Ruhe bewahren im fantastischen Netzwerk-Werbungs-Wunderland (Anne Granert)

Es würde mir schwerfallen, ein schriftstellerisches Highlight des Jahres 2018 herauszupicken. Die erste eigene Veröffentlichung? Der Besuch der FBM, das Literaturcamp Hamburg oder mein Beitritt bei den Nornen? Mir fällt auf, dass alle Punkte zwei Wörter beinhalten: Netzwerk und Werbung. Wobei als Selfpublisher beides fast gleichzusetzen ist.

Werbung in den sozialen Medien als Selfpublisher

Im Sommer 2018 wollte ich den ersten Band meiner Urban Fantasy Reihe veröffentlichen. Meine Lektorin (die ich übrigens auch ‘online’ durch ihren Blog kennengelernt hatte) thematisierte mit mir mögliche Kanäle, um mich als Autorin im Allgemeinen und meine Werke im Speziellen zu präsentieren und zu bewerben.

Im Januar 2018 gingen meine Homepage sowie meine drei SoMe-Kanäle Instagram, Twitter und Facebook online. Die ersten Schritte waren noch holperig, doch schnell fand ich eine kleine, aber feine Gruppe gleichgesinnter Buchliebhaber, deren Beiträgen ich folgte und die wiederum meine Posts lasen. So wurde ich zum einen auf die Nornen und das Literaturcamp Hamburg aufmerksam, als auch zum Geburtstag von BoD nach Norderstedt eingeladen. Auf dem BoD-Geburtstag wiederum entschied ich mich guten Gewissens für meinen jetzigen Distributor Twentysix, bei dem ich sehr erfolgreich meinen ersten Band veröffentlichte.

Twentysix lud mich zum Coaching für ausgewählte Autorinnen und Autoren auf die Frankfurter Buchmesse ein. Inhaltlich ging es vor allem um die käuferrelevanten Bereiche der Werke wie Klappentext und Cover als auch Werbungsmöglichkeiten. Hier wurden vor allem die Wortwerke-Buchhandlungen, lovelybooks und Facebook genannt. Auch fiel das Gespräch auf verschiedenste Schreibanbieter und -Apps, Rezesions-Plattformen und Autorenzusammenschlüsse.

Mit einem ziemlich vollen Autorinnen-Kopf flog ich wieder heim und stellte fest: Es gibt unzählige Möglichkeiten der Eigenwerbung, kostenfrei als auch zu hohen Preisen. Mit wenig Zeitaufwand und sehr viel Zeitaufwand. Von einigen Möglichkeiten hatte ich noch nie gehört, andere verstand ich einfach nicht. Also tat ich das, was eine Autorin in der Regel tut: Ich setzte mich hin und schrieb die Kanäle auf, die ich gerne nutzte sowie einige weitere, die nebenbeiliefen. Ungeliebtes strich ich weg oder gliederte es aus, wie meine Homepage, für die ich nun einen Webmaster engagiert habe.

Ich merkte, dass mein persönlicher Lieblings-Kanal Instagram war und beschloss, mich im Bereich Instagram und Branding weiterzubilden, was ich mit Hilfe meiner Illustratorin tat. Wir entwickelten ein neues Branding und sie zeigte mir zeitsparende Möglichkeiten der Bilderstellung und des Postens, die ich auch als Mutter zweier Kleinkinder mit Halbtags-Job gut durchführen konnte.

Du bist der Boss und entscheidest über Dein Netzwerk und Deine Werbung

Meine Tipps

Netzwerken macht unglaublich viel Spaß, öffnet Blick und Geist und lässt die Kreativität sprudeln. Und macht auch Druck, denn die ganzen genannten Kanäle müssen oder sollten ja auch bedient werden.

  • Such Dir 1-2 Plattformen/ Kanäle/ Möglichkeiten, die Du wirklich magst und gerne pflegst.
  • Nutze noch wenige weitere Plattformen etc., die gut nebenherlaufen können.
  • Mach Dir einen einfachen und gut umsetzbaren Plan für Dein Marketing: Wann postest du Tweets, Bilder, Newsletter mit welchem Inhalt? Kannst Du einiges schon vorplanen mit Apps wie Preview, Tweetdeck oder Mailchimp?
  • Mach Dir auch einen finanziellen Plan: Kannst Du für Werbung zahlen? Wie viele Bücher kannst du Bloggerinnen und Bloggern schenken?
  • Du bist nicht allein: Schließe Dich einer Schreibgruppe an, wie ich es zum Beispiel mit den Nornen tat.
  • Gehe auch mal außer Haus zu Veranstaltungen von Verlagen oder Camps wie das Literaturcamp in Hamburg.
  • Suche Kontakt zu Bloggerinnen und Bloggern, die Deinem Genre entsprechen und die Du wirklich gerne magst. Tritt in den Austausch mit ihnen und hake beizeiten freundlich und persönlich nach, ob sie Dein Buch rezensieren würden.
  • Projekte (ich sag nur: Homepage), die Dir wirklich quer im Magen liegen, solltest Du outsourcen oder ganz streichen.
  • Schalte mal das Internet aus, schenke Dir einen Kaffee ein und lies ein gutes Buch oder triff Dich mit Freunden. Offline-Zeit kann sehr erholsam sein und siehe da, die Welt dreht sich auch ohne Dich weiter.

Diese und sicherlich noch viele weitere Tipps können helfen, in dem weiten Universum an Möglichkeiten nicht die Ruhe und den Fokus zu verlieren auf das, was Dir am meisten Spaß und Freude bringt: das Schreiben!

 

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