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Das Gute an Bösewichten

Wenn man über Gewalt in der Phantastik spricht, ist es schwer, ein Thema auszulassen: Die Bösewichte. Denn wer wird mehr mit Gewalt assoziiert als der tyrannische König, der machtgierige Zauberer oder der habsüchtige Halunke? Aber sind sie wirklich immer gewalttätig und so böse, wie es scheint?

Was ist ein Antagonist bzw. ein Bösewicht?

Erst einmal nicht zwangsläufig dasselbe. Während ein Bösewicht jemand ist, der Böses tut, ist der Antagonist der Gegenspieler des Protagonisten, also die Person, die dem Hauptcharakter bei der Erfüllung seiner wie auch immer gearteten Aufgabe im Weg steht. Diese Stellung in der Handlung sagt prinzipiell noch nichts über die moralische Gesinnung der jeweiligen Figur aus, obwohl die meisten Fälle sich durchaus so gestalten, dass der Protagonist das Gute verkörpert und der Antagonist das Böse. Passende Beispiele dafür finden sich in klassischen Grimm-Märchen und sogar deren Disney-Adaptionen. Häufig werden in den Märchen unschuldige Mädchen Opfer der Intrigen von Bösewichten mit niederen Beweggründen, und aufgrund des simplen Aufbaus der Geschichten und des Mangels an Persönlichkeit seitens der Charaktere ist es schier unmöglich, für die Antagonisten Partei zu ergreifen. In diesen Fällen ist der Antagonist mit dem Bösewicht identisch. Würde man aber ein solches Märchen aus der Sicht des Bösewichtes erzählen, würde dieser damit zum Protagonisten und der eigentliche Held zum Antagonisten.

In diesem Artikel wollen wir* uns in erster Linie mit dem Bösewicht an sich beschäftigen, wie auch mit der Frage, was denn eigentlich einen »guten Bösewicht« ausmacht – das heißt, welche Eigenschaften er (oder sie; das Geschlecht spielt hierbei keine Rolle) möglichst haben sollte, um dem Publikum im Gedächtnis zu bleiben.

Böse einmal umgekehrt?

Da wir gerade von Märchen gesprochen haben, werfen wir doch einmal einen Blick auf »Dornröschen«: Im Mittelpunkt stehen das oben beschriebene unschuldige Mädchen, seine königlichen Eltern sowie eine Fee, die nicht zur Geburtstagsfeier der Prinzessin eingeladen wird und darüber so zornig ist, dass sie einen Fluch ausspricht. In Folge dessen unternehmen die Eltern alles in ihrer Macht Stehende, um ihre Tochter zu schützen, denn jene ist das eigentliche Zielobjekt des Fluches, wenn auch nicht sie es war, die die Fee verärgert hat. Somit wird die Rollenverteilung offensichtlich: Eine Fee, die ihren irrationalen Zorn an einem unschuldigen Kind auslässt, kann nichts anderes als böse sein, und die meisten sind sich einig, dass ein vergleichsweise mildes Vergehen wie die versäumte Einladung zu einer Feier kaum einen derartigen Gegenschlag rechtfertigt.

Dennoch ist es ein Grund – vielleicht kein guter, aber der Konsument der Geschichte kann nachvollziehen, warum die Fee verstimmt ist. Warum sie ihre Wut nicht an dem Königspaar auslässt, das sie nicht eingeladen hat, sondern an deren unschuldiger Tochter? Darüber verrät die Urversion des Märchens nichts; es könnte natürlich reine Boshaftigkeit sein, aber die Antwort könnte auch tief in der Vergangenheit des Charakters verborgen liegen. Genau diese gilt es zu erforschen, um die Fee zu einem »guten Bösewicht« zu machen.

(Foto: Stefanie S. / instagram.com/andudraws)

Wie ist der Bösewicht zu dem geworden, was er heute ist? Das ist vermutlich die interessanteste aller Fragen, und eine von Disney produzierte Neuinterpretation von »Dornröschen« geht ihr auf den Grund: In »Maleficent« (2014) wird plötzlich die Fee zur Protagonistin des altbekannten Märchens, der König zum Antagonisten, und die Prinzessin zum Spielball der Intrigen zweier ehemaliger Freunde, die aufgrund eines Ereignisses in ihrer gemeinsamen Vergangenheit bitter verfeindet sind. Auch in dieser Version der Geschichte wird die Fee nicht zur Geburtstagsfeier eingeladen, auch hier bestraft sie den König, indem sie seine Tochter verflucht, und auch hier hätten die beiden ihren Konflikt besser untereinander ausgetragen, als eine Unschuldige hineinzuziehen. Doch durch die Offenbarung von Maleficents Hintergrundgeschichte, ihres tragischen Schicksals wie auch der Rolle, die der König dabei gespielt hat, erscheint sie plötzlich sehr viel sympathischer. Ihre Charakterentwicklung im Laufe der Handlung bringt sie schließlich zu der Erkenntnis, dass ihr Fluch die Falsche getroffen hat, und sie versucht ihn von dem Mädchen zu nehmen, für das sie inzwischen mütterliche Gefühle entwickelt hat.

Ganz anders sieht es mit dem König aus, der für das, was er Maleficent angetan hat, weder Einsicht noch Reue zeigt, sondern sich immer mehr in seinem Vorhaben verbeißt, sie zu töten. Dabei kam auch er nicht als schlechter Mensch zur Welt; seine ehemalige Freundschaft mit Maleficent wie auch seine unermüdlichen Versuche, sein Kind vor ihrem Fluch zu beschützen, appellieren an seine gute Seite, die leider schon in jungen Jahren verunreinigt wurde durch seinen Wunsch, König zu werden. Und kann man es einem Vater wirklich verübeln, mit allen Mitteln zu kämpfen, um seine Familie vor Unheil zu bewahren – unabhängig davon, dass er selbst dieses Unheil heraufbeschworen hat? Wohl kaum.

Glaubwürdig böse – wie das?

Wer ist nun der Bösewicht in »Maleficent«, die Fee oder der König? Im Grunde beide, und genau das macht ihren Streit so interessant. Ein gut geschriebener Konflikt ist stets einer, in dem ein Außenstehender beide Seiten nachvollziehen kann. Aus diesem Grund reicht es nicht, den Bösewicht einfach nur böse sein zu lassen, damit die Geschichte eine Handlung hat. Er braucht Motive, und davon gibt es genügend, wie zum Beispiel:

  • reine Machtgier, die beispielsweise aus einem Minderwertigkeitskomplex heraus entsteht;
  • der Wunsch nach Vergeltung eines bislang ungesühnten Verbrechens;
  • grundsätzlich gute Absichten, die lediglich mit unmoralischen oder radikalen Mitteln durchgesetzt werden sollen.

Die Grundbausteine, aus denen sich die Motivation eines überzeugenden Bösewichtes zusammensetzen können, sind zahlreich und vielfältig. Aus der Sicht des Widersachers ist der Held der Widersacher, und das gilt es glaubhaft zu vermitteln, indem auch dem Bösewicht plausible Gründe für sein Handeln gegeben werden.

Ein weiterer Aspekt, der einen guten Bösewicht ausmacht, ist entsprechendes Charisma. Niemand nimmt einen tumben Tölpel als ernsthafte Bedrohung wahr – was allerdings, wie oben angedeutet, irgendwann einmal dazu führen kann, dass eben jener Tölpel zu einem Bösewicht wird (siehe das Beispiel des Königs in Maleficent).

Einprägsame Bösewichte haben zwei Sachen gemeinsam: Neben einer guten Hintergrundgeschichte, schaffen sie es, andere um den Finger zu wickeln und für ihre Zwecke einzusetzen, sodass erst im Nachhinein klar wird, dass hier eine Manipulation stattgefunden hat.

Diese Herangehensweise wurde schon in der Edda in der Figur des Loki verwendet, der mit seiner Ambiguität für einiges an Chaos in den neun Welten sorgt, aber dadurch auch Wendungen herbeiführt, die so nicht geplant waren (z.B. Baldurs Tod, der diesem letztendlich ermöglichte, als letzter Gott nach Ragnarök auf die Erde zurückzukehren). Dieses Motiv wird auch von in Goethes »Faust« aufgegriffen, wo die Figur Mephistopheles nicht nur an die Loki-Darstellung angelehnt ist, sondern sich selbst auch als »Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft« (Version: Reclam, 1971) bezeichnet.

Ein Bösewicht kann nichts Gutes schaffen?

Doch! Gerade die Wege dieser Bösewichte sind am faszinierendsten zu verfolgen. Jemandem, der einer Gemeinschaft Zusammenhalt bringt und für Sicherheit sorgt, traut man schließlich nicht zu, im Hinterzimmer Menschen zu foltern und Verbrechen zu begehen. Und gerade das macht sie so gefährlich, die Bösewichte, die man nicht auf den ersten Blick erkennt; die wir ja leider auch im echten Leben haben. Ein passendes Beispiel hierfür ist die Figur Oswald Cobblepot, der »Pinguin«, aus der Batman-TV-Serie »Gotham«. Auch wenn der Zuschauer von Anfang an weiß, wie manipulativ und hinterhältig er ist, gelingt es ihm im Verlauf der Serie, den Posten des Bürgermeisters zu erlangen, weil er den Leuten genau das erzählt, was sie hören wollen. Der Slogan »Make Gotham Save Again«, die verwendete Rhetorik und vor allem auch das Aussehen des Charakters sind dabei eine direkte Anspielung auf die zum Zeitpunkt des Drehs und der Erstausstrahlung noch unentschiedene US-Präsidentschaftswahl. Die düstere Vorhersehung, die eigentlich als Satire geplant war, bleibt.

Aus der Literatur und den Nachrichten kennen wir viele Bösewichte, über deren Taten wir nur den Kopf schütteln können, weil sie sich schlicht und einfach mit keinem anderen Wort beschreiben lassen als »böse«. Bei anderen »Bösewichten« sind die Beweggründe offensichtlich »gut«, wie bei radikalen Umweltaktivisten. Sie wollen die Natur und unseren Lebensraum schützen, greifen hierzu allerdings zu Methoden, die wir alle im Normalfall als »böse« einordnen würden – genau das macht es schwierig für uns einzuordnen, ob nun jemand ein böser Antagonist, böser Protagonist oder einfach nur ein Bösewicht ist.

Und die Moral von der Geschicht‘

Gut und Böse wie im Märchen klar voneinander zu trennen, ist unmöglich. Jeder von uns trägt positive und negative Eigenschaften in sich: Mal sind wir eifersüchtig, streiten mit unseren Geschwistern oder wollen einfach nur unsere Meinung durchsetzen. Aber werden wir dadurch auch böse oder gar gewalttätig? Manchmal, doch ganz sicher nicht jedes Mal. Und deswegen ist es unsere Pflicht, als Leser und Autoren, wie auch als Menschen, die Beweggründe eines Bösewichtes zu hinterfragen un22d vielleicht sogar zu verstehen, statt sein »Bösesein« einfach als gegeben hinzunehmen. Denn wer weiß – vielleicht verbirgt sich dahinter ja die nächste spannende Geschichte…

*Artikel geschrieben von Grumpy Moon, Anne Zandt und Laura Kier

Ein Comic aus Nornenfeder (Anne Zandt aka Poisonpainter)

Habt ihr euch gefragt, was es genau mit dem Comic auf sich hat, den wir euch schon am Montag gezeigt haben? Jetzt erfahrt ihr es:

Als Autorinnen versuchen wir** uns gerne mal an neuen Dingen. Schon länger trugen wir die Idee mit uns herum, einen eigenen Nornencomic zu zeichnen. Der Themenmonat Comic bot sich an, damit zu beginnen und welcher Inhalt eignete sich besser, als unsere Messevorbereitungen für die BuchBerlin 2018.

Ein Comic entsteht

Nachdem Katrin Ils die Idee für den Plot des Comics hatte, war recht schnell klar, dass es ein Teamfight um Horst werden sollte.

Wer war noch gleich Horst?

Horst ist das futuristische Wesen, das eine unserer Sammelpostkarten ziert und, neben der Medusa und dem Phönix, auf der Leipziger Buchmesse an unserem Stand gewonnen werden konnte.
Schon bei der Entstehung der Zeichnungen hatten wir netzwerkintern einen riesen Spaß mit der Frage: Welche der drei Kreaturen ist die beste?

Endlich mal ein Horst, den wir mögen (Grafik: Grafikschwestern des Nornennetzes)

Auf der Messe trugen wir dann sogar Teambuttons und viele unserer Standbesucher schlossen sich verschiedenen Teams an und twitterten darüber.

Als das Thema feststand brauchten wir als erstes das Charakterdesign und ein Storyboard. Mit dem Bleistift bewaffnet entwarf Elenor Avelle die ersten Skizzen, während Katrin am Text feilte.

Denn kniffelig an der Erstellung eines Comics sind generell zwei Dinge:

  • Die Bilder müssen für sich selbst sprechen.
  • Die Texte müssen knapp und aussagekräftig sein. Der Vorteil ist natürlich, dass die bildliche Darstellung einen Teil des Textes ersetzt.
Hier könnt ihr schon einen Blick auf die Figuren werfen:

Wer stößt Horst und Medusa vom Thron? Wir sind gespannt!

Team Horst (in der Mitte) besteht in seiner Ursprungsform aus vier realen Nornen, nämlich v.l.n.r. Elenor Avelle, Anne Zandt, Ela Schnittke und Gesa F. Roberts. Auch der Herr in der unteren Mitte ist nicht erfunden. Das ist Christian Milkus, der sich mit Elenor Avelle auch auf dem LitCamp HD noch weiter virtuell duelliert hat, ob Horst oder Medusa das fantastischere Wesen ist.

 

**Autorin des Beitrags ist Anne Zandt

Da sind viel zu wenig Bilder in dem Buch! (Anne Zandt aka Poisonpainter)

Als Meisterin der Prokrastination kann ich meinen nornigen Schwestern – und willigen Leser*innen – nicht nur diverse Bücher, Filme oder Fernsehserien empfehlen, sondern auch einige Comics und Webcomics. Was ihr diesen Monat vor allem in den Stöberrunden mitbekommen werdet, denn dafür habe ich mal meine Leseliste ausgepackt und zur Verfügung gestellt.

Doch wie kam es eigentlich dazu?

Schon im letzten Jahr stellte Sandra von booknapping diese Frage in einer Blogparade und ich beantwortete sie damals etwas ausführlicher auf Englisch. Hier möchte ich an dieser Stelle eine Kurzfassung aus diesem und anderen Beiträgen, die ich dazu auf meinem eigenen Blog verfasst habe, geben:

Schon immer mochte ich die kleinen Comics in der Tageszeitung und Magazinen, gefolgt bin ich aber keiner Serie bis ich schließlich bei Animes und Manga gelandet bin. Meine erste Reihe war Dragonball von Akira Toriyama.

Irgendwann entdeckte ich dann den ersten Nichtlustig Band von Joscha Sauer – ich konnte einfach nicht an einem Buch vorbeigehen, auf dem ein Clown mit abgehakten Bein unter eben jenem Titel stand.

Das war mein Einstieg in die Welt der Comics und ich habe noch nicht angefangen, nach dem Ausgang zu suchen. Ganz im Gegenteil. Über ein Forum stieß ich schließlich auf Looking for Group von Ryan Sohmer und Lar Desouza und seitdem habe ich noch viele weitere Webcomics entdeckt und vor ein paar Jahren auch angefangen, mir Sammelbände oder Graphic Novels zuzulegen. Bei meiner Vorliebe für Fledermäuse ist sicherlich jedem klar, dass diese neben den Buffy-Bänden, meist zu Marvel-Reihen zählen – und ja, der Twist ist Absicht, denn Batman mag ich so gar nicht.

Daher nutze ich auch jede Chance, die ich bekomme in Comicläden meine Reihen aufzufüllen oder Neues zu entdecken. Besonders der Gratis Comic Tag steht bei mir fest im Terminkalender und war dieses Jahr auch auf meinem Blog von einer Nerdwoche zum Thema Superheldinnen umrahmt.

Auch wir Nornen üben uns im Comic-Zeichnen. Hier z.B. Elenor Avelle

Aber zurück zum Thema:

Was fasziniert mich an Comics?

Ich mag einfach die Erzählweise von Comics, Graphic Novels und Manga. In einem Buch wird die Szenerie kaum bis sehr detailreich beschrieben, man stellt sich alles vor dem inneren Auge vor. Comiczeichner*innen geben diese Bilder vor und sparen sich dadurch die Beschreibungen. Nicht umsonst gibt es das alte Sprichwort „Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“.
Doch das heißt nicht, dass sie weniger ernsthaft oder tiefgründig sind. Ganz im Gegenteil. So manch ein Webcomic hat mir Dinge eher näher gebracht, als es ein Buch je hätte tun können.

Sich immer wieder darauf einzulassen, nicht nur den Sprechblasen zu folgen, sondern auch die Hintergründe zu betrachten, ist nicht einfach, aber in so mancher Arbeit entdeckt man Easter Eggs, Hinweise auf zukünftige Handlungen oder einfach eine wunderbare Detailverliebtheit.
Natürlich hängt vieles vom Zeichentalent der jeweiligen Künstler*innen ab. In einigen von ihnen kann man daher deren Werdegang verfolgen, wenn der Comic schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat.

Dazukommt, dass die Charaktere, vor allen in den klassischen Reihen von Marvel und DC, herrlich überzeichnet und exzentrisch sind. In Büchern würden diese Charaktere als nervig und gewollt-und-nicht-gekonnt abgetan werden, in Comics gehören sie irgendwie dazu. Doch es gibt auch Charaktere, die sind so realistisch dargestellt, als ob sie dem echten Leben entsprungen sind.

Inhaltlich ist bei (Web-)Comics von karikierendem oder ernsteren Slice of Life oder realen Begebenheiten über humorvollen (Urban) Fantasy- oder Science Fiction- Welten bis hin zu epischen Abenteuern ist alles dabei. Jede*r findet etwas das gefällt und fesselt. Selbst wenn manchmal ein paar Versuche notwendig sind.

Und diese Mischung aus all dem ist es, die mich immer wieder zu den in Bildern festgehaltenen Büchern greifen lässt.

Und was ist mit euch?

Nornenlesungen auf der LBM 18 (Anne Zandt)

Da wir nicht nur mit euch talken wollen, haben einige Nornen für euch Stellen aus ihren Werken herausgesucht, die sie euch an unserem Stand J303 in Halle 2 vortragen werden. Anschließend stehen sie euch für ein Meet&Greet zur Verfügung.

Hier also ein kleiner Überblick, wer wann was liest – und der dazugehörigen Facebook-Veranstaltung hinter der Uhrzeit.

Freitag, 16. März

Den Anfang macht Diandra Linnemann von 11 – 11:30 Uhr.
Mit ihr zusammen taucht ihr in die Welt von „Andrea, der Lüsternden und der lustigen Tentakel des Todes“ ab. Zumindest auf Twitter haben die dazugehörigen Boxen für einigen Wirbel gesorgt (und Tentakel Bob, soll nun auch ins echte Leben geholt werden: Ein Bob zum Anfassen). Schaut also vorbei, wenn ihr Diandra, Andrea und Bob kennenlernen wollt:

Hergehört: Wie lesen auf der Leipziger Buchmesse

Düster geht es mit Nora Bendzko von 14 – -14:30 Uhr weiter.
Noch wissen wir nicht, ob ihr Werk „Kindsräuber“ den IndieSeraph gewinnen wird, in jedem Fall wird sie daraus vorlesen und euch einen Einblick in ihr neustes Galgenmärchen „Hexensold“ geben. Wer also einen Ausflug in das Prag des 30-jährigen Kriegs in ihrer Adaptation von Rumpelstilzchen nicht verpassen möchte, sollte unbedingt vorbeikommen:

Reinhören auf der LBM

Von 15 – 15:30 Uhr erzählt uns Laura Kier in ihrem Märchen „Die Muse und der Sorgendieb“ wie Autoren zu ihren Ideen kommen.

Außerdem wird sie zum allerersten Mal aus ihrem Debütroman lesen – einer Dystopie, so viel hat sie schon verraten. Für mehr müsst ihr dann wohl einfach vorbeikommen. Auf der LBM könnt ihr auch vor allen anderen einen Blick auf Titel, Cover und Klappentext werfen:

Prämieren im Gepäck

Den Abschluss am Freitag bildet Jana Jeworreck von 16 – 16:30 Uhr.
Mit Dreiland I startete sie ihre Trilogie, Band II steht schon in den Startlöchern und wer weiß, vielleicht gibt sie uns in ihrer Lesung schon einen kleinen Einblick in die Fortsetzung:

Unsere Nornen lesen vor

Samstag, 17. März

Bunt wird es mit Stella Delaney von 11 – 11:30 Uhr.
Noch hat sie sich nicht entschieden, welche Geschichten sie aus ihrer Kurzgeschichtensammlung „Staub & Regenbogensplitter“ vorliest, vielleicht wird sie auch erst vor Ort eine Farbe wählen lassen. Seid also gespannt:

Frauen in der Phantastik

Auch bei Anne Zandt von  14 – 14:30 Uhr gibt es mehr als eine Geschichte zu hören.
In drei ihrer Projekte, den #Neubrandenwolf, den #WunschDerKönigin und das #Eishörnchen, wird sie euch einen kleinen Einblick geben.

Ungeahnte Einblicke

Von 15 – 15:30 Uhr könnt ihr mit Janna Ruth einen kleinen Ausflug machen.
Nämlich in ihre ebenfalls für den Indie-Seraph-, sowie den dpp-nominierte Märchenadaptation „Im Bann der zertanzten Schuhe“.

Preisverdächtig 😉

Kurz nach Jannas Lesung geht es dann 16 Uhr auf der Fantasy Leseinsel mit unserer Talkrunde weiter! Nicht vergessen!

Sonntag, 18. März

Auch heute geht es märchenhaft weiter mit Katherina Ushachov von 10 – 10:30 Uhr.
Mit ihrem Debutroman „Zarin Saltan“ wird es russisch auf der LBM und eichhörnig sowieso.

Sonntagslektüre am Nornenstand

Den Abschluss bildet Nike Leonard von 11 – 11:30 Uhr.
Mit ihrem „Codex Aureus“ hat sie ihren eigenen Epos erschaffen und wird euch aus den Teilen „Der Fluch des Spielmanns“ und „Biss zum letzten Akt“ einen Einblick darauf geben.

Hört uns zu, lernt uns kennen 🙂

Das Alles nochmal zusammengefasst gibt es hier:

Unsere Messeübersicht für euch

Das ist noch lange nicht alles!
Denn auch außerhalb des Nornennetzes haben einige Autorinnen noch Lesungen und Meet&Greets.
Mit Janna Ruth könnte ihr am Tolino Stand ins DeModie hinabsteigen, BlueSiren liest bei #9Lesen, Tina Skupin am Stand des Verlag Torsten Low, und noch viele mehr … schaut doch mal auf deren Seiten vorbei für mehr Informationen!

Wir freuen uns darauf, euch mit unseren Geschichten begeistern zu können!

*Autorin des Beitrags ist Anne Zandt aka Poisonpainter

NEU: Wintermond

Autorin: Anne Zandt
Titel: Wintermond
Erschienen in der Anthologie: Weihnachten und andere Amtsangelegenheiten
Genre / Subgenre: Urban Fantasy
Klappentext: An Weihnachten kommen Sie in Europa nicht vorbei.
Egal, was Sie glauben, und egal, ob Sie nun ein Mensch, ein Werwolf, ein Drache oder etwas ganz Anderes sind: Sie werden sich vorfreuen oder kaltes Grausen spüren.
Sie werden Vorbereitungen treffen oder diesen möglichst auszuweichen versuchen.

In zehn Geschichten treffen Sie magische Mitbürger, die sich auf ihre ganz eigene Art und Weise mit dem Feiertagsstress und dem alltäglichen Leben herumschlagen. Sie finden Humor und Horror, Komödie und Drame , versalzene Suppen und Zuckerwatte, kurz: den Advent in allen Geschmacksrichtungen, wie im echten Leben.

Mit Beiträgen von
Chris Schlicht, Margarethe Alb, Anne Zandt, Tina Becker, Marcus Watolla, Dorothe Reimann, Carmilla DeWinter, Katrin Minert, Carola Jürchott und Hagen Ulrich.

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Hallo-was bitte? (Anne Zandt)

Morgen ist Halloween – und Reformationstag, aber das soll hier heute nebensächlich sein, auch wenn es das 500. Jubiläum ist – aber was ist das eigentlich und woher kommt es?

Seit ich** in der Grundschule (so Ende 90er) das erste Mal von Halloween gehört habe, war ich davon begeistert, denn jetzt ergaben die gruseligen Kostüme und Filme am Reformationstag endlich einen Sinn! Außerdem konnte man sich verkleiden und sogar Süßigkeiten sammeln gehen! Wir haben es dann auch zweimal gemacht, allerdings mussten wir bei der ersten Runde noch viel Erklärungsarbeit leisten, was wir da überhaupt von ihnen wollten. Mittlerweile ist es ja auch in Deutschland nicht mehr ungewöhnlich.

Aber von Anfang an…

Was ist Halloween?

Halloween ist in seinen Ursprüngen ein irisches Neujahrs- und Erntedankfest mit dem Namen Samhain (Englisch sau-win ausgesprochen). Mit der Christianisierung wurde Allerheiligen (Allhallows) auf den 1. November verlegt, wodurch Samhain zu Allhallows Eve (wörtlich: Allerheiligen Abend) und später zu Halloween wurde. Heutzutage ist es oftmals ein kommerzialisierter Abklatsch, bei dem es nur noch um Kostüme und Süßigkeiten geht.

Halloween-Traditionen

Man feierte das Ende des Jahres mit großen Feuern (Bonfires), die an heiligen Stätten entzündet wurden und deren Licht die Leute dann mit Fackeln an die zuvor gelöschten heimischen Herde trugen.

An Halloween ist außerdem die Verbindung zum Totenreich am Stärksten, d.h. es ist den Toten gestattet für ein paar Stunden auf Erden zu wandeln. [Hierzu gibt es von Anne Zandt übrigens eine tolle Geschichte, Wenn Seelen wandern] Die Verwandten werden dabei mit zusätzlichen Gedecken und Essen eingeladen nach Hause zu kommen. Die Monster versucht man mit Kostümen und Laternen abzuschrecken.

Woher kommt eigentlich der Halloweenkürbis (Foto: Anne Zandt)

Wusstest du eigentlich, dass die Kürbislaterne eigentlich „Jack O’Lantern“ heißt?

Die Legende nach gab es einmal einen knauserigen Irischen Schmied namens Jack. Jack liebte es den Leuten Streiche zu spielen und sein Geld in der Kneipe zu versaufen. Er schreckte auch nicht vor dem Teufel zurück und lud diesen zum Trinken ein. Als es jedoch ans Bezahlen ging, bat er den Teufel, im Austausch gegen seine Seele, sich in ein Geldstück zu verwandeln mit dem er bezahlen konnte. Doch stattdessen legte Jack das Geld zu einem silbernen Kreuz, dass den Teufel an der Rückverwandlung hinderte und bot dem ihm einen Handel an bei dem Jack noch 10 Jahre bekommen würde, bevor der Teufel seine Seele holt. Zehn Jahre später lauert der Teufel Jack auf und in seiner Listigkeit bittet Jack ihn einen letzten Apfel von einem hohen Baum essen zu dürfen. Sobald der Teufel hoch genug auf dem Baum war, ritzte Jack ein Kreuz in den Stamm und ließ sich vom Teufel versprechen, dass er ihn nicht mehr nach seiner Seele fragen würde. Der Teufel willigte ein.

Kurz darauf starb Jack und aufgrund seines sündigen Lebens wurde er nicht in den Himmel gelassen. Der Teufel wollte ihn aber auch nicht mehr. Verzweifelt bat Jack den Teufel um ein Licht für die Dunkelheit zwischen Himmel und Hölle, bekam lediglich ein glühendes Stück Kohle, dass er fortan in einer ausgehöhlten Rübe mit sich trägt.

Und mit dem man ihn auch heute noch umherwandern sehen kann.

Davon abgeleitet entstand schließlich der Brauch Rüben oder Kartoffeln und später dann Kürbisse mit Lichtern und gruseligen Fratzen zu versehen, um umherwandernde Seelen vom eigenen Heim fernzuhalten.

Passt also gut auf euch auf morgen!

In diesen (englischen) Beiträgen über Samhain und die Irischen Halloween Bräuche erfährst du noch wesentlich mehr, sie haben mir für diese Zusammenfassung als Quelle gedient:

** Autorin dieses Beitrags ist Anne Zandt aka Poisonpainter