun, bis es nicht mehr ums Geschlecht geht. Wir bleiben für euch am Ball, damit ihr sein könnt und schreiben könnt, was ihr wollt, ohne durch euer Geschlecht oder euer Genre benachteiligt zu werden.

Fragefreitag: Was waren eure schriftstellerischen Highlights des Jahres 2018?

In diesem Monat beschäftigen wir Nornen uns mit den Highlights des Jahres 2018. Dazu zählen die vielen persönlichen Highlights unserer Nornen, die ihr jetzt im Januar auf unserem Blog findet, als auch die besonderen literarischen und schriftstellerischen Momente. Neben eigenen Veröffentlichungen sind es vielleicht Begegnungen oder der Genuss besonderer Romane oder Artikel. Solche besonderen Momente hattet ihr auch? Verratet sie uns im #Nornenfragefreitag.

Britta Redweik: Ich habe eine Biografie veröffentlicht und mir damit einigen Frust über die Behandlung Behinderter in Deutschland von der Seele geschrieben. Und erst als ich es wirklich textlich vor der Nase hatte, habe ich gemerkt, dass ich eventuell diesen Frust mit dem verbinden sollte, was ich liebe. Also ab und an mehr diverse Charaktere in meine Phantastikromane einbauen sollte. Mehr in Richtung OwnVoices gehen könnte. (Denn ganz ehrlich, wer liest schon gern eine Biografie und denkt dann noch drüber nach? Nein, Verständnis durch Unterhaltung ist viel schöner.) Ich glaube, dass ich richtig gereift bin, durch diesen Prozess. Einerseits durch eine erste Veröffentlichung abseits von Kurzgeschichten und die Schwierigkeiten, die damit einhergehen, aber vor allem dadurch, dass ich mehr zu meiner Stimme gefunden habe, denke ich.

Diandra Linnemann: Es gab gleich zwei Highlights – ich konnte meine Urban-Fantasy-Reihe beenden und sie dann auch noch in drei Sammelbänden mit wunderschönen neuen Covern herausbringen.

Katharina Rauh: Ich habe meinen ersten Roman fertiggestellt und konnte einen Beitrag für die Benefitz-Anthologie schreiben.

Eva-Maria Obermann: Meine Steampunk-Adaption von Rapunzel, Tropfen der Ewigkeit, ist ein voller Erfolg geworden und das freut mich unglaublich. ich bin völlig neue Wege damit gegangen und habe mich an ein neues Genre und eine PoC Protagonistin gewagt. dass das so gut ankommt, gibt mir Energie, weiter zu machen und kreativ zu bleiben.

Katherina Ushachov aka Evanesca: Einiges davon ist leider noch streng geheim, aber ein großartiges Highlight war für mich, als mein Kurzroman mit Co-Autor beim Wurdack-Verlag veröffentlicht wurde. Ich liebe es, Teil eines Franchises zu sein.

Anne Zandt: Ein Highlight war die Veröffentlichung einer meiner Kurzgeschichten in Mit-Norne Siiri Saunders Anthologie „Entzünde den Funken„, aber auch die Lesung auf der Leipziger Buchmesse zählt definitiv dazu. Und natürlich die von mir und Mit-Norne June Is geschriebene Geschichte „Operation ‚Joker‘“ für den Bücherstadt Kurier. So viele tolle Sachen passiert letztes Jahr …

Siiri Saunders: Die Mitherausgabe der Benefiz-Anthologie „Entzünde den Funken“ war für mich vielleicht sogar das Highlight der nächsten drei Jahre. 🙂 Wir haben so viele Nornen und tolle AutorInnen aus ihren Schreibecken locken können und belohnen sie nun auch noch mit einem Bestseller. Oder sie uns? 🙂 Wie auch immer, es war und ist mir eine Ehre und das Highlight schlechthin.

Anne Granert: Im Sommer habe ich meinen ersten Band einer Urban-Fantasy-Reihe herausgegeben … und bin beim Verlag gleich zum Coaching auf der FBM ausgewählt und der Titel ist zum Top-Titel gekürt worden. Atemberaubend.

Nornengestöber zum Jahresende

2018 endet und egal, ob es euch Glück und Erfolg gebracht hat oder ihr es am liebsten mit dem Glockenschlag zum neuen Jahr vergessen wollt, jetzt ist noch einmal die Gelegenheit zu resümieren. Auch in vielen Tiefen unseren Lebens liegen Erfahrungen, die uns weiterbringen. Und mancher Jubeltag verblasst im Rückblick zu schnell. Wir schauen darum heute nochmal genau nach.

Autoren Urlaub

Zu ihren „Power Women“ veranstaltete arsedition 2018 eine Blogparade zu starken Frauen, bei der Juli von Juli liest dabei war.  Die Teilnehmerinnen wurden nach ihren persönlichen Heldinnen gefragt. Schön, sich einmal auf starke Frauen in unserem Leben zu besinnen. Auch unsere Norne Eva-Maria Obermann hat mit ihrem Buchblog mitgemacht.

Große Wellen schlug in diesem Jahr #metoo. Jedenfalls bei uns. Der Deutschlandfunk hat einen interessanten Beitrag veröffentlicht, warum die Debatte in Japan so gar keine Rolle gespielt hat.

Die Frankfurter Buchmesse hat auch dieses Jahr wieder tausende Menschen in die Hallen gelockt. Bei Tor online gibt es einen Rückblick der besonderen Art. Dort steht ein Nachwort zur Veranstaltung „Think Ursula“. Was das war? Lest nach!

2018 war das Jahr des ersten Literaturcamps Hamburg. Unsere Norne Barbara Weiß war dort und hat auf thebluesiren dazu gebloggt. Ein toller Rückblick.

Immer wieder kam auch die Frage auf, was denn alles Werbung im Internet sei und wie das zu kennzeichnen ist. So ganz wollte da keiner Durchsteigen, auch weil überall etwas anderes steht. Hier ein Tipp zum Nachlesen.

Autoren Urlaub

Wo findet ihr was bei unserem Adventskalender (Cazze)

Der Adventkalender ist bereit in vollem Gange und wir haben euch schon einige literarische Leckerbissen serviert. Da man im Weihnachtstrubel gerne ein wenig die Orientierung verliert, möchten wir euch die Suche nach den Türchen ein bisschen einfacher gestalten und kleine Hinweise geben, wo ihr das nächste findet.

Gleich am ersten Tag geht es auf unserem Blog unter das Meer

Am zweiten Tag gibt es auf Facebook ein zauberhaftes Gedicht.

Die böse Stiefmutter hat am dritten Tag ihr Schuhproblem satt und postet es auf Instagram.

Am vierten Tag bekommen wir auf unserem Blog Besuch vom Rheinschiffer

Den Tag darauf wird es blumig auf Instagram.

Nikolaus feiern wir auf dem Blog, zusammen mit John.

An Tag sieben besucht König Drosselbart Mark Zuckerberg.

Ausgekräht hat es sich an Tag acht auf unserem Blog.

Am neunten Tag wird eine Prinzessin in den Bann sozialer Medien gezogen. Besonders Facebook hat es ihr angetan.

Füllt eure Kessel mit Popcorn. An Tag zehn geht es wieder heiß auf Instagram zu.

Da ihr danach sicher hungrig seid, gibt es danach etwas Leckeres zu Essen auf unserem Blog.

Vollgefuttert geht es wieder auf Instagram. Passt jedoch auf, dass die vielen bunten Bilder euch nicht blind machen.

Der dreizehnte ist eigentlich als Unglückstag verschrien. Jedoch nicht bei uns, den ihr könnt auf unserm Blog eine ganz besondere Rezension lesen.

Am vierzehnten packen wir die kurzen Hosen ein und springen mitten in den blauen Facebookpool 

Danach jagen wir auf dem Blog Legenden.

Um am Tag darauf wieder bei Facebook auf Safari zu gehen.

Der Instagrambeitrag am siebzehnten ist garantiert nicht hässlich.

Denn ihr erfahrt am achtzehnten auf unserem Blog, wie ihr euch gegen das Gift der bösen Königin schützen könnt. Und lecker ist es auch noch!

Am neunzehnten werdet ihr Instagram verfluchen, warum es euch das Türchen nicht schneller öffnet.

Ihr habt es fast geschafft! Passt vier Tage vor Weihnachten auf, dass ihr nicht zu Staub zerfallt. Sucht Schutz auf unserem Blog.

Habt ihr das überstanden, reist zum Mount Facebook und werdet verzaubert.

Danach braucht ihr Schwefelhölzer, um wieder zurück zum Blog zu finden.

Am vorletzten Tag statten wir Herr Zuckerberg noch einen Besuch ab.

Und ob wir an Heiligabend noch ein Türchen für euch haben? Keine Ahnung! Schaut doch mal auf Instagram!

*Autorin des Beitrags ist Cazze

nostalgisches Nornengestöber zur BuchBerlin

Ja, schon wieder die BuchBerlin. Wir fanden es so großartig dort und haben mit euch so gerne an unserem Nornenstand geredet, die Rallye veranstaltet und unseren Kelch gefüllt, dass wir noch einmal mit etwas Wehmut gen Berlin blicken. Da helfen uns die vielen tollen Artikel und Beiträge, die es mittlerweile gibt und die wir euch nicht vorenthalten wollen. Also auf in eine Runde Buch-Berlin-#Nornengestöber.

Auf diesem Vlog zur BuchBerlin könnt ihr richtig eintauchen in die Atmosphäre. Taucht aber bitte wieder auf;-)

Interviewt wurden auf in Berlin für das Nornennetz Elenor Avelle und Nora Bendzko. Ihr wollt wissen, um was es da ging? Schaltet dieses Video an und lasst euch überraschen.

Auch das Hallenspektrum berichtet über die Buchausstellung und hat uns dabei nicht vergessen. Aber natürlich findet ihr dort noch viel mehr Infos.

Auch unsere Norne Deborah B. Stone hat schon aus Berlin berichtet.

Der Blog Bücher aus dem Feenbrunnen gibt euch einen ganz eigenen Einblick auf die Messe.

 

SP-Day 2018 (Paula Roose)

Als ich** meinen ersten Roman schrieb, war es genau das Jahr, in dem Amazon seine Pforten für Selfpublisher öffnete, kostenfrei und ohne Risiko. So bin ich quasi von Anfang an in die Selfpublishing-Szene hineingerutscht. Ich bekam Kontakt zu anderen Angehörigen der schreibenden Zunft und mit deren Hilfe und nach über einem Jahr Recherche war mein Roman 2014 so weit, dass ich eine Veröffentlichung wagte. Der Aufwand hatte sich gelohnt. »Drachentau« war drei Wochen in den Top 100 der Amazon-Fantasy-Charts, hat es im Gesamtranking bis auf 280 hoch geschafft und sich fast zwei Jahre am Markt gehalten.

Selfpublishing heute

Wer heute ein Buch ohne Verlag veröffentlichen möchte, muss nicht mehr ein Jahr recherchieren, um an die nötigen Informationen zu kommen. Eine Veranstaltung, die sich meines Erachtens dafür lohnt, ist der SP-Day, der nun schon zum fünften Mal stattgefunden hat. Ich selbst war das zweite Mal dabei, und ich finde, es ist mehr, als nur ein Klassentreffen selbstpublizierender Autoren. Okay, der Preis ist mit 210,- € für Spätentschlossene sportlich, aber man bekommt etwas geboten für das Geld. Die Veranstaltung ist gefüllt mit interessanten und relevanten Vorträgen und ich habe die Möglichkeit, vor Ort mit Vertretern wichtiger Plattformen zu sprechen. Das ist deutlich effektiver und angenehmer, als nur via E-Mails zu korrespondieren.

Übernachtet hat unsere Norne im City Hostel in Düsseldorf (Foto: Paula Roose)

Und last but not least finde ich es einfach schön, mich einmal im Jahr auf den Weg zu machen und ins Getümmel zu stürzen. Ein kleines Kontrastprogramm zu dem doch sonst einsamen Schreiben am PC.

 City Hostel Düsseldorf …

… war der Veranstaltungsort. Die Jugendherberge liegt direkt am Rhein. Wer, wie ich, eine weite Anreise hatte, konnte in der Jugendherberge kostengünstig übernachten, auch ohne DJH-Mitgliedschaft. Mit Blick auf den Rhein begann mein persönlicher SP-Day ganz entspannt beim Frühstück. Ich hatte schon mal Gelegenheit zu schauen, wer noch so angereist war. Leider niemand, den ich kannte. Das war schade, aber für den Moment war es mir auch ganz recht, erstmal ein wenig abseits zu sitzen und die Aussicht zu genießen.

Der Vormittag

Bevor es losging, mussten wir einchecken, bekamen ein Erkennungsband für das Handgelenk und eine herzliche Begrüßung samt Beutel mit Infos und SP-Day-Logo. So ausgerüstet stieg ich in den zweiten Stock zum Konferenzsaal hinauf. Die Stühle waren mit Leseproben eines Autors garniert, zu dessen Zielgruppe ich nicht gehöre. Also war ich so frei, sie zur Seite zu legen, bevor ich Platz nahm. War der Saal fünf Minuten zuvor noch recht verwaist, füllte er sich dann doch zügig. Pünktlich um 9.15 Uhr, darauf kann man sich beim SP-Day verlassen, startete der Tag mit einer Begrüßung durch den Veranstalter Lutz Kreutzer. Er bat um Handzeichen, wie oft die Teilnehmer schon dabei gewesen waren. An allen fünf Veranstaltungen hatte niemand teilgenommen, ungefähr die Hälfte der 145 Teilnehmer waren zum ersten Mal dort.

Und dann ging’s auch schon los.

Ein informativer Tag von Anfang an (Foto: Paula Roose)

 Der Autor als Marke …

war das erste Thema, gestaltet von Carolin Reif von NeoPubli. Sie brachte uns nahe, warum es wichtig sei, eine Marke zu sein, wie man diese sinnvollerweise aufbaut und gab Tipps, wie man für sich einen Wiedererkennungswert schafft. Der Begriff »Marke« behagt mir zugegebenermaßen nicht so sehr, bin ich doch mehr so der Genuss- und nicht der Fließbandschreiber (was ich an dieser Stelle auf keinen Fall abwerten möchte, im besten Fall fällt das ja auch zusammen). Während ich ihre Ausführungen verfolgte, musste ich mir eingestehen, dass es doch etwas für sich hat und ich viele Punkte längst umgesetzt hatte, ohne mir bewusst zu sein, dass ich damit an meiner Marke arbeite, z.B. ein Cover mit Wiedererkennungswert oder ein bestimmtes Romanthema, in dem ich mich zuhause fühle und gut auskenne. Sie begann ihren Vortrag mit einem Zitat von Oscar Wilde: »Sei du selbst, alle anderen gibt es schon«. Um das praktisch werden zu lassen, stellte sie uns drei Fragen: Wer bin ich, wofür stehe ich und wie möchte ich wahrgenommen werden?

 Meine Fanbase …

… schloss nahtlos an die »Marke« an und da hatte Tanja Fischer von LovelyBooks handfeste Tipps für uns. LovelyBooks stellt die größte Lesecommunity im deutschsprachigen Raum dar, allerdings treffen sich dort in der Hauptsache Leser der Genres Fantasy, Krimi und Thriller, Liebesroman und Jugendroman. Autoren, die in diesen Genres schreiben, können hier also gut Leser finden. War es früher den Verlagsautoren vorbehalten, ein Autorenprofil anzulegen, sind die Tore jetzt auch für Selfpublisher (SPler) geöffnet. Es lohnt sich wirklich, dieses einzurichten und zu pflegen, denn die Bücher werden automatisch vom VLB übernommen, wenn sie erscheinen. Und ob eine nackte Seite über mich neben meinen Büchern prangt oder eine schöne einladende, habe ich allein in der Hand. Auch von Tanja Fischer kam der Rat, man selbst zu sein, kreativ, aktuell und informativ – wie auch immer man die Profile dann damit füllen möchte. LovelyBooks ist eng verknüpft mit Leserunden. Man kann sie als Autor mit und ohne persönliche Teilnahme starten. Sie empfahl aber, auf jeden Fall selbst daran teilzunehmen, weil Leser das sehr mögen und man Gelegenheit hat, direktes Feedback zu seiner Geschichte zu bekommen.

Außerdem wies sie auf die Möglichkeit hin, auf LovelyBooks Werbung zu schalten.

 Der für mich interessanteste Vortrag des Morgens …

… kam von Daniel Seebacher von Tolino. Als gelernter Buchhändler gab er uns einen kleinen Einblick, wie Buchhändler ticken, wie man sie optimal anspricht und sein Buch in einem lokalen Buchladen platziert bekommt. Zunächst braucht das Buch neben einem griffigen Klappentext ein Cover, das auch in Thumbnailgröße funktioniert und gut lesbar ist. Mir persönlich war das nicht neu, aber es ist wohl immer noch einer der häufigeren Fehler.

Dann kamen einige Hinweise, die mir als SPlerin sehr wohl neu waren. Denn Buchhändler und Autoren haben etwas Entscheidendes gemeinsam: Sie wollen Leser. Und darauf lässt sich aufbauen. Wir haben den Buchhändlern durchaus etwas zu bieten: Lesernähe, Eigeninitiative und Marketing, Regionalität, Lesungen und Nischenthemen. Außerdem können wir schnell auf Trends und Marktveränderungen reagieren.

Ein schöner Ausblick beim SP-Day 2018 ( Foto: Paula Roose)

Die Buchhändler ihrerseits können uns neue Zielgruppen erschließen, haben ein Empfehlungswesen, das Perlen und Unbekanntes zum Leser bringt, präsentieren Waren und bieten die Chance auf Impuls- und Zusatzkäufe, wenn sich jemand in der Schlange an der Kasse doch noch schnell für unser Buch entscheidet. Außerdem bieten sie ein fast einzigartiges System der »über Nacht Bestellbarkeit«, verfügen über regionale Kontakte und können eBook und Print optimal miteinander verknüpfen. Aber auch Buchhändler brauchen neben den Nischenthemen Bestseller, damit der Laden sich hält, und haben nur eine begrenzte Fläche zur Verfügung.

Um unseren Titel beim Buchhändler unterzubringen, empfahl er es, uns zunächst mit dem Sortiment des Buchladens zu beschäftigen und zu sehen, ob unser Buch dort überhaupt hineinpasst. Wenn das der Fall ist, können wir den Händler auf gleicher Augenhöhe begegnen und ihm zeigen, dass wir ihn verstehen. Ein Buchhändler braucht 40% Rabatt, um schwarze Zahlen schreiben zu können, und er hat ein Remissionsrecht, d.h. er kann gekaufte Bücher zurückgeben, wenn eine Neuauflage erscheint.

Für mich war dieser Einblick in den Buchhandel sehr aufschlussreich, auch aus der Perspektive, dass ich einiges zu bieten habe, was für den Buchhändler interessant ist.

Auf zu den Workshops

Nach den Vorträgen im Plenum und einer Kaffeepause teilten die Besucher sich auf die Workshops auf, je nach persönlicher Interessenlage konnte unter anderem zwischen »Lesungen akquirieren«, »Pitch«, »Projektmanagement«, »Nutzen aus einem Lektorat ziehen«, »Social Media für Autoren« und »Kooperation mit Agenturen« gewählt werden. Ich entschied mich für »Rhetorik für Autoren«, gehalten von Ruprecht Frieling, und erhoffte mir, etwas mehr über professionelle Redekunst zu erfahren.

Mein persönliches Highlight …

… war der Nachmittagsworkshop mit Brigitte Mayer »Perfekte Texte für Lesungen – wie man aus Buchtexten leicht verständliche Hörtexte macht«. Hier ging es richtig zur Sache. Wie muss ein Text aufbereitet werden, damit er sich gut anhört? Wie muss er betont werden, was muss in einem Bogen zusammen gelesen werden und wo gehören unbedingt Pausen hin? Was muss umformuliert werden, weil der Hörer es sonst schlecht erfasst? Immer, wenn der Hörer Zeit braucht, das Gehörte zu verstehen, habe ich seine Aufmerksamkeit für einen Moment verloren. Es muss also jedes Wort ohne Umweg bei ihm ankommen.

Sehr einfühlsam und ermutigend brachte sie uns das Thema näher und ich traute mich zum Ende, meine Textaufbereitung vorzutragen und »Stimme zu geben«. Schon 2017 hatte ich einen ihrer Workshops genossen und war begeistert. Hier eine ganz klare Empfehlung von mir.

Ein letzter Blick auf dem Heimweg (Foto: Paula Roose)

 Zum Schluss …

… ging es noch einmal ins Plenum. Wir bekamen in Kürze das Wichtigste für Autoren zur neuen DSGVO von Medienanwalt Sven Nelke vermittelt, die viele Autoren in den vergangen Wochen stark beschäftigt hatte.

Den Autorengrill, ein Interview mit Catherine Shepherd und Carin Müller, konnte ich nicht mehr verfolgen, denn meine Heimreise war weit und mein Zug wartete schon.

Mein Fazit

Der SP-Day lohnt sich. Die Veranstaltung ist durch und durch professionell, bestens organisiert, liefert viel Input und es macht Spaß, andere Autoren außerhalb des Internets zu treffen und sich auszutauschen. Nächstes Jahr geht es nach Nürnberg. So Gott will, werde ich wieder dabei sein. Ich hoffe, wir sehen uns.

Wenn ich euch auf den Geschmack gebracht habe, schaut einmal hier: https://self-publishing-day.de/

**Autorin des Beitrags ist Paula Roose

Nornenlesungen auf der LBM 18 (Anne Zandt)

Da wir nicht nur mit euch talken wollen, haben einige Nornen für euch Stellen aus ihren Werken herausgesucht, die sie euch an unserem Stand J303 in Halle 2 vortragen werden. Anschließend stehen sie euch für ein Meet&Greet zur Verfügung.

Hier also ein kleiner Überblick, wer wann was liest – und der dazugehörigen Facebook-Veranstaltung hinter der Uhrzeit.

Freitag, 16. März

Den Anfang macht Diandra Linnemann von 11 – 11:30 Uhr.
Mit ihr zusammen taucht ihr in die Welt von „Andrea, der Lüsternden und der lustigen Tentakel des Todes“ ab. Zumindest auf Twitter haben die dazugehörigen Boxen für einigen Wirbel gesorgt (und Tentakel Bob, soll nun auch ins echte Leben geholt werden: Ein Bob zum Anfassen). Schaut also vorbei, wenn ihr Diandra, Andrea und Bob kennenlernen wollt:

Hergehört: Wie lesen auf der Leipziger Buchmesse

Düster geht es mit Nora Bendzko von 14 – -14:30 Uhr weiter.
Noch wissen wir nicht, ob ihr Werk „Kindsräuber“ den IndieSeraph gewinnen wird, in jedem Fall wird sie daraus vorlesen und euch einen Einblick in ihr neustes Galgenmärchen „Hexensold“ geben. Wer also einen Ausflug in das Prag des 30-jährigen Kriegs in ihrer Adaptation von Rumpelstilzchen nicht verpassen möchte, sollte unbedingt vorbeikommen:

Reinhören auf der LBM

Von 15 – 15:30 Uhr erzählt uns Laura Kier in ihrem Märchen „Die Muse und der Sorgendieb“ wie Autoren zu ihren Ideen kommen.

Außerdem wird sie zum allerersten Mal aus ihrem Debütroman lesen – einer Dystopie, so viel hat sie schon verraten. Für mehr müsst ihr dann wohl einfach vorbeikommen. Auf der LBM könnt ihr auch vor allen anderen einen Blick auf Titel, Cover und Klappentext werfen:

Prämieren im Gepäck

Den Abschluss am Freitag bildet Jana Jeworreck von 16 – 16:30 Uhr.
Mit Dreiland I startete sie ihre Trilogie, Band II steht schon in den Startlöchern und wer weiß, vielleicht gibt sie uns in ihrer Lesung schon einen kleinen Einblick in die Fortsetzung:

Unsere Nornen lesen vor

Samstag, 17. März

Bunt wird es mit Stella Delaney von 11 – 11:30 Uhr.
Noch hat sie sich nicht entschieden, welche Geschichten sie aus ihrer Kurzgeschichtensammlung „Staub & Regenbogensplitter“ vorliest, vielleicht wird sie auch erst vor Ort eine Farbe wählen lassen. Seid also gespannt:

Frauen in der Phantastik

Auch bei Anne Zandt von  14 – 14:30 Uhr gibt es mehr als eine Geschichte zu hören.
In drei ihrer Projekte, den #Neubrandenwolf, den #WunschDerKönigin und das #Eishörnchen, wird sie euch einen kleinen Einblick geben.

Ungeahnte Einblicke

Von 15 – 15:30 Uhr könnt ihr mit Janna Ruth einen kleinen Ausflug machen.
Nämlich in ihre ebenfalls für den Indie-Seraph-, sowie den dpp-nominierte Märchenadaptation „Im Bann der zertanzten Schuhe“.

Preisverdächtig 😉

Kurz nach Jannas Lesung geht es dann 16 Uhr auf der Fantasy Leseinsel mit unserer Talkrunde weiter! Nicht vergessen!

Sonntag, 18. März

Auch heute geht es märchenhaft weiter mit Katherina Ushachov von 10 – 10:30 Uhr.
Mit ihrem Debutroman „Zarin Saltan“ wird es russisch auf der LBM und eichhörnig sowieso.

Sonntagslektüre am Nornenstand

Den Abschluss bildet Nike Leonard von 11 – 11:30 Uhr.
Mit ihrem „Codex Aureus“ hat sie ihren eigenen Epos erschaffen und wird euch aus den Teilen „Der Fluch des Spielmanns“ und „Biss zum letzten Akt“ einen Einblick darauf geben.

Hört uns zu, lernt uns kennen 🙂

Das Alles nochmal zusammengefasst gibt es hier:

Unsere Messeübersicht für euch

Das ist noch lange nicht alles!
Denn auch außerhalb des Nornennetzes haben einige Autorinnen noch Lesungen und Meet&Greets.
Mit Janna Ruth könnte ihr am Tolino Stand ins DeModie hinabsteigen, BlueSiren liest bei #9Lesen, Tina Skupin am Stand des Verlag Torsten Low, und noch viele mehr … schaut doch mal auf deren Seiten vorbei für mehr Informationen!

Wir freuen uns darauf, euch mit unseren Geschichten begeistern zu können!

*Autorin des Beitrags ist Anne Zandt aka Poisonpainter