Fragefreitag: Welches Wintermärchen ist euer liebstes?

Die Tage werden kürzer und Nebel wallt über die Felder, Schneeflocken gleiten leise herab und hüllen die Welt in Stille. Zu dieser Jahreszeit sind uns die meisten Märchen präsenter, als im Sommer. Liegt es daran, dass wir uns eher in der kalten Jahreszeit – eingekuschelt in eine dicke Decke – den Märchen zuwenden? Und welche Märchen sind das dann? Verratet uns eurer liebstes Wintermärchen im #Nornenfragefreitag.

Ela Schnittke: „Die Schneekönigin“ ist mein absoluter Favorit unter den eisigen Märchen. Ich liebe die Eiswelt und die „böse“ Königin, obwohl wenn ich Anne Zandts Antwort lese, muss ich ihr Recht geben: „Abenteuer im Zauberwald“ ist auch wirklich witzig oder „Der Hirsch mit dem goldenen Geweih“ – ich liebe die Hexe Baba Jaga 😀

June Is:  Fjodor M. Dostojewski: Weiße Nächte.

Britta Redweik: Frau Holle. Ist kein traditionelles Wintermärchen wie die Schneekönigin, aber … sie lässt es schneien. Den Gedanken, nur das Bett auszuschütteln, und schon kann man Schneemänner bauen, gefiel mir schon als Kind gut.

Katherina Ushachov aka Evanesca: Als Kind liebte ich „Ein Sack mit Äpfeln“ – allerdings war ich felsenfest überzeugt, es gäbe von dem Märchen eine Winterversion, bei der Väterchen Frost dem Hasen hilft. Die existiert allerdings offenbar nur in der Fantasie meiner Eltern, die es mir manchmal so erzählt haben … 😀

Diandra Linnemann: Mein liebstes Wintermärchen … ich glaube, das Sterntaler-Märchen. Weiß gar nicht, ob das wirklich im Winter spielt, oder ob mir nur immer kalt ist, wenn ich das lese.

Jule Reichert: Das ist eindeutig die Schneekönigin. Schon als Kind fand ich es beeindruckend, denn es hatte nichts mit Prinzessinnen zu tun, nichts mit Liebe oder einer wunderschönen Frau, die gerettet werden muss. Nein, es geht um ein Mädchen, dass sich auf macht, ihren besten Freund zu retten.

Barbara Weiß: Das Mädchen mit den Schwefelhölzern – das ist eine wunderbar traurige Geschichte, bei der man direkt fröstelt.

Felicity Green: Ich habe schon immer die Schneekönigin geliebt, weil ich als kleines Kind mal eine Aufführung gesehen habe.

Anne Zandt: Hmm … ich schwanke zwischen die Schneekönigin und dem russischen Märchenfilm „Abenteuer im Zauberwald“, Väterchen Frost ist darin einfach so herrlich schräg …

Deborah B. Stone: „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ – die Szenen im Schnee sind einfach toll und stimmungsvoll! Und seit neuerem „Frozen“ – Schwesternliebe erlöst – und für manches lohnt es sich zu schmelzen. Und nicht vergessen: „Gelber Schnee – nee!“

Anne Granert: „Drei Haselnüsse…“ – unnachahmlich, ich liebe es.

Fragefreitag: Wenn du mit einem Vampir/ einer Vampirin frühstücken gehen würdest, was würdest du ihn oder sie fragen?

Zugegeben, terminieren wir das Frühstück zum Zeitpunkt gleißend aufgehender Sonne, würde sich wohl schwerlich ein Vampir oder eine Vampirin zu uns gesellen. Aber einen Kaffee kann er oder sie sicherlich gebrauchen. Oder doch nur Blut? Wie sieht es überhaupt aus mit einer deftigen Mahlzeit? Ist das was für die Vampir-Verdauung? Mit solchen Grübeleien haben wir uns herumgeschlagen. Fallen euch auch noch Fragen ein, die ihr dem Vampir oder der Vampirin stellen würdet? Oder gar Antworten? (Woher auch immer ihr die dann wisst, bleibt offen). Verratet es uns im #Nornenfragefreitag.

Maelle: Schmeckt Blut eigentlich gut gekühlt besser oder körperwarm?

Ela Schnittke: Ich würde wissen wollen, was er alles schon erlebt hat, wen er in seinem Leben getroffen hat, ob Vampire noch jagen oder sich mittels Blutbanken ernährt und ob sie vorhaben, sich jemals zeigen zu wollen, da ich denke, die Menschen würden ihnen nicht mehr mit Angst begegnen, allgemein warum sie sich verstecken.

June Is:  Vampire und Frühstück? Frühstücken die MICH?

Britta Redweik: Moment, mein Frühstück, also sein Abendessen? Oder umgekehrt? Puh, bin ich froh, dass ich anämisch bin, ich stehe so wohl nicht auf dem Speiseplan. … Ich würde ihn fragen, ob es nachts so alleine einsam ist. Wer weiß, vielleicht wäre das Leben auf seine Art für meine Sonnenallergie ja eine gute Alternative?

Katherina Ushachov aka Evanesca: Meine Vampire frühstücken nicht… 😀 Aber ihnen sollte ich sowieso lieber nicht unter die Augen treten, die bringen mich um, weil ich ihnen böse Dinge antue.

Diandra Linnemann: „Warum bist du noch auf?“ ^^ Hmm, überlegen … wahrscheinlich würde mich am ehesten interessieren, ob Vampire überhaupt noch Kaffee trinken können. Das würde meine Karrierewahl nämlich signifikant beeinflussen.

Jule Reichert: Das kommt auf den Vampir an. Mir fallen da ein paar ein, mit denen würde ich lieber nicht frühstücken gehen wollen. Und eine Smalltalkniete bin ich auch noch. Das würde wahrscheinlich in betretenem Schweigen enden, während ich Kaffee und Obst in mich reinstopfe und der arme Vampir dabei zuschauen muss, weil der nichts „normales“ essen kann, ohne es wieder auszukotzen.

Eleonore Laubenstein: Generell gehe ich an so etwas mit wissenschaftlicher Neugier heran. Erstmal beobachten, und dann offene Fragen zu Essgewohnheiten stellen, die vermitteln, dass ich ehrlich interessiert bin und keine Wertung seinem Lifestyle gegenüber habe 😀 und ich würde mir wahrscheinlich eine ganze Menge Notizen machen – das ist 1A-Recherchematerial, an das ich sonst nie wieder drankomme.

Jasmin Engel: Wenn der Vampir selbst nichts frühstückt, außer einem Kaffee vielleicht, würde ich mir wahrscheinlich ständig nervös am Hals herumfingern und keine Frage heraus bekommen.

Anne Granert: Ich denke, aus Recherchegründen würde ich tatsächlich nach seinem ganz alltäglichen Tagesablauf fragen. Duscht er oder sie? Kaffee oder Blut? Kälteempfinden? Gesichtscreme? Staubsauger oder Wischmopp? Vitamin-D Supplemente? Wann trifft man sich mit Freunden? Und es scheinen ja auch viele Aktivitäten wie Theater, Museum oder Jahrmarkt wegzufallen. Oder hat sowas nachts geöffnet? Gibt es eine nächtliche Vampir-Kultur?

Fragefreitag: Machst du beim NaNoWriMo mit? Hast du Tipps, wie man den Endspurt erfolgreich schafft?

Der November neigt sich dem Ende zu und fast 4000 Autorinnen und Autoren haben bislang mehr als 60.000.000 Wörter geschrieben (laut NaNoWriMo.org). Habt ihr schon einmal teilgenommen? Was hat euch dazu bewegt? Nun ist der Monat schon fast rum und wir brauchen dringend Tipps, wie man bis zum Ende durchhält. Verratet es uns unter dem Hashtag #Nornenfragefreitag. Oder erzählt es uns persönlich an unserem Stand 127 auf der BuchBerlin.Autoren Urlaub

Maelle: Ich bin zum zweiten Mal dabei und sehr motiviert. Ich habe zwei Wochen im Oktober nur einzelne Kapitel oder Szenen vorgeplottet, damit damit ich weiß, was ich schreiben soll. Das hilft ungemein.

Diandra Linnemann: Der November ist traditionell so voller Termine, Geburtstage und Vor- und Nachbereitungen, dass ich ausgerechnet jetzt keine Zeit dafür habe. Und in diesem Jahr habe ich am 01.11. das dritte Buch für 2018 veröffentlicht, da habe ich mir einen ruhigen Monat ehrlich verdient. Den Beweis, dass ich ein Manuskript von dieser Länge innerhalb von drei Monaten schreiben und überarbeiten kann, habe ich zur Genüge erbracht. ^^

Katharina RauhJa, aber ich bin sehr, sehr weit zurück mit meinem Wordcount.

Ela Schnittke: Ja, weil es mir leichter fällt, mir einen Schreibmonat frei zu räumen, als jeden Tag Zeit zum Schreiben zu finden. Allerdings gehe ich die Sache dennoch entspannt an. Ich schreibe – das ist die Hauptsache, wenn nicht 50000 Wörter dabei rumkommen, ist das auch okay. Am meisten hilft mir eigentlich die kleinen Helfer der monstermotivation. Es ist vielleicht albern, aber wenn meine Monster hungern, treibt mich das viel mehr an, zu schreiben, als wenn ich mir alleine in den Arsch treten müsste.

Deborah B. Stone: Nicht direkt – ich hatte noch ein anderes Projekt. Aber ich schreibe jeden Tag mind. 2x 500 Wörter, also auch ein Wordcount.

Anne Zandt: Nein, weil ich weiß, dass ich nicht diszipliniert genug dafür bin. Außerdem ist November immer der Monat, in dem ich meinen Adventskalender vorbereiten muss …

June Is: Ja, aber ich bin kein Wettbewerbstyp. Nachdem es einmal klappte und einmal ein Buch ohne Ende herauskam, lasse ich mich beim dritten Mal einfach überraschen 😉

Katherina Ushachov aka Evanesca: Ich mache mit, er motiviert mich unheimlich, meine langen Romane anzugehen. In den Monaten dazwischen schreibe ich meine Kurzromane, aber im NaNo mache ich die längeren Formen. Tipps … Sucht euch eine Truppe. Der NaNo im Tintenzirkel ist großartig, beispielsweise. Alleine vor sich hinwurschteln könnt ihr das ganze restliche Jahr hindurch!

Britta Redweik: Mach ich. Aber um ehrlich zu sein habe ich keine Tipps. Denn ich weiß bis heute nicht, wie ich zwei geschafft habe. Dass ich je einen einzigen Roman auch nur im Draft fertig bekam, erscheint mir bis heute wie ein Traum. Ich mache es einfach so: Morgens hinsetzen und jede klare Sekunde zum Schreiben nehmen. Mit Glück kommt dabei dann genug raus.

Jasmin Engel: Ich habe es ein Mal probiert mit dem NaNoWriMo und gemerkt, dass es nichts für mich ist. Mich setzt so etwas eher unter Druck als mich zum mehr Schreiben zu motivieren.

Fragefreitag: Welche bereichernden oder skurrilen Dinge habt ihr bislang auf Buchmessen erlebt und hat euch davon vielleicht sogar etwas zum Schreiben inspiriert?

Dieses Wochenende sind wir mit vielen Autorinnen und noch mehr Büchern auf der BuchBerlin vertreten. Buchmessen sind eine fantastische Welt für sich und jede Besucherin, jeder Besucher erlebt ganz eigene magische Momente. Welche waren eure und haben sie euch vielleicht sogar zum Schreiben inspiriert? Heute wollen wir nicht nur, dass ihr es uns unter dem Hashtag #Nornenfragefreitag verratet. Wir würden uns auch sehr über einen persönlichen Austausch mit uns an unserem Stand Nummer 127 freuen. Autoren Urlaub

Maelle: Dass ich andere Autorinnen getroffen habe, die auch schreiben, hat mich darin bestärkt, mit meinem Buchprojekt weiterzumachen. Ich war plötzlich nicht mehr so alleine. Das war ein schönes Gefühl.

Elenor Avelle: Ich war mit 15 Jahren bei einem Praktikum auf den Fachbesuchertagen einer Buchmesse. Manche Dinge vergisst man, diesen Flair habe ich nie vergessen.

Diandra Linnemann: Auf der letzten BuCon bin ich einer lieben Freundin begegnet und habe mir von ihr genau erklären lassen, welche Lesungen ich unbedingt anhören muss. Das war schön – ich habe ihr natürlich gehorcht und dadurch Bücher kennengelernt, die ich gar nicht auf dem Schirm hatte. Und wir hatten so einen Running Gag: Den ganzen Tag über habe ich verkündet: „Und jetzt gehe ich endlich Bücher kaufen!“ … aber es kam immer etwas dazwischen. Schließlich wurde es halb sieben, ehe ich einmal zum Shoppen durch die Halle gehen konnte. Das hat sich dann doch noch gelohnt.

Katharina RauhDer Schneesturm der letzten Leipziger Buchmesse hat das Zeug zum Sci-Fi-Endzeit-Thriller

Ela Schnittke: Bei Buchmessen trifft man so viele tolle Leute, die einen beim Schreiben bestärken und die Ideen von einem toll finden. Buchmessen haben mich sowohl schon mega motiviert, als auch manchmal runtergezogen, da viele meiner Mitautoren einfach schon weiter sind als ich und ich durch zuviel Arbeit und Selbstzweifel mitunter nicht vorankomme.

Deborah B. Stone: Für mich war nach der letzten Buchmesse klar: Ich möchte nicht allein hinter meinem Stand stehen – wie gut, dass ich die Nornen gefunden habe 😉

Anne Zandt: Das skurrilste für mich ist, denke ich, meine Buchmesseerfahrung an sich. Ich war 2017 das erste Mal auf einer richtigen Buchmesse, der BuchBerlin, als Besucherin, die sich ordentlich mit neuem Lesestoff eingedeckt hat und als Autorin, deren erster Anthologiebeitrag an jenem Wochenende erschien. Nicht viel später war ich dann eine derjenigen, die den Messeauftritt der Nornen auf der LBM 18 nicht nur geplant, sondern auch als Standinventar begleitet hat. Außerdem hatte ich da auch noch meine erste große Lesung am Stand … Momentan bin ich eine der Hauptorganisatorinnen unserer Messeauftritte (BuchBerlin 2018 und LBM 2019) und das ist irgendwie ein sehr schräger Wandel …

June Is: Belustigende Dinge: Auf der FBM die Schließzeiten verpassen und statt „Rauswurf“ gab es „Häppchen“ (war damals als unbekannte Privatperson dort).

Anne Granert: Ich war erst einmal auf einer Messe, der LBM. Ich kann mich Deborah anschließen, denn ich fand alles ziemlich überwältigend, aber auch einschüchternd. Jetzt bin ich froh, dass ich in diesem tollen Netzwerk bin und bei Messen nie wieder alleine.

Fragefreitag: Glitzervampire versus From Dusk till Dawn – welche sind euch lieber und weshalb?

In unserem Nornengestöber haben wir schon Informationen rund um unser Novemberthema Vampire gesammelt. Nun wollen wir in die Tiefe gehen, oder besser ins Herz? Schlägt eures beim Anblick eines melancholischen Glitzervampirs höher? Oder inspiriert euch doch eher der kräftige Biss eines Vampirs aus dem Bereich Horror oder Grusel? Lasst es uns unter dem Hashtag #Nornenfragefreitag wissen.Autoren Urlaub

Diandra LinnemannGlitzer ist ja auf vielen Dingen toll, aber auf Vampiren doch bitte lieber unbedingt nicht. Vampire bedienen diverse unserer Urängste – es ist fast schon eine Beleidigung, die zu verniedlichen, indem man sie glitzern lässt und zu schwermütigen Menschenfreunden macht. Ich fand schon Louis in „Interview mit einem Vampir“ so unerträglich selbstmitleidig und weinerlich … gut, stellen wir fest: Im Fall des Falles mutiere ich definitiv zur mordenden Bestie. Für irgendwas muss es ja gut sein.

Katherina Uschachov aka Evannesca Feuerblut: Ach, meinetwegen können sie glitzern, so viel sie wollen. Solange sie keine heteronormativen Konservativen mit einer Moral aus den 50er Jahren statt aus den 1900er Jahren haben, ist alles gut ;-). Das fand ich nämlich sehr … unauthentisch und sinnlos. Wie sie dann aussehen, ist zweitrangig. Wobei einige meiner Vampirdamen lieber Glitzer am Leib tragen, als einen glitzernden Leib zu haben.

June Is: Lieber was Eigenes (er)schaffen. 😉

Luna aka Grumpy Moon: Ich bin kein großer Fan von Vampiren, daher ist mir das relativ egal, aber auf jeden Fall unterstütze ich künstlerische Freiheit. Die Vorwürfe an S. Meyer, ihre Vampire seien wegen des Glitzers und der anderen Änderungen keine „richtigen“ Vampire, kann ich nicht nachvollziehen, da ich persönlich es sehr langweilig fände, wenn alle Vampire in jedem Werk immer gleich wären. Hexen sind schließlich auch überall anders, und das stört keinen.

Jasmin Engel:  Mir geht es ähnlich, seit vielen Jahren sind Vampire für meinen Geschmack zu häufig vorgekommen, haben für mich ihren Reiz verloren, den sie in den 90ern noch hatten. Ich bin immer für einen Mittelweg, also Vampire zwischen Glitzer und From Dusk till Dawn vielleicht.

Katharina RauhBeides gleichzeitig. Das wäre doch mal was 😉

Laura Kier: Vampire? Es gibt doch noch so viele andere tolle Wesen! Aber mir reicht es definitiv, wenn Feen glitzern 😉

Jule Reichert: Ich warte auf den Moment, in dem eine Jägerin, nennen wir sie Buffy, einem Glitzervampir, nennen wir ihn Edward, einen Pflock ins Herz rammt. Nein, ich kann mit Romantasy nicht allzu viel anfangen. Neue Konzepte für alte Kreaturen finde ich grundsätzlich gut, ich mag auch Vampire mit Herz und Gewissen. Aber ein Vampir hat Schwächen zu haben. Glitzern ist meines Erachtens keine ernstzunehmende Schwäche und produziert auch keine ernstzunehmenden Konflikte.

Anne Zandt: Alles, bloß nicht glitzern … und wenn dann nur, wenn jemand den drüber verschüttet hat … das wäre doch mal ne Geschichte … Ansonsten bevorzuge ich tatsächlich die Vampire, die mehr „Menschlichkeit“ haben, also Fähigkeiten der Manipulation oder eine Gewisse Finesse haben – Ulknudeln sind aber auch erlaubt – und nicht nur sinnlos drauflos fressen. Dann sind sie einfach nur langweilige, Blut trinkende Zombies.

Britta Redweik: Früher hab ich die Glitzerviecher gehasst. Heute finde ich die Koexistenz verschiedener Subspezies sehr interessant. Darauf hat mich aber auch nur die Lektüre von Jim Hines gebracht.

Barbara Weiß: Ich mag meine Monster lieber düster und blutrünstig – was nicht heißt, dass sie nicht freundlich und lieb sein dürfen. Aber ich halte gerne an dem Konzept fest, dass sie tagsüber das Haus nicht auf einfache Weise verlassen können. Ihre Existenz braucht für mich neben all den Fähigkeiten auch ein wenig Tragik und Handicap.

Anne Granert: Ich bin ein kleiner Angsthase und bevorzuge definitiv die glitzernde Variante. Als Teenager habe ich From Dusk till Dawn geguckt und konnte wochenlang schlecht schlafen. Von Edward und Bella träume ich gerne. Das Leben hat eindeutig zu wenig Glitzer!

Fragefreitag: Welche Vampirfigur hat euch inspiriert?

Halloween ist gerade vorbei, die Nächte werden länger. Dabei sind Vampire vermutlich die am meisten von Mythen und Legenden umgebenen Wesen der Nacht. Kaum ein anderes Geschöpf diente auf so viele Arten und in so vielen Ländern als Inspiration. Bram Stoker war dabei nur der Anfang. Habt ihr euch schon einmal von einer Vampirfigur inspirieren lassen? Vielleicht gar zum Schreiben einer Geschichte oder zur Darstellung eines Charakters? Verratet es uns im #Nornenfragefreitag.

June Is: Also mich haben E.A. Poe – Storys zu Vampirstorys beeinflusst. Aber Vampirfiguren direkt … eher nicht.

Katherina Uschachov aka Evannesca Feuerblut: Lestat de Lioncourt. Er hatte einfach dieses … ich weiß auch nicht, ich mochte das Grenzüberschreitende, das Freche sehr gerne.

Deborah B. Stone: Lissa und Rose aus „Vampire Academy“ – eine sehr intime Mädchenbeziehung (jedenfalls zu Beginn …).

Diandra LinnemannMit Vampiren habe ich eigentlich wenig am Hut … aber ich fand Bram Stokers „Dracula“ sehr inspirierend wegen der Mischung aus Horror, Geschichte und Romantik.

Jule Reichert: Mein Fable für Dark Fantasy schleppe ich seit meiner Jugendzeit herum – und damit auch Vampire. An Dark Fantsy-Romanen gab es damals noch nicht so viel. Klar habe ich die gängigen gelesen. Allerdings hat mich z.B der Dracula-Film damals mehr beeindruckt, als das Buch. Trotzdem gibt es noch zwei Buch-Vampire, die mir bis heute nachhängen. Jander Sunstar und Graf Strahd von Zarovich stammen aus dem Rollenspieluniversum Ravenloft (D&D) und haben mich dazu animiert, mit ähnlichen Charakteren in meinen eigenen ersten Roman einzusteigen.

Anne Zandt: Spike aus Buffy. 😀 Ich habe zwar auch Dracula gelesen und bewundere noch heute das Format des Buches, aber Spike ist und bleibt einer meiner Lieblingsvampire, die mich auf verschiedene Arten beeinflusst und geprägt haben.

Katharina RauhVlarad aus „Ghostsitter“ von Tommy Krappweiss.

Britta Redweik: Schließe mich cazze an. Ich liebe Vlarad. Und dann noch … kennt noch jemand die Kurzserie mit dem gezeichneten Vampir, dem immer alles misslingt?

Barbara Weiß: Ich mochte die „Der Kuss des Dämons“ Reihe von Lynn Raven sehr. Die war etwas düsterer als Twilight, aber noch teenie-klischeehaft-romantisch genug für das vierzehnjährige Ich. Allgemein habe ich eine Zeit lang aber alles verschlungen, wo Vampir drauf stand. Anne Rice, Bram Stoker, Lara Adrian und auch Stephenie Meyer. Ich denke, das alles hat mein Vampirbild geprägt.

Fragefreitag: Spielen Jahrenzeiten für euch beim Schreiben eine Rolle?

Der Herbst hat endgültig Einzug gehalten. Die Temperaturen sinken, die Sonne versteckt sich immer öfter hinter Wolken. Hat das Auswirkungen auf euer Schreiben? Habt ihr vielleicht sogar eine Lieblingsjahreszeit oder spielen die Jahreszeiten selbst in euren Geschichten eine Rolle? Verratet es uns im #Nornenfragefreitag.

Anna Kleve: Tja, eigentlich habe ich keine bevorzugte Jahreszeit zum Schreiben, aber in meinen Geschichten spielt gelegentlich eine Jahreszeit eine wichtige Rolle, wenn auch nicht bei allen.

Siiri Saunders: Ich liebe den Herbst und den Winter zum Schreiben. Dann kuschle ich mich in eine Decke, schlürfe Kakao mit Marshmallows oder Chai Tee und höre Musik. Im Frühjahr und Sommer genieße ich die Schreibzeit in Cafés. Die Jahreszeiten haben für mich eine sehr wichtige Rolle, auch sie können Emotionen transportieren und sie subtil im Leser wecken.

Maelle: Der Winter ist schön zum Schreiben, wenn es draußen früh dunkel wird, und man nicht das Gefühl hat, etwas zu verpassen! Andererseits habe ich im Sommer einige schöne Szenen am Strand auf meinem Liegestuhl geschrieben – dazwischen zur Abkühlung ab in die Wellen. Das erfrischt manchmal auch den Text!

Cazze: Als typische Kellerkind habe ich keine Lieblingsjahreszeit beim Schreiben. Beim Schreiben habe ich jedoch gemerkt, dass ich vermehrt auf Jahreszeiten achten muss. Im Winter ist es beispielsweise kalt (Was? Neeeeein! Das hätte ich jetzt nicht gedacht!) und im März gibt es auf einem Maisfeld keine mannshohen Maispflanzen, zwischen denen man sich verstecken kann.

Felicity Green: Ich schreibe ungern im Sommer, weil ich die Hitze am Laptop nicht mag! Außerdem liebe ich Herbst und Winter, auch in meinen Büchern. Bei meinen Highland-Hexen-Krimis achte ich darauf, dass die Handlung ungefähr zu der Jahreszeit spielt, in der das Buch erscheint!

June Is:  Lieblingsjahresschreibzeit habe ich nicht, aber es zeigt sich, dass man im Sommer vermehrt anderes zu tun hat 😉

Katherina Uschachov aka Evanesca: Jahreszeiten spielen bei mir beim Schreiben in der Regel keine Rolle.

Grumpy Moon: Eine Lieblingsjahreszeit zum Schreiben habe ich nicht, aber ich mache es ungern im Sommer, weil die Hitze meine Konzentration stört. In meinen Romanen spielen Jahreszeiten an sich eher selten eine Rolle, dafür aber umso mehr das Wetter.

Diandra Linnemann: Merkwürdigerweise fällt mir das Schreiben im Spätsommer immer schwer – wenn im Herbst Inspiration und Energie zurückkehren, fühlt sich das großartig an. Darum ist der Herbst wohl meine liebste (Schreib-)Zeit.

Deborah B. Stone: Obwohl es mich im Winter weniger von Schreibtisch und raus in die Natur lockt, bin ich in der dunklen Jahreszeit allgemein träger und uninspirierter. Seufz!

Laura Kier: Jahreszeiten tragen sehr zur Atmosphäre bei und dadurch auch zur Stimmung vom Roman. Ob es nun draußen stürmt oder die Sonne scheint ist je nach Szene durchaus wichtig und damit ist auch die Jahreszeit bei mir oft wesentlich. Oft spiegeln sich auch die Stimmungen meiner Charaktere im Wetter wieder.

Jule Reichert: Jahreszeiten beeinflussen mein Schreiben eigentlich wenig. Meine Inspiration ist nicht wetterabhängig. Einzig bei allzugroßer Hitze streikt mein Hirn, dann geht nichts. Als indirekte Beeinflussung kann ich das Wetter und die Bahn noch vorbringen. Vor allem Herbst und Winter verschaffen mir als passionierte Zugschreiberin gerne mal mehr Zeit, wenn Äste auf den Gleisen liegen oder es gar anfängt zu schneien.

Jasmin Engel: Der Herbst und Winter sind für mich die perfekten Jahreszeiten zum Schreiben. In der Hitze des Sommers, der ja dieses Jahr besonders lange ging, fiel es mir oft schwer zu schreiben oben in meinem Arbeitszimmer.

Eva-Maria Obermann aka Variemaa: Ich liebe es, Jahreszeiten in meine Geschichten einfließen zulassen. Tatsächlich schreibe ich am besten, wenn es draußen kühler ist. Der Herbst bringt mich immer in eine kreative Stimmung, die ich gerne nutze.

Fragefreitag: Ist Halloween für euch in euren Texten ein Thema oder ist es schon zu ausgelutscht?

Bestimmte Dinge wiederholen sich jedes Jahr, dazu gehört auch Halloween. Wir wollen diese Woche von unseren Nornen wissen, ob sie solche Gelegenheiten in ihr Schreiben miteinbeziehen oder komplett außen vor lassen. Habt ihr schon einmal einen Text über Halloween geschrieben? Lasst es uns unter dem Hashtag #Nornenfragefreitag wissen.

Autoren Urlaub

Katherina Uschachov aka Evanesca: Bisher kam Halloween nur in einem meiner (noch unveröffentlichten) Romane vor: Und zwar in Zusammenhang mit dem NaNoWriMo. Da habe ich meine Mainzer NaNo-Truppe verewigt, indem ich meinen „Rahmenhandlungs-Prota“ mit ihnen Horrorfilme schauen ließ, bevor es ans Reinschreiben in den NaNoWriMo ging. Ansonsten spielt Halloween keine Rolle. Allerdings nicht, weil es ausgelutscht wäre. Es hat sich bisher einfach nie ergeben. Meine historische Fantasy ist aktuell noch im alten Rom, da ist Halloween noch irrelevant. „Zarin Saltan“ ist nicht an Jahreszeiten gebunden und die Handlung meiner Dystopie spielt im Sommer.

Anna Weydt: Über Halloween habe ich noch nie geschrieben. Herbststimmung kommt in meinen Romanen aber immer wieder gerne auf.

Laura Kier:  Selten. Ich habe zwar zwei Kurzgeschichten in einer Anthologie um Halloween platziert, aber beides eher mit dem Hintergrund von Sammhain u.ä. Festtagen, sprich offene Toren zwischen den Welten.

Anne Zandt: Halloween bzw. Samhain ist ein faszinierender Brauch. Mindestens zweimal habe ich das ganze schon mal in einer Kurzgeschichte verarbeitet und es werden bestimmt noch weitere folgen.

June Is: Habe einige gute Ideen dazu aufgeschrieben, aber noch keine in eine Story umgesetzt.

Jasmin Engel: Halloween ist bisher nur am Rande in meinen Romanen und Kurzgeschichten vorgekommen, Hauptthema war es noch nicht.

Fragefreitag: Was wünscht ihr euch bei einer Zusammenarbeit mit einem (Klein)verlag?

Die Zusammenarbeit mit Verlagen ist für viele Autoren ein Dreh- und Angelpunkt bei der Veröffentlichung ihrer Werke. Deshalb stellen wir heute die Frage danach, was sich unsere Nornen bei der Zusammenarbeit mit (Klein)verlagen wünschen, was ihnen besonders wichtig ist. Was wünscht ihr euch von einem Verlag? Lasst es uns unter dem Hashtag #Nornenfragefreitag wissen!

Autoren Urlaub

Diandra Linnemann: Einen guten persönlichen Kontakt, Engagement und absolute Ehrlichkeit darüber, was geht und was nicht. Natürlich sagt einem der gesunde Menschenverstand schon, dass ein Klein(st)verlag nicht direkt zum Bestseller führt, aber ich möchte ein Gespür dafür haben, was an Werbung, Veranstaltungen, langfristigem Einsatz möglich ist – und auch, wo die Limits liegen. Schließlich wollen wir ja zusammenarbeiten.

Katherina Uschachov aka Evanesca: Einen menschlichen Umgang und zeitnahe Kommunikation. Ich möchte nicht das Gefühl haben, um Updates betteln zu müssen oder Angst zu haben, meinen Vertrag zu verlieren, wenn ich auch nur eine Frage stelle.

Grumpy Moon: Mich aufs Schreiben konzentrieren zu können und die anderen Dinge, von denen ich keine Ahnung habe, anderen Menschen zu überlassen, die dafür besser qualifiziert sind.

Maelle: Eine Zusammenarbeit, die Spass macht, in der Erwartungen klar formuliert und Entscheidungen gemeinsam gefällt werden.

Jasmin Engel: Am Besten, mich mit ihnen auf einer Wellenlänge zu fühlen und einen offenen, respektvollen Umgang miteinander.

Laura Kier: Die Frage stelle ich mir auch schon länger. Vor allem Unterstützung bei meinen Projekten und damit eine Begegnung auf Augenhöhe. Buchsatz, Covergestaltung usw. mach ich auch im Selfpublishing und das gerne, von daher wünsche ich mir vor allem auch weitere Leser, die durch eine Veröffentlichung in einem Verlag auf mich aufmerksam werden.

Fragefreitag: Selbstverlag oder Kleinverlag?

Selbstverlag oder Kleinverlag? Diese Frage stellt sich vielen Autoren, für die ein großer Publikumsverlag aus verschiedenen Gründen nicht in Frage kommt. Welche Variante unsere Nornen bevorzugen, haben wir in unserem heutigen #Nornenfragefreitag gefragt. Was denkt ihr zu dem Thema? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

Autoren Urlaub

Katherina Uschachov aka Evanesca: Ich mag beides recht gerne, wenn ich ehrlich bin. Sowohl mit engagierten Kleinverlagen zu arbeiten, als auch, Dinge selbst herauszubringen. Es ist projektabhängig, wofür ich mich entscheide.

Laura Kier: Selbstverlag. Ich mag es die Bücher genau so zu machen, wie ich es möchte, ohne das mir jemand anderes reinredet. Natürlich ist mir Qualität extrem wichtig und daher auch die Meinung von anderen, aber ich möchte einfach die letzte Entscheidung haben.

Diandra Linnemann: Ich mag den Kleinverlag allein deshalb schon lieber, weil man – wenn man an den richtigen gerät – mit Profis zusammenarbeitet, die mit unglaublich viel Herzblut bei der Sache sind und einem Aufgaben abnehmen, für die man als Autor eventuell gar nicht qualifiziert ist. Selfpublishing macht viel Spaß, aber ich kann einfach nicht alles gleich gut.

Anna Kleve: Ich habe bisher nur Selbstverlag gemacht und mit Kleinverlagen keine Erfahrungen. Nach dem, was ich von anderen Autorinnen gehört habe, ist meine Meinung da etwas zwiespältig, aber ich möchte es trotzdem mit dem nächsten Projekt mal versuchen, auch wenn ich im Selbstverlag natürlich mehr Freiheiten habe.

Siiri Saunders: Bisher bin ich „nur“ Selbstverlegerin, weil mir was anderes noch nicht in den Sinn gekommen ist. Auch bei meinem Gemeinschaftsprojekt fühle ich mich als Herausgeberin mit den 22 anderen Autor*innen sehr wohl. Trotzdem reizt mich ein Kleinverlag und ich kann mir vorstellen, mich mal zu bewerben.

Grumpy Moon: So ziemlich alles ist mir lieber als Selbstverlag, da ich nun mal nur eine Autorin bin, keine Grafikdesignerin, PR-Frau oder Rechtsexpertin. Ich konzentriere mich lieber auf das, was ich kann (Schreiben), und überlasse das Drumherum Leuten, die wiederum das besser können.