Einmal Jenseits und zurück – Tod im Nornengestöber

~*CW: Tod*~

„Der Tod ist nur ein Pfeil, der bei der Geburt abgeschossen wird und uns dann trifft.“

Jean Paul


Von dem Moment unserer Geburt ist es uns bestimmt zu sterben. Wir kommen auf diese Welt, leben in ihr und eines Tages werden wir sie wieder verlassen. Wann? Das ist das große Mysterium. Darum gehen wir unserer Nornenstöberrunde heute dem Tod auf den Grund.

Seit Anbeginn der Zivilisation hat die Frage nach dem Tod und was danach kommt die Menschheit beschäftigt. Als so zentraler Aspekt und natürliche Konsequenz unseres Lebens bleibt nichts anderes übrig, als uns über kurz oder lang damit zu befassen. Irgendwann trifft es jeden, irgendwann müssen wir uns ihm stellen und in die Augen blicken.

„Dass man lebt, ist Zufall; dass man stirbt, ist gewiss.“

Erich Kästner


Und was dann? Das können wir nur mutmaßen. Die Vorstellungen vom „Leben nach dem Tod“ sind ganz unterschiedlich. Sie variieren von Kultur zu Kultur, von Religion zu Religion, ja, teilweise sogar von Person zu Person. Aber dennoch kann es passieren, dass es einige offensichtliche Gemeinsamkeiten in den Vorstellungen vom Tod und dem, was danach kommt, gibt. Vielleicht ist es ja am Ende doch gar nicht so mysteriös, wie wir immer dachten? Aber lest selbst, welche verschiedenen Todes- und Jenseitsvorstellungen es in den Weltkulturen und -religionen gibt und gab. Was überwiegt eurer Meinung nach? Die Gemeinsamkeiten, oder die Unterschiede?

Nun bleibt uns nur noch eine Sache zu klären: Gibt es überhaupt ein Leben nach dem Tod? Nun, das ist eine Frage, auf die wir vermutlich niemals eine Antwort finden werden. Wir können nur für uns selbst entscheiden, was wir glauben.

„Die Frage ist nicht, ob es ein Leben nach dem Tod gibt. Die Frage ist, ob du vor dem Tod lebendig bist.“

Osho

Wie mit allem, das der Mensch nicht greifen kann, versucht er es greifbar zu machen. Kurz gesagt, er personifiziert. Gleiches geschah auch mit dem Tod und im Laufe der Zeit entwickelte er ein Gesicht. Er wurde (jedenfalls in unserer Kultur) zum Sensemann. Aber wie genau entstand eigentlich unser modernes Bild vom Schnitter mit der Sense? Das erfahrt ihr zum einen hier, zum anderen (inklusive Toten(götter)darstellung in anderen Zivilisationen) hier.

Wo Zivilisation ist, da ist auch Kunst. Und wo Kunst ist, finden wir auch Darstellungen vom Tod. Tatsächlich war und ist es so, dass viele die Kunst als Möglichkeit sehen, sich mit dem Tod auf ganz individuelle Art auseinanderzusetzen. Und diese Auseinandersetzung umfasst in jedem Fall Symbole. Die Symbolik um den Tod herum ist sehr stark. Von Memento Mori über den Totentanz bis hin zu Vanitas-Darstellungen finden wir viele Weisen, wie dem Tod in der Kunst Ausdruck verliehen wird und wie sich die Künstler mit ihm beschäftigt haben.

„Der Tod lächelt uns alle an, das einzige, was man machen kann, ist zurücklächeln.“

Marcus Aurelius

Aber ist der Tod wirklich immer nur böse?
Aufgrund seiner Endgültigkeit und der Trauer, die wir beim Verlust eines geliebten Menschen verspüren, tendieren wir dazu, ihn als etwas Schreckliches anzusehen. Wir beginnen, den Tod zu fürchten, und unsere Darstellungen vom Tod spiegeln diese Angst, die wir vor ihm empfinden: Er wird zu einer Schreckensgestalt, zu einem Monster, das uns das raubt, was uns am liebsten ist.
Aber diese Darstellung ist nicht universal. Im Tarot beispielsweise finden wir eine andere Auslegung des Tods: Die angsterfüllende Karte mit der verheißungsvollen Nummer 13 stellt sich als doch gar nicht so furchteinflößend heraus.

„Der Tod ist die Befreiung und das Ende von allen Übeln, über ihn gehen unsere Leiden nicht hinaus; er versetzt uns in jene Ruhe zurück, in der wir lagen, ehe wir geboren wurden.“

Seneca

Und wer weiß – vielleicht ist der Tod selbst am Ende ja auch gar nicht so erschreckend …

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