Wer fährt mit uns nach Berlin? [Verlosung]

Wir sind noch ganz begeistert von dem regen Zuspruch, den wir in unserer ersten Kickstarter-Kampagne gesammelt haben. Dank euch können wir auch 2019 wieder mit einem Stand auf der Leipziger Buchmesse sein. Vorher aber werden wir im November auch auf der BuchBerlin für Wirbel sorgen. Wir haben uns bereits einige tolle Aktionen überlegt und können euch jetzt schon verraten, dass es interaktiv, spannend und faszinierend wird. Am 24 und 25 November solltet ihr darum jede Chance nutzen, in Berlin dabei zu sein.

Autoren Urlaub

Wie, ihr könnt nicht?

Ausreden lassen wir keine zu. Stattdessen gehen wir noch einen Schritt weiter: Wir nehmen euch sogar mit. Anlässlich der BuchBerlin verlosen wir zwei Tageskarten, damit ihr uns an unserem Stand besuchen kommen könnt. Also bucht ein Zimmer, besorgt euch das Zugticket und freut euch auf ganz viel Nornenaction. Wir haben uns nicht lumpen lassen und für neue Deko und Aktionen gesorgt, die weit über den Nornenstand hinaus gehen. Also fordert das Schicksal heraus und macht mit.

Wie ihr mitmachen könnt

Bis zum 30.09.2018 habt ihr Zeit, mitzumachen. Eine Tageskarte verlosen wir an alle, die unter diesem Beitrag kommentieren, was sie sich von den Nornen auf der Messe wünschen, welche Norne ihr am liebsten treffen würdet oder auf welches Nornenbuch ihr euch ganz besonders freut. Chancen auf das zweite Ticket bekommt, wer die gleiche Frage in den sozialen Netzwerken beantwortet. Macht ein Foto für Instagram, schreibt einen Beitrag auf Facebook oder twittert es in die Welt hinaus. Nutzt dabei #mitdenNornenzurBuchBerlin und sichert euch ein Los.

Teilnahme ab 18 oder mit Erlaubnis eines Erziehungsberechtigten. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Facebook, Instagram und Twitter haben nichts mit der Verlosung zu tun. Wir behalten uns vor, einzelne von der Verlosung auszuschließen, das Gewinnspiel vorzeitig zu beenden oder abzubrechen. Mehrfache Teilnahme ist möglich, pro Person kann nur ein Ticket gewonnen werden. Ein Ticket berechtigt zum Besuch der BuchBerlin am 24. oder 25. November 2018, Anreise und etwaige Übernachtungen müssen selbst getragen werden. Das Gewinnspiel läuft bis zum 30.09.2018, 23:59.

Fantasy und Gewalt – eine Blogparade des Nornennetzes

Fantasy – ganz klassisch sind das Geschichten in denen ein Held die Welt, ein Reich oder doch wenigstens eine schöne Frau retten muss. Gewalt spielt dabei beinahe immer eine Rolle. Oft wird eine idyllische oder zumindest als gut geordnet geschilderte Ausgangssituation durch den Einbruch von Gewalt gestört. Die Königsfamilie wird von einem Ursurpator ausgelöscht, Nazghul jagen wehrlose Hobbits, eine alte Prophezeiung taucht auf und macht den Helden zur Zielscheibe finsterer Mächte. Diese Form der Gewalt ist immer negativ besetzt. Sie ist brutal und oft tödlich, paart sich mit psychischer Gewalt, die oft noch weitere Ausmaße annimmt. Gleichzeitig nutzt der Bösewicht sie gerne, ergötzt sich geradezu daran. Sie ist hier nicht nur Mittel zum Zweck, sondern Teil des Zieles selbst. Dieses Ziel mag primitiv sein, wie Saurons Verlangen, die Welt zu beherrschen, oder psychologisch Gründe haben wie Voldemorts immensem Rachekomplex Muggeln gegenüber, es ist die Grundlage für jegliche Handlung und Gewalt im Roman.

Wir lieben Fantasy – aber braucht es immer Gewalt dabei?

Gut gegen Böse

Gleichzeitig gibt es aber auch die positive Gewalt: Wenn der Held die Herausforderung annimmt und von der Opfer- in die Heldenrolle wechselt, geschieht das in der Regel, indem er selbst gewalttätig wird. Selbst die harmlosen Hobbits wachsen am Ende über sich hinaus. Pippin zertrennt dem König der Nazghul die Beinsehnen und hilft dadurch Eowyn, ihn zu besiegen. Noch deutlicher tritt dieses Phänomen in den Geschichten über Superhelden zutage, an deren Ende oft ein „Bosskampf“ mit dem Superschurken steht. Diesen gewinnt der Held, weil er aufgrund überlegener Kampfmoral letzte Reserven mobilisieren kann, die am Ende auch zu körperlicher Überlegenheit führen. Vor psychischen Qualen schreckt der Held meist genauso zurück, wie vor der gänzlichen Vernichtung des Gegenspielers. Die wird zur letzten, notwendigen Tat, der eine innere Zerrissenheit und Reife des Helden vorsteht. Nie wird Gewalt hier für die eigenen Interessen genutzt, immer gilt sie dem höheren Ziel, andere zu schützen. Ohne den negativen Auslöser wäre die positiv konnotierte Reaktion nicht nötig. Die „gute Gewalt“ besiegt also die „böse Gewalt“.

DER Held

Wenn wir über den Helden der klassischen Fantasy sprechen, ist die männliche Form bewusst gewählt, denn hier ist der Held fast ausnahmslos männlich. Dieses Trope* ist zwar dabei, sich zu verändern, allerdings hat die Änderung kaum Einfluss auf die Rolle der Gewalt. Oft starten Frauen zwar eher wie Hobbits, also schwach und wehrlos, finden dann aber im Lauf der Geschichte einen starken Beschützer, der ihnen körperliche Auseinandersetzungen erspart. Mia, aus der Grim-Reihe ist so ein Fall. Die eigentliche Gewalt wird hier klar männlich verortet, die Frau mag Auslöser sein, der Schlüssel zum Sieg, aber kaum eine aktive Kämpferin. Sie ist es, die immer wieder in Schwierigkeiten kommt und so die Handlung zwangsweise mitgestaltet. Handelnde ist sie dabei in den seltensten Fällen. Andererseits gibt es auch Frauen wie Katniss, die sich von Anfang an selbst behauptet und vor Gewalt nicht zurückschreckt, die im Roman also genauso gut ein junger Mann sein könnte – nur, dass der Verlag dann vermutlich keine Liebesgeschichte verlangt hätte. Eine andere, nicht weniger wichtige Baustelle.

Gewaltige Liebe

Allerdings soll es in dieser Blogparade nicht um Liebesgeschichten gehen, sondern um Gewalt. Da fällt bei Fantasy, die sich vorwiegend an ein weibliches Publikum richtet, noch ein weiterer Aspekt auf: Die fast immer enthaltene Liebesgeschichte ist oft von psychischer Gewalt geprägt, die aber romantisch verklärt wird. Der Protagonist stalkt die Protagonistin, er beschränkt sie und hält sie in jeder Weise klein – und als Motivation seines Handelns wird immer seine übergroße Liebe genannt. Ausgerechnet dieses Verhalten macht ihn zum Helden, der ohne die Frau an seiner Seite nicht leben kann. Dass er dabei dominiert und die Frau in eine von ihm gewollte Richtung zwingt, wird meistens übersehen. Nicht selten ist er ein Entführer, der sie aber nur entführt hat, um sie zu retten, ein gefährliches Wesen, das eigentlich Abstand von ihr halten müsste, dessen Gefühle ihm das aber unmöglich machen. Schmacht, Schmelz, Würg. Dieses Motiv findet sich selbstverständlich nicht nur in der Fantasy, ist aber in der sogenannten Romantasy weit verbreitet und wird offensichtlich gern gelesen.

Macht mit bei unserer Blogparade zu Fantasy und Gewalt

Das vorangeschickt, laden wir** euch ein, in den kommenden Wochen gemeinsam die verschiedenen Aspekte von Gewalt in der Fantasy zu beleuchten. Mögliche Fragen sind:
  • Gehört Gewalt zur Fantasy?
  • Wie wird Gewalt dargestellt?
  • Zu welchen Zwecken wird sie eingesetzt?
  • Können Frauen über Gewalt schreiben?
  • Schreiben Frauen anders über Gewalt als Männer?

Bloggt darüber und gebt uns euren Link im untenstehenden Formular an. Wir werden daraus eine Linkliste erstellen, in der alle Beiträge mit einer Kurzzusammenfassung „anmoderiert“ werden. Gerne dürft ihr unser Bild zur Aktion mit dem Vermerk ©Nornennetz verwenden.

Dafür habt ihr den ganzen August Zeit. Bis 31.08.2018 könnt ihr eure Beiträge schreiben und bei uns einreichen. Wir wünschen uns vielseitige Sichtweisen, positive wie negative Beispiele, wünsche, wie ihr Gewalt in Zukunft in der Fantastik sehen wollt und wie nicht. Geht gerne auf Randthemen wie Diskriminierungen und Mobbing ein, gerne auf Themen, die im Zentrum stehen, wie Kämpfe und Kriege in der Literatur, führt Interviews oder erstellt Leselisten.


Bisherige Links zur Parade:

Von offensichtlichen Hintergedanken verborgenen Gewalttaten und unsichtbaren Verletzungen – Möchtegernautorin

Der Game of Thrones Effekt in Büchern – Rebel Girls Adventures

Kampfszenen mit Wumms – Diandra Linnemann

Superhelden und Gewalt – Nike Leonhard

Das bisschen Folter – Gedankenfunken

*Wir nutzen hier den englischen Begriff, da er geläufiger ist. Eventuell kennt ihr auch die Bezeichnungen „den Tropus“ aus der Literaturwissenschaft. Gemeint ist hier ein stereotypisiertes Bild aus der Literatur, das gleich mehrere Bedeutungsebenen mit sich trägt.

**Autorinnen des Beitrags sind Nike Leonard und Eva-Maria Obermann

Ein Comic aus Nornenfeder (Anne Zandt aka Poisonpainter)

Habt ihr euch gefragt, was es genau mit dem Comic auf sich hat, den wir euch schon am Montag gezeigt haben? Jetzt erfahrt ihr es:

Als Autorinnen versuchen wir** uns gerne mal an neuen Dingen. Schon länger trugen wir die Idee mit uns herum, einen eigenen Nornencomic zu zeichnen. Der Themenmonat Comic bot sich an, damit zu beginnen und welcher Inhalt eignete sich besser, als unsere Messevorbereitungen für die BuchBerlin 2018.

Ein Comic entsteht

Nachdem Katrin Ils die Idee für den Plot des Comics hatte, war recht schnell klar, dass es ein Teamfight um Horst werden sollte.

Wer war noch gleich Horst?

Horst ist das futuristische Wesen, das eine unserer Sammelpostkarten ziert und, neben der Medusa und dem Phönix, auf der Leipziger Buchmesse an unserem Stand gewonnen werden konnte.
Schon bei der Entstehung der Zeichnungen hatten wir netzwerkintern einen riesen Spaß mit der Frage: Welche der drei Kreaturen ist die beste?

Endlich mal ein Horst, den wir mögen (Grafik: Grafikschwestern des Nornennetzes)

Auf der Messe trugen wir dann sogar Teambuttons und viele unserer Standbesucher schlossen sich verschiedenen Teams an und twitterten darüber.

Als das Thema feststand brauchten wir als erstes das Charakterdesign und ein Storyboard. Mit dem Bleistift bewaffnet entwarf Elenor Avelle die ersten Skizzen, während Katrin am Text feilte.

Denn kniffelig an der Erstellung eines Comics sind generell zwei Dinge:

  • Die Bilder müssen für sich selbst sprechen.
  • Die Texte müssen knapp und aussagekräftig sein. Der Vorteil ist natürlich, dass die bildliche Darstellung einen Teil des Textes ersetzt.
Hier könnt ihr schon einen Blick auf die Figuren werfen:

Wer stößt Horst und Medusa vom Thron? Wir sind gespannt!

Team Horst (in der Mitte) besteht in seiner Ursprungsform aus vier realen Nornen, nämlich v.l.n.r. Elenor Avelle, Anne Zandt, Ela Schnittke und Gesa F. Roberts. Auch der Herr in der unteren Mitte ist nicht erfunden. Das ist Christian Milkus, der sich mit Elenor Avelle auch auf dem LitCamp HD noch weiter virtuell duelliert hat, ob Horst oder Medusa das fantastischere Wesen ist.

 

**Autorin des Beitrags ist Anne Zandt

Autoren Urlaub

Unsere erste Nornenanthologie kommt (Eva-Maria Obermann)

Den Juni widmeten wir den Anthologien und dabei darf diese Ankündigung nicht fehlen: Es wird noch dieses Jahr die erste Nornenanthologie geben. Wir arbeiten bereits seit 2017 daran, die Geschichten zu schreiben, zu lektorieren, zu überarbeiten und nun auch daran, sie zu setzten. Alles aus Nornenhand.

Eine gemeinsame Anthologie stand schnell auf unserer Agenda. Die ersten Punkte, die wir klären mussten, waren, wer die Herausgeberschaft übernimmt und welches übergeordnete Thema unsere Geschichten tragen sollen. Viele eifrige Nornen waren von Anfang an dabei, aber natürlich gab es immer mal wieder kleine Wechsel, Zugänge wie Austretende, Geschichten, die aus Zeitgründen auf spätere Projekte verschoben werden mussten und solche, die innerhalb von wenigen Wochen fix und fertig vorlagen. Im letzten Moment wurde ein Beitrag zurückgezogen, musste am Titel nochmal gefeilt werden. Jeden Schritt haben wir gemeinsam entschieden, die Herausgeberinnen waren vor allem diejenigen, die auf Termine geachtet und das Organisatorische bewältigt haben.

 

Was ich** euch schon verraten kann

Am einfachsten haben wir uns auf ein Thema geeinigt: die Nornen. Sie tauchen in alle unseren Geschichten auf, mal als heimliche Fädenzieher am Rande, mal als Protagnisten, als Heldinnen, verlorene Seelen oder teuflische Manipulatoren. Urd, Skuld und Verdandi in all ihren Möglichkeiten. Die ganze Bandbreite haben wir abgedeckt. Auch unsere Genres laufen einmal quer durch alles, was Fantastik zu bieten hat. Dystopische Zukunftsvisionen, historische Romantasy, urban mit phantastischer Gegenwelt und die ein oder andere Überraschung. Natürlich, wo kämen wir ohne hin.

Herausgegeben wird unsere erste Nornenanthologie von Katherina Uschachov und Eva-Maria Obermann. Insgesamt wird es um die zehn Geschichten geben. Der letzte Abgabetermin steht kurz bevor, das Cover wird bereits ausgearbeitet, höchste Zeit, euch Bescheid zu geben. Sie kommt, steht quasi schon in den Startlöchern und in den nächsten Wochen werden sich die Infos häufen. Titel, Cover, wer alles mitgeschrieben hat. Lasst uns schon mal einen Platz auf eurer Wunschliste frei.

**Autorin des Beitrags ist Eva-Maria Obermann

Novizinnen fragen nach: Wie wappnen wir uns gegen Kritik (Maelle)

Nachwuchs-Nornen können bei uns nicht nur reinschnuppern, sondern auch aktiv werden. Beispielsweise mit allerlei Fragen und einem Blogbeitrag. Heute hat Maelle drei Nornen zu ihrem Umgang mit Kritik ausgequetscht. Wie ist das eigentlich so bei euch?

Das Schreiben ist ein privater Vorgang, das Veröffentlichen des Geschriebenen das genaue Gegenteil davon. Indem wir** unsere Texte, unsere Gedanken, unser Inneres offenlegen, setzen wir Autorinnen uns gerechtfertigter und ungerechtfertigter Kritik aus, machen uns durch unsere Texte angreif- und verletzbar. Welche unterschiedlichen Methoden haben Nornen entwickelt, um mit Beanstandungen umzugehen? Wie wappnen wir uns gegen Kritik?

… Jetzt aber sagen viele andere Menschen etwas dazu,
ohne dass mir das Gesagte irgendwie helfen würde.
Hanns-Josef Ortheil
– Der Stift und das Papier –

Autoren Urlaub

Unsere Testleserinnen sind die ersten, die an uns kritisieren können. Welche Anweisungen gibt du Deinen Testleserinnen mit auf den Weg?

Laura Kier
Orthografie kannst du noch ignorieren. Ich will vor allem wissen, wo etwas langatmig ist. Was ist unlogisch? Wo handeln Charaktere unpassend? Was fehlt dir? Zeige ich Gefühle deutlich genug? Alles, was dir inhaltlich auffällt. Wo kommst du beim Lesen ins Stocken und wo würdest du am liebsten aufhören oder das Buch gegen eine Wand pfeffern? – Alles, was dir auffällt, kann ich verbessern, bevor es in die Welt hinaus flattert.

Elenor Avelle
Ich wähle meine Testleser so aus, dass ich ihnen keine Anweisungen geben muss. Sollte mal jemand dabei sein, der sich im Ton vergreift, dann lese ich seine Anmerkungen erst gar nicht weiter. Inhaltlich haben sie mir in dem Fall dann nichts zu geben und das ist ja der Sinn bei Testlesern. Das einzige, worum ich gerne bitte: Vergesst nicht hinzuschreiben, was euch gefällt. Was wir mögen, äußern wir viel seltener, als das was uns stört, aber für einen Autoren ist es auch wertvoll zu wissen, was er gut gemacht hat.

Jana Jeworreck
Tatsächlich keine. Es muss sich alles logisch erklären, wenn es das nicht tut, stimmt was nicht. Ich hoffe darauf, dass die Testleser mir das dann mitteilen.

Was erwartest du als Autorin von einer Kritik an deinem Text? Welche Art von Kritik bringt Dich weiter?

Laura Kier
Mit „das ist doof“ kann ich nichts anfangen. „Das ist doof, weil“ ist hilfreich. Sprich ich brauche Begründungen. Warum gefällt etwas nicht? Mir hilft Kritik weiter, die versucht zu erkennen, warum der Text nicht funktioniert. Klar, sachliche Fehler sind leicht zu erkennen. Aber warum etwas nicht funktioniert dagegen sehr schwer. Vorschläge zur Verbesserung nehme ich zwar auch gerne (oft suche ich aber lieber meinen eigenen Weg), aber vor allem die Begründungen brauche ich.
Betalesen und Lektorate sind sehr subjektiv. Durch Hinweise, wie und warum ich etwas verbessern könnte, werden sie für mich deutlich objektiver. Dann ist es nicht nur doof, sondern ich kann nachvollziehen, weshalb.

Elenor Avelle
Jede konstruktive Kritik ist hilfreich. Das können Vorlieben oder Abneigungen sein, bis hin zu Verständnisproblemen oder Irritationen. Der Hinweis darauf, dass ein schmächtiges Persönchen kein ganzes Wildschwein stemmen kann, über den Tipp, dass ich mein aktuelles Lieblingswort zu engagiert benutze, bis zum simplen ’so etwas gefällt mir persönlich nicht, ich habe es lieber wenn‘. Jede Kritik kann einen wertvollen Inhalt haben, den ich beachten sollte. Auch das positive Feedback ist nützlich, häufig an Stellen, die einem anderen Leser nicht gefallen. Das macht die Abwägung leichter, ob es sich dabei um persönliche Vorlieben handelt oder eine Unebenheit im Plot.

Jana Jeworreck
Am wichtigsten ist mir bei dem Feedback durch Testleser stilistische Mängel oder unverständliche Stellen zu klären. Meine Testleser dürfen mir im Prinzip alles sagen nur muss es konstruktiv sein.
Wenn ein Leser dann später etwas nicht mag, will ich den Grund wissen. Ist es einfach eine Geschmackssache? Oder ist es tatsächlich ein Fehler, der behoben werden muss, weil die Szene/Handlung/Situation nicht stimmig ist?
Ich hoffe immer darauf, dass „negative“ Äußerungen für mich etwas enthalten, das ich im nächsten Buch besser oder anders machen kann. Ein einfaches „Mag ich nicht“, ist zwar schade, aber nun eben nicht zu ändern.

Welche Kritik ist für dich am schmerzlichsten?

Laura Kier
Wenn meine Plotlöcher entdeckt werden und meine Charaktere wieder zu schwach sind. Ja, die Charaktere sind eine große Baustelle von mir. Aber gerade diese Kritik hilft mir dabei, den Text nachhaltig zu verbessern, vor allem wenn ich Begründungen oder Ideen bekomme.

Elenor Avelle
Hohn ist etwas, das mich tief trifft. Das liegt vermutlich daran, dass es mich genau bei meiner Schwäche packt, dem Selbstzweifel.

Jana Jeworreck
Wenn Leser Fehler erdichten, die nicht da sind. Das empfinde ich als respektlos, wenn jemand sich nicht die Mühe macht, eine Geschichte richtig zu lesen. Bei meinem ersten Buch hatte ich solche „Rezensenten“, die Dinge behaupten haben, die nicht im Buch standen.
Ich wusste nicht, wie ich mich dazu verhalten sollte. Verteidigen schien mir kindisch, also habe ich es geschluckt. Heute weiß ich mehr und auch wie ich so etwas (er)klären kann.

Wie wappnest Du dich gegen Kritik? Gibt es Kritik, der du dich nicht mehr aussetzt oder hast du andere Schutzmechanismen entwickelt?

Laura Kier
Das finde ich sehr schwierig. Ich denke, man kann sich kaum gegen Kritik wappnen. Bei Testlesern kann ich die Kritik noch vor der Veröffentlichung umsetzen (wenn ich dieser Kritik zustimme), negative Kritik in Rezensionen finde ich da deutlich schwieriger zu handhaben. Jede Kritik ist anders, da kann ich nur die Meinung des anderen respektieren und dann überlegen: „Hätte ich das vor der Veröffentlichung gewusst, hätte ich etwas daran geändert?“ Die Frage hilft mir zumindest oft weiter. Viele Kritik ist durchaus begründet, aber nicht unbedingt mit meinem Schreibstil vereinbar. Ansonsten hilft mir vor allem Abstand halten und auf die positiven Rückmeldungen konzentrieren. Die negative Kritik ignoriere ich allerdings nicht, sondern notiere mir die Anmerkungen, die ich für kommende Veröffentlichungen berücksichtigen möchte.

Elenor Avelle
Ob ich gegen Kritik gewappnet bin, hängt von meiner Tagesform ab. Ich versuche mich anhaltend zu konditionieren destruktiven Einflüssen aus dem Weg zu gehen und mich auf die Menschen zu konzentrieren, die ehrlich und verständig agieren. Das klappt nicht immer, wie die meisten Dinge im Leben. Dann gestehe ich mir auch mal zu traurig zu sein, um das Gefühl der Betroffenheit wieder loszuwerden. Wichtig ist, darauf zu achten, was einem gut tut und was nicht.

Jana Jeworreck
Aus oben genannten Gründen prüfe ich in der Tat inzwischen genau, wem ich was gebe. Allerdings habe ich zugleich noch nicht den Luxus immer „du ja“ und „du nein“ zu sagen, so kommt es eben schon mal vor, das keine Rezension kommt. Das ist mir aber immer noch lieber, als eine (ungerechte oder ungenauer) Schlechte.

**Autorin des Beitrags ist Maelle

Novizinnen fragen nach: Wie und wo schreibst du? (Anna Weydt)

Nachwuchs-Nornen können bei uns nicht nur reinschnuppern, sondern auch aktiv werden. Beispielsweise mit allerlei Fragen und einem Blogbeitrag. Heute hat Anna Weydt drei Nornen zu ihren Schreibgewohnheiten ausgequetscht. Wie ist das eigentlich so bei euch?

1. Du schreibst gerne, davon gehe ich aus. Aber was denn genau (Genre, Thema, Romane/Kurzgeschichten, …)?

Michelle Janßen
Ich schreibe am liebsten Urban Fantasy, Dystopien und Historienromane. Ich mag es sehr, mein Geschichtsstudium in meine Bücher einzubauen, was bei Historien und Dystopien sehr gut geht.

Eva-Maria Obermann
Da hast du mich schon. Ich probiere vieles aus. Wenn ein Thema mich begeistert, greife ich es auf. Ich fühle mich in der Fantastik sehr wohl, schreibe aber auch an ganz anderen Geschichten, die eher in den Bereich Gegenwartsliteratur passen, und ab und an auch eine Romanze, wobei ich da gerne gegen Klischees vorgehe. Kurzgeschichten und Romane haben ganz unterschiedliche Reize, aber ich arbeite gerne an beiden.

June Is 
Ich schreibe alles. Zumindest bisher. Am liebsten Urban Fantasy und Zwischenmenschliches in Kurzgeschichten (sofern das „kurz“ 20 Normseiten nicht überschreitet). Buchversuche bzw. das Beenden eines Romans scheiterten bisher an meiner Freude für Literaturwettbewerbe, die immer noch ein bisschen Vorrang haben.

2. Kam das Schreiben vor dem Lesen oder hast du dich erst in Geschichten fremder Autoren verloren, bevor du selber welche erfunden hast?

Michelle Janßen
Ich glaube das ging Hand in Hand. Geschichten schreiben hat mir schon immer Spaß gemacht, aber es war meine extreme Leseliebe, die mich auf die Idee gebracht hat, das als mehr als nur ein Hobby zu betrachten.

Eva-Maria Obermann
Beides kam miteinander. Ich habe mir schon immer Geschichten ausgedacht und erzählt. Mit 12 fing ich dann an, Gedichte zu schreiben und Kurzgeschichten, die ersten Romanmanuskripte hab ich später geschrieben. Geschichten von anderen Autoren finde ich immer wieder wichtig. Gute Romane können mich inspirieren, bei anderen denke ich einfach „das kannst du aber besser“ – und auch das ist Antrieb.

June Is
Ich würde sagen: beides gleichzeitig. Ich hatte der Welt seit dem Kindergartenalter viele Geschichten zu erzählen. Ob die das immer alle so interessiert hat, ist eine andere Geschichte.

3. Wie gehst du mit Schreibblockaden um? Hast du ein Patentrezept?

Michelle Janßen
Wenn ich merke, dass es nicht geht, lasse ich das Schreiben fürs erste sein. Wenn ich mich zu sehr pushe, verlängere ich die Blockade nur. Manchmal braucht das Gehirn einfach eine Pause.

Eva-Maria Obermann
Lesen, Ruhen, Haushalt. Beim Lesen komme ich oft auf neue, ganz andere Ideen. Auch das Lesen von Fachliteratur aus der Germanistik hilft mir da. Wenn ich mich ausruhe – und auch der Kopf Pause hat – können unbewusste Denkmuster sich entfalten. Der AHA-Effekt. So ähnlich funktioniert es auch mit dem Haushalt. Eigentlich bin ich in einer stupiden Arbeit gefangen und genau das bringt mir den Moment, wenn mein Hirn auf eine Lösung kommt. Allerdings brauche ich das zum Glück nicht so oft, was man an den Staubmäusen hier zählen kann.

June Is
Noch keine gehabt … kein Witz. Wenn der Flow kurzfristig stoppt, gehe ich chatten oder mache meine Nornenaufgaben. Ich habe auch kein Problem damit, drei Wochen gar nicht zu schreiben.

4. Wo ist dein absoluter Lieblingsplatz zum Schreiben, wenn du gerade nicht Zuhause oder in einem Café bist?

Michelle Janßen
Ich setzte mich gerne im Sommer an den Fluss, der direkt vor meiner Haustür fließt oder in den Wald. Dann schreibe ich natürlich per Hand.

Eva-Maria Obermann
Schwierig, ich schreibe meist zu Hause. Ansonsten bin ich nicht wählerisch. Sobald ich Stift und Papier hab, kann ich loslegen. Ob in der Uni oder im Zug, am Strand oder auf dem Berg, wenn ich die Möglichkeit habe, nutze ich sie.

June Is
An der Spree. Da kann man Berlins Facetten einatmen. Sowohl menschliche als auch Abgase. Hihi.

5. „Ein professioneller Schriftsteller ist ein Autor, der einfach nicht aufgegeben hat“ (Richard Bach) – stimmst du zu?

Michelle Janßen
Definitiv. Man scheitert dauernd, zweifelt an sich selbst, findet alles, was man geschrieben hat scheiße – das ist normal und da muss man durch. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das beim „Professionellen“ endet. Auch Leute, die mehrere Bestseller geschrieben haben, haben noch diese Zweifel. Ein professioneller Schriftsteller ist ein Autor, der an sich glaubt, nicht aufgibt und immer weitermacht, egal was passiert.

Eva-Maria Obermann
Absolut. Es gibt so viele Steine und Hürden. Schreiben muss sich entwickeln, vieles gehört in die Tonne und allein das Überarbeiten des eigenen Textes zeigt, wie wichtig es ist, nicht aufzugeben, nur weil der erste Satz noch nicht perfekt ist.

June
Hm. Teils. Ich denke, es spielen mehrere Faktoren eine Rolle, besonders das Feilen am eigenen Stil. Und die Beobachtung des Marktes. Stil und aktuelle (Lese-)Trends = Professionalität. Ich hoffe, ich habe jetzt kein Geheimnis verraten.

Ist es schwieriger, überzeugende queere Figuren zu schreiben als sich in Aliens und Drachen einzufühlen? Zum PAN Branchentreffen. (Deborah B. Stone)

Ist Fantasy politisch?
Soll sie es sein?
Und will sie es sein?

Dieser und anderer Fragen widmeten wir uns auf dem Branchentreffen der Phantastik-Autor*innen. Zum dritten Mal hatte der PAN (Phantastik-Autoren-Netzwerk E.V.) zu einer mehrtägigen Veranstaltung nach Köln geladen. Vom 19.-21.4. gab es vielfältige Vorträge und Panels mit Titeln wie „Macht und Märchen“,
„Rassismus-Sexismus-Homophobie – welche Verantwortung hat die Phantastik?“ und „Thor war kein Nazi“.

Ich** habe zusätzlich die Workshops  „LSTBIQ-Figuren schreiben“, „Kämpfe in der Phantastik“ und „Crowdfunding“ gewählt.

Im fantastisch Verfremdeten zeitgenössische Machtverhältnisse und Moral zu hinterfragen – das tat vielfach schon das (Kunst-)Märchen und die mythologisierende Malerei und Plastik. Bitterarme Eltern setzen ihre Kinder aus, Zwerg Nase wird lieber Kauffmann als eine (dumme) Gans zu heiraten und Herakles verlässt sich besser auf List als den Segen der Götter. Es gibt also eine lange Tradition der politischen Botschaften in Bezug auf Gesellschaft und Individuum im scheinbar gegenwartsentrückten, harmlosen, ja, kindlich verspielten Gewand.

Informationen, Austausch und Diskussionsrunden gab es für die Teilnehmer des PAN-Branchentreffens (Foto: Deborah B. Stone)

Ist das noch Kunst?

Auch heute bietet die Kunstfreiheit, die im deutschen Grundrecht sogar noch uneingeschränkter Schutz genießt als die Freiheit der Meinungsäußerung, ein großes Potential. Potential zur Kritik bestehender Verhältnisse und zum Entwurf einer Gesellschaft und diverser Identitäten jenseits der etablierten Norm. Doch ein Potential muss genutzt werden, um Wirkung zu entfalten.
Fantasy (und auch gerade Science Fiction) bietet per se einen großen Freiraum für Gesellschaftsentwürfe. Wir Autor*innen müssen uns hier nicht an historische oder zeitgenössische Realitäten halten.
Wir können eine ideale Welt erschaffen, in der Gesellschaft und Individuen frei sind von bestimmten Normen und Zwängen. Utopien erwecken Sehnsucht bei der Leser*in und vielleicht auch Hoffnung. Den Mut, Ideen zu entwickeln und diese auch individuell umzusetzen. Hoffnung ist das Gegenmittel zu Mutlosigkeit und Zynismus, die uns im Alltagstrott mit all seinen kleinen und großen Unrechtsstrukturen verharren lassen.

Die großen Utopien des Sozialismus sind gescheitert, doch die lebbaren Ideen eines Miteinander sind gefragter als je zu vor: Wie wollen wir in unserer Gesellschaft mit anders denkenden, anders glaubenden, anders lebenden, anders aussehenden, anders fühlenden (to be continued…) umgehen? Und: Wer sind eigentlich wir?
Ticken alle Vampire gleich? Sind alle Werwölfe böse und alle Feen gut? Und sprechende Tiere – sind die auch nur Futter?

Oder wir können genau diese Normen, Stereotype und Zwänge überspitzen und dystopische Romane, düstere Visionen der Zukunft entwerfen, die die Leser*in schaudern lassen: Steuern wir auf solch eine Gesellschaft zu? Wollen wir so leben und unseren Kindern/Töchtern so eine Welt hinterlassen? Von der Geburt im Reagenzglas an determiniert und bar jeglicher individueller Freiheit. Totale Überwachung und Optimierungswahn.

Weg vom Stereotyp

Wir Autor*innen können diese Gesellschaftsentwürfe mit Figuren, ja Heldinnen und Helden zu beleben, die mindestens ebenso divers sind wie unsere bestehende Gesellschaft. Weshalb sollten wir, wie gerade auch im phantastischen Film so oft geschehen, Stereotype und Klischees noch überhöhen? Müssen die edlen Elben hellhäutig, die bösen Orkbarbaren dunkelhäutig sein? Was zwingt uns zu dazu, eine hierarchisierte Zweigeschlechtlichkeit auch bei Androiden als selbstverständlich weiterzuschreiben? Hier, im Feld der phantastischen Literatur, bietet sich die einmalige Gelegenheit, vielschichtige Identifikationsfiguren zu schaffen, spannende Identitäten und nicht weniger spannende Beziehungsmodelle.

Neue Welten schaffen und die Stereotype der alten vergessen (Foto: Deborah B. Stone)

Das kann geistreich geschehen wie bei Ursula K. Le Guin, humorvoll wie bei Terry Pratchett oder frech wie bei Astrid Lindgren. Ich selbst hatte meine ersten Berührungen mit Fantasy durch die nordischen und griechischen Mythen aus Frauensicht (Avalon, Troja), nicht zu vergessen die Vielfalt auf dem Planeten Darkover, alle geschrieben von Marion Zimmer-Bradley. Das hat meinen Blick auf androzentrische Geschichte ganz unpädagogisch und phantasievoll geprägt.

Wunderbar auch, wenn die Phantastik ihren Leser*innen Identifikationsfiguren bietet, die sie in den anderen Genres nur wenig finden. Wir haben es in der Feder, sie alle zu erschaffen:

  • Vielfältige Identifikationsfiguren (zum Beispiel in Bezug auf sex, race, class, gender, handicap…)
  • Differenzierte Identitäten
  • Diverse Beziehungsmodelle
  • Sexuelle Bandbreite
  • Variationen innerhalb von Gruppierungen
  • Spannende Welten und Gesellschaften
Wir können natürlich auch reine Abenteuergeschichten mit einer Prise Magie schreiben. Zur Unterhaltung. Zur Weltflucht. Prinz gefunden. Happy End?

Dann jedoch sollte uns bewusst sein, dass wir als Autor*innen und unsere Leser*innen Teil sind eines diskriminierenden Systems.
Wenn wir uns nicht aktiv dagegen entscheiden und dagegen anschreiben, dann sind wir genau die Medien und unsere Leser*innen die Konsument*innen, die weiter Rassismus, Sexismus und Othering betreiben. Unter dem glänzenden Gewand der Historisierung, mit spitzen Ohren, hellhäutigen Feen und düsteren Bösewichten.

Und das, obwohl wir in unserem gewählten Genre alle Möglichkeiten zur Verfügung haben. Und diese Geschichten nicht wie angestaubte historische Abwandlungen oder belehrende zeitgenössische Jugendromane daher kommen. Nein, Fantasy richtet sich in seiner Emotionalität, in seiner Beschäftigung mit Definitionen von Gut und Böse, in seinen archetypischen Figuren direkt an die Seele der Leser*innen. Und hier kann sie Großes zum Keimen bringen.

Traurig deshalb, wenn sich Autor*innen eher zutrauen, sich in Elben, Orks, Drachen oder Cyborgs einzufühlen, als beispielsweise queere Identitäten zu schreiben.
Ist es die Angst, allein durch die Darstellung solcher Figuren Stereotype noch zu verfestigen? Ist es Bequemlichkeit, weil Feen keine empörten Leserinnen-Briefe schreiben oder ihre Buchkäufe einstellen? Sind Fantasy-Autor*innen fauler als andere, weil sie die Recherche oder den Austausch mit realen Menschen scheuen?

Reicht es, einfach die Hautfarbe, das Geschlecht oder die sexuelle Orientierung auszutauschen? Eine Figur mit einem körperlichen oder geistigen Handicap auszustatten?

Es kann ein erster Schritt sein, neue Les- oder Sehgewohnheiten schaffen. Es schöpft das Potential jedoch bei weitem nicht aus und birgt die Gefahr, einfach ein Häkchen unter die Checkliste „Political correctness“ zu machen, ohne an die Substanz, die Inhalte, das Potential der Geschichte zu gehen. Figuren und Verhaltensweisen abseits der Norm als etwas Selbstverständliches darzustellen ist eine schöne Utopie. Schön und etwas flach. Wenn aber das Umfeld und der Weltenbau korrespondieren, wenn es stimmige Reaktionen auf den Austausch gibt, dann wird die Gesellschaft plastisch und differenziert und nur dann findet eine Auseinandersetzung statt – dort, wo es zählt: Bei der Leser*in selbst. Sie leidet und freut sich dann mit der Figur, ist empört, verstört oder stolz.
Und wird dann auch in ihrem Alltag vielleicht ein kleines Bisschen achtsamer und mutiger, entsprechend ihren ganz persönlichen Möglichkeiten.
Das ist nicht die große Politik. Das ist die Macht der Fantasie.

Unsere Norne Deborah B. Stone hat viel mitgenommen beim Branchentreffen des PAN (Foto: Deborah B. Stone)

Fazit

Nutzen wir unser phantastisches Potential!

Mein persönlicher Tiefpunkt bei der Veranstaltung: Die Abwehrhaltung auf die schlichte Frage: „Brauchen wir mehr starke weibliche Figuren?“

Meine persönlichen Highlights: All die diskutierfreudigen Autor*innen, Blogger*innen, Wissenschaftler*innen … – und als ich im Workshop zu „Kampfszenen in der Fantasy“ selbst ein echtes Schwert schwingen durfte.

Und: Als wir zu dem nüchternen Workshop-Thema „Crowdfunding“ in die Piratenlounge traten und auf Rumfässchen platz nehmen durften. Prost!

**Autorin des Beitrags ist Deborah B. Stone

Die großen Nornen-Wanderbuch-Aktion zum Welttag des Buches

Der Welttag des Buches ist für uns Nornen ein besonderer Feiertag. Wir lieben es einfach, Geschichten zu spinnen und auf Papier zu bringen. Dieses besondere Kribbeln, wenn unser neustes Buch das Licht der Welt erblickt, ist einfach unvergleichlich. Für uns hat es auch immer etwas Magisches, vor allem aber sind darin Hoffnung und Möglichkeiten verborgen, unsere Kopfgeburten zu euch zu bringen, den Lesern.

Heute gibt es überall viele Bücher zu gewinnen, manchmal nur mit Kommentar, manchmal mit kleinen Aufgaben. Wir wollten mehr, als nur eine*n Leser*in glücklich machen. Umso schöner, wenn wir am Ende auch erfahren können, wie ihr das Buch gefunden habt und wo Schwachstellen entdeckt worden sind. Darum haben wir eine Aktion geplant, die euch und uns gleichermaßen freuen kann.

Die große Nornen-Wanderbuch-Aktion

Wir schicken einige unserer Nornenbücher auf Wanderschaft. Ihr könnt euch hier einfach bewerben und mitlesen. Die Autorin selbst schickt das Buch los zur ersten Lesestation, ihr habt dann vier Wochen Zeit (wenn es mal länger dauern sollte, kein Problem, aber sagt dann bitte hier oder direkt bei der Autorin Bescheid). Danach schickt ihr das Buch an die nächste Adresse und am Ende wird es wieder zur Autorin geschickt. Beim Lesen dürft ihr anstreichen und kommentieren, kleine Skizzen an den Rand malen oder auch Fragen stellen. Macht dieses Buch zu etwas ganz Besonderem, zu einem gelesenen Buch, in dem jeder die Eindrücke des anderen nachvollziehen kann. Und ja, wir freuen uns auch über Kritik, denn direkte Lesermeinungen bekommen Autoren ja doch selten. Ganz genial ist, wenn ihr nach dem Lesen irgendwo noch eine Rezension verfasst. (Das ist ein Wunsch von uns Autorinnen, aber kein Muss, um mitzumachen.)

Also nochmal in Kurzform:

-hier für das Wanderbuch bewerben, das ihr gerne lesen wollt

-Buch per Post bekommen

-(möglichst) innerhalb von 4 Wochen lesen

-an die nächste Adresse schicken

(-Rezension verfassen)

Außerdem: Bewerbungszeitraum ist ab heute für 14 Tage (bis zum 07.05.2018, 23:59), wir behalten uns vor den Zeitraum für ausgewählte Bücher zu verlängern.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ihr dürft euch gerne für mehrere Wanderbücher bewerben, wenn ihr sicher seid, sie zeitlich einplanen zu können.

Welche Bücher stehen zur Auswahl?

Wir haben eine bunte Sammlung fantastischer Bücher. Von blutigen Zombie-Postapokalypsen zu romantischen Jugendromanen ist für jede*n etwas dabei.

Rabea Blue schickt den ersten Teil ihrer urban Fantasy Reihe Savers – und es gibt sie doch auf Reisen.

Rabea Blue schickt den ersten Teil ihrer urban Fantasy Reihe Savers – und es gibt sie doch auf Reisen. Rabea Blue schickt den ersten Teil ihrer urban Fantasy Reihe Savers – und es gibt sie doch auf Reisen. Rabea Blue schickt den ersten Teil ihrer urban Fantasy Reihe Savers – und es gibt sie doch auf Reisen. Was passiert mit uns nach dem Tod? Einige von uns bekommen die Chance, sich als Schutzengel zu beweisen. Doch auch das ist nicht immer einfach, wie der 16-jährige David erfahren muss…

Absurd-heiter wird es dagegen für alle, die sich für Diandra Linnemanns Andrea die Lüsterne und die lustigen Tentakel des Todes bewerben: „Kann Harzer Käse den Weltuntergang verhindern? Das hat Castingshows gerade noch gefehlt.“

Noch neu bei uns ist Felicity Green, die EICHENWEISEN – Das Geheimnis von Connemara 1 losschicken will. Dunkle und geheimnisvolle keltische Sagen, wilde irische Landschaften und eine verbotene Liebe. Als sie nach einem Unfall Erinnerungen aus einer anderen Zeit hat, macht sich Alice auf die Suche nach der Geschichte, von der sie schon lange ein Teil ist.

Noch neu bei uns ist Felicity Green, die EICHENWEISEN – Das Geheimnis von Connemara 1 losschicken will. Dunkle und geheimnisvolle keltische Sagen, wilde irische Landschaften und eine verbotene Liebe. Als sie nach einem Unfall Erinnerungen aus einer anderen Zeit hat, macht sich Alice auf die Suche nach der Geschichte, von der sie schon lange ein Teil ist.Noch neu bei uns ist Felicity Green, die EICHENWEISEN – Das Geheimnis von Connemara 1 losschicken will. Dunkle und geheimnisvolle keltische Sagen, wilde irische Landschaften und eine verbotene Liebe. Als sie nach einem Unfall Erinnerungen aus einer anderen Zeit hat, macht sich Alice auf die Suche nach der Geschichte, von der sie schon lange ein Teil ist.Noch neu bei uns ist Felicity Green, die EICHENWEISEN – Das Geheimnis von Connemara 1 losschicken will. Dunkle und geheimnisvolle keltische Sagen, wilde irische Landschaften und eine verbotene Liebe. Als sie nach einem Unfall Erinnerungen aus einer anderen Zeit hat, macht sich Alice auf die Suche nach der Geschichte, von der sie schon lange ein Teil ist.

Eine spannende Dystopie können die Leser*innen von Laura Kier bei Perfektion – die Veränderten genießen. Sei eine*r der Ersten, die mehr über die Welt von veränderten und unveränderten Menschen erfahren, deren Kampf ums Überleben von ihrem DNA-Potential abhängt.

Eine spannende Dystopie können die Leser*innen von Laura Kier bei Perfektion – die Veränderten genießen. Sei eine*r der Ersten, die mehr über die Welt von veränderten und unveränderten Menschen erfahren, deren Kampf ums Überleben von ihrem DNA-Potential abhängt.Eine spannende Dystopie können die Leser*innen von Laura Kier bei Perfektion – die Veränderten genießen. Sei eine*r der Ersten, die mehr über die Welt von veränderten und unveränderten Menschen erfahren, deren Kampf ums Überleben von ihrem DNA-Potential abhängt.Eine spannende Dystopie können die Leser*innen von Laura Kier bei Perfektion – die Veränderten genießen. Sei eine*r der Ersten, die mehr über die Welt von veränderten und unveränderten Menschen erfahren, deren Kampf ums Überleben von ihrem DNA-Potential abhängt.

Anna Kleve arbeitet gerade an einem neuen Cover. Es kann also sein, dass euer Wanderbuch ganz anders aussieht, als unser Bild, der Inhalt von Drachenwille ändert sich dadurch aber nicht – Gibt es etwas, für das du in Kauf nehmen würdest alle Menschen, die dir etwas bedeuten zu verlieren und für immer mit dem Schmerz des Verlustes zu leben? Könntest du diese Entscheidung treffen?

Anna Kleve arbeitet gerade an einem neuen Cover. Es kann also sein, dass euer Wanderbuch ganz anders aussieht, als unser Bild, der Inhalt von Drachenwille ändert sich dadurch aber nicht – Gibt es etwas, für das du in Kauf nehmen würdest alle Menschen, die dir etwas bedeuten zu verlieren und für immer mit dem Schmerz des Verlustes zu leben? Könntest du diese Entscheidung treffen?Anna Kleve arbeitet gerade an einem neuen Cover. Es kann also sein, dass euer Wanderbuch ganz anders aussieht, als unser Bild, der Inhalt von Drachenwille ändert sich dadurch aber nicht – Gibt es etwas, für das du in Kauf nehmen würdest alle Menschen, die dir etwas bedeuten zu verlieren und für immer mit dem Schmerz des Verlustes zu leben? Könntest du diese Entscheidung treffen?Anna Kleve arbeitet gerade an einem neuen Cover. Es kann also sein, dass euer Wanderbuch ganz anders aussieht, als unser Bild, der Inhalt von Drachenwille ändert sich dadurch aber nicht – Gibt es etwas, für das du in Kauf nehmen würdest alle Menschen, die dir etwas bedeuten zu verlieren und für immer mit dem Schmerz des Verlustes zu leben? Könntest du diese Entscheidung treffen?

Dreiland von Jana Jeworrek ist für alle Freunde von High Fantasy Epen ein Muss : „Umbra war der Tag und Vel war die Nacht. Ihr unendliches Wirken zeigte sich in Leben und Tod, Feuer und Wasser, Wärme und Kälte. Alles war in zwei Teilen zu erkennen: Jung und Alt, Freude und Leid, Liebe und Hass, Krieg und Frieden. Welches dritte Element sollte es denn da noch geben?“

Wer es lieber blutig und mit Zombies mag, darf sich Elenor Avelles Infziert – Geheime Sehnsucht nicht entgehen lassen. Charlie ist eine der letzten Überlebenden der Menschheit. Mit ihrer Machete kämpft sie gegen Infizierte und Plünderer. Der einzige, der wissen könnte, wieso sie sich nicht ansteckt, ist ein geheimnisvoller Fremder.

Wer es lieber blutig und mit Zombies mag, darf sich Elenor Avelles Infziert – Geheime Sehnsucht nicht entgehen lassen. Charlie ist eine der letzten Überlebenden der Menschheit. Mit ihrer Machete kämpft sie gegen Infizierte und Plünderer. Der einzige, der wissen könnte, wieso sie sich nicht ansteckt, ist ein geheimnisvoller Fremder.Wer es lieber blutig und mit Zombies mag, darf sich Elenor Avelles Infziert – Geheime Sehnsucht nicht entgehen lassen. Charlie ist eine der letzten Überlebenden der Menschheit. Mit ihrer Machete kämpft sie gegen Infizierte und Plünderer. Der einzige, der wissen könnte, wieso sie sich nicht ansteckt, ist ein geheimnisvoller Fremder.Wer es lieber blutig und mit Zombies mag, darf sich Elenor Avelles Infziert – Geheime Sehnsucht nicht entgehen lassen. Charlie ist eine der letzten Überlebenden der Menschheit. Mit ihrer Machete kämpft sie gegen Infizierte und Plünderer. Der einzige, der wissen könnte, wieso sie sich nicht ansteckt, ist ein geheimnisvoller Fremder.

Auch noch frisch im Netz ist Sabine Niedermayr. Sie arbeitet gerade an einer Neuauflage von Engelsmacht, kann also sein, dass euer Wanderbuch ganz anders aussieht, als unser Bild. Doch es geht immer noch um Kate, die mit dem unerwarteten Geständnis ihres besten Freundes eigentlich genug zu tun hat, doch plötzlich steht sie mitten in einer Prophezeiung um den nahenden Weltuntergang. Katastrophale Naturereignisse und ein rätselhafter Priester stellen sie vor die Aufgabe ihres Lebens.

Auch noch frisch im Netz ist Sabine Niedermayr. Sie arbeitet gerade an einer Neuauflage von Engelsmacht, kann also sein, dass euer Wanderbuch ganz anders aussieht, als unser Bild. Doch es geht immer noch um Kate, die mit dem unerwarteten Geständnis ihres besten Freundes eigentlich genug zu tun hat, doch plötzlich steht sie mitten in einer Prophezeiung um den nahenden Weltuntergang. Katastrophale Naturereignisse und ein rätselhafter Priester stellen sie vor die Aufgabe ihres Lebens.Auch noch frisch im Netz ist Sabine Niedermayr. Sie arbeitet gerade an einer Neuauflage von Engelsmacht, kann also sein, dass euer Wanderbuch ganz anders aussieht, als unser Bild. Doch es geht immer noch um Kate, die mit dem unerwarteten Geständnis ihres besten Freundes eigentlich genug zu tun hat, doch plötzlich steht sie mitten in einer Prophezeiung um den nahenden Weltuntergang. Katastrophale Naturereignisse und ein rätselhafter Priester stellen sie vor die Aufgabe ihres Lebens.Auch noch frisch im Netz ist Sabine Niedermayr. Sie arbeitet gerade an einer Neuauflage von Engelsmacht, kann also sein, dass euer Wanderbuch ganz anders aussieht, als unser Bild. Doch es geht immer noch um Kate, die mit dem unerwarteten Geständnis ihres besten Freundes eigentlich genug zu tun hat, doch plötzlich steht sie mitten in einer Prophezeiung um den nahenden Weltuntergang. Katastrophale Naturereignisse und ein rätselhafter Priester stellen sie vor die Aufgabe ihres Lebens.

Eine romantische urban Fantasygeschichte könnt ihr von Eva-Maria Obermann lesen: Zeitlose – Simeons Rückkehr. Sind es wirklich nur Träume, die Dora in eine andere Zeit führen, in das Leben von Nancea und Simeon? Als sie Simeons Augen in Nathan wiederfindet, gerät ihre ganze Welt ins Wanken. Was ist Wirklichkeit und was Traum?

Eine romantische urban Fantasygeschichte könnt ihr von Eva-Maria Obermann lesen: Zeitlose – Simeons Rückkehr. Sind es wirklich nur Träume, die Dora in eine andere Zeit führen, in das Leben von Nancea und Simeon? Als sie Simeons Augen in Nathan wiederfindet, gerät ihre ganze Welt ins Wanken. Was ist Wirklichkeit und was Traum?Eine romantische urban Fantasygeschichte könnt ihr von Eva-Maria Obermann lesen: Zeitlose – Simeons Rückkehr. Sind es wirklich nur Träume, die Dora in eine andere Zeit führen, in das Leben von Nancea und Simeon? Als sie Simeons Augen in Nathan wiederfindet, gerät ihre ganze Welt ins Wanken. Was ist Wirklichkeit und was Traum?Eine romantische urban Fantasygeschichte könnt ihr von Eva-Maria Obermann lesen: Zeitlose – Simeons Rückkehr. Sind es wirklich nur Träume, die Dora in eine andere Zeit führen, in das Leben von Nancea und Simeon? Als sie Simeons Augen in Nathan wiederfindet, gerät ihre ganze Welt ins Wanken. Was ist Wirklichkeit und was Traum?

Ein fantastisches Jugendbuch gibt es von Lara Lorenz. Wächter der Magie – der Weise Stein handelt von Mel, die einfach nur normal sein möchte. Aber das ist schwierig, wenn man von einem Elf verfolgt wird und Frösche sich auf dem Schreibtisch neben den Hausaufgaben materialisieren.

Paula Rooses Drachenschuld darf auch auf Reisen: Ira steht vor der Erfüllung ihres Traumes. Doch sie vermasselt es, und gerät auf der Suche nach Wiedergutmachung in einen Drachenbann. Vom bösartigen Zauber befallen, ist sie zu jedem Opfer bereit – bis sie selbst zum Opfer wird.

Paula Rooses Drachenschuld darf auch auf Reisen: Ira steht vor der Erfüllung ihres Traumes. Doch sie vermasselt es, und gerät auf der Suche nach Wiedergutmachung in einen Drachenbann. Vom bösartigen Zauber befallen, ist sie zu jedem Opfer bereit – bis sie selbst zum Opfer wird.Paula Rooses Drachenschuld darf auch auf Reisen: Ira steht vor der Erfüllung ihres Traumes. Doch sie vermasselt es, und gerät auf der Suche nach Wiedergutmachung in einen Drachenbann. Vom bösartigen Zauber befallen, ist sie zu jedem Opfer bereit – bis sie selbst zum Opfer wird.Paula Rooses Drachenschuld darf auch auf Reisen: Ira steht vor der Erfüllung ihres Traumes. Doch sie vermasselt es, und gerät auf der Suche nach Wiedergutmachung in einen Drachenbann. Vom bösartigen Zauber befallen, ist sie zu jedem Opfer bereit – bis sie selbst zum Opfer wird.

Auch verschnürt wird Siiri Saunders

Filíns Reise, ein bildgewaltiges High-Fantasy-Abenteuer in einer sehr natürliche Welt. Ein Feenelf, ein Menschenmädchen und ein kniehoher Marienkäfer sind gezwungen, dem Bösen die Stirn zu bieten und könnten sich dabei nicht uneiniger sein, aber ihre Welten sind eng miteinander verbunden. Zu eng.

Novizinnen fragen nach: Neun Fragen an die Nornen (Grumpy Moon)

Jeder kennt heutzutage die römische Mythologie, nach deren Göttern die Planeten und Asteroiden unseres Sonnensystems benannt sind – da wären unter anderem der größte Planet und Göttervater Jupiter, der am weitesten entfernte Planet und Gott der Unterwelt Pluto, und die Nachbarin der Erde sowie Liebesgöttin Venus. Selbiges gilt für das griechische Gegenstück mit ebenfalls bekannten Namen wie Zeus, Hades und Aphrodite. Aber wie viele Menschen kennen im Vergleich dazu eigentlich Urd, Verdandi und Skuld?

Die Nornen

Die Rede ist von den Nornen, Schicksalsgöttinnen der nordischen Mythologie, die mich** persönlich mehr fasziniert als ihre römischen und griechischen Pendants, und jene Faszination spiegelt sich unter anderem in meinen eigenen Romanen wider. Auch die Nornen kommen in abgewandelter Form darin vor, und umso mehr hat es mich begeistert, auf meiner Suche nach einem geeigneten Autorenclub von der Existenz des Nornennetzes zu erfahren, einer Vereinigung von mittlerweile über 70 Fantasy-Autorinnen, die sich unter anderem für die Gleichberechtigung weiblicher Schriftsteller auf dem Arbeitsmarkt einsetzen und mit Ständen auf verschiedenen Buchmessen vertreten sind.

Auf dem Weg, selbst eine Norne zu werden – hätte nie gedacht, dass ich das einmal sagen würde! –, durfte ich letztens die Gelegenheit wahrnehmen, drei Autorinnen, die die sinnbildliche Aufnahmeprüfung bereits bestanden haben, nach ihren persönlichen Ansichten und Erfahrungen zu befragen. Da es für mich das erste Mal ist, dass ich in Bezug auf mein liebstes Hobby von so vielen Gleichgesinnten umgeben bin, hat mich in erster Linie deren Autoren-Werdegang interessiert. Es folgen neun Fragen an die Nornen, in guter alter Nornen-Tradition sowohl über ihre Vergangenheit als auch ihre Gegenwart und die Zukunft!

Die Geschichte des Namens

Wie es häufig bei Sängern, Schauspielern und anderen Künstlern der Fall ist, zieht auch der eine oder andere Autor es vor, seine Werke nicht unter dem Namen zu veröffentlichen, der in seiner Geburtsurkunde steht. Nicht wenige – mich eingeschlossen – tendieren dazu, ein Pseudonym zu wählen, und die Gründe dafür sind so vielfältig wie diese Pseudonyme an sich. Ich habe Evanesca, Stella Delaney und Luna Grace dazu befragt. Erstere erzählte mir eine interessante Geschichte über die Protagonistin eines ihrer früheren Werke, ein Mädchen namens Eva, das in einen Vampir verwandelt und in ein fremdes Land verschleppt wird, wo sie den neuen Namen Evanesca annimmt (»Die Verschwundene« auf Latein). Unzufrieden mit der Qualität ihrer Idee, hat die Autorin jene Geschichte nie ausgebaut, benutzt allerdings seither den Namen der Protagonistin als Pseudonym – wenn auch nur auf bestimmten Internet-Plattformen. Ihre Bücher veröffentlicht sie unter ihrem echten Namen, da ihr ein Pseudonym zu viel Aufwand und im Gegenzug keine nennenswerten Vorteile bringen würde.

Ganz anders sieht das Luna Grace (Sienna Morean), auch bekannt als Luna Skye, Grace Mortis, oder, wie ich persönlich sie nenne, »der andere Mond«. Der Grund für diese vielen verschiedenen Decknamen sind die verschiedenen Genres, in denen sie schreibt, aber auch sie hat beschlossen, sich in absehbarer Zukunft auf ein einziges Pseudonym festzulegen. Unter ihrem richtigen Namen möchte sie keine Geschichten veröffentlichen – etwas, das ich persönlich sehr gut nachvollziehen kann, da ich nicht gerade darauf brenne, als Autorin von allen wiedererkannt zu werden, die schon meine (etwas peinlichen) früheren Werke ertragen mussten… äh, genießen durften!

Stella Delaney geht den Mittelweg, indem sie sich einen Namen ausgesucht hat, der zwar nicht in ihrer Geburtsurkunde steht, jenem Namen aber doch sehr ähnelt und ihn im Alltag quasi ersetzt hat. Als Stella stellt sie sich vor, sowohl im wirklichen Leben als auch im Internet, ihre Freunde nennen sie so, und auch ihre Bücher verkaufen sich unter diesem Namen. Obwohl ihr ehemaliger bester Freund der Meinung war, dass der Name aufgrund seiner Bedeutung (»Stern«) gut zu ihr passt, war das nicht der Grund für ihre Wahl; in erster Linie wollte sie etwas, das natürlich klingt, noch nicht vergeben ist und auf mehreren Sprachen funktioniert, und diese Kriterien erfüllt ihr Autorenname auf jeden Fall.

Die Geschichte des Schreibens

Nachdem die Frage nach dem Künstlernamen geklärt war, wollte ich natürlich auch erfahren, wie, wann und warum man denn zum Verfassen originaler Geschichten kommt, denn bisher kenne ich nur meine eigene Geschichte, und die ist wirklich nicht sehr spannend; ich schreibe, seit ich schreiben kann, und davor habe ich meine Ideen aufgemalt. So gesehen gab es bei mir nie wirklich einen Punkt, an dem alles angefangen hat, es gehört einfach schon seit Anbeginn meines Lebens zu mir, und lange dachte ich, dass das bei den meisten Autoren so wäre. Weit gefehlt – während meiner Interviews bekam ich in dieser Hinsicht tatsächlich kein einziges Mal einen Spiegel vorgesetzt.

Während manch eine sich schon als Kleinkind Geschichten für Geschwister und Klassenkameraden ausgedacht, diese aber erst sehr viel später niedergeschrieben hat, versuchte sich eine andere zunächst an Fanfiktion und »zusammenplagiierten Bestandteilen der von [ihr] konsumierten Serien in Romanform«, bevor sie auf der Schwelle der Pubertät erstmals zu wirklich eigenen Projekten überging, und wieder andere entdeckten dieses Hobby erst in ihren Zwanzigern für sich. Daran zeigt sich, so unterschiedlich wie ihre Geschichten sind auch die Autorinnen, sei es nun das Gefallen am Erzählen selbst oder das Kennenlernen und Austesten eigener Fähigkeiten, das sie zum Schreiben motiviert, oder auch die eigene introvertierte Natur und das damit verbundene Streben, sich mit sich selbst zu beschäftigen, statt »draußen zu spielen«.

Eines haben sie allerdings alle gemeinsam: Der Umgang mit eigenen Geschichten, ob nun in geschriebener oder erzählter Form, ist mittlerweile ein fester Bestandteil ihres Lebens, und damit verbunden auch der Wunsch, die eigenen Werke zu veröffentlichen, denn »mehr als schiefgehen kann es ja nicht«. Aber hat man dafür neben seinen alltäglichen Pflichten überhaupt noch Zeit?

Der alte Hut von Hobby versus Pflichten, und wie man alles unter ihm vereint

»Wie findest du neben Beruf, Familie, etc. eigentlich noch Zeit zu schreiben?« Eine Frage, die ich nur sehr selten gestellt bekomme, denn die meisten meiner Bekannten wissen, dass ich gerne zuhause bleibe (statt auf Partys zu gehen), noch keine Familie gegründet habe (und auch nicht plane, das nachzuholen), und meine Tätigkeit als Autorin als meinen Hauptberuf betrachte (auch wenn sie mir momentan wesentlich weniger Geld einbringt als den halben Tag so zu tun, als wäre ich jemand anderes).

Aber nicht allen, die gerne schreiben, bleibt am Ende des Tages noch so viel Zeit dafür übrig wie mir, denn besonders Stella hat in dieser Hinsicht in erster Linie mit ihrem sehr anspruchsvollen Brotjob zu kämpfen, während Luna nebenher noch ein kleines Kind versorgen muss. Evanesca hat das Glück, sich als Selbstständige ihre Zeit frei einteilen zu können, daher sagt sie: »Schreiben geht immer!« Letzten Endes muss jeder selbst zusehen, wie er all seine Pflichten unter einen Hut bekommt, und daran ändert sich auch nichts, wenn man als Norne das Schicksal selbst in der Hand hält. Wie schön es da manchmal wäre, einfach für ein paar Stunden in eine Phantasie-Welt abzutauchen!

Fantasy-Literatur…

… ist so etwas wie ein Aufnahmekriterium des Nornennetzes, aber nicht unbedingt. Auf meine Frage, welche anderen Genres sie noch bedient, beichtete mir Stella, dass Fantasy für sie im Grunde nur Nebensache ist, weswegen sie anfangs nicht sicher war, ob die Nornen sie akzeptieren würden. Ihre primären Genres sind nämlich »Mystery, Suspense, Dystopie und Krimi, kombiniert mit Queer-Romance-Elementen«, und damit ist sie nicht alleine. Auch Evanesca schreibt gerne dystopische Romane, dazu Science-Fiction und, wie sie es nennt, »exotische Untergenres« wie Garbagepunk und Arcanepunk. (»Exotisch« passt auf jeden Fall, denn ich musste diese Begriffe erst einmal nachschlagen, wie ich zu meiner Schande gestehen muss.) Luna hingegen ist, wenn sie sich nicht gerade in ihren Phantasie-Welten herumtreibt, gerne in Liebesstimmung und schreibt in verschiedenen Bereichen der Romantik, allerdings auch Thriller. Und wie kommt man nun auf die Idee, sich mit solchen Kombinationen ausgerechnet bei den Nornen zu bewerben?

Wie wird man Norne?

Hauptsächlich, indem man durch Freunde oder Social-Media-Plattformen darauf aufmerksam wird und sich dann bewirbt. Eines davon oder sogar beides trifft jedenfalls auf jede meiner drei Interview-Partnerinnen zu, und auch auf mich selbst. Evanesca war sogar (fast) von Anfang an dabei, kam bereits kurz nach der Gründung hinzu, und hat mit dafür gestimmt, dem Autorinnenverband eben jenen Namen zu geben, den er heute noch verwendet.

Und was ist eine Norne denn nun?

Auch das wollte ich genauer wissen, oder besser gesagt: Wussten sie bereits, was die Nornen in der nordischen Mythologie sind, bevor sie selbst welche wurden? Auch hierzu gab es unterschiedliche und dennoch ähnliche Antworten: Evanesca kannte die griechischen Schicksalsgöttinnen, die Moiren, Stella deren römisches Gegenstück, die Parzen, und beide hatten von Nornen zumindest schon einmal etwas gehört. Nur Luna musste sich erst einmal im Internet informieren, da sie sich davor nicht besonders viel mit Mythologie beschäftigt hatte, aber auch sie findet die Bezeichnung sehr passend. Und wie könnte es auch anders sein? Autorinnen sind schließlich selbst nichts anderes als »Schicksalsgöttinnen der erschaffenen Welt, die die Geschicke der Figuren lenken«, wie Stella es wunderbar anschaulich auf den Punkt bringt. So weit, so gut.

Ja, aber hat man als Norne wirklich mehr Chancen, ein Buch rauszubringen?

Wahrscheinlich nicht. Wie bei anderen Autoren auch, ist das Schicksal, über das sie bestimmen, schließlich nur das ihrer Charaktere, nicht zwangsläufig ihr eigenes. Nornen mögen in anderen Mythologien anders heißen, sind aber dennoch stets weiblich, und das ist für manche Verlage oder Agenturen selbst heute noch ein Problem – eines, dessen die Nornen sich bewusst annehmen. »Solange im Vordergrund keine Liebesgeschichte steht, werden Frauen in der Fantastik oft nicht ernst genommen«, heißt es auf der Website, und obwohl – oder gerade weil – ich selbst mit derartiger Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt der Autoren noch keine Erfahrungen gemacht habe (was auch kaum möglich ist, wenn nur die wenigsten Verleger einem verraten, warum sie das Manuskript ablehnen), wollte ich wissen, wie es diesbezüglich bei den anderen aussieht.

Evanesca kann das, was auf der Website geschrieben steht, leider nur bestätigen: Als sie einem Bekannten von ihrem Hobby erzählte, ging dieser doch tatsächlich wie selbstverständlich davon aus, dass sie »etwas mit Liebe« schreiben müsse – dabei war mitunter das Erste, was ich über Evanesca erfahren habe, dass Romantik gerade nicht ihr Ding ist, auch wenn es in untergeordneter Form natürlich dennoch in ihren Werken vorkommen kann. Aber wie es scheint, herrscht im Großen und Ganzen die Meinung vor, dass »Männer das richtige Zeug [schreiben], Frauen schreiben Schmonzetten«.

Unter »richtiges Zeug« scheint auch alles zu fallen, was irgendwie mit Männern an sich zu tun hat, denn laut Stella, die unter anderem Gay Romance schreibt, wird weiblichen Autoren nicht zugetraut, dieses Genre glaubhaft darzustellen, oder männliche Figuren im Allgemeinen. Im Gegenzug seien Männer als Autoren »typisch weiblicher« Literatur nicht gerne gesehen und dazu angehalten, sich ein Pseudonym des anderen Geschlechts zuzulegen, wie auch Frauen, die Thriller schreiben. Der Sexismus macht also auch vor den Herren der Schöpfung nicht Halt. Als hätte man(/frau) als Autor(in) nicht ohnehin schon genügend Probleme…

Das Frustrierendste am Autoren-Dasein

Es beginnt mit Schreibblockaden oder einem akuten Mangel an Ideen und geht über das schwierige Zeitmanagement bis hin zu der unumstößlichen Tatsache, dass Schriftsteller (wenn sie nicht gerade Rowling heißen) nicht die allerbesten Chancen haben, mit ihrer Leidenschaft ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Oftmals ist das geregelte Einkommen vom Brotjob abhängig, den man nicht selten weder so gerne noch so gut macht, und der wiederum die Zeit einschränkt, die man mit seiner wahren Berufung verbringen darf… zumal man sich auch nicht zu jedem beliebigen Zeitpunkt einfach hinsetzen und auf Kommando produktiv sein kann.

Das Schreiben ist ein Job wie jeder andere, auch wenn er von außen oft nicht als solcher wahrgenommen wird, da die meisten von uns ihn in ihrer Freizeit ausüben. Dann gibt es natürlich noch den inneren Kritiker, eine böse Zunge, »die nichts gut findet und immer meint, dass es sowieso nur Zeitverschwendung ist« (Stella). Wer kennt sie nicht? Und sollte sie einmal nichts mehr zu melden haben, weicht sie schnell der Unzufriedenheit von Agenturen und Verlagen, die leider auch noch ein Wörtchen mitzureden haben, und auf deren Absagen man noch dazu viel zu lange warten muss.

Das Autorenleben ist also definitiv nichts für die Ungeduldigen. Seien es brauchbare Ideen, Rückmeldungen von außen oder der Erfolg, auch nachdem man bereits etwas veröffentlicht hat – auf alles muss man warten, und das kann sehr frustrierend sein. Wir haben hier also ein Hobby, das sehr anstrengend ist, Geduld erfordert und sich am Ende womöglich nicht einmal auszahlt. Lohnt es sich demnach überhaupt, Autor zu werden?

Der richtige Garn, um sein Schicksal zu weben

Es lohnt sich – aber nur, wenn man weiß, worauf man sich einlässt, und sich dennoch bewusst dafür entscheidet. Autor zu sein »ist wie ein laufender Prozess, der niemals endet«, sagt Luna, denn ständig lernt man dazu, bildet sich weiter. Deswegen rät sie zukünftigen Autoren, klein anzufangen und seine Ziele anfangs nicht zu hoch zu stecken, um zu verhindern, dass man letztendlich »doch kein Autor mehr sein möchte, weil mehr zu tun ist als angenommen«. Da ist sie also wieder – die Geduld.

»Never give up!«, lautet Stellas Devise, denn auch wenn es manchmal noch so unmöglich scheint, den inneren Schweinehund und all die anderen Hindernisse zu überwinden, fühlt es sich doch umso besser an, wenn dabei eines Tages etwas Vorzeigbares herauskommt, worauf man stolz zurückblicken kann. Denn das Durchhaltevermögen, so Evanesca, »unterscheidet am Ende die, die gern ein Buch schreiben würden, und die, die es geschafft haben«.

**Autorin des Beitrags ist Grumpy Moon

Novizinnen fragen nach: Mareike Oikil interviewt Myna Kaltschnee und Elenor Avelle

Als frisch gebackene Novizin des Nornennetzes haben nicht nur die vielfältigen Aktionen und Themen mein** Herz vor Aufregung schneller schlagen lassen, sondern auch die Anzahl der Mitglieder in dem Netzwerk aus Fantastik-Autorinnen. Während ich einige bereits aus sozialen Netzwerken und Schreibforen zumindest vom Namen her kannte, gab es jede Menge neue Bekanntschaften. Um ein paar von ihnen näher kennenzulernen, durfte ich Interviews mit ihnen zu ihren Erfahrungen im Nornennetz durchführen – und sie damit hier vorzustellen. Geantwortet haben mir Elenor Avelle und Myna Kaltschnee.

Wie lange bist du schon beim Nornennetz dabei und wie bist du auf das Netzwerk aufmerksam geworden?

Elenor: Ich bin von Beginn an dabei, eine der sogenannten „Hohen Schwestern“, wie hier die Gründerinnen mit einem Augenzwinkern genannt werden. Nike Leonhard kam im Mai 2017 bei Twitter auf die Idee, dass ein Netzwerk für Autorinnen aus dem Bereich Fantastik eine Lücke im Literaturbetrieb schließen könnte und wir dachten uns dann, warum lange fackeln.

Myna: Ich bin im Frühjahr 2017, kurz nach der Gründung des Netzwerks, zum Nornennetz gestoßen. Ich hatte auf Twitter davon gelesen und war sofort neugierig.

Was waren deine Erwartungen an das Netzwerk? Und wenn du auf deine Erfahrungen zurückblickst, haben sie sich erfüllt?

Elenor: Ich habe mir eine Gruppe Gleichgesinnter gewünscht, mit denen ich gemeinsam geniale Projekte auf die Beine stellen kann. Der Autorenberuf selbst ist ja schon nicht gerade einfach, was die Anerkennung der Arbeitsleistung angeht, so wie die meisten künstlerischen Berufe, aber als Frau ist es gleich doppelt schwer. Eine Gemeinschaft mit denselben Zielen ist ein Sicherheitsnetz. Besonders schön am Nornennetz finde ich die Möglichkeit meine persönlichen Stärken einbringen zu können. Wir wollen einander stärken, so unterschiedlich wie wir sind, was nicht immer einfach ist. Ich bin sehr zufrieden mit der Entwicklung des Netzwerks.

Myna: Ich wollte neue Kontakte knüpfen und mich mit Gleichgesinnten austauschen können. Tatsächlich konnte ich einige Kontakte festigen und neue Leute kennenlernen.

Füllst du eine bestimmte Rolle im Netzwerk aus? Wie sieht diese aus?

Elenor: Ich habe mehrere Rollen. Das Netzwerk gibt es ja noch kein Jahr, aber strukturell haben wir schon ungemein viel auf die Beine gestellt, dadurch ist es noch wichtig, überall auszuhelfen, wo Lücken sind. Momentan bin ich im Grafikteam, Mediatorin und Discordorganisator. Und LBM-bastelwahnsinnig.

Myna: Nein, ich bin eine ganz normale Schwester und beteilige mich lediglich an manchen Aktionen. Den LBM-Stand habe ich z. B. finanziell unterstützt und auch beim Drabble-Adventskalender war ich mit dabei.

Hat dich das Netzwerk als Autorin bereits weitergebracht? Also, hängen konkrete Fortschritte bei deinen Projekten damit zusammen?

Elenor: Das Netzwerk hilft mir bei meinen Schreibprojekten nicht. Das geht anderen anders, weil sie diese Unterstützung wollen. Ich nutze sie eher, um über den Tellerrand zu schauen und hinter meinem Computer hervorzukommen. Das ist das Schöne am Netzwerk, jeder holt sich an der Stelle Unterstützung, wo sie gebraucht wird, und gibt etwas anderes zurück.

Myna: Ja, ich konnte kürzere Texte (Drabbles, Kurzgeschichte) bereits auf der Homepage des Nornennetzes veröffentlichen. Das hat meine Bekanntheit etwas gesteigert, was ja immer gut ist.

Wie wichtig ist dir der Grundgedanke des Netzwerkes, Frauen in der Fantasy stärker hervorzuheben und sich gegenseitig zu unterstützen? Wie empfindest du den Geschlechteranteil in dem Genre?

Elenor: Nachdem Autorinnen in meinem Genrebereich Postapokalypse / Sci-Fi immer noch empfohlen wird, sich ein männliches Pseudonym zuzulegen, um erfolgreich zu sein, stehen sie als ernstzunehmende Schriftsteller mit Know-how ungerechtfertigter Weise nicht auf der selben Stufe, wie ihre männlichen Kollegen. Denkstrukturen ändern sich leider nur langsam und unsere Gesellschaft hängt immer noch den alten Rollenbildern hinterher. Verstecken und erdulden kann da nicht der Plan sein. Nur wer sich bemerkbar macht, wird gehört. Wir machen das so lange, bis das Geschlecht keine Rolle mehr spielt, weil es das Richtige ist.

Myna: Ich finde das sehr gut. Ich meine, sogar J. K. Rowling musste ihr Geschlecht verstecken, weil der Verlag glaubte, ein Fantasybuch einer Frau würde sich nicht so gut verkaufen. Da wird es doch Zeit, dass Fantasyautorinnen sich zusammentun und sich gegenseitig unterstützen.

Vielen Dank an die beiden für das interessante Interview!

**Dieses Interview führte Mareike Oikil, Novizin des Nornennetzes