Nornengestöber und Regelungen

So gern wir uns in fantastische Welten begeben, so sehr müssen wir doch auf Normen und Regelungen achten. Seien es nun juristische Vorgaben oder eher gesellschaftliche Entwicklungen, Prioritäten, die wir uns selbst setzen oder solche, die unser Leser stellen. Auch Nornen sind von Regelungen nicht ausgenommen. Darum werfen wir bei der heutigen #Nornenstöberrunde einen Blick in bestehende Normen, Entwicklungen, Möglichkeiten und Umsetzungen.

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Kaum hatten wir uns alle an die DSGVO angepasst, hatte die EU den nächsten Aufreger schon parat. Facebookseiten und ihren Anspruch an bestehende Datenschutzrichtlinien. Dutzende haben ihre Seiten geschlossen, viele Blogger, die um der DSGVO zu entgehen auf Facebook ausgewichen sind, wussten nicht weiter. Was eigentlich im Urteil des EuGH steht, wird bei SKOUTZ erklärt.

Und jetzt? Alles dicht machen, endlich der driftige Grund, Facebook den Rücken zu zu kehren? Dr. Thomas Schwenke, der auch den Datenschutzgenerator anbietet, klärt hier auf und sagt: keine Panik, aber Aufpassen.

Eine andere Frage, die auch uns Autoren immer wieder beschäftigt, ist die, wie lange eigentlich das Urheberrecht gilt. Einmal, weil wir wissen wollen, wie unsere Texte geschützt sind, aber auch, weil es uns manchmal in den Fingern juckt, aus Fanfiction einen Roman zu machen und auch da das Urheberrecht des Original-Romans berücksichtigt werden muss. Wie lange das Urheberrecht gilt erfahrt ihr hier.

Frisch entbrannt ist auch mal wieder die Diskussion um die Buchpreisbindung. In Deutschland fest vorgeschrieben und mittlerweile auch für elektronische Bücher gültig, wünschen sich manche (vor allem Verkaufter) die Möglichkeit Rabatte oder individuelle Preise auszuschreiben. Der Spiegel hat dazu einen interessanten Artikel veröffentlicht, der den Hintergrund der Debatte aufzeigt.

Manchmal sind Regeln auch nur Vorschreibungen, die wir uns selbst machen. Mauern, in unserem Kopf, die uns nicht weiter gehen lassen und nicht nur einschränken, sondern wirklich bedrücken. Babsi aka Bluesiren hat sich dazu Gedanken gemacht und geht das Problem psychologisch an: Es muss sich was ändern, aber wie?

Auch unsere Sprache schafft Normen. Als Autorinnen müssen wir mit reellen Veränderungen umgehen und uns immer wieder entscheiden, welche Welt wir in unseren Büchern schaffen wollen. Dabei helfen kann vielleicht dieser Artikel über genderneutrale Pronomen auf Weltenschmiede.

Gerade die Fantastik unterliegt einer besonderen Verantwortung, denn oft sind unsere Geschichten voller Metaphern und Anspielungen auf die Realität, die noch viel deutlicher sind, als es ein realistischer Roman sein könnte. Fried Poenix schreibt darüber, wo diese Verantwortung zum Tragen kommt und wie wir damit umgehen können.

Wer selbst mit seinen Geschichten neue Wege öffnen will, sollte sich das Fest der Vielfalt beim Bücherstadt Kurier anschauen 😉 Viel Spaß beim Schreiben.

Am Ende wollen wir euch noch schnell auf den Coverrelease zu Tropfen der Ewigkeit unsere Norne Eva-Maria Obermann aka Variemaa aufmerksam machen. In der Reihe der Märchenspinner wird alle zwei Monate eine Märchen-Adaption veröffentlicht, die sich immer mit besonderen kritischen Themen auseinandersetzt. Auch das Buch Die zertanzten Schuhe unserer Norne Janna Ruth ist in dieser Reihe erschienen und konnte dieses Jahr den Seraph gewinnen.

Fragefreitag: Welches ist der größte Fehler, der bei Anthologien passieren kann?

Anthologien sind ein tolles Mittel, um viele schöne Geschichten in nur einem Buch unterzubringen. Aber was passiert, wenn dabei irgendetwas schief läuft? Was, wenn die Anthologie am Ende weder den Vorstellungen und Erwartungen der Leser noch denen der Autoren gerecht wird? Deshalb fragen wir heute nach den größten Fehlern, die bei einer Anthologie passieren können. Was ist für dich ein absolutes No-Go bei Anthologien? Immer her damit unter dem Hashtag #NornenFrageFreitag.

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Katherina Ushachov: Eine lieblose Gestaltung. Man knallt einfach ein paar Geschichten ohne Sinn und Verstand rein und hofft, dass schon alle Freund*innen und Verwandten der Autor*innen zuschlagen werden. Nope. Ich gebe meine Kurzgeschichte doch nicht zum Verramschen her, die Antho soll gekauft, gelesen und gehypt werden.

Janna Ruth: Wenn die Geschichten wahllos und ohne thematische Verbindung, welche mehr als nur ein Genre sein sollte, zusammengeschmissen werden.

Laura Kier: Sie in einem Team herausgeben zu wollen, ohne das jemand den Hut auf hat. Und aus Leserperspektive: Eine bunte Mischung ist toll, aber wenn in Anthologien Gedichte, Geschichten und alles Queerbeet ohne Zusammenhang zusammengewürfelt wurde, fehlt einfach der Faden. Dann geht ein Teil der Texte völlig an mir vorbei.

Jasmin Engel: Meiner Meinung nach, wenn alle zu starr an einem eng gefassten Thema und Rahmen bleiben müssen, sodass ich das Gefühl habe, 20 Mal die eine fast gleiche Geschichte zu lesen.

Diandra Linnemann: Das Blödeste, das mir bislang passiert ist: überhaupt keine Kommunikation zwischen Verlag und Autorin. Ich habe erst von einer anderen Autorin, lange nachdem die Anthologie, für die ich mich beworben (und dann nie wieder etwas gehört) hatte, erfahren, dass meine Geschichte angenommen worden war. Das war besonders blöd, weil ich sie inzwischen auch in einer anderen Anthologie als unveröffentlichte Geschichte untergebracht hatte. Glücklicherweise gab das keine Probleme, aber ich war unglaublich angesickt.

June Is: Was mir mal passiert ist – ich frage ein halbes Jahr später mal nach, was die Antho macht. Antwort: Hatte ich Sie nicht unterrichtet? Sie stehen sogar drin! Und das natürlich ohne Autorenexemplar oder Tantiemen.

Sarah König: Dass es keine schöne Mischung aus Geschichten ist, sondern alles zu unterschiedlich oder alles zu gleich.

Anna Weydt: Ganz blöd ist, wenn man sich mit einer Geschichte bewirbt und dann einfach gar keine Rückmeldung bekommt und sich sogar auf Nachfrage nach fast einem Jahr einfach totgestellt wird. Ein schlechtes Lektorat ist aus meiner Sicht auch ein schlimmer Fehler, der bei der Veröffentlichung einer Anthologie passieren kann – wobei das natürlich nicht nur für Anthologien gilt.

 

Nornengestöber out of Space

Als erster deutscher Kommandant im Weltraum wurde Alexander Gersts Start zur Raumstation ISS überall thematisiert. Ein kleiner, feiner Weltraum-Hype zieht sich durch Deutschland. Das freut uns sehr, denn unsere fantastischen Nornen schreiben natürlich auch Science Fiction. Grund Genug mal einen Blick auf das Thema zu werfen in unserer #Nornenstöberrunde.

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Wenn ihr bis jetzt noch keine Ahnung habt, wer Alexander Gerst überhaupt ist und was er so macht, schaut doch mal beim ZDF vorbei. Hier berichtet der Raumfahrer nicht nur von seinen Kindheitstraum, sondern auch, wie dieser wahr geworden ist.

Noch mehr Infos über die Mission und alles rund um Raumfahrt findet ihr beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Nicht nur ein super Tipp für die Recherche zum nächsten SciFi-Roman^^

Eine ganz tolle Buchbloggerin, die auch immer wieder Bücher zu Weltraumthemen verbloggt ist Paloma Pixel. Leider ist ihr Blog wegen der DSGVO noch im Wartungsmodus. Wir drücken die Daumen, dass es bald wieder läuft. Bis dahin könnt ihr schon mal auf ihren Twitter-Account schauen und euch faszinieren lassen.

Wenn es euch reizt, das Genre mal auszuprobieren, schaut doch mal bei der Autorenwelt vorbei. Dort gibt es einen tollen Artikel, wie Science Fiction geschrieben werden kann.

In dem Zusammenhang freut es uns auch sehr darauf Aufmerksam zu machen, dass unsere Norne Anke Höhl-Kayser mit ihrem Science Fiction Roman Das Geheimnis der Sternentränen für den Deutschen Phantastik Preis nominiert ist. Wenn ihr noch eine Stimme übrig habt, unterstützt sie doch. Hier findet ihr noch eine tolle Rezension zum Buch 😉
Im Bereich Science Fiction haben es Autorinnen besonders schwer. Auf Listen der berühmtesten Romane tauchen sie selten auf. (Hier zum Beispiel sind ganze zwei Frauen vertreten, auch die Liste der Phantastik-Couch strotzt eher vor Testosteron). Untereinander beeinflussen sie sich aber durchaus. Tor online stellt fünf Autorinnen vor, die von Ursula K. Le Guin, der Autorin von Planet der Habenichtse, inspiriert wurden. Außerdem gibt es dort diesen Artikel, der nicht nur den Mangel an weiblichen Autoren im Genre SciFi aufgreift, sondern auch etwas dagegen unternimmt. Weiter so!

Dass Autorinnen sich schnell mal ein männliches Pseudonym zulegen, wenn sie Science Fiction schreiben und die Gedanken dahinter haben Katharina Jach zu diesem Beitrag gebracht.

Ein aktueller Science Fiction Roman, der sich das Thema Geschlechter-Diskriminierung zum Thema gemacht hat, ist Naomi Aldermanns Die Gabe. Hochgelobt hat das Buch den Einzug in so manches Bücherregal gefunden. Wir haben bei ein paar Buchblogs nachgeschaut, wie es denn letztlich angekommen ist. Bei Kill Monotony haben wir eine durchwachsene Rezension entdeckt, die zeigt, dass vielleicht nicht alles so super an dem Roman ist, wie überall behauptet wird. Auch Leseratz war nur mäßig begeistert. Eine tolle Idee, die nicht überall greifen kann.

Fragefreitag: Welches ist deine Lieblingseissorte oder andere Erfrischung an heißen Tagen?

Bei sommerlichen Temperaturen kann es vor dem Computer schon mal zu verzweifelt schwitzenden Autor*innen kommen. Während manche Nornen die Hitze lieben freuen sich andere schon wieder auf den Herbst. Eines aber haben alle gemeinsam: jede hat ihre kleine Geheimwaffe gegen die Hitze und ganz vorne mit dabei ist der Klassiker Eis. Darum fragen wir heute: Welches ist deine Lieblingseissorte? Oder hast du noch eine andere kühlende Erfrischung als Tipp für uns? Immer her damit unter dem Hashtag #NornenFrageFreitag.

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Cazze: Eiiiiiiiiiis *.* Ich liebe Eis und könnte es nicht nur im Sommer essen. Meine Lieblingssorte ist Cookies und Himbeer, aber ich probiere auch gerne außergewöhnliche Sachen aus. Letzte Woche habe ich zum Beispiel Banane-Lakritz gegessen. Auf der Geburtstagsfeier meines Onkels gab es Vanilleeis und man konnte sich Kürbiskernöl drauftun. Das hört sich sehr strange an, schmeckt aber richtig gut.

Irinia Christmann: Eis mag ich entweder total opulent, sprich süß mit Keksen und Extrasauce, oder total pur, Joghurt mit Früchten … und hinterher eine Bratwurst oder so.

Katharina Ushachov aka Evanesca: EIS! <3 Ich habe keine liebste Eissorte, aber ich bevorzuge es, drei Kugeln zu kaufen und dann je nach Angebot zu kombinieren. Beispielsweise zwei sahnige Sorten und eine Saure/Fruchtige. Oder umgekehrt. Episch schmeckt z.B. was in Richtung „Kaffee“, „Zitrone“, „Salziges Karamell“ in genau DER Reihenfolge.

Jana Jeworreck aka Moira: Vanille ersoffen in Schokoladensoße!

Sienna Morean: Eindeutig Cola und Karamelleis! Am besten ganz viel, von beidem.

Janna Ruth: Ich mag Sorbets oder Raffaello Eis, mmm.

Laura Kier: Eis? Egal welches. Hauptsache Eis. Gut, am liebsten Stracciatella, Vanille, Mango, … ähm die Liste könnte ich zu lange Fortführen. Ansonsten auch kalter Tee (richtiger Tee, nicht Zuckerersäuftes Wasser). Wassermelone ist auch toll.

Jasmin Engel: Ich mag sowohl Sorbet als auch cremiges Eis, ab und zu mal einen Frozen Cocktail; bei den Sorbets bin ich ein Fan davon, wenn es blumig wird z.B. Rosenwasser-Sorbet wie im persischen Restaurant.

Diandra Linnemann: Wenn wir Japanisch essen gehen, schaue ich immer als erstes, ob es Matcha-Eis gibt. <3

Maelle: Ich liebe ganz cremiges Eis – bloss keine Kekskrümel, Schokosplitter oder Nüsse.

Lilyana Ravenheart: Fruchteis. Am liebsten Yoghurt/Kirsche oder auch Melone. Bei uns in der Eisdiele auch gern „Seepferdcheneis“. Es ist sehr fruchtig und heißt so, weil man beim Kauf den DLRG unterstützt.

Eva-Maria Obermann aka Variemaa: Momentan habe ich große Probleme, Eis zu essen. Nur eine einzige Sorte vertrage ich. Zum Glück ist es eine mit viel Schokolade von Ben and Jerrys. Normalerweise aber mag ich Mischungen aus Frucht und Milch. Erdbeer-Joghurt zum Beispiel. Und im Sommer kommt bei uns auch immer selbstgemachte Zitronen-Ingwer-Limonade auf den Tisch.

Sommerliches Nornengestöber

Es ist wieder einmal eine Woche vorbei, was bedeutet, dass wir euch im Nornengestöber wieder mit passenden Artikeln und spannenden Beiträgen versorgen. Heute geht es um den Märchensommer, Bodyshaming und mehr!

Der Sommer ist in Deutschland angekommen. Gehört ihr zu denen, die die kletternden Temperaturen genießen oder sitzt ihr die Hitzewelle vor dem Ventilator aus? Egal zu welcher Fraktion ihr gehört, der Märchensommer ist für alle interessant. Unsere Nornenschwester Anne aka. Poisonpainter hat auch dieses Jahr wieder eine tolle Aktion für euch vorbereitet! Alle Infos findet ihr hier.

Auch wenn jetzt häufiger die Sonne scheint und die Zeit der ‚Winterdepression‘ endlich ein Ende hat, muss man doch auf sich achten. Pausen machen und Zeit für sich zu nehmen ist wichtig, klappt oftmals jedoch nicht:

Wenn ihr mit leerer Batterie arbeitet, scheitert ihr. Das Scheitern führt euch in eine gefährliche Spirale „Warum schaffe ich diese Kleinigkeit nicht?“ „Warum wirft mich das so aus der Bahn?“ – oftmals kommen von außerhalb Vorwürfe und Unverständnis.

Babsi aka. BlueSiren hat auf ihrem Blog darüber geschrieben, wie man sich gesunde Verhaltensmuster antrainiert und wie Veränderung in der menschlichen Psyche überhaupt funktioniert.

Sommer, Sonne, Sixpack? Wie jedes Jahr kommen auch diesen Sommer wieder die bekannten Diskussionen zum Thema „Kleidung“ und „Körpergröße“ zum Vorschein. Vor einigen Tagen gab es auf Twitter eine Auseinandersetzung, da dort der Spruch „bauchfreie Kleidung geht nur, wenn man auch bauchfrei ist“ gepostet wurde. Body Positivity und Body Shaming (der Link führt euch zu einer Erklärung der Begriffe) sind ein dauerhaftes Thema, kommen aber besonders im Sommer häufiger auf den Tisch, da Leggins, kurzärmelige T-Shirts und luftige, kurze Kleidung viel eines Körpers zeigen.

Auf Body Shaming und die furchtbaren Folgen, die es auf unsere Gesellschaft und die Psyche der Opfer hat, wurde schon im März von einer Bloggerin (Chaoskingdom) aufmerksam gemacht. Sie rief eine Blog-Reihe ins Leben, bei der auch die Norne Eva-Maria Obermann mitgemacht hat. Sie hat bereits letztes Jahr für das Onlinemagazin Face2Face einen Artikel zum Thema geschrieben. Ihren Blogartikel findet ihr hier, den für das Magazin hier.

Fragefreitag: Hast du Anthologien im Regal (bei denen du nicht mitgeschrieben hast)?

Der Juni startet nicht nur mit Hitze und Gewitter, sondern auch mit einem neuen Monatsthema. Wir werden diesmal Anthologien in den Mittelpunkt stellen. Immerhin ist auch unsere erste Nornenantho in der heißen Phase gelandet und wir hoffen, euch bald mehr verraten zu können. Zum Anfang aber wollen wir erst einmal wissen, welche Anthos ihr so im Regal stehen habt – und ob auch solche dabei sind, in denen ihr selbst nicht drin steht. Wo sind die Buchtipps? Her damit! Macht mit unter #Nornenfragefreitag.

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Cazze: Ja, Es war einmal ganz Anders von der Märchenspinnerei und Die Putze von Asgard. Frisch (oder schon ein bisschen angebissen) von der Leipziger Buchmesse.

Irinia Christmann: Ja, Werwolf, weil da der liebe Freddy Elting mitgeschrieben hat.

Katharina Ushachov aka Evanesca: Ja, mehrere. Die Putze von Asgard und Andersens Märchen Update 1.2.(das ist ein sogenanntes Zigarettenbuch – ein Büchlein, das in eine Zigarettenschachteil reinpasst) aus dem Machandel-Verlag, Furrys in Love aus dem Wölfchen-Verlag, FUNtasy aus dem Leserattenverlag. Und einige Anthologien aus Großverlagen.

Janna Ruth: Ja, die Drachenmondanthologien zum Beispiel oder die dunkelbunten Farben des Steampunk (Art Skript Phantastik). Ach und Winterstern aus dem Sternensandverlag und eine Anthologie von George R.R. Martin. Ich muss aber zugeben, dass ich bisher erst höchstens zwei Geschichten daraus gelesen habe.

Anne Zandt aka Poisonpainter: Diverse, einige noch aus der Zeit, als ich das Wort „Anthologie“ noch gar nicht kannte und einige, die ich mir mittlerweile explizit aus dem Grund gekauft habe. Die allerdings alle aufzuzählen würde den Rahmen hier sprengen …

Laura Kier: Ja. Nicht viele aber ein paar. Ich mag Anthologien durchaus, da sie oft sehr vielfältig sind.

Jule Reichert:  Ja, zwei oder drei Stück. Die ganzen Vorlesegeschichten für meine Kinder zähle ich nicht mit ;). Meine sind allerdings soweit ich weiß alle aus dem Horror-Bereich. Nur eines davon ist Fantasy-Horror, eine Anthologie zu einem Teil des Rollenspiels D&D, von dem ich die Bücher zu meiner Teenie-Zeit sehr geliebt habe.

Jasmin Engel: Zwei habe ich von anderen Autorinnen geschenkt bekommen und dann habe ich noch einige ältere Fantasy-Anthos aus den 90ern, allerdings waren die AutorenInnen damals schon bekannt und erfolgreich, die drin veröffentlicht wurden.

Diandra Linnemann: Eine ganze Reihe – obwohl es bei Anthologien immer Glückssache ist, ob ich sie lese. Einige ScienceFiction-Sammlungen aus den Achtzigern, einige fantastische Sammlungen, in denen Freundinnen veröffentlicht haben, Kurzgeschichtensammlungen von oder mit Autoren, die ich bewundere.

Anne Dank: Ich habe sie nicht gezählt, aber zehn sind es bestimmt.

Eva-Maria Obermann aka Variemaa: Einige. Sehnsuchtsfluchten zum Beispiel, aber auch Sammlungen größerer Verlage, zu bestimmen Themen oder regionaler Autoren.

Novizinnen fragen nach: Wie wappnen wir uns gegen Kritik (Maelle)

Nachwuchs-Nornen können bei uns nicht nur reinschnuppern, sondern auch aktiv werden. Beispielsweise mit allerlei Fragen und einem Blogbeitrag. Heute hat Maelle drei Nornen zu ihrem Umgang mit Kritik ausgequetscht. Wie ist das eigentlich so bei euch?

Das Schreiben ist ein privater Vorgang, das Veröffentlichen des Geschriebenen das genaue Gegenteil davon. Indem wir** unsere Texte, unsere Gedanken, unser Inneres offenlegen, setzen wir Autorinnen uns gerechtfertigter und ungerechtfertigter Kritik aus, machen uns durch unsere Texte angreif- und verletzbar. Welche unterschiedlichen Methoden haben Nornen entwickelt, um mit Beanstandungen umzugehen? Wie wappnen wir uns gegen Kritik?

… Jetzt aber sagen viele andere Menschen etwas dazu,
ohne dass mir das Gesagte irgendwie helfen würde.
Hanns-Josef Ortheil
– Der Stift und das Papier –

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Unsere Testleserinnen sind die ersten, die an uns kritisieren können. Welche Anweisungen gibt du Deinen Testleserinnen mit auf den Weg?

Laura Kier
Orthografie kannst du noch ignorieren. Ich will vor allem wissen, wo etwas langatmig ist. Was ist unlogisch? Wo handeln Charaktere unpassend? Was fehlt dir? Zeige ich Gefühle deutlich genug? Alles, was dir inhaltlich auffällt. Wo kommst du beim Lesen ins Stocken und wo würdest du am liebsten aufhören oder das Buch gegen eine Wand pfeffern? – Alles, was dir auffällt, kann ich verbessern, bevor es in die Welt hinaus flattert.

Elenor Avelle
Ich wähle meine Testleser so aus, dass ich ihnen keine Anweisungen geben muss. Sollte mal jemand dabei sein, der sich im Ton vergreift, dann lese ich seine Anmerkungen erst gar nicht weiter. Inhaltlich haben sie mir in dem Fall dann nichts zu geben und das ist ja der Sinn bei Testlesern. Das einzige, worum ich gerne bitte: Vergesst nicht hinzuschreiben, was euch gefällt. Was wir mögen, äußern wir viel seltener, als das was uns stört, aber für einen Autoren ist es auch wertvoll zu wissen, was er gut gemacht hat.

Jana Jeworreck
Tatsächlich keine. Es muss sich alles logisch erklären, wenn es das nicht tut, stimmt was nicht. Ich hoffe darauf, dass die Testleser mir das dann mitteilen.

Was erwartest du als Autorin von einer Kritik an deinem Text? Welche Art von Kritik bringt Dich weiter?

Laura Kier
Mit „das ist doof“ kann ich nichts anfangen. „Das ist doof, weil“ ist hilfreich. Sprich ich brauche Begründungen. Warum gefällt etwas nicht? Mir hilft Kritik weiter, die versucht zu erkennen, warum der Text nicht funktioniert. Klar, sachliche Fehler sind leicht zu erkennen. Aber warum etwas nicht funktioniert dagegen sehr schwer. Vorschläge zur Verbesserung nehme ich zwar auch gerne (oft suche ich aber lieber meinen eigenen Weg), aber vor allem die Begründungen brauche ich.
Betalesen und Lektorate sind sehr subjektiv. Durch Hinweise, wie und warum ich etwas verbessern könnte, werden sie für mich deutlich objektiver. Dann ist es nicht nur doof, sondern ich kann nachvollziehen, weshalb.

Elenor Avelle
Jede konstruktive Kritik ist hilfreich. Das können Vorlieben oder Abneigungen sein, bis hin zu Verständnisproblemen oder Irritationen. Der Hinweis darauf, dass ein schmächtiges Persönchen kein ganzes Wildschwein stemmen kann, über den Tipp, dass ich mein aktuelles Lieblingswort zu engagiert benutze, bis zum simplen ’so etwas gefällt mir persönlich nicht, ich habe es lieber wenn‘. Jede Kritik kann einen wertvollen Inhalt haben, den ich beachten sollte. Auch das positive Feedback ist nützlich, häufig an Stellen, die einem anderen Leser nicht gefallen. Das macht die Abwägung leichter, ob es sich dabei um persönliche Vorlieben handelt oder eine Unebenheit im Plot.

Jana Jeworreck
Am wichtigsten ist mir bei dem Feedback durch Testleser stilistische Mängel oder unverständliche Stellen zu klären. Meine Testleser dürfen mir im Prinzip alles sagen nur muss es konstruktiv sein.
Wenn ein Leser dann später etwas nicht mag, will ich den Grund wissen. Ist es einfach eine Geschmackssache? Oder ist es tatsächlich ein Fehler, der behoben werden muss, weil die Szene/Handlung/Situation nicht stimmig ist?
Ich hoffe immer darauf, dass „negative“ Äußerungen für mich etwas enthalten, das ich im nächsten Buch besser oder anders machen kann. Ein einfaches „Mag ich nicht“, ist zwar schade, aber nun eben nicht zu ändern.

Welche Kritik ist für dich am schmerzlichsten?

Laura Kier
Wenn meine Plotlöcher entdeckt werden und meine Charaktere wieder zu schwach sind. Ja, die Charaktere sind eine große Baustelle von mir. Aber gerade diese Kritik hilft mir dabei, den Text nachhaltig zu verbessern, vor allem wenn ich Begründungen oder Ideen bekomme.

Elenor Avelle
Hohn ist etwas, das mich tief trifft. Das liegt vermutlich daran, dass es mich genau bei meiner Schwäche packt, dem Selbstzweifel.

Jana Jeworreck
Wenn Leser Fehler erdichten, die nicht da sind. Das empfinde ich als respektlos, wenn jemand sich nicht die Mühe macht, eine Geschichte richtig zu lesen. Bei meinem ersten Buch hatte ich solche „Rezensenten“, die Dinge behaupten haben, die nicht im Buch standen.
Ich wusste nicht, wie ich mich dazu verhalten sollte. Verteidigen schien mir kindisch, also habe ich es geschluckt. Heute weiß ich mehr und auch wie ich so etwas (er)klären kann.

Wie wappnest Du dich gegen Kritik? Gibt es Kritik, der du dich nicht mehr aussetzt oder hast du andere Schutzmechanismen entwickelt?

Laura Kier
Das finde ich sehr schwierig. Ich denke, man kann sich kaum gegen Kritik wappnen. Bei Testlesern kann ich die Kritik noch vor der Veröffentlichung umsetzen (wenn ich dieser Kritik zustimme), negative Kritik in Rezensionen finde ich da deutlich schwieriger zu handhaben. Jede Kritik ist anders, da kann ich nur die Meinung des anderen respektieren und dann überlegen: „Hätte ich das vor der Veröffentlichung gewusst, hätte ich etwas daran geändert?“ Die Frage hilft mir zumindest oft weiter. Viele Kritik ist durchaus begründet, aber nicht unbedingt mit meinem Schreibstil vereinbar. Ansonsten hilft mir vor allem Abstand halten und auf die positiven Rückmeldungen konzentrieren. Die negative Kritik ignoriere ich allerdings nicht, sondern notiere mir die Anmerkungen, die ich für kommende Veröffentlichungen berücksichtigen möchte.

Elenor Avelle
Ob ich gegen Kritik gewappnet bin, hängt von meiner Tagesform ab. Ich versuche mich anhaltend zu konditionieren destruktiven Einflüssen aus dem Weg zu gehen und mich auf die Menschen zu konzentrieren, die ehrlich und verständig agieren. Das klappt nicht immer, wie die meisten Dinge im Leben. Dann gestehe ich mir auch mal zu traurig zu sein, um das Gefühl der Betroffenheit wieder loszuwerden. Wichtig ist, darauf zu achten, was einem gut tut und was nicht.

Jana Jeworreck
Aus oben genannten Gründen prüfe ich in der Tat inzwischen genau, wem ich was gebe. Allerdings habe ich zugleich noch nicht den Luxus immer „du ja“ und „du nein“ zu sagen, so kommt es eben schon mal vor, das keine Rezension kommt. Das ist mir aber immer noch lieber, als eine (ungerechte oder ungenauer) Schlechte.

**Autorin des Beitrags ist Maelle

Nornengestöber im Autorenleben

Während wir in der Sonne brüten, sind wir immer noch am Schreiben. Wir denken uns Figuren aus, recherchieren zu Details und Hintergründen, formen unsere Plots und genehmigen uns dazwischen ein leckeres Eis. Für alle, die wie wir immer wieder gute Tipps suchen, um ihr Autorenleben zu erleichtern  gibt es heute ein es ganz feine #Nornenstöberrunde.

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Wer Anschluss sucht, gerne mehr von sich zeigen will und vielleicht auch nur die richtige Basis braucht, um auf sich aufmerksam zu machen, sollte jetzt ganz schnell zum Schreibmeer klicken. Dort werden Autoren und Social-Media-Manager gesucht.

Zusammen schreiben macht riesig Spaß. Ob online über Chat verbunden oder gemeinsam im Café, der Schreibwohnung oder wo man gerade ist, wir lieben es, gelungene Sätze einander vorzulesen, Probleme anzugehen und uns gegenseitig zu helfen, unsere Geschichten wachsen zu lassen. In Köln gibt es dafür sogar einen Coworking-Space. Bitte mehr davon!

Charaktere zu erschaffen ist das A und O. Die müssen sitzen, den Leser in die Geschichte hineinführen und plausibel handeln. Doch manchmal ist so ein bisschen Inkonsistenz auch reizvoll. Ein unglaubwürdiger Erzähler, eine Figur mit einem großen Geheimnis, die deswegen hier und da anders reagiert, als eigentlich erwartet. Katherina Ushachov zeigt, warum ein bisschen Mut für inkonsistente Charakter ganz gut tut.

Wer historische Roman schreibt oder geschichtliche Details in seinen Text einbinden will, muss auf Genauigkeit achten und penibel recherchieren. Aber was ist mit alternativen Ausgängen historischer Begebenheiten? Die können reizvoll und spannend sein, eine gelungene Mischung aus Historie und Fiktion. Die Zeit hat dazu einen lesenswerten Artikel veröffentlicht.

Wenn wir schreiben, denken wir auch immer ans Veröffentlichen. Wo und wie und was passiert, wenn sich da was ändert. Madeleine Puljic schreibt hier gelungen über den Wechsel zum Verlag.

Auch empfehlenswert ist dieses Video von Jena Moreci, die über die Vor- und Nachteile von Selfpublishing spricht. ( Pssst: Wir hatten dazu erst einen Themenmonat mit allerlei Infos und Meinungen unserer Nornen.)

Manchmal hilft es uns auch sehr, zu wissen, was wir besser nicht machen. Das erkennen wir, wenn wir Bücher lesen, die uns nicht gefallen, aber auch in einzelnen Szenen, Momenten und Formulierungen. Frau Schreibseele erklärt auf ihrem Blog, welche klassischen Fehler es bei paranormalen Romanen gibt und wie sie zu vermeiden sind.

Fragefreitag: Wo machst du dieses Jahr Urlaub?

Der Sommer steht vor der Tür, die Blumen blühen, die Sonne lädt wieder dazu ein, faule Nachmittage im Garten oder auf dem Balkon zu verbringen. Mindestens genauso sehr ist der Sommer aber auch Urlaubszeit. Deshalb haben wir die Nornen gefragt, wo und ob sie dieses Jahr wegfahren. Macht mit unter #Nornenfragefreitag.

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Sienna Morean: Diesen Sommer geht es wieder zu den Eltern meines Freundes, wo wir gerne die Ferien oder freie Tage genießen. Landluft ist manchmal doch sehr schön, wenn man die grauen Städte nicht mehr ertragen kann und einen ausgleich braucht.

Cazze: Wenn die Planung klappt… Norwegen.

Janna Ruth: Ich habe meinen Urlaub schon hinter mir. Zu Ostern ging es in den Harz. Allerdings ziehe ich im Sommer nach Neuseeland um, das würden manche schon als Urlaub zählen.

Anne Zandt: Noch ist kein genauer Plan aufgestellt, aber ich spiele mit der Idee mir mal wieder ein bisschen Deutschland anzugucken und dabei ein paar nornigen und bloggigen Leuten hallo zu sagen.

Laura Kier: Im Garten. Bislang ist noch kein Urlaub geplant, vielleicht noch ein Abstecher ins Ruhrgebiet zu meiner Familie im Sommer. Wobei ich mir ja mal wieder die Nordsee wünschen würde. Vermutlich werden es aber eher Tagestripps in den Drömling oder in den Harz, die sind beide nicht weit von uns.

Nornengestöber und Diversität

Wir lieben Vielfalt. Deswegen gibt  es uns – weil wir die Vielfalt auf dem Buchmarkt stärken wollen und fantastische Autorinnen unterstützen, die immer noch seltener verlegt, schlechter platziert und so auch weniger gelesen werden. Doch das Feld der Diversität ist ein weites. Heute werfen wir einen Blick darauf in der #Nornenstöberrunde.

Die MaLisa Stiftung hat die Studie „Audiovisuelle Diversität? Geschlechterdarstellungen in Film und Fernsehen in Deutschland“ initiiert und dabei mit den vier größten deutschen TV-Gruppen zusammengearbeitet. Die Geschlechterdarstellung berücksichtigt unter anderem auch Alter und Migrationshintergrund. Wir hätten uns dazu auch gleich eine Untersuchung zu Sexualität, Aussehen und sozialem Hintergrund gewünscht, denn hier wird nur zwischen Mann und Frau unterschieden, weite Ebenen der Diversität werden überhaupt nicht angesprochen.

Dass die Aufgabe, die sich das Nornennetz gestellt hat, eine wichtige ist, erfahren wir immer wieder. Laura Kier hat jüngst erklärt, welche Aussagen sie über Fantastik-Autorinnen so hört und was dabei das Problem ist.

Vielfalt heißt auch, in verschiedene Bereiche zu blicken. So haben wir einen sehr interessanten Text über Rezensionen zu antiken Texten gefunden, die traditionell in Männerhand liegen. Warum das so ist und was sich hier zum Glück ändert, erklärt die Philosophin Andrea Günter auf Mythomania.

Ebenfalls auf Mythomania schaut Dr. jur, Barbara Degen, Feministische Juristin und Frauengeschichtsforscherin, auf Coming out – und dann?, ein Buch über die Erfahrungen von LSBTI-Jugendlichen, mit einem wissenschaftlichen Zugang.

Dass Autoren immer bemüht sind, authentische Charaktere zu schaffen, ist längst kein Geheimtipp mehr. Gerade im Bereich von Diskriminierungen und Diversität finden sich aber immer wieder Menschen, die von sich sagen, Experte darin zu sein. Gwen C. Katz hat sich den Roman eines Autors, der von sich selbst behauptet, authentische Frauenfiguren zu erschaffen, angeschaut und es ist regelrecht zum Fürchten. Auf Fried Phoenix steht, warum.

Diversität und der korrekten Darstellung steht oft eines gegenüber: Ignoranz. Wie das zusammenhängt und wo die Gefahr liegt, erklärt Jule Reichert auf ihrem Blog.

Dabei fängt die Wahrnehmung bereits früh an. Julieliest schrieb im März auf ihrem Blog über Diversität in Kinderbüchern und hat ein paar tolle Buchtipps – und auch das Gegenteil davon.

Auch die Bücherfrauen haben sich dieses Jahr schon das Thema Diversität vorgenommen und eine interessante Liste mit Buchempfehlungen zusammengestellt.

Elif bietet auf ihrem Blog immer wieder tolle Beiträge, die sich explizit auf das Thema Diversität beziehen. Sie hat eine Liste an Büchern von Autor*innen of Color erstellt, die Rassismus thematisieren.

Vielleicht kennt ihr Linus, der offen über seine Erfahrungen zum Thema trans schreibt. Er hat auch dazu eine Liste an empfehlenswerter Literatur zusammengestellt.