Fragefreitag: Welchen Arbeitsschritt habt ihr beim Selfpublishing am stärksten unterschätzt?

Selfpublishing – eine Veröffentlichungsart, bei der Freude und Frust oft besonders nah beianderliegen. Jede/r Autor/in hat Stärken und bringt Kompetenzen mit, die ihm/ihr helfen, sein/ihr Buchbaby rauszuputzen und auf den Weg zu bringen. Allerdings hat auch jede/r von uns Schwächen und diese liegen manchmal gar nicht unbedingt dort, wo wir sie selbst vermutet haben. Welchen Arbeitsschritt des Selfpublishings habt ihr denn absolut unterschätzt? Verratet es uns unter #Nornenfragefreitag.

Diandra Linnemann: Die Werbung, definitiv. Drölfzig Überarbeitungsrunden – und dann noch eine, nur zur Sicherheit – damit hatte ich gerechnet. Cover und co, das war mir ebenfalls klar. Aber dass ich, wenn ich kein großes Budget habe, quasi jeden einzelnen Leser mit Charme und Witz (räusper) zum Buch tragen muss, das hat mich überrascht. Gut, als Kleinstverlagautor sieht das auch nicht anders aus, aber da hat man wenigstens moralische Unterstützung.

Britta Redweik: Ich glaube, ALLES. Finanziell ganz klar das Lektorat. Denn ich hab, bevor ich mit dem Schreiben anfing, nie groß drüber nachgedacht, dass die Leute das ja auch als Arbeit machen und entsprechend viel Geld dafür nehmen MÜSSEN. Auf der einen Seite schade, denn so ist das Veröffentlichen leider ein Privileg, was Arme schlicht nicht haben – was sich vielleicht auch auf die Bandbreite der Werke überträgt? Auf der anderen Seite aber ist es natürlich wichtig, dass Lektoren davon leben können. Wenn sie das auf lange Dauer nur zwischen Tür und Angel machen, … Naja, das hält doch keiner ewig durch und man findet heute schon immer weniger Lektoren, die noch aktiv sind. Die paar, die es noch gibt, müssen wir uns doch erhalten. Aber auch alles Andere ist deutlich aufwändiger, als es anfangs erscheint. Ich steh ja noch ganz am Anfang, habe bisher nur ein Buch und noch nicht mal einen Fantasy draußen. Und … bei diesem einen Buch habe ich gemerkt, wie unglaublich wenig Ahnung ich habe – und auch, dass das Wissen in manchen Bereichen wie ein Schatz gehütet wird, so dass man eigentlich immer Hilfe von außen braucht, wenn man es wirklich professionell machen will.

Elenor Avelle: Es gibt so viele Details, wie die Zahlung an die Künstlersozialkasse und ständig kommt etwas dazu, was man wissen sollte, aber kompliziert ist (schöne Grüße an die DSGVO).

Ela Bellcut: Die Liebe zum Detail. Man hat den Anspruch alles perfekt zu machen und das leider in jedem Bereich. Das Cover hat mich ungefähr fünf Anläufe gekostet, Lektorat, Korrektorat, Buchsatz – Ewig viele Durchgänge, weil man es so gut wie möglich machen will und iwann den Kopf darüber verliert.

Katherina Ushachov: Diese Marketingphase direkt nach der Veröffentlichung. Ich glaube, irgendwann denke ich endlich daran, mir einfach eine Liste zu machen, wo ich mein Buch überall eintragen muss und wo ich überall Material zuliefern kann, dass ich nicht vollommen damit durcheinanderkomme. Derzeit ist es auch teilweise Monate später noch ein “Oh, da war ja noch, wie habe ich das denn gemacht?”

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