Fragefreitag: Welche Tipps hast Du zum Schreiben von Liebes- oder Sexszenen?

Gestern konntest Du unter dem Hashtag #BadDating unsere aufregende und abgefahrene Aktion zum Valentinstag verfolgen. Heute gehen wir nochmal ins Eingemachte und wollen von unseren Nornen wissen, welche Tipps sie für das Schreiben von Liebes- oder Sexszenen haben. Du hast noch mehr? Prima, dann verrate sie uns unter #Nornenfragefreitag.

Diandra Linnemann: Wenn sie nicht für die Handlung wichtig sind, lass es.

June Is: Unbedingt nur das schreiben, was man selber gerne liest/lesen möchte. Oder noch krasser – was einen evtl. selbst anturnt. Sonst hat man das Recherecheproblem, was dann zu einer Überbetonung der Technik aber den Wegfall aller anderen sinnlichen Eindrücke führen könnte. Natürlich kann man sich auch ausprobieren, aber dann auf das eben Genannte achten. Soweit meine 5 Cent.

Deborah B. Stone: Überlege dir, was du mit der Szene noch vermitteln möchtest – außer einem erotischen Prickeln 😉 Wie ist das Verhältnis der Charaktere ausserhalb des Bettes? Wer fühlt sich stärker angezogen? Was bleibt an Zweifeln, was steht auf dem Spiel, wenn sie sich auf eine Beziehung einlassen, was verbergen sie (noch) voreinander?

Katrin Biasi: Nenne die „Dinge“ beim Namen. Niemand möchte etwas über einen Aal lesen, der sich Zutritt zur weiblichen Lustgrotte verschafft. Genauso wenig, wie Zungen nicht um Einlass bitten. Es sei denn, es soll eine Parodie sein, dann lass deiner Fantasie freien Lauf. 😉

Britta Redweik: Willst du inklusiv schreiben? Und bist nicht im Genre Erotica? Dann lass Sex einfach gleich raus. Als sex repulsed Asexuelle möchte ich sowas ungern lesen. Das heißt nicht, dass es sie nicht generell darf, aber der Autor oder die Autorin muss sich wenigstens vorher bewusst machen, dass a) dann eine Triggerwarnung ins Buch gehört und b) er/sie damit seine Zielgruppe verringert. Für Liebesszenen wieder: Auch hier, Liebe ist so viel mehr als nur Sex. Nicht nur körperlich. Ich weiß, wie schwer es ist, die anderen Seiten der Liebe in Worte einzufangen. Aber … vielleicht können wir das wenigstens häufiger versuchen, um so endlich medial ein nicht so eingeschränktes Bild von Beziehungen zu transportieren?

Evanesca (Katherina Ushachov): Vielleicht gehörst du wie ich zu den Leuten, deren Charaktere ihren eigenen Kopf haben – und übereinander herfallen, ob du es nun willst oder nicht. Lass dich in der Rohfassung so gut es geht von ihnen leiten – und habe bei der Überarbeitung ganz dringend den Inkognito-Modus deines Browsers angeschaltet. Es kann nicht schaden, Praktiken und anatomische Details zu recherchieren, besonders wenn du über Dinge schreibst, die deine Charaktere tun, du selbst aber nicht erlebt hast / jemals erleben kannst oder willst. Aber wenn du danach keine seltsame Werbung im Social Web haben willst … schadet Inkognito nicht 😉

Holly Miles: Schreib nur die Szene, die du auch bei einer Lesung vorlesen würdest, ohne dabei zu stottern oder in Verlegenheit zu geraten. Wenn du dir das nicht vorstellen kannst, schreib die Szene nicht. Wenn doch, dann kann es sich lohnen, sie doch zu schreiben.

Fragefreitag: Welche Termine sind als Autorin oder Autor im Jahr 2019 besonders wichtig?

Bald geht es für uns Nornen auf die LBM. Bald? Naja, ein paar Wochen müssen wir noch warten, doch Du kannst uns glauben, wir sind schon sehr aufgeregt. Die LBM gehört für uns zu einem der wichtigsten Termine des Jahres. Davon gibt es natürlich noch mehr. Welche, erfährst Du hier. Du hast noch mehr Veranstaltungen für uns? Dann verrate sie uns unter #Nornenfragefreitag.

Diandra Linnemann:Die Buchmessen natürlich. ^^

Siiri Saunders: Definitiv die Buchmessen – und auch den BuCon, da wohne ich nämlich in der Nähe. 😀

Deborah B. Stone: Narrativa, PAN, Buchmessen und vielleicht noch FeenCon? Und natürlich der NaNoWriMo … – diesmal bin ich dabei!

Anna Kleve: Die Buchmessen und ich hoffe, dass dieses Jahr auch wieder eine Lesung zur Nacht der Kultur möglich sein wird.

Barbara Weiß: Die Leipziger Buchmesse mit der Lesungsrunde 9lesen – bei der ich auch wieder dabei sein darf – und das Litcamp in Heidelberg!

Myna Kaltschnee: Ganz klar: Die Camps NaNoWriMo im April und Juli und der reguläre NaNoWriMo im November. Ob ich dieses Jahr auf die FBM kann, steht noch in den Sternen.

Fragefreitag: Welches ungewöhnliche Kompliment haben du oder deine Bücher erhalten?

In nicht ganz zwei Wochen ist Valentinstag, doch wir wollen uns heute schon mit Komplimenten beschäftigen. Welches ungewöhnliche Kompliment haben du oder deine Bücher jemals erhalten? Verrate sie uns unter #Nornenfragefreitag.

Diandra Linnemann: Meine Patentante – eine Dame von beinahe achtzig Jahren – sagte mir letzten Sommer sehr besorgt, der historische Roman sei ja ganz nett, aber die Urban-Fantasy-Reihe fände sie einfach nur abartig. Ich fand es trotzdem sehr lieb, dass sie hineingeschaut hat. Und da ich düstere Geschichten schreibe, war es schon irgendwie ein Kompliment.

Jasmin Engel: Mein Stil wurde von einer Agentur als poetisch und authentisch bezeichnet (angenommen haben sie mich aber trotzdem nicht ;-), mein 2. Roman von den Testleserinnen als inspirierend und mein 1. Roman als zu exotisch (für mich ist das etwas Positives!)

Eva-Maria Obermann: Mir wurde unter anderem gesagt, meine Texte wären wie Seide. eine tolle Formulierung.

Siiri Saunders: Eine Leserin ist einfach drei Haltestellen weitergefahren und hat durch das Lesen meines Buches vergessen auszusteigen. 🙂 Auf Twitter gefunden. 🙂

Britta Redweik: Eine Berufslektorin hat mal angeboten, 2-3 Seiten öffentlich zu lektorieren und daran ihr Handwerk zu erklären. Neben ein paar anderen habe ich auch ich was von mir eingereicht und bei mir schrieb sie privat, dass sie beeindruckt ist, dass ich schon so zu meinem Stil gefunden hätte. Noch junge, unveröffentlichte Autoren hätten da noch Schwierigkeiten. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, ob ich meinen Stil wirklich schon habe. Aber es war doch sehr schön, das zu hören. Dass ich schon offenbar weiter auf dem Weg bin, als ich gedacht hätte.

Anne Granert: Ein begeisterter Leser hat ein Gedicht über das freudige Warten auf den zweiten Band meiner Urban-Fantasy-Reihe auf Twitter veröffentlicht.

Grumpy Moon: Kurioserweise eine Absage von einem Verlag: Es sei ihnen noch nie so schwergefallen, ein Manuskript abzulehnen, denn es habe ihnen sehr gut gefallen, passe aber nicht so recht in ihr Programm. Hat mich gleichzeitig glücklich und traurig gemacht.

Deborah B. Stone: „Ich lese sonst keine Fantasy, aber dein Buch möchte ich unbedingt weiterlesen.“

Fragefreitag: Welches Buch, welche Lektüre, welches Werk hat Dich 2018 am meisten beeindruckt?

Wir sind immer auf der Suche nach Buchempfehlungen und freuen uns, Dir ein paar weitergeben zu können. Mit dabei: Fantastik, Verlag, Selfpublisher, brandneu und Klassiker. Hast Du Empfehlungen für uns? Verrate sie uns unter #Nornenfragefreitag.

Diandra Linnemann: Ich habe Margaret Atwood entdeckt. Vor allem die Maddaddam-Trilogie hat mich beeindruckt.

Jasmin Engel: Am meisten haben mich 2018 „Tyll“ von Daniel Kehlmann und „Orchis“ von Verena Stauffer beeindruckt; letzteres geht in die phantastische Richtung, ich würde es aber nicht als Fantasy einordnen.

Eva-Maria Obermann: Zwar kein fantastisches Werk, aber absolut großartige und prägend: Noah Sow – Deutschland Schwarzweiß.

Elena: Eins meiner Jahreshighlight war „Circe“ von Madeline Miller. Für mich eine gelungene feministische Neuerzählung von Kirke und anderen bekannten Frauenfiguren der griechischen Mythologie, die ganz neue Betrachtungsweisen eröffnet.

Katharina Rauh: Good night Storys for Rebel Girls von Elena Favilli und Francesca Cavallo

Barbara Weiß: Das spannende und fabelhaft geschriebene „Unstern“ von Katrin Ils gehörte mit „Matthew Corbett und die Hexe von Fount Royal 1“ von Robert McCammon, „Lillesang“ von Nina Blazon und „Najaden – Das Siegel des Meeres“ von Heike Knauber zu meinen Jahreshighlights!

Fragefreitag: Gibt es ein schriftstellerisches Erlebnis, das Dein Weltbild nachhaltig geprägt hat?

Manchmal lesen oder hören wir Dinge, die uns nachhaltig prägen. Für manche ist es ein bestimmtes Buch oder Interview. Eine bestimmte Zeile, ein Satz oder Zitat. Welches schriftstellerische Erlebnis hat Dich geprägt? Verrate es uns unter #Nornenfragefreitag.

Britta Redweik: Eher als Leser: Terry Pratchett hat mein Bild von Religion nachhaltig geprägt. Mit dem Gedanken, dass alles (auf eine gewisse Weise, und sei es nur als Einfluss auf uns) existiert, solange genug Leute daran glauben. Seitdem gehe ich viel lockerer an Religionen heran. Auch wenn ich persönlich immer noch Monotheismus ein wenig unlogisch finde. Aber wem’s gefällt?

Diandra Linnemann: Ein konkretes Ereignis könnte ich nicht benennen, aber irgendwann vor ein paar Jahren habe ich verstanden, dass Literatur die Welt nicht nur bereichern, sondern auch beeinflussen kann.

Siiri Saunders: Die Benefiz-Antholgie „Entzünde den Funken“ konnte uns nur durch ein Crowdfunding und ehrenamtlich arbeitende AutorInnen gelingen. Um ehrlich zu sein glaubte ich nicht daran, dass Crowdfundings funktionieren, aber mein Kollege hat mich etwas ganz anderes gelehrt! Dazu kamen auch noch so viele Kurzgeschichten und gewillte AutorInnen. Vor allem aber hat mich die Hilfsbereitschaft und die Überzeugung so vieler fremder Menschen immer wieder zu Tränen gerührt. Das ist ja, was der Band ausdrücken möchte: Zu Helfen ist etwas Gutes, etwas Schönes und wir haben all diese Hilfe erfahren und können diese Botschaft nun in die Welt hinaustragen. Es hat mir gezeigt, dass meine Idee dieser besseren Welt der Hilfsbereitschaft bereits real ist. Falls ihr nun neugierig seid, was draus geworden ist, klickt hier.

Anne Granert: Dass Träume umzusetzen sind hat mich die Lektüre fast aller Bücher von Pam Grout gelehrt. Weniger nach dem Motto: Arbeite hart und Du schaffst es, sondern glaube daran, denke es und Du erschaffst Dir Deine Realität.

Jasmin Engel:  Bücher, die ich als Kind und Teenager gelesen habe, haben mein Weltbild mit geprägt und das passiert auch heute noch; beim Schreiben an meinen Romanen hat unter anderem die Recherche (z.B. in alten Mythen) mein Weltbild erweitert.

Jule Reichert: Ja, als mein Deutschlehrer (ein Fantasyhasser) in der Oberstufe mit uns ein Buch von der Spiegel-Beststellerliste las, zu dem es noch keine Materialien für die Interpretationen gab. Wir lasen, interpretierten und den Höhepunkt des Halbjahres bildete die Einladung des Autors in die Schule. Ich werde nie vergessen, wie der sagte, er habe sich eigentlich keine so tiefgründige Gedanken um die Bedeutungen so vieler Details gemacht, sondern einfach nur geschrieben. Das war der Moment, an dem ich feststellte, dass mein Deutschlehrer auch keine Ahnung hat und mal Fantasy lesen sollte 😉

Deborah B. Stone:  Früh haben mir Marion Zimmer-Bradleys Versionen des trojanischen Krieges und der Arthus-Sage (oder solle ich sagen: der Morgaine-Sage?) bewusst gemacht, dass Geschichte von den Siegern geschrieben wird. Wir als Autorinnen haben die Möglichkeit, Geschichten umzuschreiben und alternative Leseweisen aufzuzeigen.

Fragefreitag – Welche Schreib-Ziele hast du 2019?

Das neue Jahr beginnen auch wir Nornen mit Schreib-Zielen. Gleich vorweg ein paar Tipps: Setze Dir realistische Ziele und definiere verschiedene Arten von Zielvorgaben. Die Ziele in Teilziele zu unterteilen, kann den Druck mindern und führt trotzdem zu (kleineren) Erfolgen. Schreibe regelmäßig, auch wenn es nur 50 Worte sind. Vielleicht kannst Du am Tag 10 Minuten früher aufstehen, um diese Routine aufkommen zu lassen? Helfen können dabei auch kleine Rituale (bestimmte Musik, Getränke (besser kein Alkohol!) oder Settings. Und um kreative Ideen nicht vorbeifliegen zu lassen lohnt es sich, ein Diktiergerät oder Notizbuch dabei zuhaben. Welche Schreib-Ziele wir Nornen für das Jahr 2019 haben, verraten wir Dir hier. Verrate auch Du uns Deine Schreib-Ziele unter #Nornenfragefreitag.

Britta Redweik: Ich möchte – außer sonntags – jeden Tag entweder 400 Wörter schreiben, oder aber ein Kapitel überarbeiten. Es wird Zeit, dass ich neben wöchentlicher Schreibroutine auch eine tägliche finde. Außerdem will ich endlich einen Roman richtig veröffentlichen. Als Ebook und Print-on-Demand, richtig gegen ein kleines Entgelt. Das wär mein Traum.

Diandra Linnemann: Ich möchte mich an meinem ersten futuristischen Roman versuchen – und parallel habe ich noch eine lustige Geschichte im Ärmel, für Notfälle. Vielleicht schaffe ich auch wieder ein paar Kurzgeschichten, der Bereich hat lange brachgelegen. Tausend Pläne, zu wenig Zeit …

Katherina Ushachov aka Evanesca: Geplant sind mindestens 150.000 geschriebene Wörter. Darunter: Ein Kurzroman, das Beenden eines angefangenen Romans und einer im NaNoWriMo.

Siiri Saunders: Ich will dieses Jahr zwei Romane im High Fantasy Genre veröffentlichen, desweiteren wird das Prequel zu diesen Romanen (Filíns Reise) in der Nornenanthologie veröffentlicht – worauf ich mich so mega freue. Allerdings schreibe ich nicht die typische High-Fantasy, sondern eher dunkelfröhlich-elfisch-episch. 🙂

Anne Granert: Ich werde im Frühjahr den zweiten Band meiner Urban-Fantasy-Reihe Die Talentierten veröffentlichen. Ob ich den dritten Band dieses Jahr noch schaffe, weiß ich nicht, denn ich arbeite noch an einem Werk außerhalb der Fantastik, das zu Weihnachten erscheinen soll.

Jasmin Engel: Ich habe vor, meinen 3. Roman fertig zu schreiben und somit meine Dilogie abzuschließen, außerdem meine alte Novelle, die ich mit 16 geschrieben habe, neu zu schreiben.

Grumpy Moon: Zum ersten Mal seit langem bereite ich wieder einen eigenständigen Roman vor, der nichts mit meiner Romanreihe zu tun hat. Diesen hoffe ich 2019 zu schreiben.

Deborah B. Stone: Meinen Roman fertig stellen und veröffentlichen – in einem tollen Verlag oder im Selfpublishing. Meine ersten Lesungen, zunächst mal gemeinsam mit meiner Schreibgruppe, später vielleicht auch schon allein – wer weiß?

 

Fragefreitag: Was waren eure schriftstellerischen Highlights des Jahres 2018?

In diesem Monat beschäftigen wir Nornen uns mit den Highlights des Jahres 2018. Dazu zählen die vielen persönlichen Highlights unserer Nornen, die ihr jetzt im Januar auf unserem Blog findet, als auch die besonderen literarischen und schriftstellerischen Momente. Neben eigenen Veröffentlichungen sind es vielleicht Begegnungen oder der Genuss besonderer Romane oder Artikel. Solche besonderen Momente hattet ihr auch? Verratet sie uns im #Nornenfragefreitag.

Britta Redweik: Ich habe eine Biografie veröffentlicht und mir damit einigen Frust über die Behandlung Behinderter in Deutschland von der Seele geschrieben. Und erst als ich es wirklich textlich vor der Nase hatte, habe ich gemerkt, dass ich eventuell diesen Frust mit dem verbinden sollte, was ich liebe. Also ab und an mehr diverse Charaktere in meine Phantastikromane einbauen sollte. Mehr in Richtung OwnVoices gehen könnte. (Denn ganz ehrlich, wer liest schon gern eine Biografie und denkt dann noch drüber nach? Nein, Verständnis durch Unterhaltung ist viel schöner.) Ich glaube, dass ich richtig gereift bin, durch diesen Prozess. Einerseits durch eine erste Veröffentlichung abseits von Kurzgeschichten und die Schwierigkeiten, die damit einhergehen, aber vor allem dadurch, dass ich mehr zu meiner Stimme gefunden habe, denke ich.

Diandra Linnemann: Es gab gleich zwei Highlights – ich konnte meine Urban-Fantasy-Reihe beenden und sie dann auch noch in drei Sammelbänden mit wunderschönen neuen Covern herausbringen.

Katharina Rauh: Ich habe meinen ersten Roman fertiggestellt und konnte einen Beitrag für die Benefitz-Anthologie schreiben.

Eva-Maria Obermann: Meine Steampunk-Adaption von Rapunzel, Tropfen der Ewigkeit, ist ein voller Erfolg geworden und das freut mich unglaublich. ich bin völlig neue Wege damit gegangen und habe mich an ein neues Genre und eine PoC Protagonistin gewagt. dass das so gut ankommt, gibt mir Energie, weiter zu machen und kreativ zu bleiben.

Katherina Ushachov aka Evanesca: Einiges davon ist leider noch streng geheim, aber ein großartiges Highlight war für mich, als mein Kurzroman mit Co-Autor beim Wurdack-Verlag veröffentlicht wurde. Ich liebe es, Teil eines Franchises zu sein.

Anne Zandt: Ein Highlight war die Veröffentlichung einer meiner Kurzgeschichten in Mit-Norne Siiri Saunders Anthologie „Entzünde den Funken„, aber auch die Lesung auf der Leipziger Buchmesse zählt definitiv dazu. Und natürlich die von mir und Mit-Norne June Is geschriebene Geschichte „Operation ‚Joker‘“ für den Bücherstadt Kurier. So viele tolle Sachen passiert letztes Jahr …

Siiri Saunders: Die Mitherausgabe der Benefiz-Anthologie „Entzünde den Funken“ war für mich vielleicht sogar das Highlight der nächsten drei Jahre. 🙂 Wir haben so viele Nornen und tolle AutorInnen aus ihren Schreibecken locken können und belohnen sie nun auch noch mit einem Bestseller. Oder sie uns? 🙂 Wie auch immer, es war und ist mir eine Ehre und das Highlight schlechthin.

Anne Granert: Im Sommer habe ich meinen ersten Band einer Urban-Fantasy-Reihe herausgegeben … und bin beim Verlag gleich zum Coaching auf der FBM ausgewählt und der Titel ist zum Top-Titel gekürt worden. Atemberaubend.

Fragefreitag: Wenn du einen Tag in einem Märchen verbringen könntest, welches wäre es und warum?

In ein paar Tagen ist das Jahr 2018 vorbei. Wir Nornen und die meisten Leserinnen und Leser verbringen diese Zeit mit Rückblenden und Vorsätzen. Da kommt dieses kleine Gedankenspiel zur rechten Zeit: In welchem Märchen würdest du gerne einen Tag verbringen und warum? Verratet es uns im #Nornenfragefreitag.

Britta Redweik: Wie hieß das mit dem Goldesel? Da wär ich gern. Einfach etwas Startkapital sammeln. Ansonsten Dornröschen und den M-Kerl von Prinz in der originalen Version von der Vergewaltigung abhalten. Ich würd allerdings gern eine Bratpfanne dahin mitnehmen, geht das?

Diandra Linnemann: „Frau Holle“. Dort würde ich auch glatt einziehen, für immer. Hauptsache, ich darf mein Manuskript mitbringen.

Katharina Rauh: „Hänsel und Gretel“ Ich würde die Hexe überreden, keine Kinder zu grillen und stattdessen immer leckere Sachen zu backen und an die arme Bevölkerung zu verschenken.

EmmaN: Mein Lieblingsmärchen ist aus einem älteren, zerfledderten Buch (1921) mit dem Titel „Kalmückische Märchen“ und lautet: „Wie der Chansohn zwölfmal den Siddhi-Kür holte“. Siddhi-Kür ist ein Toter, den der Prinz/Chansohn aus dem Totenreich entführen soll. Doch der Prinz darf nicht sprechen, sonst entfleucht ihm der Siddhi-Kür wieder und er muss ihn erneut holen. Siddhi-Kür erzählt dem Prinzen immer aufs neue eine anrührende Geschichte, und der Prinz kann nicht anders, als mit den Protas dieser Geschichten mitzufühlen. Und immer, nachdem er doch was zu der gehörten Geschichte gesagt hat, spricht Siddhi-Kür die Worte „In der Welt nicht zu bleiben ist gut“, und entschwindet wieder ins Totenreich. Ich würde gern mit dem Prinzen am Lagerfeuer sitzen und mit von Siddhi-Kür eine Geschichte erzählen lassen (auch, wenn ich danach helfen muss, den Siddhi-Kür wieder im Totenreich aufzusammeln)

Holly Miles: Als Kind liebte ich die Geschichten mit der Baba Yaga. Besonders, wo sie als helfende Hexe auftrat (die aber auch ihre Schattenseiten hatte). In ihren Geschichten würde ich gerne eintauchen.

Fragefreitag: Was lest ihr in der kalten Jahreszeit besonders gern?

Wir Nornen beschäftigen uns im Dezember mit Märchen, die für uns irgendwie in diese kalte Jahreszeit gehören. Vor allem um und an Weihnachten haben für viele Leserinnen und Leser Märchen einen besonderen Platz. Aber ist das für alle so? Oder gibt es noch andere Bücher oder Genres, die ihr mit der kalten Jahreszeit verbindet? Verratet es uns im #Nornenfragefreitag.

June Is:  Im Dunkeln ist Grusel natürlich viel grusliger. Daher tendiere ich im Winter eher zu Crime/Mystery/Horror.

Britta Redweik: Gern romantischeres, sanfteres. Bücher, die keine epischen Schlachten haben oder nachdenklich machen, sondern was, bei dem man sich einkuscheln und einfach nur eingelullt wohlfühlen kann.

Katherina Ushachov aka Evanesca: Ich selektiere meine Lektüre nicht nach Jahreszeiten :). Aber wenn sich die Gelegenheit ergibt, genieße ich es, online ein paar frische Gruselgeschichten vorzufinden.

Diandra Linnemann: Im Winter dürfen die Geschichten „epischer“ und fantastischer sein, ruhig mit mehr Drama … Es gibt ein paar Bücher, die ich im Winter gerne noch einmal lese, und die meisten von ihnen sind weiter von der „echten“ Welt entfernt als meine übliche Lektüre. Also eher klassische Fantasy und Märchen(adaptionen).

Barbara WeißLeichte Lektüre, wenn der Unistress winkt und ansonsten gerne düstere Geschichten mit Geheimnissen z.B. klassische Spukhäuser-Geschichten oder historische Romane um Familiengeheimnisse auf alten Herrenhäusern.

Deborah B. Stone: Herzerwärmendes!

Katharina Rauh: Dasselbe wie in der warmen Jahreszeit.

Jasmin Engel: Der Herbst und vor allem rund um Halloween ist meine Lieblings-Zeit im Jahr. Ich würde jetzt keinen Roman lesen, der explizit im Frühling oder Sommer spielt, aber spezifischer wähle ich nicht aus.

Laura Kier: Nichts anderes als sonst auch. Das, was mich gerade anspricht. Und da ist es mir egal, welche Jahreszeit wir haben.

Felicity Green: Ich liebe Halloween und schreibe jedes Jahr eine Kurzgeschichte 🙂 Dieses Jahr habe ich drei meiner Geschichten als „Felicity Greens Halloween-Storys“ herausgebracht. Wer gute Gruselkurzgeschichten kennt – mir weiterleiten, die würde ich gerne lesen 🙂

Eleonore Laubenstein: Tatsächlich bevorzuge ich Sachen, die keine Schnee- und Eisszenarien beinhalten, weil mich’s dann immer sofort friert … lieber schöne Sachen mit warmen Strandtagen, dazu eine heiße Tasse Tee, und die Illusion vom Sommerurlaub ist hergestellt ..

Ela Schnittke: Da mache ich eigentlich keinen Unterschied. Ich lese vielleicht etwas mehr, weil sich zu Hause mit einem Buch einkuscheln, wunderbar ist, aber thematisch gibt es da keine großen Unterschiede … vll etwas weniger Horror …

EmmaN: Lieber Märchenhaftes im Winter. Mit Schnee und kaltem Wetter in der Story.

Fragefreitag: Welche Märchenelemente habt oder wollt ihr mal in euren Geschichten verwenden?

Als eine alte Textgattung erzählen uns Märchen schon seit Jahrhunderten von wundersamen Begebenheiten. Auch Feen als Märchengestalten sollen ihren Ursprung in den Nornen haben. Habt ihr schon einmal Märchenelemente in euren Geschichten verwendet? Wollt ihr das tun? Welche sind es? Verratet es uns im #Nornenfragefreitag.

Maelle: Die Weise Frau ist ein Topos, der mir immer wieder begegnet ist und mich jedesmal aufs Neue fesselt – und in meinem Debutroman haben sich die Weisen Frauen doch glatt als erstes hineingedrängt.

June Is:  Verzauberungen, Verwünschungen, Prophezeiungen und deren Sprengung 😉

Britta Redweik: Mir haben es in Mittelalterliedern die bleichen Frauen oder Männer im Wald angetan, die junge Menschen vom Weg locken, auf dass sie nie wieder gesehen waren. Ich habe mal einen eigenen Liedtext dazu geschrieben und würde den gern eines Tages in ein Märchen umwandeln.

Katherina Ushachov aka Evanesca: Ich habe bereits das sprechende Tier und die Erlösung durch Warten und Einhalten des richtigen Zeitpunkts. Auch schon mit Verwandlungen und Gegenständen in viel zu kleinen Behältern. Was ich in Zukunft mache? Wer weiß!

Diandra Linnemann: Mein jüngstes Projekt ist voller Märchenelemente – kein Wunder, es spielt in der Märchenwelt hinter den sieben Bergen. Das einzige, was ich nicht so recht unterbringen konnte, war „Der eiserne Heinrich“, und das tut mir leid. Vielleicht kriegt der eine eigene Geschichte, wenn es zeitlich passt.

Barbara Weiß: Banshees – bzw. Geister, die den Tod ankündigen. Die gibt es in Mythologie und Märchen haufenweise und ich habe viele Gespenster in meinen Geschichten, aber meistens treten sie direkt auf und nicht symbolisch.

Deborah B. Stone: sprechende Tiere!

Katharina Rauh:: Den besonderen Sprachstil.

Jasmin Engel: Seltsame Wesen, die halb verborgen genauso in dieser Welt leben wie die Menschen, fand ich schon als Kind faszinierend und baue sie gerne in meine Kurzgeschichten ein; überhaupt das Wundersame, dem nüchternen Menschen nicht so leicht Zugängliche.