Nach der allgemeinen Vorstellung des Fantasykultur-Generators kommen wir nahtlos zur Bonusrunde!
Jede Gesellschaft hat einen historischen Kontext, und falls es sich nicht gerade um eine sehr primitive Gesellschaft handelt, gibt es auch Aufzeichnungen. Daher wird in den Details zur Gesellschaft auch genannt, wann sie von wem gegründet wurde. Und drei „Bücher“ (das können Schriftrollen ebenso wie Inschriften, lose Manuskripte und sonstige Arten von Symbolfolgen sein) geben etwas mehr Einblick in die Gesellschaft.

Neben zweien, die eher als Sachbuch verstanden werden sollten, ist das letzte davon ein mehr literarisches Werk. Je nach Gesellschaft ist die Person, die es verfaßt hat, eher im Adel, im Klerus, im Untergrund oder in arkanen Kreisen anzusiedeln; in fortschrittlicheren Gesellschaften findet man die Kunde des Lesens und Schreibens aber auch im Bürgertum und darunter.
Auch die Erzählung in jenem Werk kann als Aufhänger eines Plots oder einfach als Inspiration dienen. Nehmen wir als Beispiel Jonostes Werk „Das Vermächtnis von Lororla“. Es beginnt so:
Im Schatten der Nordicimon-Berge wartete ein Schatz, bewacht von uralten Zaubern und vergessenen Flüchen. Beginnen so nicht die meisten Abenteuer? Sicher schien nur: mit den Bergen stimmte etwas nicht.
Mit nur drei Sätzen ist die Neugier geweckt. Was hat es mit diesen Bergen wirklich auf sich? Gibt es dort einen Schatz oder vielmehr eine Gefahr, der man endlich entgegentreten muss? Die Erkundung kann den Hauptteil des Romans ausmachen. Sie kann aber auch zu ganz anderen Orten, Ereignissen und damit Plotpunkten führen.
Ganz nebenbei ist die Kombination von Buchtitel und Buchbeginn auch eine gute Möglichkeit, sie als Basis eines Schreibwettbewerbs zu nutzen! Man hat damit einen fertigen Aufhänger, ein oder zwei Figuren und eine Ahnung von einer Situation oder Stimmung. Dieses Element des Reiseführers kann so auch unabhängig von einem Landesentwurf genutzt werden.
Nächste Bonusrunde: unter dem Titel, in dem der Name des Landes zum ersten Mal genannt wird, steht ein Slogan zum Land. Er kann optional als Wegweiser für den kulturellen Stil, vielleicht sogar als Anhaltspunkt für das Thema dienen.
Im „Reiseführer Paldir“ zum Beispiel haben wir eine „Wächter der Schwelle“-Gesellschaft (sie bewacht ein Portal oder eine Grenze zu einer anderen Welt) und den Slogan „Wo das Schwert das letzte Wort hat – und das Herz das erste.“ Es ist naheliegend, dass unsere Protagonisten das Portal also entweder verteidigen oder selbst nutzen wollen. Dabei dürfte die Action nicht zu kurz kommen (siehe Schwert), aber der Verweis auf das Herz deutet eher an, dass es hier um das Spannungsfeld zwischen zwei Werten geht, vielleicht Pflicht und Liebe oder einen sonstigen Loyalitätskonflikt.

Wie auch sonst bei den Generatoren sind sie nicht dafür da, daß man die Daten einfach hinauskopiert und in sein Manuskript einsetzt. Sie sind lediglich die Grundlage für konzeptionelle Überlegungen, wie das Zusammenspiel funktionieren könnte und wie eine Gesellschaft beschaffen sein müsste, damit alles funktioniert.
Eine KI würde einen glatten, widerspruchsfreien Entwurf liefern, der irgendwo abgekupfert ist. Ein Generator liefert einen rauen Entwurf und (mitunter) ein paar Stolperstellen, welche die eigene Kreativität anregen sollen. Das ist für Inspiration der bessere Weg.
Letzte Bonusrunde: die Bilder. Jeder nennenswerte Reiseführer hat sie, und sie sagen angeblich mehr als tausend Worte. Auf jeden Fall bringen sie eine ganz eigene Perspektive mit und können – wieder im Zusammenspiel mit dem oder auch im Widerspruch zum Text – die Inspiration noch einmal befeuern. (Schaut sie an, so lange ihr wollt, aber kopiert sie nicht für eure Werke. Zum einen ist die Auflösung für eine professionelle Nutzung zu gering, zum anderen habt ihr nicht das Copyright daran.)
Dieselben Bilder werden übrigens auch bei den Schreibtipps verwendet. Sie sollen euch auf Ideen bringen, zu eigenen Geschichten leiten: wen könnte diese Statue darstellen, wo könnte dieser Berg liegen, in welcher Stadt ist diese Burg zu finden, wessen magisches Labor könnte dies sein?
Und das ist der Fantasykultur-Generator. Jetzt dürfte eurem Entwurf eines reichhaltigen, interessanten Landes mit vielen Details, Rätseln und Nebenplots nichts mehr im Wege stehen.
Ruft ihn auf unter: https://dengine.nornennetz.de/map/fantasykultur.pl
Viel Erfolg!
