Writers on Writers – Folge 2 – Diandra Linnemann und Sophie Grossalber

Logo der Aktion Writers on Writers. Schriftzug in der Mitte darüber das Nornennetz Logo, darüber "Autorinnen im Gespräch" umrandet von zwei goldenen Federn und deren Tintenlinien.

Die Aktion „Writers on Writers“ orientiert sich an dem YouTube-Format „actors on actors“ des Variety Magazins, USA.

Es geht um ein Gespräch auf Augenhöhe. Zwei Autoren unterhalten sich über ihr Handwerk, über Schwierigkeiten in den Projekten, über Zweifel oder Unsicherheiten. Anders als bei einem fragenden Reporter wirkt das Gespräch durch die Gegenseitigkeit intimer und natürlicher. Man erhält Einblicke in die Entstehungsgeschichte der Bücher und Tipps und Tricks.

Kurz gesagt, es geht um:

Zwei Nornen im Gespräch, ihre Projekte, ihr Werdegang und die immer wiederkehrende Frage „Wie machst du das eigentlich?“

In Folge 2 unterhalten sich die Diandra Linnemann, Autorin des regional-magischen Roman Reihe “Magie hinter den sieben Bergen” (Eigenverlag) und Sophie Grossalber, Autorin der nachdenklich machenden Anthologie “Blood & Guilt”  (Eigenverlag). Weitere Infos zu den beiden Autorinnen erhaltet ihr hier:

Oder auf den Seiten der Autorinnen https://diandrasgeschichtenquelle.org/ und https://twitter.com/sophiegwrites 

Ein Transkript findet ihr unter dem Video.

Transkript: Diandra Linnemann & Sophie Grossalber

Intro: Writers On Writers. Eine Aktion vom Nornennetz. Diesen Monat im Gespräch: Sophie Grossalber und Diandra Linnemann.

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DL: Ich freue mich, dass ich heute hier bei Writers On Writers sein darf und zwar mit der hinreißenden Sophie Grossalber. Habe ich das richtig ausgesprochen?

SG: Ja, perfekt.

DL: Hervorragend. Erste Hürde genommen.

SG: Ich freue mich auch, hier zu sein.

DL: Und ich wollte dich zuerst einmal fragen: Ich habe dich natürlich im Vorfeld gestalkt und gründlich überprüft und habe auch dein Buch Blood & Guilt gelesen, und da wollte ich dich mal fragen, diese Geschichte – also, das ist ein Buch mit drei Urban-Fantasy-Geschichten und die spielen alle in der gleichen Welt, oder nicht?

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SG: Ja, genau. In der Welt von einer Romantrilogie, die ich noch geplant habe, die bis jetzt noch unveröffentlicht ist, spielen alle in derselben Welt, nur an unterschiedlichen Orten.

DL: Magst du etwas über diese Trilogie erzählen?

SG: Allzu viel kann ich eigentlich nicht erzählen. Außer, dass ich in der zweiten Hälfte von 2015 angefangen habe, sie zu schreiben. Der erste Band ist zumindest im jetzigen Entwurf fertig geschrieben. Den werde ich aber vermutlich nochmal neu schreiben, bevor ich dann versuche, die Trilogie bei Agenturen unterzubringen, weil ich mit denen gerne bei größeren Verlagen unterkommen würde. Aber wir werden es sehen, ob es funktioniert und wie lange alles dauert.

DL: Ich glaube, das ist ja so der Endgegner für jeden Autor, der es ein bisschen ernst nimmt: Größerer Verlag. Nach den Kurzgeschichten, die ich gelesen habe, hätte ich gesagt, du hast schon mal gute Chancen.

SG: Danke. Ich wollte bei dir noch fragen, Magie Hinter Den Sieben Bergen – du hast ja drei Sammelbände im Selfpublishing herausgebracht und dann alle nochmal einzeln. Warum hast du dich genau fürs Selfpublishing entschieden?

DL: Im Wesentlichen wollte ich eigentlich einfach mal gucken, wie das funktioniert.

SG: Ha, okay.

DL: Ich hab damals einfach angefangen. Ich habe die erste Geschichte geschrieben und hatte die dann fertig und habe dann überlegt, was ich damit machen kann. Und da war Selfpublishing noch relativ neu, das war 2012 oder 2013, glaube ich und ich habe da einfach mal geguckt, ich lade jetzt mal das Ding hoch und gucke, was passiert und habe mir selber auch ein Cover gebastelt. Und ich habe da überhaupt kein Talent für, aber es ist bunt, das halte ich dem jetzt mal positiv zugute. Und ein paar Wochen später hatte ich dann die Idee für die zweite Geschichte und habe gedacht, dann schreibst du mal weiter. Und das hat sich dann irgendwie so verselbständigt, bis ich nachher dann ein Konzept für eine komplette Reihe hatte und wirklich dann um Band 5 dann auch irgendwann rausgefunden habe, wie es endet und was eigentlich so die übergeordnete Geschichte ist. Und dann musste ich nur noch quasi gucken, dass das alles zusammenpasst, weil ich wollte, dass das alles einheitlich aussieht. Nachher habe ich gesagt, dann mache ich diese Reihe auch im Selfpublishing fertig und mache die Cover alle in einem ähnlichen Stil und habe mir dann, als alles fertig war, quasi zur Belohnung für die Sammelbände dann richtige, professionelle Cover gegönnt, von einer Freundin, die das auch wirklich kann, und muss dann jetzt gucken, was ich damit weitermache.

SG: Du hattest, glaube ich, gesagt, dass du sie auch auf Englisch übersetzen lassen willst.

DL: Genau. Also, ich bin tatsächlich gelernte Übersetzerin und arbeite auch beruflich, also tagsüber im Büro, für Geld, als Übersetzerin und habe irgendwann mal angefangen, die ersten Bände auch ins Englische zu übersetzen. Das ist dann leider irgendwann so ein bisschen ins Hintertreffen geraten, weil immer viel zu tun ist und der Tag eh nur 24 Stunden hat. Und im Moment bin ich, weil wir wenig zu tun haben wegen der aktuellen Situation, tagsüber dabei und übersetze stückchenweise den, lass mich eben rechnen, den 6. Band ins Englische und habe auch schon ein paar Testleserinnen. Und letztendlich sind es, glaube ich, 5 Leute, die das dann auf Englisch lesen und da geht’s mir nur darum, dass diese 5 Leute das dann auch alles vollständig haben, wenn sie wollen. Ich mache das im Grunde genommen, weil ich es kann und nicht, weil da irgendwie Geld bei zu holen wäre. Sondern, einfach so aus Sickigkeit, weil ich das immer mal machen wollte, weil die Gelegenheit günstig ist. Und wie machst du das?

SG: Ja, es ist bei mir ähnlich: Weil ich es kann. Und andererseits auch – ich würde gerne mit dem Großteil meiner Romane versuchen, bei einer englischsprachigen Agentur unterzukommen und so dann zu veröffentlichen bei einem großen Verlag. Dann vielleicht, wenn es gut läuft, dass sie dann wieder auf Deutsch übersetzt werden. Aber es liegt auch daran, dass einfach der englische Markt zeitweise aufgeschlossener ist für Innovationen und neuere Sachen. Das ist am deutschsprachigen Markt jetzt nicht so ganz der Fall, leider, noch. Aber, ja, es ist auch primär, ich kann es, probieren wir es mal aus.

DL: Du hast ja auch zweisprachig studiert, wenn ich das richtig verstanden habe, oder?

SG: Den Bachelor habe ich komplett auf Englisch in Schottland gemacht. Mit dem bin ich jetzt gottseidank fertig.

DL: Hast du da noch weiter was geplant, willst du noch weiter studieren oder lieber was Sinnvolles machen mit deiner Zeit jetzt zur Abwechslung?

SG: Ich würde schon gerne einen Master machen, aber ich schwanke momentan noch zwischen zwei Programmen und da muss ich einfach noch schauen. Ich habe mir jetzt mal vorgenommen, bis nächstes Jahr nehme ich mir eine Pause, weil die wirklich nötig ist, weil die letzten Monate waren einfach sehr anstrengend und stressig und dann schauen wir mal, was ich so weiter mache. Hab ja noch viel Zeit.

DL: Also damals bei der Diplomarbeit gegen Ende – ich wollte es nur noch fertig haben. Das war so: Jede Seite und jedes Kapitel Überarbeiten und jede halbe Stunde Fußnoten Überprüfen musste hart und aufwendig belohnt werden und ich war heilfroh, als das endlich weg war.

SG: Ja, das auch. Ich meine, ich habe das Glück gehabt, dass ich ein Thema machen konnte, das ich selber sehr spannend finde. Also ich habe über Star Wars, Harry Potter und Fanfiction und wie die alle mit LGBTQ-Charakteren umgehen geschrieben. Das ist momentan ja sehr aktuell, aber gegen Ende wollte ich es dann auch einfach nur noch fertig haben und schlafen.

DL: Du sagtest, glaube ich, du hast Literatur und Film studiert, habe ich das richtig im Kopf?

SG: Ja, genau. Englische Literatur und Film.

DL: Hast du das mit dem Hintergedanken gewählt, dass du als Autorin arbeiten willst oder hat sich das so zufällig ergänzt?

SG: Zu dem Zeitpunkt hatte ich den Wunsch schon, veröffentlichte Autorin zu werden. Ich habe 2016 mit dem Bachelor angefangen, da war ich gerade mitten im Schreiben vom ersten Band von Dumorney, also meiner Urban Fantasy-Trilogie und ja, ich meine, das Studium war mehr Filmtheorie und Literaturtheorie und wie man das vergleichen kann und was passiert, wenn du ein Buch adaptierst als Serie oder als Film oder als Bühnenspiel. Das war einfach mehr Theorie und Kritik als wirklich praktisches Arbeiten. Ich hoffe, dass ich das jetzt irgendwie durch Praktika oder im Master dann berichtigen kann.

DL: Bei mir war das damals so, dass ich eigentlich schon immer schreiben wollte und meine Familie hat natürlich, weil die sehr vernünftig sind, gesagt: Such dir lieber einen richtigen Job. Und dann war Übersetzen so das, was dem Ganzen am Nächsten kam, weil ich auch sprachlich durchaus so wenigstens ansatzweise ein bisschen Talent habe. Ich bin zweisprachig aufgewachsen. Also meine Mutter kommt aus den Niederlanden und Sprachen fallen mir generell sehr leicht. Und da dachte ich ans Übersetzen und dann hast du schon mal mit Sprachen zu tun, und hatte natürlich dann erst die Idee, dass ich Literatur übersetzen wollte. Ich glaube, dass haben sehr viele. Ich weiß noch, bei uns im Kurs damals waren bestimmt ein Drittel Leute, die eigentlich viel lieber Autoren wären als Übersetzer und das dann so als Notlösung gemacht haben aus ähnlich vernünftiger Überlegung heraus. Und ich bin dann nachher im Medizinbereich gelandet und muss tatsächlich sagen, dieser Unterschied dazwischen ist eigentlich sehr gut, weil ich im Medizinbereich sehr exakt sein muss, sehr gut recherchieren muss, und da kommt es weniger darauf an, wie schön die Sprache ist, sondern wie exakt der Inhalt vermittelt wird und das heißt: Nicht abends komplett durch, wenn ich mich nochmals zum Schreiben hinsetze und meinen eigenen Kram schreibe. Dann bin ich halt kreativ noch nicht auf, sondern habe da noch ein bisschen Saft für meinen Kram.

SG: Ja, ich kann mir vorstellen, dass einige Leute Übersetzen machen, obwohl sie eigentlich lieber schreiben würden, oder Lektorat, obwohl sie lieber schreiben würden. Bei meinen Eltern ist es so, dass sie immer noch der Meinung sind, ich sollte etwas anderes machen als Übersetzen oder Film weiter, weil da verdienst du ja nix und die Krankenversicherungen und das alles. Was ich auch verstehe, es ist nicht leicht. Aber ich will auch nicht dann acht bis zehn Stunden in einem Bürojob sitzen, den ich absolut hasse und der mir überhaupt keinen Spaß macht. Da will ich lieber zumindest versuchen, das zu machen und mit dem Geld zu verdienen, was mir Spaß macht und was mir eher liegt.

DL: Ja, ich weiß. Ich habe halt riesiges Glück, dass ich angestellte Übersetzerin bin. Ich glaube da ist es wahrscheinlicher, dass man im Lotto gewinnt. Ich habe am Anfang gedacht, den Job machst du nur einen Moment, bis du so ein bisschen verdient hast und bis du dich dann irgendwo etabliert hast und dich erwachsen fühlst und ich mache das jetzt auch seit fast 11 Jahren.

SG: Ja, das ist, glaube ich, der Idealfall.

DL: So, aber zurück zum Schreiben. Ich habe gesehen, du hast außer Blood And Guilt auch noch zwei Kurzgeschichten veröffentlicht in anderen Anthologien.

SG: Ja, in Kleinverlagsanthologien beim Talawah Verlag einmal in den P-Files – den Phönix Akten und einmal in den A-Files – den Amazonen Akten. In den P-Files, das war meine allererste Veröffentlichung, also so richtig. Ich hab’s einfach eingeschickt, weil ich mir gedacht habe, versuchst du es halt. Wenn sie dich nehmen, super. Wenn sie dich nicht nehmen, hast halt zumindest eine fertige Geschichte. Dann hatte ich noch eine Idee bei den A-Files, bei der Ausschreibung, hab das auch eingeschickt und das wurde auch genommen, gottseidank. Aber ansonsten – ich versuche mich momentan wieder mehr auf Romane zu konzentrieren und auf Längeres, weil Kurzgeschichten sind zwar nett, aber du kommst so schnell raus aus dem Romanschreiben, weil du für die Romane eine Ausdauer brauchst, die du für Kurzgeschichten nicht brauchst, und bis du dann einen Roman fertig hast, hätte ich, glaube ich, fünfzig Kurzgeschichten schon geschrieben.

DL: Ja, vor allem: Beim Roman musst du auch wirklich gedanklich drinbleiben. Ich vergesse immer alles direkt, ich muss mir jeden noch so kleinen Pieps aufschreiben, sonst wechseln die Leute wild ihre Haarfarbe, Augenfarbe, Größe, Anzahl der Beine. Das ist ein einziges Chaos. Das ist natürlich dann ein Vorteil bei Kurzgeschichten. Über fünf Seiten kann ich mir das vielleicht noch merken, aber bis zum nächsten Tag ist auch schon wieder raus.

SG: Ja, das stimmt. Ich habe zum Glück – ich arbeite mit Scrivener bei meinen längeren Sachen und da kann ich direkt im Projektordner Dokumente reinschieben, mit Recherche und Personennamen und Charaktereigenschaften und alles Pipapo, es ist alles an einem Platz. Da muss ich nur nachschauen. Ich habe nur meistens das Problem, wenn ich schreibe und es kommt ein neuer Charakter und ich habe keinen Plan für den, weil es eigentlich ein Nebencharakter ist, den ich jetzt nur für diese eine Szene brauche. Dann habe ich einfach keinen Namen für den Charakter und dann schmeiße ich einfach Platzhalter rein und dann vergesse ich auch die Platzhalter. Muss ich mich dann daran erinnern, dass ich beim Überarbeiten die Platzhalter rausnehme.

DL: Ja, ich habe das auch mal gehabt. Ich hatte für einen Charakter, tatsächlich für den männlichen Hauptcharakter in dem ersten Buch keinen richtigen Namen, so keinen der passt, und habe dann irgendwann einen beliebigen Namen genommen, habe ihn dann Mark genannt. Ich dachte, schreib erst mal und du kannst ihn ja nicht immer Charakter X nennen und dann ging das weiter. Ich habe auch mit einer Freundin gesprochen und hatte dann irgendwann den perfekten Namen und habe ihn dann Falk genannt und dachte, das geht ja ganz leicht, du kannst ihn ja einfach mit Suchen und Ersetzen im ganzen Manuskript ohne Probleme machen. Habe dann aber beim Überarbeiten zum Glück noch festgestellt, dass die dann auf einmal irgendwann in den “Superfalkt” gingen. Scrivener ist eigentlich ganz toll, ich benutze das auch. Aber ich denke mir dann, obwohl ich es besser wissen müsste, immer: Ach, das merkst du dir. Das schreibst du später auf. Du musst dir keine Notizen machen.

SG: Ja, das kommt auch noch dazu. Ich meine, ich bin – ich bezeichne mich selber als Plantser, also Plotter und Pantser gleichzeitig. Ich habe eine grobe Outline zum Schreiben und ich teile es inzwischen auch in Kapitel ein, die Outline, und schreibe mir auf: Was muss ungefähr in dem Kapitel passieren? Was muss ungefähr im nächsten Kapitel passieren? Und dann schreibe ich so runter. Aber meistens – die Charaktere machen dann, was sie wollen, und zerschießen dir dann jeden Plan, den du machen kannst.

DL: Das kenne ich. Ich plane eigentlich immer relativ detailliert, weil meine Charaktere gehen sonst Blumen pflücken oder Kaffee trinken oder haben doch keinen Bock und machen lieber Nickerchen. Also, ich muss das wirklich sehr detailliert eigentlich ausarbeiten, bis ich halt wirklich so Szene für Szene vorab weiß, was passiert. Also quasi mein erster Entwurf ist nur eine sehr hässliche Szenenliste. Und im Moment bin ich in einem neuen Genre unterwegs – ich schreibe ja zum ersten Mal ein Kinderbuch – und alle meine Bekannten haben einfach nur Angst, dass ich die Charaktere en masse töte, weil ich das so offenbar häufiger mache und in einem Kinderbuch kommt das wohl nicht so gut. Und weil jetzt die Vorgehensweise ein bisschen anders ist, habe ich super genau geplant und jetzt machen die Charaktere wieder, nicht was sie sollen, und gehen andauernd weg und erleben andere Dinge und “Ich muss noch schnell hierhin” – und wenn es da wirklich gut passt, mache ich das natürlich auch. Aber dadurch passt dann nachher der ganze restliche Outline nicht mehr und das ist …

SG: Ja, das stimmt. Man muss dann halt nachjustieren. Aber dafür sind die Überarbeitungen da. Dafür hast du dann auch die Lektoren, die dir dabei helfen, und Testleser.

DL: Ich habe vor allem zum Glück eine sehr, sehr, sehr gute beste Freundin, die alles immer als Erstes liest. Und wir kennen uns auch schon super lange und die versteht quasi, was in meinem Kopf vorgeht und versteht aber auch, wie das in der realen Welt eigentlich aussehen sollte. Und sie ist eigentlich immer so die Erste, der ich alles vorlege und ihr sage: Schau mal drauf und guck mal, ob das Sinn ergibt. Und bevor die das nicht gehabt und mir Feedback gegeben hat, kriegt das eigentlich auch niemand anders zu sehen. Und sie ist extrem gut darin, so diese ganzen jeglichen dummen Schnitzer zu finden, über die man sich ja sonst ärgert, wenn man sie nachher gedruckt sieht. Wie ist es denn bei dir, hast du irgendwie Leute, die dich beim Schreiben unterstützen oder mit denen du dich austauschst, oder bleibst du lieber im stillen Kämmerlein, bis alles fertig ist?

SG: Außerhalb des Nornennetzes habe ich zwei, drei Leute, mit denen ich zumindest über den Plot rede und was noch alles kommen soll, speziell wenn es gerade nicht funktioniert. Dann beschwere ich mich gerne und sie müssen es dann aushalten. Aber testlesermäßig suche ich dann lieber in der Schreibnacht in einem Forum oder in Social Media nach Leuten, die mir persönlich nicht zu nahestehen. Ich weiß, dass meine Freunde alle sehr kritisch sein können, aber ich weiß auch, dass einige der Sachen, die ich schreibe, nicht ihren Geschmack treffen und das will ich ihnen dann auch nicht antun, dass sie sich da durchquälen müssen, nur weil ich mit ihnen befreundet bin und ich sie lieb gefragt habe.

DL: Ich bin auch so mit diversen Autorinnen befreundet und wir tauschen uns auch durchaus mal aus, aber dann mehr so über Marketing oder generelles Jammern, wenn wieder niemand tut, was er soll im Buch, und so ganz selten tauschen wir mal Testleseprojekte. Aber ich habe da immer ein bisschen schlechtes Gewissen, weil ich professionelle Nörglerin bin. Ich habe quasi, seit ich fünfzehn bin, so diese garstige, alte Frau in mir, die sich dann in den Kommentarspalten austobt. Und ich fürchte, dass könnte eine Freundschaft sehr belasten, wenn ich das öfters machen würde. Ich muss das auch vorher immer als Disclaimer dazu sagen, ich kling so fies, das ist nicht so gemeint.

SG: Och, manche stehen drauf, wenn man ausführlich ist.

DL: Inzwischen habe ich mir auch angewöhnt, auch ausgiebig zu loben. Bei uns in der Familie war immer so: „Nicht gemeckert ist gelobt genug“. Aber gerade für Autoren, die ja wirklich sehr viel alleine schaffen und sehr viel Herzblut reinstecken, ist das vielleicht nicht die beste Herangehensweise, wenn man mit denen arbeiten möchte.

SG: Ja, das stimmt.

DL: Ich weiß das ja auch selbst. Ich freue mich auch immer, wenn ich mal ein Lob kriege.

SG: Wir kriegen generell irgendwie zu wenig Lob. Es wird immer nur gemeckert und gejammert und in den Nachrichten sieht man auch die ganze Zeit nur die schlechten Sachen, aber was ist mit den tollen Sachen? Weiß nicht, hat irgendwer ein Katzenbaby von einem Baum gerettet oder sonst irgendwas?

DL: Ja, ich glaube, wir könnten generell durchaus mehr gute Nachrichten brauchen, ab und zu. Ja, aber deine Geschichten fand ich auf jeden Fall schon mal sehr gut.

SG: Danke.

DL: Ist Urban Fantasy eigentlich der einzige Bereich, in dem du schreiben möchtest, oder gibt es auch noch andere Genres, in denen du dich ausprobieren würdest?

SG: Ich habe eine Idee für ein Historienprojekt, aber da habe ich ziemlich viel Angst vor, weil ich genau weiß, dass es sehr viel Recherche erfordern wird, für die ich momentan nicht die Zeit habe und dann hatte ich eigentlich noch eine Idee für einen lokalen Krimi, der bei mir in meiner Heimatstadt angesiedelt ist. Aber da kommt jetzt auch wieder Fantasy rein, weil wir haben ein uraltes Buch von lokalen Sagen und da werde ich mir das mal anschauen und schauen, wie ich diese Sagen mit dem Krimi verbinden kann und dann sehen wir, wie viel Fantasy wirklich drinnen ist. Und wie ist es bei dir?

DL: Ich habe tatsächlich irgendwann auch mal einen historischen Fantasyroman geschrieben und die Recherche ist wirklich furchtbar. So vor allem weil, egal, was du machst, es kommt irgendwer an, der hat dann was anderes gelesen oder auch, wenn die Quellenangabe nicht gut ist und ich habe irgendwann mal überlegt, so – ich bügele das dann immer ab mit: Ja, aber das ist doch Fantasy. Die haben Magie. Die Frau kann in die Zukunft sehen. Ich habe ein bisschen künstlerische Freiheit.

SG: Stimmt.

DL: Und wie gesagt, ansonsten habe ich halt die Urban Fantasy Sachen geschrieben und auch einen lustigen Fantasy Roman. Das ist aus einer betrunkenen Wette irgendwann entstanden und – ja. Ist aber dann erstaunlich gut angekommen, als es irgendwann fertig war und mehrfach überarbeitet.

SG: Ja, das war Andrea Die Lüsterne Und Die Lustigen Tentakel Des Todes?

DL: Genau. Und jetzt hatte ich halt mir vor zwei Jahren die Zeit genommen, die Urban Fantasy Reihe fertigzumachen und habe dann im letzten Jahr einen Science Fiction Roman und einen weiteren lustigen Roman geschrieben und bin also jetzt bei dem Kinderbuch dran und danach möchte ich eigentlich mal ein Theaterstück schreiben. Aber ich weiß noch nicht, ob ich wirklich dazu komme.

SG: Ja, die Zeit ist immer so eine Sache. Wir bräuchten 84-Stunden-Tage, um alles zu schaffen. Am besten gleich Sieben-Wochen-Tage.

DL: Es gibt halt einfach diverse Dinge, die ich mal ausprobieren möchte, einfach um zu gucken, ob ich’s kann. Ich meine, so hohe, ernstzunehmende Literatur, ist nicht mein Ding. Lyrik ist nicht mein Ding, da brauche ich gar nicht mit anfangen. Soll ja auch Spaß machen. Und ansonsten habe ich halt wirklich eine Liste mit Sachen, wo ich denke, das kannst du mal tun, das kannst du mal tun, und überleg mir immer am Anfang des Jahres, was ich davon wohl abarbeiten möchte oder wo ich mich mal dran probieren möchte. Und in den letzten Jahren hat das eigentlich immer ganz gut geklappt. Und wenn mir eine bessere Idee kommt, werfe ich einfach immer alles um.

SG: Das heißt, deine Jahresplanungen funktionieren oder kommt dann irgendwann mitten im Jahr was anderes und du denkst dir, okay, ich stelle das jetzige Projekt einfach mal hinten an und mache jetzt das Neue?

DL: Also, zum Beispiel das Kinderbuch war eigentlich gar nicht für jetzt geplant. Das ist eine Idee, die ich schon seit ein paar Jahren mit mir herumtrage oder ich hatte Teile von dieser Idee und es passte alles nicht zusammen und es war nicht genug für eine ganze Geschichte, aber die Charaktere waren da. Ich wusste quasi so, was nachher in dem Showdown passiert, aber ich wusste gar nicht, wie da hinkommen und worum es eigentlich geht und hatte eigentlich für dieses Jahr geplant, nur die beiden Romanprojekte, die bei mir noch liegen, zu überarbeiten und mal zu schauen, ob irgendwer leichtfertig genug ist, die zu veröffentlichen und hatte die dann – den ersten Roman soweit überarbeitet und hatte halt auch schon mit Leuten gesprochen, hab dann rausgeschickt, und hatte dann plötzlich so aus dem Nichts quasi die fehlenden Puzzlestücke und hab gesagt, dann nehme ich mir jetzt die Zeit und schreibe davon den ersten Entwurf fertig, bevor ich dann den zweiten Roman überarbeite. Weil nur überarbeiten, das ist doch eine Pest. Das ist quasi die Strafe dafür, dass man dreist genug war, ein Buch zu schreiben, meiner Meinung nach. Aber im Moment sieht es so aus, als ob ich das dann trotzdem bis Ende des Jahres fertig kriege, soweit wie ich das möchte. Dadurch verschiebt sich im Grunde genommen das Theaterstück ein bisschen, aber das ist jetzt nicht so wild. Es ist ja nicht so, als ob die Welt drauf wartet. Eine Freundin ist bei einer kleinen Theatergruppe hier und möchte sich selber auch mal als Regisseurin probieren. Wir haben ein bisschen über diese Idee selber gesprochen und sie meinte, wenn sie ihre Gruppe davon überzeugt kriegt, dass sie das spielen wollen, dann würde sie da die Regie führen. Also ich habe quasi so ein Zehntel Zeh in der Tür.

SG: Das passt ja dann perfekt.

DL: Genau. Weil das dann auch wieder so ein bisschen lokalen Bezug hat und ein relativ modernes, zugrundeliegendes Thema hat – also, es geht um Feminismus und Identitäten – hoffe ich, dass es den Leuten dann auch künstlerisch wertvoll genug ist. Aber, wie gesagt: Das sehen wir, wenn es fertig ist. Vielleicht komme ich auch nie über Szene Drei hinaus.

SG: Ja, aber wenn du es nicht versuchst, wirst du es nie wissen.

DL: Das Einzige, was mir momentan so ein bisschen zu kurz kommt, sind dann halt die Kurzgeschichten. Das würde ich eigentlich tatsächlich gern öfters machen, weil ich den Eindruck habe, man lernt dabei eine Menge, weil man sich auf sehr wenig Platz austoben kann nur. Aber das sind dann immer so Sachen – das ist “nice to have”, wenn ich mal wirklich nicht ins aktuelle Projekt will oder wenn ich tatsächlich aus Versehen Zeit über habe. Und ansonsten muss das einfach warten, bis irgendwo was frei wird. Deine Kurzgeschichten, die Blood & Guilt, die spielen, glaube ich, in New Orleans? Oder St. Louis?

SG: New Orleans, Schottland und in Tibet.

DL: Genau. Jetzt muss ich natürlich fragen, hast du denn deine Schauplätze wenigstens schon mal besucht?

SG: Nur den in Schottland. Die anderen sind alles Orte, wo ich liebend gerne mal hinfahren würde, aber Geld, Zeit, da fehlt es momentan ein bisschen dran. Also die stehen auf jeden Fall auf der Liste der zu bereisenden Orte. Und speziell New Orleans soll noch mal in Band 2 von Dumornay vorkommen und deswegen würde ich einfach gerne, bevor ich den Band schreibe, zumindest einmal nach New Orleans, damit ich ein ungefähres Gefühl für die Stadt kriege und nicht alles über Google Maps machen muss.

DL: Ich hatte tatsächlich irgendwann mal die Idee, ich wollte eine Geschichte auf Island spielen lassen. Und ich hatte zu der Zeit eine Freundin, die auf Island gearbeitet und gewohnt hat und wir haben die besucht – und dann war das so anders, als ich mir das vorgestellt habe vor Ort, dass das tatsächlich die Geschichte gekillt hat komplett. Und deswegen finde ich es tatsächlich eigentlich ganz spannend, wenn man die Chance hat, sich so einen Ort dann auch tatsächlich mal anzuschauen. Aber das geht natürlich nicht immer.

SG: Speziell bei High Fantasy oder historischer Fantasy geht es nicht unbedingt immer.

DL: Zum Beispiel Magie Hinter Den Sieben Bergen spielt zum großen Teil halt hier im Rheinland, wo ich auch lebe. Und wir haben uns oft dann mit ein paar Leuten die Zeit genommen und haben wirklich mal geschaut, wenn ich bestimmte Wege die Leute habe zurücklegen lassen: Kann man das in der Zeit gehen? Wie sieht das da vor Ort aus? Ich bin dann irgendwann mal mit einer Freundin um die Wette so einen Berg hochgekraxelt, um zu schauen, ob man das auf der Flucht auch tatsächlich bewältigen könnte, wenn man halbwegs fit ist. Und hast du denn Autoren oder Autorinnen, die dich beeinflusst haben oder die dich so sehr beeindruckt haben, dass du gesagt hast: Sowas will ich auch mal schreiben?

SG: Beeindruckt, einige. Beeinflusst, wüsste ich eigentlich jetzt niemanden. Obwohl, ich habe eine Testleserin, die den jetzigen Entwurf, den ersten Band von Dumornay testgelesen hat, und die dann gemeint hat, es fühlt sich an wie Anne Rice, aber in einem anderen Schreibstil. Wo ich mir dann auch erstmal gedacht habe: Okay. Ich habe Anne Rice nie gelesen. Ich kenne nur die Verfilmungen ihrer Bücher. Bei Autorinnen, die mich beeindruckt haben – eine davon ist Katharina Haderer, die bei mir in der Nähe wohnt, eigentlich, im Nachbarort. Wir kennen uns über die lokale Pfadfindergruppe und sie schreibt wahnsinnig gut. Ihre neueste Reihe ist dieses Jahr beim Droemer Knaur Verlag erschienen und sie schreibt einfach – ich wüsste nicht einmal, wie ich es beschreiben soll. Die Charaktere sind einfach lustig und gleichzeitig passieren so viele spannende Dinge, dass du einfach nur weiterlesen willst und du willst wissen, wie sie da wieder rauskommen und ja.

DL: Das ist ja häufig ein Problem, wenn man ein wirklich gutes Buch liest, dass man umständlich raussuchen müsste, was dieses Buch tatsächlich so gut macht und ob man es dann tatsächlich auch rausfindet, warum das für einen selber so gut funktioniert, ist ja immer noch die andere Frage.

SG: Ja, das stimmt. Man müsste irgendwie den Finger drauflegen können, damit du anderen Leuten halbwegs sagen kannst, warum es so toll ist. Abgesehen von: Oh mein Gott, lies es, es ist so toll.

DL: Und eine Autorin, die ich vor, ich glaube, zwei Jahren, zwei oder drei Jahren entdeckt habe und die ich seitdem sehr vergöttere, ist Frances Hardinge. Und Leute, die mich kennen, rollen jetzt mit den Augen, weil ich die bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit empfehle. Die ist Britin, wenn ich das richtig im Kopf habe, und schreibt im Grunde genommen Young Adult Fantasy, aber ohne diesen furchtbaren Romantikschmu. Und ihre Geschichten spielen fast immer in ‘ner neuen Welt – ich glaube, sie hat nur zwei Romane, die quasi mit den gleichen Charakteren in der gleichen Welt spielen – und sie denkt sich liebevoll noch so abwegige Details aus und setzt es dann neu zusammen, und schafft es, super lebendige Geschichten zu schreiben mit wirklich viel Hintergrundinfo, mit kompletter Mythologie, mit vielen historischen Fakten. Und die haut dir das dann nicht um die Ohren und sagt: Bevor ich mit dem Buch anfange, erzähle ich dir mal schnell, was in den letzten sechstausend Jahren hier passiert ist, sondern die bringt das extrem geschickt hier in einem halben Satz unter, da in einem Nebensatz oder am Ende von einem Absatz oder irgendwo, dass du im Grunde genommen gar nicht merkst, dass sie dir im Grunde genommen Hintergrundinfos vermittelt. Aber du weißt halt am Ende alles, was du wissen musst.

SG: Ja, das kommt sicher auch mit der Übung.

DL: Ich höre dann immer wieder von Leuten, die sagen, ja, ich habe Angst, dass der Leser das sonst nicht mitkriegt und so. Und man möchte ja, dass die die Geschichte in ihrer ganzen Glorie zu würdigen wissen.

SG: Ja, wobei, wenn du es geschickt machst, merkt das dein Leser ohnehin.

DL: Also ich glaube, dass viele Leute sich da selber unterschätzen und dann auch ihre Leser unterschätzen.

SG:: Aus irgendeinem Grund lasse ich im ersten Entwurf meistens die Emotionen etwas aus. Ich habe Angst, dass ich dann einfach viel zu ausschweifend werde. Und dann jammern sie die ganze Zeit nur rum oder die Protagonistin heult über fünf Seiten. Bei mir ist der erste Überarbeitungsdurchgang dann immer: Schauen, wo fehlt noch die Tiefe der Emotionen, und versuchen, es ordentlich reinzubringen. Infodump, es kommt darauf an, was ich schreibe. Bei Kurzgeschichten fällt es mir tatsächlich schwerer, weil ich inzwischen bei Kurzgeschichten auch immer eine ziemlich große Welt dahinter habe. Und du hast einfach so wenig Platz, dass du wirklich schauen musst: Okay, welchen Aspekt der Welt stelle ich jetzt vor in der Geschichte und was ist der Rest? Das fällt auch nicht so leicht – vor allem, wenn man es alleine macht. Aber spätestens dann im Lektorat oder mit Testlesern weiß ich dann: Okay, da könnte noch was ran. Das kann weg. Das muss ich umschreiben oder das kann bleiben, wie es ist.

DL: Ja, aber man steckt in Kurzgeschichten ja auch eigentlich überdurchschnittlich viel Arbeit rein. So das ganze Setting vorzubereiten und das meiste davon schreibst du ja nie. Viel davon braucht man ja auch tatsächlich gar nicht und man hat halt nur, was weiß ich, fünftausend Wörter Platz, und muss da eine Geschichte reinkriegen. Und die ganzen, hübschen Details, die man sich ausgedacht hat und die man auch braucht, um das Schreiben zu können, die kriegt nie jemand anderes mit.

SG: Da hast du bei einem Roman viel mehr Platz einfach, oder wenn du eine Anthologie machst und die Geschichten alle in derselben Welt spielen. Dann hast du Zeit, die verschiedenen Aspekte wirklich zu beleuchten.

DL: Ja, wobei ich glaube, bei einem Roman ist dann wieder die Schwierigkeit:Du musst natürlich durch die ganzen Details die Leser auch dazu bringen, dass sie mitkommen. Dass sie nicht irgendwann sagen: Ach nee, ich habe keinen Bock mehr, ich hole mir lieber einen Cappuccino. Sondern, es muss ja spannend genug bleiben, dass sie auch mitlesen wollen.

SG: Es ist auch nicht leicht. Weil du weißt ja nicht, wie genau deine Leser:innen reagieren werden. Die einzige Person, von der du wirklich ausgehen kannst, bist du selber, während du schreibst.

DL: Das ist dann immer schlecht, weil man das Ende ja quasi schon kennt.

SG: Und du kennst die Welt und die Charaktere und du weißt alles über sie.

DL: Okay, prima. Dann habe ich mich sehr gefreut.

SG: Ich mich auch. Es war sehr spannend mit dir.

Writers on Writers Grafik

Outro: Writers On Writers. Eine Aktion vom Nornennetz. Es sprachen miteinander: Sophie Grossalber und Diandra Linnemann.

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