Fragefreitag: Welches Stereotyp stört euch bei der Darstellung des Bösen am meisten?

Das Böse hat viele Gesichter. Leider wird es in Literatur und Film viel zu oft eindimensional dargestellt, sodass man fast den Eindruck gewinnen könnte, es gäbe nur den extrem überzeichneten Bösewicht ohne Motivation. Wir fragen heute, welches Stereotyp euch bei der Darstellung des Bösen am meisten stört. Lasst es uns unter dem Hashtag #NornenFragefreitag wissen!

Autoren Urlaub

Anne Zandt: Das sie grundlos böse sind. Ich liebe gute Hintergrundgeschichten von Bösewichten, bei denen man nachverfolgen kann, warum sie so geworden sind.

Katherina Uschachov aka Evanesca: Die böse Lache. Und dass sie immer früher oder später ihren Plan erzählen müssen. Oder ihre Hintergrundgeschichte. Übrigens herrlich bei „Phineas und Ferb“ gebrochen, dieses Stereotyp!

Siiri Saunders: Die „Boshaftigkeit himself“ war auch mal klein – insofern sollte den Antagonisten etwas geprägt haben und der Leser sollte davon erfahren, um ein gutes Leseerlebnis zu haben.

Diandra Linnemann: Böse, die nur so aus Spaß böse sind. Jeder Mensch (und die meisten Nicht-Menschen auch) glaubt von sich, gute Beweggründe für sein Handeln zu haben, und hält sich selbst für den Helden seiner eigenen Geschichte. Ich will Bösewichte, die komplex sind und eigene Ideen verfolgen und nett zu ihrer Großmutter sind.

Anna Weydt: Bösewichte, die keine Motivation haben, das zu tun, was sie tun. Wenn ein Buch oder Film seinen Antagonisten aber darauf reduziert, finde ich das total langweilig.

Elenor Avelle: Schwarz-weiß-Denken ist bei Helden und Schurken gleichermaßen Öde. Niemand behällt solche Charaktere in Erinnerung.

Nike Leonard: Bösartigkeit als Prinzip. Ich sehe es wie Diandra, dass jede/r das eigene Handeln als richtig oder wenigstens als notwendig empfindet und rechtfertigt.

June Is: Männer sind böser als Frauen. Jaja.

Anna Kleve: Antagonisten, die einfach nur aus dem Grund böse sind, weil sie böse sein müssen und eigentlich keinen Grund dazu haben.

Karin (E.) Novotny alias EmmaN: Böse haben immer schlechte Zähne (in Filme), und oft ungepflegte Hände. Oder den irren Blick. Dabei ist „das Böse“ oft ganz schrecklich banal.

Maelle: Wenn Antagonisten nur böse sind. Niemand ist nur böse, und wenn er nur den Hund gern hat.

Laura Kier: Keine tiefe bei den Charakteren und damit ein grundloses Böse. Ich mag es, wenn Charaktere aus ihrer Perspektive logisch handeln und deshalb von außen die Bösewichter sind.

Der Fall „Sansa“ ( Jana Jeworreck)

Dieser Beitrag ist Teil unserer Blogparade „Fantasy und Gewalt“

Ich** bin ein riesiger Fan von der TV-Serie Game of Thrones. Nicht, dass das etwas Besonderes wäre. Die halbe Welt ist Fan von Game of Thrones.

Doch ich muss gestehen, dass mich die dargestellte Gewalt zum Teil an den Punkt brachte, an dem ich ernsthaft überlegte, ob ich diese Auswüchse von Brutalität und Folter wirklich weitergucken will. (Ich schreib es jetzt mal für diejenigen, die es möglicherweise tatsächlich noch nicht kennen: Achtung Spoiler voraus!)

In Game of Thrones wird Jedem Gewalt angetan. Psychische und Physische. Männern ebenso wie Frauen. Jaime Lannister verliert seine rechte Hand, Theon Greyjoy verliert Finger, seinen Penis und fast seinen Verstand. Die meisten Männer verlieren ihr Leben, mal mehr, mal weniger grausam. Die Gewalt gegen Frauen scheint daher ja gerechtfertigt, oder? Das ist ebenso in der dargestellten mittelalterlichen oder besser antiquierten Zeit. Und da es ja zwei wunderschöne Königinnen gibt, die das große Spiel (the great game) mitspielen, ist die Genderbalance doch wiederhergestellt, oder? Und eine davon strebt sogar danach, das Rad der Machtkämpfe zu brechen!

Der Fall Sansa in GoT (Foto: Karen_Nadine / pixabay.de)

Und dann kam der Fall von Sansas Vergewaltigung in der Hochzeitsnacht!

Der Bösewicht Ramsey war bereits in seinem vollen sadistischen Spektrum bekannt gemacht worden. Schon bei seiner entsetzlichen Folter von Theon Greyjoy war meine persönliche Gewaltgrenze überschritten. Trotzdem hoffte ich, wie vielleicht viele weitere Zuschauer, bis zum Schluss, dass Sansa das große Machtspiel zumindest körperlich unversehrt übersteht. Die gnadenlose Zerstörung dieser Hoffnung war für viele ein Schock. Es ist allerdings das Markenzeichen der Show und auch der Buchvorlage. No one is safe.
Die Vergewaltigung wurde nicht gezeigt. Nur durch die Reaktionen des selbst vollkommen gebrochenen Theon wurde die Vorstellung des Zuschauers angeregt. Es handelte sich um das Ende einer Folge und man musste eine Woche warten, bis man Weiteres über Sansas Zustand erfuhr.
Das war auch für mich eine Tortur und das zweite Mal, an dem ich überlegte GoT nicht weiterzusehen. In meiner emotionalen Aufruhr suchte ich Chats auf, in denen dieses schreckliche – man bedenke fiktionale – Ereignis diskutiert wurde. Es schlug hohe Wellen in den sozialen Medien.

Ich wurde fündig und las meine eigenen Gedanken in anderen Posts. „Es war so schlimm!“ „Kill Ramsey“ etc etc. Besonders Männer echauffierten sich, über das, was man dieser „zarten wunderschönen Sansa“ angetan hatte und sie schworen, sich auf allerlei Arten an Ramsey dafür zu rächen. (Hallo? Das ist Fiktion! Ich machte mir Sorgen um den Ramsey-Darsteller …)
Ohne zu ahnen, wie lange mich das noch beschäftigen würde, las ich darunter ein Argument, das in etwa so lautete: „Naja, nur weil Sansa so schön und einer der Hauptcharaktere ist, soll sie verschont werden? In GoT werden pausenlos namen- und gesichtslose Frauen vergewaltigt und bestialisch getötet.“ Der saß!

Kein Name, kein Gesicht – GoT und die Frauen (Foto: joseph_Berardi / pixabay.de)

Namen- und gesichtslose Frauen.

Die Welt ist voller namen – und gesichtsloser Frauen! Jene, die nicht so „zart“,„schön“, „begehrenswert“ und damit „beschützenswert“ sind, wie von der wirklich wunderschönen Sophie Turner dargestellten Sansa. Was ist mit diesen Frauen? Für deren Schutz stehen keine „Helden“ bereit? Und ist es nicht schlimm, dass überhaupt ein „Schutz“ nötig ist?

Und damit sind wir in der echten Welt angekommen. Jener Welt, in der eben nicht alle Frauen als Sansa angesehen werden, obwohl alle Frauen Sansa sind! Ja! Alle Frauen sind Sansas. Auf ihre Weise schön und zart. Und es ist dabei völlig egal, wie der Mann das sieht.
Sein „Urteil“ (ist er Richter? Was befähigt ihn dazu?), aus dem er sich das „Recht“ ableitet, Gewalt und körperliche Macht auszuüben, wie der (Pseudo und vor allem sich selbst darstellende-)Produzent Weinstein, entspricht nach wie vor dem Verhalten von Primaten! Das Ausleben von tierischen Instinkten und ohne Impulskontrolle! Besonders bei solchen, die in künstlerischen (da kann man bei Hollywood drüber streiten) Betrieben tätig sind, die sich liberale, freidenkende und visionäre Ziele auf die Fahnen schreiben, ist es besonders schlimm, obwohl es für eine übergriffiges Verhalten niemals eine echte Rechtfertigung gibt.

Angesicht der langen und nach wie vor anhaltenden weltweiten Unterdrückung von Frauen, scheint der Weg zur respektvollen Gleichberechtigung und Selbstbestimmtheit eine Never Ending Story zu werden. Leider keine zauberhafte, wie die von Michael Ende.

Wir sind alle Sansa!

** Autorin des Beitrags ist Jana Jeworreck alias Moira

Nornengestöber und Autorenleben

Unser Monatsthema „Gewalt in Fantasy“ beschäftigt uns als Leserinnen, als Lektorinnen und natürlich auch als Autorinnen. Doch neben den inhaltlichen Themen dürfen auch die organisatorischen und die Basis dahinter nicht vernachlässigt werden. Darum werfen wir bei der heutigen #Nornenstöberrunde einen Blick ins Handwerk von Autoren.

Autoren Urlaub

Immer wieder Thema sind Druckkostenzuschussverlage. Für jeden Menschen, dem seine Texte etwas bedeuten, sollte klar sein, dass das der falsche Weg ist. Warum zeigt beispielsweise dieser Artikel.

Ebooks sind ein heikles Thema. Sie werden oft wesentlich günstiger als Prints angeboten, manchmal sogar kostenlos, landen dann auf dubiosen Tauschbörsen, wo sie illegal weitergegeben werden. Wie Klickfarmen Ebook-Verkäufen schaden hat die Selfpublisherbibel zusammengefasst.

Autoren und Klischees gehören zusammen, da sind wir ehrlich. Wie lieben sie, wir hassen sie, aber ohne sie können wir gar nicht. Die Autorenwelt schreibt hier über Klischees bei Autoren und wir sind gespannt, ob ihr zustimmt.

Aktuell stolpern wir wieder vermehrt über Artikel, die genau das ankreiden, weswegen wir uns gegründet haben. Auf Edition F könnt ihr beispielsweise lesen, warum noch immer so viele Leute glauben, Frauen würden emotionale Themen bevorzugen, männliche Autoren dagegen tiefere, kritischere und „höhere“ Literatur verfassen.

Autoren gelten als Selbstständige und Kleinunternehmer. Hier ändern sich die Steuerregelungen, also bleibt auf dem Laufenden.

Noch bis zum 15.08 könnt ihr am Gewinnspiel unserer Norne Anna Weydt teilnehmen und ihren neuen Roman „Das steinerne Schloss“ gewinnen. Es lohnt sich!

Unsere Sammelaktion für unseren Stand auf der LBM hat es innerhalb von drei Tagen geschafft, über 50% der geplanten Summe einzunehmen. Wir sind begeistert und voller Elan. Den Rest schaffen wir mit eurer Hilfe auch noch. DANKE!

 

 

Fragefreitag: Ein gutes Buch braucht Spannung, braucht es auch eine Form der Gewalt?

Das Erzeugen von Spannung ist ein interessantes Thema, denn es gibt so viele unterschiedliche Arten, diese zu erzeugen. In unserem heutigen Beitrag stellen wir die Frage danach, ob ein gutes Buch neben Spannung auch eine Form der Gewalt braucht. Was ist eure Meinung dazu? Nutzt den Hashtag #NornenFragefreitag und lasst uns eure Meinung da.

Autoren Urlaub

Grumpy Moon: Es braucht in der Regel einen guten Konflikt, aber nicht unbedingt einen gewalttätigen. Ich habe schon einige gute Bücher gelesen, die ohne einen einzigen zertrümmerten Schädel auskommen und trotzdem gut sind – obwohl man „Gewalt“ natürlich nicht unbedingt nur körperlich definieren kann / muss.

Nike Leonard: Ich bin nicht sicher. Gewalt ist kein Synonym für Spannung, sondern eine Möglichkeit, wie sich Spannung entladen kann, aber bei weitem nicht die einzige. Trotzdem ist Gewalt (nicht unbedingt körperliche) allgegenwärtig. Vielleicht ist es deshalb so schwer, einen Plot zu finden, der vollkommen ohne Gewalt auskommt.

Laura Kier: Für mich nicht. Konflikte sind für Spannung wichtig, aber sie müssen nicht auf Gewalt aufgebaut sein. Die Frage ist aber auch, wie Gewalt definiert wird. Körperlich? Geistig? Selbst in Märchen, die ich gerne lese und schreibe, ist Gewalt allgegenwärtig. Von daher finde ich die Frage sehr schwer zu beantworten.

Jana Jeworreck: Braucht die Welt Gewalt? Nein. Existiert sie trotzdem? Ja. Es kommt natürlich immer darauf an, welche Art von Buch man schreibt. Und wie man Gewalt definiert. Denn selbst in einem Buch ohne physische Verletzungen gibt es meist psychische. Es ist nahezu unwahrscheinlich, dass ein Roman ohne „Gewalt“ auskommt. Es gibt Gewalt gegen andere, aber auch gegen sich selbst. Von beispielsweise Selbstzweifeln einer Figur bis zur Selbstzerstörung. Selbst Unfälle mit reinem Blechschaden in einer Liebesschmuzette sind gegebenfalls abrupte und damit gewaltsame Unterbrechungen. Und wenn man als Autor ehrlich ist, sucht man alleine des Drama wegen der höchstmöglichen Fallhöhe für seine Figuren aus. Ich halte Gewalt, ob absichtliche, unabsichtliche, physische, psychische oder höhere, worunter im Grunde auch Magie fällt, für nahezu unverzichtbar und glaube kaum, dass es einen Roman ohne gibt.

Irina Christmann: Gewalt hat so viele Formen. Was für mich harmlos ist, kann einen anderen schlimm triggern. Aber grundsätzlich gibt es bei mir keine Schlägereien usw. Wobei Ausnahmen natürlich auch hier die Regel bestätigen.

Katherina Uschachov aka Evanesca: Selbst die harmloseste Geschichte kommt nicht ohne Gewalt aus. Nehmen wir sowas Harmloses wie das Bilderbuch, in dem jemand dem Maulwurf auf den Kopf macht. Auch das ist eine Form von Gewalt. Ich denke nicht, dass ein Buch es braucht, aber ich halte es schlicht für unmöglich, eins ohne zu schreiben.

Siiri Saunders: Gewalt ist natürlich Definitionssache. Geht man von „allen Formen der Gewalt“ aus, so wird hier womöglich der Konflikt beschrieben. Ein Buch ohne Konflikt? Undenkbar. Aber was ist, wenn der Konflikt von außen herbeigeführt wurde und beide Charaktere, die im Konflikt miteinander stehen, eben ihre Meinung vertreten? Dann ist es nicht gewalttätig, sondern konfliktbehaftet. Aber wenn da dann nicht auch mal die Fetzen fliegen? Natürlich kann man auch gewaltfrei kommunizieren. Also mein Fazit: Ja, ein Buch kommt sicher auch ohne jede Form der Gewalt aus.

Diandra Linnemann: Seit die Gewaltorgien Überhand nehmen, lese ich nicht mehr gerne Thriller. Es ist leicht, möglichst viele Leute möglichst dramatisch abzuschlachten – wenigstens auf Papier – aber das sind nur billige Effekte. Manchmal ist Gewalt Bestandteil der Geschichte, aber ich halte sie nicht für zwingend nötig.

Elenor Avelle: Gute Geschichten brauchen Konflikte, aber keine Gewalt.

June Is: Das kommt auf die Zielgruppe an. 🙂

Anna Kleve: Nein. Es gibt Beispiele von sehr guten Büchern, in denen kaum Kämpfe oder Gewalt vorkommen. Die „Pelinor-Saga“, fällt mir da spontan ein.

Karin (E.) Novotny alias EmmaN: Hmmm. Wenn es keine Verletzung von (persönlichen) Grenzen gibt, dann wirds auch schwierig mit dem Konflikt. Liegt also wohl an der Definition von Gewalt.

Der August brennt – Nornengestöber

Ja ihr habt richtig gelesen: Der August brennt. Denn diesen Monat beschäftigen wir uns mit Rohheit und Gewalt in der Fantasy. Es wird auf mehreren Ebenen heiß. Denn in diesem Nornengestöber beschäftigen wir uns mit dem Hintergrund von Gewalt in Fantasy, der Gewalt in den Rollenbildern von Fantasybüchern und mehr.

 

Frank Weinreich beschäftigt sich auf der Seite Polyoinos damit, dass Gewalt in Fantasy irgenwie dazu muss. Er analysiert Tolkiens ‚Der Herr der Ringe‘ mit einem durchaus kritischen Blick auf die dauerhaft gezeigte Gewalt und deren Nutzen, besser gesagt dem Unnutzen.

 

Kann man gute Fantasy schreiben, ohne Gewaltszenen? Vielleicht. Kann man gute Fantasy schreiben ohne unnötige Missbrauchsszenen? Ja! Das meint zumindest Aurelia von Geekgeflüster. Sie untersucht in ihrem Essay über Rapefiction die Auslöser und bösen Folgen, sowie die Tatsache, dass niemand Rapefiction schreiben muss – auch wenn das gerne mal anders dargestellt wird.

 

Christoph Hardebuschs ‚Feuerstimmen‘ ist ein Paradebeispiel für… zumindest fragwürdige Rollenbilder. Henri Vogel vom Blog Filmtheaterlesesaal hat ein wunderbares Essay zum Thema Geschlechterrollen in der Fantasyliteratur an diesem Beispiel geschrieben, in dem er auf die Gewalt eingeht, die man mit klassischem Rollenmist beiden Figuren antut.

 

Zu guter Letzt noch ein Beitrag von Fantasybuch.de, in dem Fantasyautor Ales Pickar auf unsere Sicht von Gewalt in Fantasy und ihren Fuß in unserer (unrealistischen) Vorstellung von Gewalt (gegen Frauen) im Mittelalter schreibt. Der Beitrag ‚Die Mechanik der Schändung‘ ist kritisch auf beiden Seiten und eine absolute Leseempfehlung zum Thema, egal wie man dazu steht.

 

Wie steht ihr zu diesem kritischen Thema und habt ihr Blogbeiträge, die ihr hier gerne diskutiert sehen würdet? Sagt es uns in den Kommentaren!

Fragefreitag: Hand aufs Herz. Was würdest du nie schreiben?

Wir wollen heute von euch wissen, was für euch gar nicht geht. Welches Genre bleibt ewig ein Rätsel für euch und welches Terrain wollt ihr gar nicht erst betreten? Macht mit unter #Nornenfragefreitag und verratet uns, was ihr nie schreiben würdet.

Jule Reichert: Eine waschechte, kitschige Liebesgeschichte OHNE jegliches phantastisches Element. Allein Romantasy kann ich mir bereits schlecht vorstellen, aber da gibt es wenigstens noch Magie.

Michelle Janßen: Erotik und Romantik. Nicht nur, weil ich beides nicht schreiben kann und sehr unangenehm finde, sondern auch, weil für mich zwischenmenschliche Interaktionen keine Geschichte ausmachen. Dieses ewige Hin und Her, Dreierkonstellationen etc. – das ist mir zu langweilig, um mich damit 300 Seiten lang zu beschäftigen.

Janna Ruth: Thriller, zumindest nicht absichtlich. Krimi und Erotik wird wahrscheinlich auch nur ein zufälliges Element sein, aber nie Fokus des Buches.

Katharina Ushachov aka Evanesca: Schwierig. Früher hätte ich gesagt „Nichts mit Erotik“, aber seitdem habe ich eine KG mit Meermannsex geschrieben und es gibt ab und zu Sexszenen in meinen Romanen. Und ich hätte früher auch gesagt „Nichts mit Romantik“, aber wer „Zarin Saltan“ kennt … nun, das ist für meine Verhältnisse dann doch sehr romantisch. Also: Ich habe nicht die leiseste Ahnung und fürchte inzwischen, es kann mich jederzeit so ziemlich überall hin verschlagen.

June Is: Neulich hatte ich einen Typen im Writingchannel, der Schriftsteller für eine Filmproduktion gesucht hat. Auf Nachfrage erfuhr ich: Tabus sollten vielfältig gebrochen werden. Sodomie im Zirkus, menschliche Männer mit weiblichen Tieren etc. Da sage ich ganz klar: Nein, danke!

Esther Betram: Vermutlich werden es bei mir nie Krimi und Thriller werden – aber ganz ehrlich? Solange fantastische Elemente dabei sind, bin ich für alles zu begeistern.

Jasmin Engel: Leider die beiden Genres, die sich am besten bei Verlagen und Agenturen Unterbringen lassen: Krimi und Liebesroman.

Esther Wagner alias Kirana: Einen Liebesroman.

Diandra Linnemann: Hmm … schnulzige Liebesgeschichten und die sogenannte „Einhandliteratur“ kann ich mir für mich selbst gar nicht vorstellen – aus unterschiedlichen Gründen.

Sarah König: Grusel/Horror, alles, was über eine ganz, ganz leichte Gänsehaut hinausgeht oder gar mit detaillierter Beschreibung z.B. von Verletzungen zu tun hat.

Sienna Morean: Eindeutig Sex Szenen! Ich lese sie ungern und schreiben? Nein, da lasse ich lieber den Leser fantasieren.

Karin (E.) Novotny alias EmmaN: Krimis! Ich liebe es, sie zu lesen, bin aber viel zu doof, sie zu konzipieren.

Barbara Weiß aka TheBlueSiren: Ich glaube, es gibt kaum Genres, die ich nicht gerne versuchen würde. Ich glaube ein rein historischer Roman wäre mir zu viel Rechercheraufwand.

Grumpy Moon: Kinderbücher. Es fällt mir ja schon schwer, die Kinder in meinen Romanen altersgerecht sprechen zu lassen.

Fantasy und Gewalt – eine Blogparade des Nornennetzes

Fantasy – ganz klassisch sind das Geschichten in denen ein Held die Welt, ein Reich oder doch wenigstens eine schöne Frau retten muss. Gewalt spielt dabei beinahe immer eine Rolle. Oft wird eine idyllische oder zumindest als gut geordnet geschilderte Ausgangssituation durch den Einbruch von Gewalt gestört. Die Königsfamilie wird von einem Ursurpator ausgelöscht, Nazghul jagen wehrlose Hobbits, eine alte Prophezeiung taucht auf und macht den Helden zur Zielscheibe finsterer Mächte. Diese Form der Gewalt ist immer negativ besetzt. Sie ist brutal und oft tödlich, paart sich mit psychischer Gewalt, die oft noch weitere Ausmaße annimmt. Gleichzeitig nutzt der Bösewicht sie gerne, ergötzt sich geradezu daran. Sie ist hier nicht nur Mittel zum Zweck, sondern Teil des Zieles selbst. Dieses Ziel mag primitiv sein, wie Saurons Verlangen, die Welt zu beherrschen, oder psychologisch Gründe haben wie Voldemorts immensem Rachekomplex Muggeln gegenüber, es ist die Grundlage für jegliche Handlung und Gewalt im Roman.

Wir lieben Fantasy – aber braucht es immer Gewalt dabei?

Gut gegen Böse

Gleichzeitig gibt es aber auch die positive Gewalt: Wenn der Held die Herausforderung annimmt und von der Opfer- in die Heldenrolle wechselt, geschieht das in der Regel, indem er selbst gewalttätig wird. Selbst die harmlosen Hobbits wachsen am Ende über sich hinaus. Pippin zertrennt dem König der Nazghul die Beinsehnen und hilft dadurch Eowyn, ihn zu besiegen. Noch deutlicher tritt dieses Phänomen in den Geschichten über Superhelden zutage, an deren Ende oft ein „Bosskampf“ mit dem Superschurken steht. Diesen gewinnt der Held, weil er aufgrund überlegener Kampfmoral letzte Reserven mobilisieren kann, die am Ende auch zu körperlicher Überlegenheit führen. Vor psychischen Qualen schreckt der Held meist genauso zurück, wie vor der gänzlichen Vernichtung des Gegenspielers. Die wird zur letzten, notwendigen Tat, der eine innere Zerrissenheit und Reife des Helden vorsteht. Nie wird Gewalt hier für die eigenen Interessen genutzt, immer gilt sie dem höheren Ziel, andere zu schützen. Ohne den negativen Auslöser wäre die positiv konnotierte Reaktion nicht nötig. Die „gute Gewalt“ besiegt also die „böse Gewalt“.

DER Held

Wenn wir über den Helden der klassischen Fantasy sprechen, ist die männliche Form bewusst gewählt, denn hier ist der Held fast ausnahmslos männlich. Dieses Trope* ist zwar dabei, sich zu verändern, allerdings hat die Änderung kaum Einfluss auf die Rolle der Gewalt. Oft starten Frauen zwar eher wie Hobbits, also schwach und wehrlos, finden dann aber im Lauf der Geschichte einen starken Beschützer, der ihnen körperliche Auseinandersetzungen erspart. Mia, aus der Grim-Reihe ist so ein Fall. Die eigentliche Gewalt wird hier klar männlich verortet, die Frau mag Auslöser sein, der Schlüssel zum Sieg, aber kaum eine aktive Kämpferin. Sie ist es, die immer wieder in Schwierigkeiten kommt und so die Handlung zwangsweise mitgestaltet. Handelnde ist sie dabei in den seltensten Fällen. Andererseits gibt es auch Frauen wie Katniss, die sich von Anfang an selbst behauptet und vor Gewalt nicht zurückschreckt, die im Roman also genauso gut ein junger Mann sein könnte – nur, dass der Verlag dann vermutlich keine Liebesgeschichte verlangt hätte. Eine andere, nicht weniger wichtige Baustelle.

Gewaltige Liebe

Allerdings soll es in dieser Blogparade nicht um Liebesgeschichten gehen, sondern um Gewalt. Da fällt bei Fantasy, die sich vorwiegend an ein weibliches Publikum richtet, noch ein weiterer Aspekt auf: Die fast immer enthaltene Liebesgeschichte ist oft von psychischer Gewalt geprägt, die aber romantisch verklärt wird. Der Protagonist stalkt die Protagonistin, er beschränkt sie und hält sie in jeder Weise klein – und als Motivation seines Handelns wird immer seine übergroße Liebe genannt. Ausgerechnet dieses Verhalten macht ihn zum Helden, der ohne die Frau an seiner Seite nicht leben kann. Dass er dabei dominiert und die Frau in eine von ihm gewollte Richtung zwingt, wird meistens übersehen. Nicht selten ist er ein Entführer, der sie aber nur entführt hat, um sie zu retten, ein gefährliches Wesen, das eigentlich Abstand von ihr halten müsste, dessen Gefühle ihm das aber unmöglich machen. Schmacht, Schmelz, Würg. Dieses Motiv findet sich selbstverständlich nicht nur in der Fantasy, ist aber in der sogenannten Romantasy weit verbreitet und wird offensichtlich gern gelesen.

Macht mit bei unserer Blogparade zu Fantasy und Gewalt

Das vorangeschickt, laden wir** euch ein, in den kommenden Wochen gemeinsam die verschiedenen Aspekte von Gewalt in der Fantasy zu beleuchten. Mögliche Fragen sind:
  • Gehört Gewalt zur Fantasy?
  • Wie wird Gewalt dargestellt?
  • Zu welchen Zwecken wird sie eingesetzt?
  • Können Frauen über Gewalt schreiben?
  • Schreiben Frauen anders über Gewalt als Männer?

Bloggt darüber und gebt uns euren Link im untenstehenden Formular an. Wir werden daraus eine Linkliste erstellen, in der alle Beiträge mit einer Kurzzusammenfassung „anmoderiert“ werden. Gerne dürft ihr unser Bild zur Aktion mit dem Vermerk ©Nornennetz verwenden.

Dafür habt ihr den ganzen August Zeit. Bis 31.08.2018 könnt ihr eure Beiträge schreiben und bei uns einreichen. Wir wünschen uns vielseitige Sichtweisen, positive wie negative Beispiele, wünsche, wie ihr Gewalt in Zukunft in der Fantastik sehen wollt und wie nicht. Geht gerne auf Randthemen wie Diskriminierungen und Mobbing ein, gerne auf Themen, die im Zentrum stehen, wie Kämpfe und Kriege in der Literatur, führt Interviews oder erstellt Leselisten.


Bisherige Links zur Parade:

Von offensichtlichen Hintergedanken verborgenen Gewalttaten und unsichtbaren Verletzungen – Möchtegernautorin

Der Game of Thrones Effekt in Büchern – Rebel Girls Adventures

Kampfszenen mit Wumms – Diandra Linnemann

Superhelden und Gewalt – Nike Leonhard

*Wir nutzen hier den englischen Begriff, da er geläufiger ist. Eventuell kennt ihr auch die Bezeichnungen „den Tropus“ aus der Literaturwissenschaft. Gemeint ist hier ein stereotypisiertes Bild aus der Literatur, das gleich mehrere Bedeutungsebenen mit sich trägt.

**Autorinnen des Beitrags sind Nike Leonard und Eva-Maria Obermann

Buntes Nornengestöber zum Monatsende

Willkommen zum letzten Nornengestöber im Juli. Bevor es nächsten Monat wieder an ein neues Thema geht, möchten wir euch diese Woche bunt durchmischt ein paar Seiten empfehlen, auf denen AutorInnen vorgestellt werden, das AutorInnenleben diskutiert wird und mehr! Viel Spaß beim Stöbern!

Wir beginnen diese Woche mit einer Blogreihe, die von einer unserer Nornen, Diandra Linnemann ins Leben gerufen wurde: Dem Magischen Mittwoch. Auf ihrem Blog werden AutorInnen vorgestellt und interviewt. Schaut auf jeden Fall mal rein!

Falls eine/r von euch Lieblingsbücher von deutschen AutorInnen hat, die in die Kategorie „Feministische Dystopie“ passen bitte einmal hier entlang. Dr. Kristin Eichhorn sucht via Twitter nach Beispielen, für ein Seminar. Wer sich Tipps bezüglich diese Bücher einholen will sollte sich die Kommentare anschauen, die voller wunderbarer Buchtipps sind!

Wer die deutsche Buchmessenlandschaft kennt, der weiß vermutlich, dass die Phantastika dieses Jahr beinahe ausgefallen wäre. Stattdessen ist sie (für dieses Jahr zumindest) Teil der Comic Con Berlin geworden. Ein Interview mit Mike Hillebrand zum Thema, wie es dazu kam und was das eigentlich zu bedeuten hat findet ihr hier.

Laura Kier, aka unsere Nornenschwester Eluin, nimmt uns mit auf eine Reise durch die Inspiration – wie viel davon in einem einfachen Spaziergang stecken kann könnt ihr auf ihrem Blog Weltenpfad nachlesen.

Und schließlich noch etwas für die, die es trotz der Hitze schaffen, produktiv zu sein: Der Mysticverlag sucht bis Ende November Kurzgeschichten für eine Anthologie. Science Fiction trifft auf Mädchenelemente – das klingt gut? Dann informiert euch doch bei der Ausschreibung des Verlags über die Kriterien.

Ist diese Ausschreibung etwas für euch? Machen ein paar sogar mit? Lasst es uns in den Kommentaren wissen! Dieses Nornengestöber ist eine wilde Mischung aus interessanten Links – nächste Woche wird es wieder zentrierter um das neue Monatsthema gehen. Also bleibt gespannt und bis zum nächsten Mal!

Fragefreitag: Wie leicht oder schwer fallen dir Kampfszenen?

Kampfszenen werden von den einen Autoren als leichte Fingerübung betrachtet, von den anderen als schwierige Szenen, die viel Aufwand kosten. Wie unsere Nornen zu Kampfszenen stehen, liest du in unserem Fragefreitag zu diesem Thema. Wie leicht fallen dir Kampfszenen? Nutze den Hashtag #NornenFragefreitag und lass es uns wissen!

Autoren Urlaub

Karin (E.) Novotny alias EmmaN: Hmm, gute Frage. Derweil hab ich keine definitiven Kampfszenen mit drin. Wohl aber „tätliche Auseinandersetzungen“ – zählt das auch? Naja, ist schwierig. Zu viele Beschreibungen, wer genau wo was macht halten die Action auf. Aber andererseits soll der Leser ja „im Bilde sein“. Na, wenn ich da Hilfe brauche, lese ich nach bei Kartin Ils.

June Is: Da ich keine epische Fantasy bisher schreibe … okay, ich habe in einer Story eine Zauberkampfszene am Strand drin. Mit Drachen. Die kam ganz gut an. Generell mag ich lieber Action denn Stagnation, muss aber nicht immer Kampf mit Schwertern sein. Menschen, die gegen oder mit sich selbst kämpfen habe ich jedoch einige.

cazze: Mir fallen Kampfszenen eher schwer, weil ich ein friedliebender Mensch bin. Charaktere umbringen geht aber wieder. 😉

Katherina Uschachov aka Evanesca: Leichter als Liebesszenen. Es läuft auf Aktion und Reaktion hinaus und auf möglichst plastische Beschreibungen dessen, wie Körper darauf reagieren, beschädigt zu werden. Meist kämpfen bei mir Vampire. Oder Magier*innen. Da kommt noch das Beschreiben des Einsatzes der Kräfte hinzu. Mache ich eigentlich sehr gerne.

Diandra Linnemann: Alles, was mit schneller Action zu tun hat, fällt mir schwer – ich finde, ich kann es einfach nicht ausreichend rasch beschreiben, und der Leser hinkt in der Zeit immer hinterher. Außerdem finde ich es schwierig, etwas so Chaotisches wie einen Kampf strukturiert wiederzugeben.

Sarah König: Mittlerweile gehen die ganz gut. Ich hatte zu Anfang das Problem aus zu großer Ferne zu berichten – da passt dann das Tempo nicht, man kriegt nicht genug mit. Genauso wenn man zu nah dran schreibt. Mittlerweile habe ich die für mich passende Entfernung zum Geschehen gefunden und hoffe, dass meine LeserInnen das auch so sehen.

Laura Kier: Schwer. Ich halte sie so kurz wie möglich. Das liegt aber auch daran, dass ich wenig Interesse daran habe, ausgedehnte Kampfszenen zu lesen. Ich hatte schon Bücher mit Seiten voller Kampfszenen, die mögen gut gewesen sein, aber nicht mein Ding. Oft steht auch die Handlung in diesen Szenen still und das mag ich nicht.

Grumpy Moon: Schwierig. Das fängt schon da an, dass ich nicht weiß, wie bestimmte Angriffe heißen oder am besten zu beschreiben sind, und endet dort, dass so etwas einfach viel interessanter anzusehen ist als zu lesen.

Nike Leonard: Kampf- und Actionszenen zu schreiben, finde ich vergleichsweise einfach, so lange ich mich auf die Empfindungen der Beteiligten konzentrieren kann. Schwierig wird es erst, wenn ich zwischendrin irgendwelche Handlungen erklären muss, weil dadurch immer Tempo verloren geht.

Jana Jeworreck: Ich liebe Kampfszenen. Dabei geht es bei mir weniger um den reinen Schlagabtausch, sondern um die Gedanken und Wahrnehmungen der Figuren. Auch bei epischen Schlachtszenen bleibe ich meist an einer Figur dran, da es intensiver ist ihren Blickwinkel des Geschehens zu beschreiben.

Irina Christmann: Bis jetzt habe ich keine gebraucht, dafür gibt es andere Herausforderungen. Zur Zeit enthält meine Playlist jedoch diverse Szenen aus Star Wars …

Anna Weydt: Kampfszenen kriege ich super hin, sogar wesentlich besser als Liebesszenen. Mir gefällt das Rasante und das Adrenalin, das man während des Schreibens an den Leser bringen muss. Daher: Kampfszenen gehen immer.

Fragefreitag: Liest du selbst Comics / Mangas / Graphic Novels? Warum?

Comics, Mangas und Graphic Novels sind eine spannende Alternative zum klassischen Buch, das gänzlich auf gestalterische Elemente verzichtet. Gerade, wenn gar kein Text zum Einsatz kommt, sondern nur Bilder die Funktion des Storytelling übernehmen, lässt man sich als Leser auf eine ganz andere Art, Geschichten zu erleben, ein. Wir stellen diesen Freitag die Frage: Liest du selbst Comics, Mangas oder Graphic Novels? Erzähl uns gerne von deinen Erfahrungen und nutze den Hashtag #NornenFragefreitag.

Autoren Urlaub

Laura Kier: Früher mehr als heute. Angefangen habe ich mit Comics, bin dann zu Mangas übergegangen (etwas günstiger als Comics, weil oft S/W-Druck) und habe auch ein paar Graphic Novels im Regal stehen. Grundsätzlich mag ich alles drei (inkl. Bilderbüchern), aber häufig sind mir einfach die Anschaffungskosten zu teuer. Graphic Novels usw. lese ich wegen den Bildern, um in Ruhe zu stöbern, mich inspirieren zu lassen. Romane sind für mich mehr zum Abtauchen.

Grumpy Moon: Damit konnte ich mich noch nie anfreunden. Bücher ja, Filme/Serien ja, aber diese „Zwischenstation“ in Form des Comics ist für mich nichts.

Jasmin Engel: Ich hatte eine Phase für einige Jahre, in denen ich viele Mangas und Comics gelesen habe; das ist jetzt 15 Jahre her und irgendwie habe ich nicht mehr zurück gefunden.

Katherina Uschachov aka Evanesca: Ich besitze einige Comics und ein paar Mangas. Müsste nur mal Zeit finden, sie auch zu lesen, ich mag sie recht gerne. Eine „Sailor Moon“ aus den 90ern, einen Flix (Faust), einige Graphic Novels und ein Comic zu „Star Wars“ stehen im Regal. Warum? Naja, warum nicht?

Diandra Linnemann: Eine Freundin hat ihre Magisterarbeit über Comicadaptationen von Goethes „Faust“ geschrieben und ist auch sonst ein großer Comicfan, die versorgt mich immer mit Lesestoff (ich habe für sie damals zwei japanische Comicversionen von „Faust“ übersetzt). Eigentlich bin ich ein eher wenig visuell veranlagter Mensch und bekomme deswegen die ganzen kleinen Informationsschnipsel, die sich in Comics in Bildern verstecken, gar nicht mit. Trotzdem lese ich gerne etwa „Asterix“ oder „Hägar“, habe die „Absolute Sandman“-Bände im Regal stehen und vertreibe mir online die Zeit mit Webcomics wie „The Devil’s Panties“ oder „Questionable Content“.

June Is: Seit Poisonpainters Tipps lese ich wieder mehr – auch online. Vorher mochte ich einfach gut gestaltete Bücher mit tollen (Zeichen-)Künstlern, die viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen.

Sarah König: Jap, ich habe Mangas vor ein paar Jahren exzessiv gekauft und gelesen, dann beim vorletzten Umzug bereits aussortiert und jetzt zum Umzug letzten Sommer noch einmal. Von einigen werde ich mich nie trennen. Und wenn mir mal einer besonders fehlt, dann guck ich einfach in den Regalen meiner Schwester, die ist da genauso drauf wie ich, hat aber bisher (Glück für mich) nie aussortiert.

Anna Weydt: Schreiben nein, lesen ja. Warum? Weil mich diese andere Art, Geschichten zu erzählen, fasziniert.

Sienna Morean: Weil die Erzählweise mit Bildern angenehm ist, zu lesen. Ich finde, Manga / Comics o.ä wird viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt, seitdem die Menschen nur noch an ihren Handys kleben.

Gesa F. Roberts: Ich lasse mich generell gerne in fremde Welten entführen, und mit Bildern unterstütze Werke bieten für mich den Vorteil, dass sie mich von Anfang an ein Stück weit an der Hand mitnehmen.

Anne Zandt aka Poisonpainter: Ooooh ja … ich kann nicht genau sagen warum, aber ich mag einfach diese Art der Erzählweise. Es ist so ganz anders als „normale“ Bücher / Geschichten. In meiner Lesezeichenliste sind bestimmt an die zwanzig verschiedene Webcomics, dazu einige Manga Reihen Zuhause und hin und wieder werd ich mit Marvel-Sachen auch mal etwas Mainstream. Wer also mal Empfehlungen braucht, ein paar habe ich auf meinem Blog schon vorgestellt.

Janna Ruth: Immer so phasenweise. Als Jugendliche habe ich fast jeden Manga verschlungen (damals gab es auch noch nicht so ein breites Angebot). Dann hatte ich mal ein paar Monate oder waren es 1-2 Jahre, in denen ich Scanlations gelesen habe und somit den wunderbaren Adachi kennengelernt habe und momentan ist es so hin und wieder, aber ich verfolge aktuell keine Reihe.

Elenor Avelle: Comics sind der Hybrid zwischen Buch und Film. Ich zeichne auch zu meinen Büchern wahnsinnig gerne, weil eine Geschichte dadurch noch einmal anders greifbar wird.

Karin (E.) Novotny alias EmmaN: Ja, ich mag das schon, dass da auch Bilder sind. Es gibt mir mehr Einblick in die Welt, die der Autor / die Autorin geschaffen hat und wie er / sie es sich gedacht hat. Aber ich hab ein Problem damit, wenn ich die Bilder nicht mag. Da kann das dann die tollstes Geschichte sein, wenn die Bilder mich nicht ansprechen, dann werde ich es nicht (fertig) lesen.