Phantastikgenres im Nornengestöber

Wusstet ihr, dass es so etwas wie „New Weird Fantasy“ gibt?
Nein?
Damit seid ihr nicht allein.

Denn die Phantastik ist ein unüberschaubares Meer an Subgenres, die nicht nur herrlich verwirrende Namen wie „Media-tie-in-Fantasy“ oder „Fantasy of Manners“ haben (nein, wir wussten vorher auch nicht, dass es so etwas gibt!), sondern auch oft nicht eindeutig definierbar sind.
Deshalb kommt es auch hin und wieder vor, dass wir eines unserer eigenen Werke in der Hand halten und uns fragen: Was für ein Genre ist das jetzt genau …?

Wozu so etwas wichtig ist? Nun ja, einige Literaturwettbewerbe oder auch Verlage nehmen oft nicht jedes alles Phantastische an, sondern haben sich auf einzelne Subgenres spezialisiert. Und da hilft es doch schon, wenn zumindest einige Grundbegriffe bekannt sind.

Daher wollen wir euch heute (und in den zukünftigen Stöberrunden) nicht nur einen groben Überblick über die einzelnen Subgenres der Phantastik verschaffen, sondern euch auch einzelne Subgenres tiefergehend vorstellen.

Aber fangen wir ganz oben an.
Was ist eigentlich „Phantastik“ und worin besteht eigentlich der Unterschied zu „Fantasy“? Gab es da überhaupt einen? In ihrem Beitrag dröselt die Schreibtrainerin genau diese Definitionsfrage auf. Außerdem findet ihr auf ihrem Blog eine Reihe an informativer Schreibtipps! Reinschauen lohnt sich also.

So weit, so gut. Aber jetzt ehrlich: Was ist jetzt eigentlich was? Und wie schaffe ich es, mein High vom Low zu unterscheiden? Was darf ich mir unter Steampunk vorstellen? Buchstudent hat sich genau diese Frage auch gestellt und in einem aufschlussreichen Beitrag unter dem so treffenden Titel „Urban Fantasy, Steampunk, High Fantasy … Hä?“ zusammengefasst (sogar mit Buchbeispielen!).

Das klingt doch schon mal ein wenig übersichtlicher. Wenn ihr jetzt also irgendwann einmal in Zukunft an einem Schreibwettbewerb teilnehmen wollt und die in der Ausschreibung spezifizieren, dass sie gerne nur „Dark, aber nicht Low Fantasy“ haben wollen, dann seid ihr jetzt richtige Experten und wisst Bescheid! 😉

Und wer von euch jetzt neugierig geworden ist und gerne mehr von Büchern des ein oder anderen dort beschriebenen Subgenres lesen würde, dem können wir zum Abschluss noch empfehlen, sich bei den Verlagsinterviews umzusehen:
Buchstudent hat auf der LBM einige deutschsprachige und unterstützenswerte, phantastische Kleinverlage interviewt und vorgestellt. Wer gerne also einmal etwas außerhalb der gängigen Buchbranche stöbern möchte, sollte nicht versäumen, sich die Verlagsprogramme einmal anzuschauen:
„Phantastik ist nicht gleich Phantastik“ (Kleinverlage LBM 2017)
„Rollenspielbücher, Wölfe und bloß kein Mainstream“ (Kleinverlage LBM 2018)

Das war es von uns für heute! Beim nächsten Nornengestöber tauchen wir noch tiefer in die tiefsten (Un-)Tiefen der Phantastik ein.
Nornige Grüße und bis zum nächsten Gestöber!



Fragefreitag: Welche Tipps hast Du zum Schreiben von Liebes- oder Sexszenen?

Gestern konntest Du unter dem Hashtag #BadDating unsere aufregende und abgefahrene Aktion zum Valentinstag verfolgen. Heute gehen wir nochmal ins Eingemachte und wollen von unseren Nornen wissen, welche Tipps sie für das Schreiben von Liebes- oder Sexszenen haben. Du hast noch mehr? Prima, dann verrate sie uns unter #Nornenfragefreitag.

Diandra Linnemann: Wenn sie nicht für die Handlung wichtig sind, lass es.

June Is: Unbedingt nur das schreiben, was man selber gerne liest/lesen möchte. Oder noch krasser – was einen evtl. selbst anturnt. Sonst hat man das Recherecheproblem, was dann zu einer Überbetonung der Technik aber den Wegfall aller anderen sinnlichen Eindrücke führen könnte. Natürlich kann man sich auch ausprobieren, aber dann auf das eben Genannte achten. Soweit meine 5 Cent.

Deborah B. Stone: Überlege dir, was du mit der Szene noch vermitteln möchtest – außer einem erotischen Prickeln 😉 Wie ist das Verhältnis der Charaktere ausserhalb des Bettes? Wer fühlt sich stärker angezogen? Was bleibt an Zweifeln, was steht auf dem Spiel, wenn sie sich auf eine Beziehung einlassen, was verbergen sie (noch) voreinander?

Katrin Biasi: Nenne die „Dinge“ beim Namen. Niemand möchte etwas über einen Aal lesen, der sich Zutritt zur weiblichen Lustgrotte verschafft. Genauso wenig, wie Zungen nicht um Einlass bitten. Es sei denn, es soll eine Parodie sein, dann lass deiner Fantasie freien Lauf. 😉

Britta Redweik: Willst du inklusiv schreiben? Und bist nicht im Genre Erotica? Dann lass Sex einfach gleich raus. Als sex repulsed Asexuelle möchte ich sowas ungern lesen. Das heißt nicht, dass es sie nicht generell darf, aber der Autor oder die Autorin muss sich wenigstens vorher bewusst machen, dass a) dann eine Triggerwarnung ins Buch gehört und b) er/sie damit seine Zielgruppe verringert. Für Liebesszenen wieder: Auch hier, Liebe ist so viel mehr als nur Sex. Nicht nur körperlich. Ich weiß, wie schwer es ist, die anderen Seiten der Liebe in Worte einzufangen. Aber … vielleicht können wir das wenigstens häufiger versuchen, um so endlich medial ein nicht so eingeschränktes Bild von Beziehungen zu transportieren?

Evanesca (Katherina Ushachov): Vielleicht gehörst du wie ich zu den Leuten, deren Charaktere ihren eigenen Kopf haben – und übereinander herfallen, ob du es nun willst oder nicht. Lass dich in der Rohfassung so gut es geht von ihnen leiten – und habe bei der Überarbeitung ganz dringend den Inkognito-Modus deines Browsers angeschaltet. Es kann nicht schaden, Praktiken und anatomische Details zu recherchieren, besonders wenn du über Dinge schreibst, die deine Charaktere tun, du selbst aber nicht erlebt hast / jemals erleben kannst oder willst. Aber wenn du danach keine seltsame Werbung im Social Web haben willst … schadet Inkognito nicht 😉

Holly Miles: Schreib nur die Szene, die du auch bei einer Lesung vorlesen würdest, ohne dabei zu stottern oder in Verlegenheit zu geraten. Wenn du dir das nicht vorstellen kannst, schreib die Szene nicht. Wenn doch, dann kann es sich lohnen, sie doch zu schreiben.

Nornengestöber im Liebestaumel

Der große Festtag der Grußkarten- und Pralinenindustrie rückt näher: Valentinstag. Auch wir Nornen haben es „romantisch“ werden lassen und nehmen euch nächste Woche mit auf die etwas andere Art von Rendezvous. Heute stöbern wir aber noch mal, was das Netz zu Literatur und Romantik so alles zu bieten hat. Macht mit bei der #Nornenstöberrunde zum Valentinstag.

Romantisch leitet sich ja von der Epoche der Romantik ab. Dabei war die gar nicht so liebesverrückt, wie manch eine*r glauben mag. Eva hat auf ihrem Buchblog zusammengetragen, was die Epoche eigentlich aussagt.

Die berühmtesten Liebespaare der Romantik hat be2 für euch zusammengetragen. Schmacht, Schmalz, wie herzlich.

Dass Liebe und Leid in der Literatur eng miteinander verknüpft sind, hat literatpro erkannt und diesen tollen Beitrag dazu verfasst.

Leider steigert sich diese Verbindung immer wieder. Ungeschlagen gut ist zur „Rapefiction“ Debatte der Artikel von Geekgeflüster.

Auch unsere Nornen Eva-Maria Obermann und Nike Leonhard haben in ihrem Beitrag zu Fantasy und Gewalt sich das Thema Liebe vorgenommen. Und noch davor hat Diandra Linnemann einen Artikel zu Liebe in Fantasyromanen hier veröffentlicht.

Mit dem Thema Liebesromane verbunden wie kaum eine zweite ist Rosamunde Pilcher. Egal, was wir von den Verfilmungen oder ihren (wesentlich besseren) Romanen halten mögen, sie war eine Frau, die es in der Literaturwelt zu einem Namen geschafft hat und die darum auch vermisst werden wird. Die Süddeutsche hat sie in ihrem Nachruf „Meisterin der Herzmerzliteratur“ genannt.

Wo wir gerade beim Thema Liebesbücher sind, schicken wir einen lieben Gruß rüber an die Kolleg*innen der Vereinigung deutscher Liebesautorinnen und -autoren, kurz DELIA.

Fragefreitag: Welche Termine sind als Autorin oder Autor im Jahr 2019 besonders wichtig?

Bald geht es für uns Nornen auf die LBM. Bald? Naja, ein paar Wochen müssen wir noch warten, doch Du kannst uns glauben, wir sind schon sehr aufgeregt. Die LBM gehört für uns zu einem der wichtigsten Termine des Jahres. Davon gibt es natürlich noch mehr. Welche, erfährst Du hier. Du hast noch mehr Veranstaltungen für uns? Dann verrate sie uns unter #Nornenfragefreitag.

Diandra Linnemann:Die Buchmessen natürlich. ^^

Siiri Saunders: Definitiv die Buchmessen – und auch den BuCon, da wohne ich nämlich in der Nähe. 😀

Deborah B. Stone: Narrativa, PAN, Buchmessen und vielleicht noch FeenCon? Und natürlich der NaNoWriMo … – diesmal bin ich dabei!

Anna Kleve: Die Buchmessen und ich hoffe, dass dieses Jahr auch wieder eine Lesung zur Nacht der Kultur möglich sein wird.

Barbara Weiß: Die Leipziger Buchmesse mit der Lesungsrunde 9lesen – bei der ich auch wieder dabei sein darf – und das Litcamp in Heidelberg!

Myna Kaltschnee: Ganz klar: Die Camps NaNoWriMo im April und Juli und der reguläre NaNoWriMo im November. Ob ich dieses Jahr auf die FBM kann, steht noch in den Sternen.

Fragefreitag: Welches ungewöhnliche Kompliment haben du oder deine Bücher erhalten?

In nicht ganz zwei Wochen ist Valentinstag, doch wir wollen uns heute schon mit Komplimenten beschäftigen. Welches ungewöhnliche Kompliment haben du oder deine Bücher jemals erhalten? Verrate sie uns unter #Nornenfragefreitag.

Diandra Linnemann: Meine Patentante – eine Dame von beinahe achtzig Jahren – sagte mir letzten Sommer sehr besorgt, der historische Roman sei ja ganz nett, aber die Urban-Fantasy-Reihe fände sie einfach nur abartig. Ich fand es trotzdem sehr lieb, dass sie hineingeschaut hat. Und da ich düstere Geschichten schreibe, war es schon irgendwie ein Kompliment.

Jasmin Engel: Mein Stil wurde von einer Agentur als poetisch und authentisch bezeichnet (angenommen haben sie mich aber trotzdem nicht ;-), mein 2. Roman von den Testleserinnen als inspirierend und mein 1. Roman als zu exotisch (für mich ist das etwas Positives!)

Eva-Maria Obermann: Mir wurde unter anderem gesagt, meine Texte wären wie Seide. eine tolle Formulierung.

Siiri Saunders: Eine Leserin ist einfach drei Haltestellen weitergefahren und hat durch das Lesen meines Buches vergessen auszusteigen. 🙂 Auf Twitter gefunden. 🙂

Britta Redweik: Eine Berufslektorin hat mal angeboten, 2-3 Seiten öffentlich zu lektorieren und daran ihr Handwerk zu erklären. Neben ein paar anderen habe ich auch ich was von mir eingereicht und bei mir schrieb sie privat, dass sie beeindruckt ist, dass ich schon so zu meinem Stil gefunden hätte. Noch junge, unveröffentlichte Autoren hätten da noch Schwierigkeiten. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, ob ich meinen Stil wirklich schon habe. Aber es war doch sehr schön, das zu hören. Dass ich schon offenbar weiter auf dem Weg bin, als ich gedacht hätte.

Anne Granert: Ein begeisterter Leser hat ein Gedicht über das freudige Warten auf den zweiten Band meiner Urban-Fantasy-Reihe auf Twitter veröffentlicht.

Grumpy Moon: Kurioserweise eine Absage von einem Verlag: Es sei ihnen noch nie so schwergefallen, ein Manuskript abzulehnen, denn es habe ihnen sehr gut gefallen, passe aber nicht so recht in ihr Programm. Hat mich gleichzeitig glücklich und traurig gemacht.

Deborah B. Stone: „Ich lese sonst keine Fantasy, aber dein Buch möchte ich unbedingt weiterlesen.“

Nornengestöber und der Kampf der Frauen

Ja, es ist immer wieder nötig, in unserer Nornenstöberrunde auf den Sexismus im Literaturbetrieb aufmerksam zu machen. Das ist traurig und nervt niemanden mehr, als uns selbst. Aber so lange Autorinnen immer wieder mit Stereotypen überschüttet werden, werden wir damit nicht aufhören.

Autoren Urlaub

Nicht nur, aber auch die Fantastik leidet unter dem Sexismus in der Literatur. Bookriot hat geschrieben, warum das so ist.

Simone Buchholz hat den Deutschen Krimipreis gewonnen. Wir gratulieren herzlich ins andere Genre hinüber. Dass sie im Interview mit der Zeit auf die absurde Vorstellung eingeht, dass „alles, das keinen Penis hat, klein gemacht“ wird. Leider wahr.

100 Jahre Frauenwahlrecht. Das sollte uns allen bei der kommenden Europawahl zu denken geben. In diesem Beitrag geht es um Frauen, die für dieses Wahlrecht gekämpft haben. Danke dafür!

Viv Albertine hat im Gespräch mit der Süddeutschen über Männer und Macht, Frauen und die Angst vorm Alleinsein geredet. Ein sehr gutes Interview, das wir euch wärmstens ans Herz legen.

Im Kampf gegen Sexismus gibt es natürlich auch Männer, die sich engagieren. Dass dabei nicht alle wirklich helfen, zeigt dieser Beitrag unserer Norne Michelle auf Feminismus oder Schlägerei.

Das Missy Magazin stellt im Januar Enis Maci vor, eine junge Autorin, die Essays schreibt. Warum das gerade für eine deutsche Autorin etwas Besonderes ist und wie großartig die Essays sind, lest ihr am besten selbst nach.

Wer eine Veranstaltung plant kann auf Speakerinnen.org fündig werden. Dort kann sich jede, die über ein Thema reden kann, eintragen lassen.

Fragefreitag: Welches Buch, welche Lektüre, welches Werk hat Dich 2018 am meisten beeindruckt?

Wir sind immer auf der Suche nach Buchempfehlungen und freuen uns, Dir ein paar weitergeben zu können. Mit dabei: Fantastik, Verlag, Selfpublisher, brandneu und Klassiker. Hast Du Empfehlungen für uns? Verrate sie uns unter #Nornenfragefreitag.

Diandra Linnemann: Ich habe Margaret Atwood entdeckt. Vor allem die Maddaddam-Trilogie hat mich beeindruckt.

Jasmin Engel: Am meisten haben mich 2018 „Tyll“ von Daniel Kehlmann und „Orchis“ von Verena Stauffer beeindruckt; letzteres geht in die phantastische Richtung, ich würde es aber nicht als Fantasy einordnen.

Eva-Maria Obermann: Zwar kein fantastisches Werk, aber absolut großartige und prägend: Noah Sow – Deutschland Schwarzweiß.

Elena: Eins meiner Jahreshighlight war „Circe“ von Madeline Miller. Für mich eine gelungene feministische Neuerzählung von Kirke und anderen bekannten Frauenfiguren der griechischen Mythologie, die ganz neue Betrachtungsweisen eröffnet.

Katharina Rauh: Good night Storys for Rebel Girls von Elena Favilli und Francesca Cavallo

Barbara Weiß: Das spannende und fabelhaft geschriebene „Unstern“ von Katrin Ils gehörte mit „Matthew Corbett und die Hexe von Fount Royal 1“ von Robert McCammon, „Lillesang“ von Nina Blazon und „Najaden – Das Siegel des Meeres“ von Heike Knauber zu meinen Jahreshighlights!

So wird aus vielen Herzen eines – Die Meilensteine der Benefiz-Anthologie (Siiri Saunders)

‚Entzünde den Funken‘

Seitdem ich schreibe, war es mein Traum, etwas für andere tun zu dürfen. Und zwar nicht irgendwie, sondern durch ein Buch. Diesen Traum erfüllte ich mir im November 2018 durch die Herausgabe der Benefiz-Anthologie!

Als die Suche nach Autor*innen begonnen hatte, war mir, nach all der Freude über die Umsetzung, mulmig. Was wäre, wenn wir zu wenige oder gar keine Beiträge finden würden? Wie sollten wir innerhalb von nur fünf Monaten ein solches Projekt stemmen?

Natürlich schreiben die Leute gerne, doch was, wenn die Ausfertigungen nicht qualitativ genug wären? Langsam wurde mir klar, welcher Größenordnung wir uns da stellten und ich fühlte mich für den Moment ganz klein.

Jeder Schritt während des gesamten Prozesses war eine Herausforderung für mich. Meine Anforderungen an mich selbst waren hoch. Ich empfand eine große Last auf meinen Schultern, denn ich wollte den Autor*innen etwas bieten, für das es sich zu Schreiben lohnte – schließlich arbeiteten sie ehrenamtlich.

– Wir sind Hilfsbereitschaft –

Tag x war gekommen und wir hatten eine gute Auswahl an herzerwärmenden Geschichten. Die erste große Hürde war geschafft, die Anthologie würde also stattfinden können. Die meisten Beiträge passten bereits super zu unserer Idee: Wir wollten Benefiz und Anthologien, sowie das Thema Hilfsbereitschaft wieder salonfähig machen.

Dieses Buch sollte dazu beitragen, die Welt ein klein wenig zu verbessern, und zwar auf verschiedenen Ebenen.

Die Geschichten drehen sich allesamt um das Hauptthema Hilfsbereitschaft – das Buch sollte das Thema praktisch atmen. Die Leser*innen können sich mit den Protagonist*innen identifizieren und eine Moral daraus ziehen, diese soll sich ihnen aber nicht aufdrängen, sondern natürlich ergeben.

Die Erlöse spenden wir quartalsmäßig an zwei verschiedene soziale Projekte – ein Kinderhospiz namens Pusteblume und eine Organisation, die sich für die Ausbildung, Qualitätsstandards uvm. für Assistenzhunde einsetzt. ‚Die Pfotenpiloten‘ . Für unsere Leser*innen heißt das, sie kaufen sich ein Buch und tun damit bereits Gutes – sich selbst und anderen.

– Mensch, sei hilfsbereiter! –

Um dieses engagierte Projekt umsetzen zu können, brauchten wir nicht nur freiwillig ehrenamtlich schreibende Autor*innen, sondern auch finanzielle Mittel, um das Buch rundum professionell zu gestalten.

Wir starteten ein Crowdfunding auf Startnext.de. Innerhalb kürzester Zeit kamen so viele Unterstützer*innen zusammen, dass es mir für einen Moment die Sprache verschlug.

Hier wurde mir zum ersten Mal richtig bewusst, dass unsere Idee lebte – auf verschiedenen Ebenen. Sie nahm nicht nur Buchform an, sondern die Idee der Hilfsbereitschaft existierte bereits in der Welt. Die Menschen brauchten nur etwas, womit sie diesen Wunsch auch ausleben konnten. Wir mussten sie gar nicht daran erinnern, sondern ihnen lediglich eine gute Möglichkeit bieten.

Wir sind bereits hilfsbereite und soziale Wesen! Wir sind und wir wollen miteinander vernetzt sein. Wir wollen helfen, wir wollen auch Gutes tun.

– Grandiose Unterstützung für Unterstützer –

Wir hatten das erste Crowdfundingziel noch lange vor Ablauf der gesamten Zeit erreicht. Ich hätte Purzelbäume schlagen können, so fasziniert, erleichtert und von Freude erfüllt war ich.

Darauf folgte auch schon das Erreichen des zweiten Crowdfundingziels. Als ich sah, wie groß die Resonanz auf das Thema Benefiz und Hilfsbereitschaft ist, musste ich weinen. Ja, ehrlich. Ich war und bin sehr tief berührt. Ich danke euch von Herzen dafür!

– Ein Haufen Arbeit … –

… der viel Freude mit sich brachte und einige tolle Begegnungen. In und nach dieser Zeit durfte ich etliche unserer Autor*innen und die Gründerin der Pfotenpiloten persönlich kennenlernen. Ich habe jede Minute genossen und viel Energie aus diesen Treffen gezogen. Es war ein besonderes Gefühl der Zusammenarbeit, von der ich nicht weiß, ob ich diesen Zauber noch einmal erleben werde. Mit den meisten Autorinnen und Autoren bin ich immer noch im Kontakt, es bilden sich Bekanntschaften und Freundschaften.

Wie man in diesen beiden Zitaten lesen kann, ist unsere Arbeit manchmal unkonventionell und manchmal überraschend gewesen, aber stets voller Herzblut.

„Als es in die letzte Phase des Lektorats ging, begab ich mich auf das #NornenHopping. Natürlich konnte ich es mir da nicht nehmen lassen, wenn ich Siiri schon besuche, mit ihr vor Ort gemeinsam die letzten Anmerkungen einzuarbeiten. So ein Lektorat macht doch gleich nochmal mehr Spaß, wenn man gemütlich zusammensitzen und die Ideen live hin- und herwerfen kann.“


Anne Zandt – ‚Poisonpainter‘:
Siiri und Anne genießen kleine Pausen in der Sonne

„Mein Highlight bei der Benefiz-Anthologie war so gesehen alles. Angefangen von der Erkenntnis, dass ich wirklich eine passende Geschichte parat hatte, über den Feinschliff, der ihr im Lektorat verpasst wurde, bis hin zu dem Moment, als mir aus heiterem Himmel mitgeteilt wurde, dass sie veröffentlicht ist. Und natürlich, das fertige Buch in den Händen zu halten. Das alles zählt als wunderbares Gesamterlebnis.“


Jule Reichert – ‚Moechtegernautorin‘:

– Wir waren fertig –

Wir alle hatten schnell und präzise gearbeitet. Nun war es soweit – wir hatten ein wunderschönes Cover, die Korrektur war durch und der Buchsatz perfekt. Die Veröffentlichung stand vor der Tür. Auch hier fiel mir eine riesige Last von den Schultern.

Der Moment jedoch, an dem ich auf Veröffentlichen drückte, war grauenvoll.

Ich musste das Buchbaby nun loslassen. Das war ein wehmütiger, freudiger, aufregender, aber vor allem intimer Augenblick. Er ließ mich in Furcht zurück. Für ein paar Tage fiel ich in ein dunkles Loch irrsinniger Fragen: Was, wenn das keiner lesen will? Habe ich Fehler im Buchsatz übersehen? Ist der Klappentext wirklich gut genug? Ist das alles massentauglich?

Das sind die alltäglichen Autorenprobleme, die jede*r einmal hat. Ich glaubte jede Sekunde fest an unsere Geschichten und liebte jedes einzelne Wort. Aber in dem Moment, in dem ich die Kontrolle komplett abgeben musste, also nichts mehr tun konnte, schnellten sämtliche Ängste, die ja leider auch der Realität entsprechen konnten, in meinen Fokus.

– Der Erfolg –

Da der Erfolg wirklich nicht lange auf sich warten ließ, konnte ich mich sehr bald wieder entspannt zurücklehnen und einfach nur genießen. Frei nach dem Motto einer Freundin: ‚In vino caritas‘. Mittlerweile stehen wir seit kurz nach der Herausgabe auf der Bestseller-Liste der TwentySix Charts – doch ohne ein glasklares Ziel und geschlossenes Engagement aller Beteiligten, wäre das nicht möglich gewesen.

Ich freue mich so sehr, dass die Themen Benefiz, Anthologien und Hilfsbereitschaft wieder vermehrt im Fokus unserer Gesellschaft stehen. Es war mir eine Freude, dieses Buch mitherausgeben zu dürfen – letztendlich gilt mein Dank den großartigen Autorinnen und Autoren, ohne die das Buch niemals das Licht der Welt erblickt hätte.

Auch danke ich den Crowdfunding-Unterstützern und jedem Einzelnen, der auch nur auf die winzigste Weise mitgewirkt hat. Ihr seid großartig – jede und jeder Einzelne von euch!

„Spüren zu dürfen, was ein gemeinsames Ziel aus einer Gruppe fremder Menschen machen kann, war ein unglaublich berührendes Erlebnis. Gehen wir gemeinsam weiter, in eine großherzige Welt der Hilfsbereitschaft. In diesem Sinne – Entzünde den Funken.“


Siiri Saunders

Deine Siiri Saunders vom Team Entzünde den Funken

P.s.

Noch ein Wort zum Thema ‚In vino caritas‘: Natürlich ist das erstmal lustig, wenn eine Herausgeberin ihre Arbeit der Hilfsbereitschaft völlig poetisch mit einem Glas Wein begießt, aber es gibt ein viel wichtigeres Thema, das ich hier auch nochmal mit an die Hand geben möchte.

Die Stiftung IN-VINO-CARITAS unterstützt seit 1999 Ausbildungsprojekte für Kinder, die auf und an der Müllkippe von Manila leben.

Ich habe mich für ein Projekt in Deutschland entschieden, um dieses besuchen und betreuen zu können – aber vergessen wir nicht das Leid anderer Teile unserer Welt, denn wir sind alle eins.

2018: Mein Schritt in die Öffentlichkeit (Britta Redweik)

2018 war für mich kein einfaches Jahr. Privat ist mir quasi das Kartenhaus meines Lebens durch einen einzigen Windhauch komplett zusammengefallen. Doch, so schwer es mir auch heute noch fällt, über diesen Rückschlag hinweg zu kommen, möchte ich mich doch auf das Gute konzentrieren.

Umso mehr freut es mich, dass mir dieser Beitrag die Möglichkeit gibt, 2018 tiefergehend zu betrachten. Die positiven Ereignisse herauszustellen. Denn auch die gab es für mich und sie haben vor allem mit der Schriftstellerei zu tun.

2018 wird alles anders

Während ich von klein auf schreibe und seit Ende 2016 beinahe Vollzeit als Autorin arbeite (wenn auch lange Zeit nur aufgrund der Tatsache, dass ich keine andere Arbeit fand), habe ich mich erst 2018 getraut, mich damit wirklich in die Öffentlichkeit zu wagen.

Und, was soll ich sagen? Ich bin begeistert. Natürlich bin ich noch eine kleine Autorin. Noch immer verdiene ich keinen Cent damit. Und weil ich nicht offensiv für mich werbe, bin ich auch nicht so leicht zu finden. Umso mehr freut mich aber, dass ich immer wieder Lob und konstruktive Kommentare zu meinen Texten bekomme.

Erster Schritt: Routine sammeln

2018 bin ich gereift. Durch die Aktion ‚WritingFriday‘, bei der Blogger jeden Freitag zu vorgegeben Themen Kurzgeschichten, Gedichte oder sonstige Texte verfassen, habe ich nicht nur Ideen für eine Kurzgeschichtensammlung bekommen, sondern auch eine Schreibroutine entwickelt. Ich habe gelernt, zumindest etwas regelmäßiger Ideen aus dem herauszuarbeiten, was mir das Leben, oder zumindest die Aktion, gibt.

Aber mein Jahreshighlight war klar der DTV-Wettbewerb auf Sweek. Zum ersten Mal habe ich einen ganzen Roman veröffentlicht, ihn völlig Fremden zum Lesen gegeben. Nicht nur Testlesern, die sich einem erbarmen, sondern potenziellen Kunden.

Gewonnen, ohne zu gewinnen

Ich kam nicht mal in den Recall.

Nicht, weil ich so wenige Daumen hoch bekommen hatte, sondern, weil so wenige überhaupt auf mein Werk gestoßen waren. Wie gesagt, Werbung ist nicht meine Stärke.

Aber diejenigen, die es gefunden und gelesen hatten, gaben mir tolle Rückmeldungen. Sie hatten meinen Roman genossen, spekulierten teilweise, was wohl als Nächstes geschehen würde – denn ich hatte nicht alle Kapitel auf einmal hochgeladen.

Und so gern ich natürlich auch den ausgeschriebenen Verlagsvertrag gewonnen hätte, bereue ich nicht, diesen Schritt gegangen zu sein. Ich bin sogar froh darüber. Denn obwohl Familie, Freunde und Weggefährten einem viel natürlich Mut machen können, ist es doch wichtig, auch zu erfahren, ob die eigenen Geschichten Menschen da draußen ebenso begeistern, vielleicht sogar inspirieren können.

(Anmerkung: Wer den Roman dort noch lesen will, muss sich beeilen. Er ist aktuell im Korrektorat und wird demnächst für eine richtige Veröffentlichung vorbereitet.)

Nornengestöber im Anthorausch

Wir sind noch ganz verzückt. Die erste Anthologie, für die sich Nornen zusammen getan haben, ist erschienen. Schicksal, Schuld und Werden ist letzte Woche bei 26 erschienen. Grund genug für uns, einmal genau nachzuschauen, wer sich alles hinter den neun nornenhaften Geschichten verbirgt.

Schicksal, Schuld und Werden, eine Nornenthologie, herausgegeben von Eva-Maria Obermann und Katherina Ushachov, das Cover stammt von Esther Wagner

Herausgegeben haben Eva-Maria Obermann und Katherina Ushachov die Anthologie. Eva-Maria Obermann ist Gründungsmitglied des Nornennetzes und mit Katherina Ushachov auf über die Märchenspinnerei verbündet. Sie hat außerdem eine urban Fantasy Geschichte zur Anthologie beigesteuert.

Die Illustrationen stammen von Laura Kier und Esther Wagner, die auch das Cover entworfen hat. Beide Nornen haben in ihren Geschichten den Blick in die Zukunft gerichtet. Während Laura Kier ein Sci Fi Abenteuer entworfen hat, wird die Protagonistin bei Esther Wagers Dystopie mit einer unglaublichen Wahrheit konfrontiert.

In vergangene Zeiten führt die Geschichte von Michelle Janßen, die in der Anthologie den Anfang macht. Den Abschluss dagegen macht der satirische Text von Miriam Debus und sich so gar nicht in eine Schublade stecken lassen will. Janna Ruth, die 2018 für „Im Bann der zertanzten Schuhe“ mit dem Seraph ausgezeichnet wurde, hat eine sehr berührende Dystopie geschaffen.

Urban Fantasy ist Jana Jeworrecks Begegnung mit den Nornen, die viel verheißt. Als einzige High Fantasy gewählt hat Siiri Saunders. Beide Geschichten aber sind nur Ausblicke auf die Werke der Autorinnen, die die Fäden weiter spinnen. Bei June Is wird Protagonistin wie Leser verwirrt und in die Irre geführt. Ein Blick ins Seelenleben der Hauptfigur erwartet euch.

Voll Vielfalt und Innovation hat sich die Nornenanthologie schon jetzt in unseren Herzen einen Platz im Buchregal reserviert. Das Großartige: Alle Einnahmen durch die Anthologie wandern als Spende direkt ans Nornennetz. Ein dickes Dankeschön an die Autorinnen, Illustratorinnen und Herausgeberinnen dafür.